Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.
Eines der, meiner Meinung nach, wichtigsten Kapitel, in dem auch ziemlich viel Herzblut steckt, also wäre ich erfreut, wenn ihr mir ein paar Feedbacks geben würdet. Es ist ziemlich lang geworden, weil einfach so viel passieren musste und ich nicht an irgendeinem Punkt Schluss machen und euch die Trennung der Ereignisse antun wollte.
Es war nun schon länger her, dass der Schlüssel sich aktiviert hatte, doch bei der nächsten Tanzstunde regte er sich wieder. Ganz plötzlich und unerwartet sah sie die Herzen. Vor Schreck trat sie Christopher auf den Fuß, der zu Fluchen begann. „Kannst du nicht aufpassen, wo du hintrittst?" Seit der letzten Stunde war seine gute Laune um ein Vielfaches gesunken, wenn man nicht sogar sagen konnte, dass er miserabel drauf war. Lily hatte es zwar munkeln hören, dass seine Freundin ihn verlassen hatte, doch dass das so starke Auswirkungen auch auf sie haben würde, damit hatte sie nicht gerechnet.
„Tut mir Leid. War nicht mit Absicht.", sagte sie kleinlaut und eher aus Reflex, denn ihre Gedanken waren bei etwas ganz anderem. Wieder fühlte sie sich total niedergeschlagen von den gebrochenen Herzen. Es kam ihr so vor, als gäbe es kein Glück auf der Welt, wenn doch so viele leiden mussten. Auch dass gerade ihr Tanzpartner ein gebrochenes Herz hatte, war wohl nicht sonderlich förderlich für ihre Gemütsverfassung. Sie vertrat sich immer öfter, bis es Christopher zu bunt wurde und er wütend aus der Halle stürmte. Lily folgte ihm, ging jedoch sofort in ihren Schlafsaal, riss sich die Kette mit dem Schlüssel vom Hals, legte sich ins Bett und stand nicht mehr auf.
„Aber Lily, du kannst doch nicht den ganzen Tag im Bett liegen bleiben.", beschwerte sich Natasha. Lily hatte ihr erzählt, dass, nachdem Christopher gegangen war, da er sich nicht so gut gefühlt hatte, sie selbst nicht hatte alleine zurückbleiben wollen. Natasha hatte es ihr bedingungslos geglaubt. Im Moment lag Lily unter ihrer Bettdecke, obwohl sie es normalerweise hasste nur diese schlechte Luft zum Atmen zu haben und immer das Gefühl hatte zu ersticken, doch momentan passte es gut zu ihrer Stimmung. Sie wollte ihr Bett nicht mehr verlassen. Wenn es ging, nie mehr. Natürlich wusste sie selbst, dass das nicht möglich war, doch mittlerweile hatte sie Angst vor der Wirkung des Schlüssels. Was war, wenn sie die Herzen während des Spiels sah? Schließlich war das heute und sie hatte nicht mal mehr neun Stunden Zeit. Sie konnte ja nicht mal sicher sein, dass der Schlüssel tatsächlich in dem Koffer blieb, während sie den Schnatz suchte.
„Du hast gestern das Abendessen verpasst. Willst du nichts essen?", fragte Natasha nun. Lily gab nur ein verneinendes Brummen von sich und so sah Natasha sich gezwungen ihrer besten Freundin die Decke wegzunehmen, damit sie endlich aus den Federn kam. Als sie die Decke nun wegriss, erhielt sie einen mörderischen Blick, woraufhin sie Lily unschuldig anlächelte.
„Ich wusste doch, dass du Hunger hast. Schön, dass du dich entschlossen hast aufzustehen.", neckte sie und wurde zum zweiten Mal innerhalb von einer Minute per Blick getötet.
Beim Frühstück war Lily schon besser gelaunt, da sie den Schlüssel einfach mit ein paar Zaubersprüchen an seinem Platz festgeklebt und eingesperrt hatte. Dass er magisch war und sich vermutlich befreien konnte, diesen Gedanken schob sie einfach beiseite. Sie saß neben Emilian, der ihr ein paar Fragen bezüglich der Spieltaktik stellte und sich noch einmal rückversicherte, dass die Treiber alles tun würden, um die Klatscher von ihm fernzuhalten.
Es war ein wunderschöner Tag und man konnte den Duft der Blumen über weite Strecken riechen. Die Sonne schien kräftig vom Himmel und die Vögel zwitscherten erfreut über diese schöne Atmosphäre. Lily ging in Richtung Garderobe und freute sich, da dieses Wetter perfekt zum Quidditch spielen war.
Auf dem Weg dorthin, hörte sie eine Stimme, die ihren Namen rief und drehte sich um. Es war Malfoy, doch sie war nicht so negativ wie sonst, als sie ihn sah. Sie wartete bis er sie erreicht hatte und trat dabei schon in den Schatten der Hauswand der Umkleide.
„Na, Malfoy, willst du mir Glück wünschen? Diesmal nehme ich es sogar an." Sie lächelte ihm neckisch zu.
„Nein, deshalb bin ich eigentlich nicht hier. Ich wollte dich etwas fragen."
„Dann schieß mal los. Ich muss mich noch umziehen und bin spät dran." Sie sah ihn offen an, ohne daran zu denken, dass er sie normalerweise immer aufzog.
„Nun, ich wollte dich fragen, was du glaubst, wie das Spiel ausgehen wird." Er trat ein paar Schritte auf sie zu.
„Das wolltest du mich fragen?" Sie grinste. „Nun, ich gehe davon aus, dass wir gewinnen, was sonst?"
„Nun, wenn ich ehrlich bin, wollte ich noch etwas anderes tun." Er war die ganze Zeit weiter auf sie zugegangen und nun war sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von dem ihren entfernt.
„Und was wäre das?", fragte sie langsam, nachdem sie kräftig geschluckt hatte.
„Das hier." Seine Lippen näherten sich den ihren und sie verschmolzen zu einem Kuss. Sie wusste nicht, wieso er das tat, doch es war ihr auch egal. Sie ließ sich einfach fallen. Zuerst war der Kuss zögernd, doch ihr Mund antwortete dem seinen und so wurde der Kuss immer intensiver. Ihre Arme hoben sich automatisch und schlossen sich um Malfoys Hals. So einen wundervollen Kuss hatte sie noch nie erlebt, sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und nahm nur noch diesen perfekten Kuss wahr.
Nach mehreren Minuten ließ er von ihr ab und sie stand in völliger Verwirrung und mit geschlossenen Augen da. Sie öffnete sie langsam und zeigte in eine Richtung: „Ich muss mich umziehen gehen." Er nickte nur, während sie nach links ging.
Dann zog er sie am Arm und schickte sie nach rechts mit den Worten: „Da hinten ist der Eingang in die Garderobe."
„Oh, ja, du hast Recht." Es wunderte sie, dass sie überhaupt noch stehen konnte, geschweige denn laufen, doch sie schaffte es wackelnd in die Umkleide, wo sie versuchte die Ereignisse zu verarbeiten.
Aber es wollte nicht klappen. Sie hörte die Stimmen der anderen nicht, sondern spürte noch immer Malfoys Lippen auf den ihren.
Als es Zeit wurde hinaus aufs Spielfeld zu fliegen, hatte sie sich so weit wieder gefangen, dass sie ihr Ziel, nämlich den Schnatz zu fangen, klar vor Augen hatte. Es wurde angepfiffen und sie flog los. Sie blieb nicht wie sonst ruhig in der Mitte schweben, sondern flog lange Kreise und obwohl sie mit den Gedanken ganz woanders war, sah sie bereits nach wenigen Minuten den Schnatz und flog im Sturzflug darauf zu. Am Rande ihres Bewusstseins erklang Fred Weasleys Stimme, die verkündete: „Emilian, der Hüter von Gryffindor hat nach drei Toren von Hufflepuff nun seinen ersten Quaffel gehalten, herzlichen Glückwunsch. Und offenbar haben wir nun auch einen Sieger. Trotz Unfall von Lily, nun der Sturzflug ist nicht einfach, hat sie den Schnatz gefangen. Damit steht es 30 zu 150 für Gryffindor. Schade, dass das Spiel bei diesem schönen Wetter gerade mal sieben Minuten gedauert hat." Alle Schüler liefen aufs Spielfeld, um Lily zu gratulieren oder die bedrückten Hufflepuffs aufzumuntern. Auch Lily selbst freute sich riesig, da sie nun der Held der Gryffindors war und von ihnen auf die Schultern genommen wurde. Sie lachte vergnügt, als auch Emilian für die Leistung, einen Quaffel gehalten zu haben, auf die Schultern genommen wurde.
Man trug die beiden hinauf ins Schloss, wo bereits ein Abendessen auf die Schüler wartete.
Als Lily fast fertig war, trat Nathanael an ihren Tisch und fragte sie: „Kann ich mit dir reden?"
„Klar." Sie folgte ihm aus dem Schloss, hinunter zum See. Sie wunderte sich wieso er sie so weit fort brachte, doch stellte sie keine Fragen.
Er blieb abrupt stehen und blickte ihr in die Augen. Sie sah die Veränderung deutlich. Er war zornig.
„Wie lange läuft das schon?", fragte er sie, offensichtlich bemüht sie nicht anzuschreien.
„Ich weiß nicht wovon du redest.", sagte sie und in diesem Moment wusste sie es tatsächlich nicht.
„Malfoy und du. Ich habe euch gesehen, also leugne es nicht." Der Kuss schob sich wieder in ihr Bewusstsein, mit so einer Heftigkeit, dass sie die Schuldgefühle fast umrissen.
„Heute war es das erste Mal, dass er mich geküsste hat und ich wollte es nicht. Nathanael, ich wollte es ehrlich nicht.", sagte sie, doch er wandte sich ab und sie sah an seinen Gesten, dass er ihr keinen Glauben schenkte. Er stand mit dem Rücken zu ihr und sie konnte ihm die Verzweiflung ansehen.
„Du hättest ihn wegschubsen können oder ihm eine Ohrfeige geben. Aber du hast nichts dergleichen getan." Er drehte sich zu ihr um. Der Zorn war verflogen und nun sah sie die Enttäuschung in seinen Augen und es wäre ihr lieber gewesen, wenn er sie angeschrieen hätte, als hilflos mit den Achseln zu zucken und ermattet zu sagen: „Ich habe gespürt, dass es zwischen uns nicht mehr so gut lief, aber ich dachte, ich dachte, dass…" Er brach ab.
„Wir das wieder hinbekommen?", fragte sie leise.
„Ja.", sagte er nur. Nach einer Weile kam ein: „Aber da habe ich mich wohl geirrt."
Sie wollte nicht, dass er Schluss machte, doch sie wusste, dass die Beziehung nach diesem Vorfall nie so wie vorher sein und immer von einem Misstrauen überschattet werden würde und so ließ sie ihn gewähren.
„Weißt du, ich wollte dir Glück wünschen, als ich hinunter kam und dich darum bitten, mich zum Ball zu begleiten. Und da sah ich euch. Ich dachte, vielleicht würdest du dich wehren, doch stattdessen hast du den Kuss ganz offensichtlich erwidert. Und als ich dachte, ich könnte es nicht mehr ertragen, da hast du deine Arme um ihn gelegt und ihn noch näher an dich herangezogen. Du weißt gar nicht wie sehr mich das verletzt und gedemütigt hat, Lily. Ich habe mich verraten gefühlt und dass von derjenigen, die ich liebe und von der ich dachte, dass sie mich liebt."
„Es tut mir Leid." Sie wusste, dass diese Worte nicht einmal annähernd ausreichten, um die Wunden in seinem Herz zu heilen, doch sie wusste nicht, was sie sonst sagen oder tun sollte.
„Was genau tut dir Leid? Dass du mich so verletzt hast oder der Kuss selbst?"
„Beides."
„Lily, ich sage das nicht gerne und ich würde so einiges machen, um uns beiden diese Worte zu ersparen, aber Lily, bei Gott, ich kann es nicht. Lily, ich denke es ist besser, wenn wir uns trennen." Sie konnte nichts sagen. Die Tränen rauschten in Bächen an ihren Wangen herunter und sie fühlte sich, als hätte man einen Teil ihrer selbst genommen und würde nun mit aller Macht darauf herum trampeln, doch sie nickte bei seinen Worten. Sie wusste ja selber, dass es sein musste.
Er gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange und verschwand in Richtung Schloss. Sie sah ihm nach, bis das Schloss ihn verschluckte, dann drehte sie sich um und setzte sich auf einen Stein. Sie beobachtete die Sonne, wie sie den Himmel rot färbte und dann hinter dem Horizont verschwand. Sie saß einfach still da und versuchte nicht zu denken und wenn sich doch ein Gedanke in ihr Bewusstsein schob, dann war es meist der, der sie fragte, wie sie hatte so dumm sein und mit Malfoy herumknutschen hatte können.
Sie hörte es hinter sich knacken und zog mit einer Bewegung blitzschnell den Zauberstab, stand auf und drehte sich um.
„Was tust du hier?", zischte sie. „Reicht es dir nicht, dass du mein Leben ruiniert hast, musst du auch noch zusehen, wie ich leide? Wenn du deshalb hier bist, werde ich den Zauberstab nicht senken."
Malfoy hob abwehrend die Hände. „Nein, deshalb bin ich nicht hier. Ich dachte, ich könnte dich vielleicht etwas aufheitern."
„Du bist vermutlich der letzte Mensch, der mich aufheitern kann." Dennoch senkte sie den Zauberstab und setzte sich zurück auf den großen Stein.
„Er hat also Schluss gemacht?" Sie sah nicht den kleinen blauen Fleck, an Malfoys Kinn, den er von Nathanaels Schlag erhalten hatte. Gleich nachdem Nathanael sich getrennt hatte, war er Malfoy suchen gegangen und so verletzt wie er war, hatte er ihn angeschrieen und ihm einen Schlag ins Gesicht verpasst. Malfoy hatte Glück gehabt, dass er größer war als Nathanael ansonsten hätte er wohl noch schlimmere Verletzungen, als diesen kleinen, blauen Fleck erhalten.
„Ja.", antwortete sie bedrückt. „ An seiner Stelle hätte ich das auch getan."
„Oh, du wärst nie an seine Stelle gekommen. Er ist viel zu nett, um dich zu betrügen." Er setzte sich mit einem halben Meter Abstand ebenfalls auf den Stein.
„Da hast du Recht. Oh Gott, ich vermisse ihn jetzt schon."
„Bist du dir sicher, dass du ihn vermisst und nicht die Vorstellung von ihm?" Damit verspielte er sich wieder den Stein im Brett, den er als netter Zuhörer bekommen hatte.
„Natürlich ihn!", sagte sie wütend. „Aber davon kannst du ja nichts verstehen, du würdest die Liebe nicht einmal erkennen, wenn sie direkt vor dir stünde."
„Oh doch, ich erkenne die Liebe. Aber ich glaube, du warst nur in eine Vorstellung von ihm verliebt, falls du überhaupt verliebt warst und jetzt willst du eine Ausrede haben, um dich ganz in deinem Leid verkriechen zu können und redest dir deshalb ein, du seiest in ihn verliebt."
„Du redest Schwachsinn. Glaubst du ich wäre nicht verletzt?"
„Jeder ist verletzt, wenn Schluss ist, aber ich denke trotzdem nicht, dass du ihn geliebt hast." Sie schwiegen einen Moment.
„Wieso hast du mich geküsst?", fragte sie dann.
„Weil ich es wollte."
„Wieso?"
„Ich dich küssen wollte?" Sie nickte.
„Ich werde dir auf diese Frage keine Antwort geben, denn es wird der Tag kommen, an dem du es verstehst.", meinte er nur.
„Das bezweifle ich."
„Weil…?", harkte er nach.
„Ich dir in Zukunft aus dem Weg gehen werde. Du bringst Unglück." Er lachte herzhaft auf und sie tat es ihm nach.
„Du solltest dein Gesicht waschen und schlafen.", meinte er nach ein paar schweigsamen Minuten.
„Ich will nicht. Ich werde es allen sagen müssen und ich denke nicht, dass ich das kann."
„Du musst es ihnen ja nicht sagen, wenn du nicht willst. Es ist deine Entscheidung, aber du solltest nicht hier draußen bleiben, du zitterst ja schon vor Kälte."
„Ich bleibe noch. Du kannst ja schon reingehen."
„Okay." Er reichte ihr seine Jacke und ging davon. Sie kuschelte sich ein und blickte weiter auf den See hinaus.
Als sie spätabends in den Schlafsaal kam, war Natasha noch wach, da sie auf Lily gewartet hatte.
Als sie die Spuren des Weinens sah, fragte sie entsetzt: „Ist etwas mit deinen Eltern?"
Lily schüttelte den Kopf und sagte nur: „Nathanael hat sich von mir getrennt." Dann schlüpfte sie zu Natasha unter die Decke und weinte sich neben ihr in den Schlaf.
Ich weiß, dass dieses Kapitel ziemlich dramatisch war und dass der Kuss schwer vorstellbar ist, da ihr die Gründe dafür ja noch nicht kennt, aber ich werde sie in einem späteren Kapitel einbringen. Ich habe bei der Szene als Nathanael mit Lily Schluss macht, eher spekuliert, wie er sich gefühlt haben muss, also verzeiht mir, falls das nicht so genial rübergekommen ist, ich habe bis jetzt noch keinen Freund gehabt, von dem ich wusste, dass er mich betrügt. Nun, ich habe „gegoogelt", wie man sich fühlt und kann jetzt mit gutem Gewissen sagen: „Man findet wirklich alles im Internet." Also, verzeiht mir, falls das Kapitel nicht so gut geworden ist.
