Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur au
Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.
Ja ja, dieses Kapitel war eine Herausforderung. Nicht nur deshalb, weil ich kein Lied gefunden habe, das mich inspiriert hat, sondern auch, weil ich von Tag zu Tag größere Schuldgefühle bekam, weil ich euch so lange warten ließ. Aber die Fußball-EM, der Urlaub und die Hitze raubten mir einfach jegliche Schreiblust. Und um es mit euren Worten auszudrücken: Ich fiel in ein kreatives Loch. Ich hoffe ihr verzeiht mir, aber irgendwie fiel mir das Kapitel schwer. Es dürfte einige Rechtschreib- und Ausdruckfehler enthalten, aber sobald meine Betaleserin aus dem Urlaub zurück ist, werden wir das beheben. Ich wollte es euch einfach nicht weiter vorenthalten. Na ja, genug geschwafelt: Viel Spaß!!
Der Gedanke an Malfoys Freundin hatte Lily auch noch nicht verlassen, als sie am nächsten Tag beim Casting für das Theaterstück auf den Aufruf ihres Namens wartete. Sie verscheuchte den Gedanken an Malfoy einfach und sah sich den nächsten hoffnungslos unbegabten Schüler mit Traumberuf Theaterschauspieler an. Sie blinzelte zu Julia hinüber, die gerade das Gesicht verzog und fühlte mit ihr, schließlich war sie letzte Woche genauso verzweifelt dagesessen, um sich die Hüter anzusehen. Mit einem Seufzen drehte sie den Kopf zur Bühne hin, auf dem normalerweise der Lehrertisch stand und wendete sich damit auch dem Meer von Köpfen zu, die vor ihr waren. Alle wollten ihre Konkurrenz sehen, wobei die meisten, wenn sie vorne standen, nach 2 Minuten mit hochrotem Kopf von der Bühne liefen.
Eine leichte Erschütterung rechts neben Lily, ließ sie herumfahren. Der leere Stuhl war nun belegt und sie fragte sich, ob er nun wirklich dachte, sie seien Freunde. Doch sie verwarf den Gedanken sofort wieder und fragte mit einem wachsamen Lächeln: „Hey, Malfoy, was tust du hier?"
„Na, ich habe mich beworben mitzuspielen."
Sie lächelte mühsam. Was sollte er auch sonst hier wollen? Der gestrige Nachmittag schien weit entfernt zu sein, als er nun spöttisch fragte: „Dachtest du etwa, ich wäre wegen dir hier?"
„Nein." Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie so etwas gedacht hatte, doch aufgrund des nicht gerade lockeren Tons in ihrer Stimme, fühlte sich Malfoy offenbar bestätigt, denn er wandte sich mit einem spöttischen Lächeln ab. Er war also wieder der Alte…so herausfordernd wie eh und je.
Als ihre Namen aufgerufen wurden, um als Katharina und Petruchio (1) zu spielen, war sie vollkommen perplex und hoffte wirklich, dass er die Rolle nicht bekam, ansonsten würde der Verdacht, dass sie ein Pärchen waren, vermutlich noch mehr bestätigt werden. Auf dem Weg nach vorne, fragte sie ihn so locker wie möglich: „Sag mal, wieso gehst du eigentlich nicht mit Leyla zum Ball?"
„Oh, ja, stimmt, Leyla…", sagte er, als ob ihm der Gedanke, mit ihr zum Ball zu gehen, noch gar nicht gekommen wäre. „Nun dann werde ich meine Einladung an dich wohl zurückziehen müssen." Sie blieb mit geöffnetem Mund stehen. Das war ja wohl ein schlechter Scherz. Aber das war mal wieder typisch Malfoy. Er hatte sich also den gestrigen Tag nur so sehr bemüht freundlich zu sein, damit er jetzt umso mehr auf ihr herumhacken konnte. ‚Nun, gut, wenn du es so willst.', dachte Lily bissig. ‚Das kann ich auch.'
„Ich hatte sowieso vor, abzusagen." Ihn anzulügen fiel ihr schwer, aber weshalb sonst waren sie hier? Der Sinn und Zweck der Schauspieler im Theater war ja schließlich, sich den Leuten als Etwas zu präsentieren, das man in Wirklichkeit gar nicht war. Nun standen sie auf der Bühne und fingen an, das erste Zusammentreffen zu spielen. Lily schrie ihn an, da sie tatsächlich wütend war, ob es ihm genauso ging, konnte sie nicht erkennen, doch den neckischen Ton hatte er perfekt drauf. Nachdem die Szene fertig war und alle geklatscht hatten, lief Lily Malfoy hinterher, der bereits auf den Ausgang zusteuerte. Sie wollte es ihn unbedingt fragen, die Frage vor der sie Angst hatte und welche sie dennoch brennend interessierte. „Meintest du das ernst mit deiner Absage?", fragte sie, als sie ihn eingeholt hatte.
„Nein." Ihre Verwirrung stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Er seufzte und fuhr fort: „Ich wollte eben sichergehen, dass du die Rolle bekommst. Ohne dich als Katharina würde das Theaterstück für mich und den Rest der Schule eine gähnende Langeweile werden."
„Du… du hast das gemacht, damit ich sauer wurde, um Katharina besser spielen zu können?", fragte sie ungläubig.
„Der Versuchung, einen Freifahrtschein für einen erneuten Kuss von dir zu bekommen, musste ich einfach nachgeben." Er grinste sie an und sie war so überrascht, dass sie nicht einmal wütend über den Grund war. Vielleicht war sie sogar etwas erleichtert.
„Und meintest du es ernst?", fragte er nun.
„Was?"
„Dass du nicht mit mir zum Ball gehen möchtest."
„Ich dachte, du willst mit Leyla…"
Er lachte bitter. „Leyla und ich haben uns schon vor einer Weile getrennt. Lily, das hat doch die ganze Schule mitbekommen."
„Nicht ganz. Ich und Natasha hatten keine Ahnung."
„Kein Wunder, du läufst immer mit gesenktem Blick umher und verschwindest in die menschenleeren Gänge." Das stimmte, aber das lag nur daran, dass sie so vermied die Herzen zu sehen.
„Tut mir Leid."
Er lachte erneut. „Du bist nicht schuld. Also, gehst du nun mit mir zum Ball?"
„Als Freunde?"
„Als Freunde." Sie betrachtete ihn misstrauisch und versuchte herauszufinden, ob er sie an der Nase herumführte, doch er schien es aufrichtig zu meinen.
„Na gut, dann gehe ich mit dir zum Ball. Aber eine Bedingung habe ich noch."
„Ja?"
„Tanz bitte nicht zu gut, denn ich sehe neben dir immer total ungeschickt aus."
„Dann solltest du wohl lieber mit Christopher zum Ball gehen." Er zwinkerte ihr zu. Dann blieb er stehen und deutete auf die Tür zum Gryffindorturm. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, dass sie gegangen waren.
„Na dann sehen wir uns beim Ball." Dann drehte er sich um und verschwand. Einen Moment stand Lily noch verwirrt da, doch dann ging auch sie ihrer Wege.
Einerseits vergingen Lily die Ferien nicht schnell genug, aber andererseits hätten sie ruhig länger sein können. Die Tage waren gefüllt mit Lernen und bis auf das Essen und Schlafen gab es kaum Pausen. Es waren nicht viele zu ihren Eltern gefahren, doch Malfoy gehörte offenbar zu ihnen. Auch wenn Lily es sich selbst nicht eingestand, schaute sie sich doch häufig um, ob er nicht an irgendeiner Ecke auf sie wartete.
Erst als der große Samstagabend da war, wurde ihr bewusst auf was sie sich da eingelassen hatte: Sie ging mit einem Slytherin zum Ball. Auf jeden Fall würden alle über sie tuscheln und sie entweder als Betrügerin oder als die große Blockadebrecherin ansehen. Sich unauffällig zu verhalten war wohl unmöglich.
Im Mädchenschlafsaal der 3. Klasse herrschte aufgeregte Freude. Das Ereignis des Jahres stand kurz bevor und diesen Abend vor den nahenden Prüfungen würde wohl keine der 5 so schnell vergessen.
„Schließt du mir bitte mal den Reißverschluss?", rief Megan aus der einen Ecke des Schlafsaals Natasha zu. Diese versuchte gerade ihren Fuß in einen Schuh zu pressen, der ein wenig zu klein war und deshalb antwortete sie nur hinter zusammengebissenen Zähnen: „Du hast einen Zauberstab, schließ den Reißverschluss damit."
„Ich hab aber den Spruch vergessen, also würde mir womöglich mal jemand helfen?"
Emma hastete auf sie zu und beendete damit die Diskussion. Lily stand vor einem der Spiegel und steckte sich in höchster Konzentration einen goldenen Stecker ins Ohrloch. Ihr schwarzes Kleid passte perfekt dazu und sie lächelte sich selbst zu.
„Mensch, seht euch unsere Lily an.", hörte sie wie in Trance Hollys Stimme.
„Was denn?" Sie drehte sich zu ihren Freundinnen, die sie alle anstarrten, um.
„Du siehst so verträumt aus. Als wärest du bereits unten im Saal."
Lily erachtete es als besser zu schweigen.
„Und Emma, du willst wirklich nicht mit?" Megan trat an die Angesprochene heran und legte ihren Arm um deren Schultern. „es wäre bestimmt lustig."
„Oh ja. Ich würde meinen Ex mit seiner neuen Flamme sehen. Nein danke, ich werde nachher sowieso alles von euch hören und wehe ihr verschweigt mir ein Detail."
Die große Halle war aufwendig geschmückt worden: auf den Tischen, an denen immer 8 Leute Platz nehmen konnten, lagen aufwendige Blumenarrangements, die Kronleuchter waren mit vergissmeinnichtblauem Papier umwickelt. Der Abend würde ein großen Festessen werden, bei dem auch Tanzen auf dem Plan stand.
Lily war bereits vorausgegangen, während ihre Freundinnen sich von ihren Begleitern bewundern ließen und im Gegenzug ein strahlendes Lächeln präsentierten. Sie wollte nicht alleine daneben stehen, während die anderen sich bei ihren Begleitern unterhakten. Sie sah Malfoy, als sie die Treppe zur Großen Halle erreichte. Er redete gerade mit einem anderen Jungen und lachte hin und wieder auf. Lily war so vertieft in den Anblick, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass sie hinter einer Säule stehen geblieben war. Erst als ihr Megan von hinten auf die Schulter tippte war der beinahe magische Moment vorüber und sie war gezwungen nach unten zu gehen. Langsam stieg sie die Treppe hinab und wurde nun von ihren kichernden Freundinnen und deren Begleitern überholt. Megan war mit einem Mitschüler aus der 4. Klasse da, den Lily nur vom Sehen kannte. Natasha war in ein tiefes Gespräch mit Emilian vertieft und schien die Welt um sich herum kaum wahrzunehmen, was bei Lily ein Lächeln auslöste. Dann schlenderte Holly mit Fred Weasley an ihr vorbei.
Sie erreichte die letzte Treppenstufe und eine Hand wurde ihr gereicht. Sie wusste, wem sie gehörte, doch reichte sie ihm erst ihre Hand, als sie aufblickte und in seine strahlenden Augen blickte.
„Du siehst umwerfend aus.", sagte er anerkennend und sie lächelte schüchtern.
„Und wieso liegst du dann nicht auf dem Boden?", fragte sie ein paar Sekunden zu spät, um es noch als ernsthafte Neckerei auszugeben, doch er ging darauf ein.
„Nun, das ist eine berechtigte Frage. Und ich gebe ehrlich zu, dass es mir bei deinem Anblick die Sprache verschlägt." Er sagte dies so charmant, dass sie verlegen zur Seite sah. „Nun komm mit, ich habe uns bereits an einem sehr guten Tisch einen Platz reserviert. Im Grunde genommen ist es ein reiner Quidditchtisch, mach dich also schon mal auf saftige Diskussionen bereit."
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich mich für so etwas bereit machen müsste."
„Ach nein. Dann fordere ich dich mal heraus: Euer Jäger Ludger ist völlig untalentiert."
„Untalentiert?", fragte sie fassungslos. Vorbei war die romantische Stimmung zwischen den beiden, was Lily auch lieber war. Schließlich waren sie als Freunde hier. Es folgte eine lange Diskussion, bei der Malfoy sie am Ende ganz gentlemanlike gewinnen ließ.
„Oh nein, ich finde die Holyhead Harpies haben sich in der letzten Saison ziemlich gehen lassen. Ich meine, sie haben gegen 4 Mannschaften verloren, davor hatten sie 3 Jahre lang eine Null-Gegentor-Strähne.", ereiferte sich gerade Oswin Livingston, einer der Jäger bei den Ravenclaws. Sie alle waren satt von dem vielen Essen, das auf dem Tisch stand und noch immer schien sich alles wieder aufzufüllen. Lily verzehrte gerade genussvoll den letzten Bissen von ihrem Apfelkuchenstück, als Malfoy sich zu ihr hinüberbeugte und ihr ins Ohr flüsterte:
„Möchtest du gerne tanzen?" Sie nickte mit vollem Mund und schluckte. „Sehr gerne."
Er reichte ihr abermals die Hand und schob sie sanft vom Tisch weg, in eine Richtung, die ganz und gar nicht zur Tanzfläche führte.
„Ähm. Malfoy. Zu den tanzenden Paaren geht es in die andere Richtung."
„Ich weiß, aber ich will dir etwas zeigen."
Er führte sie durch den Vorhof bis zu dem Ziergarten. Jenem Stück Land, das nur bei besonderen Anlässen präsentiert wurde und sonst als „kitschig" galt. Die Büsche und Sträucher waren in Mondlicht getaucht und sahen wie mit Silber übergossen aus. Es war, als würde es auf der Welt weder Leid noch Kummer geben. Keinen Stress. Keine Probleme. Alles Schlechte schien nicht zu diesem vollkommenen Anblick zu passen. Irgendwann drehte sie den Kopf hinauf zum Mond, der sie vollkommen faszinierte. Es war Vollmond. Diese schlichte Erkenntnis war der einzige klare Gedanke, den sie in Anbetracht solcher Schönheit formen konnte.
Etwas später drehte Malfoy sie zu sich herum und flüsterte ihr zu: „Du schuldest mir noch einen Tanz." Es war kein schneller Tanz, eher einer, der zur Schönheit der Landschaft passte.
Lily verlor bald ihr Zeitgefühl, doch das war ihr egal. Als der Mond schon ein ganzes Stück weiter am Horizont stand, nahm Malfoy ihre Arme von seinen Schultern und fasste ihre linke Hand. Sie sah ein letztes Mal zum Mond und verabschiedete sich, bevor sie wieder im Schloss waren.
„Schon irre, wie faszinierend der Mond ist, obwohl wir doch Astronomie als Unterrichtsfach haben, was?", durchbrach sie die Stille, als sie die leeren Gänge hinauf zum Gryffindorturm wanderten. In der Großen Halle waren immer noch ein paar auf, deshalb mussten sie sich nicht verstecken und Angst haben, jemand könne sie erwischen.
„Es hat dir also gefallen?", fragte er mit einem Lächeln.
„Gefallen ist gar kein Ausdruck."
„Das freut mich." Damit war alles gesagt. Sie hatte nicht das große Bedürfnis zu reden, sie genoss einfach nur den Augenblick. Vor der Tür küsste er sie wie immer auf die Wange. „Wir sehen uns."
Im Schlafsaal waren bereits alle Betten belegt. Inklusive Lillys eigenem. Als sie die Decke etwas zurückschlug erkannte sie, dass Natasha darin lag und nachdem sie sich fertig gemacht hatte, legte sie sich glücklich dazu.
(1) Na ja, der Name ist eben Shakespeare…
Seid ganz ehrlich: Diesmal habe ich zu tief in die Kitschkiste gegriffen, oder?
