Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.

Wer hätte gedacht, dass 2 Wochen so schnell vergehen können? Ich jedenfalls nicht.

Na ja, nach dem ganzen Stress habe ich mir jetzt einfach mal die Zeit genommen und das neue Kapitel geschrieben. Ein ganz großes Dankeschön an alle meine lieben Reviewschreiber. Ich finde euch einfach großartig :D.

Die Stimmen wollten nicht verstummen. Lily versuchte es mit allem Möglichen, doch in ihrem Kopf summte es wie in einem Bienenstock. Sie schob die Schuld auf den Schlüssel, doch sicher war sie sich nicht.

Im Moment saß sie auf den Zuschauerrängen des Quidditchstadions und sah dabei zu,
wie ihr Bruder Albus versuchte, die Aufmerksamkeit des Teams für sich zu
gewinnen. Es war hoffnungslos, selbst sie als Schwester wollte lieber lernen, als sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Ravenclaws schlagen konnte.

„Leute. Ich weiß, dass vor 2 Tagen die Prüfungen angefangen haben, aber wenn ihr erst jetzt anfangt zu lernen, bringt es das auch nicht mehr." Keiner blickte auf und Albus schüttelte resigniert den Kopf. „Wir könnten den Pokal verlieren. Die Slytherins haben die Ravenclaws gewinnen lassen, damit wir ja nicht den Pokal bekommen. Spornt euch das kein bisschen an?"

Lily versuchte sich auf ihr Kräuterkundebuch zu konzentrieren, doch wieder kristallisierte sich eine Stimme heraus: „Nicht mal meine eigene Schwester nimmt mich ernst." Sie blickte auf und sah, wie Albus sie musterte. Das passierte seit dem Ball immer, wenn sie sich konzentrierte. Eine Stimme wurde deutlich, die anderen verstummten. Verschämt schlug sie ihre Augenlider nieder und las im Kräuterkundebuch.

Am Ende des so genannten Trainings lief sie in Rekordgeschwindigkeit vom Platz und presste das Buch an sich. Sie versuchte das Gelernte zu wiederholen, doch in ihrem Kopf wimmelte es noch immer von Albus Gedanken.

Plötzlich spürte sie ein Tippen auf ihrer Schulter und drehte sich erschrocken um. Malfoy lächelte sie freundlich an. Als sie ihn eine Weile einfach nur verwirrt anstarrte, fragte er: „Freust du dich denn gar nicht mich zu sehen?"

„Doch schon, aber ich habe dich gar nicht kommen hören." Und das beunruhigte sie. Normalerweise schien es so zu sein, dass immer die Gedanken der am nächsten stehenden Person klarer waren, als die anderen, doch noch immer hörte sie Albus beim Planetenaufzählen zu. Sie kniff die Augen zusammen und schaute an Malfoy vorbei: Albus war noch knapp 20 Meter von ihnen entfernt. Erst Malfoy riss sie aus ihren Grübeleien.

„Hast du etwa Angst, dass uns jemand sieht?"

„Nein. Nein. Ich meine beim Ball war ja auch fast die ganze Schule da, insofern ist das schon okay. Solltest du nicht eigentlich beim Lernen sein?", erkundigte sie sich. Sie wanderten gemächlich in Richtung Schloss.

„Nein. Jeder kann sich schließlich mal eine Pause gönnen und heute ist ein derart schöner Tag, dass ich nicht den ganzen Tag drinnen verbringen wollte."

Während ihrem unangestrengten Geplauder wurden die Stimmen in Lilys Kopf wieder zu einem einheitlichen Summen.

„Was hältst du davon, wenn wir heute Nachmittag nach dem Essen gemeinsam lernen. Eventuell kann ich dir helfen."

„Klar, wieso nicht." Unterschwellig wusste sie, dass sie nicht nur wegen dem Lernen zusagte, denn das klappte in letzter Zeit sowieso nicht, sondern auch, weil sie sich brennend für seine Gedanken interessierte.

„Na dann bis nachher." Er winkte zum Abschied und verschwand im Gedränge.

Lily machte sich auf den Weg zur Großen Halle und blieb am Eingang wie angewurzelt stehen.

Sie konnte es nicht glauben, doch ein erleichtertes Lächeln machte sich auf ihrem
Gesicht breit, als sie sah, dass Marek und Natasha wieder miteinander redeten. In den letzten Wochen hatte Marek immer bei Gabrielle gesessen und Lily und Natasha kaum beachtet, doch nun saß er wieder auf seinem gewohnten Platz. Freudig ließ sich Lily auf ihren Platz gegenüber den Beiden nieder. Sie unterhielten sich gerade über den Lernstoff für die morgige Verwandlungsprüfung.

„Nun, für Lily dürfte das ja kein Problem sein, bei dem was sie mit dem Trinkpokal und der Kette angestellt hat. Aber für uns könnte es etwas schwieriger werden, was Natasha?" Er zwinkerte ihr zu und sie lächelte. Auf einmal trat Emilian von hinten heran und belud einen Teller mit etwas von dem Hühnchen, das in der Mitte auf einer Platte lag.

„Tut mir Leid.", sagte er achselzuckend, „bei uns gibt es nichts mehr." Als er wieder ging schien er scheinbar zufällig Natashas Arm zu streifen.

Marek sah ihm mit einem düsteren Blick hinterher. „Ich mag deinen neuen Freund nicht, Natasha. Er will dich sowieso nur ins Bett kriegen." Lily bemerkte, wie Natasha erstarrte.

„Weißt du, solche Typen wie er bringen nur Ärger. Vermutlich hat er hinter deinem Rücken noch ein Mädchen, das könnte ich mir bei ihm gut vorstellen. Er sieht irgendwie schon so unehrlich aus, findest du nicht auch Lily?", schnatterte Marek munter weiter. Lily sah Natasha förmlich an, wie ihre Wut immer größer wurde. „Und dann diese Augen, als würde er einen damit durchbohren. Das ist echt grauenhaft…"

„Halt den Mund.", knurrte Natasha nur und Marek blickte sie verwundert an, doch dann meinte er: „Mensch, Natasha ich hätte mehr von dir erwartet."

Und dann brach es aus Natasha heraus: „DU hast mehr von MIR erwartet? Wie kommst du überhaupt dazu, etwas von mir zu erwarten. Während du mit Gabrielle zusammen warst, hast du Lily und mich links liegen lassen. Dann findest du heraus, dass sie neben dir noch einen Typen hat, machst Schluss und kommst hier wieder an. Und wir nehmen dich auf, obwohl wir dich lieber zur Hölle schicken sollten, aber nein, wir sind freundlich. Und dann nimmst du dir das Recht heraus mein Verhalten zu bemängeln? Du kennst Emilian doch noch nicht einmal. Du kannst jemanden doch nicht aufgrund dämlicher Gerüchte verurteilen. Nein, Marek, der Einzige, der hier enttäuscht ist, bin ICH." Sie stand wutschnaubend auf, doch bevor sie ging zischte sie: „Außerdem, sind wir gar nicht zusammen." Sie rauschte davon und Lily schüttelte den Kopf. Sie konnte gar nicht wirklich fassen, was passiert war. Sie dachte daran, Natasha hinterher zu laufen, doch aus den Augenwinkeln sah sie, dass Emilian ihr zuvorkam. Sie musterte Marek, der offenbar gar nichts gelernt hatte, denn er sagte schlicht: „Emilian ist trotzdem kein guter Umgang für sie."

Lily sagte darauf schlicht: „Er macht sie glücklich." Dann stand sie auf und ging zum Eingang der Großen Halle, wo Malfoy bereits auf sie wartete. Erst nach und nach schien sich in der Großen Halle das allgemeine Geplauder wieder einzustellen.

Der See glitzerte im Sonnenlicht, während sie beide im Halbschatten vor demselben Stein von vor wenigen Tagen saßen. Malfoy hatte seine Utensilien im Gras vor sich ausgebreitet und brütete gerade über einer Sternenkarte, als Lily auffiel, dass das Summen leiser geworden war. Trotzdem konnte sie seine Gedanken nicht hören, auch wenn sie sich etwas weiter zu ihm beugte. Sie versuchte sich auf Kräuterkunde zu konzentrieren, doch sie war viel zu sehr damit beschäftigt, warum sie nicht wusste, was er dachte. Plötzlich kam der Geistesblitz: Vermutlich konnte sie die Gedanken von allen nicht mehr hören. Sie blickte auf die kleine Kette mit dem Schlüssel, der an ihrem Hals baumelte. Es irritierte sie, dass er ausgerechnet jetzt seine Wirkung zu verlieren schien, doch dann freute sie sich darüber und machte sich ans Lernen.

Doch ihre ganzen Vermutungen wurden über den Haufen geworfen, als sie vor dem Abendessen noch einmal in den Schlafsaal kam, um ihre Sachen in den Koffer zu legen und nach ihrem Lernzettel zu suchen. Sie bemerkte gar nicht, dass Natasha sich im Raum befand und fuhr erschrocken herum, als sie deren Gedanken hörte.

Sie regte sich offenbar immer noch über Marek auf.

„Hey Natasha. Geht es dir…gut?" ‚Was für eine blöde Frage' fuhr es ihr durch den Kopf – doch es waren nicht ihre Gedanken.

„Geht schon.", sprach Natasha aus.

„Kann ich etwas für dich tun?"

„Ja. Du kannst mir etwas zu essen bringen. Und einen neuen besten Freund." ‚Obwohl ich den schon gefunden habe – glaube ich.' Wieder hörte Lily Natashas Gedanken und fühlte sich schlecht. Es war falsch die Gedanken anderer zu lesen, doch sie konnte es nicht abschalten.

„Klar ich versuch dir was mitzubringen." Mit gesenktem Kopf ging sie zum Essen. Früher waren sie aufrichtig zueinander gewesen, jetzt schien es Lily als würde sich eine Mauer zwischen ihnen aufbauen. Sie erzählte nichts von Malfoy, Natasha nichts von Emilian. Sie nahm sich vor das zu ändern, aber heute war ein schlechter Tag für Freundschaften.

Am nächsten Morgen stand der erste Prüfungstag an und Lily machte sich große Sorgen darüber , ob sie ihr Wissen abrufen könnte, ohne ständig Natashas Gedanken zu hören. Denn wie immer saß diese direkt neben ihr. Prof. Longbottom teilte die Prüfungsbogen aus und teilte ihnen mit, dass sie eineinhalb Stunden Zeit hätten. Er wünschte ihnen viel Glück und empfahl ihnen nicht zu schummeln.

Lily konzentrierte sich auf die erste Frage: ‚Wonach wurden die Hüpfenden Giftpilze benannt?' Und hörte auch prompt Natashas Antwort: ‚ Nach ihrem Verhalten: Die Giftpilze springen ihre Opfer an und betäuben sie.' Lily hätte dieselbe Antwort gegeben, da es ungefähr genauso im Buch stand, doch sie formulierte es um. Es war wie Teamarbeit, denn manchmal hatte Lily die Antwort vor Natasha und manchmal war es andersherum. Doch es war eine einseitige Teamarbeit und so versuchte Lily irgendwann, Natasha
auszublenden, wodurch sie allerdings nur noch lauter wurde. Schließlich gab sie ihren komplett ausgefüllten Bogen ab und ging mit Natasha zum Essen.

An diesem Abend konnte Lily nicht einschlafen. Ihr schlechtes Gewissen wollte nicht ruhen. Und so beschloss sie mit Natasha reinen Tisch zu machen. Dass dies nicht ganz so einfach werden würde, wie sie sich das vorstellte, würde sie erst in den nächsten Tagen entdecken.

Ich schreibe ab jetzt immer in mein Profil, wann ich denke, dass das neue Kapitel kommt.