Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.

Gut, anstatt eure Reviews zu beantworten und dabei zu viel zu verraten, habe ich dieses Kapitel hier als Antwort geschrieben. Auch wenn es, wie ich ehrlich zugebe, nicht alle Fragen ausreichend beantworten kann. Dieses Kapitel entstand größtenteils unter dem Einfluss von Amy MacDonald und Schokolade. Jaja weiter unten greife ich mal wieder sehr tief in die Kitschkiste(vermutlich auch ein Einfluss von Amy MacDonald und Schokolade). Aber was soll's: Ich wollte Natashas und Emilians Geschichte erzählen und das tue ich hiermit. Ich hoffe euch allen gefällt's.

„Wieso?", wiederholte sie, doch Malfoy machte nicht den Eindruck, als würde er irgendetwas preisgeben. Er wandte sich ab, doch sie drehte ihn wieder zu sich und sah ihm in die Augen.

„Malfoy, wie kommt es, dass du den Schlüssel sehen kannst, während er für alle anderen unsichtbar ist?" Er schien mit sich selbst zu ringen, doch die Entscheidung wurde ihm fürs erste abgenommen, denn hinter sich hörten sie die durchdringende Stimme von Julia, der Theatergruppenleiterin.

„Lily, Scorpius. Euch beide hatte ich gesucht." Die beiden Angesprochenen drehten sich um und während Lilys Lächeln eher gezwungen war, war Scorpius die Erleichterung anzusehen.

„Ich war begeistert von euch.", sie kam mit einem Strahlen im Gesicht auf sie zu. „Und die anderen auch. Ich glaube, ihr habt die sonstigen Bewerber in tiefe Depressionen fallen lassen. Es war einfach brillant. Und jetzt ratet mal: Ihr beide habt den Job. Ich denke wir können viel mit euch machen. Schon alleine das Make-up wird toll. Blond und rothaarig. Ich sehe das Plakat förmlich vor mir." Lily wurde mit jeder Sekunde, die Julia mit ihrem Geplapper verschwendete, ungeduldiger. Sie musste wissen, wieso Malfoy ihr nichts sagen wollte. „Und gehe ich recht in der Annahme, dass ihr den Aushang am schwarzen Brett nicht gelesen habt? Da stand nämlich drauf, dass ihr die Rollen habt und dass HEUTE um 15 Uhr Probe ist. Und jetzt lasst mich mal nachsehen: Oh wir haben schon Viertel nach 3. Also meine Lieben kommt mit."

„Ähm Julia.", meldete sich Lily zu Wort. „Wir können nicht, wir müssen noch etwas besprechen."

„Nein, das müssen wir nicht.", warf Malfoy etwas zu schnell ein. Sie drehten sich zueinander um. Lily sah ihn wütend an, während sein Blick verschlossen war.

„Oh je, Beziehungsstress?", mischte sich Julia ein. „Ich kann das gut verstehen. Lasst euch Zeit."

Etwas verspätet rief Lily ihr hinterher: „Wir sind nicht zusammen." Malfoy drehte sich unterdessen um und verschwand schnellen Schrittes. Lily hetzte hinterher.

„Malfoy, wäre es so schlimm, wenn du es mir verraten würdest." Er wendete sich ihr zu und sah sie mit einem unfreundlichen Blick an.

„Lily, der Sinn und Zweck vom Weglaufen von einer Person ist, dass man nicht mit ihr reden muss."

„Tut mir Leid. Aber ich finde schon, dass wir das klären sollten."

„Na gut. Dann fang an." Sein Gesicht war nach wie vor unfreundlich und unter normalen Umständen hätte sie kehrtgemacht und ihn für den Rest ihres Lebens ignoriert, doch nun stellte sie erneut ihre Frage: „Wieso siehst du den Schlüssel?"

„Lily, denk doch mal nach. Es gibt für alles eine logische Erklärung."

Lily strich sich durch die Haare; eine Geste, die sie stets anwendete, wenn sie nachdachte.

„Komm schon, die Lösung ist so nahe liegend." Als Lily den Kopf schüttelte, fuhr er ärgerlich fort: „Was glaubst du, warum ich den Anhänger von deinem Handgelenk zu mir habe kommen lassen? Warum ich mich so für dich interessiert habe? Weil ich Lust hatte, eine Gryffindor zu ärgern?" Wenn er sie schon so fragte, schien das Sinn zu machen.

„Lily, wie hätte ich denn auf dich aufmerksam werden können?"

„Du hast auch einen." Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Er nickte und hatte einen erleichterten Gesichtsausdruck.

„Und wieso hast du es mir nicht einfach gesagt?"

„Jeder, der einen Schlüssel besitzt muss seine Geheimnisse selbst erkunden."

„Na gut, dann fange ich damit am Besten jetzt gleich an. Also: Wieso und woher kommen diese Schlüssel? Was haben sie für einen Zweck? Das mit dem Gedankenlesen und Herzen-Sehen, kann es ja irgendwie nicht gewesen sein, oder?" Sie hatte noch tausende Fragen, doch als sie Malfoys mildes Lächeln sah, hörte sie auf zu reden.

„Lass mich raten: ich muss das irgendwie alleine herausfinden." Sie war es leid, dass sie durch den Schlüssel so viele Probleme hatte. Die Stimmen verstummten nur in Malfoys Nähe und da konnte sie sich schließlich nicht ewig aufhalten.

„Na gut, dann nur noch eine Frage: Wieso hat dich der Schlüssel gerade auf mich gebracht?"

Er lachte. „Das würdest du wohl gerne wissen."

„Natürlich. Aber das werde ich vermutlich erfahren, wenn ich den anderen Rätseln auf die Spur gekommen bin, was? Hast du wenigstens einen Tipp für mich?" Sie sah ihn gespielt flehend an, denn sie wusste, dass er ihr nichts preisgeben würde.

„Nein, tut mir Leid, das kommt nicht in Frage. Und nun lass uns zur Probe gehen."

So ruhig Lily nach außen hin wirkte, war sie im Inneren lange nicht. Julia hatte ihnen den Text ausgeteilt, der, zu Lilys großer Überraschung, von Emilian stammte. Der saß neben Julia und achtete darauf, dass die Sätze auch genau so gesprochen wurden, wie sie sollten. Hauptsächlich jedoch kommunizierte er per Zeichensprache mit Natasha, die als Kammerfrau immer an Lilys Rockzipfel hängen musste. Es war ein ziemliches Chaos, denn die Mehrheit war neu und hatte keine Ahnung, wie sie gestikulieren mussten.

In dieser Nacht schlief sie traumlos. Sie hatte vor dem Schlafengehen den Schlüssel in ihren Koffer geräumt und damit ihre Gedanken zu ihm eingesperrt. Natürlich hörte sie trotzdem ihren Freundinnen im Schlafsaal bei deren Überlegungen zu, doch dies verstärkte den Effekt des Verdrängens nur noch.

Als sie nun am nächsten Morgen erwachte, stand neben ihr auf dem Nachtschrank ein Ölkännchen. Sie richtete sich augenblicklich auf und griff nach der Karte, die daran hing. Sie wollte sie sofort öffnen, doch dann atmete sie noch einmal tief ein und aus. Dann öffnete sie sie langsam und sah einen Text, in der ihr bereits bekannten Schrift. Diesmal war er länger als ein Satz:

Ich weiß, dass du auf der Suche nach mir bist. Viele sind das. Doch nur wenige finden mich. Die Antworten auf deine Fragen werden nicht von alleine kommen. Also beginne mit dem Erforschen deiner Umgebung.

Ihr war zum Schreien zumute, so unzufrieden war sie mit dem Geschriebenen. Das nützte ihr gar nichts und die einzige Nachforschung, die sie heute machen würde, war die in ihrem Gehirn nach den Zaubersprüchen von Verwandlung.

„Oh, erzähl es bitte noch einmal, das ist so romantisch.", bettelte Emma, nach der Prüfung. Sie saßen alle auf Lilys und Natashas Betten verteilt im Schlafsaal und lauschten Natashas Stimme.

„Soo toll ist die Geschichte nun auch nicht.", hielt Natasha dagegen.

„Sie weiß einfach nicht, was sie an Emilian hat.", meinte Megan in einem tadelnden Ton.

„Mir ist durchaus bewusst, dass er wundervoll ist."

„Nun, dann erzähl es uns noch einmal und wir versprechen dir, dass wir dich dann zum Essen gehen lassen."

„Na gut, wenn ihr meint. Noch einmal von Anfang an?" Als die anderen Mädchen nickten, seufzte sie.

„Ich war absolut entsetzt, als ich erfuhr, dass Emilian mein Tanzpartner würde. Ich meine, ihr kennt ja die Gerüchte. Doch er war überraschend nett, zwar sah man ihm an, dass er lieber mit jemand anderem getanzt hätte, aber so ist das Leben. Er fragte mich also, ob ich so etwas schon früher gemacht hätte. Und ich antwortete wahrheitsgemäß mit Nein. Und ihr kennt doch sicher diese Situationen, wo man aus Höflichkeit das Gespräch nicht abbrechen lassen will und deswegen fragte ich ihn ebenfalls. Er eröffnete mir daraufhin erst einmal, was er schon für Auszeichnungen bekommen hatte und daraufhin hielt ich ihn für eingebildet. Ich war todunglücklich, dass ich gerade den Aufreißer der Schule erwischt hatte, aber ich blieb bei ihm, schließlich konnte er mir das Tanzen beibringen. Und ich sage es euch: es war himmlisch. Im Gegensatz zu Lily, die mit Christopher über das Parkett trampelte, wie ein Elefant im Porzellanladen, schwebte ich in seinen Armen über die Tanzfläche und ich muss sagen: ab der zweiten Stunde begann ich es zu genießen." Bei der Erinnerung an Emilians Tanzkünste huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.

„Jedenfalls wünschte ich ihm beim Spiel viel Glück, aber nur aus Selbstsucht, schließlich durfte er sich das Bein nicht brechen, mit wem hätte ich denn dann tanzen müssen. Er hat mich dann so komisch angesehen, als würde er mich zum ersten Mal wahrnehmen und wie er mir gestanden hat, war es auch so. Und ab da ging alles im Schnelldurchlauf. Jedes Mal, wenn er mich irgendwo alleine sah, fing er mich ab und tanzte mit mir, weil ich nur dann richtig bereit war, ihm etwas über mich zu erzählen. Und ich verstehe bis heute nicht, wie sich jemand für meine Hobbys interessieren konnte. Und dann eines Tages ging es bei unserem Gespräch um Körpersprache und ich meinte, dass Frauen die besser entziffern können, als Männer und er meinte daraufhin: „Ach tatsächlich? Dann verrate mir mal, was mein Körper dir zu sagen versucht." Mein Kopf war nur Zentimeter von seinem entfernt und seine Körpersprache war unmissverständlich. Mein Herz klopfte so stark, dass ich dachte, es würde jeden Augenblick zerspringen oder dass er es wenigstens hören würde. Aber nichts dergleichen. Ich traute mich nicht zu antworten, sondern schüttelte nur den Kopf. Daraufhin fragte er mit einem Lächeln: „Soll ich es dir verraten?" Aber natürlich ließ er sich keine Zeit, meine Reaktion abzuwarten und küsste mich einfach. Und seitdem treffen wir uns. Und manchmal bringt er mir kleine Geschenke mit oder fordert mich zum Tanzen auf." Ein glückliches Seufzen entfuhr den Mädchen.

Während des Essens ging Lily kurz zur Toilette, und als sie auf dem Weg zur Großen Halle war, begegnete sie Emilian. Er stand vor der weit geöffneten Tür und sah Natasha gedankenverloren an. Diese hatte sich vor einer halben Stunde wieder mit Marek versöhnt, natürlich waren die Verhandlungen nicht ganz sachte gewesen, doch als sie sich darauf geeinigt hatten, den Namen Emilian nicht mehr zu erwähnen, war es fast wie früher. Lily stellte sich neben Emilian und blickte in die gleiche Richtung. Natasha lachte gerade über einen von Mareks Witzen und sah völlig losgelöst und glücklich aus.

„Er ist ein guter Freund von ihr. Es war notwendig, dass sie sich wieder vertragen.", sagte sie.

„Sie hat mir von ihren Gefühlen für ihn erzählt. Deswegen war sie so interessant für mich. Sie mochte mich nicht und war verliebt in einen anderen. Das erste konnte ich ändern, aber das zweite offenbar nicht."

„Aber Emilian, das stimmt nicht." Sie stellte sich vor ihn und blickte ihm in die Augen. „Sie mag dich unheimlich gerne, auch wenn sie es nicht weiß." Damit stellte sie sich wieder an ihren Platz und sie beobachteten gemeinsam, wie Natasha mit ihren Freunden lachte.

*****

Eine mehr oder weniger kleine Reviewantwort:

Zum Unterrichtsstoff: Ich bin ganz ehrlich, es stimmt, dass die Schüler/innen Dinge lernen, die Harry erst später beigebracht wurden. Aber dazu muss man sagen, dass ja Lehrpläne auch geändert werden können. Und: Man wächst an seinen Herausforderungen.

Warum sich Natasha so verhält, wie sie sich verhält: Sie mag Lily vielleicht sagen, dass es ihr nichts ausmacht mit Emilian einfach nur „rumzuknutschen", doch in Wirklichkeit ist es natürlich anders. Der Altersunterschied zwischen den beiden beträgt ungefähr 2,5 bis 3 Jahre. In einem Alter von 13 ist das einschüchternd und Natasha ist sowieso nicht die Selbstbewussteste. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie redet sich ein, dass es ihr nichts ausmachen würde, wenn Emilian eine andere neben ihr haben würde, doch natürlich empfindet sie etwas für ihn. Wie auch nicht? Sie verbringt viel Zeit mit ihm und er ist für sie sozusagen der erste feste Freund, doch aufgrund der Selbstzweifel, dass sie uninteressant sei und auch nicht die größte Schönheit von Hogwarts, kommt es, dass sie beschlossen hat, ihre Gefühle zu verstecken, um so den Schmerz auszusperren, den ein Betrug von Emilian mit sich bringen würde. Ich hoffe jetzt ist es etwas klarer :D