2. Kapitel - Ankunft im Bahnhof


„bla, bla, bla." Gesprochene Worte

# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung


Übergang aus dem vorherigen Kapitel:

… „Ron, jetzt beruhige dich doch erst einmal!" fuhr ihn Hermine an.

Als Ron sich sichtlich beruhigt hatte fuhr Hermine fort: „Denke doch mal nach. Heute hast du ihn quasi auf dem Fuchsbau ausgeladen…", und zu Ginny gewandt, „und du hast ihm doch deutlich zu erkennen gegeben, das da von deiner Seite wirklich nicht viel war!"

Nun nickten alle, selbst Luna und Neville, dann fuhr Hermine fort: „Seid froh, das er nichts davon bemerkt hat, wie wir eigentlich die ganze Zeit wirklich zu ihm gestanden haben, oder besser wie wir ehrlicher Weise eigentlich zu ihm stehen mussten!"

„Stimmt!" meldete sich nun Ron wesentlich ruhiger zu Wort, „und gut, dass er das größte Geheimnis überhaut noch nicht einmal ahnt!"

„Das wird für die gesamte Zaubererwelt eine riesige Überraschung werden, wen das bekannt wird. Besonders für Voldemort!" fasste nun Luna zusammen.

Alle saßen da und nickten zustimmend.


Harry war wieder eingeschlafen, da sie ja noch einige stunden unterwegs waren.

„Severus ... „
Dieser Laut jagte Harry mehr Angst ein als alles, was er den ganzen Abend über erlebt hatte. Es war das erste Mal, dass Dumbledore flehte.

Snape sagte nichts, sondern trat vor und stieß Malfoy grob aus dem Weg. Die drei Todesser wichen wortlos zurück. Selbst der Werwolf wirkte eingeschüchtert.

Snape starrte Dumbledore einen Moment lang an, und Abscheu und Hass zeichneten sich auf den harten Zügen seines Gesichts ab.

„Severus ... bitte ..."

Snape hob seinen Zauberstab und richtete ihn direkt auf Dumbledore.

„Avada Kedavra!"

Ein Strahl grünen Lichts schoss aus der Spitze von Snapes Zauberstab und traf Dumbledore mitten in die Brust. Harrys Entsetzensschrei kam nie über seine Lippen; er war gezwungen, stumm und reglos mit anzusehen, wie Dumbledore in die Luft geschleudert wurde: Für den Bruchteil einer Sekunde schien er unter dem leuchtenden Totenkopf in der Schwebe zu bleiben, dann fiel er langsam, wie eine große Stoffpuppe, rücklings über die Zinnen.
Dumbledore fiel, doch seine Lippen schienen den Namen Harry formen zu wollen.

Harry erwachte mit einem Schrei auf den Lippen aus diesem Albtraum. Er konnte und mehr noch er wollte nicht mehr einschlafen.

Doch nach einigen Minuten übermannte ihn die Müdigkeit und er schlief wieder ein. Diesmal handelte sein Traum vom Kampf zwischen Sirius und Bellatrix und natürlich dem Tod von seinem Paten.

Kurz darauf erwachte er verschwitzt. Nun endlich schlief er endgültig nicht mehr ein. Er hatte auch keine Lust mehr, um sich dann wieder an irgendetwas Unangenehmes zu erinnern.

Nach einigen Stunden schließlich erreichten sie schließlich die Vororte von London. So wurden nun alle Schüler darauf hingewiesen, sich auf die Ankunft vor zu bereiten, da sie in wenigen Minuten ihr Ziel erreichen würden.

Harry hatte alles schon vorbereitet und dachte im Grauen an die kommenden Wochen bei den Dursleys.

Er fragte sich, welche Schikanen sich die Dursleys diesmal ausgedacht hatten, um ihm das Leben wieder zu versauen.

Nun sah er die ersten Häuser am Fenster vorbei ziehen. Langsam erkannte er die Gegend und ihm wurde bewusst, das dies seine vorletzte Rückfahrt von Hogwarts war, vielleicht sogar schon seine letzte. Langsam fuhr der Hogwartsexpress in den Londoner Bahnhof ein und kam schließlich zu stehen.

Harry stand auf, nahm seine Koffer, den Käfig mit Hedwig und schaute sich dann nochmals im Abteil um, ob er nichts vergessen hätte. Als er nichts mehr fand, öffnete er die Abteiltür und trat hinaus.

Da auf einmal hörte er laute Rufe, angstvolle Schreie und bemerkte eine allgemeine Hektik, die sich überall breit machte.

Harry, der ja gerade gemütlich das Abteil mit seinen Koffern verlassen wollte, hatte alles außer seinem Zauberstab fallen gelassen und war schließlich aus dem Zug heraus gerannt und versuchte die Richtung, aus der die Schreie kamen, auszumachen, als auch schon ein erneuter Schrei ertönte. Nun wusste er die Richtung und machte sich auf den Weg. Nach einigen Augenblicken traf er schließlich auf eine größere Ansammlung von Zauberern.

Dort stand eine Gruppe von acht, in schwarze Roben gekleidete, Zauberer und umzingelten drei andere Zauberer und Hexen. Harry wusste sofort dass es sich um Todesser handeln musste und beschloss erst mal zu horchen was sie sagten.

„Dafür, dass ihr die Freunde von Potter seid, werdet ihr zahlen. Niemand widersetzt sich dem Wunsch des dunklen Lords. Vor allem von dir Schlammblut hätte ich das nicht gedacht." Zischte die Stimme eines Todessers, den Harry sofort als Lucius Malfoy erkannte.

Aber was hatte das mit Hermine auf sich? Was wollten sie von ihr, er war doch auch hier im Zug? Warum suchten sie ihn nicht?

„Und ihr beiden Blutsverräter? Ihr dreckigen Weasleys verratet die reinblütigen Zauberer und zieht so den Namen Weasley in den Dreck, obwohl der noch nie etwas bedeutet hatte. Und dann auch noch die kleine Lovegood und der tollpatschige Longbottom. Ihr seid nicht würdig, Zauberer zu sein und für den Verrat an uns werdet ihr sterben!" Sagte Malfoy gefährlich leise.

Dan wandte er sich an einen weiteren Todesser: „So du willst dich uns also anschließen. Dann beweise uns, dass du zu uns gehörst. Töte die unwürdigen…"

Harry beschloss nun einzugreifen. Er hätte zwar nie gedacht, das er seinen „alten Freunden" so schnell noch mal helfen müsste und würde, doch anscheinend hatten die Todesser sich die fünf ausgesucht, da sie sich gegen Voldemort gestellt hatten und waren somit so zusagen immer noch seine, Harrys, Verbündete, ob sie wollten oder nicht.

Leise nahm er seinen Zauberstab in die Hand und legte auf Malfoy an. Das letzte Mal als er das versucht hatte, hatte es geklappt, also hoffte er dass es auch diesmal klappen würde. Er visierte den Todesser an und schickte ihm einen Stupor entgegen. Noch während Malfoy fiel visierte er den nächsten an, der sein Gesellenstück machen sollte und fesselte ihn mit einem „Petrificus Totalus".

So leise er konnte rannt er, nun auf die restlichen Todesser zu. Seine „alten Freunde" waren immer noch starr vor Schreck.

Dann schrie einer der weiteren Todesser mit einer für ihn bekannten Stimme: „Ihr werdet eurer gerechten Strafen nicht entgehen, sterbt!"

Dann zielte der Todesser auf Ginny und rief er den bekannten Fluch „Avada ke…."

Aber noch schneller und ohne zu überlegen, nur um Ginny zu retten schrie nun Harry selbst mit sich überschlagender Stimme: „Reductor maximus", ein verstärkter Knüppelfluch, den er in einem der Bücher zufälliger Weise gefunden hatte.

Der Todesser schrie auf und wurde mit einer unheimlichen Wucht gegen eine Säule katapultiert und blieb regungslos liegen.

Alarmiert durch den Lärm kamen nun auch viele Erwachsenen unter anderem die Eltern der Weasleys und Remus und Tonks, sowie Mad Eye Moody. Auch hoben die restlichen Schüler ihre Stäbe in die Richtung der Todesser. Diese Disapparierten aber, nicht ohne Malfoy mit zu nehmen. Lediglich zwei Todesser blieben liegen.

Auf diesen Moment hatte Harry gewartet. Er stürmte nun auf Ginny zu und fragte ganz aufgeregt: „Wie geht es dir? Alles in Ordnung? Sag doch was."

Dean stellte sich demonstrativ zwischen Harry und Ginny und sagte mit zorniger Stimme: „Potter misch dich nicht ein, die Auroren hätten uns viel besser gerettet. Du willst dich doch bloß wieder in den Vordergrund spielen. Hau ab, wir brauchen dich nicht."

Stirnrunzelnd beobachtete das Remus und Tonks. Die Weasley-Eltern betrachteten Harry weniger und schauten nur besorgt in Richtung ihrer Kinder.

Remus sprach dann: „Harry gut gemacht. Du hast wieder einmal schnell und überlegt gehandelt. Dein verstärkter Knüppelzauber kam zur rechten Zeit!"

Auch Tonks mischte sich nun ein und sagte bestätigend: „Richtig und hättest du nicht so schnell reagiert, wäre zumindest eine hier nun tot. Niemand von uns Auroren oder den Erwachsenen war nahe genug, um ein zu greifen!"

Derweil war Mad Eye Moody auf den gefesselten Todesser zugegangen. Er riss ihm die Maske vom Gesicht und grummelte nur: „Wen haben wir den da. Das ist doch Nott, einer der Frischlinge, der aber bereits nachweislich mehrere Menschen bereits ermordet. Da freut sich doch Askaban auf einen neuen Hausgast."

Dann ging Moody auf den nächsten Todesser zu und bevor er ihm die Maske abnahm stellte er trocken fest: „Der ist erledigt. Der hat sich sein Genick gebrochen, als er gegen die Wand geknallt ist. Für den brauchen wir kein Zimmer in…" Dann verstummte er, da er dem Todesser nun auch die Maske von Gesicht gezogen hatte und schaute sich entsetzt um.

Zuerst schaute er erstaunt zu Harry, um dann schnell die Maske wieder aus das Gesicht des Todessers zu legen.

Alle hatten das komische Verhalten und die Überraschung bemerkt, als auch schon Molly Weasley fragte: „Und wen haben wir denn da?"

Moody blieb still und schüttelte nur seinen Kopf. Artur Weasley beugte sich nur zu dem toten Todesser herab und nahm ihm die Maske vom Gesicht, bevor Moody auch nur irgendetwas dagegen tun konnte. Dann schrie Mr. Weasley nur auf: „Das darf nicht war sein? Das kann nicht sein? Oh Merlin…", dann brach er in Tränen aus.

Ungläubig schauten besonders die Weasleys, aber auch Hermine, Luna, Dean und Neville, was Mr. Weasley so entsetzt und erschreckt hatte. Als sie erkannten wer sich unter der Todessermaske verborgen hatte erhob sich ein Aufschrei des Entsetzens. Der von Harry versehentlich getötete Todesser war niemand anderes als Percy Weasley, ehemaliger Schulsprecher von Hogwarts und Bruder von Ron und Ginny.

Als Harry erkannte, wer durch seinen Fluch ums Leben gekommen war, machte sich in ihm unendliche Trauer breit. Das hatte er nicht gewollt. Er hatte nicht vor gehabt überhaupt jemanden zu ermorden. Und schon gar nicht jemanden, den er kannte. Und das es dann auch noch der Bruder von seiner „Ex-Freundin" und seines „besten Freundes" war brachte das Fass zum überlaufen. Haltlos heulend brach er zusammen, als er realisierte…

Langsam gingen die anderen zu Mr. Weasley und einer nach dem anderen brach in Tränen aus. Remus und Tonks schauten völlig überrascht und gingen dann ebenfalls zu dem zweiten Todesser.

Während dessen beugte sich Mad Eye Moody zu Harry herunter und sagte: „Es ist tragisch, aber du hattest keine andere Wahl. Entweder er oder deine Freunde. Und du hast ihn ja nicht gezwungen, Todesser zu werden oder seine eigene Familie an zu greifen. Hättest du es gewusst, währe durch dein Zögern vielleicht sogar mehrere andere gestorben. Verluste gibt es in jedem Krieg!"

Harrys Versand konnte dem zwar folgen, aber sein Herz und sein Charakter wehrten sich dagegen, diese Tatsache zu akzeptieren.

Es wurde noch schlimmer, als er bemerkte, wie herzzerreißend Molly Weasley nun am weinen war. Dann hatte er sich endlich erhoben und stand mit Tränen in den Augen da und wartete auf die Reaktionen der anderen.

Remus und Tonks, die nun zwischenzeitlich ebenfalls erkannt hatten, um wem es sich bei dem Toten handelte, waren ebenfalls zu tiefst geschockt.

Remus nahm Harry in den Arm und sagte: „Ich kann es nicht verstehen, wenn der Krieg Familien auseinander reist."

„Stimmt", mischte sich nun auch Tonks mit ein, „es ist eine Schande, wie man sich aus Geltungssucht gegen seine eigenen Familie stellt, das hatte er bereits bei der Quidditch-Weltmeisterschaft gemacht. Aber jetzt auch noch zu versuchen, seine eigenen Familie zu ermorden. Ich kann es gar nicht fassen. Wie tief muss man sinken, um zu so etwas fähig zu sein?" flüsterte Tonks.

Doch was jetzt kam schockte Tonks und Remus und natürlich ganz besonders Harry. Ron rannte auf sie zu und schlug mit voller Wucht auf Harry ein und schrie: „Du elender Bastard, du hast meinen Bruder ermordet. Du hast doch alles. Aber bist wohl neidisch, weil ich Brüder habe. Bringst du jetzt nach und nach alle um?"

Hermine schüttelte den Kopf, zog so gut es ging Ron von Harry weg, der zuvor schon direkt von Tonks weg geschubst worden war und sagte: „Das hätte ich jetzt nicht von dir geglaubt, Einen ehemaligen Schulkameraden um zu bringen, ging das nicht anders?"

Luna schaute ihn nachdenklich an, aber Neville spukte vor ihm aus: „Und ich dachte, das gerade du nicht solch ein gedankenloser Mörder bist. Aber du scheinst ja offensichtlich fast so wie Du-weißt-schon-wer zu werden und auf nichts und niemand mehr Rücksicht zu nehmen!"

Ginny aber war am krassesten. Sie schrie ihn an, während sie ihm am Kragen schüttelte: „Ist das deine Rache, nur das ich jetzt mit Dean zusammen bin? Warum rächst du dich denn nicht an mir, sondern an meinem Bruder!" Damit gab sie ihm eine schallende Ohrfeige und drehte sich weg.

Dean rief, während er sich mit Ginny von Harry wegdrehte: „Und werde ich nun dein nächstes Opfer werden?"

Das war nun zu viel für Remus und Tonks. Tonks wurde nun selber laut: „Ihr habt scheinbar übersehen, das Harry euch alle gerettet hat. Ohne Harry wäre mindestens du Ginny ermordet worden, wahrscheinlich aber noch mehrere von Euch. Ohne das schnelle Eingreifen seitens Harry wäre euch viel Schlimmes passiert!"

Remus hielt noch immer Harrys Schulter, als er sich nun mit den Worten einmischte: „Und schließlich war es eurer Bruder, Percy, der zum Todesser wurde, die Maske aufzog und er war es, der versuchte seine Familie um zu bringen! Das solltet ihr erst einmal bedenken, bevor ihr denjenigen angreift, der euch zu wiederholten Male gerettet hat. Eurer Verhalten ist eine Schande!"

Auch Mad Eye Moody brummte: „Kaum ein Auror hätte euch so gut schützen können. Und eben wäre niemand da gewesen, euch zu schützen. Ich kann euch nicht verstehen. Ich selber hätte diesen Todesser auch umgebracht, wenn ich gewusst hätte wer es war!"

Zwischenzeitlich hatte sich Mr. Weasley erhoben und sagte mit gebrochener Stimme: „Ich habe es auch gesehen. Harry hat euch tatsächlich gerettet. Aber er hat auch meinen Sohn umgebracht. Ich möchte dich, Harry vorerst nicht mehr in meinem Haus sehen!"

Nun stellte sich auch Molly Weasley vor Harry und schluchzte: „Ich dachte du wärst so etwas wie mein Sohn. Jetzt aber hast du meinen eigenen Sohn, quasi deinen Bruder ermordet. Ich will dich niemals wieder in meinem Haus sehen. Geh mir aus den Augen!"

Harry, der überhaupt nicht mehr verstand, was das alles sollte, schüttelte nur verständnislos seinen Kopf. Ihm liefen die Tränen das Gesicht entlang und er wäre wieder zusammen gebrochen, wenn ihn Tonks und Remus nicht unter die Arme gegriffen hätten.

Sie verschwanden mit ihm erst einmal wieder in den Hogwartsexpress und gingen zusammen in sein Abteil, wo auch noch seine Sachen zurück gelassen waren.

Nach einer halben Stunde hatte sich Harry soweit beruhigt, dass sie mit ihm den Zug nun verließen. Sie gingen mit ihm gemeinsam durch die Absperrung und trafen nach einigem Zögern auf die Dursleys.

Remus trat ihnen gegenüber und sagte: „So hier ist nun Harry, der wieder die Sommerferien bei ihnen verbringen soll. Wir kommen ihn dann spätestens an seinem Geburtstag abholen!"

Vernon grunzte nur etwas Unverständliches in seinen Bart. Er schubste Harry in Richtung Ausgang des Bahnhofs und verschwand mit seiner Familie.

Remus und Tonks schauten unglücklich und auch ein wenig Gedankenverloren hinter Harry her. Dann drehten sie sich um, gingen wieder durch die Absperrung um weitere Spuren zu suchen und die Reste des Angriffs zu beseitigen.