5. Kapitel - Demütigungen und Misshandlungen von Harry


„bla, bla, bla." Gesprochene Worte

# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung

‚ bla, bla, bla.' Nachdenken


Übergang aus dem vorherigen Kapitel:

Angriff auf den Grimauldplatz durch Todesser!

Das ist ein Affront gegen das Ministerium! Anscheinend sollte der Orden des Phönix, die Gruppe tapferer Unterstützer des Ministeriums, ein für alle Mal vernichtet werden.

Wie wir erfahren hatten war der Grimauldplatz Nr. 12 das Hauptquartier des Phönixordens. Ungefähr 100 Todesser waren erschienen, um das Haus und den Orden vollständig zu vernichten. Glücklicher Weise war dieser Angriff nahezu ein Schlag ins Wasser. Es fand offensichtlich kein Treffen statt und nur zwei Zauberer sind dabei ums Leben gekommen. Bei den Toten handelte es sich um den Wehrwolf Remus Lupin und die junge Nachwuchs Aurorin Nymphodora Tonks.

Den Untersuchungen zu Folge kamen die beiden ums Leben, als das Haus mit einer gewaltigen Welle von Explosionszaubern dem Erdboden gleich gemacht wurde. Um den Wehrwolf, ein Wesen der dunklen Seite ist es nicht schade. Mehr schon um die Nachwuchs Aurorin tut es uns leid. Aber wie man sehen kann, ist falscher Umgang leicht schädlich!

Ihr Chef-Redakteur

M. Orion

Tagesprophet

Erst Entsetzen und dann immer größer werdende Trauer machte sich in Harry breit, als er sich klar wurde, dass nun auch noch Remus und Tonks ganz offensichtlich tot waren.

Erst rannte er heulend raus und einfach planlos in der Gegend herum, bist er von einer Person, von ihm unbemerkt an der Schulter gerüttelt wurde. Es war Mad Eye Moody, der dann sagte: „Du bist außerhalb des Blutschutzes ich bring dich zurück!"

Willenlos ließ er sich zurück in den Lingusterweg bringen und ging immer noch leise heulend zurück in sein winziges Zimmer.

Die Nacht war schlimmer als alle bisherigen. Nun waren auch noch Remus und Tonks Tod Bestandteil seiner Alpträume.


Es dauerte nicht lange und er wachte verschwitzt und zitternd mitten in der Nacht auf. Kurz darauf polterte etwas durch das Haus und bevor er sich umsah, war sein Onkel über ihn gekommen und hatte ihn wieder bewusstlos geprügelt.

Diese Ohnmacht war regelrecht eine Erlösung. So träumte er wenigstens nicht mehr. Krum und lahm wachte er am nächsten Morgen wieder auf, um sich direkt an die schockierende Nachricht des letzten Tages zu erinnern.

Trotz all dem erwachte er noch in der Nacht. Er hatte Angst wieder ein zu schlafen, also nahm er sich erst einmal einen Schluck des Heiltranks und dann noch einen Schluck des Nahrungstranks. Dann versuchte er sich zu beruhigen. Das gelang zwar nur bedingt, aber er schaffte es doch einige klare Gedanken zu fassen.

‚Alle, aber auch wirklich alle, die mir helfen wollen sterben. Und ich bin scheinbar der einzige auf der Welt, der diesen Arsch töten kann. Vielleicht sollte ich mich umbringen, aber dann wären alle umsonst gestorben. Mum, Dad, Sirius, mein Pate, meine Freunde Remus und Tonks, Professor Dumbledore und Cedric… Nein, es reicht! So geht es nicht weiter. Dieses Schwein und seine Komplizen müssen leiden. So viel wie möglich von denen sollte sterben. Ich werde jetzt dafür kämpfen, dass dieser Abschaum stirbt. Also muss ich am besten auch die unverzeilichen Flüche lernen. Und apparieren und vielleicht sollte ich mir auch Waffen besorgen…'

Er machte sich noch mehr solcher Gedanken, dann aber stellte er sich das Buch über stablose Magie und das über stille Magie vor und sie erschienen auch prompt.

Er begann in dem Buch über stablose Magie zu lesen. Etwas verwundert stellte er fest, das dieses Buch nicht gedruckt war, sondern scheinbar ein handschriftlich verfasstes Buch, also offensichtlich ein Unikat war, obwohl ihm nicht danach war musste er doch leicht schmunzeln. Wahrscheinlich die gesammelten Werke der Marauder. Dann begann er zu lesen und war schnell begeistert. Dort wurden besonders die Grundlagen sehr gut beschrieben.

‚Der wichtigste Punkt bei der stablosen Magie ist, das man sich von seinem Fokus gefühlsmäßig trennt. Denn der Zauberstab ist eigentlich nur eine Spitze, wie zum Beispiel ein Trichterende. Die eigentliche Magie kommt vom gesamten Körper des Zauberers. Sie wird dann im Zauberstab und schlussendlich in der Spitze des Zauberstabes gebündelt und dann als Strahl verschickt. Ohne Zauberstab und ohne die entsprechende Konzentration verschickt der gesamte Körper ungefiltert und ungesteuert seine Energie überall hin. Damit ist die Konzentration überall gleich gering, auch wenn sie vielleicht sogar sehr groß ist. Somit ist das eigentliche Ziel, sich seinen Körper oder besser gesagt einzelne Stellen des Körpers, wie zum Beispiel ein einzelner Finger oder auch die Augen oder den Mund als Focus ein zu setzen.'

Jetzt wurde, nur mit ein paar wenigen Sätzen in dem Buch, Harry bewusst, wie die wichtigsten Elemente der gesamten Zauberei eigentlich vor sich gingen. Er las dann sehr interessiert weiter.

‚Bei genügend Kraft und Konzentration ist man auch in der Lage mehrere Fokusse gleichzeitig zu nutzen. Merlin soll sogar in der Lage gewesen sein, gleichzeitig aus beiden Zeigefingern und aus beiden Augen Zauber ab zu geben. Das erfordert aber sehr viel Übung und Konzentration.'

Harry wurde immer gespannter. Er las dann direkt weiter.

‚Hilfreich sind einige Zauber, die mittels Zauberstab zwar nicht funktionieren, sehr wohl aber mittels stiller Magie. Einer der leichtesten, mit dem verblüffenden Ergebnis aber ist der Spruch: Transportare! Er entspricht dem Accio Zauber ist aber ungleich wirkungsvoller. Man kann mit diesem Spruch den Gegenstand derart steuern, dass man seine Geschwindigkeit und auch die Flugrichtung bestimmen kann. Des Weiteren sind die Gegenstände wenn sie einmal über den Spruch Transportare bewegt wurden nicht mehr zu stoppen. Weder durch Schilde noch durch Zauber, noch nicht einmal levitierte Gegenstände können das stoppen. So kann zum Beispiel ein aufgerufenes Messer dann durch den härtesten Granit gleiten und es stoppt erst an der Stelle, an der der Zauberer das möchte. Daher ist dieser Zauber auch mit Bedacht aus zu führen. Besonders soll darauf hingewiesen werden, das dieser Spruch, wenn er mit stiller Magie gesprochen wird, dafür ist am Besten das Buch stille Magie von Rovenna Ravenclaw zu empfehlen!'

Nun war Harry geschockt. Zitternd nahm er das Buch über die stille Magie und schaute auf den Buchrücken. Und tatsächlich stand dort: „Stille Magie von Rovenna Ravenclaw!" Jetzt wurde Harry noch unsicherer oder eher nervöser und nahm das Buch über die stablose Magie. Der Schock war nun riesengroß, als er auf dem Einband las: „Stablose Magie von Sir Godric Gryffindor!" Schwer atmend und staunend legte er erst einmal die beiden Bücher zur Seite.

‚Woher hatten den Remus und Tonks diese beiden Bücher. Die müssen doch ein Vermögen wert sein?' fragte sich Harry.

Er nahm sich das Buch über die stille Magie und begann darin zu lesen. Diesmal war es eine andere, typisch weibliche Schrift, mit der das Thema dort beschrieben wurde. Auch hier war die Einführung, wie es Harry erschien, das wichtigste, um das Thema schnell zu verstehen.

‚Viele Zauberer sind der irrigen Meinung, das Zaubersprüche und Flüche, je lauter sie gesprochen werden, umso wirkungsvoller wären sie. Das stimmt so überhaupt nicht. Der Wille und das Gefühl sind entscheidend. So ist es nicht verwunderlich, das die wenigsten Zauberer stille Magie überhaupt wenn auch nur in den einfachsten Fällen, beherrschen. Der Fehler liegt daran, dass man sich den Zauberspruch vorstellen muss und nicht in Gedanken oder wie irriger Weise angenommen, still, gesprochen werden muss. Man muss sich den Spruch vorstellen. Am Besten kann man das damit erklären, wie auch so viele Fehler beim Apparieren machen. Die aller meisten Zauberer und Hexen stellen sich vor, das beim Apparieren der Kopf, der Körper, die Beine und Füße, die Arme und Hände, die Kleidung und der Zauberstab und alles was sie dabei haben von dem einen Ort zu dem anderen Ort transportiert werden müssen. Daher gibt es auch immer wieder Fälle von zersplintern. Und die aller meisten Zauberer müssen sich wahnsinnig konzentrieren und anstrengen, um von A nach B zu gelangen. Wenn man sich aber einfach vorstellt an einem bestimmten Ort zu sein, man meint ja sowieso mit allem wie man gerade da steht, und dann bei dieser Vorstellung „Apparo" denkt, dann ist man auch sofort und problemlos am gewünschten Ort.'

Harry war voll auf begeistert. Wenn das wirklich so einfach war, dann würde er die schnellsten Fortschritte machen. Er las noch weiter.

‚Wenn der geneigte Leser nun von meinem lieben Kollegen auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde, dann sollten wir doch den Spruch „Transportare" nutzen, da damit die schnellsten Erfolge zu erzielen sind. Also einfach einen Gegenstand erst einmal anschauen und dann sich vorstellen, wie er langsam in die Hand transportiert wird. Wer auch immer das gerade liest, und erst die Einleitung von Godric gelesen hat, sollte dies nun einmal probieren.'

Nun war ein Absatz und Harry legte beide Bücher vorsichtig zur Seite schaute sein Kopfkissen an und streckte seine Hand auch und dachte „Transportare". Und wirklich, das Kissen hatte ein wenig geruckelt. Er versuchte es mehrere Male, aber mehr als ein wenig Zucken war nicht zu erkennen. Gefrustet nahm er das Buch wieder zur Hand.

‚Nicht nachgeben, wenn es nicht geklappt hat. Optimal wäre, wen wenigstens eine kleine Bewegung zu erkennen gewesen wäre. Dann haben sie nur vergessen den Spruch nicht gedanklich zu sprechen, sondern zu denken!'

Harry musste nun doch grinsen. Scheinbar hatten sie nur solche Tölpel wie ihn als Schüler.

Er stellte sich nun richtig vor, dass das Kissen nun zu ihm transportiert würde. Und mit einer hohen Geschwindigkeit schlug das Kissen urplötzlich auf sein Gesicht.

Erschrocken nahm er das Kissen in die Hand. Dann war er begeistert. Nach nur einer Stunde hatte er einen neuen Zauber-Spruch gemeistert und das ohne Zauberstab und ohne den Spruch laut aus zu sprechen.

Er trainierte nun noch über eine Stunde und zum Schluss konnte er sogar zwei verschiedene Gegenstände aus unterschiedlichen Richtungen langsam auf sich zu kommen lassen und auch bei einem Gegenstand diesen steuern, wie ein Modellflugzeug.

Dann auf einmal, als der die Bücher wieder zurück verwandeln wollte, stellte er sich vor, wie diese Bücher wieder verschwinden sollten. Und sofort spürte er ein leichtes und angenehmes Ziehen in seinem Armreif und die Bücher waren weg. Durch diesen Erfolg motiviert rief er sich die anderen Bücher auf, indem er sich nur vorstellte, dass sie da waren. Sofort, nachdem er sich den Spruch „Engorgio" vorstellte, lagen sie auch schon auf dem Tisch. Natürlich sah er sich noch schnell die Einbände genau an und war nun endgültig geschockt. Das eine Buch hatte den Titel: „Angriffszauber von Salazar Slytherin" und das andere Buch hatte den Titel: „Schildzauber von Helga Hufflepuff". Er blätterte kurz durch die beiden Bücher und erkannte, dass auch sie handschriftlich verfasst waren.

Dann lies er auch diese beiden Bücher verschwinden. Kurz darauf hörte er den Schrei seiner Tante: „Freak, komm runter und deck den Tisch!"

Damit hatte ihn der Alltag wieder. Nachdem alle drei, er natürlich hatte wieder einmal nichts bekommen, satt waren räumte er den Tisch ab, machte den Abwasch, etc.

Dann stand sein Onkel auf und motzte ihn an: „So Bürschen, im Garten liegen ein Haufen sehr großer Steine, die will ich heute Abend alle in faust große Brocken verkleinert haben, zusätzlich zu deiner sonstigen Arbeit! Verstanden?"

„Ja Onkel Vernon!" sagte Harry unterwürfig.

Schon hatte er wieder eine heftig gescheuert bekommen. Dann schrie ihn Vernon an: „Das heißt: Ja, Sir, Onkel Vernon, Sir!"

Dudley war am kichern aber Harry lies sich nicht provozieren und sagte nur wie ihm befohlen wurde: „Ja, Sir, Onkel Vernon, Sir!"

„Geht doch!" war die einzige Reaktion.

Dudley stand auch auf, rempelte Harry um und trat nach ihm, als er auf dem Boden lag. Dann war auch er verschwunden.

Harry machte noch schnell und zügig alle anstehenden Ausarbeiten und dann um 10:00 Uhr war er im Garten. Stöhnend sah er sich die riesigen Felsbrocken an. Daneben lag zwar ein Vorschlaghammer, aber die Brocken waren reinster Granit. Er nahm den Hammer in die Hand und bemerkte, dass die Tränke scheinbar wirkten. Zumindest den Hammer konnte er mit einiger Leichtigkeit heben und auf die Felsbrocken wuchten. Nach einer Stunde hatte er erst einen soweit zerschlagen, wie es seine Aufgaben war. Seine Tante hatte sich vor ein paar Minuten verabschiedet, nicht ohne hämisch darauf hin zu weisen, dass das so nichts würde und er am Abend seine gerechte Strafe erhalten würde.

Nun war er stink wütend und betrachtete seine roten, verkrampften Hände. Dann nahm er den Hammer nun etwas mühevoller hoch und stellte sich vor, das der Hammer ein verlängerter „Reductor" Zauber sein, mit dem er den Felsbrocken zertrümmern würde. Nachdem der Hammer den Fels berührt hatte, zerbarst er auch tatsächlich in lauter kleine Stücke, genau so wie es sein sollte.

Schlagartig wurde ihm klar, dass der wieder stille und stablose Magie gewirkt hatte. Dann schaute er sich um und konnte niemanden entdecken, der ihn möglicherweise beobachtete. Nun lies er den Hammer liegen und stellte sich nur vor, dass der nächste Felsbrocken Vernon Dursley war und der nun von einem „Reductor" Zauber in kleine Stücke zertrümmert werden würde. Schon lag auch schon der nächste Haufen an kleinen Steinen da. Dann stellte er sich vor, wie er den „Reductor" Zauber mit dem „Transportare" Zauber verband, um den Vorschlaghammer an zu heben und den nächsten Brocken zu zertrümmern. Diesmal war der Brocken sein vermeintlicher Cousin. Auch das klappte.

Nach kurzer Zeit waren alle Felsbrocken zerkleinert, er hatte aber immer den Hammer geschwungen, da er bemerkt hatte, dass man ihn doch beobachtete. Dann häufte er die Steine auch noch ordentlich auf. Am frühen Nachmittag erschien seine Tante mit einem hämischen Grinsen im Garten und erstarrte dann entsetzt.

Dann schrie sie: „Wer hat dir geholfen, das kann nicht sein, das du schon fertig bist!"

Nun meldete sich eine ältere Frau aus der Nachbarschaft und sagte: „Doch, doch, ich habe ihn beobachtet, wie sie es wünschten. Er hat jeden Stein einzeln zerschlagen und dann ordentlich auf gehäuft. Es war niemand da, der ihm geholfen hat!"

Petunia ging kopfschüttelnd ins Haus und lies Harry, völlig vergessend im Garten zurück.

Abends erschien Vernon und nach der Erzählung seiner Frau, war er keineswegs begeistert. Nein eher sauer, das er keine Strafe mehr aussprechen konnte. Dann aber schlich sich ein diabolisches Grinsen in sein Gesicht, als er bekannt gab: „Ach übrigens, meine Schwester Marge kommt in einer Woche zu Besuch. Sie bleibt drei Wochen!"

Dabei grinste er Harry verächtlich an und auch Dudley feixte. Für Harry brach jedoch eine Welt zusammen.

Er lernte die nächsten Tage wie verrückt, doch seine Wut bremste ihn ein wenig aus. Aber er schaffte nun doch ein paar Sprüche mehr wie den „Lumos" für Licht, den „Vinculum" zum Fesseln, den neuen Spruch „Transformare", um Gegenstände zu verwandeln. Des Weiteren hatte er es geschafft einen Schild auf sich zu legen, der 12 Stunden hielt und jeglichen Zauberspruch und auch Fluch, bis auf den Avada Kedavra blockte. Das Schild wurde mit „Magia Chelys" aufgerufen Aber das Beste was er schaffte war die Apparation und zwar still und stablos.

Dann zwei Tage bevor Tante Marge kommen sollte erhielt er spät abends Post durch Hedwig. Sie brachte zwei Briefe mit. Er öffnete den ersten.

Hallo Harry,

es tut mir leid, aber wenn du diesen Brief erhältst, dann bin ich tot. Hoffentlich bin ich ein alter Mann geworden und wir haben Voldemort besiegt. Wenn nicht, dann trauere nicht um mich, ich war nur ein alter Wehrwolf, der dich aber gerne hatte. Sollte Voldemort noch leben und ich kurz nach dem Tonks und ich dir die Bücher gegeben haben, dann bitte ich dich sehr gut auf diese Bücher zu achten. Es sind Unikate und Originale von den vier Gründern.

Nun zum eigentlichen. Auch wir Lupins waren eine alte angesehene Zaubererfamilie. Ich bin der letzte lebende Erbe und unsere Linie verschwindet hiermit. Aber nicht mein materielles Erbe. Der Anhänger an der Kette ist dein geheimer Schlüssel, mit dem du überall in der Zaubererwelt bezahlen kannst. Nur du kannst ihn noch benutzen. Viel Glück damit!

Ach eins noch. Sag Nymphodora, das ich sie liebe und sie immer in meinem Herzen habe. Hoffentlich ist sie nicht mit mir zusammen umgekommen…

Dein Freund Moony.

Harry liefen still die Tränen herab. Schon wieder hatte er geerbt, aber was sollte er mit dem Geld. Er wollte seine Familie und seine Freunde wieder haben. Dann öffnete er das nächste Pergament und las:

Lieber Harry,

es tut mir leid, aber wenn du diesen Brief erhältst, dann bin ich tot. Ich weiß, das klingt genauso wie mein Wölfchen Hoffentlich bin ich mit ihm alt und glücklich geworden und wir haben Voldemort besiegt. Wenn nicht, dann trauere nicht um mich, aber ich hatte dich sehr gerne. Sollte Voldemort noch leben und ich kurz nach dem Moony und ich dir die Bücher gegeben haben, dann bitte ich dich sehr gut auf diese Bücher zu achten. Es sind Unikate und Originale von den vier Gründern. Aber das hat dir Remus sicher auch schon gesagt.

Doch nun kommt etwas, was mir sehr schwer fällt. Moony und ich waren durch einen unbrechbaren Eid verpflichte dir nichts zu sagen. Da ich aber tot bin, oh man ist das schwer. Also. Ich war die Patentante deiner Zwillingsschwester. Angeblich ist sie bei dem Attentat auf deine Eltern ums Leben gekommen. Aber nie ist ihre Leiche gefunden worden. Wir haben auch keine Spur von ihr gefunden. Es soll aber das Gerücht umlaufen, das Todesser sie haben…

Nun auch ich habe einen Anhänger beigelegt. Nimm ihn an dich. Er ist der Zugang zum materiellen Erbe der alt ehrwürdigen Familie Tonks. Finde deine Schwester und gib ihr das Erbe. Gib ihr auch den Brief, es werden sich dann auch weitere Zeilen anfügen. Sollte sie tatsächlich tot sein, dann fällt alles dir zu! Kämpfe und sein ein Marauder und Potter.

Deine Nymphodora Tonks

Entsetzen machte sich in Harry breit. Niemand hatte ihm davon etwas gesagt. Langsam baute sich auch Wut in ihm auf, da er langsam aber sicher realisierte, wie oft er von Dumbledore aber auch seinen Verwandten im Unklaren gelassen worden war.

Er nutzte jede freie Minute, um zu lernen. Er nahm sogar alle noch so schwere Arbeit dankbar an, denn in Verbindung mit den Tränken baute er merklich an Kraft und Kondition auf. Dann aber war der Tag da, an dem Tante Magda, die Schwester von Onkel Vernon, erscheinen würde.

Nachdem sie angekommen war zog sie auch schon sofort über ihn, Harry, her. Dann gab es Abendessen und Harry war nur zum Bedienen anwesend. Zu Essen bekam er nichts!

Harry stand in der Küche und wurde mit jeder Minute immer wütender. Tante Magda war wieder zu Bestform aufgelaufen, was die Beleidigungen und Beschimpfungen anging und er hatte sich nun schon drei lange Stunden zusammen genommen, doch an diesem Abend wurde es immer unerträglicher.

„Vernon, mach dir keine Gedanken! Du bist nicht daran schuld, dass der Bastard da so etwas von missraten ist. Wenn seine Eltern schon der aller letzte Abschaum waren, wie sollte da aus ihm etwas werden? Du hast getan was du konntest. Aber was soll schon dabei herauskommen, wenn du einen Säufer mit einer Hure kreuzt.", spie Magda.

Dann aber brachte sie das Fass zum überlaufen, als sie Vernon fragte: „Wer weiß denn überhaupt sicher, von wem sie sich diesen Balg hat andrehen lassen. Die hatte doch alles über sich drüber gelassen diese alte Hure!"

Die ganze Zeit hatten die Dursleys ein Auge auf Harry geworfen, der an der Tür zwischen Küche und Wohnzimmer stand und alles mithörte. Sie erbleichten, als er nun vor Rage bebte.

Selbst Magda drehte ihren Kopf zu ihm und war sichtlich geschockt, als sie die wachsende Aura der Macht und des Zorns fühlte, die sich um ihn herum entwickelte.

„Freak, halt dich zurück, du weißt, du kommst sonst in den Knast, oder wir werden dafür sorgen, das du nicht mehr froh wirst!"

Seine grünen Augen fingen sichtlich an zu glühen, als er langsam zu ihr hinüber ging. Sein stechender Blick durchbohrte sie förmlich.

Sie schluckten nun doch alle samt, als er sie mit einer leisen aber eisigen Stimme fragte: „Hast du gerade meine Mutter eine Hure genannt?"

Sie war nicht in der Lage zu antworten, geschweige denn ein Wort zu äußern, denn sie war durch den Hass, die absolute Zerstörungswut und die Aggressivität, die er ausstrahlte, vor Furcht und Panik erstarrt.

Er hob seine Hand und deutete mit dem Zeigefinger auf sie.

"ANTWORTE MIR DU SCHEISS WEIB!", schrie er.

Sie war über die Art, wie er sich benahm mehr als verwirrt. „Was...?"

Doch Vernon war aufgesprungen und unterbrach sie. Er schrie ihn an: „Du wirst hier keine deiner Freak-Shows abziehen, du Bastard, verschwinde!"

Harry fuhr herum, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Man konnte förmlich spüren und sehen, wie sich die Welle der Wut und Energie, die sich um den Jungen aufgebaut hatte, nach Vernon ausstreckte. Er krachte durch den Tisch und flog durch den Raum, um am Ende mit einem lautem Schrei in die Wand schlug. Bewusstlos glitt er hinab.

Langsam, wie in Zeitlupe, drehte sich Harry wieder zu Marge um und grinste böse.

„Nun?", fragte er.

Magda hatte nun wirkliche Angst. Sie verstand nicht, was da gerade passiert war, jedoch wusste sie, dass es gefährlich war.

Als sie nicht antwortete, deutete er mit dem Zeigefinger auf sie und ein roter Strahl traf sie in die Brust. Sie schrie vor Schmerzen, entsetzlichen, qualvollen, schneidenden Schmerz. Es hielt nur für ein paar Sekunden an, doch für sie fühlte es sich wie ihr gesamtes Leben an. Harry war ebenso überrascht, wie sie, denn weder hatte er einen Spruch gesagt, noch hatte er an einen speziellen Spruch gedacht. Er wollte sie einfach nur verletzen.

„Ich warte auf eine Antwort, Schlampe!", knurrte er kalt.

„Ich... ich...", stotterte sie.

„Ich? Ich was?", fragte Harry kalt. Sichtlich wurde er ungeduldig.

„Ich sagte...!", sie schluckte. „Sie war eine Hure.", flüsterte sie.

Seine Augen glühten auf, als seine Wut immer stärker wurde, und er dachte nur mit größter Wut: ‚Crucio!'

Der Schmerz war zehn Mal schlimmer als das letzte Mal und sie verlor, nach nur ein paar Augenblicken das Bewusstsein. Doch diese kurze Zeit, war für sie schlimmer, als die Hölle.

Harry drehte sich um rannte in sein Zimmer.

Einige Minuten später wachte Vernon auf und ging mit seiner Familie erst einmal weg.

Er hatte Zauber außerhalb der Schule angewandt. Das Ministerium war wahrscheinlich schon auf dem Weg, um ihn festzunehmen. Besonders, da er einen dunklen Zauber angewandt hatte und auch noch einen Unverzeihlichen dazu und das noch sehr erfolgreich!

Wenn er ehrlich mit sich selbst war, hatte er es genossen und diese dumme, fette Kuh, die sich seine Tante schimpfte, hatte es nicht anders verdient. Niemand nannte seine Mutter eine Hure!

Nun, vielleicht könnte er Voldemort und seine dummen Gefolgsleute auch ihre eigene Medizin spüren lassen und sie ein wenig quälen?

Es kam niemand vom Ministerium vorbei, die Wachen draußen machten sich auch nicht bemerkbar und es erschien noch nicht einmal eine Eule. Das alles verwunderte ihn doch sehr. Langsam wurde ihm bewusst, dass es vielleicht doch nicht so gut war, wie er gehandelt hatte. Aber für Reue war es jetzt zu spät. Er war gespannt, wie seine Verwandten nun mit ihm umgehen würden, oder ob sie gleich nach der Polizei rufen würden.

Ein paar Stunden später erschienen die vier wieder und gingen Kommentarlos an ihm vorbei. Dudley schloss noch die Türe und dann kam er auch den Flur entlang. Das hörte Harry noch, der den Erwachsenen folgte. Er wollte sich entschuldigen, als er einen heftigen Schlag am Hinterkopf spürte und bewusstlos zusammen brach.