6. Kapitel - Flucht in die Nokturngasse


„bla, bla, bla." Gesprochene Worte

# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung

‚ bla, bla, bla.' Nachdenken


Übergang aus dem vorherigen Kapitel:

… Er hatte Zauber außerhalb der Schule angewandt. Das Ministerium war wahrscheinlich schon auf dem Weg, um ihn festzunehmen. Besonders, da er einen dunklen Zauber angewandt hatte und auch noch einen Unverzeihlichen dazu und das noch sehr erfolgreich!

Wenn er ehrlich mit sich selbst war, hatte er es genossen und diese dumme, fette Kuh, die sich seine Tante schimpfte, hatte es nicht anders verdient. Niemand nannte seine Mutter eine Hure!

Nun, vielleicht könnte er Voldemort und seine dummen Gefolgsleute auch ihre eigene Medizin spüren lassen und sie ein wenig quälen?

Es kam niemand vom Ministerium vorbei, die Wachen draußen machten sich auch nicht bemerkbar und es erschien noch nicht einmal eine Eule. Das alles verwunderte ihn doch sehr. Langsam wurde ihm bewusst, dass es vielleicht doch nicht so gut war, wie er gehandelt hatte. Aber für Reue war es jetzt zu spät. Er war gespannt, wie seine Verwandten nun mit ihm umgehen würden, oder ob sie gleich nach der Polizei rufen würden.

Ein paar Stunden später erschienen die vier wieder und gingen Kommentarlos an ihm vorbei. Dudley schloss noch die Türe und dann kam er auch den Flur entlang. Das hörte Harry noch, der den Erwachsenen folgte. Er wollte sich entschuldigen, als er einen heftigen Schlag am Hinterkopf spürte und bewusstlos zusammen brach.


Eine schmächtige, gebeugte und blasse Gestalt schleppte sich, keuchend und mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht durch die nächtlich leeren Straßen eines Vorortes von London. An einer Hauswand, der er entlang glitt, hinterließ er eine Spur von Blut. Die schwarzen, ständig verstrubbelten Haar, standen, noch unordentlicher als sonst, von seinem Kopf ab.

Blutverkrustet war sein Gesicht und auch blass und eingefallen, bis auf die grünen und blauen Flecken die es, wie seinen gesamten, restlichen Körper, zierte. Getrocknetes Blut klebte auf Stirn und Wangen. Sein Blut. Seine Augen spiegelten Angst, Schmerz, Ekel und unendliches Leid wider. Aber auch ein kleiner Hoffnungsschimmer lag in ihnen. Er hatte es geschafft. Er war geflohen.

Geflohen von dem Ort seiner größten Demütigung. Aus einer scheinbar sehr vornehmen Wohngegend kommend, wo man ihm die erniedrigenden Dinge an Geist und Körper angetan hatte. Gleichzeitig damit geflohen von dem Ort, den er fast sechzehn Jahre sein zu Hause nennen musste, und der doch nur Qual für ihn bedeutet hatte. Als die Ferien vor vier Wochen begannen hatte sein Onkel, kaum das er das Haus betreten hatte, seine ganzen Sachen an sie genommen und sie verschlossen.

Dann, nachdem er den letzten heftigen Konflikt hatte wurden seine gesamten wenigen Sachen die er besaß verbrannt und vorher seine geliebte Eule Hedwig bestialisch, unter dem gehässigen Gelächter seines Cousins Dudley, ermordet und dann ebenfalls ins Feuer geworfen. Hilflos musste er mit ansehen, wie seine wenigen Besitztümer in Flammen aufgingen.

Darunter war sein geliebter Feuerblitz, das einzige, was ihm noch von seinem Paten geblieben war. Der Tarnumhang, das Geschenk seines Vaters. Und sein Zauberstab ohne den er seinen Feinden und seinen Verwandten hilflos ausgeliefert war. Dann hatte man ihn in einen dunklen, kahlen Raum im Keller gezerrt, wo nur zwei dünne Wolldecken auf dem Boden lagen. Dort hatten sie ihn vier Wochen eingesperrt. Ohne Essen. Ohne Trinken. Nur irgendwelche Spritzen gaben sie ihm, die ihn irgendwie total schwächten, ihn aber nicht einschlaffen ließen. Täglich kam sein Onkel und prügelte ihn grün und blau. Brach seinen Körper und langsam auch seine Seele in Stücke. Anfangs hatte er noch an Rettung durch die Mitglieder des Ordens geglaubt. Doch bald musste er feststellen, dass niemand ihn retten kam. Das es niemanden zu interessieren schien.

Dann aber kam das schlimmste überhaupt. Vernon und Dudley hatten ihn, nachdem sie ihn wieder bewusstlos geschlagen hatten, an eine „Homo-Party" verschachert. Dort wurde er über Stunden das Opfer der perversesten Spiele, die diese Schweine sich ausdachten. Am Anfang waren Vernon und Dudley noch da geblieben und hatten hämisch grinsend zugeschaut. Dann aber als sie gingen, hinterließen sie noch den Wunsch, dass sie diesen Freak nie mehr wieder sehen wollten.

Stunde um Stunde wurde ihm übelstes angetan, er wurde gedemütigt erniedrigt und ein Spielball der perversesten Wünsche, die man sich nur vorstellen kann. Dann, als er eigentlich mit dem Leben schon abgeschlossen hatte, kam ihn der Gedanke an seine Schwester, ob sie noch lebte und wenn ja wie es ihr erging. Mit diesen Gedanken und mit dem Nachlassen der Wirkung der Drogen, die ihm von seinem Onkel eingeflösst worden waren, kam in ihm der Wunsch auf zu überleben und zu fliehen. Er erkannte, dass in dem Raum, in dem er von den sechs oder sieben jungen Männern so abartig gequält wurde, die wand voller Waffen hing.

Mit einiger Anstrengung schaffte er es, die Waffen durch den Spruch „Transportare" zu levitieren. Dann steigerte er die Geschwindigkeit und lies die Waffen, Schwerter, Säbel, Messer, Lanzen und Morgensterne auf die Peiniger einschlagen. Innerhalb kürzester Zeit verursachte er ein Blutbad und alle lagen wie tot am Boden. Dann bewegte er ein Messer äußerst vorsichtig zu ihm selbst und löste damit seine Fesseln. Dann wurde er wieder ohnmächtig.

Langsam bewegte er sich vorwärts und wusste irgendwie nicht mehr, wie er hier her gelangt war. Aber er war entkommen. Er konnte sich nicht mehr erinnern wie. Er wusste auch nicht, wie er später dann nach London gekommen war. Nur, das er so weit wie möglich von dieser Hölle weg wollte. Sein Körper schmerzte und seine Sinne schwanden. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen. Schemenhaft nahm er eine Bewegung unweit vor sich wahr. Ein Schatten kam auf ihn zu. Er hatte es nicht geschafft. Sie hatten ihn gefunden und würden ihn zurück bringen. Das waren seine letzten Gedanken, ehe die Welt um ihn herum in Schwärze versank.

Langsam tauchte Harry wieder aus der Schwärze der Bewusstlosigkeit auf. Die Augen geschlossen haltend versuchte er zu erfassen, was geschehen war. In seinem Kopf stiegen Bilder auf. Onkel Vernon, der seine Sachen verbrannte. Onkel Vernon, der ihn in eine dunkle, kalte und feuchte Kammer, ohne Licht und Wärmequelle schmiss. Onkel Vernon, der wie besessen auf ihn einschlug, mit Händen, Gürteln oder Holzstecken.

Dann die Folter, die Qualen, die Demütigungen, das Massaker und die Flucht.

Nun eine dunkle Gasse. Eine schwarze, schemenhafte Gestalt, die sich auf ihn zu bewegte und dann... Nichts. Nur unendliche Dunkelheit. War er tot? Wurde er endlich von dieser Hölle auf Erden, die sich sein Leben nannte, erlöst? Aber warum schmerzte dann sein gesamter Körper? Er spürte jeden einzelnen Knochen, den ihn sein Onkel gebrochen hatte. Jeden Stiemen, den er blutig in seine Haut gerissen hatte. Und in seinen Ohren klang jedes Wort, jede Beschimpfung und Beleidigung nach, die ihm sein Onkel an den Kopf geworfen hatte.

Sein Kopf dröhnte. Tränen des Schmerzes und der Selbstzweifel traten ihn aus den geschlossenen Augen. Brannten auf seinen geschundenen Wangen. Er hatte es nicht geschafft. Er war seiner Hölle nicht entkommen.

Die harte Unterlage oder war es sogar nur der Boden, auf welchem er lag, war nur da um ihn weiter zu quälen. Mit der Gewissheit das, sollte er die Augen öffnen, ihm das hämische Grinsen seines Onkels oder irgendeines anderen, vielleicht sogar Todesser, erwarten würde.

Er erkannte dann ein Grinsen eines Unbekannten, das ihm sagte, dass sein Leiden noch nicht vorbei war. Das sein Leben nur weiterhin erhalten wurde, um ihm noch mehr Schmerz und Demütigung zukommen zu lassen. Dann hörte er sie. Stimmen. Ganz leise. Nur ein flüstern. Und in seinen Ohren dennoch so präsent, als würde man direkt neben ihm stehen und ihn anbrüllen.

Er versuchte sich, trotz hämmernder Kopfschmerzen, auf die Stimmen zu konzentrieren. Versuchte zu hören, welch Grausamkeiten sich sein Onkel diesmal für ihn ausdachte. "...das er überhaupt noch lebt.", hörte er eine ihm unbekannte Stimme heraus. Das war nicht sein Onkel. Die Stimme kam ihm aber auch nicht sonst wie vor, er konnte sie nicht zuordnen.

Eine andere Stimme, ebenso unbekannt, antwortete. "Hat er irgend etwas wertvolles bei sich?"

"Seinen Körper, ja. Aber sonst nichts außer den Lumpen, die er trägt...?", die Stimme brach ab.

"Was haben sie dem nur angetan. Er ist doch noch fast ein Kind.", entgegnete die andere Stimme. Nur wenig entsetzt, sondern eher neugierig. Harry runzelte innerlich die Stirn, trotz schmerzender Glieder kam kein Laut über seine Lippen.

Wer sprach mit dieser ruhigen aber keinesfalls aggressiven Stimme? Und das ausgerechnet über ihn? ‚Freak, Bastard, Wechselbalg, Teufelsbrut' das waren die Namen, die er von sich kannte. Und sie waren nie in einem irgendwie nachdenklichen Tonfall gesprochen worden. Nur Hass, Ekel und unbändige Wut. Das waren die Tonlagen, die er kannte.

Es war noch nie jemand besorgt, oder gar traurig wegen ihm gewesen. Oder war es überhaupt je einer gewesen? Er wusste es nicht. Vielleicht war diese Zeit nur ein Traum gewesen. Ein Traum, der nun langsam verblasste und der kalten, harten und grausamen Realität Platz machte. Ein unterdrücktes Wimmern kam über seine geschlossenen Lippen. Damit verriet er sich.

Unbändige Angst kroch seine Glieder hoch. War er doch noch bei seinem Onkel? Gleich würde er einen weiteren Schlag verspüren. Er wartete, trotz brennender Schmerzen zitternd, auf den Schlag. Doch...er kam nicht. Stattdessen hörte er ein Rascheln. Spürte das sich die beiden von ihm entfernten und dann war er wieder alleine.

Nach einiger Zeit erwachte Harry aus einer Art Dämmerschlaf. Immer noch schmerzten ihm alle Glieder. Dann kamen auch die ekligen und erniedrigenden Szenen wieder in Erinnerung. Er setzte sich erst auf und stellte sich dann auf wacklige Beine, um sich dann gleich zu übergeben.

Dann rief er sich einen Revietalisierungstrank und einen Stärkungstrank herauf und trank sie beide nach einander und von beiden mehrere Schlucke. Er merkte, dass dies so gut war und er sich ein wenig erholte.

Immer noch auf wackligen Beinen drückte er sich tiefer in den Schatten, so dass er nicht bemerkt wurde. Eine Weile blieb er so zusammen gekauert stehen, als er kurze Zeit drauf zwei recht zwielichte Gestalten bemerkte, die sich an der gegenüberliegenden Mauer zu schaffen machten. Sie drehten sich um, scheinbar bedacht, dass sie nicht beobachtet würden, dann drückte einer an einen bestimmten Stein an der Mauer und ähnlich wie im Hinterhof des „Tropfenden Kessels" öffnete sich die Mauer. Flugs glitten die beiden durch die Öffnung, die sich sofort danach wieder schloss. Harry hatte aber einen kurzen Blick durch dieses Tor werfen können und einige Läden erkennen können. Scheinbar etwas Ähnliches wie die Winkelgasse, dachte er sich gleich!

Aber Harry hatte sich den Stein genau gemerkt, der offensichtlich der Schlüssel zu diesem versteckten Eingang war. Er vergewisserte sich, dass ihn niemand beobachtete und nach fünf Minuten ging er auf die andere Seite an die Mauer. Er vergewisserte sich nochmals, dass er nicht gesehen wurde und drückte dann auf den Stein. Wieder öffnete sich die Wand und er schlüpfte durch, in der Sicherheit hier in einen magischen Bereich mit Geschäften zu gelangen.

Und tatsächlich waren hier einige wenige Geschäfte, meistens dunkle Spelunken. In den Nischen und Ecken zwischen den Häusern lagen überall betrunkene herum. Vorsichtig ging Harry weiter, jeden Kontakt wenn möglich vermeidend.

Dann auf einmal erkannte er eines der Geschäfte. Es war Borgin & Burkes. Das ist ein Laden in der düsteren und verschmutzten Nokturngasse in London. Hier können schwarzmagische Dinge gekauft und verkauft werden, wie z.B. verhexte Halsketten, Gifte oder auch eine verwitterte Hand, die Hand des Ruhmes. Nun wusste er auch wohin er gehen müsste, nämlich direkt zu Gringotts in sein Verlies, um sich Gold zu holen. Dann konnte er sich selbst versorgen.

Nun ging er sicheren Schrittes den bekannten Weg zur Zaubererbank Gringotts. Kurze Zeit später betrat er die Bank und wurde sofort distanziert gemustert. Er stellte sich an den Empfang und fragte den Kobold: „Mein Name ist Harry James Potter. Ich wünsche in mein Verlies zu kommen und Gold ab zu heben."

„Schlüssel, bitte!" sagte der Kobold auf seine trockene Art und Weise.

„Sehr geehrter Hr. Kobold, leider ist mir der Schlüssel abhanden gekommen. Gibt es eine andere Möglichkeit an mein Gold zu kommen?"

„Das ist nicht so gut, das mit dem Schlüssel. Aber natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, an ihr Gold und ihr Verlies zu kommen. Sie müssen eine Blutprobe abgeben und dann können sie sich damit legitimieren. Harry war glücklich und hielt seine Hand hin. Der Kobold stach mit einem kleinen Dolch in seinen Daumen und lies einen Tropfen auf ein Pergament und verteilte es.

Dann, nach einiger Zeit, runzelte der Kobold seine Stirn und sagte: „Ihr Blut ist nur zu 3 das der Potters. Die restlichen 97 sind nicht zuordnen bar, ich kann ihnen leider keinen Zutritt gewähren. Es tut mir leid. Bringen sie einen Bürgen, dann können wir sie auch zu ihrem Verlies lassen! Auf wiedersehen!"

Geschockt und entsetzt schaute er zum Kobold hoch, der aber schon in irgendwelche andere Tätigkeiten vertieft war. Er konnte nicht fassen, was ihm hier passiert war, setzte aber nochmals an und fragte den Kobold: „Wie kann das passieren, ich habe doch bisher aus meinem Verlies meine Ausbildung auf Hogwarts bezahlt?"

„Das ist nicht mein Problem! Und nun gehen sie, ich habe zu arbeiten!"

Dann fiel Harry das Amulett von Remus ein und er fragte aber vorsichtig: „Und wenn ich nun eine Möglichkeit hätte, auf ein anderes Verlies zu zugreifen?"

Nun schaute der Kobold ihn sehr überrascht an, dann erklärte er ihm in einem geschäftsmäßigen Ton: „Das könnte gefährlich für sie werden. Da wir ihre wahre Identität nicht klären können, müssen wir davon ausgehen, das sie möglicher Weise den Schlüssel gestohlen haben. Daher, wenn sie einen Schlüssel zu einem anderen Verlies haben, müssen sie ihn sofort rausrücken. Er wird verwahrt, bist das Erbe geklärt ist! Haben sie einen Schlüssel?"

Harry schüttelte seinen Kopf und sagte wahrheitsgemäß: „Nein ich haben keinen Schlüssel. Es war auch mehr eine theoretische Frage!"

Der Kobold nickte und antwortete trocken: „Glück für sie, das sie die Wahrheit gesagt haben. Wir können jede Aussage hier in unserer Bank auf Wahrheit überprüfen. Und sie haben eben nicht gelogen! Und nun verschwinden sie, es gibt noch andere Kunden!"

Geknickt, aber zumindest glücklich, das er den Talisman von Remus nicht gezeigt hatte, verlies er die Bank, nicht wissend, wie er nun über die Runden kommen sollte. Er ging dann sich bedeckt haltend zurück in die Nockturngasse und verzog sich in eine abgelegene Ecke.

Verzweiflung machte sich breit, als ihm klar wurde, das er nun hier vergammeln konnte oder aber ausgeraubt oder ermordet werden könnte. Er nahm sich nochmals sowohl einen Revietalisierungstrank als auch einen Stärkungstrank zu sich.

Zwischenzeitlich war es schon spät in der Nacht und er fror erbärmlich. Dann sah er, wie eine Person in einem schwarzen Umhang aus der Kneipe getorkelt kam. Direkt vor ihm brach der Fremde zusammen. Harry bemerkte den Gestank von Alkohol. Der Typ war nur besoffen. Dann schaute er sich den Betrunkenen an und stellte fest, dass es sich um Crabbes Vater zu handeln schien. Vorsichtig schob er den Ärmel von seinem Mantel zurück und erkannte das Todesser Mal.

Dann kam ihm die Idee, da er soviel unter der Bedrohung, eben der Todesser und besonders Voldemort, zu leiden gehabt hatte, das er ihn nun auch ausrauben konnte. Denn schließlich befanden sie sich im Krieg und der kostete auch seine Opfer. Er durchsuchte die Taschen und fand schnell einen Geldbeutel, der zu seiner Überraschung gut mit Galleonen gefüllt war.

Harry überlegt, ob er ihm den Zauberstab entwenden sollte, entschied sich aber dagegen. Wenn nur Geld gestohlen würde, dann war es eine einfacher Dieb oder wie je wirklich nur eine Ausplünderung. Wenn er aber den Zauberstab stahl oder zerstörte, dann war sicher schnell der Verdacht, das der Dieb und der Bestohlenen sich möglicher Weise kannten. Also lies Harry alles andere liegen und nahm nur den Geldbeutel. Er steckte den Geldbeutel ein und verdrückte sich in eine andere Ecke, wo er unbeobachtet war.

Dann schaute er hinein, als sich niemand um ihn zu kümmern schien, und erstarrte. Der Beutel war übervoll mit Galleonen. Er zählte sie und stellte fest, dass er 108 Galleonen erbeutet hatte. Er ging weiter und fand am Ende der Nockturngasse ganz in der Nähe der Winkelgasse ein kleines und abgelegenes Wirtshaus. Dort ging er hinein und zu dem Wirt, der ihn mit Stirnrunzeln betrachtete.

„Haben sie ein Zimmer am Besten mit Bad?" fragte Harry.

„Ja, das habe ich. Das kostet 2 Gallonen pro Tag mit Frühstück und Abendessen. Du musst aber für eine Woche im Voraus bezahlen". Harry der sich vorher aus einer Laune heraus 20 Galleonen lose in die Tasche gesteckt hatte, nahm sie heraus und zählte 14 Galleonen ab. Der Wirt, der bemerkte, das seine Zeche gesichert war, erkannte aber auch, das da nicht mehr zu holen war und strich das Gold ein.

„Hier ist der Schlüssel. Geh nach oben in den ersten stock Zimmer 17. Rufe einfach nach einem Bad, der verdammte Elf wird kommen und es dir einlaufen lassen. Wenn du willst kann er dir noch ein verspätetes Abendessen hoch bringen!"

Harry bedankte sich und machte sich auf in seine Zimmer. Sofort rief er nach dem Bad und bat den Hauselfen freundlich, ihm auch noch das Abendessen zu bringen. Er schrubbte sich ausgiebig ab und lies drei Mal des Wasser erneuern, er hatte sich so viel ab zu waschen. Dann bestellte er bei dem Hauselfen noch eine Flasche Feuerwhiskey. Er wollte sich für diese Nacht einfach betäuben.

Am nächsten Morgen erwachte er erwartungsgemäß mit einem Kater. Nach dem er einen Schluck von seinem Revietalisierungstrank zu sich genommen hatte und sich nochmals ausgiebig gebadet und gewaschen hatte, ging er hinunter zum Frühstück. Er war scheinbar der erste Gast, der so früh herunter kam.

Nach dem Frühstück ging er zurück in die Winkelgassen und holte sich bei Madam Malkins' Anzüge für alle Gelegenheiten neue aber einfache Klamotten zum Anziehen. Zum Einen wollte er nicht auffallen und zum Anderen wollte er auch nicht zu viel Geld ausgeben. Für die Kleidung bezahlte er 28 Galleonen und hatte dadurch nur noch 66 Galleonen übrig.

Ihm wurde klar, dass er heute Abend und auch die nächsten Abende wieder versuchen würde, auf die gleiche Art wie gestern zu Geld zu kommen. Er hatte die Hoffnung, es möglichst nur Todessern zu entwenden.

Doch zu erst ging er zu Borgin & Burkes. Dort wollte er versuchen einen Zauberstab zu bekommen. Nicht, das er einen für die meisten gebräuchlichen Zauber benötigte, aber er wollte einfach einen sicherheitshalber haben. Kurz darauf war er, nachdem er sich in seinem Zimmer umgezogen hatte und die restlichen Klamotten verstaut waren, vor dem Geschäft und dann betrat er auch schon Borgin & Burkes.

Er wurde von einem unscheinbaren Mann bedient, der ihm aber bekannt vor kam. Dann erinnerte er sich. Es war einer der beiden, die ihm unwissendlich den geheimen Zugang zur Nockturmgasse gezeigt hatten.

„Sie wünschen?" fragte er Harry.

„Ich hätte gerne einen Zauberstab, nicht zu teuer, gebraucht geht auch!" antwortete Harry.

Der Verkäufer schaute ihn kurz nachdenklich an aber Harry wurde nicht erkannt. Er hatte sich auch die Haare ins Gesicht gekämmt.

Der Verkäufer brachte ihm dann eine Kiste mit verschiedenen, deutlich sichtbar, gebrauchten Zauberstäben. Harry nahm jeden in die Hand, aber bei keinem spürte er etwas.

Fragend schaute er den Verkäufer an: „Haben sie noch andere?" fragte er ihn.

Nachdenklich stand der Verkäufer da, als er auf ein Mal aufschreckte: „Ach da fällt mir ein. Wir haben da vor über 15 Jahre zwei bekommen, die wir nur zusammen verkaufen können. Warten sie ich hole sie!"

Kurz darauf erschied der Verkäufer wieder und legte ein Kästchen vor Harry und sagte: „Hier das sind sie, aber ich kann sie wie gesagt nur zusammen abgeben!"

Harry öffnete das längliche Kästchen und sah zwei sehr gut erhaltene Zauberstäbe darin. Er merkte sofort etwas von der magischen Ausstrahlung. Als er erst den schwarzen Zauberstab mit den gedrehten roten Rillen in die Hand nahm, schossen sofort rote Funken aus ihm heraus. Dann nahm er noch den komplett weißen Zauberstab und auch hier stoben Funken, diesmal aber in grün, heraus. Er betrachtete sie genauer und erkannte an den dicken enden jeweils zwei Buchstaben. Der schwarze Zauberstab hatte ein „J" und ein „P" ein graviert und der Weiße ein „L" und ebenfalls ein „P", das aber scheinbar über einem „E" lag. Mit größtem Erstaunen stellte er fest, das er möglicher Weise die Zauberstäbe seiner Eltern in der Hand hielt. Daher auch die Reaktion und die Tatsache, dass sie nicht zu trennen waren, dachte er sich.

Ohne aber die Überraschung an zu zeigen fragte er den Verkäufer: „Na die beiden scheinen ja halbwegs zu funktionieren! Was sollen die denn kosten?"

„Das sind ganz besondere Exemplare, wie sie sehen können. Jeder kostet 50 Galleonen!"

Das war natürlich für Harry nicht machbar. Aber handeln konnte er schon immer gut also sagte er: „Nun ich brauche ja nur einen und wenn die beiden bei ihnen schon 15 Jahre liegen, dann sollen sie weiter hier bleiben!"

Harry bemerkte, das der Verkäufer ihn erschrocken an schaute. Dann sprach Harry weiter: „Ich gebe ihnen 50 Galleonen für beide. Das ist immer noch ein gute Geschäft!"

Der Verkäufer war es zufrieden und Harry verschwand mit noch 16 Galleonen und dem wohl Wertvollsten, den Zauberstäben seiner Eltern zurück in seine Pension. Er wollte noch schlafen, bevor er abends wieder umher ziehen wollte.


Anm.: Ich werde dann weiter schreiben, wenn die Grenze von 40 Reviews überschritten wurde! Aber vielen Dank für die vielen Reviews!!!