8. Kapitel - Gemeinsame Flucht


„bla, bla, bla." Gesprochene Worte

# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung

‚ bla, bla, bla.' Nachdenken


Übergang aus dem vorherigen Kapitel:

… „Klar, sie hieß Nymphodora Tonks, aber sie hat diesen Vornamen gehasst und jeden bedroht, der sie so angesprochen hat. Warum willst du das wissen?"

„Ich hab noch eine Frage: Wer war die große Liebe von Tante Nym und warum ist sie mondsüchtig?

„Also die große Leibe von Tonks, so wollte sie immer genannt werden, war Remus Lupin. Und mit mondsüchtig meint sie sicher, das er ein Wehrwolf ist! Was sollte nun deine Fragerei. Bin ich nun Harry Potter oder nicht!" dabei musste er schmunzeln.

„Ja bist du scheinbar und auch mein Zwillingsbruder!"

„Dann ist ja gut. Was willst du jetzt machen, Schwesterchen?" fragte Harry

„Ähm … ich würde sehr gerne baden … und mir den Schmutz abwaschen!" antwortete sie.

„Kein Problem, ich rufe den Hauselfen und der soll ein Bad einlassen. Dann verschwinde ich und du kannst in Ruhe baden. Ich nehme dann die Ringe mit und komme in einer Stunde wieder. Ist das in Ordnung?"

Evelyn nickte und sagte: „Tante Nym hatte recht, du bist voll in Ordnung!"

Gesagt getan, stand auch schon kurze Zeit später das Dampfende Bad da, Harry gab ihr noch die Bücher, die er hervor rief und nahm beide Ringe und verschwand.


An der Türe drehte er sich nochmals um und sagte: „Ich klopfe drei Mal schnell, dann drei Mal langsam und dann zwei Mal wieder schnell. Damit weißt du, dass ich es bin. Vielleicht solltest du dann genau so zurück klopfen, dann weiß ich auch, das niemand bei dir ist!"

„Mein kleines Brüderchen ist ganz schön vorsichtig!" sagte Evelyn mit hoch gezogener Augenbraue.

„Was heißt hier kleiner Bruder, schließlich bin ich ein paar Zentimeter größer als du!" antwortete Harry.

Nun musste Evelyn doch schmunzeln: „Ja schon, aber ich bin eine Stunde älter als du. Hat mir Tante Nym geschrieben!"

„Na toll jetzt habe ich auch noch ne alte … ähm … ältere Schwester …!"

Evelyn stützte ihre Hände in den Hüften ab und sagte: „Kusch jetzt und verschwinde, ich will schließlich nicht im kalten Wasser baden!"

Harry öffnete die Türe und als niemand auf dem Flur zu sehen war, schloss er die Tür wieder und drehte die Ringe und war unsichtbar.

Während er weg ging musste er erst einmal darauf achten, nicht bemerkt zu werden und so stand er erst einmal am oberen Absatz der Treppe und überlegte, wie er in diesem Trubel, der unten war herauskommen könnte, ohne mit irgend jemanden zusammen zu stoßen. Dann fiel ihm ein, dass er ja lautlos apparieren konnte.

Er apparierte an den geheimen Eingang der Nockturngasse und stellte fest, dass dort eine ganze Menge an Auroren anwesend war und den versteckten Eingang geöffnet hielt. Gleichzeitig wurden die Leichen, die Harry und Evelyn verursacht hatten weg geschafft. Er stellte sich nicht weit von den Auroren, zwischen einem Baum und einer Mauer eingeklemmt, um vielleicht etwas zu erfahren.

Tatsächlich stellten sich zwei von ihnen ganz in seine Nähe.

„Hast du dir das jemals denken können, dass sich die Todesser gegenseitig umbringen würden?"

„Wäre schön wenn wir das häufiger erleben können. Das würde uns viel Arbeit abnehmen!"

„Stimmt, aber was war der Grund für die Auseinandersetzung. Hast du darüber schon was erfahren? Weißt du was der Chef dazu sagt?"

„Nein, keiner kann sich darauf einen Reim machen. Es gab keine Überlebenden und alle Unbeteiligten, die wir befragt haben, wollten oder hatten tatsächlich nichts gesehen. Aber es waren auch keine großen Fische dabei!"

„Na dann wissen wir also nichts und haben nur Glück gehabt, das wir nicht zwischen diese beiden Fronten geraten sind. Hoffentlich bilden sie uns künftig besser aus, denn wenn man sich die Verletzungen anschaut, dann hätten wir kaum Chancen gehabt! Lass uns zu den anderen zurück gehen!"

„Hast recht lass uns gehen!"

Das war für Harry sehr aufschlussreich gewesen. Niemand aus dem Ministerium verdächtigte ihn. Dann kam Mad Eye Moody und ein weiterer Phönix-Agent, den er nicht mit Namen kannte, den er aber schon des Öfteren bei Ordensleuten gesehen hatte.

Überraschender Weise stellten sich die Beiden an fas dieselbe Stalle wie vorher die beiden Auroren.

„Jetzt nahmen uns diese Bastarde doch die ganze Arbeit ab!" murrte Mad Eye.

„Was regst du dich auf, wolltest du hier lieber die Leichen wegräumen?"

„Quatsch, ich meinte, dass die Todesser sich nun gegenseitig umbrachten, stört mich. Dann kann ich mich ja gleich aufs Altenteil zurück ziehen!" erklärte Mad Eye

„Na so schlimm ist das ja nicht. Hast du übrigens mit bekommen, das der Potter Bengel verschwunden ist?"

„Ja, ich hab seine Verwandten befragt. Sie haben behauptet, dass Potter sich aus der Zaubererwelt zurück gezogen haben will. Er soll sogar alles, was er besaß verbrannt haben, damit man ihn nicht mehr finden kann. Sie haben mir die Asche gezeigt und ich konnte erkennen, dass das tatsächlich einmal ein Zauberstab und ein Tarnumhang und andere Sachen waren." Dabei schüttelte Mad Eye seinen Kopf.

„Das ist nicht wahr! Glaubst du das?"

„Nein und ich bin nicht der einzige…", dann schaute er sich verschwörerisch um und fuhr fort, als er niemanden in ihrer Nähe feststellen konnte, „Wir alle, besonders Dumbledore, der sich ja noch versteckt hält, glauben daran. Harry hätte seine Andenken an seinen Vater und seinen Paten niemals vernichtet. Seinen Zauberstab vielleicht. Aber auch nicht seine Eule. Das ist übrigens das nächste Desaster. Da wir nun nicht mehr die Eule haben, können wir diesen Potter Bengel nun nicht mehr dadurch finden. Sie wurde speziell von Dumbledore so trainiert, das sie uns immer mitteilte, über Dumbledores Phönix wo wir Potter finden konnten. Ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl, das wir als Wachen uns auf Tonks und Lupin verlassen hatten. Die hatten zu viel Herzblut dabei und waren wenig professionell!"

„Das sind aber Neuigkeiten, komm lass uns gehen, die schauen schon so nachdenklich!"

Mad Eye nickte und dann gingen sie.

In Harry kochte ein ungeheurer Zorn auf.

Völlig aufgewühlt machte Harry sich davon. ‚Das kann doch nicht wahr sein. Dumbledore lebt und hat mich im Stich gelassen. Auch das von meiner Schwester und ihrer Patentante hat er mir verschwiegen. Das gibt Rache!'

Nur langsam beruhigte er sich. Dann kam er wieder an eine unübersichtliche Stelle und machte sich sichtbar. Dann ging er bei Madam Malkins' Anzüge für alle Gelegenheiten neue aber einfache Klamotten zum Anziehen für seine Schwester kaufen. Nur ganz wenig, aber Sachen, die ihre Größe an die des Trägers sich anpassten.

Er war schon länger als eine Stunde unterwegs, als er sich wieder unsichtbar machte und an das Ende des Flures in seiner Pension lautlos apparierte. Da niemand dort war, ging er an seine Zimmertüre und klopfte mit dem verabredeten Signal. Sofort wurde die Türe aufgerissen und Evelyn schaute sich um und griff wild fuchtelnd durch die Luft.

Harry machte sich sichtbar und sagte leicht belustigt: „Das war aber nicht so verabredet!"

„Du bist zu spät!" war die Antwort von Evelyn.

Harry ging hinein und Evelyn schloss die Türe. Dann sagte Harry: „Hier ich habe dir erst einmal ein Shirt, einen Pullover, eine Hose und ein Paar Schuhe besorgt. Sie passen sich mit der Größe an deine an. Mit den ollen Sachen kannst du ja nicht rum gehen!"

Evelyn strahlte nahm ihm die Tüte mit den Klamotten ab und zog sich sofort um. Peinlich berührt, drehte sich Harry mit hoch rotem Kopf um.

Evelyn hatte sich schnell umgezogen und drehte sich im Kreis, als sie bemerkte, dass sich Harry umgedreht hatte.

„Hey, das ist zwar sehr nett vom dir, aber schließlich bin ich deine Schwester, das muss dir nicht peinlich sein!" schmunzelte Evelyn.

Als Harry sich beruhigt hatte setzte er sich an den Tisch und dachte erst wieder einmal nach, was er vor kurzem erst erfahren hatte. Er war sehr in Gedanken vertieft, als ihn schließlich Evelyn ansprach: „Was ist los, du bist so nachdenklich?"

Harry schaute sie lange an, dann sagte er langsam: „Es gibt so viel zu erzählen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll?"

Evelyn fragte: „Was weißt du eigentlich über unsere Eltern und unsere sonstigen Verwandten?"

Harry schnaufte tief durch, dann erzählte er: „Von unseren Eltern weiß ich leider nur ganz wenig. Sie müssen ganz arg in einander verliebt gewesen sein, obwohl sie sich in ihrer Schulzeit meistens gezofft haben sollen. Nachdem unsere Eltern von Voldemort umgebracht worden waren, kam ich zur Schwester von Mum. Sie und ihr Mann und ihr Sohn haben mich gehasst und Schlimmstes mir angetan und antun lassen … ich kann da noch nicht drüber sprechen! Wo warst du eigentlich gelandet?"

Stockend berichtete Evelyn: „Ich war bei einer Familie Malfoy…"

„…Bei diesen Bastarden?" unterbrach sie Harry.

„Das stimmt, mehr als du dir denken kannst. Die Zeit war das schlimmste, was du dir denken kannst. Ich konnte fliehen, als sie mich an die Lestrangs verschachern wollten. Dabei hast du mich dann gerettet. Aber es ist so viel geschehen, ich schäme und ekle mich zu sehr um das zu erzählen!" hatte Evelyn nun ein wenig erzählt.

„Wer ist eigentlich Dumbledore. Kann er uns helfen? Er soll doch dein bester Freund sein und ein mächtiger Zauberer obendrein, so haben das immer die Malfoys gesagt. Ach nein, ich hab vergessen, sie haben sich vor kurzem tierisch gefreut das er umgebracht worden sei! Sorry Harry, ich wollte dir nicht noch mehr weh tun!" plapperte Evelyn so vor sich hin.

„Das ist tatsächlich das letzte was ich heute erfahren habe und das schlägt dem Fass den Boden aus. Dumbledore hat seinen Tod nur vorgetäuscht und er war es auch, der mich bei diesen vermaledeiten Dursleys gelassen hatte, die haben mich fast umgebracht…"

„Was sagst du? Dumbledore ist nicht wirklich dein Freund gewesen?" schrie nun Evelyn.

„Pssst sei leise, nicht das uns jemand hört!" flüsterte Harry.

„Sorry, das hatte ich eben nicht mehr bedacht. Aber das heißt ja dann, das wir niemanden mehr haben, oder?" fragte Evelyn.

„Ja, das ist wohl der Fall und es kommt noch schlimmer. Unsere Eltern haben für mich und wahrscheinlich auch für dich ein Verlies hinterlegt. An eines komme ich nicht mehr, da man scheinbar mein Blut magisch manipuliert hat. Ich habe nachdem ich Gold abheben wollte und keinen Schlüssel zu meinem Verlies hatte einen Bluttest gemacht. Da wurde festgestellt, das ich nur noch drei Prozent Potterblut in mir habe und damit keine Berechtigung mehr habe an mein Verlies zu gelangen."

„Was haben die mit uns alles denn noch gemacht?" schaute Evelyn Harry entsetzt an.

Harry hob die Schultern und sagte: „Na ja eigentlich sehe ich das im Moment schon etwas positiver. Schließlich habe ich fliehen können, die Zauberstäbe unserer Eltern wieder bekommen, wir sind zusammen gekommen, das sind doch schon ein paar positive Aspekte, oder?"

„Das hast du lieb gesagt. Und ja es stimmt so gesehen, scheint es ein wenig bergauf zu gehen!" stellte Evelyn fest.

Dann hellte sich Harrys Mine noch ein wenig auf: „Lass uns doch jetzt noch ein paar Klamotten kaufen gehen, für dich halt! Und Morgen gehen wir zu Gringotts und schauen, ob du wenigstens an dein Verlies kommst, wenn es eins gibt, wovon ich ausgehe!"

Jetzt schaute ihn Evelyn fragend an: „Woher hattest du eigentlich das ganze Geld. Mit den Zauberstäben, den Halftern und den Klamotten hast du doch fast 200 Galleonen ausgegeben, oder nicht?"

Nun grinste sie Harry an und erklärte ihr: „Ich habe drei Todesser ausgeraubt, einen davon zwei Mal und ungefähr 600 Galleonen dabei erbeutet. Ich hab auch keine Gewissensbisse, da es alle ohne Ausnahme Verbrecher waren. Einzig, das ein unbeteiligter kleiner Taschendieb wegen mir umgebracht wurde macht mich doch traurig!"

„Also ich mach dir deswegen keinen Vorwurf. Wir holen uns nur zurück, was uns genommen wurde. Und außerdem schädigen wir nur Verbrecher. Als wir die anderen umgebracht hatten, da hattest du doch auch keine Hemmungen und ich auch nicht. Und das ist auch richtig so. Es ist Krieg unter anderem ist es Krieg gegen die Potters. So und nun sind wir zu zweit und schlagen unerbittlich zurück!" sagte Evelyn bestimmt.

Harry schaute sie erst nachdenklich und dann immer bestimmter an. Dann nahm er das Zauberstabhalfter mit dem Zauberstab ihrer Mutter zusammen ab, sowie den einen Ring und eine Kette, die er zwischendurch ebenfalls gekauft hatte und sagte: „Du hast recht. Wir müssen uns Wehren. Hier hast du den Zauberstab unserer Mutter mit einem Unterarmhalter. Der ist etwas Besonderes. Er ist unsichtbar und er kann den Zauberstab immer wieder zurück holen, wenn er durch einen Entwaffnungszauber abgenommen wird! Außerdem ist in diesen auch noch jeweils eine Einhandarmbrust mit eingebaut. Die verschießt auch kleine Pfeile mit silberner Spitze. Damit kannst du dann sogar Vampire und Wehrwölfe killen…"

„Wow, das ist ja genial!"

„Und das ist noch nicht alles. Die Ringe kennst du ja und du wirst nun einen davon immer tragen." Setzte Harry seine Erläuterung fort.

„Hey Brüderchen, danke. Das ist gut und ich kann es auch wirklich brauchen."

„Wie gesagt, das ist noch nicht alles. Schau her ich habe mein Amulett zum Verlies von Remus hier an einer Kette. Ich habe für das Amulett von Tonks für dich auch eine Kette besorgt. Hier zieh sie um und häng dir das Amulett dran!"

Evelyn war ganz gerührt: „Vielen, vielen Dank! Du weißt gar nicht wie glücklich du mich damit machst!"

„Nun ich bin noch nicht fertig mit dem Teilen!" sagte Harry und zwinkerte sie verschwörerisch an.

Evelyn betrachtete ihren Bruder fragend.

Er beschwor die fünf Bücher, die er von Remus und Tonks erhalten hatte, sowie die ganzen Phiolen. Dann erklärte er ihr: „Zuerst einmal diese beiden verschiedenen Tränke. Das hier mit der gelben Flüssigkeit ist eine Kombination aus Heil-, Schmerz- und Revietalisierungstrank. Einer der stärksten, die es gibt! Sollte wieder etwas geschehen, dann nimm davon einen Schluck und du bist wieder vollkommen in Ordnung! Und die Tränke mit der roten Flüssigkeit sind Stärkungstränke. Ein Schluck entspricht einem Mittagessen."

„Dann noch die Bücher. Diese vier Bücher sind über Schildzauber, Angriffszauber, stablose und stille Magie. Mit den sprachgesteuerten Sprüchen „engorgio" vergrößerst du die Bücher und mit „reduzere" verkleinerst du sie!"

„Jetzt werde ich sie kopieren, da du sie ja auch lesen wollen wirst, genau so wie die Tränke."

Dann deutete er mit dem Zauberstab auf die ganzen Gegenstände und sprach den „duplitare"-Spruch und alles lag in zweifacher Ausführung vor ihnen.

Dann nahm er seinen Oberarmring ab und sprach auch hierfür den „duplitare"-Spruch und auch der Reif lag in zweifacher Ausführung vor ihnen. Dann nahm sich Harry noch das Buch mit den selbst kreierten Sprüchen und beschwor die Sachen von Evelyn so, dass sie genau wie seine geschützt waren. Evelyn probierte nach Anleitung von Harry, ihre Sachen still auf zu rufen und verschwinden zu lassen. Sie hatte den Dreh sehr schnell raus.

„Du bist verdammt gut, wer hat dich denn ausgebildet?" fragte Harry.

Evelyn schaute peinlich berührt und sagte: „Das war anfangs der Hauself der Malfoys. Aber seit fünf Jahren ist er verschwunden ist, wahrscheinlich haben sie ihn umgebracht. Er hieß Dobby!"

„Da kann ich dich beruhigen Schwesterchen. Ich habe ihn durch einen Trick von Malfoy befreit. Daraufhin hat Dobby mich vor Malfoy beschützt!" antwortete Harry.

„Das ist typisch für Dobby. Der war immer sehr besorgt um mich. Er hat auch dafür gesorgt, dass mich die anderen Hauselfen weiter heimlich ausbildeten. Sonst hätte ich auch nicht mit dem fremden Zauberstab die Flüche schicken können!"

„So lass uns jetzt schlafen gehen. Wir werden morgen erst zur Bank gehen und schauen, was wir für dich machen können. Danach gehen wir egal was wir bei Gringotts erreichen in die Winkelgasse und dann kaufst du dir Klamotten ein, die du wirklich brauchst."

„Harry, du hast mir schon sehr gute Sachen besorgt. Aber was ich noch wissen will ist, wenn wir nicht mehr an unsere Verliese kommen können wir dann zusammen auf die Jagd gehen?" wollte Evelyn wissen.

Harry verstand augenblicklich, was Evelyn mit ihrer Frage bezweckte: „Natürlich werden wir zusammen auf die Jagd gehen. Und nicht nur nach Galleonen, sondern auch nach unseren Gegnern. Ich werde dich nicht mehr alleine lassen und ich hoffe auch, dass wir gemeinsam wieder zurück in eine vielleicht glücklichere Welt finden werden. Nur eines sollte dir klar sein. Der einzige Sinn in meinem Leben bist nun nur noch du, meine Schwester. Sollte dir etwas passieren und du stirbst, dann werde ich dir umgehend folgen!" sagte er zum Schluss sehr bestimmt.

Evelyn schaute ihn verstehend an und sagte dann: „Ich sehe, wir verstehen uns. Und ich muss dir Recht geben Harry. Ich werde im Übrigen genau so handeln. Für mich gilt das Gleiche. Der einzige Sinn in meinem Leben bist nun auch nur noch du, mein kleiner Bruder. Sollte dir etwas passieren und du stirbst, dann werde ich dir ebenso sofort folgen!"

Harry legte seine Hände auf Evelyns Schultern, wobei sie ein wenig zusammen zuckte, als er sagte: „Also sollten wir beide auf einander aufpassen. Und ich weiß, dass du Schlimmstes durchlebt haben musst. Mir geht es auch so und eigentlich möchte ich keinen Menschen mehr anfassen, glaub mir, ich habe auch Schlimmstes mit machen müssen. Doch wir müssen mit der Zeit zueinander ein Vertrauen aufbauen. Ob ich das jemals bei einem anderen Mensche werden kann weiß ich nicht. Aber bei dir glaube ich das schon!" Damit ließ er sie los und trat zwei Schritte zurück.

Evelyn musterte ihn eindringlich trat dann auf ihn zu und nahm ihn in ihre Arme: „Das erlaube ich nur noch dir, zumindest in nächster Zeit. Ich vertraue dir und du mir hoffentlich auch?"

Harry legte nun vorsichtig seine Arme um Evelyn und sagte: „Ja dir vertraue ich alles und auch mein Leben!"

Dann führte er sie zum Bett und sagte: „Du schläfst hier und ich auf der Couch, o.k.!"

„Du kannst hier auch schlafen, wenn du willst?" antwortete Evelyn.

„Kein Problem, die Couch ist sehr bequem. Wir können ja morgen tauschen, wenn du willst!" schlug Harry nach vor.

Evelyn nickte und dann legten sich beide zum Schlafen hin. Nach einigen Stunden wurde Harry wach, da Evelyn stöhnte und sich im Bett herum wälzte und schwitzte. Harry stand auf kniete sie vor das Bett, streichelte Evelyn das Gesicht und sie beruhigte sich augenblicklich und wurde sie wach. Dabei erschrak sie zu erst, erkannte und erinnerte sich aber schnell an Harry und lächelte ihn glücklich an: „Danke, das du mich aus diesem miesen Alptraum geholt hast!"

„Kein Problem, du wirst dich sicher bei mir heute Nacht noch revanchieren können!" antwortete Harry und ging bereits zum Sofa zurück.

Fragend schaute ihm Evelyn hinter her. Nur zwei Stunden später, hatte Harry tatsächlich seinen Alptraum und wurde von seiner Schwester beruhigt. Er lächelte sie nun an und sagte: „Siehst du, wir helfen uns da gegenseitig."

Dann fing seine Narbe aufs heftigste an zu schmerzen und er wälzte sich auf dem Sofa. Als der Schmerz nachließ und er ihr die Ursache dafür erzählte, schaute ihn Evelyn eine Weile nachdenklich an und sagte dann: „Was hältst du davon, wenn wir zusammen im Bett schlafen. Ich glaube da finden wir beide mehr Ruhe und Geborgenheit!"

„Du siehst das wahrscheinlich richtig. Ich komme gerne zu dir ins Bett gekrabbelt!" dabei mussten nu beide schmunzeln.

Sie schliefen den Rest der Nacht völlig ruhig. Gut erholt und ausgeruht, ließen sie sich das eine Frühstück kommen, um dann getarnt nach Gringotts zu gehen.

Sie kamen sogar zu dem gleichen Kobold, der schon mit Harry zuvor gesprochen hatte. Er erklärte den Beiden: „Wie sie wissen gibt es auch andere Möglichkeiten, um an ihr Gold und ihr Verlies zu kommen. Sie müssen eine Blutprobe abgeben und dann können sie sich damit legitimieren." Der Kobold stach mit einem kleinen Dolch in den Daumen von Evelyn und lies einen Tropfen auf ein Pergament und verteilte es.

Dann, nach einiger Zeit, runzelte der Kobold seine Stirn und sagte: „Ihr Blut ist ebenso wie bei ihrem Begleiter nur zu 3 das der Potters. Die restlichen 97 sind nicht zuzuordnen, ich kann ihnen leider keinen Zutritt gewähren. Es tut mir leid. Bringen sie einen Bürgen, dann können wir sie auch zu ihrem Verlies lassen! Außerdem habe ich die Anweisung, bei solch einem Test die Wachen zu rufen, die sie dann ins Ministerium bringen müssen, um ihre Identität zu klären! Aber es ist bekannt, wie sie Mr. Potter zu Hauselfen stehen, daher werde ich versehentlich erst in 15 Minuten den Alarmknopf hier unter dem Tisch drücken! Ich hoffe ihnen irgendwann einmal besser helfen zu können!"

Geschockt und entsetzt schaute er zum Kobold hoch, der aber schon in irgendwelche andere Tätigkeiten vertieft war. Er konnte nicht fassen, was ihm hier passiert war, setzte aber nochmals an und fragte den Kobold: „Wie kann das passieren, ich habe doch bisher aus meinem Verlies meine Ausbildung auf Hogwarts bezahlt?"

Dann fiel Evelyn das Amulett von ihrer Patentante ein und sie fragte dann den Kobold: „Entschuldigen sie Sir und wenn ich nun eine Möglichkeit hätte, auf ein anderes Verlies zu zugreifen?"

Nun schaute der Kobold sie beide überrascht an, dann erklärte er ihm in einem verschwörerischen Ton: „Das könnte gefährlich für sie werden, das habe ich bereits Mr. Potter gesagt. Da wir ihre wahre Identität nicht klären können, müssen wir davon ausgehen, das sie möglicher Weise den Schlüssel gestohlen haben. Daher, wenn sie einen Schlüssel zu einem anderen Verlies haben, müssen sie ihn sofort rausrücken. Er wird verwahrt, bist das Erbe geklärt ist! Aber ich glaube sie haben gar keinen anderen Schlüssel?"

Jetzt nickte Harry und sagte: „Das stimmt. Können sie mir bitte ihren Namen nennen, ich finde es nicht höflich, das ich sie nicht richtig ansprechen kann. Schließlich sind sie sehr nett und hilfsbereit!"

Evelyn nickte und sagte: „Das stimmt. Es wäre auch mir eine Ehre, wenn ich sie richtig ansprechen dürfte!"

Mit noch größeren Augen, als er sie schon sowie so hatte schaute der Kobold die beiden an. Dann sagte er stotternd: „Mein … Name … ist … Oberon …"

Harry, der nicht auf die Unsicherheit einging sagte: „Mr. Oberon, vielen Dank für ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Wenn ich ihnen jemals helfen kann, dann sagen sie es. Es wäre mir eine Ehre!"

Evelyn sagte noch: „Das, Mr. Oberon, gilt auch für mich. Auf Wiedersehen!"

Damit verließen die beiden Gringotts und ließen einen völlig geschockten Kobold zurück. Das hatte zur Wirkung, dass er den Alarm erst nach 20 Minuten auslöste.

Auroren machten sich auf die Suche nach den beiden, da der Verdacht bestand, das einer der Beiden Harry Potter war, waren auch Agenten des Phönixordens dabei!

Evelyn und Harry waren derweil in ihrem Zimmer zurück. Harry hatte zwar das nachdenkliche Gesicht des Wirtes bemerkt, machte sich aber keine Gedanken darum. Wie falsch das war sollte sich nur eine halbe Stunde später heraus stellen.

Auroren waren in der Pension erschienen und der Wirt teilte ihnen mit, dass er das Zimmer Nr. 17 einem jungen Mann vermietet hatte, aber nun sein zwei Tagen eine zweite Person dort heimlich mit übernachtete.

Das reichte den Auroren und sie stürmten die Treppe hoch. Harry und Evelyn hatten zwar immer einen Verschlusszauber auf die Türe gelegt, aber der war keine besondere Sicherheit. Sie schreckten beide auf, als heftig an ihre Türe geklopft wurde und sie eine laute Stimme hörten: „Öffnen sie die Türe, Widerstand ist zwecklos. Wir geben ihnen fünf Minuten, dann kommen wir mit Gewalt herein!"

Harry und Evelyn schauten sich erschrocken an. Dann aber sagte Evelyn bestimmt: „Mich kriegen die nicht und wenn ich dabei drauf gehe!"

Harry nickte und bestätigte: „Mich auch nicht und nur wir Beide zusammen. Kannst du apparieren?"

Evelyn schüttelte den Kopf aber Harry sagte beruhigend: „Ich habe gelesen, das wir auch zusammen apparieren können. Du musst mich und ich dich nur ganz fest halten und wir müssen uns einen Ort vorstellen, wo wir hin wollen!"

Ohne ein weiteres Wort nahm ihn Evelyn fest in ihre Arme. Alles was sie brauchten, hatten sie sowieso getarnt am Körper. Sie sagte nur: „Dann Mal los. Die brechen gleich die Türe auf. Wohin gehen wir?"

„Da wo es sicher ist will ich hin!" sagte Harry.

Und Evelyn wiederholte ungewollt den Satz: „Da wo es sicher ist will ich hin!"

Dann waren sie auch schon verschwunden und kurz darauf realisierten sie, das sie in einer dunklen Kammer oder einem dunklen Verlies gelandet waren.