14. Kapitel – Merlin und Morgana
„bla, bla, bla." Gesprochene Worte
# bla, bla, bla. # Gedankenübertragung
Übergang aus dem vorherigen Kapitel:
… „Mit dem Spruch „Saritap pernisox ottarim", soll jedes Schloss geöffnet werden, egal wie es auch verschlossen wurde!" erklärte Evelyn.
Harry fügte noch hinzu: „Und die Beschwörung: „Onaim peranties rasonatos", soll einem helfen, vergrabene oder sonst wie versteckte Schätze zu finden!"
Dann sprachen beide, nachdem sie sich zugenickt hatten, zuerst gemeinsam die Beschwörung: „Milon Irago Lamal"! Es geschah aber erst einmal gar nichts.
Dann aber wurden sie von einer milchigen Wolke umhüllt und sie hörten folgende Worte: „Wollt ihr die nächste Hürde nehmen, so müsst ihr erst einmal hinter mein Geheimnis kommen. Sobald ihr es gefunden habt, wird eine unlösbare Aufgabe euch gestellt. Wenn ihr sie erfüllen könnt, so soll euch der weitere Weg gewiesen werden. Doch solltet ihr scheitern, so seid des Todes!"
Erschrocken schauten sich sowohl Harry und Evelyn als auch Mehurian und Kastellaun an. Dann sagte der Kobold Kastellaun: „Das könnt ihr nicht machen! Dieses Risiko dürft ihr nicht eingehen. Bitte überlegt euch das Risiko!"
Doch Harry und Evelyn gingen gar nicht darauf ein und sprachen: „Saritap pernisox ottarim und direkt danach fügten sie noch hinzu: „Onaim peranties rasonatos", dann erschien in der Wand eine Art Tor und die milchige Wolke verschwand mit Evelyn und Harry durch das Tor, das sich direkt danach wieder verschloss.
…und schon verschwanden die beiden Kobolde wie Schemen vor ihren Augen. Im nächsten Augenblick tauchte eine unwirkliche Gegend auf und in einiger Entfernung konnten sie eine Hütte vor sich ausmachen. Immer noch waren sie von diesem milchigen Schemen umgeben und es schien, als schickte es Evelyn und Harry ohne ein weiteres Wort zur Hütte und verschwand dann auf einmal im Nirgendwo. Langsam gingen Evelyn und Harry auf die Hütte zu.
Kurz vor der Hütte blieben sie stehen und holten beide erst einmal tief Luft und Harry sagte: „Irgendwie erinnert mich das an die Zeit bei den Gründern. So ähnlich hat es auch angefangen und dann haben wir eine dreijährige Ausbildung erhalten, die alles auf Hogwarts inklusive Zusatzunterricht beinhaltet!"
Evelyn nickte, dann schaute sie ihm in die Augen und meinte: „Du hast recht, aber bevor wir nun hier hinein gehen, möchte ich euch etwas sagen. Egal was passiert, ich werde dich nicht verlassen. Ich will immer an deiner Seite kämpfen und dich auch unterstützen. Wir sind eine Familie und du bist das letzte, das ich habe. Ich will dich nicht verlieren…"
Harry verstand und antwortete: „Mir geht es genau so und egal, was künftig noch kommt, wir sind in allem gleichberechtigt, und ich werde dich nie verlassen, ob als Geschwister oder auch sonst wie. Für immer und ewig!"
Überrascht von diesem Schwur, aber auch verstehend und irgendwie dann doch wieder nicht verstehend, fragte Evelyn: „Was meinst du mit sonst wie…"
Lange schaute Harry ihr in die Augen, dann antwortete er ihr: „Ich weiß nicht, was uns unsere Zukunft bringt. Nur eines weiß ich. Ich werde nie wieder einem Menschen so trauen, wie euch. Und ich werde auch nie wieder einer Frau so trauen, das ich mit ihr eine Beziehung eingehen kann, nicht nach dem was ich erlebt habe…"
Wissend und verstehend nickte Evelyn und sagte dann: „Das geht mir doch genau so, wie euch…" hier stockte sie ein wenig, bevor sie dann doch weiter fort fuhr, „aber ich mich auch schon gefragt, was passiert, wenn feststeht, das wir nicht nur nicht mehr blutsverwandt sind, sondern damit auch nicht mehr eine Familie, was wird dann aus uns…Freunde?" sie wurde zum Schluss immer leiser.
Nun ging auch Harry endgültig ein Licht auf und er sagte in einem sehr überzeugten und bestimmten Ton: „Wir werden immer eine Familie sein. Entweder als Geschwister, obwohl ich zugeben muss, dass ich mich noch schwer tue, zu verstehen, dass du meine Schwester bist, oder aber auch anders, halt als Familie…"
Irgendwie wollte er sich nicht richtig festlegen, als ihn dann Evelyn nochmals fragte: „Wie jetzt…"
Nun hielt er sie mit seinen Händen an ihrer Schulter und sagte nun bestimmt: „…du weißt, was ich meine, …dann auch und vielleicht sogar eher noch als Paar. Denn nur dir würde ich noch vertrauen, so wie es notwendig ist…"
Evelyn nickte und flüsterte: „Ja ich auch…"
Nach einiger Zeit hatten sich beide wieder soweit beruhigt.
„Also, was machen wir?" fragte Evelyn.
Harry hob die Schultern und sagte: „Rein gehen, was sonst! Aber wir halten die Stäbe bereit!"
Dann klopfte Harry an die Türe. Als sich die Türe öffnete traten ihm eine zierliche Frau mit blauen Augen und langen goldgelben Haaren entgegen, die in einer Art schwarzen Kutte gehüllt war. Sie stellte sich als Morgana le Fey vor: „Hallo Evelyn, hallo Harry, wir haben euch bereits erwartet."
Damit betraten Harry und Evelyn die Hütte. Dort wurde sie von einem älteren Mann mit schneeweißen, langen Haaren begrüßt, der sich als Joseph von Arimathia den beiden vorstellte. Die Hütte, die sie nun betraten, war sehr schön eingerichtet und viel größer, als es von außen den Anschein hatte.
„Setz euch doch erst einmal", sagte Joseph „und lass uns etwas essen und trinken. Dabei können wir uns besser kennen lernen."
„Vielen Dank Joseph von Arimathia und ihnen auch Morgana le Fey!" antwortete Harry.
Evelyn schaute Harry mit fragendem Gesichtsausdruck an und fragte dann: „Weißt du eigentlich, wer Morgana le Fey war?"
Nun schaute Harry ein wenig unwissend aus der Wäsche und Evelyn klärte ihn auf: „Das ist die Gegenspielerin zu Emrys oder besser bekannt zu Merlin gewesen! Das heißt, wir sind, wenn dies wirklich die leibhaftige Morgana ist in der Zeit so ungefähr tausend Jahre zurück gereist!"
„Oh Mist, du hast Recht, aber es stand nichts von einem Joseph von Arimathia in den Geschichtsbüchern, darum habe ich mich auch ablenken lassen…" gab Harry zerknirscht zu.
„Zuerst einmal, wir nennen euch beim Vornamen, also Evelyn und Harry, dann sprecht mich bitte auch mit Morgan oder besser Mo an. Wir werden hier gemeinsam einige Zeit verbringen mit deiner Ausbildung und besonders schwere aber auch persönliche Dinge erlernen, die auch sehr viel von euch preis geben werden. Da werden wir keine Zeit für unnötige Höflichkeitsfloskeln haben!"
„Stimmt", bestätigte Joseph, „und mich solltet ihr Besten mit meinem Namen ansprechen mit dem ich in der Zukunft überall in der Welt bekannt sein werde. Nenn mich deshalb gleich Merlin!" Dabei schlich sich ein schalkhaftes Grinsen über Merlins Gesicht.
Harry saß nur genau so staunend mit offenem Mund da, wie Evelyn. Morgana fing lauthals an zu lachen und sagte zu den Beiden; „Falls ihr Lust habt dürft ihr nun eure Münder auch wieder schließen."
Evelyn und Harry wurden rot und fielen dann aber kurz darauf in das Lachen der beiden mit ein. Es wurde noch ein langer Abend und später machten sie noch einen Rundgang durch die Hütte. Dabei stellte sich heraus, dass diese Hütte ähnliche Überraschungen beherbergte wie das Zelt, in dem Harry mit den Weasleys bei der Quidditch Weltmeisterschaft übernachtet hatte. Es gab drei Schlafräume mit Bädern, Küche Wohnzimmer, eine Art Labor und weitere Räume, die sie sich später anschauen wollten.
Sie erklärten ihnen noch, dass sie hier ihren nächsten Teil der Ausbildung durchführen würden und es drei Jahre dauern würde. Harry hatte sarkastisch dazwischen gesprochen, und bemerkt, dass dafür in ihrer Zeit nur drei Tage vergehen würden. Merlin und Morgana hatten geschmunzelt und man hatte sich noch weiter aus getauscht. Da es kurz vor Mitternacht war gingen alle vier zu Bett.
Am nächsten Morgen wurde Harry und Evelyn, die hier in getrennten Zimmern übernachteten, von Merlin geweckt. „Na meine jungen Helden, bereit zu neuen Taten?" grinste er.
„Ha, Ha, Ha", war Harrys einziger Kommentar und Evelyn verdrehte nur ihre Augen. Dann verschwanden beide im Bad und kurz darauf erschienen sie am Frühstückstisch.
„Morgen ihr zwei, setz euch und guten Appetit", wurde er von Morgana begrüßt.
„Euch auch einen schönen guten Morgen, Mo, jedenfalls einen schöneren als Merlin unseren Heldenbewunderer..." grummelte Harry.
Morgana lächelte wissend. Nachdem sie mit dem Frühstück fertig waren deutete Morgana auf Harrys Schmuckstücke: „Übrigens heute Nacht wurden für euch beide jeweils zwei Schmuckstücke abgelegt... sie sind etwas ganz besonderes!"
Damit legte sie zwei identische Armreifen und zwei gleich aussehende Ketten auf den Tisch
„Mo, kannst du mir mehr darüber sagen?" fragte Evelyn nun doch interessiert und betrachtete die Schmuckstücke genauso interessiert, wie Harry.
„Am besten kann euch das wohl mein lieber Freund Joseph erzählen, obwohl ich doch angenehm überrascht bin, das ihr sie offensichtlich sehen könnt!"
Merlin setzte sich zurecht und deutete auf die Armreifen: „Das sind Jadereifen. Sie sind beide aus grüner Jade geschnitzte Armreifen der Druidenpriester, der für das Leben steht. Er gilt seit Jahrtausenden als Glücksbringer. Er regt den Tatendrang seines Trägers an und belebt dessen Träume. Außerdem schützt es vor Krankheiten jeglicher Art."
Harry und Evelyn hörten mit wachsender Begeisterung zu.
„Eure Ketten sind aus Onyx und verkörpert die Erde und wurde lange Zeit bei den Elfen verwahrt. Sie gelten in großen Teilen der Zauberwelt als Unglücksamulett, bei den Elfen steht es jedoch für starkes Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl. Es fördert einen gesunden Egoismus und kann richtig angewendet, seinen Träger sogar unsichtbar machen."
Nun waren die Geschwister regelrecht glücklich über die Fähigkeiten, die ihre neuen Schmuckstücke beinhalteten.
Nun sagte Morgana nachdenklich: „Was mich verwundert ist, das ihr sie sehen könnt. Ich dacht sie sind für alle unsichtbar?"
Merlin klärte die drei auf: „Die Hohepriester hier auf der Insel werden schon ihre Gründe gehabt haben. Ohne, das sie daraus Nutzen ziehen können, hätten sie diese Gaben sicher nicht hier vor der Hütte abgelegt, sobald die beiden angekommen waren!"
Nun fragte Harry: „Und warum könnt ihr sie sehen?"
„Wir sind für euch so etwas wie Vertraute, die und die obersten der Druiden und Elfen und dann noch eure Eltern können sie sehen. Sonst nur diejenigen, die ihr liebt und denen ihr das Geheimnis willentlich offenbart..." klärte sie Morgana auf.
„Doch die komplette Benutzung der Schmuckstücke werdet ihr erst im Laufe der Zeit erlernen, denn dies ist noch nicht die letzte der Etappen eurer Reise. Bevor wir aber mit eurer Ausbildung beginnen, werden wir euer Potential ausloten. Dafür reisen wir zum Altar der Elemente!" erklärte Morgana weiter.
„So" sagte Merlin „dann fass mal meine und Mo's Hand an damit wir den ersten Schritt wagen können."
Harry und Evelyn spürten etwas wie ein Ziehen in der Bauchgegend, ähnlich dem Apparieren und im nächsten Augenblick waren sie auch schon in einem runden Raum aufgetaucht.
In der Mitte des Raumes stand ein Altar und ansonsten war der Raum lehr und die Wände waren ohne Tür oder Fenster oder irgendetwas anderes erkennbares. Auf dem Altar war ein orange leuchtender und circa fünfzig Zentimeter großer Kreis in der Mitte. In diesem Kreis befanden sich auf dem Altar die unterschiedlichsten aussehenden Kristalle, die alle auf kunstvoll geschmiedeten Ständern befestigt waren.
Harry und Evelyn schauten sich erstaunt um. Merlin nahm sie an die Hände und führte sie zum Altar. Dort erklärte er den beiden die weitere Vorgehensweise: „Siehst ihr die Kristalle? Sie symbolisierten jeweils ein Element und würden aufleuchten, wenn jemand die Macht des Magiers über dieses spezifische Element besitzt. Es geht dabei nicht nur um die vier Bekannten Elemente, nämlich Feuer, Wasser, Luft und Erde, sondern auch Schatten und Licht, Natur und Tiere, Liebe und Hass und schließlich noch die Elemente für Leben und Tod."
Nun fuhr Morgana fort: „Nun geht an den Altar und lasst einige Tropfen Blut in den Kreis hinein fallen. Dann werden die Kristalle anfangen zu leuchten, für deren Elemente ihr die Kraft erlangen könnt. Manchmal ist es schon möglich, das man sogar zwei Elemente erlernen kann!" erklärte sie…und sagte dann noch: „Ihr werdet, wenn ihr die Fähigkeit habt ein Elementar zu werden für zwei Jahre für die Ausbildung zu der jeweiligen Hohepriesterin in einer anderen Dimension gelangen. Nun probiert ob und wenn ja, für welche Elemente ihr die Fähigkeiten habt!"
Evelyn wollte schon an den Altar gehen, als sie von Harry am Arm fest gehalten wurde. Er flüsterte: „Warte bitte. Ich befürchte, wir werden hier unser blaues Wunder erleben. Schließlich bin ich ja der-Junge-der-lebt und du bist meine Schwester und damit eigentlich das-Mädchen-das-auch-lebt!" Dabei verdrehte er die Augen und Evelyn schaute ihn fragend an, er erklärte weiter: „Was meinst du, was passiert, wenn wir das Blut auf dem Altar tropfen lassen. Dann werden wir sicher nicht nur ein Element erlangen können, sondern sicher zwei oder gar drei, wetten wir?"
Jetzt verdreht auch Evelyn ihre Augen und flüsterte dann ebenso: „Dann lass uns doch gleichzeitig unser Blut testen! Was hältst du davon?"
„Einverstanden!"
Merlin und Morgana hatte trotz des Flüsterns genug mit bekommen und schauten nun die beiden Fragend an. Dann sagte Merlin: „Es spricht nichts dagegen, wenn ihr den Test gleichzeitig macht!"
So gingen Evelyn und Harry gemeinsam zum Altar, schnitten sich beide mit einem Messer in die Handfläche und ließen ihr Blut in den Steinkreis tropfen.
Dann fing doch tatsächlich erst ein Kristall an zu leuchten, dem dann aber gleich ein weiterer folgte. Harry schaute Evelyn mit hochgezogener Augenbraue an, so als wäre das doch sowieso klar gewesen. Das verursachte im gleichen Moment großes Staunen bei Morgana und Merlin, der auch gleich sagte: „Das ist äußerst selten, das man die Macht über zwei…" dann stoppte er, als ein weiterer Kristall zu leuchten anfing, „…großer Gott drei Elemente…" aber wieder wurde er unterbrochen, als ein weiterer Kristall anfing zu leuchten.
Morgana hielt sich den Mund zu so erstaunt war sie. Doch kurz darauf fingen doch tatsächlich auch die restlichen acht Kristalle an zu leuchten.
Morgana sagte nur: „Das gibt es nicht, jeder von euch kann scheinbar sechs Elemente beherrschen…"
In diesem Moment schlug aus jedem Kristall jeweils zwei Lichtbogen, wie eine Art Regenbogen, jeweils auf Evelyn und Harry und nieder gingen!"
„Alle zwölf Elemente … sie haben die Fähigkeiten für … alle … zwölf … Elemente…" stammelte Merlin.
Harry hob nur entschuldigend seine Schultern in Richtung Evelyn und die gab ihm einen Hieb auf die Schulter und sagte nur trocken: „Angeber!"
Dann hörten beide eine Stimme in ihrem Kopf: #Endlich seid ihr erschienen. Ihr seid die Auserwählten, alle Elemente zu beherrschen! Mein Name ist Lady Shiartanja und ich bin die Vorsteherin der Hohepriesterinnen, die euch die Elemente lehren werden. Wir holen euch gleich zu uns… #
Sie hörten noch Morgana sagen: „Und in zwei Jahren sehen wir uns wieder…"
…Evelyn und Harry saßen in einem nebligen Innenhof, die Sonne schien hell und heiß, erleuchtete den gesamten Platz. Die Sonnenstrahlen tanzten in der Luft, reflektierten und verursachten verschiedene, funkelnde Regenboden. Weit entfernt, sang ein Phönix sein Morgen Lied. Das wunderschöne Getriller echote in der Luft wieder.
Plötzlich tauchte eine Frau mit lila Augen vor ihm auf. „Harry! Evelyn! Endlich seid ihr hier!", gab sie von sich und Evelyn und Harry erkannten die Stimme.
„Lady Shiartanja!", rief Harry aus, glücklich die Person, die zu ihnen gesprochen hatte, nun auch zu sehen. „Was machen wir hier?"
„Das ist nun für die nächsten zwei Jahre euer zu Hause, hier und später bei Merlin und Morgana, wo ihr nochmals ein Jahr ausgebildet werdet. Insgesamt werden dann in eurer Zeit wieder nur drei Tage vergangen sein!", lächelte sie.
„Durch eure Träume konnten wir erkennen, dass ihr nun bald zu uns kommen würdet. Heute werde ich euch meine Schwestern vorstellen, so dass wir uns binden können!"
„Binden?" fragten Evelyn und Harry synchron.
„Ich werde es euch erklären, wenn ich sie euch vorgestellt habe. Grundsätzlich, sind wir alle Göttinnen, Mitglieder der Spirituellen Welt. Jeder von uns beherrscht ein oder zwei Elemente. Hier…", hierbei klärte sich der Nebel auf und gab die Sicht auf einige andere Frauen frei.
„Dies hier sind meine Schwestern. Diese…", die Lady gestikulierte zu einer Frau mit dunklem, blau gefärbten Haar. „… ist Lady Sykyaja, Göttin des Weltmeeres und der Nacht. Sie beherrscht die Elemente Wasser und Dunkelheit."
Lady Sykyaja schenkte Harry und Evelyn ein schmales Lächeln. „Willkommen, Kinder!"
Eine Frau mit saftig, grünem Haar trat als nächstes vor. „Dies ist Lady Trisana, Göttin der Natur und der Tiere. Ihr Element ist die Erde und die Tiere."
„Schön Sie kennen zu lernen, Lady.", sagte Harry höflich.
„Ganz meinerseits!" sagte auch noch Evelyn.
„Dies ist Lady Myrtana, Göttin der Sonne, Mond und Sterne. Ihr Element ist Licht, Leben und Liebe." Das wies auf eine Frau mit creme-blondem Haar und hellen Augen hin.
„Und zum Schluss, dies ist Lady Lyra, Göttin des Schmerzes, Dunkelheit und Hoffnung. Sie beherrscht die Elemente Luft, Hass und Tod."
Da war etwas an der Lady, was Harrys Aufmerksamkeit erregte. Lady Lyra hatte langes, silber-schwarzes, welches bis zu ihrer Hüfte reichte. Der Vorhang der Haare tanzte um sie herum und ihre Augen waren ein geheimnisvolles grau mit einem Hauch von eisig-blau. Diese Augen waren stechend und durchdringend. Harry fühlte sich, als wenn sie seine Gedanken hören konnte. Außerdem schien eine geheimnisvolle Luft um sie herum zu wehen.
„Welches Element beherrschen Sie?", fragte Evelyn und drehte sich zu Lady Shiartanja um.
„Ich beherrsche das Feuer, manchmal auch als Hitze bezeichnet."
Zum ersten Mal erkannte Evelyn, dass Shiartanjas Haare kein pures Schwarz waren; die hintere Franse war dunkel, reichlich rot, gelegentlich aufbrausend.
„Nun, da die Vorstellung vorüber ist, werden wir uns mit der Bindung beschaffen. Die Bindung wird euch mit uns Göttinnen binden. Ihr werdet in der Lage sein mentale Telepathie mit uns gewählten Göttinnen zu betreiben, so dass sie euch in Notsituationen helfen können und was noch viel wichtiger ist, sie wird euch mentales Training geben, um mit den Dingen umgehen zu können."
„Was?" Harry war sprachlos. "Warum ich, ähm ich meine wir? Ich meine… Nicht das ich über eine Bindung unglücklich bin, aber warum passieren solche Dinge immer mir und jetzt auch noch Evelyn?"
Evelyn nickte und schaute Shiartanja erwartungsvoll an.
„Einer eurer Ausbilder, Salazar, lehrte euch die Grundsätze. Ihr könnt unmöglich alles in nur drei Jahren lernen und um den Dunklen Lord zu besiegen müsst ihr alles lernen, was ihr wissen müsst. Ihr Beide seid etwas besonderes, sowohl du Harry, der das schon lange so erleben muss, aber auch du meine liebe Evelyn. Das könnte ihr nicht ignorieren. Ihr werdet diejenigen sein, die diese Dunkelheit zum Fall bringen werden. Deswegen müsst ihr dies alles erlernen. Nun aber zu der Bindung."
Sie übergab Harry und Evelyn jeweils einen kleinen Kristall, der sie sehr an ihre Zeremonie erinnerte, als sie herausfanden, dass sie die Macht für alle zwölf Elemente beherrschten.
„In dies hier musst du deine gesamte Macht konzentrieren. Das Licht und die Macht werden die die Jenige jetzt nochmals zeigen, mit der ihr euch bindet und wir können das Ritual ausführen."
„Okay!", antwortete Harry.
„Dann mal los!" sagte auch Evelyn.
Sie nahmen jeweils ihren kleinen Kristall in ihre Hand und konzentrierten sich. Beide konnte sie die Energie und die Macht, die durch sie hindurch flossen und sie nach draußen zwangen, spüren. Sich auf all die Energie in dem kleinen Kristall konzentrierend, vereinigte es sich.
Langsam brach ein purer, weißer Lichtstrahl aus dem Kristall aus. Der Lichtstrahl breitete sich länger und länger aus, bis es sich plötzlich in viele Lichtstrahlen aufteilte. Die Lichtstrahlen begannen sich zu drehen und rasten durch die Luft, immer schneller und schneller. Plötzlich hüllte es sich um alle Hohepriesterinnen, kurvte um sie und drehte sich mit Nachdruck.
Weder Evelyn noch Harry wussten, für wie lange sie dort standen. Das nächste, was sie wussten war, dass das Licht und die Luft sich langsam beruhigten, als der Lichtstrahl verschwand.
„Sehr gut!"
Harry schaute auf und sah, dass Lady Shiartanja gesprochen hatte. Dann schaute er zu Evelyn, die ihn ebenso nachdenklich anschaute.
„Ihr wurdest mit uns allen gebunden!"
„Ich…" Evelyn war fassungslos. Sie hatte erwartet, sich mit Lady Shiartanja oder Lady Sykyaja zu verbinden. Gewiss nicht mit Lady Lyra. Obwohl sie nicht so warm war, wie die anderen, hatte sie ihre ganz eigene Anmut. Und schon gar nicht mit allen!
„Harry! Evelyn!"
Lady Lyras Stimmer erklang in der Luft und Harry gefror auf der Stelle. Die Stimme war weich und silberhell; warm und dennoch eisig zugleich: „Ihr wurdet mit uns gebunden und daher würde wir euch gerne eine Gabe überreichen!"
Die Lady erhob wie alle anderen ihre Hände und ein goldener Lichtstrahl schoss aus ihren Händen auf Harry und Evelyn treffend. Wärme floss durch den Körper des Mädchens und des Jungen.
„Ich bewillige euch die Gabe Phönixus zu sprechen, die Sprache der Phönixe."
Als Lady Shiartanja erneut vor trat, wich Lady Lyra zurück. Sie lächelte bei seinem Anblick von völliger Verblüffung. „Young Once!", sagte sie. „Ich möchte euch ebenfalls eine Gabe bewilligen."
Hierbei winkte sie mit der Hand und ihre silberne Robe flog in der der Luft. Eine Minute später, erreichte das Geflatter von Flügeln Harrys und Evelyns Ohren. Es gab einen Strudel in der Luft und zwei Phönixe kamen zum Vorschein. Ihre Flügel waren dunkelblau, um die Spitze, golden und rot-orange in der Mitte. Ihre Schwanzfedern waren feuer-rot, lang und elegant.
„Ich bewillige euch euren Vertrauten."
„Vertrauten?", fragte Evelyn und Harry verdutzt.
#Vertraute sind Tiere die geistig mit euch befestigt sind. Sie sind ebenfalls in der Lage Telepathie auszuführen. #, sprach Lady Lyras Stimme in seinem Kopf und er sprang vor schreck ein Schritt zurück.
„Lady Lyra?", fragte er laut und war verwirrt. Und zu Evelyn sagte er: „Hast du das auch gehört?"
Evelyn nickte nur.
#Sprecht in euren Gedanken, Kinder #, sprach wieder einmal die Stimme einer der Ladies in ihren Gedanken. #Nun, da wir gebunden sind, ist geistige Telepathie zwischen uns ebenso möglich. #
Währenddessen, flatterten die Phönixe umher. Plötzlich brachen sie in ein Trillern aus und trillerte ein Lied. Die Melodie war wunderschön und voller Hoffnung. Zur Überraschung der Zwillinge, erkannten sie, dass sie ihre Worte verstehen konnten. Plötzlich erinnerte Harry sich an Lady Lyras Gabe. Genau so erging es Evelyn. Das war es also, worüber sie gesprochen hatte.
Harry erkannte, warum ihm das Lied so vertrau vorkam; es war die Phönix Musik, die er am ende des vierten Schuljahres, beim Kampf mit Voldemort, gehört hatte. Er lächelte, als er dem Lied zu hörte, welches ihm Hoffnung schenkte in der aller letzten Minute. Der Ton welchen ihn unmerklich aufmunterte. Er öffnete seinen Mund und schloss sich in dem Gesang mit ein. Phönixus ging ihm leicht über die Lippen als hätte er es sein ganzes Leben lang gesprochen. Ihr Gesang war derselbe und dennoch das ganze Gegenteil, zur selben Zeit. Gleich fiel auch Evelyn mit ein. Zusammen sangen sie in Harmonie; Tag und Nacht, Mond und Sonne, Licht und Dunkelheit, kamen zusammen und bildeten ein Ganzes. Ihr Getriller war weich doch mit solch einer Intensität, dass Harry und Evelyn sich selbst zitternd vor fanden.
#Ich grüße dich, junger Herr! Und dich ebenso junge Herrin! #, sagten die Phönixe, nach dem sie mit dem anmutigem Singen aufgehört hatten.
#Ich grüße dich, eleganter Phönix! #, antwortete Harry in derselben Sprache. #Es ist mir eine Ehre dich zu treffen! #
Auch Evelyn kommunizierte mit ihrem Phönix: #Sei gegrüßt du edles Wesen. Ich freue mich, dass ich dich kennen lernen darf! #
#Gib mir bitte einen Namen, junge Herrin. Ich hätte gerne einen Namen! #
Evelyn lächelte. #Hm…#, sagte sie nachdenklich. #Du bist weiblich, nicht wahr? #
#Wohl wahr, Kind! #
#Was hältst du von Flame? #, fragte sie nach einer Weile der Grübelei. #Du hast die Farben des Feuers! #
#Flame ist gut! #, war die Antwort. Nach einem Moment…
Evelyn schnappte erschrocken nach Luft; sie hatte völlig vergessen, dass ihr Vertrauter Telepathische Fähigkeiten besaß, als sie mit ihm gesprochen hatte.
Harry ging es ähnlich und nannte seinen Phönix Fire, das ihm ebenso gut gefiel!
„Ein letztes Geschenk!"
Harry schaute auf und sah, dass es diesmal Lady Myrtana war, die gesprochen hatte.
„Dieses Geschenk ist von uns allen!" Ein Blitz aus weißem Licht entstand und plötzlich erschienen zwei Schlangen auf dem Boden.
Harry schnappte nach Luft; die Schlangen waren wunderschön, so anders, wie die Schlangen, die er bisher gesehen hatte. Eine war Mitternachtsschwarz mit einem dünnen, weißen Raster den Rücken hinab. Die andere war genau dieselbe, außer dass ihr Körper eisig-weiß war und, während das Band von Rastern schwarz war.
#Guten Morgen, junger Herr und junge Herrin! #, zischte die schwarze Schlange in Parsel.
#Guten Morgen. #, antwortete Harry. Er fühlte sich ein bisschen schwindelig. Nach allem, hatte er in den letzten zehn Minuten herausgefunden, dass er A) nun eine Bindung mit allen Hohepriesterinnen hatte, welches Telepathie Sprache erlaubte, B) einen neuen Vertrauten namens Fire hatte und C) zwei Schlangen als Haustiere erhalten hatte, die mit denen er sich unterhalten konnte.
#Ich wünsche euch beiden ebenfalls einen schönen guten Morgen… # sagte Evelyn ebenfalls in Parsel.
#Du kannst ja auch Parsel, Evelyn! # stellte Harry überrascht fest.
#Scheinbar…# war Evelyns lakonische Antwort.
Nun erhob sich auch die zweite Schlange.
#Du bist ein Redner! #, gab die weiße Schlange an.
#Ja. #
#Ist mir ein Vergnügen, junge Herrin, junger Herr! Wir gehören euch, wenn ihr es so wünscht. # Dieses mal war es die schwarze Schlange, die sprach.
#Habt ihr Namen? #, fragte Evelyn neugierig. sie wurde es langsam leid, genau so wie Harry, die Schlangen immer mit weißer oder schwarzer Schlange anzusprechen.
#Ja. Aber die richtigen werden wir euch jetzt noch nicht verraten, sondern erst, wenn die Zeit reif ist dafür! #, sprach die weiße Schlange. #Solange nennt mich bitte Ice und meine Schwester hier heißt solange Shadow. #
#Wo kommt ihr her? #, fragte Harry neugierig. #Und von welcher Schlangenart stammt ihr ab? Ich glaube nicht, dass ihr eure Art schon mal gesehen habe! #
#Wir stammen aus Nord Amerika. #, antwortete Shadow. #Wir stammen von einer Schlangenart namens Serpentirus ab, aber die meisten Menschen glauben, dass wir ausgestorben sind. In Wahrheit haben wir uns nur versteckt um die Menschen zu meiden, welche glauben, dass wir böse sind. Ihr werdet später mehr über uns erfahren! #
#Können wir uns mit telepathischer Sprache unterhalten? #, fragte Evelyn ungewiss. Sie fühlte, dass alles im Moment möglich war, nach den erstaunlichen Dingen, die passiert waren.
#Ich glaube das können wir. #, erklang Ice' Stimme in seinen Gedanken. Als Harry zur Seite sprang, schien die Schlange amüsiert zu sein.
#Ihr hört lieber auf, mich so zu erschrecken oder ich bekomme eine Harzattacke, wenn das vorbei ist. #, schimpfte Harry, aber seine Stimmlage war scherzhaft und nicht tadelnd.
Evelyn war am kichern.
#Wir müssen das hier nun beenden! #, unterbrach sie die feste Stimme von Lady Lyra.
#Was ist nun ein Elementar? #
#Ein Elementar...#, erklärte die Lady. #ist eine Person, die die Fähigkeit besitzt, ein oder zwei Elemente zu beherrschen. Als wir in verbanden, wurde ein großer Teil meiner Elementar Magie zu euch übertragen. Und nun bist du ein Elementar, der Wind und Eis beherrscht! #
#Was ist mit den Auras? #, fragte Evelyn nun neugierig.
#Ah, ja. Die Elementar Magie erlaubt euch die Auras zu /sehen/. Sie zeigen euch, wie mächtig oder wie schwach eine Person ist. Außerdem kannst du die Emotionen der Personen wahrnehmen. Von dem stärksten bis schwächsten Anteil der Aura; angefangen bei weiß, dann rot, blau, gelb, violett, grün und orange. Weiß ist die mächtigste; ich glaube Merlin war einer der wenigen, der diese Farbe besaß. Umso dunkler eine Farbe umso mächtiger ist die Person. #
#Ähm... Ich bin nur neugierig. #, fragte Harry ungewiss. #Doch... welche Farbe hat meine Aura? #
#Ich würde auch gerne wissen, welche meine hat! #
Die Lady lachte in einem wunderschönen, melodischen Ton. #Macht euch darüber keine Gedanken, Little Once. Eure Auren hat momentan das reinste weiß und ihr werdet in der Lage sein Voldemort ohne Probleme zu besiegen, so lange wie ihr trainiert und übt! #
#Trainieren? #, fragte Harry verwirrt.
Evelyn schubste ihn an seiner Schulter und sagte: #Wozu sind wir sonst hier! #
Lady Lyra nickte wohlwollend in Richtung Evelyn: #Training ist für dich wichtig um eure Kräfte zu erkunden und die Elemente zu kontrollieren. Wir werden, so schnell es geht, mit dem praktischen Training beginnen. Zu erst allerdings müsst ihr über die Theorie und über die Meditation Fähigkeiten lesen. Wenn ihr die Meditation beherrscht, können wir weiter machen. Außerdem müsst ihr die Formwandlung lernen. Es erlaubt euch, deine Erscheinung zu verändern. Das ist genau das, was Shiartanja mit deinem Erscheinen getan hatte. Formwandlung ist ein Teil der Elementar und Spirituellen Magie, welche ihr erlernen werdet. #
#Welches Buch muss ich mir besorgen? #, fragte Evelyn und war mit Eifer dabei.
#Nicht erforderlich! Da, nehmt diese zwei. #
Harry und Evelyn waren geschockt, als drei Bücher auf sie zu flogen und auf dem Tisch landeten. Ein Titel lautete ‚Elementar Magie: Die historischen Elemente von Rowena Ravenclaw', während das andere ‚Meditations- Fähigkeiten: Eine komplette Anleitung von Godric Gryffindor' lautete. Das letzte trug den Titel: ‚Die Kunst der Formwandlung von Salazar Slytherin.'
#Rowena, Godric und Salazar haben die geschrieben? #, fragte Harry total fassungslos.
#Ja, sie wollten, dass ihre zukünftige Generation in der Lage sein würde, die altertümlichen Fähigkeiten zu erlernen. Lest so schnell es geht diese drei Bücher und übt eure Meditations- Fähigkeiten. Gebt mir Bescheid, wenn ihr fertig seid. Ihr habt maximal einen Monat Zeit. #
Sie stöhnten beide. Lesen, lesen, lesen. Sie schlugen die erste Seite eines der Bücher auf und begann zu lesen.
Der Tag, die Wochen und die Monate gingen schnell um. Harry und Evelyn war sehr bald damit fertig, die angeforderten Bücher zu lesen und nun hatte sie die Kunst der Elemente und die Meditation gemeistert. Ihre Kontrolle über ihre Elemente hatte sich außerordentlich verbessert. Mittlerweile konnten sie, wenn sie es wünschte, alle Elemente herbeirufen und sogar mixen. Ihre Formwandlung Technik hatte sich ebenfalls verbessert. Nun waren sie in der Lage ihre Erscheinung nach ihrem belieben zu verändern. Jeden Morgen, wachte sie um vier Uhr auf um zu üben.
Dann war der Tag gekommen, dass sie zurück zu Merlin und Morgana gehen konnten. Wieder einmal hatten sie ihre Ausbilder in Erstaunen versetzt und sie zum Schluss sogar teilweise in den Schatten gestellt. Wieder einmal hieß es Abschied nehmen.
„Nun geht zurück zu Merlin und Morgana und vollendet auch eure dortige Ausbildung mit dem gleichen Erfolg wie bei uns. Lebt wohl!" damit umarmte Lady Shiartanja die beiden gefolgt von allen anderen Hohepriesterinnen.
Nun erschien auch wieder eine milchige Wolke und verschwand mit Evelyn und Harry…
