Kapitel 4

Wach auf!

„Bella! Wach bitte auf! Du bist mein Leben, ich kann nicht ohne dich!" Ich senkte den Blick. Ihr Anblick war unerträglich. Sie schien noch blasser als ich, ihr Herz schlug langsam, zu langsam, so als würde es jeden Moment stehen bleiben. Überall an ihr hingen Schleuche. Das EKG piepste unaufhörlich. Ihr Körper war übersäht mit Nähten und blauen Flecken. Sie so zu sehen, zerstörte mich.

Ich darf sie nicht verlieren. Sie darf nicht sterben. Nie wieder will ich sie verlieren.

Seit Tagen schon wachte Bella nicht auf. Carlisle meinte, sie wäre noch nicht bereit, sich der Wahrheit und dem Schmerz zu stellen. Es wäre eine Schutzfunktion ihres Körpers.

Noch immer wussten wir nicht, was passiert ist. Die Wölfe verließen ihr Reservat nie.

Die Zeitung schrieb über einen Raubüberfall dem Chief Swan und sein Freund Billy zum Opfer gefallen sind. Wir reimten uns vieles zusammen. Aber was hatte Bella alles erlebt und gesehen, dass sie keinen Willen mehr hatte, zu mir zurück zu kommen!?!?! Ich hatte sie alleine gelassen. Die Gefahr nicht gesehen – und sie vielleicht für immer verloren.

In meiner Verzweiflung sandte ich Sam eine Nachricht. Ich bat ihn um einen Blick in seine Gedanken. Aber er kam nicht…

Bella´s Zustand besserte sich von Tag zu Tag. Ihr Herz schlug wieder kräftiger. Sie war auf dem Weg der Besserung. Ich ließ sie keine Minute alleine. Wenn sie aufwachen würde, würde ich da sein. Würde sie auffangen, wenn der Schmerz sie übermannte.

Ich war so glücklich. Charlie, Billy und Jacob – wir alle waren bei uns zu Hause und schauten das Spiel. Es war immer wieder lustig mit meiner kleinen Familie. Ich fühlte mich so geborgen….und dennoch fühlte ich immer , dass mir was fehlte. Ein wichtiger Teil in meinem Leben…von weither hörte ich manchmal meinen Namen. Diese verzweifelte melodische Stimme….ich kannte sie….aber….und dann fiel der Schleier von meinen Erinnerungen. Edward. Wie eine Sintflut brach alles über mich ein. Edward, Vampir, Victoria, See, Charlie… Ich wollte schreien, mein Herz explodierte, ich fühlte alles….das Licht war wieder da. Das grelle Licht, dass mich zurück zu meinen Schmerzen führte. Ich wollte nicht – ich wollte hier bleiben.

Ich hörte meinen Namen erneut– jemand rüttelte an mir. Die Schmerzen wurden unerträglich, und ich musste zurück in mein Leben….dass jetzt keinen Sinn mehr hatte.

„Bella! Bitte wach auf!" Er rüttelte sanft an meinen Schultern. Er sollte mich loslassen.

Ich schaute ihn direkt an…abrupt liess er mich los. Geschockt riss er die Augen auf…und jetzt verstand ich es auch. Ich hatte nichts gesagt, aber er hatte trotzdem gehört, dass er mich loslassen soll..

Die Tür ging auf, ich musste nicht hinschauen, um zu wissen, wer dort stand. Meine Familie…

„Warum kann ich ihre Gedanken hören?" Verzweifelt blickte Edward zu Carlisle. Dieser zuckte nur mit den Schultern. Dieses Phänomen verstand auch er nicht…

Ich hatte nur einen Gedanken im Kopf: „Es ist meine Schuld…" und ich versank erneut in der Dunkelheit.