Kapitel 15:

„Alice, du hättest uns vorwarnen können!" Entrüstet schimpften die drei mit mir. Ich wusste, was passiert war und konnte mein Lachen nicht verkneifen. Sollten sie sie ruhig provozieren, sie würden sehen, was sie davon hatten. Bella war nicht nur stärker als die drei. Ihre Fähigkeiten übertrafen alle aus unserer Familie.

Bella saß auf der Couch. Edward hatte seine Arme um sie geschlungen und Emmet beschwerte sich bei Rose, was Bella ihm angetan hatte.

„Das ist eine von drei Fähigkeiten, die Bella hat. Ich habe gesehen, was sie noch kann. Und Edward kann mir bestätigen, dass er auch schon die zweite entdeckt hat." Bella schaute ihn mit großen Augen an und flüsterte ganz leise, dass sie doch sonst nichts getan hätte. Ein Lächeln huschte über seine Lippen. Er liebte sie, es war nicht zu übersehen. Doch er wollte ihr Geheimnis nicht verraten. Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern und klärte meine Familie auf: „Bella kann, wenn sie will, anderen erlauben, ihre Gedanken zu lesen. Er hat es vorhin im Wald gemerkt. Aber um sie nicht zu überfordern, hat er es ihr noch nicht gesagt. Wenn sie sich entschließt, ihre Fähigkeiten einzusetzen, verändert sich ihre Augenfarbe. Emmet, Jasper, Edward, ihr habt es gesehen. Ihr seid Zeuge, dass Bella´s Augen vorher von einem grün waren, wie ihr es noch nie gesehen habt." Ich sah, wie ihr Gesicht erstarrte. Sofort war Jasper bei ihr, um sie zu beruhigen. Sie war eine Neugeborene. Wir mussten einfach auf sie aufpassen. Jede ungelenkte Emotion konnte ihre Fähigkeiten auslösen, welche sie jetzt mit Sicherheit noch nicht kontrollieren konnte. Es war eine Gefahr für uns alle. Sie schaute mich mit großen Augen an: „…und die dritte?" Ich wollte es nicht aussprechen. Der Gedanke machte mich traurig. „Die Dritte ist….", ich musste schlucken, „…ihr Geruchssinn ist weitaus ausgeprägter als unserer." Ich schaute zu Boden. Niemand sollte sehen, dass ich die Folgen dieser Fähigkeit schon kannte. „Ach, wenn´s weiter nichts ist", brummte Emmet herum, „dann haben wir es ja noch ganz gut getroffen. Aber Bella, das gibt noch ´ne Revange!" Und die anderen stimmten in sein Lachen mit ein. Nur Edward schaute mich an. Und was er in meinen Gedanken sah, ließ ihn erstarren. Er hatte den Zusammenhang verstanden. Jede Fähigkeit für sich war kein Problem. Aber eine Kombination aus allen dreien, war eine tödliche Mischung. Wir konnten unser Versprechen, das wir gegeben hatten, nicht einhalten. Wenn Bella Menschenblut wollte, würde sie es bekommen….und wir waren machtlos. Und nun litt Edward mit mir…

„Klar, gibt es ne Revange. Ich mach dich jederzeit wieder fertig, großer Bruder. Und künftig schnapp ich dir sogar dein Essen weg, denn ich kann es vor dir riechen." Bella´s lachen erfüllte den Raum – auch sie hatte die Tragweite noch nicht erfasst. Wie auch, sie kannte den Geruch eines Menschen noch nicht. Aber das würde sich ändern….sehr bald.