Kapitel 17:

Es war geschehen und ich hatte es nicht verhindern können. Mühsam richtete ich mich auf. Sie hatte mich nicht verletzt, als sie mich von sich weg schleuderte. Aber es lastete eine schwere Bürde auf mir. Ich musste sie jetzt vor sich selbst schützen. Wenn der Rausch nachließ, würde sie die Tragweite ihres Handelns verstehen….und sie würde verstehen, dass ich versagt und mein Versprechen gebrochen hatte. Ich schaute an das andere Waldende zu Alice und Jasper. Beide standen mit hängenden Schultern da. Auch sie hatten sie nicht stoppen können. Niemand würde das jemals können mit ihren Fähigkeiten. Traurig schaute ich zu meiner kleinen Bella. Noch immer liess sie nicht von dem Kind. Wie denn auch….Menschenblut war das einzige, was den Schmerz des Durstes für eine Weile komplett betäubte. Und mein Engel hatte die letzten Tage sehr unter diesen Schmerzen gelitten.

Mit langsamen Schritten ging ich auf Bella zu. Jasper und Alice kreisten sie von den anderen beiden Seiten ein. Keiner wusste, wie Bella reagieren würde, wenn sie sah, womit sie ihren Durst gestillt hatte.

Ich schaute derweil zu Boden. So lange es ging, wollte ich es herauszögern, ihrem vernichtenden Blick zu begegnen…Ich würde es hören, wenn sie aufstand.

Und da war er, der minimale Luftzug, der mir sagte, dass sie fertig war…dass sie aufstand und sich langsam beruhigte. Ich griff nach ihren Händen und schaute in ihre Augen. Sie waren so rot...und ich sah noch etwas anderes. Aber ich konnte es nicht deuten. Ich war mir auch nicht sicher, ob sie verstand, was eben passiert war…Sie bewegte sich nicht. „Bella?" Nicht mal, als ich ihren Namen aussprach, reagierte sie. Kurz entschlossen warf ich Alice die Autoschlüssel zu, nahm Bella auf meine Arme und trug sie zurück zum Auto. Bei Menschen hätte man gesagt, sie würde unter Schock stehen. Aber war das auch bei einem Vampir möglich?

Auf der Heimfahrt sagte niemand etwas. Alice hing ihren Schuldgefühlen nach, dass sie die Situation nicht so rechtzeitig sehen konnte, dass nichts passieren würde. Jasper, der verzweifelt versuchte, den aufkommenden Schmerz in mir zu beruhigen…

Edward, sie hat Angst. Ich kann dir nicht sagen wovor, aber die äußere Ruhe ist eine Lüge. In ihr kocht alles. Sei auf der Hut…

Ich hatte Jasper´s Warnung vernommen, aber ich konnte nicht mehr tun, als meinen Engel zu umarmen und darauf warten, dass sie wieder mit mir sprach…oder mich zumindest anschrie. Ich wünschte mir nur eine kleine Reaktion von ihr…