Kapitel 23:

Die Dunkelheit um mich herum verschwand. Ein paar Stunden schon nahm ich meine Umwelt war. Ich wusste auch, dass jemand bei mir im Zimmer war, aber es war nicht wichtig. Ich kämpfte meinen inneren Kampf. Carilisle hatte mich nach Hause gebracht, das war mir klar. Aber sollte ich bleiben, konnte und durfte ich bleiben? Nach alle dem, was ich getan hatte, kam ich mir so unerwünscht vor. Ich liebte meine Familie und hoffte so inständig, sie würden mir verzeihen….und mir helfen. Ohne ihre Hilfe würde ich es nicht schaffen. Aber gemeinsam könnte man vielleicht eine Lösung finden.

Und dann war da noch Edward. Er war meine Liebe, mein Leben, mein…er war alles für mich. Ihn brauchte ich um glücklich zu sein. Ich wusste, dass er mich liebte…oder geliebt hatte. Die Frage, ob er mich noch liebte, quälte mich schon die ganzen Stunden, seit ich wieder bei Bewusstsein war. Ich hatte ihn bei der Jagd angegriffen, ich habe ihn verlassen….und er hatte nicht nach mir gesucht. Unsere Liebe konnte doch so nicht weiter existieren…Ich musste und wollte mich jetzt der Wahrheit stellen….also entschied ich, vollends wach zu werden und öffnete meine Augen.

Ich schaute geradewegs an die Decke, und nun wusste ich, in wessen Zimmer ich mich befand. Das Zimmer wurde durch den Mond leicht erhellt, also musste es schon Nacht sein. Wie lange ich hier im Bett gelegen hatte, wusste ich nicht…aber es war Zeit zum Aufstehen.

Ich drehte den Kopf langsam zur Tür und blickte in zwei schwarze Augen. Edward. Er stand einfach nur da und schaute mich an… Ich erwiderte seinen Blick, dennoch bemerkte ich, dass er eigentlich gerade gehen wollte. Er hatte noch immer die Türklinke in der Hand. Zögerlich richtete ich mich auf und blickte auf meinen Arm. Er war wieder an der Stelle, wo er hingehörte. Vorsichtig versuchte ich ihn zu bewegen. Es fühlte sich an, als ob er eingerostet wäre. Anscheinend war mein Bewegungsapparat noch nicht richtig wieder hergestellt, aber das war im Moment eins meiner kleineren Probleme. Mein Blick wanderte nochmals zur Tür und Edward stand immer noch regungslos da, unentschlossen, was er nun tun sollte.

„Geh jagen, Edward. Deine Augen sind schwarz wie die Nacht."

„Wirst du noch da sein, wenn ich von der Jagd zurückkomme?"

Was sollte ich ihm darauf antworten. Ich wusste doch nicht, was mich jetzt erwarten würde, wenn ich meiner Familie gegenüber stünde. Vielleicht schickten sie mich fort.

„Ich werde auf dich warten, Edward."

Und dann war er weg. Es war ihm sicher nicht leicht gefallen, jetzt zu gehen, aber wenn ich seine Augen sah, tat es mir in der Seele weh. Sein Durst musste ihn im Moment sehr quälen…und dennoch war die Angst, dass ich gehen würde, größer, so dass er gar nicht gehen wollte.

Die Erkenntnis warf mich um. Er liebte mich immer noch. Trotz dem, was ich ihm angetan hatte. Er hatte mir verziehen… Eine kleine Hoffnung in mir wuchs. Wenn er mich noch liebte und mir verziehen hatte, dann würde seine Familie das vielleicht auch tun.