Kapitel 26:
Nun, war der Satz ausgesprochen...Als ich ihn erneut anschaute, war ich mir nicht sicher, ob er verstanden hat, was ich gesagt hatte. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er jetzt wütend wurde, mich anschrie, schüttelte...zumindest hatte ich irgendeine Reaktion erwartet. Aber er saß einfach nur da und schaute mich an....
Da war es dann vorbei mit meiner Selbstbeherrschung...und ich sackte kraftlos zusammen.
„Bella, mein Engel, wo immer du hingehst, ich werde dir folgen....!" Mehr konnte ich ihr nicht sagen. Ich wusste, was sie fühlte und durchmachte. Wir hatten das alle durchgemacht. Nicht in dem Ausmaß wie sie, dass wir gegen unsere Familie gegangen sind, aber diese Qual hatten wir alle erlitten, bis wir irgendwann mit dem Durst umgehen konnten. Sie würde mich – uns – wieder verlassen, um ihre Existenz zu beenden. Ich konnte nicht anders, als sie einfach nur anschauen. Genau das war meine Bella. Sie wollte nie, dass jemand wegen ihr leiden musste...auch ihre Verwandlung hat ihr Wesen nicht geändert. Diesem Engel werde ich überall hinfolgen...
„Bella, wenn du es wagst, dann bring ich dich eigenhändig um!" schrie Alice aus dem Erdgeschoss. Es hätte mir ja klar sein müssen, dass sie es sehen würde...
„Bella", Carlisle´s Stimme war genauso unverkennbar wie die von Edward, „komm zu mir in die Bibliothek. Wir sollten uns noch unterhalten, bevor du uns verlässt." Ich richtete mich mühsam auf und schaute Edward nochmals an. Ich wusste, dass er es mir nicht leicht machen würde…aber dass er so gar nicht reagierte, wie ich es erwartet hatte, brachte mich nun doch durcheinander. Eine Trennung im Streit wäre einfacher gewesen, um ein vieles einfacher. Schweren Herzens machte ich mich auf den Weg zu Carlisle in die Bibliothek.
„Bella, wir wissen von Alice, was du vorhast…und ich kann dich so nicht gehen lassen." Ich setzte mich ihm gegenüber in den Sessel und lauschte seiner Stimme. Sie hatte schon immer eine beruhigende Wirkung auf mich. „Laß mich dir erzählen, wie es anderen Vampiren in deiner Situation gegangen ist. Ich will dich nicht überreden zu bleiben, du sollst dir nur anhören, was ich zusagen habe, und dann für dich selbst entscheiden…" Sein Blick war eine Bitte, welcher ich nicht widerstehen würde. Und so hörte ich ihm zu, als er anfing mit erzählen…
Mein Engel saß nun schon seit drei Stunden bei Carlisle in der Bibliothek. Und sie redeten mit Absicht so leise, dass keiner von uns auch nur ein Wort verstehen konnte. Es machte mich wütend. Was konnte er ihr denn so lange erzählen? Er sollte sie überreden zu bleiben, und ihr nicht noch Ratschläge geben, wie sie ihren Plan verwirklichen könnte. Die Gedanken von Alice waren auch nicht gerade förderlich, dass ich meine Wut unter Kontrolle halten konnte. Ständig wurde sie von wechselnden Visionen heimgesucht. Mal wurde Bella von einem Werwolf getötet, dann stellte sie sich den Volturies, dann wiederum wollte sie sich selbst töten…ein anderes Mal blieb sie doch bei uns. Es war nicht zum Aushalten, und auch meine kleine Schwester litt. Sie liebte Bella auf ihre Art genauso wie ich. Ihr Weggehen würde ihr das Herz genauso brechen wie mir. Selbst Rose kämpfte in ihren Gedanken mit Bella´s Weggang. Die beiden waren nie die besten Freundinnen, aber verlieren wollte auch sie sie nicht. Emmet hingegen hoffte mit seiner manchmal doch kindlichen Naivität, dass sich mein Engel dafür entscheiden würde, bei uns zu bleiben.
Jasper hatte heute keine Chance, die Stimmung im Raum zu beeinflussen. Er selbst litt viel zu sehr unter dem Gedanken, dass sie uns verlassen würde. Wir waren ein Häufchen Elend, wie wir hier im Wohnzimmer saßen. Wie dieses liebevolle Wesen uns alle doch verändert hatte. Sie selbst war sich ihrer Wirkung auf uns gar nicht bewusst…ob sie uns dennoch verlassen würde, wenn sie einmal alle diese Gedanken hören und die Empfindungen wahrnehmen könnte?!
„Esme, Liebste, komm doch bitte zu Bella und mir." Carlisle hatte leise gesprochen, dennoch hatten wir es alle gehört. Verwirrt machte sich Esme auf den Weg zu ihnen.
Was konnte das jetzt nur wieder bedeuten?! Langsam verlor ich wirklich die Geduld.
Esme war jetzt bereits seit zwei Stunden bei den beiden, und noch immer war nichts zu hören. Und ihre Gedanken verrieten sie mir auch nicht. Zornig sprang ich auf und rannte aus dem Haus. Ich musste raus, ich ertrug es nicht mehr. Blindlings jagte ich dem nächst besten Tier hinterher. Es war mir egal, was es war, hauptsache es lenkte mich ab. Hinter mir hörte ich weitere Geräusche und dann sah ich meine Geschwister. Sie waren mir alle gefolgt. Ich hörte, dass auch sie es nicht mehr im Haus ertrugen…. Gemeinsam gingen wir jagen. Es wäre nicht notwendig gewesen, aber wir fühlten uns alle gleich leer. Eine Leere, welche immer existieren würde, wenn Bella nicht bei uns wäre…
Ich werd die FF im nächsten Kap beenden. Hat mir zwar Spaß gemacht, aber trifft wohl nicht so den Lesergeschmack. ich hab drei Möglichkeiten für´s Ende...ich werd´s spontan entscheiden. Danke an die, die es bisher gelesen haben.
