A/N: Wuhuuu! Und gleich das nächste Kapitel! ^^ Was für ein Luxus wenn man bedenkt, dass die Updates immer etwas länger brauchen. Aber eigentlich kennt ihr das hier ja auch alles schon. ^^
Wie immer ein riesiger Dank an alle, die das hier lesen, auf Alert setzten und sich vielleicht sogar die Zeit nehmen und ein Review hinterlassen! (nein, dies ist keine Anspielung *puppy dog eyes* ^^)
Danke auch wieder an mein wundervolles Beta-girl JeanyAlicia!! (Luv ya, Hon!) Und ebenfalls Danke an Emerald Water!! ;)
Viel Spaß beim Lesen!! ;)
Chapter 2
„Denkst du nicht, du reagierst vielleicht ein ganz kleines bisschen über?" Dean versuchte sich etwas aufrechter hinzusetzen. Der Raum drehte sich und die Welle von Übelkeit war beinahe überwältigend.
Er musste sich zusammenreißen. Seit der Sache in Cold Oak war ihre Beziehung zueinander nicht unbedingt einfach gewesen. Alles, worauf Sam sich in letzter Zeit nur noch konzentrieren konnte, war eine Lösung für ihn aus diesem beschissenen Deal zu finden. Doch Dean wusste, dass es ein auswegsloser Kampf war. Und dennoch war sein kleiner Bruder entschlossen, eine Lösung zu finden. Bei alledem musste er Sam nicht noch ein paar neue Dinge zum Sorgen geben. Und er war okay. Er war immer okay. Er musste sich einfach nur zusammenreißen.
„Ist sicherlich nur 'ne Infektion. Wäre ja nun nicht die Erste.", versuchte Dean seinem Bruder klarzumachen. Er atmete ein paar Mal tief ein und aus, in der Hoffnung, seinen Magen etwas zu beruhigen. Und warum zum Teufel war es hier nur so kalt?
Sam kämpfte darum, sein Schnauben zu unterdrücken. Warum konnte Dean nicht einfach zugeben, dass es ihm nicht gut ging? Himmel, momentan sah er mehr aus wie der Tod auf Latschen! Seine Wangen waren gerötet und trotz der Tatsache, dass es im Zimmer nicht kalt war, zitterte er.
Sam wusste jedoch, dass es keinen Sinn hatte, mit seinem Sturkopf von Bruder zu diskutieren. Also stand er auf, um im Badezimmer ein paar Utensilien zusammen zu suchen. Schließlich, bewaffnet mit einem Waschlappen, einer Schale mit heißem Wasser und dem Erste-Hilfe-Kasten, ging er zurück zu Dean, der nach wie vor mit geschlossenen Augen am Kopfende des Bettes lehnte. Ein ungutes Gefühl überkam ihn, als er sich neben Dean setzte.
„Hey, Dean, bist du noch da?" Sam tauchte den Waschlappen in die Schale mit heißem Wasser und begann, die Bisswunde zu reinigen.
Er hörte, wie Dean scharf Luft holte, als das Wasser mit der Wunde in Berührung kam.
„Scheiße! Sam." Der ältere Winchester riss seine Augen auf und versuchte sich auf das Bild seines Bruders zu konzentrieren. Auch, wenn dies leichter gesagt war, als getan.
„Entschuldige. Aber so weiß ich wenigstens, dass du noch da bist." Sam bemühte sich, seine Stimme ruhig klingen zu lassen und nicht die Panik zu zeigen, die sich immer mehr in seinem Inneren aufbaute.
„Wo soll ich denn sonst sein?", murmelte Dean mürrisch. „Sam, ernsthaft, hör auf, hier so einen Aufstand zu machen. Ich bin okay. Es ist nur eine Infektion. Und ich hatte schon Schlimmeres. Wesentlich schlimmeres." Selbst mit seiner verschwommenen Sicht konnte er sehen, dass Sam beunruhigt war. Das brachte ihn wieder voll zurück in seinen Big-Brtother-Modus. Pass auf Sammy auf, er hörte die Worte seines Vaters nur zu deutlich in seinem Kopf. Und verflucht noch mal, er hatte es getan und tat es auch immer noch.
„Dean, es ist nicht normal, dass sich diese Bisswunde so schnell so schlimm entzündet hat. Ich meine, es können doch nicht mehr als zwei Stunden oder so vergangen sein, seitdem du losgefahren bist, um was zu Essen zu holen." Sam tränkte den Lappen mit Peroxyd. Eine kleine Erleichterung war, dass die Wunde bisher noch keine Anzeichen von Eiterbildung zeigte.
„Das wird wehtun.", warnte er.
„Ich weiß. Machs einfach, okay?" Dean biss die Zähne zusammen, sowohl gegen die kommenden Schmerzen, als auch gegen das Zähneklappern. Merkte Sam nicht, dass es hier drin kalt war wie in einem beschissenen Eisschrank?
Weißglühender Schmerz schoss durch seinen Arm, als Sam begann, die Wunde erneut mit dem Peroxyd zu reinigen.
Sam zuckte leicht zusammen, als er ein leises Stöhnen von seinem Bruder hörte.
„Ich bin fast fertig." Schließlich schmierte er noch etwas antibiotische Salbe auf die Verletzung und verband sie. Die dunkelroten Striemen, die langsam aber sicher höher wanderten, machten ihm Sorgen.
Nachdem er hiermit fertig war, wandte er sich der Kopfverletzung zu.
Die Blutung hatte schon vor einer Weile aufgehört. Der Schnitt würde nur ein paar Butterflystrips brauchen und musste nicht genäht werden.
„Denkst du, dass das Ding aus dem Wald auch das Ding ist, das die anderen Leute gekillt hat?" Sam sah seinen Bruder an. Er sah, wie Dean sich bemühte, seine glasigen Augen auf ihn zu fixieren.
Ich schwör dir, wenn du mir noch einmal erzählst, dass es dir gut geht, werd ich handgreiflich, dachte Sam und konzentrierte sich wieder darauf, das getrocknete Blut abzuwaschen.
Dean musste ein paar Mal Schlucken, bevor er schließlich antwortete, „Ziemlich sicher. Ich meine zwei verschiedene und auch noch gefährliche Mistkerle an einem Ort und auch noch zur selben Zeit? Komm schon, selbst wir brauchen mal 'ne Pause."
Sam verspürte den Drang zu lachen. Schön und gut, aber leider war auf das Winchester-Luck nicht ganz so viel Verlass.
„Außerdem entsprach das, was ich von den Leichen sehen konnte, genau dem, was auch in den Zeitungen und in dem Autopsiebericht stand." Erneut schloss Dean die Augen und versuchte, tief und gleichmäßig Luft zu holen.
Sam war ein paar Augenblicke lang still, dann: „Hast du nur den geringsten Schimmer, womit wir es zu tun haben?"
Dean schüttelte leicht den Kopf. „Nein. Ich konnte kaum etwas erkennen. Es ging alles zu schnell. Es war … es sah aus wie eine Frau. Und normale Kugeln konnten ihr nichts anhaben."
Sams Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Er hatte diese Antwort befürchtet. Das hier war ernst. Sehr ernst sogar.
Okay, beruhig dich! Er musste Bobby anrufen. Hoffentlich hatte der ältere Hunter eine Vermutung. Aber zuerst musste er sich um Dean kümmern.
Genau in diesem Moment sah er, wie auch das letzte bisschen Farbe aus dem blassen Gesicht seines Bruder verschwand und er anfing, krampfhaft zu schlucken.
„Dean? Bist du in Ordnung?", fragte Sam besorgt.
„Mir g… scheiße …" Ohne weitere Vorwarnungen schoss Dean vom Bett hoch und ins Badezimmer. Sekunden später hörte Sam Würgelaute.
Ew…widerlich… Doch seine Sorge überschattete alles andere und langsam ging er auf die offene Badezimmertür zu.
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Das hier war doch einfach nur ätzend! Und das Widersehen mit seinem Frühstück machte die Sache auch nicht besser.
Das hier war so was von nicht gut.
Er spie furchtbar schmeckende Spucke zurück in die Toilette. Sein Magen schien sich Gott sei Dank etwas beruhigt zu haben.
Blind tastete er nach der Spülung.
Soviel zu seinem Versuch, Sammy nicht noch mehr zu beunruhigen. Großartige Arbeit, die er da gerade leistete.
Dennoch musste er zugeben, dass er sich wirklich nicht sehr gut fühlte. Arm und Kopf pochten im gleichen Rhythmus zu seinem Herzschlag und trotz der Schweißbäche zitterte er.
Er versuchte sich immer noch einzureden, dass es nur eine einfache Infektion war oder eine leichte Gehirnerschütterung, doch wenn er ehrlich war, kannte er die Antwort. Er hatte genauso wie Sam auch, die Autopsieberichte gelesen. Man hatte ein unbekanntes, Schlangenähnliches Gift im Körper der Toten gefunden.
Helles Licht erleuchtete das Badezimmer.
„Dean?" Er fühlte eine Hand auf seinem Rücken, als sein kleiner Bruder neben ihm in die Hocke ging.
„Alles okay?" Sam wusste, dass dies eine der blödesten Fragen überhaupt war und die Antwort mehr als offensichtlich, aber im Augenblick brauchte er einfach ein paar versichernde Worte von seinem großen Bruder.
„Mir geht's gut.", kam die gedämpfte Antwort.
Seufzend stand Sam auf und füllte ein Glas mit Wasser für Dean.
Dean lehnte erschöpft mit dem Rücken an der Badewanne, die direkt neben der Toilette war. Er wollte einfach nur noch an einen dunklen Ort, wo er in Frieden und alleine leiden konnte.
„Hier, spül dir damit den Mund aus. Das sollte gegen den Geschmack helfen.", erklang Sams Stimme über ihm. Langsam öffnete er die Augen. Seine Kopfschmerzen protestierten heftig gegen das viel zu helle Licht und es wurde immer schwieriger, einen klaren Gedanken zu fassen. Er brauchte einen Moment, bis er das Glas erkannte, dass sein Bruder ihm direkt vor die Nase hielt.
Es brauchte fast seine gesamte verbleibende Kraft, um die einfache Aufgabe von Mundausspülen und Wasser in die Toilette spucken zu erfüllen.
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Sorgenfalten erschienen auf Sams Stirn, als er seinen Bruder beobachtete.
Ihm ging es immer schlechter, das war mehr als offensichtlich.
„Hey, wenn du hier fertig bist, sollten wir dich wieder zurück ins Bett bringen."
Dean nickte nur leicht.
Auf dem kurzen Weg zurück zum Bett war Sam es, der das meiste Gewicht seines leicht weggetretenen Bruders trug.
Trotz der Hitze, die von Dean ausging, konnte Sam auch das leichte Zittern seines Bruders spüren.
Bevor er Dean ins Bett bringen konnte, musste er ihn erst einmal aus dessen Jeans und Stiefeln bekommen.
„Komm schon, Dean, ein bisschen Hilfe wäre schon nett!", versuchte Sam seinen Bruder zu wecken. Das Ausbleiben jeglicher Reaktion auf seine Worte beunruhigte ihn. Es fühlte sich wie eine kleine Ewigkeit an, bis Dean schließlich langsam zu sich kam.
„Was?"
„Denkst du, du kannst dich umziehen?"
Dean warf seinem Bruder einen komischen Blick zu. „Sicher kann ich das."
Es war ein langsamer Prozess, aber letztendlich lag Dean im Bett und versuchte, gegen den Schlaf anzukämpfen.
Das Nächste, was er wieder mitbekam, war Sam, der ihn an der Schulter schüttelte.
„Hey, versuch noch ein bisschen länger wach zu bleiben. Du musst nur die hier nehmen und dann kannst du weiterschlafen." Sam reichte ihm ein paar Tabletten zusammen mit einem Glas Wasser.
Nachdem Sam sich sicher war, dass die Pillen da blieben, wo sie hingehörten, befeuchtete er einen der Waschlappen erneut und legte ihn auf Deans heiße Stirn.
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Ohne weiter darüber nachzudenken griff Sam nach seinem Handy und ging vor die Tür des Motelzimmers um Dean nicht zu wecken.
Der nächtliche Parkplatz war verlassen und still.
Ein kalter Wind trieb Wolken vor sich her, die hin und wieder den Mond bedeckten und alles in ein diffuses Licht tauchten.
Der Lärm vom Highway war nur ein leises Summen in der kühlen Nachtluft.
„Komm schon, komm schon, komm schon…", murmelte Sam leise vor sich hin.
Schließlich – es schien eine Ewigkeit zu dauern – hörte er die vertraute Stimme am anderen Ende des Handys. Sam stieß langsam den Atem aus, von dem er jetzt erst merkte, dass er ihn angehalten hatte.
„Ja?"
„Bobby, ich bin's – Sam."
„Sam! Wie geht's euch beiden so? Hast du etwas Neues wegen dem verfluchten Deal herausgefunden?"
Seit dem Vorfall in Cold Oak versuchten Sam und er einen Weg zu finden, um Dean irgendwie aus diesem Deal herauszuholen.
„Bobby, wir brauchen deine Hilfe!" Ein leicht verzweifelter Ton lag in den Worten des jüngeren Winchesters.
„Was ist los? Seid ihr zwei okay?", verlangte Bobby zu wissen. Sorge in der Stimme.
„Ich denke Dean wurde vergiftet. Aber ich weiß nicht, wovon. Und es geht ihm immer schlechter, Bobby." In diesem Augenblick realisierte Sam zum ersten Mal das ganze Ausmaß der Situation. Sein Bruder hatte nur noch ein Jahr und jetzt könnte er vielleicht… Nein, soweit würde es nicht kommen!
„Was ist passiert? Was habt ihr zwei Vollochsen diesmal wieder angestellt?", fluchte der ältere Hunter, jedoch ohne Ärger in den Worten.
„Wir sind in Long Creek – Oregon. Irgendwas tötet hier Menschen. Okay, es tötet nicht nur, sondern häutet und verstümmelt seine Opfer auch. Alles ist in den Wäldern außerhalb der Stadt passiert. Und wir tappen bis jetzt noch völlig im Dunkeln. Oh, warte, eine Sache wissen wir doch. Was auch immer da draußen ist, es ist giftig. Man hat ein unbekanntes Gift im Blut der Leichen gefunden." Sam hielt einen Moment inne, um ein paar Mal tief Luft zu holen und sich zu beruhigen. Dann erzählte er Bobby den Rest.
Bobby schwieg eine Weile. „Und du denkst, dass dieses Miststück die gleiche ist, die auch alle anderen Menschen getötet hat?"
„Ich weiß es nicht, aber es würde hinkommen. Bobby, wir müssen irgendwas finden! Ich weiß nicht, ob dieses Gift …" Sam konnte das Wort ‚tödlich' nicht aussprechen.
„Eine Frage noch – weißt du sonst noch etwas über dieses Gift, außer, dass niemand es kennt?"
„Ja, warte, im Autopsiebericht stand etwas davon, dass es Ähnlichkeit mit Schlangengiften hat."
„Ich werd sehn, was ich herausfinden kann. Ruf mich an, sollte sich etwas verändert." Sam konnte das Rascheln von Papier am anderen Ende der Leitung hören.
„Mach ich. Danke, Bobby."
„Und Sam, sei vorsichtig."
„Du auch." Mit diesen Worten beendete Sam das Gespräch und ging zurück ins Motelzimmer.
Das Wissen, dass Bobby ihnen helfen würde, half, seine Angst im Zaum zu halten.
Schon beim Eintreten wusste er, dass etwas nicht stimmte. Dann hörte er das leise Stöhnen. Sein Blick landete augenblicklich auf Dean, der sich in einem unruhigen Schlaf hin und her wälzte.
Mit zwei langen Sätzen war Sam an der Seite seines Bruders.
„Dean! Hey. Wach auf!" Er rüttelte fest an der Schulter seines Bruders, doch dies schien Dean nur noch unruhiger werden zu lassen.
„Komm schon, du machst mir hier gerade ein bisschen Angst. Wach auf!", versuchte der jüngere Winchester es erneut. Er fluchte leise über die Hitze, die von Dean in Wellen ausging. Schließlich begannen Deans Lider zu flattern.
„Dean, hörst du mich?" Sam legte eine Hand auf die schweißnasse Stirn seines Bruders, geschockt, wenn dieser sich in die die Berührung lehnte.
„Komm schon, Bro, bist du noch da?" Sam fühlte, wie Panik wieder in ihm aufstieg. Er hätte das gehauchte Wort beinahe überhört.
„Dad?"
TBC ……….
