„Au",
lachte Alicia, welche gerade vom Briefkasten zurück kam und rieb
sich die Stelle am Hinterkopf, die gerade von einem Schneeball, von
James geworfen, getroffen wurde, „na warte!"
Sie griff in den
Schnee, formte einen Schneeball und warf ihn die Richtung von James
zurück. Leider hatte sie nicht gerade die selbe Zielgenauigkeit
wie ihr Bruder, so dass der Ball an seinem Kopf vorbei zischte,
jedoch nur auf dem Boden aufklatschte.
„Du musst eindeutig noch
besser Zielen lernen", grinste James und knallte Alicia noch einen
weiteren gegen ihre Schulter.
„Ich verbringe meine Zeit lieber
mit was anderem, als damit, zu lernen, wie man richtig zielt",
lachte sie.
„Na, wenn du meinst, aber in gewissen
Lebenslagen, wäre es wirklich von Vorteil, wenn du es könntest",
kamen die Worte frech über James' Lippen.
„Ach so.. und
in welchen?", fragte Alicia, duckte sich gerade um einen neuen
Schneeball zu formen, als sie ein weiterer Schneeball am Hinterkopf
traf, „Hey James, das ist unfair, wenn ich nicht hinschaue!"
„Das
war ich doch gar nicht", lachte dieser scheinheilig und warf noch
einen, „und du solltest es lernen für Situationen wie diese,
wo dein böser Bruder dich über und über mit Schnee
bedecken wird und du dich nicht wehren kannst!"
„Das
schaffst du nie, dafür bin ich viel zu schnell für dich",
lachte sie und rannte, etwas schwerfällig, wegen des hohen
Schnees in Richtung der Eingangstür.
„Hey, bleib stehen,
wegrennen ist feige", grinste James und rannte seiner Schwester
nach.
„Vergiss es, glaubst du ich will, dass du mich noch
weiter bombardierst?", giggelte sie und rannte weiter, als sie von
einem Schwall kaltem Schnee getroffen wurde. Doch er kam nicht von
James. Er kam von oben... Sie schüttelte sich etwas und
blinzelte zu einem der Fenster hoch, an dem Sirius stand und ihr
schelmisch grinsend zu winkte.
„Siehst du, hab ich dir nicht
gesagt, dass ich dich heute noch überhäufen werde?",
lachte James und stand nun neben seiner Schwester, die mittlerweile
eigentlich eher einem Schneemann glich.
„Ihr seid.. oh man
ihr seid echt Schweine, weißt du das?", versuchte sie ernst,
konnte aber en kleines Lachen in ihrer Stimme nicht verbergen.
„Wieso
Potter? James hat dich doch noch gewarnt, dass du nicht weiter rennen
sollst", zwinkerte ihr Sirius von oben herab zu.
„Na warte", lachte Alicia, zog ihre Mütze vom Kopf, füllte sie mit Schnee, riss die Eingangstüre auf und rannte die Treppen hoch, in Richtung Zimmer der Jungen. Als sie dieses erreichte, stand Sirius schon lässig angelehnt am Türrahmen. „Das wagst du nicht", grinste er und wartete eigentlich nur darauf.
„Du
denkst, ich trau mich nicht was?", lachte sie, packte die Mütze
und versuchte sie, etwas hoffnungslos, dem doch um einiges grösseren
Sirius über den Kopf zu stülpen.
„Du bist viel zu
klein, für das was du vorhast", lachte er, packte sie und warf
sie auf das Bett von James.
„Hey... das ist gemein",
schrie sie.
„Was macht ihr da?", lachte James, der seiner
Schwester natürlich gefolgt war.
„Ich zeige Alicia nur,
dass sie sich nicht mit Sirius Black anlegen sollte", lachte Sirius
und nahm eine Hand voll Schnee aus der Kappe und drückte sie
seiner Kontrahentin ins Gesicht.
„Bäää... lass
das", schüttelte sich diese und versuchte sich den Schnee
wieder aus dem Mund zu zuzeln.
„Wieso, du hast angefangen",
lachte Sirius und liess dann von ihr ab.
„Das war gemein Tatze",
zwinkerte James seinem Freund zu und setzte sich auf den Stuhl an
seinem Schreibtisch, „du solltest nicht nur wachsen, sondern auch
noch kräftiger werden, Alicia."
„Was nützt mir eine
super Treffsicherheit, und Muskeln aus Stahl, wenn mir hier oben
fehlt?", grinste sie und Tippte sich an den Kopf, „man gewinnt
nicht nur immer mit purer Kraft!"
Sirius hatte sich, während
James sich gesetzt hatte, auf der Bettkante niedergelassen und
grinste noch in sich hinein, als sich Alicia hinter ihm, die Kappe,
die noch gut gefüllt war, geschnappt hatte. Sie zog am Kragen
seines Pullovers und leerte den Inhalt der Kappe in den Pulli.
Sirius
schoss die Kälte natürlich sofort durch den ganzen Körper
und er sprang auf.
„Bist du verrückt?", zappelte er und
versuchte sich den Pullover schnellst möglichst vom Leib zu
reissen, „weißt du wie kalt das ist?"
Alicia grinste
zufrieden und genoss den Anblick des besiegten Sirius. James auf dem
Bürostuhl lachte und fand es nicht weniger komisch als seine
Schwester, was Sirius da gerade für Kapriolen vollzog.
Dann
hatte es Sirius aber endlich geschafft und sich das Hemd und den
Pullover über den Kopf gezogen und auf den Boden
geschmissen.
„Ich erfriere... weißt du wie kalt das
ist?", sagte er und hatte Gänsehaut bekommen.
„Ja ich
weiss, wie kalt das es ist", lachte sie, „schau mich an, ich bin
auch ganz durchnässt, euretwegen. Das war nur deine gerechte
Strafe Black!"
„Da hat sie recht Tatze", grinste James und
sass scheinheilig auf seinem Stuhl, als hätte er zuvor natürlich
überhaupt nichts getan.
„Tu nur nicht so, als wärst
nicht auch mit schuld, Krone", sagte Sirius und rollte mit den
Augen.
„Wer ich?", James stand vom Stuhl auf, „auf solche
bösartigen Ideen, wie Alicia mit Schnee zu überhäufen
würde ich wirklich niemals kommen."
„Halt die Klappe
James", sprach Alicia und legte sich rücklings aufs Bett, „ich
bin dafür, da du als einziger nicht nass bist, uns jetzt heissen
Kakao holst und wir uns in der Zeit mal umziehen... oder?" Alicia
grinste zufrieden und setzte sich dann wieder auf und knöpfte
ihr wollenes Jäckchen auf, unter welchem sie eine weisse Bluse
trug.
„Ja Krone, geh und hol uns heissen Kakao ... oder... wir graben dich im Schnee ein", lachte Sirius und streifte mit seinem Blick kurz Alicia, deren weisse Bluse von der Feuchtigkeit des Schnees doch etwas durchsichtig war.
„Ja ok... ich hol Kakao und ihr zieht euch mal schön um", lachte James, verschwand dann aber aus dem Zimmer und ging nach unten. Er wollte nun wirklich nicht, draussen im Schnee vergraben werden und er wusste, dass Sirius es tun würde, immerhin war es eigentlich seine Idee gewesen und nicht die von Sirius, Alicia den Schnee über zu kippen und jetzt hatte Sirius alles abgekommen.
„Ich geh dann mal rüber",
Alicia stand von ihrem Bett auf und ging Richtung Tür.
„Ich
hab deinen Zettel bekommen", sagte Sirius leise und wusste
eigentlich gar nicht, was er darüber sagen soll.
„So?",
sie drehte sich um und sah ihn an. Eine nasse Haarsträhne hing
ihr ins Gesicht und sie hatte rosa Wangen von der Kälte.
„Danke",
sprach er leise und lächelte sie kurz an.
„Schon ok", sie
erwiderte sein Lächeln kurz, ging dann aber doch aus dem
Zimmer.
Sirius sah ihr nach. Er war sich nicht sicher, ob er
ihr nachgehen sollte oder ob das zu aufdringlich war. Er wollte es
diesmal richtig machen. Er wollte sie nicht mehr verletzen, keine
Fehler mehr begehen. Er wollte ihre Freundschaft gewinnen, ihr
Vertrauen.
„Hey, Alicia, warte mal", sagte er und war von
seinem Bett aufgesprungen.
Sie drehte sich um und ging die paar
Schritte wieder zurück, bis sie im Türrahmen
stand.
„Was?"
„Warte...", sagte er, zog seinen schweren
Koffer unter dem Bett vor und kramte darin. Shirts flogen durch die
Gegend, ein Schal, ein Handschuh, dann der Zweite. Kurze Zeit danach
tauchte Sirius' Kopf wieder auf und er hielt ihr ein kleines
Schächtelchen hin.
„Da, für dich", sagte er leise
und beinahe verlegen.
„Für mich?", fragte sie ungläubig
nach, kam auf ihn zu und nahm das kleine Schächtelchen in ihre
Hand.
„Ich wollte es dir eigentlich schon früher geben,
als Weihnachtsgeschenk, aber...", er griff sich mit einer Hand in
die Haare und wirkte für seine Verhältnisse äusserst
verlegen, „du kennst mich. Ich bin kein Typ, der Frauen Geschenke
macht und so, zumindest nicht solche Geschenke." Er konnte sich ein
Grinsen nicht verkneifen.
„Was ist denn drin?", lächelte
sie ihn an und schüttelte das kleine Schächtelchen um
herauszufinden, was es sein könnte.
„Machs auf." Er
setzte sich wieder hin und zwinkerte ihr kurz zu.
„Ok",
lächelte sie und öffnete den Deckel. Sie machte grosse
Augen, als sie sah, was der Inhalt davon war.
„Wow, die sind..
oh man Sirius, woher hast du die?", sagte sie leise und beinahe
sprachlos.
„Gefallen sie dir also?", sagte er leise und stand
auf.
„Sie sind wunderschön"
„Schön, wenn
sie dir gefallen", sagte er leise und nahm einen der kleinen
Ohrringe aus der Schachtel. Sie waren aus mattem Weissgold und es war
je eine schwarze Perle darin eingefasst. Vorsichtig schob er mit der
Hand ihre Haare von der Schulter und legte ihr Ohr frei. Er öffnete
den Verschluss des Ohrringes und legte ihr das Schmuckstück
an.
„Sie sind wahnsinnig schön. Aber woher hast du die?",
fragte sie noch einmal und liess ihn auch noch den zweiten Ohrring
anbringen.
„Das verrat ich dir nicht", zwinkerte er ihr
zu.
„Na gut", grinste sie, „und wie sehen sie aus?"
„Sie
sehen... sie sehen wahnsinnig schön aus, an dir", sagte er ihr
leise ins Ohr und schaute ihr danach in die Augen.
„Und du
bist sicher, dass du die mir schenken möchtest?", runzelte sie
die Stirn, „sie sehen so teuer aus..."
„Ich bin mir mehr als
sicher, Alicia", er streichelte ihr vorsichtig über die Wange
ohne auch nur eine Sekunde den Blick von ihren Augen
abzuwenden.
„Danke", hauchte sie leise und erwiderte seinen
Blick. Sie war wieder ganz gefesselt von seinen grauen Augen. Sie
konnte es nicht beschreiben, sie waren unglaublich.
„Gern
geschehen", seine Stimme war beinahe nur noch ein Flüstern und
sanft strich er mit einer Hand eine Strähne aus ihrem
Gesicht.
„Sirius", wollte sie schon anfangen, als er ihr
seinen Zeigefinger auf die Lippen legte. „Nicht jetzt", sagte er
und schaute sie einfach weiter an. Der Moment war einfach zu schön,
als dass jetzt etwas gesagt werden musste.
James hatte
eine Kanne heissen Kakao gekocht, mit der er gerade die Treppe
hochkam. Er balancierte zudem noch drei Tassen auf dem Tablett. Er
war gerade in der Mitte der Treppe, wo sie einen kleinen Bogen macht,
als er auf einen Schuh trat, den er heute Morgen dort „deponiert"
hatte. James geriet ins Stolpern, die Tassen und der Krug fingen an,
bedrohlich zu schwanken, doch er konnte sich mit Mühe und Not
noch auf den Beinen halten, aber eine Tasse, fiel doch noch vom Rand
und zerbrach in tausend Scherben.
„Mist", fluchte er und
stellt das Tablett auf einer der Stufen ab.
Alicia und Sirius,
natürlich aufgeschreckt vom Klirren, kamen aus dem Zimmer.
„Was
hast du gemacht?", fragte Alicia James und schaute ihn etwas
verwirrend an.
„Ach nichts, ich bin nur auf diesem idiotischen
Schuhe ausgerutscht und dann ist die Tasse runtergefallen."
In
Alicias sowie Sirius' Kopf ging gerade das selbe vor sich. Hätte
James die Tasse nicht fallen lassen, hätten sie ihn nicht kommen
gehört und er hätte sie erwischt. Ihre beiden Herzen
schlugen bis zum Hals.
„Warte, ich helfe dir", Alicia
ging ins Badezimmer, ihre Haare so richtend, dass sie die Ohren
verdeckten und holte den Handfeger und die Schaufel.
„Bring doch
zuerst mal das Tablett ins Zimmer, Sirius", sagte sie und kniete
sich neben James und kehrte die Scherben zusammen.
„Lass, ich
hab's fallen lassen", sagte James beschwichtigend und nahm ihr
die beiden Putzutensilien wieder aus den Händen.
„Wenn du
meinst, dann hole ich wieder eine Tasse", lächelte sie und
ging hinunter in die Küche.
Nachdem sie ihren Kakao getrunken und sich auch wieder etwas aufgewärmt hatten, war es auch schon an der Zeit, sich für den Abend vorzubereiten. Immerhin war heute Silvester und ihre Eltern wollten ausgehen. Eine einmalige Gelegenheit um eine kleine Party zu veranstalten. Zu Alicias grosser Freude kam natürlich Remus und auch Lily, welche nicht in Urlaub gefahren war, wollte kommen. Ihr Vater musste sich immer noch von seiner schweren Grippe erholen. Zudem, was ihre Eltern aber nicht wussten, hatten sie noch ein paar andere Freunde aus Hogwarts eingeladen.
„Wir gehen dann",
rief Mr Potter die Stufen hoch. Er und seine Frau waren zu einer
Silvesterparty eingeladen, die ein Mitarbeiter seiner Abteilung gab,
„und stellt das Haus nicht zu sehr auf den Kopf und wenn was ist,
die ihr wisst ja, wo ihr uns findet."
„Jaaaa", schrie James
von oben herab, „wir sind keine Babys mehr, keine Sorge..."
„Also,
dann macht's gut"
James hörte noch, wie sie in den Kamin
stiegen und dann verschwanden.
„Super, jetzt können wir
loslegen", grinste er zu Sirius, „Ich hol den Whiskey aus dem
Baumhaus... und du... kramst mal nach den Platten, ok?"
„Ja,
ok", grinste Sirius, „und schon nervös, weil Evans auch
kommt?"
„Was glaubst du denn? Nach ihrem letzten Brief... wer
wäre da nicht nervös?", lachte er und schlüpfte in
seine Turnschuhe, „und, was hast du heute vor? Schon irgendeine in
Aussicht, die wir eingeladen haben?"
„Hmm, ich weiss noch
nicht", grinste Sirius, „mal sehen"
„Was ist mit Amina
McFerrin? Die aus Huff?"
„Ach ich weiss es noch nicht, mal
sehen", grinste er weiter, „wann kommt Moony?"
„Eigentlich
sollte er jeden Moment eintrudeln, aber wir wissen ja beide, dass er
wohl zuerst zu Alicia ins Zimmer verschwinden und da einige Zeit
nicht mehr rauskommen wird." James lachte laut.
„Ja,
wahrscheinlich", grinste Sirius und wollte sich nicht anmerken
lassen, dass ihm das nicht wirklich passte.
Alicia hatte
sich gerade den zweiten ihrer Strümpfe übers Knie gezogen
und sah sich im Spiegel an. Sie hatte einen beinahe verboten kurzen
Rock an und die Strümpfe endeten etwas unter dem Saum. Passend
zum schwarzen Rock hatte sie ein rosafarbenes Shirt an, die Haare
etwas hochgesteckt, die Ohrringe von Sirius hatte sie abgelegt, so
gerne sie sie auch getragen hätte. Aber es hätte zu viele
Fragen aufgeworfen.
Sie griff gerade zu ihrem Lippenstift, als sie
hörte, wie jemand durch den Kamin kam. Es konnte nur Remus sein,
Lily hatte sie etwas später herbestellt und die anderen kamen so
oder so erst später.
Sie riss die Tür auf, rannte
die Treppe hinunter und direkt in seine Arme, so dass er etwas
wankend in den nächsten Sessel fiel. „Endlich bist du da",
strahlte sie ihn mit freudigen Augen an und fiel mit ihm in den
Polsterstuhl.
„So stürmisch heute?", grinste Remus und
küsste sie sanft, „du hast mir gefehlt, weißt du
das?"
„Du mir auch", lächelte sie ihn an und wollte ihn
gar nicht mehr loslassen, „schön, dass du doch noch kommen
konntest"
„Ja, ich fühl mich doch schon wieder etwas
besser, sieht man doch oder?", zwinkerte er ihr zu und küsste
sie noch einmal.
„Du siehst blendend aus", zwinkerte sie, fand
aber insgeheim, dass er doch etwas mitgenommen aussah.
„Danke",
er wusste, dass sie log, aber er war ihr dankbar, dass sie nicht
nachfragte, „du sieht bezaubernd aus."
„Danke", strahlte
sie und kuschelte sich eng an ihn.
„Du trägst ja die
Kette", lächelte er und schaute auf ihr
Handgelenk.
„Natürlich, jeden Tag, ich zieh sie gar nicht
mehr aus", strahlte sie.
„Und der Schal und die
Handschuhe? Gefallen sie dir auch?", sanft küsste er sie noch
einmal.
„Ja und wie. Sie sind toll. Viel schöner als mein
alter Schal..."
„Dann bin ich ja wirklich erleichtert. Ich
hatte schon Angst, dass es dir gar nicht gefällt."
„Ach
was, ich fands wirklich toll. Das hab ich dir doch geschrieben!"
„Ja,
aber ich wollte mich noch mal persönlich vergewissern, ob's
dir gefallen hat."
„Gehen wir hoch?", flüsterte sie ihm
leise ins Ohr.
„Wenn du möchtest", flüsterte er
zurück und streichelte ihre Wange.
Alicia nickte und zog ihn
aus dem Sessel und dann die Treppe hinauf, in ihr Zimmer. Sie schloss
dir Tür hinter sich und Remus und lächelte ihn an.
Lily
machte sich zu Hause gerade fein. Sie freute sich auf heute Abend,
dass sie Alicia wieder sah, aber auch insgeheim etwas auf James.
Sie
konnte es einfach noch immer nicht fassen, dass James Potter, DER
JAMES POTTER, ihr diese wunderbare Haarspange geschenkt hatte. Seit
einer Woche lief sie mit einem Dauergrinsen auf den Lippen herum.
Ihre Schwester Petunia, von ihrem Freund Vernon hatte sie eine
klobige, goldene Halskette bekommen, hatte schon alles daran gesetzt,
um heraus zufinden, was mit ihrer kleinen Schwester los war.
Glücklicherweise konnte sie sie immer mit einer mehr oder
weniger gelungen Ausrede abspeisen, oder das Telefon klingelte gerade
und ihr ach so geliebter Vernon war auf der anderen Seite der
Leitung.
Lily war gerade dabei, sich vor dem Spiegel die Spange von James ins Haar zu machen. Als sie fertig war, packte sie noch einige Dinge in ihren Rucksack: Frische Kleidung, Schlafanzug, halt alles was man braucht, wenn man bei Freunden übernachtet.
Sie
schulterte ihren Rucksack und ging hinunter ins Wohnzimmer, wo ihre
Eltern sassen, auch bereits in Feierlaune, sie erwarteten Gäste.
„Ich
fahr dann mal zu Alicia!"
„Ja, aber pass auf dich auf,
Liebes", lächelte ihre Mutter und stand aus ihrem Sessel auf,
drückte sie noch einmal kurz, „und wenn du länger bleiben
möchtest, dann kannst du uns ja einfach anrufen. Das geht dann
schon in Ordnung."
„Wieso darf Lily zu ihren super tollen
Freunden und ich muss hier bleiben?", schnatterte Petunia, die
gerade aus der Küche kam.
„Weil sie eingeladen worden ist,
von ihren Freunden", lächelte Mrs Evans ihrer älteren
Tochter zu.
„Nur weil Vernon mit seinen Eltern bei den
Verwandten feiert, muss ich hier hocken", nuschelte Petunia und
liess sich, mit einem Gesichtsausdruck der Bände sprach, in
einen der Sessel fallen.
„Ich habe dir ja gesagt, du kannst
ihn hier her einladen, Liebes"
„Wenn ich auch hier bleiben
soll -", fing Lily an. Sie hatte ein Schlechtesgewissen gegenüber
ihrer grossen Schwester. Sie wusste zwar, dass es eigentlich ok war,
dass sie gehen durfte, aber Petunia tat ihr leid.
„Jetzt sei
nicht albern, Lily, du gehst natürlich dahin", erhob sich nun
die Stimme ihres Vaters, „Petty wird das hier schon ganz gut mit
uns alleine überstehen. Nun geh, oder warten deine Freunde
gerne?"
Lily erwiderte das Lächeln ihres Vaters und
schaute noch einmal zu Petunia. Für einen kurzen Moment spielte
sie mit dem Gedanken, Petunia zu fragen, ob sie gerne mitgehen würde,
aber sie verdrängte ihn, so schnell wie er gekommen war wieder
aus ihrem Kopf.
Welch schreckliche Vorstellung, Petunia Evans
unter lauter Zauberern.
„Hier das Flohpulver", lächelte
ihre Mutter und gab ihr die Schale, die auf dem Kaminsims
stand.
Lily war die einzige Hexe in ihrer Familie. Aber ihre Eltern waren unglaublich stolz auf sie. Als der Brief kam, dass Lily in Hogwarts aufgenommen ist und eine Hexe sei, konnten sie es im ersten Moment nicht fassen, aber danach, waren sie stolz, stolz wie nie zuvor auf ihre Tochter. Vor allem, als sie immer mit guten Noten nach Hause kam.
„Pff, Flohpulver", nuschelte Petunia weiter. Sie war die einzige, die nicht stolz war auf Lily. Sie war, seit dem Tag an dem der Brief kam, wie ausgewechselt zu Lily. Waren sie früher beinahe wie Zwillinge, waren sie nun das pure Gegenteil. Petunia vereitelte einfach alles, was mit Zauberei zu tun hatte. Sie tat immer so, als wäre Lily abnormal, eine Missgeburt hatte sie sie schon genannt.
„Ok", lächelte Lily, nahm eine handvoll und warf sie ins Feuer, „ich ruf euch an, wenn was ist" Sie trat in die grün loderten Flammen, nannte die Adresse der Potters und schon war sie verschwunden. Sie hörte nur noch ein „Durch Kamine reisen, wie idiotisch", von ihrer Schwester, aber dann verstummten die Stimmen und sie drehte sich wie wild um sich selber. Zischte vorbei an anderen Kaminen, bis sie endlich bei den Potters ankam und etwas unsanft auf ihrem Allerwertesten landete.
„Aua", murmelte sie leise, während
des Aufstehens und rieb sich die etwas schmerzende Stelle.
„Na
Evans, unsanft gelandet?", grinste Sirius, der gerade dabei war,
einen Stapel Platten neben den Plattenspieler zu stellen.
„Oh,
Hallo Sirius", sagte sie, „ein Bisschen, ja"
„Du kannst
dich ja setzen", er deutete auf die Polstergruppe, die im
Wohnzimmer stand.
„Wo ist Alicia?", fragte sich Lily, da sie
nicht sonderlich scharf darauf war, jetzt hier zu hocken und Black
dabei zuzusehen, wie er die Platten sortierte.
„Die ist oben in
ihrem Zimmer"
Lily war schon dabei aufzustehen, als Sirius sie
angrinste: „Aber Moony ist auch da oben, also würde ich da
nicht rein, bis sie rauskommen."
„Oh, ich verstehe", grinste
sie zurück und setzte sich wieder.
„Willst du, was zu
Trinken oder so?", fragte er und wusste eigentlich nicht, was er
mit Lily reden sollte. Sie hatten sich eigentlich noch nie gross
unterhalten oder verstanden.
„Nein, lass mal, schon ok"
Lily
ging es nicht anders. Sie fand es nicht gerade prickelnd, mit Sirius
Black, dem in ihren Augen grössten Angeber der gesamten Schule,
Small Talk zu führen.
„Ok", sagte Sirius und widmete sich
dann wieder seinen Platten.
Lily schaute sich etwas im Wohnzimmer um und hoffte, dass Alicia, was auch immer sie gerade mit Remus machte, bald fertig war. Die Situation mit Black alleine hier, war einfach zu befremdlich.
„Hey, Tatze, weißt du wo
wir die 3 Kisten mit Met hingestellt haben?", James kam gerade um
die Ecke gebogen, eine Kiste Feuerwhiskey in den Händen.
„Die
sollte doch auch im Baumhaus sein oder? Sonst ist sie vielleicht
unter deinem Bett?", er zuckte mit den Schultern.
„Hm, dann
geh ich mal schauen", James hatte Lily noch immer nicht bemerkt,
„ist Evans schon da?"
Sirius grinste: „Jap, sie sitzt genau
da." Lässig deutete er in Richtung Sofa.
„Hey James –
oder sollte ich besser sagen, Potter?", lächelte sie etwas
verhalten.
„Oh, Lily, Ehm... Ich hab dich nicht gesehen, tut mir
leid", lächelte er, möglichst charmant und wuschelte sich
dabei durch die Haare.
„Schon ok"
„Willst du, eh', was
zu Trinken?"
„Nein, Sirius hat mich schon gefragt,
danke."
„Wann bist du denn gekommen?", er versuchte das
Gespräch einfach möglichst lange am laufen zu halten. Er
wollte keiner dieser schweigenden, peinlichen Momenten, in der beide
verlegen zu Boden schauten und etwas rosa anliefen.
„Ach ich bin
noch nicht all zu lange hier, vielleicht zehn, fünfzehn Minuten
höchstens."
„Ach so", er wuschelte wieder verlegen
durch sein Haar.
„Ja", lächelte sie und ihr war die
Situation nicht weniger unangenehm als ihm. Was sollte sie sagen?
Etwas von seinem Geschenk? Vor Black? Niemals.
Sirius
verdrehte etwas die Augen und murmelte was von wegen, er müsse
jetzt noch was in der Küche erledigen und verschwand. Er hatte
keinen Nerv, jetzt auch noch das Geturtel von Lily und James mit
anzuhören, wo er genau wusste, was in Alicias Zimmer wohl gerade
vor sich ging.
Er öffnete sich ein Bier, welches er aus einer
Kiste nahm und liess sich auf den Hocker in der Küche sinken.
