„Was?",
fragte Alicia und schaute Remus durch dringend an, als glaubte sie,
er hätte ihr jetzt erst mal etwas ganz schlimmes gesagt, damit
die wahre Nachricht danach nicht mehr ganz so schlimm ist.
„Du
hast schon gehört", sagte er leise, „ich bin ein Werwolf.
Als kleines Kind, wurde ich gebissen. Von Greyback. Du weißt
schon... Mein Dad hat damals... ihn irgendwie beleidigt und Greyback
hat sich wohl die schlimmste Strafe für ihn ausgesucht, die ihm
einfiel... Er hat mir aufgelauert... ich war noch klein..."
Remus
senkte seinen Blick und schaute auf seine Hand, welche Alicias sanft
etwas streichelte. Er hasste diese Geschichte und er hasste Greyback.
Noch heute erinnert er sich an jede Sekunde dieses Tages. Jede noch
so kleine Einzelheit war im ins Gedächtnis gebrannt. Er
schüttelte etwas den Kopf um die Gedanken los zu werden, doch es
klappte nicht.
Alicia hörte ein leises Schluchzen von Remus.
Sie wusste nicht, was sie sagen soll, deshalb nahm sie ihn einfach in
den Arm und tröstete ihn.
Nach einer Weile, als Remus
sich wieder etwas beruhigt hatte sagte Alicia: „Es ist mir egal,
was du bist... Es ändert nichts... Aber du hättest es mir
früher sagen sollen. Ich hätte dir doch geholfen, wenn ich
gekonnt hätte. Ich hätte doch... ich wäre doch einfach
für dich da gewesen..."
„Ich hatte einfach Angst, dass
du... dass du dann Angst vor mir gehabt hättest oder nicht mit
so einer Missgeburt wie mir... ich wollte dich einfach nicht
verlieren."
„Sag doch nicht so was Remus. Du bist ganz sicher
keine Missgeburt oder irgendwie so was in die Richtung. Wenn du dich
verwandelst, das bist nicht du selber. Du, das jetzt gerade, das ist
der echte Remus und er ist alles andere als eine Missgeburt. Ich
kenne niemanden der sich so um seine Mitmenschen kümmert und für
sie da ist, Remus."
„Ausser Sirius was?", Remus konnte sich
ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
„Halt die Klappe...",
grinste Alicia nun auch etwas, „Sirius... ich weiss nicht. Ich
dachte ehrlich, dass er mich mag. Aber ich habe mich wohl getäuscht.
Wahrscheinlich war ich wirklich nichts weiter als irgend eine Trophäe
die er sich am liebsten übers Bett gestellt hätte."
„Das
glaube ich nicht", sagte Remus, „ich glaube nur, jetzt wo Sirius
wusste, dass er dich für sich hatte, war es.."
„War
es nicht mehr interessant?", fiel sie ihm ins Wort.
„Nein,
lass mich ausreden. Ich denke es wurde ihm da einfach bewusst, dass
wenn er jetzt keinen Rückzieher mehr machte, er wohl das erste
mal im Leben wirklich verletzlich gewesen wäre. Verstehst du?
Die Frauen mit denen er früher zusammen war oder auch Amina, das
ist nichts ernstes. Für sie hat er alle keine ernsten Gefühle.
Wenn sie ihn verlassen oder irgendwas tun, was ihm nicht passt, dann
ist es ihm egal. Bei dir wäre es etwas anderes gewesen. Ich
kenne Sirius und er hätte nicht so geredet, wärst du ihm
wirklich so egal wie er tut."
„Ich weiss nicht... Er...
hat mir erst vor ein paar Tagen gesagt, dass es mit Amina ernster
werden wird... und... ich mich halt entscheiden soll, wenn ich ihn
wirklich lieben würde."
„Ja aber überleg doch mal.
Wie kann es jemandem mit wem ernst sein, wenn er sie sofort wieder in
den Wind schießen würde, käme die Traumfrau daher?
Wäre es Sirius mit Amina wirklich ernst, dann hätte er dir
gar nicht so ein dummes Ultimatum gestellt."
„Aber..."
„Nichts aber... das beruhigt sich schon alles wieder Alicia.
Ich rede noch mal mit den Jungs und sage ihnen, dass es ok für
mich ist. Also ok... Ich meine ich liebe dich", sagte er leise,
„ich kenne kein Mädchen mit dem ich so gerne zusammen wäre
wie mit dir. Aber ich kann deine Liebe ja auch nicht erzwingen.
Vielleicht, bin ich ja selber schuld, weil ich dich nie so nahe an
mich heran gelassen habe. Die ganzen Lügen, wegen dieser
Sache... du weißt schon, das hat uns vielleicht auch nicht
gerade näher zusammen gebracht..."
„Ich weiss nicht...
Wer weiss wie es gewesen wäre, hätte ich es gewusst.
Vielleicht wäre das mit Sirius ja trotzdem alles passiert. Gib
dir nicht die Schuld Remus. Du bist der letzte der an dieser
Situation hier die Schuld trägt."
„Und du nicht die
einzige. Sirius hat genau so mitgemacht und das bin ich mir durchaus
bewusst, auch wenn er sich gerade so verhält, als hätte er
mit der ganzen Sache gar nichts zu schaffen. Aber es gehören
immer zwei dazu. Und James... Der kommt schon wieder runter. Ich
glaube, das schlimmste für ihn ist, dass er scheinbar als
einziger neben mir, nichts davon gewusst hat. Du kennst ihn doch. Er
hat gerne alles im Griff und weiss über alles bescheid. Und ihr
habt ihn nicht teil haben lassen. Er ist halt wie du, manchmal
irgendwie etwas zickig.", Remus grinste wieder.
„Na danke",
lachte Alicia etwas, „Aber vielleicht, hast du ja recht. Vielleicht
legt es sich wieder."
„Natürlich legt es sich wieder.
Immerhin bin ich der einzige der Grund hätte, den Beleidigten zu
spielen. Die beiden bauschen das jetzt nur einfach auf. Die werden
schon wieder ruhiger."
„Danke Remus", seufzt Alicia und
legte ihren Kopf auf seine Schulter, „gerade frage ich mich, wie
ich so blöd sein konnte und jemanden wie dich in den Wind
schießen konnte."
„Im Nachhinein ist man immer klüger",
grinste er.
„Ja schon gut", grinste sie.
Es vergingen einige Wochen. Doch das Verhältnis zwischen Alicia und Sirius und James wollte sich nicht besser. Lily ging es genau so. James wollte nichts mehr von ihr wissen, da er sich von ihr verraten fühlte. Die beiden Mädchen waren froh, hatten sie sich wenigstens wieder zusammen gerauft und mit Remus hatten sie wenigstens noch jemanden, aus ihrer alten Clique, der sich mit ihnen abgab. Peter stärkte natürlich den beiden Jungs den Rücken. Aber das hatte auch niemand anderes erwartet. Immerhin hing er an ihnen, als wäre er in die beiden verliebt.
Das Wetter wurde auch immer besser und die eher kühlen Temperaturen wichen langsam einem lauen und angenehmen Frühling. Im Schloss herrschte momentan vor allem unter den Fünft- und Siebtklässlern eine grosse Anspannung, da sie ihre Abschlussprüfungen bald zu machen hatten. Und man merkte den Sechstklässlern an, dass sie alles noch mal gemächlicher und gemütlicher angehen liessen. Schliesslich wussten sie, dass die gemütliche Zeit hier auf Hogwarts nach dem Sommer vorbei sein würde.
Heute war es endlich soweit. Das letzte Quidditchspiel der Saison stand an. Hufflepuff gegen Ravenclaw. Die Gryffindors hofften sehr, dass die Hufflepuffs die Ravenclaws schlagen würden, denn dann wäre der Pokal dieses Jahr im Besitz von Gryffindor. Doch es sah schlecht aus. Gleich 3 Stammspieler der Hufflepuffs waren verletzt und Ravenclaw war ohne hin schon die stärkere Mannschaft.
Doch nicht nur wegen dem Pokal wollten die Gryffindors die Meisterschaft gewinnen, sondern auch, weil jeder wusste, dass wenn sie den Pokal wieder in ihr Haus holen konnten, es eine grosse Party geben würde. Und jeder konnte eine kleine Ablenkung gerade gut gebrauchen.
Und es wurde wahrlich zu einer Zitterpartie für die Gryffindors. Die Ravenclaws führten bereits nach kurzer Zeit mit 110 zu 0 Punkten. Als sich dann auch wenig später die Faust des Suchers von Ravenclaw um den goldenen Ball schloss, war es passiert. Gryffindor hatte die Meisterschaft verloren. Doch erwiesen sie sich als wahrlich gute Verlierer, denn niemand wollte auf die Party verzichten. So ging es nach dem Abendessen dann auch los. Die Musik wurde aufgedreht und beinahe das ganze Haus hatte sich im Gemeinschaftsraum versammelt und feierte, auch wenn es nichts zu feiern gab.
Alicia kam Lily hinunter. Als erstes holten sie sich mal ein Bier und setzten sich in einer freien Ecke auf die Fensterbank. Remus und seine Freunde waren schon eine Weile da. James hatte demonstrativ den Arm um eine Fünftklässlerin gelegt, während Sirius umringt von 2 weiteren Fünftklässlerin und Amina wieder irgend eine seiner Geschichten zum besten gab. Auch wenn Amina keine Gryffindor war, so war es kein Problem mit einem Gryffindor in den Gemeinschaftsraum zu kommen. Man brauchte ja immerhin nur das Passwort.
„Sie sind echt ätzend
oder?", seufzte Lily.
„Wer?"
„Na James und
Sirius."
„Ach so.. Ja sind sie. Aber ich bin bemüht sie
so wenig wie es geht zu beachten."
„Ist gar nicht so einfach
finde ich, wenn James da gerade diese kleine Barbie anbaggert."
„Na
wenn er's nötig hat? Er will dich doch sowieso nur
eifersüchtig machen, also gib ihm die Genugtuung nicht und
amüsier dich einfach. Die ist nicht sein Typ aber wohl grad die
einzige die so dumm ist bei seinem Spielchen mit zu machen."
„Meinst
du?"
„Ja natürlich. Schau ihn doch mal an. Er schaut doch
immer her ob du auch schön mitbekommst, dass er da eine im Arm
hat. Man die beiden sind echt arm..."
„Aber wirklich... Wir
sollten uns auch irgendwelche Kerle anlachen. Dann würde ihnen
das Spielchen schon vergehen."
„Ich weiss nicht, wären
wir dann nicht genau so arm wie sie?", fragte Alicia ihre
Freundin.
„Hm, wahrscheinlich schon. Aber trotzdem wäre es
doch einfach eine Genugtuung die beiden einfach mal zu ärgern
oder?", grinste Lily.
„Ja, irgendwie wäre es das ja
schon"
„Also worauf warten wir dann?"
„Keine Ahnung",
lachte Alicia.
„Dann suchen wir uns doch mal unsere Opfer für
heute Abend. Wie wärs mit...", Lily sah sich um, bis sie 3
gutaussehende Siebtklässler die Treppe hinunter steigen sah,
„wie wärs mit Sid und seinen Kumpeln?"
„Hm...",
Alicia überlegte kurz, „also von mir aus."
Die beiden Mädchen steuerten auf die 3 Jungen zu. Sid war ein grosser, junge mit dunklen, fast schwarzen Haaren und wirkte meistens etwas schüchtern. Er hing meistens mit seinen beiden Kumpels Vico und John ab. Vico war eher das Gegenteil von Sid. Selten ruhig und auf den Mund gefallen und für jede Party zu haben. Man hätte fast vermuten können, dass Sirius sich seinen „Lebensstil" von Vico abgeschaut hatte. Immerhin hatte Vico den Namen „Dr. Love" nicht umsonst bekommen. Es gab wenige Mädchen die seinem Charme noch nicht verfallen waren und damit brüstete sich dieser um so lieber. John, der dritte im Bunde fiel am wenigsten auf. Er war Blond und ebenfalls gross, nicht ganz so Still wie Sid aber auch nicht so auffällig wie Vico.
„Na ihr beiden", grinste Vico als
Lily und Alicia plötzlich vor ihnen standen.
„Hallo",
lächelte Alicia und wusste eigentlich nicht so genau, warum sie
bei diesem Spielchen mitmachte und ob es überhaupt die
gewünschte Wirkung auf Sirius und James haben würde.
„Habt
ihr Lust was mit uns zu trinken?", grinste Lily.
„Ehm... Klar
wieso nicht?", sagte John, während Sid nur kurz nickte.
„Wieso nicht? Natürlich wollen wir", sagte Vico, „wenn
ich bitten darf, die Damen". Vico legte je einen Arm um Lilys und
einen um Alicias Schultern und ging mit den beiden voraus zu den
Kisten mit dem Bier.
Etwas weiter, am anderen Ende des
Raumes, waren immer noch Sirius und James und den beiden war es
durchaus nicht entgangen, was mit Alicia und Lily da gerade abging.
„Was wollen die den von dem Kerl!" , fragte James leise und
beinahe entsetzt Sirius.
„Keine Ahnung... Scheinbar wissen die
nicht, was der Kerl für einen Ruf hat. Wetten heute nacht hat er
noch beide gleichzeitig in seinem Bett." Sirius' Stimme klang
zwar ruhig, doch im innern bebte er.
„Ich bring den Kerl um",
sagte James und wollte schon aufstehen.
„Wieso denn?", sagte
Remus mit einem fast hämischen grinsen, „Lily ist nicht mehr
deine Freundin und ich bezweifle dass sich Alicia nach den letzten
Wochen von dir und deinen Ratschlägen beeindrucken lässt."
„Jaja
Moony, du hast ja gut reden. Aber stört es dich kein bisschen,
dass sich deine Ex da gerade von einem Möchtegern Aufreißer
abschleppen lässt?"
„Nein, wieso sollte es? Bei dir
hat es mich doch auch nicht gestört", grinste Remus und genoss
es, den Jungs mal vor Augen zu halten, wie dämlich sie sich die
letzten Wochen verhalten hatten.
„Ach halt doch deine Klappe",
keifte Sirius.
„Was hast du denn?", lächelte Amina, die
sich gerade mit jemandem unterhalten hatte und drückte Sirius
einen kleinen Kuss auf die Lippen.
„Nichts, alles ok. Remus hat
nur mal wieder Mist gelabert", sagte er und versuchte sich an einem
Lächeln.
„Ich nenn es Wahrheit... Wenn du es Mist nennen
willst, bitte", sagte Remus und rollte etwas mit den Augen.
„Ach,
lass doch", sagte Amina zu Sirius und küsste ihn nochmals,
„magst du nicht mit mir tanzen?"
„Tanzen? Nein jetzt
nicht."
„Och, bitte... kann ich dich mit nichts dazu bewegen,
mit mir zu tanzen?", grinste Amina süss.
„Nein, jetzt
gerade nicht", sagte Sirius leicht angenervt schon. Er wollte nicht
tanzen. Es war gerade viel interessanter, wieso dieser Kerl da drüben
seine Griffel auf Alicias Schulter hatte.
„Ach da gäbe es
sicher etwas mit dem du Sirius dazu überreden könntest",
lachte James etwas und wollte sich wieder von Lily ablenken.
„Ja,
das glaube ich auch, dass es das gäbe", grinste Amina und
flüsterte Sirius darauf leise ins Ohr, „wir können uns
ja... nachher dafür einwenig... zurückziehen?"
Sirius
schnaubte etwas.
„Vielleicht können wir ja nachher
tanzen."
„Na immer hin hab ich ihn jetzt damit zu einem
vielleicht gebracht und keinem totalen nein mehr", lachte Amina.
„Hier bitte", sagte Vico und drücke Lily und Alicia
je eine Flasche Bier in die Hand.
„Auf eine gelungene Party",
sagte John dann, prostete kurz in die Runde und gönnte sich dann
einen grossen Schluck von seinem Bier.
„Danke", sagte Alicia
und tat es John dann nach und trank einen Schluck.
„Was meint
ihr, sollen wir uns setzen?", fragte Lily und nickte auf ein paar
freie Plätze bei den Sofas.
„Ja klar. Sitzen ist doch
schon mal viel gemütlicher als Stehen, nicht wahr?", grinste
Vico und liess die beiden Mädchen voraus gehen.
„Wieso
musst du es gleich drauf anlegen, immer jede abzuschleppen, Vico?",
fragte Sid etwas genervt.
„Wieso? Was dagegen? Ich trete dir
auch gerne eine ab. Welche hättest du denn lieber? Die süße
Rothaarige oder die heiße Schwarzhaarige?"
„Gar keine,
darum geht es nicht", antwortete Sid.
„Nicht? Aber warum
stört es dich dann, wenn du kein Interesse an einer der beiden
hast?"
„Weil es einfach nervt, dass man sich nicht mal normal
mit Mädchen unterhalten kann, wenn du in der nähe bist. Die
beiden wollen sicher nicht abgeschleppt werden. Du weißt schon,
wessen Freundinnen das sind oder?"
„Du meinst
Ex-Freundinnen. Ja und? Was kümmern mich Black und Potter?",
sagte Vico. Dass Alicia etwas mit Sirius gehabt hatte, sprach sich so
schnell in der Schule herum, dass kurz darauf jeder gewusst hatte,
was zwischen den beiden gelaufen war.
„Na wenn du Lust hast
dich mit Black anzulegen, dann mal viel Spass."
„Na dann
krall ich mir halt nur Evans. Was soll's. Die ist genau so heiß",
lachte Vico und setzte sich dann neben Lily aufs Sofa.
Sid
rollte mit den Augen, setzte sich dann aber neben Alicia.
„Ich
bin gleich wieder da", unterbrach John die kurze Stille und
steuerte kurz darauf schon Meg an, eine Schülerin aus
Gryffindor, auf die er schon seit einiger Zeit ein Auge geworfen
hatte.
„So und wieso hängen zwei so hübsche Mädchen
so ganz alleine hier rum?", grinste Vico zu Lily und nippte
nebenbei an seinem Bier.
„Das, weiss ich eigentlich
auch nicht", zwinkerte diese, „aber jetzt haben wir ja doch noch
jemanden gefunden, der mit uns was trinken will."
„Na, ich
hoffe, ihr musstet nicht zu lange suchen. Weil jeder der euch einen
Korb gibt, der muss doch wirklich ein riesen Trottel sein", Vico
zwinkerte und legte den Arm wieder lässig etwas um Lilys
Schulter.
„Oh man", sagte Alicia leise und verdrehte etwas
die Augen.
„Was ist denn?", fragte Sid und hatte Alicias
genervtes „Oh man" sehr wohl gehört.
„Ach, dein Kumpel
sollte mal etwa 100 Gänge zurück schalten. Dieses
Geschleime hält man ja nicht aus."
„Ja ich weiss, ich
habs ihm grad vorher gesagt, aber er will ja nicht hören",
lachte Sid.
„Na wenn er nicht hören will", grinste
Alicia.
„Ja, er ist selber Schuld. Ich glaube nicht, dass deine
Freundin wirklich so dumm ist und auf seine Masche reinfällt."
„Nein,
das glaube ich auch nicht und sonst bin ja immer noch ich da um ihr
die Flausen dann wieder auszureden", grinste sie.
„Na hoffen
wir mal, dass dein Einsatz heute nicht gefragt wird."
„Ach,
soviel mehr hab ich heute sowieso nicht mehr vor, von daher... Wäre
es vielleicht eine ganz gute Unterhaltung so für
zwischendurch."
„Ja vielleicht", lachte Sid und zwinkerte
kurz, trank dann aber wieder einen grossen Schluck von seinem Bier.
„Jetzt hat er seine scheiss Finger schon wieder nicht bei
sich lassen können. Ich glaube es gar nicht. Was soll das! Kann
er sich keine andere suchen?"
„Ach Lily ist schon nicht so
blöd und geht mit ihm in die Kiste. Vielleicht will sie dich ja
nur eifersüchtig machen?"
„Ja du hast ja auch einfach
reden. Alicia sitzt ja nur mit dem anderen Kerl da. Meine hat diesen
Aufreißer an der Backe kleben..."
Sirius grinste
zufrieden. Es war ihm keines Wegs entgangen, dass Alicia sich mit Sid
abgab und das war ich mehr als Recht. Er konnte sich nämlich
beim besten Willen nicht vorstellen, was ein Junge wie Sid von einem
Mädchen wie Alicia wollte. Und auch umgekehrt, sah er keine
grosse Gefahr für sich.
Immerhin war Sid so ziemlich das
Gegenteil von ihm. Er war eher Still und zog sich gerne einmal zurück
um zu malen oder zu schreiben. Das war Sids grösste
Leidenschaft, das Schreiben. Er tauchte gerne in die verschiedensten
Welten ab. Veröffentlicht hatte er zwar noch nichts, aber es war
sein grosses Ziel, irgendwann ein Buch zu veröffentlichen.
„Du
brauchst gar nicht so dämlich zu grinsen Black. Hilf mir lieber
diesen Kerl da los zu werden."
„Wieso?", lachte Sirius,
„jetzt wart doch erst mal ab. Sobald er mehr will, wird Lily ihm
schon einen Korb geben."
„Meinst du?", fragte James.
„Ja
natürlich. Und jetzt schau nicht immer dahin, das will sie doch
nur... Tu als wäre es dir egal und kümmere dich etwas um
Silva, dann wird sie mit dem Blödsinn sicher schnell aufhören.
Willst du jetzt noch tanzen?", fragte er danach Amina.
„Natürlich", lächelte diese und nahm ihn bei den
Händen und führte ihn auf die Tanzfläche.
„Ja
klar, einfach ignorieren. Deshalb gehst du jetzt ja tanzen, damit
Alicia dich besonders gut sieht. Klar Black", murmelte James dann
leise aber widmete sich dann wieder Silva, welche gerade mit zwei
neuen Flaschen Bier zurück kam.
„Da bitte", sagte
sie.
„Danke. Setz dich doch wieder", grinste James und legte
danach auch wieder lässig seinen Arm um Silva. Triumphierend
blickte er hinüber zu Lily.
Lily blieb es nicht
verborgen, dass James wohl das gleiche vor hatte, wie sie gerade.
Also, dachte sie sich, sollte sie einen Gang höher
schalten.
„Willst du vielleicht, tanzen?", lächelte sie
Vico an.
„Natürlich, bei so einem hübschen Mädchen
wie dir, kann ich doch nicht nein sagen!"
Auch wenn seine Komplimente Lily langsam auf die Nerven gingen, kicherte sie und ging danach mit ihm tanzen. Sie hatte sich einen wunderbaren Platz ausgesucht, wo James einen tollen Ausblick auf jeden ihrer Schritte hatte.
Alicia war während dessen mit Sid beschäftigt
sich über seine Zeichnungen und seine Geschichten zu
unterhalten. Ganz anders al s Sirius sich dachte, langweilten sich
die beiden nämlich nicht, sondern waren in ein lustiges Gespräch
über Trolle, Feen und Elfen verstrickt.
„Meinst du, du
kannst mir mal ein paar von deinen Zeichnungen zeigen?", fragte
Alicia und fand es klasse, was für eine Fantasie Sid zu haben
schien.
„Klar, wenn dich das wirklich interessiert", lachte
er.
„Doch natürlich. Sonst hätte ich ja nicht gefragt
oder?", zwinkerte Alicia.
„Also gut. Ich kann ja später
ein paar holen oder wir gehen sie hoch anschauen was meinst du?"
„Ja,
das hört sich gut an", lächelte sie.
„Ok klasse!
Hast du vielleicht vorher noch Lust auf ein Bier?", frage Sid und
seine Flasche hatte er bereits leer getrunken.
„Ja, ich hab
meins sowieso auch gleich leer."
„Prima, dann hol ich uns doch
noch mal 2", er lächelte sie lieb und verschwand kurz darauf
in der Menge und bahnte sich einen Weg zum Bier.
„Willst du
vielleicht nicht auch tanzen?", fragte James Silva.
„Ja, ich
habe schon gehofft dass du mich fragst", lächelte diese.
„Also, dann komm", James nahm ihre Hand und suchte sich einen
geeigneten Platz um Lily weiter gut beobachten zu können, aber
auch gleichzeitig von ihr gesehen zu werden.
„Du tanzt gut",
grinste Lily zu Vico und beobachtete aber dabei aus dem Augenwinkel,
wie James Silvas Hand nahm und sich gar nicht weit von ihr auf die
Tanzfläche begab.
„Aber nur halb so toll wie du", sagte
Vic charmant, „hast du das irgendwo gelernt?"
„Was? Was hast
du gesagt?", fragte Lily und hatte ihm gar nicht zugehört. Es
war gerade viel interessanter James und seine Begleitung zu
beobachten.
„Ich habe gefragt, ob du irgendwo gelernt hast, so
gut zu tanzen?"
„Ich? Oh nein... Nein... Ich... tanze ja auch
gar nicht so gut", lächelte sie kurz und schaute dann wieder
zu James. Dieser hatte gerade eine seiner Hände auf Silvas Hüfte
gelegt und tanzte nun mit ihr.
„Was lenkt dich denn so ab?",
fragte Vico und es war ihm nicht entgangen, dass sie sich für
jemand anderes viel mehr zu interessieren schien, als für ihn.
Und das passte ihm nicht.
„Oh tut mir leid. Ich dachte nur
gerade, ich hätte jemanden gesehen. Aber ich hab mich
getäuscht", versuchte Lily sich zu retten. Sie wollte nicht,
dass Vic absprang, denn er war einfach der ideale Partner für so
eine Aktion. Es gab kaum jemanden, den man so leicht rumkriegte wie
Vico.
„Na dann bin ich ja froh", grinste er sie wieder süss
an.
„Hier, dein Bier", lächelte Sid zu Alicia und
setzte sich wieder zu ihr.
„Danke. Prost", sagte Alicia und
stiess mit ihm an. Danach tranken sie wieder beide einen grossen
Schluck aus ihren Flaschen, „willst du, vielleicht auch
tanzen?"
Alicia unterbrach die kurze Stille die eingetreten
war.
„Oh ich weiss nicht. Ich... tanze nicht wirklich
gerne."
„Ehrlich? Schade..."
„Ja, tut mir leid. Ich
meine, wenn ich es könnte, wäre es vielleicht was anderes,
aber ich würde mich nur lächerlich machen", lachte
er.
„Ach so. Ich weiss nicht, ob ich das glauben soll oder
nicht."
„Nein ehrlich", er lachte noch immer, „du kannst
nachher ja Vico oder John fragen. Sie werden die bestätigen dass
ich aussehe wie ein Affe auf Crack wenn ich versuche zu tanzen. Und
ich will dir ja keine Angst machen."
„Das ist wirklich sehr
gütig von dir", zwinkerte Alicia und sagte das gespielt
Ernst.
„Ja nicht wahr?"
„Unglaublich", lachte sie nun
wieder, „also gut, dann will ich dir mal glauben, dass du nicht
wirklich tanzen kannst. Schade ist es aber trotzdem."
„Wer
weiss, vielleicht lass ich mich ja nach 2-3 weiteren Bieren doch noch
auf dein Angebot ein."
„So? Also gut, dann frage ich nachher
noch mal"
„Soll ich dir in der Zwischenzeit als Entschädigung
dafür ein paar meiner Bilder zeigen?"
„Wenn du
magst"
„Klar, komm", Sid stand vom Sofa auf und begab sich
zur Treppe die zu seinem Schlafsaal führte.
Alicia folgte
ihm die Stufen hinunter und dann in den ziemlich chaotischen
Schlafsaal.
„Sorry, wir... räumen hier selten auf",
grinste Sid etwas peinlich berührt und versuchte das Schlimmste
einwenig aus dem Weg zu schieben.
Amina war gerade dabei,
Sirius' Hals etwas zu küssen. Doch dieser hatte gerade keine
Zeit sich auf ihre Zärtlichkeiten einzulassen. Viel
interessantere fand er es gerade, dass Alicia tatsächlich mit
diesem Sid in den Schlafsaal verzogen hatte.
„Hm, du schmeckst
gut", raunte Amina ihm leise ins Ohr.
„Lass mal", sagte
Sirius leicht genervt und schob sie etwas von sich weg.
„Hey,
was soll das?", fragte Amina leicht entsetzt.
„Nichts, aber
wir müssen ja nicht hier vor allen Leuten rummachen oder?"
„Ja
entschuldige, dass ich dich geküsst habe. Ich dachte es gefällt
dir! Sonst hast du auch nichts dagegen wenn ich das mache!", sie
drehte sich auf dem Absatz und ging eiligen Schrittes Richtung
Portraitloch.
Sirius war hin und her gerissen. Sollte er Amina
gehen lassen oder lieber schauen was Alicia unten mit Sid vor
hatte?
Er seufzte leise und sein schlechtes Gewissen meldete sich
dann doch.
„Warte doch Amina, es tut mir leid", sagte er und
ging ihr nach.
James war während dessen schon dabei Silva
zu küssen.
Lily brodelte in ihrem Inneren und als Vico sie zu
küssen versuchte, schlug sie sein Angebot nicht aus.
Dies
machte James nun noch wahnsinniger. Er konnte es nicht fassen, dass
sie tatsächlich mit diesem Idioten vor seiner Nase herum
knutschte.
Vico küsste Lily und zog sie näher zu
sich ran. Er streichelte ihr den Rücken hinunter.
„Wieder
eine...", dachte er für sich und grinste leicht.
„Komm,
gehen wir doch an einen etwas ruhigeren Ort", raunte er Lily leise
ins Ohr.
„Spinnst du!", antwortete ihm diese. Abschleppen
lassen wollte sie sich dann doch nicht. Egal was James jetzt
dachte.
„Wieso denn? Wir können doch einfach draussen auf
dem Gang einwenig Spazieren gehen?", grinste er charmant und
versuchte das ganze einwenig zu verschönen.
„Du hast sie
wohl nicht mehr alle", sagte Lily, „ich geh nicht mit dir ins
Bett. Da musst du dir schon eine andere Dumme suchen."
„Na, du
hast ja wohl mich angemacht, also tu jetzt nicht so als wäre ich
der Blöde."
„Ja und? Deswegen kriegst du mich noch lange
nicht ins Bett!", schimpfte Lily und schüttelte angenervt den
Kopf und ging die Treppe zum Mädchenschlafsaal hoch.
Auf
James' Gesicht breitete sich ein triumphierendes Lächeln aus.
