Kapitel 2

Waylon Smithers machte es sich in seinem komfortablen First-Class Sitz einer Boeing 737 so gemütlich wie es nur ging. Natürlich hatte ihm Mr. Burns nicht den Firmenjet zur Verfügung gestellt. Nein, das wäre zu viel der Höflichkeit gewesen. Vermutlich sollte er glücklich sein, dass Burns nicht beschlossen hatte, ihn in einer Kiste zu verschicken. Er nahm sich einen SkyGalleria Katalog und blätterte lustlos durch. Draußen vor den Fenstern war es noch genauso dunkel wie es war, als er das Manor verlassen hatte. Heute Morgen war alles so schnell von statten gegangen. Anfangs hatte er sich um sein Auto gesorgt. Burns meinte, er könnte es in der Garage der Angestellten parken. Ein Taxi traf vor dem Manor ein, ein Taxi. Nicht einmal einer von Burns zusätzlichen Chauffeuren würde ihn im Rolls Royce, den er immer fuhr, zum Flughafen bringen. Ein gewöhnliches, stinkendes, schmieriges Taxi. Smithers lud sein Gepäck in den Kofferraum und nahm auf dem Rücksitz Platz. Er hatte gehofft, Mr. Burns würde auf der Treppe stehen und ihm nachsehen, aber als er zurücksah, war der Mann bereits weg. Da war nichts.

Er blinzelte die aufkommenden Tränen weg, atmete tief durch und sammelte seine Gedanken. Smithers erlaubte sich noch einen letzten Blick auf die immer kleiner werdende Silhouette von Burns Manor auf dem Hügel und zwang sich, nach vorne zu sehen.

Jetzt saß er ihn einem Flugzeug Richtung Osten. Hatte er denn nicht schon daran gedacht, einen Neuanfang zu wagen? War ihm sein Job denn nicht ohnehin schon langweilig geworden? Smithers musste beidem zustimmen. Vielleicht war das alles mehr Segen als Fluch. Es war wahr, dass er niemals außerhalb von Springfield gelebt hatte. Er hatte sein ganzes Leben innerhalb der Stadtgrenze verbracht. Jetzt wo er an Bord war, hatte er schließlich Zeit zum Nachdenken. Es war ja nicht so, dass er gefeuert wurde. Was hatte Burns noch gleich gesagt, es war eine Chance, sich verdient zu machen? Smithers schnaubte verärgert, ein unerwartetes rebellisches Gefühl stieg in ihm auf. Vielleicht gefällt es mir ja so gut in Plateau City, dass ich nicht mehr zurückkommen werde! Wie würde Mr. Burns das wohl gefallen, hah! Smithers hoffte, dass Burns das gar nicht gefallen würde. Er steckte das Magazin zurück in die Sitztasche und starrte aus dem Fenster. Das Flugzeug fuhr gerade zur Startbahn. Es stoppte; der Captain kündigte über Lautsprecher den Start an. Smithers fühlte sich nervös und aufgeregt. Als das Flugzeug an Geschwindigkeit gewann und sein Körper in den Sitz zurückgedrückt wurde, fühlte er seine Geister mit dem Flugzeug abheben. Es war als würde er einen guten Teil seines Stresses zurücklassen. Nach Erreichen der Reiseflughöhe bestellte er beim Steward einen Cocktail, steckte seine Kopfhörer rein und legte seinen Stuhl um. Plateau City, ich komme! Er drehte die Lautstärke auf seinem MyPod auf und schloss die Augen.

3 Stunden später trat er aus dem Flugzeug in den belebten Flughafen. Er war in LaGuardia gelandet. Laut Karte würde es nur eine kurze Zugfahrt nach Plateau City sein. Er schaltete sein Handy ein. Wie erwartet waren da keine neuen Nachrichten von Burns, aber eine Sprachnachricht von Thaddeus Dimas persönlich. Smithers hörte sie ab.

„ Guten Tag Mr. Smithers", begann Dimas. Smithers bemerkte einen leichten griechischen Akzent. „Hier spricht Mr. Dimas. Ihr Arbeitgeber, Mr. Burns, sagte mir, Ihre Ankunft heute Nachmittag zu erwarten. Ich hoffe, ich erreiche Sie, bevor Sie LaGuardia verlassen. Bitte nehmen Sie nicht den Zug. Ich habe meinen Piloten Antoine Radson geschickt, um Sie nach Plateau City zu bringen. Er wird Sie im Atrium um 14:30 abholen. Falls Sie schon weg sind, kontaktieren Sie mich bitte direkt, sodass ich meine Leute anweisen kann, Sie vom Plateau City Bahnhof abzuholen. Ich freue mich schon, mit Ihnen zu arbeiten, Mister Smithers. Guten Tag."

Smithers stellte sein Handy in den Energiesparmodus und verstaute es in seiner Tasche, bevor er den Fehler machen konnte, Burns anzurufen. Er würde abwarten, wie lange es dauern würde, bis Burns ihn anrief; und wenn das passierte, dachte er rebellisch, wäre er sehr glücklich, auf „ignorieren" zu drücken.

Smithers zögerte, nahm sein Handy nochmal heraus und machte eine Notiz. „Monty nicht anrufen", schrieb er. Er speicherte das Bild als Hintergrundbild. So, dachte er zufrieden. Er verstaute das Handy in seiner Tasche mit seinem MyPod und machte sich auf den Weg ins Atrium, um Antoine zu treffen.

Der LaGuardia Flughafen war geschäftig, aber trotzdem gab es welche, die überfüllter waren. Smithers erinnerte sich, als er und Burns einmal im O'Hare Flughafen in Chicago gelandet waren. Sie waren dort gewesen, um an einer Konferenz teilzunehmen und wurden eingeschneit. Was für ein Alptraum das gewesen war. Smithers hatte es geschafft, ein Hotelzimmer im Hilton am Flughafen zu bekommen. Trotz all der anderen festsitzenden Reisenden, konnte er eine Suite mit King-Size Bett und einem separatem Salon kriegen.

Burns bekam das Bett für sich alleine. Smithers kuschelte sich in einem Sessel im Wohnzimmer zusammen. Er erwachte steif wie ein Brett und wurde dafür von Burns verspottet. Smithers ballte seine Faust, als er sich erinnerte. Das Bett wäre groß genug für sie beide gewesen. Oder Burns hätte für ihn ein eigenes Zimmer bezahlen können. Aber Nein, das hätte zu viel Geld gekostet. Warum bekam Burns immer den Löwenanteil von allem? Warum musste er, Waylon Smithers, sich immer mit den Resten zufrieden geben?

Er entspannte sich wieder. Es wäre nicht gut, sich jetzt zu ärgern, sondern besser, sich auf die Zukunft zu konzentrieren.

Vielleicht lag es an der Entfernung, vielleicht aber auch am Ortswechsel; aber zum ersten Mal in den fast 20 Jahren, in denen er für Burns gearbeitet hatte, fühlte er, dass er endlich klar denken konnte. Er sah Burns' unerfreuliches Benehmen als das, was es war. Die Enthüllung war belebend.

Smithers schaute auf seine Uhr. Sein Flugzeug war etwas früher als geplant angekommen. Es gab einen Friseur etwas weiter vorne. Er fuhr mit der Hand durch sein spitzes Haar. Er trug dieselbe Frisur schon viel zu lange, und er hatte noch eine gute halbe Stunde Zeit, bevor er sich mit Antoine traf. Er würde sich die Seiten kurz abrasieren lassen und das Haupthaar lang lassen. Vielleicht ließ er es sich auch noch länger wachsen. Viele Männer taten dies heutzutage. Es sah gut aus. Sein aktueller Haarschnitt war eher out. Ein neuer Haarschnitt machte ihn immer euphorisch und zuversichtlich.

Weniger als eine halbe Stunde später spazierte er aus dem Laden. Er blieb stehen, um seine Reflexion in einem Schaufenster zu betrachten, als er zur Gepäckshalle ging. Er fuhr sich durch seinen neuen Undercut Schnitt. Neue Stadt, neue Frisur, dachte Smithers lächelnd. Er blickte auf sein Spiegelbild. Du siehst gut aus, Waylon, dachte er zufrieden. Du siehst gut aus.

Es war einfach, Antoine zu finden. Er hielt ein Schild mit Smithers' Namen hoch. Zudem hatte er blaues Haar und einen ebenfalls blauen Bart. Sogar seine Augenbrauen waren blau. Wirklich, dachte Smithers überrascht. Dimas lässt ihm das durchgehen? Smithers versuchte, nicht allzu überrascht dreinzublicken, als er sich vorstellte. Sie schüttelten die Hände. Smithers ging hinüber zum Gepäcksband, aber Antoine stoppte ihn. „Ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, aber ich habe mir die Freiheit genommen und ihr Gepäck gleich direkt zum Hubschrauber bringen lassen", sagte Antoine. „Das ist in Ordnung. Danke, Mr. Radson!" „Antoine." Er klemmte das Schild unter seinen Arm. „Bevorzugen Sie.."

„Waylon, obwohl ich ehrlicherweise daran gewöhnt bin, bei meinem Nachnamen genannt zu werden."

„Sie bevorzugen Waylon?" Smithers nickte.

„Dann nenne ich Sie Waylon."

Er führte Smithers durch einige Terminals zum privaten Flugfeld. Antoine zeigte auf einen Hubschrauber, der auf einem Landeplatz bereit stand. „Das ist sie, unsere „Little Diva"." Er gab ihr einen hingebungsvollen Klapps als er hineinkletterte. „Sie ist ein AW119 Koala", sagte er, als er sich das Headset aufsetzte und eines an Smithers weiterreichte. „Nicht das luxuriöseste Mädchen, aber sie ist schnell und hat eine Reichweite von ca. 1000 Kilometer." Seine Stimme verlor sich, als er die notwendigen Überprüfungen vor dem Start durchführte.

Antoine nahm ein Fahrtenbuch heraus und notierte ein paar Zahlen. „Sie können bei mir im Cockpit oder hinten in der Kabine sitzen. Wo immer es Ihnen lieber ist. Aber Sie sollten sich schnell entscheiden, weil ich in einer Minute fertig sein werde."

Smithers hob eine Augenbraue. „Das Cockpit ist in Ordnung für mich."

Antoine nickte geistesabwesend. Er lehnte sich hinüber und öffnete die Türe auf der Copilot Seite, sodass Smithers einsteigen konnte.

Er versuchte, nicht auf Antoines blaues Haar zu starren. Wenn das jemand bei Mr. Burns versucht, würde er auf der Stelle heimgeschickt werden. Smithers grübelte. Er wunderte sich, was für eine Art von Person Thaddeus Dimas wohl war. Smithers mochte das blaue Haar. Es war zwar nichts, was für ihn in Frage kam, aber es schien Antoine zu passen.

Smithers lehnte sich zurück als Antoine die Überprüfungen abschloss und die Maschine startete. Er steuerte in nord-westliche Richtung und flog über den Hudson River. Smithers sah die Stadt und das Wasser unter sich vorbeiziehen. Fast sofort waren sie auf der anderen Seite des Flusses angekommen, stiegen höher und flogen über die einige hundert Meter hohen Klippen in Richtung Plateau City.

Plateau City war treffend benannt worden. Auf den Klippen erbaut, diente es als wirtschaftliches Zentrum zwischen New York City, Albany und New Jersey. Es war eine dicht besiedelte Stadt. Die Schutzgebiete und Nationalparks limitierten die städtische Ausdehnung. Anstatt sich auszudehnen, wie Springfield, wurde Plateau City nach oben hin vergrößert. Smithers konnte schon von Ferne die typische Form der Kühltürme am nord-westlichen Ende der Stadt erkennen. „Kühltürme", bemerkte er.

„Yepp", antwortete Antoine. „Wir nahmen Flusswasser zum Kühlen bis 1972. Dann änderte sich die Gesetzeslage. Die Leute mögen sie nicht, aber was soll's."

„Sie haben damals schon hier gearbeitet?"

„Ich? Nein, Ich habe nicht vor den 90igern angefangen. Waylon, wie alt denken Sie bin ich?" Er lachte. Smithers betrachtete Antoine aufmerksam. Es war schwer zu sagen. Das Gesicht des Mannes war von einigen Falten geprägt, aber zugleich jugendlich. Er war eher in Smithers Alter oder verbrachte viel Zeit in der Sonne. „Ich schätze, die blauen Haare haben mich verwirrt."

Antoine antwortete nicht. Smithers war nicht sicher, ob er da einen Nerv getroffen hatte. Er hielt sich am Sitz fest und sah aus dem Fenster, als Antoine zum Landeanflug überging. Er setzte den Hubschrauber sanft in der Mitte der Landebahn auf und schaltete die Maschinen aus. „Warten Sie eine Minute, bevor Sie aussteigen. Die Rotoren senken sich, wenn sie langsamer werden. Wir können es nicht brauchen, dass Sie einen sehr kurzen Haarschnitt bekommen, wenn Sie verstehen, was ich meine." Er lächelte Smithers mit einer Mischung aus Spaß und tödlichem Ernst an. Smithers nickte. Beide nahmen ihr Headset ab. Da war ein seltsam stiller Moment zwischen ihnen. „Antoine?", begann Smithers vorsichtig.

„Ja?", antworte Antoine ebenso vorsichtig.

„Ich wollte Sie nicht wegen Ihrer Haare ärgern."

Antoine sah erleichtert aus. „Ach das, nein. Machen Sie sich darüber keine Sorgen. Manchmal werde ich so." Er öffnete die Ladeluke. „Oh, sehen Sie. Da kommt Dimas' treuer Schoßhund." Er rollte mit den Augen. „Dieser Mann ist ein Lakai. Ich meine, er ist so weit in Dimas' Hintern gekrochen..". Antoine brach ab und sah verlegen aus. „Aber hey, lassen Sie mich nicht beginnen zu klatschen, okay? Dieser junge Mann ist Preston Tucci. Wahrscheinlich ist er hier, um Sie zu treffen."

Antoine stieg aus. „Hey, Schnösel!", sagte er freundschaftlich.

Der „Schnösel", mit dem er sprach, Preston Tucci, war ein junger Mann Mitte Zwanzig. Noch nicht lange mit dem Wirtschaftsstudium fertig, seiner Garderobe nach zu urteilen. Er trug makellos gebügelte khakifarbene Hosen, ein weißes Hemd und eine gemusterte Krawatte, die Smithers nur als hässlich beschreiben konnte und einen grauer Blazer. Sein braunes Haar war in einem unordentlich-schicken Stil frisiert und er trug eine Brille mit runden Gläsern.

Er rümpfte die Nase und sagte hochnäsig: "Mister Radson, Wie ich sehe, haben Sie eine weitere erfolgreiche Landung geschafft."

„Ich würde Sie doch nicht enttäuschen wollen, Schnösel."

„Es heißt Preston, und wenn Sie abstürzen würden, wäre ich nicht enttäuscht. Es ist Mr. Smithers, den ich mich freue zu sehen."

„Ja, wie auch immer", sagte Antoine grinsend. Er sprang aus dem Helikopter und begann, die Rotoren zu sichern. „Sie würden mich vermissen, wenn ich weg wäre."

Preston schob die Brille auf seine Nase. „Das würde ich ganz sicher nicht."

„Wie auch immer", rief Antoine in sing-sang Stimme über seine Schulter. Preston ignorierte ihn. „Ungehobelter Affe", murmelte er, aber es war laut genug, dass Smithers es hören konnte. „Ich entschuldige mich für ihn. Er scheint zu denken, ein Pilot zu sein macht ihn über jede Kritik erhaben. Gestatten Sie mir, mich vorzustellen. Ich bin Preston Tucci, Mister Dimas' persönlicher Assistent."

(„Schoßhündchen", rief Antoine aus dem Hintergrund.)

(„Halten Sie den Mund, Antoine", zischte Preston.)

Smithers sah dem Wortwechsel mit Vergnügen zu. Es ist, wie Lenny und Carl zuzusehen, dachte er. Ungebetenerweise überkam Smithers eine Welle Nostalgie. Er seufzte. Fast vermisste er die beiden. Fast, aber nicht ganz.

Preston gab ihm ein Tablet und einen Stift. „Hier ist eine Kopie ihres vorübergehenden Arbeitsvertrages, Mister Smithers. Ich habe ihn kontrolliert und alles ist in Ordnung. Bitte unterschreiben Sie hier mit diesem Stift, und dann zeige ich Ihnen Ihr Büro. Antoine wird Ihr Gepäck ausladen und es wird direkt in Ihre Unterkunft gebracht."


„Nun, was halten Sie von Ihrem neuen Büro?", fragte Thaddeus Dimas stolz.

„Es ist sehr nett, Sir."

In Wahrheit war das Büro ziemlich das gleiche wie das, das er in Springfield hatte, vielleicht ein bisschen kleiner. Es war einfach, aber zweckmäßig. Es hatte den obligaten Schreibtisch, Computer, Regale und Stühle für Gäste.

Dimas war ein kontaktfreudiger, lauter und rundlicher Man. Er hatte kleine, dunkle Augen und griechische Merkmale. Er hieß Smithers herzlich willkommen. Smithers konnte nicht anders, als an den Mann vom Monopolyspiel zu denken, als er Dimas' runde Figur im Anzug sah. Er wäre ein guter „Uncle Pennybags".

Nachdem Smithers seinen Laptop und seine Tasche in seinem Büro verstaut hatte, fuhr Dimas mit seiner Tour durch das Kraftwerk fort. Im Vergleich zu Springfield war das Layout anders. Smithers bemerkte ebenfalls, dass das Kraftwerk in Topzustand war. Er hatte nicht realisiert, wie verfallen das Springfielder Kraftwerk inzwischen war, bis er Dimas' allerneuerste Technologie gesehen hatte.

„Wir verwenden die gleiche Art Reaktoren wie in Springfield, Siedewasserreaktoren. Vieles davon wird für Sie ein alter Hut sein, bin ich sicher", erklärte er, während er Smithers zum zentralen Kontrollraum führte. „Natürlich werden die Brennstäbe von Elektromagneten kontrolliert. So lange der Stromkreis funktioniert, sind sie aktiv. Im Notfall wird die Stromversorgung gekappt, die Magneten schalten sich ab und der Reaktor wird heruntergefahren.", erklärte er.

Dimas führte ihn weiter durch das Kraftwerk und stellte ihm einige seiner leitenden Angestellten vor.

Am Abend packte er seine Koffer aus. Sein Einzimmerappartment war nichts Besonderes, aber es war eingerichtet. Es lag in einem Apparthotel in Gehdistanz zur Downtown. Die Fahrzeit zum Kraftwerk war auch nicht schlecht. Er konnte die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen.

Er hatte heute verschieden Leute aus dem Kraftwerk getroffen. Die Atmosphäre dort schien professionell, aber trotzdem lässig zu sein. Keine Androhung von Hunden oder Falltüren. Es war so eine Abwechslung zu der Art, wie das Springfield Kraftwerk unter Burns' eiserner Hand geführt wurde. Denkst du schon wieder an Mr. Burns, schimpfte er sich selbst. Er nahm seinen MyPod aus seinem Rucksack und steckte ihn in das Ladegerät.

Einiger der Angestellten trafen sich zum Dinner und für Drinks nach der Arbeit. Da Smithers neu war, luden sie ihn ein, mitzukommen. Da waren Ruby aus der Buchhaltung, Preston, einige andere Leute, deren Namen er nicht mehr wusste und irgendwie hatte Antoine es geschafft, sich selbst einzuladen. Smithers bemerkte, dass Antoine der einzige mit blauem Haar war. Er fragte Preston. „Es ist, weil er Pilot ist", spottete Preston. „Er denkt, er muss öffentlich nicht gesehen werden und Mister Dimas stimmt ihm zu, obwohl ich keine Ahnung habe, warum er den Mann toleriert. Antoine ist komplett respektlos was Repräsentation betrifft. Wenn es nach mir ginge, wäre er schon vor langer Zeit gefeuert worden."

Vielleicht sind sie doch nicht wie Lenny und Carl, dachte Smithers und revidierte seinen ersten Eindruck.

Er war der Meinung, dass Ausgehen genau das Richtige wäre, um sich abzulenken. Es würde auch eine gute Gelegenheit sein, seine Arbeitskollegen näher kennen zu lernen. Er schlüpfte in ein Paar Jeans und zog eine Weste über sein Hemd. Er überprüfte sein Outfit im Spiegel. Es passte für ein zwangloses Abendessen.

Preston hatte Smithers eine Wegbeschreibung zur „The Lucky Lady" gegeben. Es war eine Bar downtown im Westernstil. Es war ein kurzer Spaziergang von Smithers Apartment. Er zog sich ein Paar Cowboystiefel an, die er mitgebracht hatte. Er schnappte sich seine Brieftasche und Schlüssel und ging. Sein Handy ließ er absichtlich zu Hause.

Wie die anderen gesagt hatten, war die Bar durch die Cowgirl - Silhouette auf der Markise einfach zu finden. Er trat ein und erkannte die Gruppe aus dem Kraftwerk. Antoine stach aus der Menge heraus. Smithers ging zu ihrem Tisch hinüber und setzte sich zwischen Rube und einem Mann, den er bisher nicht kannte. Man stellte sich vor, Nettigkeiten wurden ausgetauscht und Getränke bestellt. Smithers bemerkte, dass Antoine eine große blonde Frau an der Bar anstarrte. Ruby schnippte mit den Fingern. „Hey, Antoine, vergiss nicht zu blinzeln." Jener wurde rot, sah weg und nahm einen Schluck Wasser. „Ich habe nicht gestarrt", murmelte er in sein Glas.

„Ceasar Flickerman da drüben denkt, dass er beliebt bei den Frauen ist!", sagte ein Mann in mittlerem Alter mit freundlichem Gesicht. Antoine machte eine unhöfliche, aber scherzhafte Geste. Jeder lachte.

Die Drinks kamen. Smithers hatte gerade einen weiteren Shot Whiskey getrunken, gefolgt von einem Bier. Er grinste wie ein Honigkuchenpferd. Er nahm einen Schluck Wasser und aß von den Tortillachips, die der Kellner gebracht hatte.

Smithers konnte sich kaum an seinen Weg zurück zu seinem Apartment erinnern, aber in einem war er sich sicher: er mochte diese Leute. Er vermisste Springfield nicht, und falls er entschied in Plateau City zu bleiben, würde es nicht so schlimm werden.

Er zog seine Stiefel aus, zog sich bis auf die Unterhose aus und kroch ins Bett. Der Morgen würde früh genug kommen, aber vielleicht… vielleicht, dachte er, freute er sich auf einen Neuanfang ohne Burns.

Er hatte nicht auf sein Telefon geschaut, bevor er ins Bett ging. Hätte er, hätte er einen verpassten Anruf von einem gewissen einsamen Mann, der in Springfield zurück geblieben war, gesehen.