Tasha
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Streit aus Sorge(Kapitel 64)
Die Hoffnung auf Ruhe konnte Severus dann am Donnerstagmorgen wieder begraben, als Draco Malfoy nach seinem Krankenflügelaufenthalt wieder im Unterricht erschien.
„Wie geht's Draco?", hörte er bei Malfoys Eintreten sofort Pansy Parkinson fragen, ein Slytherin-Mädchen, das Malfoy anhimmelte. „Tut's noch sehr weh?"
„Jaah.", antwortete Malfoy und obwohl Severus nicht aufgesehen hatte, entnahm er dem Tonfall, dass das Theater vom Krankenflügel gleich wieder losgehen würde, wenn nichts passierte.
„Setzen Sie sich, setzen Sie sich.", kam ihm Severus deshalb in gleichgültigem Tonfall zuvor.
Mit einem kaum merklichen Blick aus dem Augenwinkel registrierte Severus, dass sich Malfoy zu Harry und Ron Weasley gesetzt hatte.
‚Ach du meine Güte!', seufzte er innerlich auf. ‚Das wird heute anstrengend!'
Malfoy und Potter, das konnte nicht gut gehen, egal welche Generation man vor sich hatte.
„Professor!", hörte Severus in diesem Moment auch schon Malfoy rufen. „Professor, ich brauche Hilfe beim Zerschneiden dieser Gänseblümchenwurzeln, weil mein Arm..."
„Weasley, du schneidest die Wurzeln für Malfoy."
Auch jetzt hatte Severus nicht aufgesehen, da er sich schon innerlich für diese Entscheidung verfluchte. Doch lieber passte er ein bißchen genauer auf diese drei auf, als sich Malfoys ganze „Leidensgeschichte"noch einmal anzuhören.
‚Dabei könnte ich wetten, dass sein Arm einwandfrei ist.', dachte Severus, da er wusste, dass solche Verletzungen für Madam Pomfrey eine Kleinigkeit waren.
„Professor!", rief Malfoy dann schon wieder. „Weasley verhackstückt meine Wurzeln, Sir."
Ohne sich die Entnervtheit anmerken zu lassen, trat Severus an den Tisch der drei heran. Ehe er etwas tun konnte, hatte sich schon ein herabschätzendes Lächeln auf sein Gesicht geschlichen. Die Wurzeln waren mehr als nur lieblos geschnitten, sie sahen aus wie das, was Ron Weasley wahrscheinlich am liebsten mit Malfoy gemacht hätte. Da gab es eigentlich nur eine Lösung.
„Du nimmst Malfoys Wurzeln, Weasley, und gibst ihm deine."
„Aber Sir!"
Auf Ron Weasleys Einwand drehte sich Severus, der sich nach seiner Entschidung schon wieder seinem Pult zugewandt hatte, auf dem Absatz um und funkelte den rothaarigen Gryffindor an.
„Sofort.", zischte Severus mit Nachdruck und ging dann zu seinem Pult zurück.
Sicher war ihm nicht entgangen, dass die beiden Wurzel-Portionen von der Mühe, die man sich beim Schneiden gegeben hatte, ein Unterschied wie Tag und Nacht waren, aber es gab zwei Dinge, die Severus absolut nicht tolerierte: Schüler, die ihm auf die Nerven gingen, und Schüler, die ihm wiedersprachen.
„Und, Sir, diese Schrumpelfeige muss mir auch jemand schälen.", schnarrte Malfoy dann schon wieder.
„Potter, du kannst Malfoys Schrumpelfeige schälen.", entschied Severus und bedachte die Bank mit einem Blick, der eindeutig zeigte, wie wenig fehlte, um Severus zur Weißglut zu bringen.
Er atmete einmal tief durch.
‚Jetzt bloß nicht aufregen.', dachte er sich. ‚Ich hab das alles im Griff.'
Um sich abzulenken, machte Severus einen Kontrollgang um die anderen Tische, behielt den Tisch seiner drei Spezialisten aber stehts im Auge. Sie schienen sich über irgendwas zu unterhalten und obwohl Severus nichts Genaues verstehen konnte, sah er, dass Malfoy Harry mit irgendwas zu reizen versuchte, was der Gestik zufolge nicht seinen Arm betraf. Erst als Severus bei Neville Longbottom angekommen war, schenkte er diesem und dessen angeblicher Schrumpflösung seine volle Aufmerksamkeit.
„Orange, Longbottom.", bemerkte Severus und ließ etwas von der Lösung, die eigentlich giftgrün sein sollte, von dem Schöpflöffel in den Kessel plätschern. „Orange. Sag mir, Bursche, geht eigentlich überhaupt etwas in deinen dicken Schädel rein? Hast du nicht gehört, wie ich ganz deutlich gesagt habe, nur eine Rattenmilz zugeben? Hab ich nicht klar gesagt, ein Spritzer Blutegelsaft genügt? Was soll ich tun, damit du es kapierst, Longbottom?"
Mittlerweile hatte sich Severus mit beiden Händen auf dem Tisch aufgestützt. Dieser Junge konnte ihn wirklich wahnsinnig machen! In Kräuterkunde war er angeblich sehr begabt, eigentlich ideale Voraussetzungen für Zaubertränke. Doch Neville Longbottom musste man immer im Auge behalten, da der Junge nur eines bis zur Perfektion beherrschte: die einfachsten Tränke zu vermurksen und sich damit in die Luft zu jagen.
„Bitte, Sir,"kam es von Hermine Granger zaghaft von der Seite, „bitte, ich könnte Neville helfen, es in Ordnung zu bringen..."
„Ich erinnere mich nicht, Sie gebeten zu haben, hier die Wichtigtuerin zu spielen, Miss Granger.", fertigte Severus sie wütend ab und wandte sich ohne Diskussion wieder Longbottom zu. „Longbottom, am Ende der Stunde werden wir ein paar Tropfen dieses Tranks an deine Kröte verfüttern und zusehen, was passiert. Vielleicht machst du es dann endlich richtig."
Ohne den Schüler auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, ging Severus zu seinem Pult. Natürlich wusste er zwei Dinge genau: Erstens durfte er den Tieren der Schüler sowie ihnen selber nichts tun und sie nicht für Versuche benutzen und zweitens durfte er keinen in dieser Art offziell bedrohen.
‚Zum Zweiten gibt es nur zu sagen, dass ich einen Ruf weghabe und mich so jeder kennt,' dachte sich Severus mit hinterhältigem Grinsen, ‚jeder, mit dem ich so umgegangen bin, hat danach wesentlich erfolgreicher gearbeitet und daraus folgt zu Punkt eins, dass ich dem Tier gar nichts tun muss.'
Severus setzte sich nun endlich wieder ans Pult und zog seinen Tagespropheten unter den Unterlagen hervor. Den ganzen Morgen war er noch nicht zum Lesen gekommen, er hatte sie einfach nur falschrum gefaltet genommen und war in den Unterricht gegangen. Als er nun die Titelseite aufschlug, musste er sich wie kaum zuvor in seinem Leben zusammenreißen, um nicht verräterisch zu reagieren.
Sirius Black von Muggel gesichtet
Schnell überflog er den Artikel. Eine Frau hatte Sirius nicht weit von Hogwarts gesehen und die Polizei angerufen. Das Ministerium hatte ihn jedoch dort nicht aufgreifen können.
‚Sirius? Draußen? Verflucht, was macht der da?'
Severus presste flach die Faust in die Hand. Er hatte Sirius doch extra gesagt, dass er in der Hütte bleiben sollte. In den letzten Tagen war immer Remus zu ihm gegangen, damit ein regelmäßiges Verschwinden einer bestimmten Person nicht auffiel.
‚Na, der kann was erleben!', schwor sich Severus, doch um keinen Verdacht zu erwecken, wandte er sich wieder der Klasse zu.
„Ihr solltet inzwischen alle Zutaten reingemischt haben, dieser Trank muss eine Weile köcheln, also lasst ihn ein wenig blubbern und dann testen wir das Gebräu von Longbottom..."
Neville Longbottom schien das so sehr getroffen zu haben, dass er von da an nur noch eingeschüchtert neben seinem Kessel gesessen hatte. Schließlich trat Severus an den Arbeitstisch.
„Alle hierher im Kreis aufstellen.", ordnete er an. „Seht euch an, was mit Longbottoms Kröte passiert. Wenn er es geschafft hat, eine Schrumpflösung zustande zu bringen, wird sie zu einer Kaulquappe zusammenschrumpfen. Wenn er, woran ich nicht zweifle, die Sache vermasselt hat, könnte seine Kröte vergiftet werden."
Mit diesen Worten hob Severus unter den gespannten Gesichtern der Schüler die Kröte hoch und flößte ihr ein paar Tropfen Lösung ein. Die Flüssigkeit, die zumindest wieder grün war, wirkte schnell und mit einem ‚Plopp' lag eine Kaulquappe in seiner Hand. Eigentlich hätte Severus zufrieden sein müssen, trotzdem blitzte er wütend in eine bestimmte Richtung, während er die Kröte mit dem Gegentrank wieder auf alte Größe wachsen ließ.
‚Hab ich mich vorhin also doch nicht getäuscht...'
„Fünf Punkte Abzug für Gryffindor.", verkündete er und mit einem Schlag erfror die Freude auf den Gesichtern entsprechender Schüler. „Ich hab Ihnen gesagt, Miss Granger, Sie sollen ihm nicht helfen. Der Unterricht ist beendet."
Die Schüler verschwanden so schnell sie konnten, wobei Severus ein gewisses Schimpfen der Gryffindors auf ihn nicht entging. Er hatte vorhin nicht genau gewusst, ob das, was er bei Hermine Granger da gesehen hatte, ein Helfen oder nur ein Mundwinkelzucken war, aber nun war es klar.
‚Es erfordert ziemlich viel Zusatzwissen einen derart ruinierten Trank wieder so hinzukriegen, dass er wirkt wie ursprünglich vorgesehen. Wissen, das Neville Longbottom definitiv nicht hat.'
Doch darum konnte er sich später kümmern. Im Moment hatte er weit Dringenderes zu tun.
Wie auf Kohlen saß Severus in seiner Nachmittagsfreistunde im Lehrerzimmer. Er wollte so schnell wie möglich mit Sirius reden. Doch der einzige Geheimgang, der zur Heulenden Hütte führte ohne bei den Schülern, Lehrern oder Filch Aufmerksamkeit zu erregen, befand sich im Unterrichtsraum für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Da konnte er natürlich nicht einfach während Unterricht war reinmarschieren! Deshalb hatte Severus mit einem kleinen Zauber auf Remus' Unterlagen eine Nachricht hinterlassen.
Könntest du bitte die Nachmittagsstunde mit Harrys Klasse in einem anderen Raum abhalten? - Severus
Beim Mittagessen hatte Remus ihn dann kurz angerempelt und geflüstert:
„Okay, ich gehe mit ihnen dann ins Lehrerzimmer."
Also wartete Severus hier, bis er von draußen den Aufschrei von Peeves hörte, auf welchen sich kurz darauf die Tür öffnete und Remus mitsamt Klasse eintrat.
‚Wunderbar, los geht das Theater.', dachte Severus und begann, als Remus gerade die Tür schließen wollte.
„Lassen Sie auf, Lupin. Das möchte ich lieber nicht mit ansehen."
Das war eine glatte Lüge, denn wenn er nicht diese dringende Angelegenheit mit Sirius zu klären gehabt hätte, hätten ihn keine zehn Pferde wegbekommen. Deshalb konnte er sich einen Schlusskommentar an der Tür auch nicht verkneifen.
„Vermutlich hat Sie keiner gewarnt, Lupin, aber in dieser Klasse ist Neville Longbottom. Ich kann Ihnen nur raten, ihm nichts Schwieriges aufzugeben. Außer wenn Miss Granger ihm Anweisungen ins Ohr zischt."
Unbeeindruckt sah Remus ihn an.
„Ich hatte gehofft, Neville würde mir beim ersten Schritt des Unternehmens behilflich sein.", erklärte er ruhig. „Und ich bin mir sicher, er wird es auf bewundernswerte Weise schaffen."
Severus lächelte seinen Kameraden noch etwas mitleidig an und machte sich dann rasch auf den Weg zu dem Hühnchen, das er mit Sirius dringend zu rupfen hatte.
„Bist du eigentlich völlig verrückt geworden?", schimpfte Severus noch während er den Raum betrat.
„Ja, Sev, es ist auch schön dich mal wieder zu sehen.", entgegnete Sirius und ignorierte den Vorwurf.
„Du bist draußen gewesen.", erklärte Severus noch immer bebend vor Wut.
Auf Sirius' überraschten Blick knallte ihm Severus den Tagespropheten vor die Nase.
„Oh.", gab Sirius von sich, als er den Artikel über sich entdeckte.
„Oh?", fragte Severus mit in die Hüfte gestützten Händen. „Mehr fällt dir dazu nicht ein?"
„Was soll ich dazu sagen?"
„Vielleicht was das sollte?", regte Severus an und versuchte seine Stimme unter Kontrolle zu halten. „Ich hab dir doch gesagt, dass du hierbleiben sollst. Was hättest du denn gemacht, wenn sie dich erwischt hätten?"
„Dann hätte ich wohl Pech gehabt.", gab Sirius nun auch etwas patzig zurück, als er merkte, dass mit Severus' momentaner Laune nicht zu spaßen war. „Ich brauchte mal ein-zwei Tage Freiheit und Remus hatte Verständnis für dieses Gefühl."
„Na, das war ja klar!"
Entnervt verdrehte Severus die Augen.
„Remus konnte deinen hirnverbrannten Ideen ja noch nie irgendwas entgegensetzen."
Blitzschnell war Sirius aufgesprungen und hatte sich vor Severus aufgebaut.
„Pass ja auf!", zischte er. „Alles was Remus hat, ist Verständnis, denn wenn ich eingeschlossen in einem Raum hätte sitzen wollen, hätte ich ja gleich in Askaban bleiben können. Aber ich bin hier, weil ich euch vor Peter schützen will."
„Sirius, Peter Pettigrew ist tot!", schrie ihn Severus an, denn jetzt war er mit seiner Geduld am Ende. „Und ich glaube dir hat Askaban doch mehr zugesetzt, als es den Anschein hat. Du bist verrückt und leidest unter Verfolgungswahn eines Toten, nur weil du dich für sein Tun verantwortlich fühlst."
„Wenigstens hab ich für das eingestanden, was ich verschuldet habe.", schrie Sirius zurück. „Ich hab mich nicht versteckt und bin bei Dumbledore untergekrochen, weil's nicht so gelaufen ist, wie vielleicht geplant. Und ich habe nie Voldemort gedient."
Der Schlag hatte gesessen. Severus taumelte ein paar Schritte zurück. Diesen Vorwurf von einem der Menschen zu hören, die ihm noch am vertrautesten waren, schlug ein wie eine Bombe. Mit aufgerissenen Augen starrte Severus Sirius an, doch in dem Blick des Ex-Gryffindors lag nur die Überzeugung der Wahrheit seiner Worte.
Stumm schüttelte Severus den Kopf, er wollte etwas sagen, brach ab und wandte sich zum Gehen. An der Tür drehte er sich schließlich mit aller Beherrschung nochmal um und sagte mit einer leicht zitternden Stimme:
„Verzeih mir, Sirius, verzeih mir, dass ich auch nur ein Mensch bin und leider Gottes Fehler mache, die ich nie wieder gut machen kann."
Um sich nicht zu einer spontanen Handlung hinreißen zu lassen, wartete Severus keine Reaktion von Sirius ab, sondern verließ sofort die Hütte genauso,wie er gekommen war.
Immer noch völlig aufgebracht und verletzt ging Severus durch die Gänge, um zurück zum Lehrerzimmer zu kommen. Die Stunde war noch nicht zu Ende, also würde er Remus dort noch finden und mit dem musste er unbedingt sprechen.
Als er das Lehrerzimmer fast erreicht hatte, ertönte die Klingel. Schnell wich Severus in eine Nische zurück, er wollte keine Aufmerksamkeit erregen, wenn er alleine mit Remus sprach. Einen Augenblick später lief die Klasse von Harry schnatternd an der Nische vorbei, ohne ihn zu bemerken.
„Habt ihr gesehen, wie ich es dieser Todesfee gezeigt hab?", hörte er eine Schüler fragen.
„Und die Hand!", kam es von einem anderen.
„Und Snape mit diesem Hut!"
Das war das letzte, was er hörte, bevor die Klasse um die Ecke bog. Todesfee? Hand? Und er mit irgendeinem Hut? Was hatte Remus da angestellt? Doch bevor ihn hier doch noch irgendjemand sah, betrat Severus das Lehrerzimmer. Es roch, als wäre hier irgendwas explodiert, und Remus war damit beschäftigt den Wandschrank wieder zu verschließen.
„Was hast du denn hier in die Luft gejagt?", fragte Severus und konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen, als Remus erschrocken herumfuhr.
„Ach, eigentlich nichts.", lächelte Remus, doch Severus sah ihn sofort ernst an.
„Ich muss mit dir sprechen.", erklärte er mit Nachdruck. „In meiner Wohnung."
Damit deutete Severus auf den Kamin und ein paar Sekunden später standen sie in Severus' Wohnung.
„Du hast mit Sirius gesprochen, nehme ich an.", begann Remus das Gespräch. „Wegen des Artikels."
„In der Tat.", gab Severus emotionslos zurück. „Und er hat mir etwas sehr interessantes erzählt."
Blitzschnell drehte er sich zu Remus um.
„Er hat mir gesagt, du hättest ihm mit Verständnis den Freifahrtschein gegeben sich außerhalb der Hütte rumzutreiben."
„Das stimmt so nicht.", verteidigte sich Remus nun. „Ich habe nur gesagt, dass ich verstehen kann, dass er nach so vielen Jahren dieses Eingesperrtsein satt hat."
„Für Sirius ist das doch das Gleiche.", regte sich Severus nun wieder auf. „Remus, er wird gesucht! Vom Ministerium und von den Muggeln! Wir können froh sein, dass es überhaupt einen Ort gibt, wo wir ihn relativ sicher verstecken können. Und dann setzt du ihm so eine Schnapsidee in den Kopf!"
Wütend packte Severus den Tagespropheten und schleuderte ihn ins Kaminfeuer. Als er aufsah, musterte ihn Remus mit einem ernst-kritischen Blick. Dann wandte er sich zum Gehen.
„Ja, geh nur.", zischte Severus. „Ihr geht ja immer, wenn's unangenehm wird."
Remus blieb an der Tür stehen und drehte sich um.
„Das hat nichts mit unangenehm zu tun.", gab er tonlos zurück. „Ich habe nur gerade erkannt, warum sich der Irrwicht von Neville Longbottom ausgerechnet in dich verwandelt hat."
Auf Severus' wütenden Blick setzte er dann noch lächelnd hinzu:
„Übrigens stand dir das Kleid seiner Oma wirklich gut."
Dann verließ er ohne ein weiteres Wort die Wohnung.
Severus war an diesem Abend nicht zum Essen gegangen. Die erste Zeit, nachdem Remus gegangen war, hatte er das dringende Bedürfnis gehabt irgendwas zu zerdeppern. Ami hatte sich jedoch immer vorsorglich vor das Objekt gesetzt, was er anvisiert hatte, und ihn somit davon abgehalten.
Severus war stinksauer gewesen. Auf Sirius, der ihm völlig unfaire Vorhaltungen machte, und auf Remus, der Sirius' Handeln erstens auch noch in Schutz nahm und Severus selbst dann auch noch per Irrwicht vor der ganzen Klasse bloßgestellt hatte. Er konnte sich schon vorstellen, wie das mittlerweile bei den Schülern die Runde machte.
Doch jetzt, spät am Abend als er sich beruhigt hatte, machte er sich selbst Vorwürfe. Er wollte Sirius nicht einsperren und er selbst wusste, dass sich immer verstecken ein hässliches Gefühl war, aber es war doch nur zu Sirius' Bestem. Das ihm das nicht gefiel, hätte er sich denken können.
‚Aber anstatt ruhig mit ihm zu reden, rutscht mir raus, dass er verrückt sei. Super!'
Und Remus? Naja, die Sache mit dem Irrwicht würde sich schon geben, aber ein bißchen enttäuscht war Severus von der fehlenden Rückendeckung, die er von Remus im Fall Sirius eigentlich erwartet hätte.
‚Toll! Wir müssen gegen Dementoren, das Ministerium und andere Schnüffler bestehen und als ob das alles noch nicht reicht, zerstreiten wir uns auch noch. Spitze!'
Noch Stunden saß Severus mit Ami auf dem Schoß da und hatte keine Ahnung, wie das jetzt weitergehen sollte.
