Scar
„Nein, du bist tot." Scar wich mit dem Rücken gegen die Wand. Der goldene Löwe sah wie eine Art Racheengel aus, so wie er leuchtete. Er stürzte nach unten, um an der Löwin zu schnüffeln, die Scar auf den Boden geworfen hatte. Er schnüffelte liebevoll an der Seite der Löwin. Sarabi blinzelte benommen und sah den Löwen an, der über ihr stand.
„Mufasa?", fragte sie schwach. Der Löwe lächelte sie traurig an.
„Nein. Ich bin's", sagte er langsam. Wiedererkennung leuchtete in Sarabis Augen.
„Simba? Du lebst! Wie ist das möglich?" Sie sah zu ihrem Sohn hoch.
„Das ist nicht wichtig. Ich bin zuhause." Er rieb seine Schnauze über das Gesicht seiner Mutter, als wolle er ihr klarmachen, dass er wirklich hier war und nicht nur eine Einbildung von ihr. Kalte Angst schoss durch Scar, wie Pfoten, die über seine Brust kratzten.
„Simba?" Er konnte den Löwen, den er töten wollte, seine Angst nicht zeigen. Er lächelte breit, als er seinen Neffen ansah.
„Simba! Oh, was für eine freudige Überraschung du… lebst noch." Ohne es zu wollen blickte er kurz nach oben zu den drei Hyänen, die das ganze geplant hatten. Sie schluckten laut und wichen in die Schatten zurück. Simbas Gesicht verwandelte sich in puren Hass, als er auf Scar zulief, die Krallen schimmerten.
„Nenn mir einen guten Grund, warum ich dich nicht in Stücke reißen sollte", knurrte er, als er näher kam. Mehr Blitze zuckten über den Himmel, als Scar vor seinem Verwandten zurückwich.
„Oh Simba, das musst du verstehen. Die überwältigenden Pflichten eines Königs…" Etwas Wahres steckte hinter seinen Worten, aber das wurde durch die eindeutige Angst in seinen Augen verdunkelt. Simba funkelte ihn an.
„…sind nicht länger die deinen. Danke ab Scar." Simbas Zähne glänzten gefährlich, als er sprach. Wer denkt er, was er ist! Scar setzte seine aufgesetzte Höflichkeit zum massiven Biest fort, als er versuchte einen Weg zu finden, um dem ganzen zu entfliehen.
„Oh, ja nun, mit Freuden, natürlich…" Eine Idee erschien plötzlich in Scars Kopf. „Es gibt da aber ein klitzekleines Problem. Sieh nach oben." Scar wies mit einer seiner langen schwarzen Pfoten auf die Horden von geifernden, sabbernden Hyänen über ihnen, die darauf warteten ihre Zähne ins Fell zu stoßen.
„Sie halten mich für den König." Er fasste sich mit einer Pfote ans Herz. Hinter ihnen hörten sie eine Stimme.
„Wir aber nicht." Es war Nala, die Löwin, die vermisst wurde mit über der Hälfte von den anderen Löwinnen hinter ihr und fixierte Scar mit einem finsteren Blick. „Simba ist der wahre König." Simba drehte seinen Kopf zurück zu Scar und sprach wieder.
„Du hast die Wahl, Scar. Entweder dankst du ab oder du kämpfst", knurrte er. Das unverschämte Kind braucht die Löwinnen um sich für ihn einzusetzen, als es selbst zu tun! Nun, dachte Scar, was wäre wenn sie sich gegen ihn wenden würden! Es war Zeit für Scar die „Daddy-Karte" zu ziehen.
„Oh, muss es immer in Gewalt enden? Ich wäre ungern für den Tod eines Familienmitglieds verantwortlich… Meinst du nicht auch Simba?" Scar grinste leicht. Da war ein wenig Wahrheit, die sich hinter Scars Worten versteckte. Er hasste es verantwortlich für Mufasas Tod zu sein, aber er verdrehte die Worte, verzerrte ihre wahre Bedeutung, damit sie ihm halfen.
„Dieses Mal falle ich nicht darauf rein, Scar." Simba versuchte das zu vermeiden, was kommen würde. „Das habe ich hinter mir gelassen." Ich habe dich fast dort, wo ich dich haben will.
„Aber was ist mit deinen treuen Untertanen? Ob sie es hinter sich gelassen haben?" Er sah Nala und Sarabi direkt an, als er sprach. Verwirrung tauchte auf Nalas ehemals wütendem Gesicht auf.
„Simba, wovon redet er überhaupt?", fragte Nala ihn. Ja.
„Aha, dein kleines Geheimnis hast du also für dich behalten. Los Simba, jetzt kannst du es ihnen endlich beibringen." Scar drehte seinen Rücken Simba zu und sah die Löwinnen an. Das verlief alles genauso, wie er es geplant hatte.
„Sag ihnen wer für den Tod von Mufasa verantwortlich ist!", grinste er Simba an. Schock breitete sich auf den Gesichtern der Löwinnen neben ihm aus, als sie Simba ansahen. Für einige lange Sekunden war er still. Dann sprach Simba und seine ganze mutige Fassade schwankte.
„Ich bin es." Schuldig trat er nach vorne. Ja! Ja, ja, ja, ja, ja! Jetzt habe ich dich, du kleiner Bastard! Sarabis Gesicht fiel ein, als sie ihren Sohn ansah. Sie trat nach vorne, ihre Augen waren geweitet.
„Das ist nicht wahr." Simba wich vor seiner Mutter weg. Trauer füllte Sarabis Gesicht. „Sag mir, dass das nicht wahr ist!" Simbas Mut, seine Tapferkeit, alles was er benutzt hatte um ihn groß und mächtig wirken zu lassen fiel von ihm ab, ließ ihn als kleines Junges wieder zurück, als er seine Mutter ansah.
„Es ist wahr." Scham durchflutete Simba, als er sich wegdrehte. HAHAHA JA! ES FUNKTIONIERT!
„Seht ihr? Er gibt es zu. Mörder!" Ein Blitz explodierte hinter Scar, als er jede Silbe mit Beschuldigungen füllte.
„Nein! Es war keine Absicht!", bestritt Simba.
„Wenn du nicht gewesen wärst, wäre Mufasa noch am Leben. Deinetwegen ist er tot!" In dieser flüchtigen Sekunde redete Scar nicht länger zu Simba. Er ließ seinen eigenen Selbsthass wachsen und zwang ihn Simba auf.
„Willst du das leugnen?"
„Nein…" Das hasserfüllte Funkeln begann wieder in Simbas Augen aufzutauchen
„Dann bist du schuldig!" Wieder sprach Scar mehr über sich, als über Simba. Aber das stoppte ihn nicht, es machte ihn nur mehr glaubhafter.
„Nein, ich bin kein Mörder!" Der Schmerz in Simbas Stimme war fast unerträglich… fast. Scar begann Simba auf die Achse des Felsens zu schubsen, ein neuer Plan formte sich in seinem Kopf. Ein anderer Plan, den er wahrscheinlich später bereuen würde, aber darum würde er sich später kümmern nachdem er das beendet hatte. Er schürte seine Wut mit jedem Schritt mit dem er Simba zum Rand trieb.
„Oh Simba, was hast du wieder angestellt? Aber Papi kann dich dieses Mal nicht mehr retten." Die Hyänen begannen sich hinter Scar in einer Reihe zu formatieren, eine undurchdringliche Reihe aus kichernden Kötern. „Und jetzt weiß auch jeder WARUM!"
Scar spie die letzte Silbe Simba zu und der goldene Fuß des Löwens rutschte ab. Da schlugen einige Blitze in das Gestrüpp unter dem Königsfelsen und entzündeten es. Simbas Körper rutschte über den Rand und nur noch seine Pfoten hielten ihn davon ab in das tosende Feuer zu stürzen. Nalas Stimme rief Simbas Namen, aber Scar interessierte das nicht. Alles, was ihn interessierte war die hin- und herrutschende Figur von seinem Neffen, die über dem Rand hing. Scar hatte ein Déjà-vu, als er sich an seinem Bruder in derselben Szene erinnerte. Ohne Gefühle und ohne Erbarmen begann er den Löwen zu verspotten.
„Wo habe ich das bloß schon mal gesehen? Hmmm, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Augenblick…" Scar sprach absichtlich langsam, als er Simbas Pfoten über den Felsen kratzen sah, um halt zu finden.
„Oh, ja. Ich erinnere mich. Genauso sah dein Vater nämlich kurz vor seinem Tode aus." Dasselbe Gefühl von kühler Leere, wie damals, als er das Mufasa angetan hatte übermannte ihn. Scar wusste das es dasselbe Gefühl war, das man bei der Jagd auf Beute hatte. Kein Gefühl, kein zweiter Gedanke, nur Aktion und das Ergebnis. Und, genau wie bei der Jagd, fühlte Scar nichts für seine Beute. Scar fuhr seine schwarzen Krallen aus und versenkte sie in Simbas Vorderbeinen. Er brüllte schmererfüllt, als Scar seine Krallen tiefer in sein Fleisch grub. Scar beugte sich vor und lächelte vergnügt auf Simba herunter.
„Nun verrate ich dir mein kleines Geheimnis…" Scar beugte seinen Kopf vor und flüsterte dem Todgeweihten ins Ohr. „Ich tötete Mufasa." Kurz bevor Scar Simba abschütteln konnte schrie Simba. Scar hatte die Stärke hinter dem goldenen Fell maßlos unterschätzt, als Simba irgendwie über die Klippenwand sprang und Scar auf den Boden drückte.
„MÖRDER!", schrie Simba in Scars überraschtes Gesicht. Gefühle fluteten als Angst in Scar zurück, realer als irgendwas, was er je gefühlt hatte, bevor er ihn angegriffen hatte.
„Nein Simba, bitte!", bettelte Scar. Simbas Zähne glitzerten bedrohlich, als er in sein Gesicht knurrte.
„Sag ihnen die Wahrheit!" Simbas Augen loderten auf.
„Die Wahrheit? Die Wahrheit liegt im Auge des Betra-" Eine große gelbe Pfote presste sich auf seine Kehle und schnitt ihm den Satz ab. Scar würgte unbeabsichtigt, als er Luft holte.
„Na gut." Simba drückte härter. „Na gut!... Ich hab's getan", sagte Scar in kaum mehr als einem Flüstern. Nicht dass er hätte lauter sprechen können mit der Pfote auf seiner Kehle! Simba fletschte seine Zähne.
„So dass sie dich hören", knurrte er. Zorn erfüllte Scar, als er in das Gesicht seines Verwandten blickte.
„Ich tötete Mufasa!", spukte Scar in sein Gesicht. Die Hyänen jaulten fröhlich, als sie sich im Einklang auf den Löwen über ihm stürzten. Die Löwinnen brüllten und tauchten in die Masse aus sich krümmenden grauen und braunen Fell. Das Gewicht wurde von Scars Körper genommen, mühsam richtete er sich auf und verschwand aus der Ziellinie, als Pfoten an seinem Kopf vorbeizischten. Er bahnte sich einen Weg durch das Gefecht und machte eine Sicherheitspause an einer Felswand. Er hörte ein Jaulen des Schmerzes, als Simba den Hund schlug. Scar musste schnell verschwinden! Er flitzte zu der schattigen Seite des Weges, plante sich in seiner geheimen Höhle zu verstecken oder Zira zu warnen. ZIRA! Er hatte seine Gefährtin total vergessen. Und auch seine Jungen. Er rannte so schnell zur Kinderstube, wie der Blitz, der immer noch in den Boden einschlug. Das Geräusch eines weinenden Jungen wurde von der schwarzen Höhle zurückgeworfen. Scar schob seinen Kopf in die Höhle, um seine Gefährtin zu finden. Ihr Schwanz war schützend um ihre Tochter gelegt, die weinte und Nuka zitterte mit weit aufgerissenen Augen neben ihr.
„Scar, Gott sei Dank! Was passiert da draußen?" Zira sah zu ihm hoch mit ihren großen grünen Augen.
„Simba lebt. Er wird mich töten. Ein Feuer brennt unter dem Königsfelsen. Alle kämpfen… falls ich es nicht schaffe. Ich liebe dich, Zira. Ich liebe dich mehr, als du es dir je vorstellen kannst. Tränen blitzen in der Ecke von Scars Augen, aber er erlaubte ihnen nicht sein Gesicht herunter zu laufen. Zira dagegen lief eine einzelne Träne ihre Schnauze herunter.
„Wenn Simba dich auch nur mit einer Pfote berührt verspreche ich dir, dass ich ihn in Stücke reißen werde." Sie presste ihr Gesicht gegen meins.
„Er ist zu gefährlich, Zira. Wenn dir irgendwas zustoßen sollte, wäre ich am Boden zerstört. Bitte… sei in Sicherheit." Er rieb seinen Pelz an ihrem.
„Was ist los, Papi?", erklang Nukas kleine Stimme unterhalb ihm. Wie sollte er das dem Jungen erklären? Er war zwar fast ein Teenager, hatte aber immer noch die unschuldige Stimme eines Babys.
„Ich muss vielleicht für eine Weile weggehen, Nuka… also würdest du bitte ein guter Junge sein und auf deine Mutter für mich aufpassen?" Scar leckte seinen Kopf liebevoll. Nukas Augen glitzerten aufgeregt.
„Das werde ich!", sagte er stolz.
„Du bist ein guter Junge." Er berührte ihn mit seinem Schwanz am Ohr, als er weiterging um zu seiner kleinen Tochter zu gelangen. Vitanni hatte sich eingerollt, nur ein blasses blaues Auge sah ihn an, als er näher kam.
„Mein kostbares kleines Mädchen…" Er sah nach oben, um Tränen zu vermeiden, als Vitannis kleine Pfoten seine Nase berührten. „Auf Wiedersehen."
Somit raste Scar aus der Höhle ins Freie. Die Geräusche des Kampfes klangen immer noch in seinen Ohren, aber ein Geräusch fehlte. Seine Augen sahen zurück, nur um Simba zu sehen, der ihn direkt ansah. Er hatte die Hyänen abgewehrt und kam nun direkt auf ihn zu. Mit weit geöffneten Augen floh Scar den felsigen Abhang hoch. Flammen züngelten an den Seiten des Weges hoch, als Büsche und Bäume entzündeten. Scar konnte Simbas schnelle Pfotenschritte hinter sich hören. Es gab keinen Weg zur Höhle zu gelangen. Eine weitere Idee durchzuckte ihn. Direkt vor ihm war eine Plattform. Wenn sein Sprung gut zeitlich abgepasst war, könnte er es sicher dorthin schaffen. Scar rannte so schnell wie der Wind und sprang auf die Plattform zu über einen brennenden Busch und fand den Platz. Er rannte zum Rand, stoppte dann aber in seiner Bewegung. Ein Ozean aus Feuer hatte sich unter ihm gebildet, seine Hoffnung ging in einem tobenden Inferno unter. Dort gab es nur einen sicheren Platz, aber das war ein zu großes Risiko. Er drehte sich um und fand seinen Weg von Simba blockiert.
„Mörder", knurrte er.
„Simba, Simba, bitte! Bitte hab erbarmen. Ich flehe dich an", plädierte Scar. Simbas Gesicht zeigte keine Gefühle außer dem tiefen schwarzen Hass.
„Du verdienst es nicht am Leben zu bleiben!", sagte er cool. Scar fühlte, wie ihn völligen Schrecken verzerrte. Verzweifelt durchsuchte er seine Gedanken, um einen Weg zu finden, der ihn von dort wegführte.
„Aber, Simba, ich gehör doch zur… Familie." Das würde nicht funktionieren. Scar wurde das schnell klar. Simba würde nicht bei der Tötung eines Familienmitglieds brüllen. Es gab nur noch eine einzige Möglichkeit. Keine Lügen mehr, kein Verstecken mehr, Scars einzige, absehbare Möglichkeit war ihm einfach die Wahrheit zu sagen und zu hoffen, dass er ihm glaubte.
„Die wahren Feinde sind die Hyänen! Es ist alles ihre Schuld. Es war ihre Idee!" Scar versuchte verzweifelt sich glaubhaft anzuhören als verzweifelt jemand schuldigen zu suchen.
„Warum sollte ich dir glauben? Du hast mir mein ganzes Leben lang nur Lügen erzählt." Simba stakste langsam auf ihn zu. Kalter Hass glitzerte in seinen Augen. Scar duckte sich unwillkürlich tiefer, was ihn unterwürfig aussehen ließ.
„Was hast du nur vor? Du wirst doch deinen eigenen Onkel nicht töten." Scar hoffte, dass seine Worte wahr waren. Simba sah ihn mit demselben felsenfesten Ausdruck an.
„Nein, Scar. Ich bin nicht wie du." Simba sah auf ihn herunter. Bittersüße Erleichterung flutete durch Scar wie ein Tsunami.
„Oh Simba, Dankeschön. Du bist zu gütig. Ich mach's wieder gut. Ich versprech's. Sag mir, wie ich's dir beweisen soll. Sag's mir, ich tu alles", stammelte Scar.
„Lauf." Scars Gesicht füllte sich mit Furcht. „Lauf weg Scar und komm NIE MEHR zurück." All das, alles was Simba ihm über seine Begnadigung gesagt hatte waren Lügen. Scar konnte es in seinen Augen sehen. Simba hatte es niemals beabsichtigt Scar leben zu lassen. Er wollte, dass Scar ihm den Rücken zudrehte, damit er seine Arbeit beenden konnte.
„Ja… natürlich." Scar blickte Simba weiter in die Augen, als er sich um ihn schlich. Er musste einen Weg finden das zu gewinnen! Unvermittelt bemerkte Scar die glühende Asche von einem sterbenden Stock oder Ast nahe seinem Fuß. Er wusste genau, was er tun musste.
„Wie ihr wünscht… eure Majestät!" Scar fauchte, als er die heiße Asche auf Simba schleuderte. Simba schrie, als sie sein Gesicht und seine Augen bedeckte und ihn bösartig verbrannte. Seinen Vorteil nutzend brüllte Scar und schleuderte sich gegen Simba. Er biss ihm stark genug in den Nacken, um Blut zu schmecken. Sie walzten sich über den Boden, als Simba kämpfte, um aus Scars scharfen Fangzähnen zu fliehen. Für eine kurze Sekunde hing Simbas Kopf über dem Rand der Plattform. Simba stellte sich auf die Hinterbeine und fiel ihn an. Er knurrte, bäumte sich auf und schlug seine rasiermesserscharfen Krallen nach Simbas Gesicht und seiner Mähne. Scar drängte Simba nach hinten und traf ihn noch mal, aber dieses Mal war Simba darauf vorbereitet. Simba brüllte und schmetterte seine Krallen über Scars Nase.
Scars seidige schwarze Mähne versperrte ihm für einen Moment die Sicht. Er schlug um sich um vielleicht etwas zu treffen. Scar lachte vor Freude, als er spürte, dass seine Krallen über Simbas Nacken kratzten. Das Gefühl von Blut, das seine rasiermesserscharfen Krallen herunter rannte war wunderbar. Mit einem weiteren kraftvollen Schlag ließ Scar ihn nach hinten fliegen. Simba fiel auf seinen Rücken und sein Kopf knackte wundervoll, als er gegen den Felsen geschleudert wurde. Simba lag dort benommen, seine verwundbare Kehle und sein Bauch lagen ungeschützt da. Das wird es beenden!
Scar sprang durch das Feuer, Krallen und Zähne ausgefahren, bereit für den letzten Schlag. Simbas Gesicht war zu etwas unerkennbaren verzerrt. Seine starken Hinterbeine stießen in Scars Bauch und ließen ihn weiter vorwärts fliegen. Zu spät erkannte er, dass sie am Rand waren. Simba stieß Scar über seinen Kopf und plötzlich fiel er. Luft zischte an Scar vorbei, als er fiel. Scar schlug gegen die harte steinige Wand auf seinem Weg nach unten, was bewirkten würde, dass er ins Feuer rollte. Scar schloss seine Augen und wartete auf den letzten Schlag. Klatsch. Er war auf dem Felsen aufgekommen, wo kein Feuer brannte. Heftiger Schmerz flackerte in sein Bewusstsein, als Scar seinen Kopf hob und die unglaubliche Hitze des Feuers spürte. Es schwall um ihn an und sandte Turmhohe Rauchsäulen in den schwarzen Himmel. Scar stand langsam auf und blinzelte. Dunkle Schatten bewegten sich hinter der Wand aus Flammen. Shenzi, Banzai und Ed erschienen und stiegen über einen brennenden Holzklotz, um sich ihm anzuschließen. Oh, Gott sei Dank, meine letzten Verbündeten.
„Ahhh, meine Freunde", sagte Scar erleichtert, dass es sie waren und nicht Simba vor ihnen.
„Freunde?", lachte Shenzi. „Hatte er nicht eben noch gesagt, wir wären die Feinde?"
„Ja, so hab ich's auch verstanden", stimmte Banzai ihr zu. Sie hatten ihn gehört! Oh nein…
„Ed?", fragten beide den begriffsstutzigen Hund am Ende. Als Antwort lachte Ed Scar bedrohlich an und leckte seine Lippen. Aus den Schatten kamen mehr Hyänen, deren Augen im flackernden Licht des Feuers glänzten.
„Nein. Nicht doch. Lasst es mich erklären!" Scar versuchte verzweifelt ihnen das auszureden, aber sie kamen näher und näher und ihr gackerndes Lachen wurde lauter.
„Nein. Ich meinte doch nicht… NEIN!" Die Hyänen divergierten (A/N: Divergieren? Ich bin mit dem Wort nicht ganz klar gekommen) ihn in einer hungrigen Horde. Mehrere Spitzen von Zähnen schlugen sich in seinen Pelz und zwangen ihn zu Boden. Scar fühlte wie seine Haut geschnitten und zerrissen von hundert paar gelber Zähne wurde. Unvorstellbarer Schmerz überschwemmte Scar. Er schrie und begann um sich zu schlagen und zu beißen, aber es waren einfach zu viele.
„Wir sagten dir, dass du niemandem davon erzählen darfst!" Shenzis Stimme kam irgendwo her, ein grausames Lachen von einem Engel des Todes. Scar knurrte und begann mit neuer Kraft zurückzukämpfen Aber es war sinnlos. Scar wusste das, aber es hielt ihn nicht davon ab es weiter zu versuchen. Die Hitze der Flammen war unerträglich. Die Flammen kamen näher und näher. Plötzlich explodierte die Welt.
Blendendes weißes Licht schlug noch nicht einmal zehn Schwanzlängen von Scar entfernt ein. Das Geräusch von einer Millionen Bäumen, die auseinander gerissen wurden, konnte man nicht mit dem vergleichen, was jetzt geschah. Scar konnte weder etwas hören, noch sehen, außer dem Blitz, als er auf ihn eindrosch. Gestalten stürzten auf ihn ein, er schlug sie noch nicht einmal mehr weg. Etwas Feuchtes lief Scars Rücken herunter. War das Blut? Als das Licht verschwand blinzelte Scar wütend und versuchte seine Sicht zu schärfen. Sein Kopf fühlte sich plötzlich sehr schwer an. Scars Ohren klingelten immer noch, als sein Sehvermögen langsam zurückkam.
Die Hyänen waren verschwunden. Er war alleine mit etwas verkohltem und schwarzen. Er schnüffelte vorsichtig daran, da der Geruchsinn anscheinend der einzigste Sinn war, der noch funktionierte. Das schwarze Chaos roch nach verbranntem Fell und Fleisch. Mit Entsetzen erkannte er, dass die zehn schwarzen Gestallten Hyänen waren, die vom Blitz getroffen worden waren oder in den Flammen verbrannt waren. Mehr Feuchtigkeit rann in Scars müde Augen. Es war kein Blut. Es war Regen. Das Gewitter war endlich zu Ende und Sturzbäche von Wasser stürzten in die Flammen. Dampf stieg vom erloschenen Feuer au und hinderte es daran erneut auszubrechen.
Scars ramponierter Körper wollte aufgeben, stoppen und nie mehr aufstehen. Er wollte fast sich der Versuchung hingeben, aber dann hätte Simba gewonnen. Langsam, wie eine Schildkröte setzte Scar eine Pfote vor die andere. Er wankte vom emporragenden Felsen fort, ohne klares Bild davon, wohin er ging. Nur mit dem einzigen logischen Gedanken, der in Scars phantasierenden Gedanken war, dass er von dort weg musste. Blut tropfte aus seinen Wunden und beschmutzte sein Fell. Der Regen wusch das Blut in den trockenen Boden und hinterließ eine sehr schwache Spur, die bald vom Regen komplett weggewaschen sein würde. Scars Atem kam nur stoßweise. Seine Lungen konnten nicht mehr weiter arbeiten. Alles, was er wusste war, dass er weitergehen musste. Die Zeit verlor jede Bedeutung für ihn, also hätten Minuten, Stunden oder Sekunden vergangen sein können, als er endlich einen Felsen mit einem Vorsprung sah. Er hinkte darauf zu, er brauchte eine Pause. Sein Körper brach zusammen, als er fast darunter war. Süße Erleichterung füllte seine schmerzenden Muskeln, als er endlich stoppte. Es gab so viele Qualen in der Welt. Wäre es wirklich so schlimm, wenn er sie verlassen würde? Sollte er der Dunkelheit erlauben in die Ecken seiner Gedanken zu kriechen, um ihn zu bekommen? Wenn er das tun würde, gäbe es keinen Schmerz mehr, keinen Verlust, einfach nur nichts. Die Idee führte ihn mehr in Versuchung, als nichts in der Welt. Er hätte es auch zugelassen, wenn da nicht dieses Geräusch gewesen wäre, das in seine Ohren stach. Ein triumphierendes Brüllen schallte über das Geweihte Land. Scars letzter bewusster Gedanke war, dass Simba keine Ahnung hatte worauf er sich einließ. Scars Gedanken fokussierten sich für einen kurzen Moment auf Zira. Lass sie in Sicherheit sein… dann glitt Scar in Bewusstlosigkeit.
Mein Besonderer Dank gilt pokedoom97, die die Autorin dieser Geschichte ist und mir erlaubt hat diese zu übersetzten.
Auch wenn ich die Geschichte "nur" übersetzt habe würde ich mich über ein oder zwei kleine Reviews mit Kritik oder mit Lob freuen ;)
LG
SevMine
