Hier ist dann auch schon mal das zweite Kapitel.~
Our Meeting
In meinem Zimmer angekommen, begann ich auch gleich mich auszuziehen um zu duschen, legte meine Uniform wie auch meine schwarz-rot karierte Boxer ab und stieg dann unter das warme Wasser der Dusche.
Um einen Zimmergenossen brauchte ich mir dabei keine Gedanken zu machen, da ich keinen hatte.
Ich besaß zwar ein Doppelzimmer, aber wohnte bisher alleine hier und mir konnte es nur recht sein, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass ich mich nicht so gerne vor anderen auszog und hätte ich einen Mitbewohner, würde dieser unweigerlich meine Narben zu Gesicht bekommen, welche sich unter meiner Kleidung verbargen.
Seufzend ließ ich das Wasser nun meinen Körper hinunter fließen, seufzte auf die wohlige Wärme die mich umgab und schloss meine Augen.
Meine Gedanken drifteten wieder zu der Stimme ab, welche ich zuvor gehört hatte, sie wollte mir nicht aus dem Kopf gehen, sie hatte so etwas besonderes an sich, das ich nicht aufhören konnte daran zu denken.
Aber warum fesselte sie mich nur so?
Ich wusste es nicht genau und ich wusste, dass es mir auch nicht sonderlich viel bringen würde, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, also versuchte ich es zu lassen.
Als ich wieder aus der Dusche trat, mir eine neue Boxer anzog und das Handtuch um die Schultern legte, nachdem ich mich Großteils abgetrocknet hatte, betrat ich mein Zimmer wieder und schmiss mich auf mein Bett.
Mein Blick wanderte zuallererst an meine Decke, als ich mich auf den Rücken drehte, ehe er zu dem Bett auf der anderen Seite des Raumes landete, welches neu bezogen aussah.
Anscheinend würde ich bald mein ruhiges Einzelzimmer los sein und einen Mitbewohner bekommen… wie es aussah der Neue dann.
Ein paar blonde Strähnen fielen mir in die Augen, als ich mich wieder auf dem Bett drehte und die Wand nun anstarrte.
Ich war gespannt auf morgen und irgendwie hatte ich es im Gefühl, das sich einiges ändern würde.
Leicht über mich selbst lächelnd, schlief ich dann ein.
Gähnend saß ich auf meinem Platz im Klassenraum, direkt neben Haruka und stützte meinen Kopf auf meine Handfläche ab, am liebsten würde ich mich wieder ins Bett schmeißen und weiter schlafen, aber dieser Luxus war mir leider nicht vergönnt.
Leise Gespräche waren im Raum zu vernehmen und auch meine Freunde gehörten zu denen die sich mehr oder minder leise miteinander unterhielten und dieses Mal sogar, ging es nicht um Haruka!
Es war ein Wunder, das auch dies geschehen konnte.
Das Gesprächsthema um das es nun ging, war der neue Schüler und es wurde nicht nur von den Jungs thematisiert.
Ich dachte wieder daran, dass wer auch immer dieser neue Junge war, mein Zimmergenosse werden würde und dass es besser wäre, wenn wir miteinander gut auskommen würden.
Ich meine, wenn wir uns den Rest der Schulzeit ein Zimmer teilen und uns nur angiften würden, wäre das doch nicht wirklich das Beste, für ihn und mich.
Ein lautes Klatschen unterbrach meine Gedanken und ließ den Rest der Klasse verstummen und ihre Blicke nach vorne zur Tafel richten, an welcher unser Lehrer Ringo Tsukimiya stand, ein breites für ihn eigentlich fast schon typisches Lächeln im Gesicht.
Die Schüler die noch zuvor einfach so im Raum herum standen, beeilten sich auf ihre Plätze zu kommen, ich saß zum Glück schon.
„Guten Morgen! Da ich sehe, dass wohl alle anwesend sind, möchte ich auch gleich zur Sache kommen! Wir werden ab heute einen neuen Mitschüler begrüßen dürfen. Er kommt aus dem Ausland und ich hoffe, dass ihr alle sehr gut mit ihm auskommen werdet und ihn unterstützt wenn er Hilfe braucht.", lächelte unsere Lehrkraft und erreichte somit, das wieder Getuschel in der Klasse ausbrach.
Man, Ringo konnte es echt erreichen, das man noch aufgeregter wurde, wer nun der Neue war…
Erneutes Klatschen sorgte wieder für Ruhe.
„Okay, dann bitte ich unseren neuen Mitschüler mal rein zu kommen.", lächelte Ringo und alle, einschließlich mir, drehten sich zu der Tür um, und sahen, wie ein großer Junge, mit etwas dunklerer Haut, braunen Haaren und fast schon leuchtend klaren türkisgrünen Augen den Raum betrat und uns alle anlächelte.
Alle Gesichter folgten ihn, als er zu Ringo ging, dort stehen blieb und sich zu uns drehte.
„Hallo, mein Name ist Cecil Aijima. Ich komme aus Agnapolis, bin Halbjapaner und ab heute in eurer Klasse. Schön euch zu treffen.", stellte Cecil sich uns vor.
Sofort, als ich seine Stimme hörte, saß ich kerzengerade auf meinem Platz.
Ich kannte diese Stimme.
Ich hatte sie schon einmal gehört, auch wenn sie dieses Mal einen stärkeren Akzent zu besitzen schien… aber es war unmissverständlich dieselbe Stimme wie gestern aus dem Wald, eine Stimme die einfach nur… nur… unbeschreiblich, ja irgendwie exotisch klang und es geschafft hatte mich zu fesseln.
Und nun da ich ihn sah, musste ich sagen, dass seine Stimme ebenfalls sein Aussehen wiederspiegelte, exotisch.
Diese klaren türkisgrünen Augen, bildeten einen seltsamen und doch irgendwie schönen Kontrast zu seinen dunklen Haaren und seinem Hauttyp und auch sein Auftreten wirkte anders als das anderer Leute, selbstsicherer, erfahren.
Seine Ausstrahlung war einfach überwältigend und so wie ich es aus der Menge vernahm, erging es den anderen ähnlich wie mir… aber genau hörte ich es nicht, denn es schien so, als würde mir mein Herz so laut gegen die Brust hämmern, als das ich nichts anderes mehr hörte.
Woher kam das nur plötzlich?
Warum schien es mir so, als hätte es mir die Luft zum Atmen verschlagen?
Ich verstand es nicht.
Warum löste dieser Junge solche Reaktionen bei mir aus?
Das war doch nicht normal!
Nach einer Ewigkeit wie es mir schien, auch wenn es in Wirklichkeit nur Sekunden waren, ließ ich meinen Atem wieder frei, den ich unbewusst angehalten zu haben schien und versuchte mich wieder zu beruhigen, was mir glücklicherweise auch wieder recht schnell gelang.
Gerade als ich wieder komplett zur Ruhe kam und auch die Klasse anscheinend sich wieder beruhigte, wandte Ringo sich mir zu und schenkte mir ein breites und aufheiterndes Lächeln.
„Alec-kun! Da du Cecil-kuns neuer Mitbewohner sein wirst, bitte ich dich unseren Neuzugang die Schule zu zeigen, ihn zu unterstützen und ihn die Regeln betreffend dieser Schule zu erklären.", verlangte die Lehrkraft und zwinkerte mir zu, während er wieder irgend so eine für ihn typische Pose machte.
Sofort nickte ich und wandte mich mit einem leichten lächeln, doch noch recht neutraler Miene zu Cecil, welcher nun ebenfalls zu mir sah und mich nun anlächelte.
Trotzdessen, das er interessant zu sein schien, kam ich nicht darüber hinaus, das ich ihn noch nicht kannte, überhaupt nicht, selbst wenn ich dieses Lied gehört habe und eigentlich… warum spürte ich plötzlich diese Hitze in meinem Gesicht wenn er mich anlächelt?!
„Okay, dann wollen wir jetzt einmal mit dem Unterricht beginnen. Cecil-kun, bitte setz dich auf den freien Platz hinter Alec-kun.", das gesagt, setzte sich angesprochener direkt hinter mich, während Ringo den Unterricht begann.
Ich konnte dem gesagten irgendwie nicht richtig folgen, ständig schien es mir als müsse ich mich umdrehen… als würde mich etwas zu diesen neuen, zu Cecil ziehen.
Aber irgendwie konnte ich diesen Drang unterdrücken, warf den Jungen hinter mir jedoch einen kurzen Seitenblick zu.
Glücklicherweise bemerkte er es nicht, unglücklicherweise, schien sein Blick direkt auf Haruka gerichtet zu sein und etwas wie Interesse wieder zu spiegeln.
Okay, das war doch wohl kaum zu fassen!
Kaum neu in der Klasse und schon war der nächste Typ hinter Haruka her!
Ich meine, wo gibt es das denn?!
Und die Tatsache, dass sie nun auch noch am Klavier vorspielte, weil Ringo es so wollte, half ebenfalls nicht, denn Cecils Interesse schien nur noch mehr geweckt worden zu sein.
Okay, aber warum beschäftigte mich das dann gerade so?
Ich kannte Cecil doch noch überhaupt nicht und schon machte ich mir über solche Sachen Gedanken, wie das er ebenfalls wie die ganzen anderen an Haruka interessiert war, ich meine was geht mich das auch an eigentlich?
Ich glaube ich bekam noch Komplexe wegen dieser Frau…
Weitere als die, die ich so schon habe…
Tief durchatmend, fuhr ich mir mit einer Hand durch meine blonden Strähnen und hörte dem Spiel Harukas zu.
Sie spielte schon schön, das gab ich auch immer wieder gut und gerne zu, aber ich begann deswegen doch nicht mich um sie zu kloppen wie ein Verrückter, ein Grund auch, warum ich nach einem anderen Komponisten für mich selber suchte.
Naja, im Grunde hatte ich auch schon einen, Takeru, er war ein Mitglied der S Klasse und ein echt netter Typ.
Manchmal vielleicht auch ein klein wenig still, aber er war ein guter Zuhörer und ich fand seine Kompositionen reichten fast an die Harukas heran und das hatte schon was zu heißen fand ich, schließlich stand Haruka momentan an der Spitze des Jahrgangs.
Zudem und das rechnete ich ihn verdammt hoch an, war er kein fanatischer Haruka besessener!
Er fand sie zwar okay, aber mehr auch nicht, also vollkommen normal.
Naja, auch wenn dieses Verhalten als normal galt bei mir und er es sonst auch war, aussehen tat er hingegen ein wenig… auffälliger.
Mir war das zwar eigentlich egal, aber andere waren nicht ganz so tolerant, vor allem da sie ihn meistens zuerst für ein Mädchen hielten… eine Sache die Takeru gar nicht gefiel und ich definitiv verstehen konnte.
Der Grund warum er für mehrere für ein Mädchen gehalten wurde, waren dabei hauptsächlich seine langen Haare, welche zum Großteil schwarz waren und dann in ein dunkleres rot übergingen und ihn richtig tief den Rücken hinunter reichten, meist in einem Zopf zusammen gebunden, aber auch seine eher schmalere Statur.
Aber egal… wahrscheinlich sollte ich mich später noch einmal mit ihm treffen und mich mit ihn unterhalten wegen dieser Haruka Geschichte, ihn vielleicht ja auch noch mal Cecil vorstellen.
Der Rest des Unterrichtes, verlief recht ruhig, also normal und als es dann zur Mittagspause soweit war, stand unsere Gruppe auch schon um den Neuen versammelt.
Was die Motive der anderen waren, wusste ich nicht ganz genau, wahrscheinlich wollten sie sich aber auch mit ihm anfreunden, ich hatte da hingegen eine Aufgabe und er war nun mein Mitbewohner, zudem war ich selbst auch interessiert was ihn betraf...
„Hallo, ich habe mich noch gar nicht richtig vorgestellt, mein Name ist Alec Kizawa, dein Mitbewohner und wie Ringo-sensei schon erwähnt hat, wenn du Hilfe brauchst, frag mich ruhig.", meinte ich ruhig und mit einem kleinen Lächeln, meine Stimme hielt ich ein klein wenig bedeckt, eine Angewohnheit, die ich irgendwie nicht mehr los wurde, aber mir war es auch ein klein wenig egal.
Wenn wir Freunde werden, würde sich das schon noch ändern, da war ich mir sicher, hatte das mit den anderen schließlich auch geklappt gehabt.
„Freut mich. Ich bin Cecil. Auf gute Zusammenarbeit."
Cecil schenkte mir nun ebenfalls ein Lächeln und griff nach meiner Hand um sie zu schütteln.
Ich konnte nicht rechtzeitig reagieren und spürte auch schon, wie sich die recht große Hand Cecils um meiner schloss.
Augenblicklich als ich die Berührung spürte, ging ein Ruck durch meinen Körper und ich zog meine Hand schnell aus der des anderen, hielt sie mir vor die Brust und versuchte wieder normal zu atmen, da sich mein Atem automatisch beschleunigt hatte auf die Berührung hin.
Cecil sah mich etwas verwirrt an, die anderen tauschten Blicke.
„Was ist denn los? Etwas nicht in Ordnung?", erkundigte sich der Junge vor mir, ich schüttelte nur den Kopf und versuchte zu lächeln, schaffte es so einigermaßen.
„Ja ja, alles in Ordnung.", versuchte ich das geschehene abzuwinken, Masato meldete sich nun zu Wort.
„Entschuldige ihn, er ist was Körperkontakt angeht immer ein wenig… zurückhaltend."
Die anderen Nickten auf dieses Kommentar hin und ich verdrehte halbherzig die Augen, sodass niemand es sah.
„Und? Sollen wir dir das Schulgelände ein wenig zeigen?", meinte ich nun wieder und deutete mit einem Kopfnicken zur Tür.
Sofort zustimmend stand Cecil auf und ging mit mir und den anderen aus dem Raum, wobei ich den anderen ein klein wenig vor gehen ließ, als ich kurz in Gedanken abschweifte und meine Hand anschaute.
Ich wusste nicht warum, aber irgendwie fand ich die Berührung von Cecil nicht ganz so schlimm wie sonst bei anderen… eher war es die Überraschung und der Reflex aus dem ich gehandelt hatte.
Seine Hand war so groß und warm…
Allein der Gedanke ließ mich ein klein wenig erröten, aber...
Was sollte denn diese Gedankenrichtung?
