Kapitel 3 für euch meine Lieben.~

Viel Spaß damit. :D

Our Feelings

Wir saßen wieder draußen unter einem Baum und unterhielten uns ein wenig, versuchten Cecil ein wenig besser kennen zu lernen und so wie ich das sah, war er am meisten auf Haruka fixiert… eindeutig.

„Haruka also? Das ist ein schöner Name und dein Spiel im Unterricht war auch wirklich schön!", hörte ich Cecil sagen und schaute auf, sah den anderen wieder lächeln.

„Huh? Ähm, danke Cecil-san. Und? Wie war es so in deiner Heimat bevor du hierhergekommen bist?", erkundigte Haruka sich und lächelte den anderen unschuldig an, sodass ich mich fast hätte übergeben müssen.

Ich glaube sie hat nicht mitbekommen das das gerade nicht einfach nur so ein Kompliment war… jedenfalls die anderen Jungs schienen es mitbekommen zu haben und sahen Cecil ein klein wenig eifersüchtig an.

Tokiya, Shou und Ren waren auch zu uns gestoßen, sobald wir das Gebäude verlassen hatten und hatten sich auch gleich bei dem Neuen vorgestellt.

Aber, so nett die anderen Cecil auch fanden, es schien ihnen eindeutig gegen den Strich zu gehen, dass er fast sofort ebenfalls an Haruka interessiert zu sein schien.

Und nicht nur sie, aus irgendeinen Grund schien mich das Ganze auch irgendwie mitzunehmen, mir nicht zu gefallen und das hatte nicht nur den Grund das Haruka einen neuen Verehrer hatte… es erschien mir fast schon ein klein wenig zu persönlich, aber genau erfassen was es damit auf sich hatte, konnte ich nicht so genau.

Es fühlte sich einfach nicht richtig an, sich das so mit anzusehen.

„Und? Was bringt dich eigentlich hier nach Japan mitten im Schuljahr? Hat es einen besonderen Anlass?", erkundigte ich mich nun und lehnte mich im Gras zurück, stützte mich auf meine Arme ab.

Cecil, welcher gerade eben noch versuchen wollte Haruka noch weiter zu bedrängen, drehte sich auf meine Frage hin zu mir um, hinter seinem Rücken konnte ich den anderen Jungs ansehen das sie froh über mein Eingreifen waren, auch wenn er noch immer die Hand des orangehaarigen Mädchens hielt.

„Nicht wirklich. Ich hatte zu Hause nur einige Probleme mit meinen Verwandten aufgrund dessen das ich Halbjapaner bin, weswegen sie mich loswerden wollten. So bin ich jetzt hier gelandet. Aber ich bin mir sicher es war Schicksal das ich hier gelandet bin. Die Muse scheint auf diesen Ort zu scheinen.", erklärte der grünäugige lächelnd, ich sah ihn nur verwirrt und auch verdutzt an, aber auch ein klein wenig entsetzt, konnte ich nicht verstehen wie er dabei so ruhig sein konnte…

Ich wusste schließlich wie es war nicht gewollt zu sein und das war nichts, dass man einfach so hinnehmen konnte, vor allem nicht nach dem was mein Vater…

Angewidert und nicht zurückdenken wollend schüttelte ich meinen Kopf, um die Gedanken an früher zu verdrängen, konnte ich mich nur noch allzu deutlich erinnern…

Und das was er getan hatte, war nichts an das man sich gerne dran erinnern möchte, definitiv nicht!

Ich schüttelte also nur meinen Kopf und sah dann zur Seite.

„So etwas sollte man nicht zu leicht hinnehmen. Das ist nichts mit dem man Spaßen sollte.", gab ich monoton von mir und stand schließlich auf, war dieses Thema bei mir doch eh immer noch so eine Sache.

Die anderen sahen mich nun ein wenig fragend an, verständlich, von ihnen wusste niemand etwas über… diese Sache, höchstens das ich bei einer Adoptivfamilie lebte.

Wieder ein schütteln meines Kopfes, ehe ich ein Lächeln versuchte.

„Ich geh wieder zurück aufs Zimmer. Cecil-kun, willst du mitkommen oder sollen dir die anderen nachher den Weg zeigen?", lenkte ich vom Thema ab und war schon drauf und dran mich umzudrehen, als Cecil auch aufstand und endlich Haruka los ließ, was ich irgendwie als Erleichterung empfand.

Den anderen ging es ebenso aber wahrscheinlich aus einem anderen Grund.

„Ne ich komme mit. Dann bis später.", meinte er, winkte den anderen zu und folgte mir, da ich schon ein wenig vorgegangen war.

Er holte recht schnell auf, was nicht zuletzt daran lag das er längere Beine als ich hatte.

Wenn ich genauer darüber nachdachte, dann viel mir auch jetzt erst auf, wie viel Größer er mir gegenüber war, mindestens zwanzig Zentimeter…

Okay, das war nicht gerade erbaulich wie ich zugeben musste, vor allem weil die anderen auch alle größer waren, selbst Shou war es, auch wenn es nicht viel war.

Aber ich nahm es still schweigend hin… was blieb mir denn auch anderes übrig?

Ich konnte doch eh nichts mehr daran ändern, sollte ich nicht weiter wachsen…

Seufzend fuhr ich mir mit einer Hand durch die Haare, Cecil der nun neben mir ging sah zu mir hinüber.

„Alles okay Aleck?", erkundigte er sich plötzlich und ich sah überrascht auf… okay, er war wirklich groß und… wie hat er mich genannt?

Okay, da bemerkte man seinen Akzent irgendwie, aber es klang auch nicht unbedingt so schlecht, es hatte etwas an sich und warum konnte ich diese plötzliche Hitze in meinen Wangen nicht aufhalten?

„J-ja, alles in Ordnung.", murmelte ich nur und richtete meinen Blick wieder starr nach vorne, ich konnte Cecils Blick von der Seite spüren, wie er auf mir lag.

Warum hatte für einen Moment meine Stimme gezittert?

Das war mir doch bisher nie bei jemanden vorgekommen… was hatte das zu bedeuten?

Cecil konnte ich deswegen ja sicherlich kaum fragen, das würde ja bestimmt ein wenig komisch rüberkommen, wenn ich ihn auf so etwas ansprechen würde…

Gott, wer wäre denn überhaupt so blöd und würde so etwas machen?!

Also ich nicht, hatte ich doch eigentlich schon früh bemerkt das Nachfragen, Fragen allgemein und Auflehnungen doch gar nichts brachten, alles nur noch schlechter machten.

Man sollte einfach leise sein und es über sich ergehen lassen, egal wie sehr es schmerzte, was auf einem zu kam, du hattest einfach still zu sein, eine stille, willenlose Puppe zu spielen.

Ohne dass ich es richtig bemerkte, kamen wir dann auch schon an unserem Zimmer an.

Kaum drinnen, ließ ich mich auch schon auf mein Bett fallen, mit dem Gesicht voran in die Kissen, während mein Mitbewohner sich an seinem Schrank zu schaffen machte, was ich an dem Kram Geräusch heraus hörte.

„Wie findest du eigentlich Haruka?", kam mit einem Mal die Frage von Cecil und ich spürte wie sich der andere am Fuße meines Bettes niederließ, durch das verlagern der Federn.

Ich hob meinen Kopf aus den Kissen und ließ ihn auch gleich schon wieder in eben diese Fallen, bei dem Anblick den ich da sah.

Cecil saß nur mit Hosen bekleidet und einem Handtuch über eine Schulter geschlungen da, anscheinend hatte er vor duschen zu gehen…

Eigentlich sollte mir dieser Anblick nichts ausmachen, da ich schließlich auch ein Typ war, aber anscheinend sah das hier anders aus.

Allein dieser eine kurze Blick auf seinen nackten Oberkörper hatte mir gereicht um mir abermals die röte ins Gesicht zu treiben, die mich schon den ganzen Tag zu begleiten schien, denn auch wenn es nicht ganz so durch die Klamotten zu erkennen war, schien Cecil doch recht durchtrainiert zu sein, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.

Aber warum machte ich mir darum solche Gedanken?

Mir schoss seine Frage wieder durch den Kopf die er mir gerade eben gestellt hatte und ich drehte mich nun auf den Rücken, darauf bedacht meinen Blick nicht auf den anderen zu legen, sah ich an die Decke.

„Haruka…", murmelte ich und musste feststellen, dass ich wohl wusste, in welche Richtung dieses Gespräch gehen würde und das ich das jetzt schon nicht mochte, dementsprechend verzog ich mein Gesicht auch ein klein wenig.

„Soll ich ehrlich sein? Sie ist zwar eine nette Person, aber sie ist ein klein wenig zu naiv. Sie versteht noch nicht mal was die anderen alle von ihr wollen.", meinte ich gerade heraus und schielte nun doch zu dem anderen um seinen Gesichtsausdruck sehen zu können auf meine Worte.

Cecil sah mich direkt an und unsere Blicke kreuzten sich kurz und ich konnte erkennen, dass ihn meine Worte nicht besonders viel ausmachten, er schien kurz nachdenklich zu wirken.

„Hm, ist das so? Ich habe sie zwar erst heute kennengelernt, aber ich bin mir sicher unser Treffen war uns von der Muse bestimmt! Wie sie gespielt hat, es war so voller Gefühl!", begann der andere zu schwärmen, Bingo.

Genervt verdrehte ich meine Augen und legte mir einen Arm über die Augen.

„Tja, ich muss zwar sagen das ihre Kompositionen wirklich mit die besten hier sind und sie schön spielen kann, aber das ist doch noch längst kein Grund sich sofort in den anderen zu verlieben, nicht wahr? Vor allem, auch wenn du dich versuchen würdest an Haruka ran zumachen, sie würde es nicht verstehen, sie ist wie vor den Kopf geschlagen wenn es darum geht, egal wie nett sie auch ist! Mach dir am besten keine allzu großen Hoffnungen, sie könnten schnell wieder zerstört werden.", gab ich zurück.

Wieder herrschte schweigen, das keiner von uns zu brechen vermochte, aber ich wusste das ich dieses Mal wenigstens ein klein wenig durchgedrungen war zu ihm was dieses Thema betraf, aber ich war mir sicher das war es noch nicht.

Ich spürte wie das Gewicht Cecils von meinem Bett verschwand und schielte unter meinem Arm hervor.

„Ich werde duschen gehen. Und danke für die Informationen Aleck!", meinte Cecil, lächelte mir noch einmal zu, ehe er im Badezimmer verstand.

Auch als ich begann das Wasser rauschen zu hören, war mein Blick noch immer auf die Badezimmertür gerichtet, mein Kopf wirkte wie leer gefegt.

Seufzend setzte ich mich wieder auf und mein Blick fiel auf mein Handy, welches ich auf meinem Nachtschrank hatte liegen lassen und auf welchem eine eingegangene SMS von Takeru angezeigt war.

Nachdem ich sie mir kurz durchgelesen hatte, stand ich auf und verstaute mein Handy in meiner Hosentasche, trat an die Badezimmertür heran.

„Ich geh noch einmal kurz weg, bin bald wieder da.", rief ich Cecil zu um das rauschen des Wassers zu übertönen und wandte mich zum gehen, als ich ein zurückgerufenes Ja hörte.

„Yo Alec!", hörte ich eine Stimme von hinter mir kommen, ehe ich auch schon einen Arm spürte der sich mir um die Schultern legte für einen Moment, ehe dieser jedoch schon wieder verschwand.

Trotzdessen, egal wie kurz dieser Kontakt immer war und wie oft er es auch tat, ich zuckte jedes Mal aufs heftigste zusammen und könnte Takeru dafür verfluchen, das er das immer wieder tat, aber ihm schien das nicht zu stören.

Dabei wusste er doch, dass ich das überhaupt nicht abkonnte!

„Hey! Hör endlich mal auf damit, du weißt dass ich damit nicht klar komme!", meinte ich und drehte mich nun zu dem anderen um und sah in dessen rote Augen.

„Ja ja, ich weiß. Aber irgendwann musst du dich schon daran gewöhnen wieder. Ganz ohne Berührungen kannst du nicht durchs Leben gehen. Aber nun, ich habe gehört du hast einen neuen Mitbewohner?", erkundigte sich der größere, der sich einmal mit der Hand durch die schwarz-roten Haare fuhr und auf eine Bank fallen ließ.

Ergebend den Kopf schüttelnd, setzte ich mich neben ihn, hatte Takeru doch schon ein klein wenig recht, so gern ich es auch leugnen würde und wenn ich es schon zugeben musste, hatte es ja bisher auch schon ein klein wenig geholfen.

„Ja, sein Name ist Cecil Aijima. Und so wie es aussieht, ist Cecil-kun schon in die Falle namens Haruka hereingefallen. Wirklich, dabei hat er sie nur einmal Klavierspielen gehört und labert schon was von Schicksal!", ich schüttelte meinen Kopf erneut, war das doch einfach nur verrückt.

Takeru neben mir begann zu lachen.

„Tja, also ein leichtgläubiger mehr nicht wahr?", grinste der langhaarige mich an, ich konnte da nur zustimmen.

Ich lehnte mich ein klein wenig auf meinem Platz zurück und starrte nach oben, dabei fiel mir der gestrige Abend noch einmal ein und ich saß wieder kerzengrade da.

„Du, Takeru. Gestern Abend, als ich noch einmal Spazieren war, hatte ich jemanden singen gehört… es klang einfach nur super und irgendwie schien so viel Gefühl darin zu sein. Ich glaube das es Cecil-kun war der gesungen hatte, ich ihn aber verpasst hatte… hm, eigentlich sollte ich ihn deswegen vielleicht noch einmal ansprechen… Aber wirklich, diese Stimme wollte mir nicht wieder aus dem Kopf gehen.", erzählte ich ehrlich und merkte erst nach einigen Augenblicken das ich breit lächelte, sofort wurden meine Wangen wieder rot… schon wieder.

„Sorry…", murmelte ich noch einmal und sah aus dem Augenwinkel, wie Takeru mich musterte, ein klein wenig ernst, aber mit einem leichten, schrägen Lächeln auf den Lippen.

„Ha, na also so viel hab ich dich noch nicht oft an einem Stück über eine Person reden hören! Vor allem dann nicht, wenn es dann auch noch um dessen Gesangskünste ging. Du scheinst dir ja wohl wirklich den Kopf zerbrochen zu haben. Wer weiß? So wie sich das gerade anhörte, klang es fast wie Liebe auf den ersten Blick.", grinste Takeru und auch wenn ich wusste, dass er es eher nur so aus Spaß meinte, schien sich mein Herz doch für einen Moment unwirklich zu beschleunigen…