Das Vorletzte Kapitel dann auch schon!
Nun gehts auch langsam zu Sache...
My Love
Liebe.
Seit Takeru dieses Wort ausgesprochen hatte, selbst wenn es nur aus Spaß gemeint war, was bei ihm auszugehen war, schwirrte mir der Kopf und mein Herz klopfte laut in meiner Brust.
Das konnte doch nicht sein, oder?
Kurz nachdem Takeru das gesagt hatte und wir uns noch ein kleines bisschen über andere triviale Sachen unterhalten hatten, unter anderem über mein Lied, ging ich wieder um ein klein wenig für mich allein zu sein.
Meine Füße trugen mich dementsprechend erneut in den Schutz der Bäume draußen, wo ich mir nach einiger Zeit einfach einen Platz suchte und mich dort nieder ließ.
Kaum das ich da saß, wanderten meine Gedanken gleich wieder zu diesem Thema zurück.
Ich schüttelte meinen Kopf und fuhr mir mit einer Hand durch die Haare.
Es war doch nicht möglich, dass ich mich in Cecil verliebt hatte, oder?
Ich meine, wir kannten uns ja auch gerade noch nicht einmal einen Tag lang und zudem war er doch ein Kerl!
Okay, ich wusste zwar, dass Homosexualität nicht unbedingt so selten war, ich hatte auch nichts dagegen, aber ich hätte nicht von mir erwartet ebenfalls dazu zu gehören, nicht nach meiner Vergangenheit, was mein Vater damals-!
Aber wenn es so war… hieß es dann ich konnte die Vergangenheit fallen lassen, endlich begraben?
So wie ich es mit meinem Lied versuchte?
Wie ich es mir gewünscht hatte nach all der Zeit?
Tränen brannten in meinen Augen, Tränen der Erleichterung, das ich endlich abschließen konnte.
Das leise Lächeln das sich auf meine Lippen gestohlen hatte verblasste jedoch wieder, als mir wieder klar wurde, das selbst wenn ich mich in Cecil verliebt hatte, ich wahrscheinlich keine Chance hatte, er ja schon so schnell Haruka verfallen war, mit all ihrer Naivität.
Stellte sich mir nur nun die Frage, wenn es wirklich Liebe war die ich nach dieser kurzen Zeit für ihn empfand, ob ich es dann nicht doch versuchen sollte, Cecil aus den Bann Harukas heraus zu holen und vielleicht, ganz vielleicht dazu bringen würde mich…?
Hatte ich denn überhaupt eine Chance wenn ich es versuchen würde?
Seufzend sah ich hinauf in die Baumkronen und legte mir einen Arm halb über die Augen.
Warum war nur alles mit einem Mal so verwirrend, das ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte?
Als ich in mein Zimmer zurück kam, war Cecil schon längst im Bad fertig, lag auf seinem Bett und hörte Musik, zu welcher er leise mit summte.
Seine Augen waren geschlossen während er da so lag und ich kam einfach nicht davon weg meinen Blick von ihm abzuwenden, während sich meine Wangen wieder erhitzten.
Nach einigen Momenten schaffte ich es dann jedoch doch mich von ihm los zu reißen und in Richtung Bad zu verschwinden, meine Wechselklamotten nicht vergessend.
Kaum hatte ich den kleinen Raum betreten, legte ich meine Wechselsachen zur Seite und begann mich auszuziehen.
Als mir mein Hemd von den Schultern rutschte, hielt ich jedoch inne und sah in den Spiegel vor mir, sah die Narben die meinen Körper entstellten, überall auf diesem zu finden waren, so dass sie bei dem tragen normaler Kleidung nicht zu sehen waren.
Die meisten zogen sich hauchdünn über die Haut, befanden sich nur wenige an den Oberarmen, so waren es nur umso mehr auf Brust und Rücken.
Ich mochte diesen Anblick nicht, brachte dieser Anblick nur den Schmerz in mein Gedächtnis zurück, ließ ihn mich noch einmal erneut still durchleben.
Niemand anderes hatte sie bisher zu Gesicht bekommen und wenn es nach mir ginge, sollte es auch genau so bleiben, dass sie niemand sah.
Was würden die anderen denn von mir denken wenn sie sie sehen würden?
Ich wusste es nicht und ich glaube ich wollte es auch gar nicht wirklich wissen… würden sie mich verurteilen?
Einen Grund hätten sie eigentlich, schließlich war ich nicht derjenige der mir diesen Schmerz zugefügt hatte, der das Messer geführt hatte.
Alles war nur seine Schuld, ganz allein seine und die seiner kranken Vorlieben.
Angewidert drehte ich mich von meinem Spiegelbild weg und entledigte mich nun auch noch meiner Hose, während ich langsam und leise mein Lied zu singen begann um auf andere Gedanken zu kommen. watch?v=8tHUG0fzzug
„Your destiny - if you wish
Any sort of world
Can be yours"
Meine Stimme hallte leicht in den kleinen Raum wieder in dem ich mich befand, schien mir somit als würde sie mir sagen diesen Worten Folge zu leisten, daran zu glauben.
„Don't confuse me
No one can break me down"
Ich würde stark sein, ich würde es schaffen und aus irgendeinem Grund, erschien mir kurz Cecils Bild vor Augen.
Leicht den Kopf schüttelnd aber dennoch etwas lächelnd, entkleidete ich mich komplett und stieg unter die Dusche.
„Fairy Blue
You gave me a reason to live
in an "eternity" of captivity
If you shout for me
I will find you, my dear!
Wherever you are
And free you from that ensnaring curse"
Würde es mir gelingen?
Würde es jemanden anderen für mich gelingen?
„No one believes in me
There are times when I'm degraded
Even so, your words
will always echo in my heart"
Das Wasser traf nach und nach auf meine Haut und durchnässte mich, während ich einfach nur da stand und sang.
Ich würde nicht aufgeben, egal was die anderen sagen würden, ich würde es hinnehmen, wie schon mein ganzes Leben lang.
„Fairy Blue
For you I'll smash the stars
and arrange them into a "sign"
Whenever you lose hesitate, losing sight of your dreams
I want you to look up"
Wieder wanderten meine Gedanken zu Cecil, aber ich war diesbezüglich noch immer ein klein wenig verwirrt, aber andererseits auch vollkommen klar.
Es schien so, als würde nur ein kleiner Teil meiner selbst sich dagegen auflehnen, den Gedanken Cecil zu lieben und der Teil der es tat, war derjenige der sich an meinen leiblichen Vater und an damals erinnerte und es einfach nicht vergessen konnte.
„Fairy Blue
You gave me a reason to live
A "faith" called captivity
You are not alone
When you're lost "here"
I am... "forever" with your soul"
Ich stieg wieder aus der Dusche als ich fertig war und trocknete mich ab, zog mir gedankenverloren meine Boxer an, mein Handtuch über meinen Kopf, meine Augen geschlossen.
„We can make it through, if you believe"
Gerade als ich diese letzte Zeile, das letzte Wort, meine Hoffnung aussprach und schließlich verstummte, ging die Tür zum Badezimmer auf und erschrocken hob ich meinen Blick nach oben, nur um in die klaren, türkisgrünen Augen Cecils zu blicken.
Erschrocken schnappte ich nach Luft und ging unwillkürlich einen Schritt zurück, das Handtuch rutschte mir dabei auf die Schultern hinab, während mir einzelne Strähnen in die Augen fielen und mein ganzes Gesicht zu brennen schien.
Hatte ich vergessen die Tür abzuschließen?
Anscheinend, so wie das aussah.
Nun stand ich hier also in Boxershorts, noch nicht vollkommen trocken und ein Handtuch um die Schultern und gegenüber von mir Cecil, ebenfalls in Boxer wie es schien und nur ein leichtes Hemd tragend, sein Blick schien mich zu fesseln, so durchdringend war er.
Einen Moment später wurde ich mir wieder meiner Narben bewusst und wollte mir mein eigenes Oberteil greifen, als mich eine Hand am Arm packte und ich kurz in meiner Bewegung inne hielt.
Cecils Hand umklammerte meine und schnell versuchte ich meinen Arm zurück zu ziehen, was mir jedoch nicht gelang da der andere stärker war als ich.
„Lass mich los…", entkam es mir leise, mochte ich es doch nicht einfach so von jemandem berührt zu werden, auch wenn es sich anders anfühlte als sonst, wie schon zuvor.
Ich wollte meine freie Hand benutzen um seinen Griff zu lösen, als auch diese von dem anderen festgehalten wurde, mich mit dem Rücken zur Wand lenkte und ich ihn mit großen Augen ansah.
„Du warst gestern im kleinen Wald und hast gesungen, hast du?", erkundigte Cecil sich plötzlich ruhig und doch ernst bei mir und ich schaute ihn einen Moment überrascht an.
Warum wollte er das denn wissen?
Cecil vor mir schien auf eine Antwort zu warten und naja, wenn er mich dann wieder los ließ wenn ich antwortete, dann gut, es war schon schwer ruhig zu bleiben, auch wenn mein Atem schon ein klein wenig schneller ging, jedoch war dies auch teils auf unsere Position zurück zu führen.
„Ja, warum? Du warst der andere Sänger, nicht?", stellte ich nun auch gleich eine Gegenfrage, denn auch wenn ich wusste das er es war, eine Bestätigung von ihm hätte ich auch gerne und diese Situation gerade bot sich an.
Nun lächelte Cecil etwas und der Griff, der nun um meine Handgelenke lag lockerte sich ein klein wenig und war nicht mehr ganz so unangenehm, so länger Cecil mich berührte, desto wohler begann ich mich zu fühlen… seine Hände waren so angenehm warm…
„Ja, war ich. Als ich dich gestern gehört hatte, habe ich dich eigentlich gesucht, weil ich wissen wollte wer da sing. Deine Stimme hatte so viele Emotionen enthalten und etwas in mir bewegt. Zuerst dachte ich aber auch das es ein Mädchen wäre das singt, aber heute im Unterricht als du gesprochen hast war ich mir sicher das du es warst. Die Muse scheint wirklich großzügig auf diesen Ort herab. Sowohl auf dich, als auch auf Haruka.", erwiderte er lächelnd, doch als er Harukas Namen erwähnte, verzog ich kurz mein Gesicht, das zuvor wieder an Farbe zugelegt hatte aufgrund des Komplimentes.
Cecil schien diese Änderung zu bemerken und sein Gesicht nahm wieder einen ernsteren Ausdruck an.
„Weißt du warum ich dich vorhin nach Haruka gefragt habe Aleck?", fragte der andere leise, fast schon im flüstern während seine Augen zwei tiefen Seen glichen die mich in sich ziehen wollten.
Ich schluckte und schüttelte den Kopf, war ich ja der Meinung, dass er einfach nur mehr von Haruka, der Männerfalle, wissen wollte.
Nun schienen die Augen Cecils einen Nervösen Ausdruck anzunehmen und ein leichtes rot schien sich auf seinen etwas dunkleren Wangen zu legen.
Einen Moment herrschte Stille zwischen uns, ich spürte Cecils Atem in meinem Gesicht, da er sich nah zu mir vorgelehnt hatte, was mein Herz zum schneller schlagen brachte.
Warum tat er dies nur?
Seine Anwesenheit schien mich völlig aus dem Konzept zu bringen und da er so nah war nur umso mehr.
Zudem schien es nun auch noch fast so, als würde er dies mit Absicht und im vollen Bewusstsein tun.
Ein leises Seufzend entkam Cecils Lippen, als er meine Hände schließlich los ließ und diese mir an die Seite fielen, seine Hände jedoch stützten sich direkt neben meinem Kopf ab.
Ich konnte mich nicht bewegen oder eher, wollte es fast schon gar nicht.
Die stellen die Cecil berührt hatte brannten.
„Ich weiß, dass es vielleicht blöd klingt…", begann der größere plötzlich wieder und lenkte meine Aufmerksamkeit so wieder auf seine Lippen, die irgendwie schon verlockend aussahen... okay, falscher Zeitpunkt für meine Gedanken so abzuschweifen!
„…aber als ich dein Lied da gehört habe, ich wurde diese Stimme, deine Stimme, einfach nicht mehr los. Ich wollte einfach nur wissen wer es war der da gesungen hatte. Und als ich dich dann gesehen habe, das du dann auch noch mit mir ein Zimmer teilst… ich weiß nicht warum, aber ich war irgendwie… glücklich. Der Grund warum ich nach Haruka gefragt habe war, weil ich dachte, dass sie vielleicht deine Komponistin ist und dir bei deinem Lied geholfen haben könnte. Ich wollte wissen wie du zu ihr stehst und ich muss zugeben, deine Antwort vorhin war wirklich gut. Aber falls du denkst ich würde auf sie stehen, dann liegst du falsch.", erklärte der dunkelhaarige mir, während er sich noch ein klein wenig weiter nach vorne lehnte, sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von meinem entfernt.
Mein Atem wurde ein klein wenig schneller, zusammen wieder mit meinem Herzschlag während meine Augen sich ein klein wenig weiteten.
„Ich habe zwar keine Erfahrung damit, nicht zuletzt mit einem Jungen, aber deine Stimme hat mich beeindruckt, etwas bewegt und ich glaube, selbst wenn wir uns erst heute begegnet sind…", seine Stimme änderte sich, sie wurde weicher, ehe sich seine Lippen mit einem Mal auf meinen wieder fanden und ich meine Augen nur noch weiter aufriss.
