Kapitel 4.

My funking new family

--Jake--

Ich blickte Edwards Silbernen Mustang wehleidig hinter her. Nessies trauriger Blick beim Abschied verfolgte mich und hatte sich fest in mein Gehirn gebrannt. Das Auto bog um die Ecke und damit aus meinem Sichtfeld, dennoch. Ich war nicht in der Lage meinen Blick abzuwenden.

Ich verstand Bellas und Edwards Entscheidung, wahrscheinlich hätte ich es nicht anderes gemacht wenn ich ihren Kontostand hätte. Nessie hatte ein Recht darauf mehr von der Welt zusehen als die Kleinstadt Forks und das noch kleiner Indianerreservat La Push.

Dennoch, auch diese Erkenntnis konnte meinen Schmerz nicht lindern.

Ich kannte Nessie schon ihr Leben lang, vom aller ersten Moment an war sie mir näher, als es je ein anderes Mädchen sein würde. Immerhin war ich auf sie Geprägt.

Ein leichtes Lächeln schlich über meine Lippen, es wäre mit Sicherheit ein Schock für sie zu erfahren, das ich auf sie geprägt war. Immerhin löcherte sie mich seit dem ersten Tag, an der sie mit der Prägung konfrontiert wurde, wer den meine Traumfrau sei. Es machte mich stolz das in dieser Frage eine gewisse Eifersucht und ein ziemlich deutlicher Besitzanspruch verborgen war. Dennoch, ich war mir Hundertprozentig sicher dass es sie vollkommen aus der Bahn werfen würde, es zu erfahren. In den letzten Monaten war es immer schwerer geworden meine Gefühle zu verbergen. Sie war so schnell zu einer Wunderschönen Frau herangewachsen, dass ich gar nicht in der Lage war, es so schnell zu verarbeiten. Ich konnte mich noch gut an Edwards schneidenden Blick erinnern als meine Gedanken das erste Mal in die falsche Richtung liefen. Sicher, er hatte nicht gegen unsere Beziehung und er hätte auch nicht gegen die Vorstellung, dass in naher Zukunft mehr daraus werden würde als Freundschaft. Voraussichtlich!

So war es geplant. Alice ging mir jetzt schon auf die Nerven. Sie plante schon seit Nessies „14 Geburtstag" unsere Hochzeit und brachte mich damit zu Weißglut. Nicht gegen Alice, aber ich war in den letzten Jahren oft kurz davor gewesen sie zu erschlagen. Der Rest der Cullens betrachtete unsere keimende Beziehung, wie Carlisle es nannte, mit wachsendem Interesse. Einmal hatte Emmett mir doch tatsächlich geraten nicht auf Nessies Busen zu starren, das würde es nur noch schlimmer machen. Ich glaube ich habe Edward noch nie so wütend erlebt, und das heißt schon was. Im Endeffekt stellte ich leicht schockiert fest, dass Edward eigentlich gar nicht so schlimm war und da Bella nun sowieso in festen Händen war, unserer Freundschaft nichts mehr im Wege stand. Eine Tatsache die Bella und ihre Tochter nur noch glücklicher machte. Letztendlich verbrachten Edward und ich jede freie Minute zusammen, vorausgesetzt unsere „Damen" waren anderweitig beschäftigt.

Überraschender weise musste ich feststellen, dass man mit diesem reichen Pinkel viel Spaß haben konnte. Auch wenn mir die ganze Gedankenleserei ziemlich auf den Geist ging. Es sieht einfach zu komisch aus wenn zwei Männer spazieren gehen und der eine immerzu auf die Gedanken das anderen Antwortete. So gesehen führten wir recht einseitige Konversationen.

Somit verlor ich also nicht nur die einzige Frau auf der Welt die ich wirklich liebte, sondern auch meinen besten Freund und meine beste Freundin. Genau genommen hatte mich meine ganze Familie verlassen. Und dieser Gedanken war schon Grotesk, sie waren alle Vampire, doch seit dem Streit im Rudel mehr meine Familie als die Wölfe. Zwar verbrachte ich immer noch viel Zeit mit meinem Vater, natürlich und auch mit Charlie. Aber seitdem Sam und ich verschiedene Rudel hatten, war das ganze irgendwie seltsam. Ich hatte kaum noch mit den anderen zu tun. Meine besten Freunde waren immer an meiner Seite und Leah war mittlerweile schon mehr Rudelführer als ich, weil ich so viel Zeit bei den Cullens verbrachte. Und Seth war sowieso schon so etwas wie ein dritter Sohn für Esme, von mir gar nicht zu reden. Wenn das so weiter ging würde sie mich noch Adoptieren. Nichts gegen ihre mütterliche Seite, aber dennoch, ich hatte eine Mutter gehabt und sie war eine tolle Frau gewesen, ich brauchte keine neue. Auch wenn Esme deutlich besser Kochen konnte.

Langsam wandte ich mich ab und machte mich auf den Heimweg. Somit war ich also vollkommen allein, es fühlte sich an als hätten sie mein Herz mit in die Umzugskisten gepackt. Ohne groß darüber nachzudenken beschleunigte ich meine Schritte und verwandelte mich im laufen. Die neuen Gefühle strömten sofort über mich hinein. Ich spürte jedes einzelne Tier im Wald, jeden Luftzug um meinen mächtigen Körper, aber das Beste war das meine Schmerzen verschwanden. Ich hatte mich in meine Schmerzfreie Welt geflohen, zum wiederholten male.