Chris Augen gingen huschend in dem sterilen Krankenhausflur hin und her. Ungeduld und Unwissen vermischten sich mit Sorge in seinem Innern. Er war nervös.
Weiter unten im Flur war das Schwesternzimmer, in dem Krankenschwestern ein und aus gingen, ihren Job erledigten.
Es war alles so unwirklich. So unrealistisch kam es ihm vor, was er erfahren hatte. Der Streit gestern Abend tat ihm jetzt mehr leid denn je. War das an allem schuld?
Chris hatte erfahren, das seine Frau wieder schwanger war und hatte nichts besseres zu tun gehabt, als mit ihr zu streiten, einen weiteren Keil zwischen sie beide zu treiben?
Der Agent seufzte innerlich. Er hätte gestern Abend nicht so aus der Haut fahren sollen und dürfen. Er hätte Jill nicht reizen und aufregen dürfen, wusste er doch das all seine Anschuldigungen nicht im geringsten der Wahrheit entsprachen. Nie hätte sie ihn betrogen, nie würde sie das tun, er kannte sie, doch er war so unendlich wütend über ihre Lüge gewesen, er war es noch immer und sicherlich würde nichts so schnell vergessen werden. Wieso hatte Jill diese Nachricht nur vor ihm verheimlicht? Egal, wie es zwischen ihnen stand, sie konnten doch über alles reden. Zumindest war er der Annahme gewesen, das es so war.
Chris seufze innerlich, atmete durch.
Es war es ihm jetzt wichtiger, das seine Frau wieder in Ordnung kam.
Er hatte den Schmerz und die Verzweiflung in ihren Augen gesehen, als Rebecca nach ihm gerufen hatte, er hatte es auch auf der Fahrt hier her gesehen. Jill ging es nicht gut und dem neuen Leben in ihr…darüber mochte Chris nicht nachdenken.
Schwer stemmte er den Kopf in seine Hände, er hielt sich das Nasenbein, versuchte vergangenes zu verdrängen. ,,Nicht wieder…bitte…"
…Bitte lass sie dieses Kind nicht auch noch verlieren!…
Chris wusste, dass, wenn es wirklich wieder so laufen würde, seine Frau nicht damit klar kommen würde. Er hätte es selbst niemals gedacht, doch Eric hatte Jill verändert, bei Gott, Vater zu sein hatte auch ihn verändert. Er würde Berge versetzen, um seinem Jungen Leid zu ersparen…und ihr natürlich auch. Allein deshalb kam er sich jetzt so machtlos vor.
Er konnte Jill einfach nicht schützen vor dem, was vor ihr lag, er hatte es auch beim letzten Mal nicht gekonnt.
Es war damals, vor einem knappen Jahr nicht ohne gewesen. Jill hatte viel Blut verloren und die Fehlgeburt hätte auch sie selbst beinahe das Leben gekostet. Sie brauchte einige Zeit um sich körperlich davon zu erholen. Seelisch noch viel länger und als ihre Ärztin ihnen mitteilte, das eine erneute Schwangerschaft wahrscheinlich so gut wie unmöglich sei, vergrößerte das ihren Schmerz und auch seinen noch zusätzlich.
Chris hatte erneut begriffen, das es einen zerstören konnte, ein Kind zu verlieren, ganz gleich auf welche Art, ganz gleich wie lange oder wie kurz das Herz dieses Kindes geschlagen hatte.
Sollte Jill also dieses Kind nun wirklich auch noch verlieren? Konnte ihr das denn nicht erspart bleiben? Es durfte einfach nicht noch mal passieren, es wäre nicht fair! Nein, das wäre es nicht, wenn die erneute Hoffnung Vater zu werden gleich wieder zunichte gemacht werden würde.
Und was, wenn sie diesmal selbst nicht davon kommen würde? Das wollte Chris sich nicht ausmalen.
Nervös rieb er sich erneut den Nasenrücken, schloss die Augen, hoffte. Es tat ihm alles so schrecklich Leid…
Ehrfürchtig hatte Chris das Behandlungszimmer betreten, als eine Krankenschwester ihn endlich gerufen hatte. Es war ihm vorgekommen, als hätte er tagelang dort draußen gesessen, gewartet, doch waren es kaum zwei Stunde gewesen, seit ihrer Ankunft.
Sofort hatten seine Augen ihre getroffen. Jill lag mit dem Oberkörper leicht aufrecht auf einer Untersuchungsliege, die in der Mitte des Raumes, neben einigen Geräten und Monitoren, stand. Eine Hand lag auf ihrem Bauch, die andere regungslos neben ihrem Körper.
Chris setzte sich langsam zu ihr und nahm diese regungslose Hand in seine. Sie war erschöpft, das sah er ihr an. Sie war blass.
,,Hey…" grüßte er, um das Schweigen zu brechen.
Noch immer war es ein Schock für ihn, das er Jill vorhin von Rebecca aus hatte ins Krankenhaus hatte fahren müssen, auch das er erst seit gestern überhaupt von ihrer Schwangerschaft wusste. Der Streit gestern Abend tat ihm wirklich bis aufs Messer leid, er verfluchte sich selbst immer wieder dafür. Ach, hätte er doch nur im ruhigen mit ihr geredet, dann hätte sie sich nicht so aufgeregt und dann wären sie jetzt nicht hier.
,,Hey…" Jill schluckte, ,,…wo ist Eric?" Sie redete distanziert, doch sie redete wieder mit ihm.
,,Er ist noch bei Rebecca und den anderen, mach dir keine Sorgen." Chris blickte zu ihrem Bauch. Sie hatte ihn wirklich gut kaschiert in den letzten Wochen, das musste er ihr lassen. ,,Wie geht es dir, Jill?" Seine Augen fingen ihre.
Jill schluckte, zuckte mit den Schultern und zwei Tränen rannen ihr aus den Augen: ,,Es tut mir leid…"
Was sie sagte, meinte sie ernst, sie war ehrlich, das wusste er, hatte es bei dem Gespräch mit Claire ja bereits mitbekommen.
,,…es tut mir leid, das ich…" sie holte Luft, unterdrückte ihr Schluchzen, ,,…das ich es dir nicht gesagt habe, aber ich, ich…wollte nicht, das…" Jill atmete durch, ehe sie weiter sprach, ,,…Ich wusste nicht, das ich noch mal schwanger werden könnte und als ich es dann wusste..." sie brach ab, Jill schüttelte nur den Kopf, wusste nicht was sie sagen sollte.
,,Keiner hat es gewusst…" entgegnete er, ,,…Deine Ärztin hat uns damals was anderes erzählt und doch bist du es jetzt wieder."
,,Du bist der Vater, Chris…Ich habe nie…niemals mit jemand anderem…"
,,Schh, ist schon gut, ich glaube dir und…es war dumm von mir, das ich dich so angefahren habe. Ich war wütend und ärgerlich auf dich, das bin ich noch, aber…es tut mir leid, das ich dir das unterstellt habe…" Chris strich ihr die Tränen von der Wange, ,,…Warum hast du es mir nicht gleich gesagt? Hasst du mich denn wirklich so sehr?"
Erschrocken stockte sie. Glaubte er etwa, sie hasste ihn? ,,Nein, ich hasse dich nicht, Chris."
,,Wolltest du es dann nicht wahr haben?"
Jill schwieg, blickte zur Seite, als weitere Tränen über ihre Wange rollten: ,,Es ist doch ohnehin egal…Ich werde es verlieren, genauso wie das andere."
,,Unsinn!…Du wirst es nicht verlieren, nicht noch mal!…" er drehte ihren Kopf wieder sanft zu sich, ,,…Komm schon, nicht weinen…" Sanft klang seine Stimme, er wischte ihre Tränen weg, sah und fühlte, wie sehr Jill das Kind in ihr lieben musste, selbst wenn sie es noch nicht ahnte. Er wusste auch, wie sehr sie sich fürchtete.
Jill schniefte und blickte ihn an, ihre Hände hielten sich an seinem Arm, Jill war so froh, das er bei ihr war. Sie hatte ihn doch bei sich haben wollen, sie sehnte sich so sehr nach ihm.
,,So ist es schon besser…" Chris vergaß den Ärger den er empfand, darüber, das sie ihm etwas so wichtiges verschwiegen hatte, denn momentan gab es nichts wichtigeres als die Gesundheit von Jill und dem Ungeborenen in ihr. ,,…beruhige dich okay…" Nach einer kurzen Pause, fuhr er fort, ,,…Hast du noch Schmerzen?" Auch Chris blickte ihr in die Augen.
,,…Nein. Es blutet auch nicht mehr…im Moment."
Vielleicht war es doch nichts ernstes. Chris atmete durch und nickte, strich ihr mit der freien Hand das Haar hinters Ohr und konnte nichts gegen die aufkommende Hoffnung machen, die in ihm wuchs.
Langsam nahm er ihre Hand, hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. Sie musste ihm nicht sagen, das sie Angst hatte. Er sah es ihr an, denn auch er wollte einen erneuten Verlust nicht noch mal durchmachen.
Noch ehe Jill wieder etwas entgegnen konnte, klopfte es an der Tür und nur einen Augenblick später streckte Dr. Alexandra Green die Nase herein. Sie lächelte leicht. ,,Hallo, Jill…Chris…" sie schloss die Tür und kam näher zu den beiden, reichte beiden die Hand.
,,…Ich wurde vorhin benachrichtigt und habe Ihre Behandlung übernommen. Mein Kollege, der die Erstuntersuchung durchgeführt hat, hat mich bereits über alles informiert. Ist seither etwas neues aufgetaucht?"
Jill beherrschte sich, hielt die Tränen zurück und schüttelte den Kopf: ,,Nein…es geht mir jetzt etwas besser, wie noch vor zwei Stunden." Sie kannte ihre Frauenärztin gut. Jill hatte nicht vergessen, das Dr. Green es war, die ihr bei der Geburt von Eric geholfen und ihr vor einem knappen Jahr wohl auch das Leben nach der Fehlgeburt gerettet hatte.
,,Ich habe Ihre Testergebnisse hier…" Die Ärztin zückte die Akte, während sie sich neben die Liege auf ihren Stuhl setzte und das Ehepaar anblickte. ,,…Ihre Werte sind im großen und ganzen in Ordnung für eine Mutter in der elften Woche. Lediglich ein leichter Eisenmangel wurde in Ihrem Blut festgestellt, daher rührt der häufige Schwindel, doch das ist mit einer angepassten Ernährung sehr leicht zu beheben. Ich werde Sie nachher noch im Einzelnen genau darüber Informieren…" sie lächelte, ,,…und ich darf nebenbei auch bemerken, das Ihre erneute Schwangerschaft eine wirkliche Überraschung ist."
,,Sie sagten doch damals, das ich nie wieder ein Kind bekommen kann…"
Dr. Green nickte: ,,Ja, alle Untersuchungen kamen damals auch zu diesem niederschmetternden Ergebnis und aufgrund der damaligen Verwachsungen in der Gebärmutterschleimhaut nach der Ausschabung, war es für mich eindeutig. Ich bin sicher, das es nicht leicht für Sie beide war und doch ist es wieder passiert. Fast ein Wunder, obwohl wir ein besonderes Auge auf sie haben müssen, da ich nicht ausschließen kann, das eben diese Narben in dem Organ, ihre Schwangerschaft eventuell beeinträchtigen könnten."
,,Vielleicht ist es deswegen schon wieder schief gegangen…oder es ist mein Alter…"
,,Nein, Jill…" unterbrach die Ärztin, ,,…Noch ist alles in Ordnung. Sie sind außerdem erst siebenunddreißig und glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, das ich noch bei Frauen von Anfang bis Mitte vierzig gesunde Kinder auf die Welt geholt habe. Eins sogar erst letzten Dienstag. In der heutigen Zeit bekommen Frauen ihre Kinder eben etwas später als noch vor fünfzig Jahren…" sie schluckte, ,,…Gut, eine `ältere´ Mutter hat immer das Risiko vermehrter Komplikationen, aber ich glaube nicht, dass Sie schon zu dieser Gruppe gezählt werden können. Ihre Beschwerden haben bereits nachgelassen, was ein gutes Zeichen ist und die Blutung ist ebenso versiegt…Sie sind immer noch schwanger, Jill, und wir werden auch alles dafür tun, das die Schwangerschaft erhalten bleibt, okay?"
Die Blonde nickte, schniefte dabei. Sie schaffte es ihre Mundwinkel einen Hauch zu heben. Die Worte ihrer Ärztin waren tröstend. ,,Wie geht es dem Baby?" Es war das erste mal, seit Rebecca vor knapp drei Wochen die Schwangerschaft entdeckt hatte, das Jill dieses Wort mit `B´ aussprach. Sie hatte stets daran gedacht, aber ihr waren diese Laute in den letzten Wochen noch nie über die Lippen gekommen.
,,Wir machen gleich einen Ultraschall, um das herauszufinden…" antwortete die Frau, ,,…Ihre Vitalfunktionen, ihr Gewicht und sonstiges körperliches Befinden, das ist alles soweit normal, lediglich das Hormon hcG spielt etwas verrückt. Der Wert in Ihrem Blut liegt in anbetracht des Stadiums ihrer Schwangerschaft weit über der Norm und wir müssen herausfinden warum."
,,Ist es was ernstes? Mit dem hcG?" Jill machte sich Sorgen. Sie wusste noch von ihrer Schwangerschaft mit Eric, dass dieses Hormon für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist.
,,Es muss nichts ernstes bedeuten, aber…" die Stimme der Frau klang ernst und sachlich, dennoch sanft. Sie blickte zu Jill, dann zu Chris, ,,…es könnte allerdings auch auf eine Fehlbildung des Embryos und die deshalb aufgekommenen Komplikationen oder auf irgendwelche Anomalien hinweisen. Wir werden es bald wissen."
,,Ich hätte früher kommen sollen…" murmelte Jill und verinnerlichte erst jetzt, das sie wegen all ihrer Verdrängung und der Angst, die sie beherrscht hatte, ihr Kind gefährdet hatte, ,,…was für eine Mutter bin ich?…"
,,Jill…" Chris hielt weiterhin ihre Hand, schüttelte den Kopf. Er gab ihr zu verstehen, dass sie sich keine Vorwürfe zu machen hatte.
,,Nun, regelmäßige Untersuchungen sind mit Sicherheit nur zum positiven, aber darüber reden wir jetzt nicht. Ich kenne ihre Vorgeschichte und es ist nicht unüblich, dass Frauen in Stresssituationen ihre Schwangerschaft nicht wahr haben wollen, sie verdrängen und für jedes auftretende Symptom eine anderer Erklärung finden…" Dr. Green sah Jill an, ,,…Sie werden ihre Gründe gehabt haben…und selbst, wenn Sie sich schon früher bei mir vorgestellt hätten, niemand kann Komplikationen vorhersehen. Sie treten meist ziemlich plötzlich auf."
Chris sah zu, wie die Ärztin alles vorbereitete, wie Jill ihr Shirt hoch schob und ihr kleines Bäuchlein preis gab, wie das Gel darauf verteilt wurde und er stutzte. Okay, ihr Bauch, die gestraffte Haut war schon eindeutig zu sehen und einmal mehr fragte er sich, wieso er das nicht bemerkt hatte. Er musste sich auch eingestehen, das seiner Frau die Schwangerschaft jetzt schon mehr anzusehen war, als beim letzten Mal oder bei Eric.
Lag es daran, das bei den meisten Frauen die Folgeschwangerschaften deutlicher zu sehen war, als die Erste, oder stimmte doch etwas nicht mit dem Baby?
Nervös kaute er auf seiner Unterlippe, während er noch immer die Hand seiner Frau hielt. Er wusste es noch keine vierundzwanzig Stunden, das er wieder Vater werden würde, doch es war unglaublich wie sehr er hoffte, das alles in Ordnung war.
Seine Augen blicken diesmal allerdings nur halbherzig auf den schwarz-weiß gesprenkelten Monitor, während Dr. Green sich Zeit ließ und sehr genau Jills Unterbauch untersuchte.
Chris spürte das Zittern von Jills Hand, sah zu ihr. Sie hatte ihre Augen auf den Monitor gerichtete, ihr Gesicht, eine Mischung aus Nervosität und Furcht. Die Unwissenheit nagte an ihr so schlimm und erbarmungslos wie an ihm und dann endlich zog die Ärztin seine Aufmerksamkeit wieder auf sich.
,,Hm…" hauchte Dr. Green und kam nicht umhin ihre Mundwinkel zu heben, als sie die Ursache bereits erkannte.
,,Was ist los?…" Jill war die Einzige, die ihre Stimme fand, ,,…Geh es ihm gut?"
Dr. Green drehte sich zu der Blondine und nickte eindeutig. ,,Ihnen beiden geht es gut."
Augenblicklich fiel Jill eine riesige Last von den Schultern. Sie schloss die Augen und atmete erleichtert durch, kam nicht um ein leichtes Lächeln. Sie hatte wirklich schon innerlich abgeschlossen, befürchtete, das Baby verloren zu haben, doch jetzt allein die Tatsache zu hören, das es noch da war, es in ihr lebe, tat ihrer verletzten Seele einfach nur unglaublich gut.
Jill tauschte einen Blick mit Chris, als dieser ihre Hand gedrückt hatte und dabei nickte. Er war genauso erleichtert, das sah sie ihm an, denn er lächelte ebenfalls.
,,Es ist alles in Ordnung…" Dr. Green grinste, beinahe schon übertrieben, da die werdenden Eltern ihre eben gesagt Aussage wohl überhört oder falsch interpretiert hatten, ,,...man kann den Herzschlag eindeutig erkennen und es lassen sich auch auf Anhieb keinerlei Anomalien feststellen."
Jill schluckte und drehte den Kopf zurück zur Ärztin, während Chris seine Stimme erhob: ,,In Ordnung? Sind Sie sicher?…Ich meine, wir sind nicht ohne Grund hier…" Er war skeptisch und die Ärztin konnte das verstehen.
Es hatte ihr Leid getan, als Jill damals ihre Fehlgeburt hatte. Sicher hatte sie im Laufe der Zeit vielen Frauen, solch eine Schreckensnachricht überbringen müssen, aber sie kannte Jills Vorgeschichte, wusste, um ihre Vergangenheit und gerade bei diesem Fall hatte es sie besonders mitgenommen.
Beruhigend nickte Dr. Green und nahm die Sonde von Jills Bauch: ,,Ja, es ist alles in Ordnung. Leichte Blutungen in der Frühschwangerschaft sind häufig und zumeist harmlos. Bei ihrer Ersten hatten Sie das nicht erfahren müssen, deshalb ist es nur zu verständlich, das Sie dieses Mal erschrocken waren und es ist in solchen Fällen, wenn Unsicherheit besteht, oder eine Fehlgeburt in der Anamnese liegt, immer ratsam und auch völlig in Ordnung, sich ärztlichen Rat einzuholen…" sie Ärztin schluckte kurz, ehe sie weiter sprach, ,,…Wie gesagt, es ist alles in Ordnung. Es sieht alles so aus, wie es aussehen soll und wir haben auch keine Befürchtung eines erneuten Aborts, dennoch sollten Sie sich, besonders in den nächsten Tagen, nur um sicher zu gehen, viel schonen, sich entspannen so oft sie können, keine Anstrengungen unternehmen und es ruhig angehen lasen. Ihre Schmerzen vorhin, waren auch nicht zu Wehentätigkeiten zuzuordnen und rührten höchst wahrscheinlich von schwangerschaftsbedingten Krämpfen und Dehnungen der Bänder. Es ist in Anbetracht der hier zu erwähnenden Umstände auch nicht außergewöhnlich. Es erklärt ihre Beschwerden, auch die erhöhten Hormonwerte und ist daher eher harmlos, dennoch lege ich Ihnen Nahe, mich regelmäßig zu kontaktieren, damit ich sicher gehen kann, das Sie alle drei in Ordnung sind."
…`Sie alle drei´?…
Chris fragte sich, wieso Jills Ärztin auch auf ihn ein Auge haben wollte, er war doch schließlich ein Kerl und hatte mit dem ganzen Weiberkram nicht viel am Hut.
Jill zog stutzig die Augenbrauen zusammen. Sie konnte im Gesicht ihrer Ärztin erkennen, das da noch mehr war und das beunruhigte sie. ,,Ich verstehe nicht…Was für ein Umstand?" Auch Chris blickte die Ärztin fragend an.
Dr. Green lächelte erneut breit und übers ganze Gesicht, amüsiert darüber, das die beiden es schon wieder nicht mitbekommen hatten. Sie nahm die freie Hand der werdenden Mutter und sprach es einfach aus: ,,Es sind zwei, Jill. Sie bekommen Zwillinge…" die Ärztin blickte zu Chris, ,,…Ich gratuliere Ihnen beiden…"
