,,Du hast deine Aufgaben verstanden?" Excellas Stimme trällerte, hauchte in Irvings Ohr.

Der Mann grinste, nickte: ,,Oh ja…" er lachte gehässig, ,,…das wird ein Spaß!" Er rieb sich voller Vorfreude die Hände.

,,Dann geh! Je eher du in Kijuju ankommst desto besser…und Jill wird dich begleiten…" ordnete Excella an, entfernte sich von ihm und dem Tisch mit dem Aktenkoffer. Die Absätze ihrer Pumps klackten regelmäßig auf dem Betonboden. Das Geräusch hallte an den Wänden wieder.

Ricardo Irving drehte blitzschnell den Kopf zu der blonden Frau im Kampfanzug, die abseits in der Ecke stand. ,,Sie?" Er musterte das weibliche Objekt. Sie war blass. ,,…Sie sieht nicht unbedingt…gesund aus."

Excella drehte sich zu Jill, dann zu Irving und lächelte. Sie bewegte ihre Schultern kokett: ,,Lass dich nicht von ihrem Äußeren täuschen…Ich kann dir versichern es steckt noch so viel mehr hinter diesem süßen Porzellanpupengesicht."

Noch immer war er stutzig: ,,Aber sie ist doch dein Bodyguard?" Er verschränkte die Arme vor der Brust.

,,Ja, sie wird tun, was immer ich ihr sage, was immer du ihr Befiehlst…Sie ist eines von Alberts Geschöpfen. Sie wird sicher gehen das du deine Sache gut machst."

Ricardo zuckte mit den Schultern, nahm den Aktenkoffer mit den Virenproben des Uroboros vom Tisch und sagte: ,,Okay, dann sollten wir aufbrechen."

,,Warte im Wagen, Ricardo, sie wird dir gleich folgen, sobald ich sie umprogrammiert habe." Ecxella wartete, bis der Mann tat was sie verlangte, bis sie mit Jill alleine war, dann kam sie mit einem hassenden Grinsen auf die blonde Frau zu.

Jill wusste, was unmittelbar kommen würde.

Sie konnte nichts tun, sie konnte nicht zurück weichen, sie konnte sich noch nicht mal schützen, es war ihr verboten, so sehr ihr innerstes auch danach schrie. Wie gerne würde sie der dunkelhaarigen Frau die Augen auskratzen, ihr das triumphierende Grinsen aus dem Gesicht schlagen, doch das Ding an ihrer Brust hielt sie schmerzhaft zurück.

Ein heftiger, forscher Knall, ein scharfer Schmerz in ihrer Wange und Jills Kopf flog zur Seite. Excella hatte sie wieder geschlagen. ,,Du kennst deine Befehle, Sklave! Du weißt was du zu tun hast!…" sie packte grob Jills Kinn, drehte es zu sich zurück, um ihr herablassend in die Augen zu blicken. Excella grinste einmal mehr, schelmisch und ironisch, streichelte über die kalte Wange von Jill, die durch den Schlag gerötet war, ,,…Mein kleines Kätzchen…sorge dafür, das Irving Erfolg in Kijuju hat…also weißt du auch, was du zu tun hast, wenn etwas schief geht. Die BSAA hat längst ihre Fühler im Spiel. Du musst unter allen Umständen verhindern, das man sie zu uns führt, das Irving sie zu uns führt. Am Schluss ist er entbehrlich, du wirst ihm den LasPlagas geben, du wirst dafür sorgen, das er das Ende nicht mehr miterlebt, hast du verstanden?"

Jill sagte nichts, sie konnte nicht sprechen.

,,Oh und bevor ich es vergesse…" Excella sprach im Singsang, ,,…Du wirst natürlich alles tun, was er dir aufträgt, doch sollte er Handgreiflich werden, wirst du ihn von dir fern halten, schlag ihn nieder, wenn es nötig wird, denn wir wollen uns doch nicht mit diesem Stück Abschaum beschmutzen, nicht wahr?" Sie lachte wieder, schüttelte erneut ihre Schultern in freudiger Siegeslaune.

Jill war ihr beinahe dankbar dafür.

So schlecht Excella sie auch behandelte, sie gab ihr zumindest den Freiraum sich selbst zu schützen.

,,Ach, Jill…" Excella drehte sich zu ihr, kaum das die Blondine los gegangen war und sofort stoppte Jill, drehte sich zu ihrer Gebieterin zurück. ,,…Nach dem du deine Sache erledigt hast, wirst du zurück in die Ruinen kommen. Ich und Albert erwarten dich im Kontrollzentrum."

Jill ging ihrem Schicksal entgegen. Sie wusste, das der Uroboros-Plan die Vernichtung der Menschheit zu Folge haben würde und ihr Innerstes schrie vor Trauer und Zorn, als sie zu Irving ins Auto stieg, das Steuer übernahm. Wieso konnte es nicht endlich aufhören?

Wieso gab es keine Hoffnung für sie?

Chris erwachte murrend, als er unruhige Bewegungen neben sich wahr nahm. Schlafen, das war es, was er wollte. Er war todmüde.

Blinzelnd jedoch schlug er die Augen auf, als er ein gequältes Flüstern hörte. Er brauchte nur zwei Sekunden, um zu begreifen, das Jill es war, die ihr Unbehagen herausließ und als er sich aufstemmte, sich über sie lehnte, war er bereits hellwach.

Jill lag auf der Seite, den Rücken zu ihm, doch ihre Hände krallten sich in das Bettlaken. Sie zog die Beine an den Körper, wandte sich leicht, in ihrem Gesichtsausdruck lag Qual und Pein.

Seufzend ließ Chris seine Schultern hängen. Sie hatte offensichtlich einen Alptraum. Schon wieder.

So soft, jagten sie ihre Träume und ihre Erinnerungen und seitdem Jake Muller vor zwei Wochen aufgetaucht war, registrierte Chris, das ihre Träume sich wieder häuften.

Sanft legte er eine Hand an ihre Wange: ,,Jilly?…Hey, Schatz, wach auf…" er rüttelte sanft an ihrer Schulter.

Es wirkte nicht, Jill schlief zu fest, doch sie drehte sich auf den Rücken. Ihre Hände zitterten.

Chris setzt sich auf, legte abermals seine Hand an ihre Wange, strich ihr forsch darüber: ,,Jill!…Komm schon, wach auf!" Seine andere Hand lag noch immer an ihrer Schulter, er sah, wie ihre sich um seine krallte. Sie träumte überhaupt nicht gut.

,,Jill!" noch einmal rüttelte er sie, dann fluteten erschrocken ihre Augen auf.

Sie spannte sich an, gefasst darauf, sich zu verteidigen, sich gegen den zu wehren der sie hielt, doch zu erst verwirrt, dann erleichtert, das Chris ihr gegenüber war, entspannte sie ihre Glieder wieder.

,,Chris?…" sie stemmte sich auf die Ellenbogen, schloss verwirrt die Augen, ehe sie ihn wieder ansah. Sie wusste, was sie geträumt hatte und schluckte. Dann sah sie unter sich.

,,Erzähl es mir."

Jill schüttelte den Kopf: ,,Es ist nichts…"

,,Du lügst…" Chris blieb ruhig, starrte sie weiter an.

Sie fing seinen Blick nur einige Sekunden lang, dann seufzte sie resignierend, setzte sich auf, saß ihm nun gegenüber. ,,Nur ein dummer Traum…Excella, Irving und…ich…kurz vor dem Aufbruch nach Kijuju…" Sie hasste es noch immer von Excella wie ein Haustier behandelt worden zu sein.

,,…Tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe, das wollte ich nicht." vollendete Jill, blickte jedoch weiterhin unter sich.

,,Halb so wild…" gestand er. Er war lieber für sie da, als zu schlafen, denn er wusste, das nur er allein ihr etwas Linderung verschaffen konnte indem er zuhörte. ,,Hör mal…" begann Chris dann, schluckte einmal und sprach weiter, ,,…wenn es wieder schlimmer wird…Ich meine, offensichtlich macht dir das mit Jake zu schaffen, deine Alpträume häufen sich und ich bemerke auch wie du wieder anfängst tagsüber in diese Erinnerungen zurück zu fallen…Du kannst mit mir darüber reden, Jill. Ich sehe genauso gut wie du, wie ähnlich er Wesker sieht, er ist ein perfektes Abbild seines Vaters und ich verstehe das du damit deine Probleme hast."

,,Ich…" Jill hatte ihm zugehört, drehte den Kopf zu Chris, ohne ihn jedoch anzublicken, ,,…Ich kann nicht verstehen, wie unterschiedlich die beiden sind. Ich meine ich habe Jake nur einmal gesehen und was du mir über ihn erzählt hast…es liegen Welten zwischen ihm und…seinem Vater. Ich habe angenommen, das der Apfel nicht weit von Stamm fällt, aber…vielleicht irre ich mich da."

,,Iniwefern?

Jill holte Luft: ,,Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden."

Chris schüttelte strickt den Kopf: ,,Das ist keine gute Idee, Jill…du reagierst noch immer zu emotional was Wesker betrifft und…"

,,…und das wird sich niemals ändern…" jetzt sah sie ihm in die Augen, ,,…Niemals und das weißt du…"

,,Schatz…" Chris legte seine Hand noch mal an ihre Wange, ,,…bitte, ich will nicht, das du wieder…zurück fällst. Ich will, das du gesund bist…Du hast mir gesagt, das du Angst vor Wesker hast."

Sie nickte.

,,…Dann beschwör es nicht hinauf. Lass die Vergangenheit ruhen. Vielleicht glaubst du, das du das nicht kannst, vielleicht im Moment noch nicht, aber irgendwann blickst du zurück und es wird dir nicht mehr zusetzen. Dann erst, ist der Zeitpunkt gekommen, um auf Jake zu treffen, nicht jetzt, wo du noch so verwirrt bist."

Tief atmete Jill durch: ,,Vielleicht hast du recht…" dann strich sie sich das Haar zurück, ,,…Tut mir leid, das du ein seelisches Wrack zur Frau hast…"

,,Hey…" strickt unterbrach er sie, als sie den Kopf zu schütteln begann, schob ihr Kinn zu sich hoch und schüttelte selbst den Kopf, ,,…das will ich nicht hören, klar? Ich will dich Süße, so wie du bist okay?" Er lächelte aufmunternd.

Sie tat es ihm gleich, nickte kaum merklich.

Ja, Chris hatte immer Verständnis für sie. Er stand zu ihr, egal was war, womit sie sich wieder plagte.

Leicht beugte Jill sich zu ihm, stahl sich einen süßen Kuss: ,,Danke…"

Er nickte grinsend, stahl sich einen weiteren zurück. ,,Bitte…"

Beide lachten leise miteinander.

,,Na komm, lass uns weiter schlafen…" Chris beugte sich noch mal zu ihr, küsste ihre Wange, sanft, besinnlich, streichelte mit seiner Hand über ihren Bauch, ihre Seite.

Jill drehte den Kopf ein wenig, damit sein Mund gerade so ihren Mundwinkel berührte und dann spürte sie etwas, lächelte erneut.

Seine Finger streichelten über ihre Schulter, spielten an dem Saum ihres Tanktops, streiften den Träger zur Seite.

,,Ich dachte, du wolltest weiter schlafen…" merkte sie an, wusste genau, was er vor hatte und ließ es zu.

Chris blickte ihr in die Augen: ,,Ich gebe uns beiden nur Anlass für gute Träume…" er kam vor, verschloss ihre Lippen einmal mehr mit seinen.

Sie stemmte einen Arm neben sich, legte den freien um seinen Hals. Jill hatte die Augen geschlossen, als seine Hand über die durch den weichen Stoff bedeckten Brüste fuhr. Sie mochte es von ihm berührt zu werden.

Chris löste sich von ihren Lippen, küsste sich ihren Hals hinab, zu ihrem Schlüsselbein, hatte seinen einen Arm bereits um ihren Rücken gelegt, sie zart an sich gedrückt.

Genießend legte sie den Kopf zurück, während ihr ein wohltuender Seufzer entglitt. Sofort entsprang dieses wohlige, warme Gefühl in ihrem Bauch, dieses Verlangen in ihrem Schoß. Sie konnte sich nicht helfen, doch sie verlangte plötzlich nach ihm, wollte ihn wieder spüren.

,,Das ist so unfair…" hauchte sie kaum hörbar, als Chris seine Hand von ihrer Brust gezogen hatte und sie zwischen ihren Beine gleiten ließ.

Er grinste, hob den Kopf, um ihr in die Augen blicken zu können: ,,Ach ja?"

Jill nickte, ihre Wangen waren gerötet, ,,…Du weißt ein jedes Mal, was du tun musst, damit ich alles um mich herum vergesse." Sie benetzte ihre Lippen, fühlte seine Hand ganz deutlich, schloss einmal mehr die Augen, ehe sie ihn wieder anblickte. Ihre Atmung zeugte bereits von Erregung.

Chris lächelte noch immer und nickte: ,,Genau darum mache ich es ja."

Jetzt lächelte auch sie: ,,Du weißt, ich bin nicht die Einzige, die spürt, was du mit mir anstellst…" instinktiv hatte sie begonnen ihre Beine zu spreizen, genoss weiterhin die sanften Berührungen seiner Hand. Fühlte gleichsam auch schon Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen.

,,Entspann dich einfach…ich bin sicher, den Zwillingen gefällt es ebenso wie dir." er lachte leise, glucksend in ihr Ohr, hauchte ihr weitere Küsse auf die Wange.

Jill lachte ebenso, legte eine Hand an seine Hüfte und drehte den Kopf zu ihm. Sie blickten sich tief in die Augen, näherten sich einander, dann küssten sie sich. Liebevoll, zärtlich, so spielten ihre Lippen miteinander…


Jill stand müde in der Küche. Hatte dem Hund sein Futter gegeben und war dabei die Lunchpakete zu machen. Sie schmierte Brote, packte Trinkwasser und Säfte ein, als sich plötzlich von hinten zwei Arme um sie schlängelten, ihren Zwillingsbauch schützend hielten. Sie spürte einen Kuss am Hals und jemand der sich an sie drückte.

,,Daddy ist schmusig…" Eric lachte vergnügt, kaute seine Schokocornflakes und sah amüsiert seinen Eltern zu.

,,Ich merke es…" Jill lächelte breit, packte die Lunchpakete derweil in Folie, dann in eine Tasche.

,,Jesus…Kinder…" Barry betrat die Küche, noch verschlafen, hob die Hand, um seine Sicht einzuschränken und kniff ein Auge zu, ,,…Sagt mal, habt ich kein Schlafzimmer?"

Chris und Jill lachten leise und vergnügt. Er löste sich von ihr, drehte sich zu seinem Freund und fragte: ,,Wieso? Du bist doch schon alt genug, oder?" Chris scherzte natürlich, blickte zu seinem Jungen und knipste kurz ein Auge zu.

,,Ha, ha wirklich komisch…" Der Cop griff in den Wandschrank neben Jill, nahm sich eine Tasse und füllte diese mit frischem, heißen Kaffee. Er ließ den Spaß abebben, denn er wusste, das seine Freunde heute etwas vor hatten.

,,Wann fahrt ihr?" fragte Barry Jill.

,,Sobald wir hier fertig sind…" antwortete sie, drehte sich zu ihm, ,,…Du kannst es dir noch überlegen, komm doch mit."

,,Ja, wird sicher…interessant…" meinte Chris trocken, setzte sich dabei an den Tisch neben seinen Sohn griff sich ebenfalls eine Schüssel, füllte diese mit Cornflakes und goss Milch darüber. Frühstückte genüsslich.

Barry dachte nach, doch schüttelte augenblicklich den Kopf: ,,Nee…"

,,Kannst ruhig mitkommen, Onkel Barry…" versicherte Eric nickend.

Der ältere Mann sah den kleinen Jungen an, nachdem er einen Schluck des heißen Getränks geschluckt hatte und verneinte abermals. ,,Ist lieb von dir, Kleiner, aber ich hab noch was anderes vor."

,,So?…" Jill drehte sich einmal mehr zu ihm, auch Chris war hellhörig geworden. ,,…Triffst du dich jetzt doch mit Kathy?" wollte er wissen.

Ein drittes Mal schüttelte Barry den Kopf: ,,…Nein…" Eigentlich waren sie heute verabredet, endlich sollte eine Aussprach stattfinden, da Jill Kathy doch mittlerweile dazu überredet hatte, doch im letzten Moment hatte die Frau abgesagt, ,,…ihr ist was dazwischen gekommen, keine Ahnung, was jetzt wieder los ist."

,,Oh Barry…" hauchte Jill, ,,…das tut mir leid." Sie wusste wie gerne er wieder nach Hause gehen würde, wie gerne er wieder bei seiner Familie sein würde.

Der Mann senkte den Kopf, man konnte ihm ansehen, das es schwer für ihn war, wirklich schwer.

Jill tauschte einen Blick mit Chris, ehe sie sich noch einmal zu Barry drehte, ihm eine Hand an die Schulter legte: ,,…Komm doch mit uns…"

,,Es sollte ein Familienausflug sein…" Barry blickte ihr in die Augen, ,,…da passe ich nicht dazu."

Strikt schüttelte die jüngere Frau ihren Kopf: ,,Du passt, Barry…immer, denn du bist ein Teil unserer Familie."

Er war gerührt, stupste mit dem Zeigefinger auf Jills Nase: ,,Danke, Sandwich…" dann blickte er zu Chris, ,,…aber ich suche mir was eigenes, eine eigenen Bleibe."

,,Was? Warum?" fragte der Agent.

Barry deutete mit dem Kopf auf Jills Bauch: ,,Ihr braucht den Platz, müsst schließlich mit dem Kinderzimmer anfangen."

,,Barry…" ermahnte Jill.

Er lächelte, strich ihr tätschelnd über das Bäuchlein: ,,Glaubt mir, ihr habt es verdient eine Familie zu sein, ich werde hier schon klar kommen…und noch etwas…Staubsaugen oder so."

,,Das musst du nicht tun."

,,Ich weiß…" Barry lächelte traurig.

Und nur kurz darauf war die kleine Familie dran aufzubrechen. Jill zog ihrem Jungen eine Jacke an, schloss den Reißverschluss während Chris dem Kind eine Mütze auf den Kopf zog.

,,Em…Jill?" Barry hatte ihnen die Tür geöffnet und etwas aufgehoben, was draußen auf der Fußmate gelegen hatte.

Die Blonde Frau drehte sich um und stockte. Barry reichte ihr einen großen Blumenstrauß mit weißen Rosen.

,,Was…" sie stockte völlig verwirrt.

Der ältere Mann grinste, reichte ihr die kleine Karte die dabei lag: ,,…Da steht `Jillian Redfield´ drauf." Dann blickte er zu Chris und klopfte ihm freundschaftlich an die Schulter, ,,…Du bist mir einer."

Jill lächelte, hielt die Blumen im Arm, las tatsächlich ihren Namen auf der Karte, blickte dann ebenfalls zu Chris: ,,Oh, das ist so süß von dir!"

Chris blickte misstrauisch zu den Rosen in den Armen seiner Frau, nahm ihr die Karte ab, es war keine Handschrift, ein Aufdruck. Er schüttelte den Kopf und blickte Jill an: ,,Ich habe dir diese Blumen nicht geschenkt."

Und Jill entglitt das Lächeln. Verwirrt hielt sie seinem Blick stand: ,,Nein? Ach komm…du musst nicht so unschuldig tun. Es freut mich, wirklich."

,,Jill, du verstehst nicht…" Chris blickte kurz zu Barry dann wieder in die Augen seiner Frau, ,,…Die sind nicht von mir."

Die Blondine war jetzt sichtlich verunsichert: ,,Von wem dann?…" Sie blickte zu Barry, der nur unschuldig die Hände hob. Ich hab die nur aufgehoben, haben draußen vor der Tür gelegen.

,,Okay…das wird jetzt aber sehr komisch…" Jill sah noch einmal zu Chris.

,,Hast du einen geheimen Verehrer?" fragte Barry.

Er Blick den Chris ihm zuwarf, sprach Bände. Jill schüttelte derweil den Kopf: ,,Nein…ich…Nein." Sie konnte sich nicht erklären wer ihr die Blumen vor die Tür gelegt hatte. ,,Chris…" sie sah zu ihm auf, ,,…bist du sicher?"
Er zog beide Augenbrauen hoch: ,,Ich bin nicht mehr der allerjüngste, Jill, aber ich würde es wissen, wenn ich dir Blumen schenken wollte und selbst wenn, hätte ich das sicherlich auf andere Weise getan als sie anonym vor die Haustür zu legen.

Sie nickte zustimmend, legte den Strauß neben sich auf die Ablage der Garderobe. Wenn Chris es nicht gewesen war, wer dann?


Es war verschneit an diesem späten Nachmittag. Grauer Himmel, seichte Schneeflocken fielen von oben herab.

Eric lachte.

Seine Freude beflügelte nicht nur Jill sondern auch Chris, die ihn je an einer Hand hielten. Sie lächelte ebenfalls, den nimmer wieder, sobald der Junge sprang, hoben sie ihn hoch, unterstützten seinen Sprung.

Es war ein schöner Tag gewesen.

Wie dem Kind versprochen waren sie mit dem Jungen am Morgen im Kindergarten gewesen, hatten eine Theateraufführung der Kindergartenkinder angeschaut.

Es wurde die Geschichte von Peter Pan erzählt und Eric war so stolz darauf einen Indianer spielen zu dürfen. Er liebte Indianer.

Sicher, das Theaterstück war nicht perfekt, immerhin wurde es von Kindern zwischen drei und sechs Jahren vorgeführt, dennoch hatte es Chris und Jill gefallen.

Er hatte ihr gestanden, das er sich in diesem Alter das alles niemals getraut hätte und sie hatte leise gelacht. Überhaupt hatten Chris und Jill während der gesamten Aufführung einander an der Hand gehalten, sie waren sich in der letzten Zeit wieder sehr nahe gekommen.

Jill konnte sich wirklich wieder daran gewöhnen. Sie mochte dieses normale, einfache Leben und Chris wusste das.

Heute war ihr beider Hochzeitstag. Es war der zweite Dezember zweitausenddreizehn und genau vier Jahre waren beide jetzt miteinander verheiratet.

Hätte jemand Chris noch vor einigen Wochen gesagt, das er den heutigen Tag so verbringen durfte, hätte er es nicht geglaubt, doch Jill hatte ihm deutlich gemacht, das es Wirklichkeit wahr, als sie ihren Kopf an seine Schulter gelehnt hatte.

Chris war zufrieden.

Sie hatten vereinbart sich nichts zu schenken. Er und Jill hatten genug, wofür sie dankbar sein konnten. Die hatten noch eine Chance bekommen, hatten einander, hatten einen wundervollen, süßen Sohn und trotz aller Verheißungen erwarteten sie Zwillinge im nächsten Frühjahr.

Ja, Chris konnte sich nicht beklagen, drum waren sie heute hier.

Ein Familientag.

Zuerst Erics Kindergartenaufführung, dann waren sie hier her, zum Washingtoner Weihnachtsmarkt gefahren, verbrachten jede Minute zusammen.

Dem Kind gefiel es unheimlich. Letztes Jahr war durch die ganzen Umstände nicht wirklich Weihnachten gefeiert worden, doch heute auf den Markt zu gehen, bei Dämmerung, die vielen Lichter zu sehen, den Trubel, die bunten Menschen, die Dekorationen, das Gebäck und das Glitzern, ließen die Hellblauen Augen Erics erstrahlen.

,,Guckt mal!" De Junge zeigte auf einen Weihnachtsbaum, im vollen Glanz geschmückt, der fast so hoch wie ein Haus war.

Chris und Jill tauschten glückliche Blicke. Heute war es einfach perfekt gewesen und gerade, als Chris etwas erspähte, ging er neben seinem Sohn in die Hocke. ,,Schau mal, da hinten ist Santa Claus. Magst du zu ihm gehen?"

Eric drehte den Kopf und sein Blick hellte sich einmal mehr auf. Inmitten des großen Marktplatzes, stand er wirklich.

Natürlich war es nur ein verkleideter Mann, der kleine Süßigkeiten an die Kinder verteilte, doch der kleine Junge glaubte noch an die ganze Weihnachtsmanngeschichte.

,,Ja…" Eric ließ die Hand seiner Mutter los, griff die seines Vaters und zog den regelrecht zu Santa rüber.

Chris grinste.

Er warf, verwundert über die feste, furchtlose Entschlossenheit einen Blick über seine Schulter zu Jill, die ihnen folgte. Er wunderte sich, das der Junge keine Angst hatte und er konnte in ihren Augen lesen, das es ihr genauso ging.

Jill zuckte nur lächelnd mit den Schultern, seinen Ausdruck kommentierend. Sie war ein jedes Mal darüber erstaunt, wie neugierig und furchtlos ihr kleiner Sohn war. Sie selbst hatte als sie so klein war, Angst vor Männern mit Bärten gehabt. Warum, wusste sie nicht, auch ihr Vater hatte es nicht erklären können und plötzlich dann, verging ihr das Lachen.

Jill dachte an Dick.

Richard Valentine, Meisterdieb, der schon lange nicht mehr bei ihnen war.

Oh Dad…du wärest so froh gewesen Großvater zu sein…

Es erfüllte sie einmal mehr mit Trauer. Sie seufzte…

,,Mommy!"

Sie blickte auf, lächelte leicht, da Eric bereits bei Santa Claus stand, seine Süßigkeiten erhielt und sie anlachte.

Chris nahm die Hand seines Jungen, nachdem dieser sich höflich bedankt hatte und beide gingen die wenigen Schritte zu Jill zurück.

,,Hey…hast du was bekommen?" fragte sie, beugte sich leicht zu Eric hinab, stich ihm die Löckchen aus der Stirn.

Das Kind nickte: ,,Ja, bin brav…daf ich eins haben?" Er wollte eines der Kaubonbons.

,,Aber sicher…" sie erhob sich wieder, sah zu, wie ihr Sohn zufrieden die Süßigkeit naschte, ehe ihr Blick sich mit dem ihres Mannes traf.

Chris legte einen Arm um ihren Rücken, bemerkte ihre plötzliche, veränderte und leicht gedrückte Stimmung, hauchte ihr einen Kuss auf die Wange: ,,Alles klar?"

Jill atmete durch, nickte: ,,Ja…ich musste gerade an meinen Vater denken." Sie spürte, wie er sie leicht an sich drückte und wusste, das es ihm genauso ging.

,,Ja…meine Eltern wären tierisch Stolz auf unseren Sohn gewesen, das weiß ich."

Sie sah ihm in die Augen, ein Mundwinkel hob sie.

,,Mama, Papa…will weiter gehen." beschloss Eric, nahm artig die Hände seiner Eltern, nachdem er die restlichen Bonbons in seine kleine Jackentasche gesteckt hatte…

,,Oh…." staunte Eric, als die kleine Familie nur ein paar Minuten später an einem rustikalen, weihnachtlichen Rundkarussell mit bunten Rentieren und beschmückten Kutschen vorbei kamen. ,,Will fahren…" er drehte sich zu seinen Eltern um, ,,…Ja? Bitte!"

,,Okay…" Chris nickte, ,,…Dann fahren wir, ja?" Es war klar das Eric mit seinen etwas über drei Jahren noch recht klein war, deshalb musste ein Erwachsener mitfahren, das Kind festhalten. Das taten auch andere Väter oder Mütter.

,,Mama, kommst du auch?" Eric drehte sich zu seiner Mutter, blickte zu ihr auf.

Jill verneinte: ,,Geht ihr zwei nur, ja? Ich mache ein paar Fotos von euch." Das war nicht der Einzige Grund, in Wahrheit und aufgrund ihrer Schwangerschaft, war Jill ziemlich schnell schwindelig, daher beschloss sie, das es besser für sie war, nur zuzusehen.

Und sie lächelte nur wenig später, als sie ihren Mann und ihren Sohn auf dem sich drehende Karussell erblickte.

Eric hatte unbedingt auf einem großen Pferd reiten wollen und Chris stand daneben, hielt sich selbst an einer Stange fest und seinen Jungen am Rücken, damit dieser nicht fiel.

Chris und Eric lächelten zu Jill, die tatsächlich die Kamera ausgepackt hatte, Fotos von ihnen machte. Es erfüllte Jill mit purem Glück die beiden so zu sehen.
Aufmerksam beobachtete sie wie Chris zu seinem jungen Sprach, ihm wohl etwas erklärte und natürlich wollte Eric gleich noch mal fahren, als das Karussell anhielt. Es wurde umgesetzt, ausgestiegen, dazu gestiegen und dann ging es auch wieder weiter. Eine zweite Runde.

Jill freute sich, wie unbeschwert ihr Sohn alles erlebte. Genau das hatte sie für ihn gewollt. Eine zufriedene, behütete Kindheit, ein Zuhause das sie selbst nicht wirklich gehabt hatte und genauso wünschte sie es sich auch für die beiden Würmchen, die noch kommen würden.

Zwar hatte ihr Vater alles für sie getan, war für sie da gewesen, doch ein echtes Zuhause hatte sie nie gehabt. Aufgrund des kriminellen Lebens ihres Vaters, hatten sie so oft die Stadt wechseln müssen, den Staat, sich versteckt halten müssen. Wie oft hatte Jill die Schule wechseln müssen. Eigentlich war sie immer alleine gewesen, ohne Freunde. Sie wusste, es wäre nicht soweit gekommen, wenn ihre Mutter da gewesen wäre. Wenn dieser flüchtige Schwerstverbrecher sie nicht überfallen, vergewaltigt und dann erdrosselt hätte.

Irgendwie war das wohl der Grund weshalb Jill zur Polizei gegangen war. Sie wollte solche Mistkerle aufhalten, doch ihr eigenes Leben hatte sich eben ein anderes Flussbett gegraben.

Genauso war es wohl Chris ergangen. Er hatte beide Eltern auf einmal verloren. Es war ein dummer Autounfall gewesen. Ein betrunkener hatte ihnen die Vorfahrt genommen. Chris hatte es geschafft seine kleine Schwester aus dem Fenster zu zerren, nachdem der Wagen auf dem Dach liegen geblieben war, doch er war ein junger Teenager damals, hatte es nicht geschafft seinen Eltern zu helfen, als sich das Feuer ausgebreitete. Chris hatte ihr einmal erzählt, das er die Schreie seiner verbrennenden Eltern und die Tränen seiner Schwester noch immer in seinen Alpträumen hören konnte.

Sie seufzte innerlich. All das Elend blendete sie aus. Sie lebte nicht mehr in der Vergangenheit, nicht mehr in der Dunkelheit unter…Wesker…sie hatte eine Familie, ein Heim und irgendwie war das alles, was sie sich insgeheim je gewünscht hatte. Es würde alles gut werden, das hoffte sie.

,,Eine kleine Spende für das Kinderkrankenhaus, Jill?"

Erschrocken fuhr die blonde Frau herum, blickte in das erheiterte Gesicht von: ,,…Dr. James?"

Der Mediziner lachte leicht, fuhr sich durchs Haar: ,,Well…das ist eine Überraschung, was? Ich schlenderte umher und da fiel mein Blick doch auf die wohl schönste Frau auf dem ganzen Markt."

Ungläubig zog Jill ihre Beiden Augenbrauen hoch, steckte die Kamera zurück in ihre Handtasche, wollte schon das Wort gegen ihn ergreifen, da kam er ihr zuvor: ,,Hier…" er reichte ihr eine wundervolle, offene, weiße Rose, ,,…sie gleicht Ihnen, Jill. Blass, glänzend und wunderschön."

,,Die Blumen heute morgen sind also von Ihnen?…" Jill stieß Luft aus ihren Lungen. Sie hatte den Rosenstrauß von heute Morgen schon beinahe vergessen.

Er nickte mit einem breiten Lächeln.

Jill schob sich ihre Tasche zurück über ihre Schulter und schüttelte den Kopf, ,,…Dr. James…em…ich habe Ihnen doch schon gesagt, das Sie mich bitte in Ruhe lassen sollen."

,,Das meinen Sie doch nicht so. Ihnen haben die Blumen sicher gefallen, so wie diese hier, ich weiß es…" er griff ihre Hand, wollte sie förmlich zwingen die Rose anzunehmen, ,,…hier, nehmen Sie sie…"

Abrupt wich Jill zurück, entzog ihm ihre Hand und funkelte den Mann verärgert an: ,,Fassen Sie mich nicht an…Sie verschwenden nur ihre Zeit, Dr. James…"

,,Derek…" korrigierte er mit einem gierigen Funkeln in den Augen.

,,Dr. James…" hielt sie bei, ,,…bitte hören Sie auf mich zu belästigen. Ich bin sicher unter all den vielen kleinen Patienten gibt es auch Mütter die allein erziehend sind, die würden sich sicher über ein solches Geschenk freuen."

,,Warum tun Sie das nicht?"

,,Weil ich verheiratet bin, ich habe eine Familie."

Er trat näher: ,,Ach ja?…" Der Mann musterte sie eindringlich, wurde sichtlich ärgerlich über ihre Widerspenstigkeit, ,,…Wo war der Daddy denn, als der arme Junge so krank war? Als sein Leben am seidene Faden gehangen hatte. Niemand war bei Ihnen Jill, niemand hatte ihrer Verzweiflung zur Seite gestanden, Ihnen Trost gespendet."

Und er hatte recht damit gehabt. Jill war ganz alleine gewesen, doch der Arzt kannte eben nicht die ganze Geschichte.

Sie schüttelte den Kopf: ,,Mein Mann ging nur seiner Pflicht nach, er ist Soldat. Außerdem muss ich mich vor Ihnen nicht rechtfertigen!"

,,Oh und das geht natürlich vor, was?…Er ist nicht gut genug für eine so zarte Blume, Jill…" noch einmal packte er ihren Arm, fester diesmal, ,,…Ich weiß es, Ihnen ist etwas anderes bestimmt."

,,Lassen Sie mich los!" strickt hielt sie dem Blick dieses ihr nun unheimliches Mannes fest. Was wollte er von ihr? In seine Augen lag beinahe schon ein Wahn. Sie mochte es überhaupt nicht ihm so nahe zu sein.

,,Hey…" Chris´ Stimme erklang hinter dem Mann, ,,…würden Sie die Finger von meiner Frau nehmen?" Er griff dem Fremden an die Schulter.

Jill blicke auf, sah Wut funkeln in Chris´ Augen, sah wie der Kinderarzt sie los ließ. Dr. James nickte, blickte Jill in die Augen: ,,Glück gehabt…" Dann ging er, ohne sich auch nur einmal zu Chris umzudrehen. Die Rose fiel zu Boden.

,,Hey…" Chris hatte nur Bruchteile von Sekunden gebraucht, um zu Begreifen, was gewesen war. Er ließ Erics Hand los, wollte dem Mann hinterher, doch Jill griff an seinen Oberarm, hielt ihn zurück.

,,Nein Chris…" Jill sah ihn an, ,,…lass es."

Er Agent blickte auf den Boden, auf die weiße Blume und dann in die Augen seine Frau: ,,Was wollte der Typ? Das war doch der Arzt aus dem Krankenhaus, nicht wahr? Stellt der dir nach?"

Hätte er sie das vor einiger Zeit gefragt, hätte sie verneint, doch jetzt war sie sich dessen nicht mehr so sicher, immerhin hatte Derek James ihr eine Rose schenken wollen, hatte so einen eigenartigen Ausdruck in den Augen, der ihr überhaupt nicht zusagte.

,,Jill?"

Auch ihr Blick hatte auf der Rose gelegen und sie konnte sich nicht helfen, aber es war ihr unangenehm. Sie blickte in die Augen von Chris: ,,Nicht hier…lass uns später darüber reden."

Ehrfürchtig hatte Eric dem Treiben zugesehen. Er hatte seinen Vater noch nicht oft wütend gesehen und so wie jetzt noch nie erlebt…


,,Ich weiß es doch nicht, Chris…" Jill zuckte mit den Schultern, stand vor ihrem Ehemann im Wohnzimmer, als Barry aus dem Keller kam.

Er kam hinzu, erkannte, das etwas im argen lag, das etwas nicht stimmte.

,,Es muss doch einen Grund geben, sag…hast du ihm nicht doch schöne Augen gemacht?" wollte Chris wissen, er war schon wütend darüber, über diesen Arzt.

,,Nein!…" Jill schüttelte den Kopf, legte ihre Hand an seine Brust, ,,…Chris ich liebe dich! Immer schon. Warum glaubst du mir das nicht?"

,,Ich glaube dir Jill…aber…" Chris legte seine Hand an ihre Wange, ,,…du musst zugeben, das dieser Mann dich nicht zum ersten Mal aufgesucht hat."
Sie drehte sich zur Seite, nickte und wusste, was sie jetzt sagte, würde ihn noch wütender machen: ,,Es war letztens auch so."
,,Was? Du meinst den Überraschungsbesuch an Erics Geburtstag?"

Jill schüttelte den Kopf: ,,Später…ich war mit deiner Schwester in der Stadt. Der Kerl kam mir gleich so komisch vor."
,,Warum hast du mir das nicht gesagt?"

,,Ich dachte, ich wäre deutlich genug zu ihm gewesen…offensichtlich nicht."

Chris war sichtlich fassungslos: ,,Schatz, wieso sagst du mir so was nicht? Wie soll ich dich beschützen, wenn du…"

,,Du brauchst nicht meinen Beschützer zu spielen, Chris, ich kann immer noch alleine gut af mich aufpassen…" Jill unterbrach ihn, hielt dagegen, ,,…Ich wollte einfach keinen Aufwind machen wegen etwas, das sich erledigt hat."

Er verschränkte die Arme vor der Brust: ,,Es hat sich aber offensichtlich nicht erledigt…"

Barry hörte seinen Freunden noch immer zu.

,,Jill…wenn der Typ dir zu nahe kommt, dann…"
,,Nein…" sie sah ihm in die Augen, ,,…ich möchte nicht, as du dich da einmischst, wir kennen beide dein Temperament, besonders wenn es dabei…" sie stürzte die Lippen, ,,…um mich geht…Ich weiß nicht, was ich damals im Krankenhaus gesagt oder getan habe, das der Kerl einen Narren an mir gefressen hat. Er war der Arzt meines Sohnes, ich habe mich nur mit ihm unterhalten, vielleicht hat er zu viel hinein interpretiert da ich damals…etwas depressiv war, wie du weißt, aber ich biege das wieder hin. Sollte er noch einmal meinen Weg kreuzen, werde ich ihm klar machen, das er von mir fern bleiben soll."

,,Ich kann ihm das auch klar machen und…" begann Chris, doch wurde von ihr unterbrochen. Sie legte ihm ihre Hand sanft auf die Lippen. ,,Nein…" hauchdünn lächelte sie, näherte sich ihm, als sie ihren freien Arm um seine Rücken schlang und gleichzeitig seine Arme an ihre Hüfte wanderten, sie beschützend hielten. ,,…Ich werde damit fertig…" sprach sie weiter, ,,…immerhin ist er kein Albert Wesker."

Chris spürte einen Ruck in seiner Brust als der Name gefallen war, doch gleichsam bemerkte er, das Jill ohne zu zittern gesprochen hatte. Sie kam wohl wirklich so langsam einigermaßen damit klar und das freute ihn. Zu sehen, wie stark die Frau an seiner Seite war und allmählich vielleicht sogar wieder zu ihrer alten Stärke fand, ganz gleich, was sie schon durchmachen musste, machte ihn unheimlich stolz. Er nickte, würde nachgeben, auch wenn er es sicher nicht lassen konnte, ein Auge auf sie zu haben.

,,My little Valentine…" hauchte Chris, beugte sich zu ihr und verschloss ihre Lippen mit seinen in einem liebevollen Kuss.

Barry sah unter sich, trauerte seiner eigenen Familie noch immer hinterher. Was auch immer in Kathy gefahren war, ihn raus zu schmeißen, er hoffte, das sie bald wieder zur Vernunft kommen würde…