Rebecca strahlte bis über beide Ohren, als sie mit einem vollen Teller Gebäck zurück ins Wohnzimmer kam.

,,Hier, ihr lieben…ist reichlich was für jeden dabei." Sie kam zu ihren Freunden zurück, stellte den Teller Mitten auf den Couchtisch und nahm dann auf Carlos´ Schoß platz, der auf dem gemütlichen Sessel saß. Ihre Arme legte sie um seinen Hals, während seine ihre Hüften umfingen.

Weihnachtliche Stimmung lag in der Luft, begleitet von Zimtduft und Tannengeruch. Die Musikanlage spielte leise, weihnachtliche Musik.

,,Schön habt ihr es euch hier gemacht…" schwärmte Claire müde. Sie hatte ihre schlafende und nun schon knapp drei vier Wochen alte Tochter im Arm, saß neben Matt auf der Couch. Matt hatte indes einen Arm um seine Verlobte gelegt.

Neben ihm saßen Leon und Angela.

,,Danke, Claire, ihr habt schließlich alle geholfen…"

,,Wir nicht…" Leon schluckte schuldbewusst, sah Angela an.

,,Du hattest genug mit TallOaks und deiner Abteilung zu tun, das verstehen wir…" sagte Carlos.

Angela nickte: ,,Ich habe ihn teilweise tagsüber überhaupt nicht gesehen, aber jetzt hat sich die ganze Sache wieder beruhigt, auch wir im Department haben alles wieder im Griff obwohl es…tragisch war." sie fühlte Leons Hand an ihrem Rücken, blickte zu ihm, sah wie er mit dem Mund die Worte `I-Love-You´ formte und lächelte. Sie entgegnete ein `Ich-Dich-Auch´ mit ihren Lippen.

,,Ich freue mich, das ihr hier seid…" sagte Rebecca, blickte dann zu Kathy und ihren Töchtern, die auf der zweiten Couch saßen, ,,…wirklich, es bedeutet mir viel, das ihr alle da seid."

,,Na, alle sind wir nicht gerade da…" Claire blickte auf ihr Baby. Es war in Rosa gekleidet.

,,Glaubst du dein Bruder kommt noch?" wollte Matt wissen.

,,Hoffen wir es nicht…" Carlos murmelte beiläufig vor sich hin. Chris war noch immer ein Dorn in seinem Schuh.

Claire blickte zu ihm, genau wie alle anderen. ,,Was hast du eigentlich gegen ihn? Ihr wart doch Freunde."

,,Falsch…" entgegnete Carlos, ,,…ich habe ihn Jill zuliebe toleriert und…" er sah versohlen zu den wachsamen Augen seiner Ehefrau, ,,…ich wollte Becca nicht verärgern."

,,Bärchen…" Rebecca strich Carlos durchs Haar, ,,…sei nett, du hast es versprochen. Wenn der Deal platzt , habe ich bis nächstes Jahr Migräne, vergiss das nicht!"

,,Ja, ja…nenn mich nur nicht so bei unseren Freunden…"

Doch es war bereits zu spät. Leise und giggelnd lachten die Anderen. Peinlich berührt wurden die Ohren von Carlos ganz heiß.

,,Ach Carlos mach dir nichts draus…" Kathy kicherte wie ihre Töchter neben ihr, ,,…Mein Mann hat damals ganz andere Namen bekommen…" sie stockte abrupt, als ihre Erinnerungen an Barry zurück kamen. Irgendwie fehlte er ihr an Weihnachten. Es war immer ihr liebstes Fest. Das erkannte sie jetzt zumindest.

,,Alles okay, Mom?" fragte Polly.

Sie nickte: ,,Aber ja, Baby…ich musste gerade an euren Vater denken."

,,Glaubst du er kommt auch?" wollte Moira wissen, blickte dann zu Rebecca.

Die Ärztin hob die Schultern: ,,Keine Ahnung. Ich habe mit Jill telefoniert…" sie überlegte kurz, ,,…letzte Woche. Sie war in Eile, hatte nicht viel Zeit, zu viel ist momentan bei TerraSave los, aber sie war zuversichtlich, das sie kommen würden."

,,Hm…stimmt…" Matt sprach nachdenklich, ,,…wir hatten vor ein paar Tagen noch ein Serverproblem, bei dem ich oben in Jills Abteilung helfen musste, sie ist wirklich die ganze Zeit über beschäftigt gewesen, hat kaum registriert, das sie die Mittagspause beinahe durchgearbeitet hat."

Claire hob beide Augenbrauen: ,,Diese Frau entwickelt sich langsam zum Workaholic…"

,,Claire!" ihr Verlobter drückte sanft ihre Schultern.

,,Ist doch so, Matt…" sie sah ihn an, ,,…Chris schafft es wenigstens nach der Arbeit mal kurz Hallo zu sagen, doch Jill habe ich erst einmal gesehen, seit unsere Tochter auf der Welt ist und das war im Kreissaal. Ehrlich niemand sieht sich noch so richtig…immerzu im Stress zwischen Arbeit und Eric und Eric und Chris…dann noch Barry als Untermieter. Ich kann mir regelrecht vorstellen wie die beiden sich abends vorm Fernseher Football reinziehen und Jill damit beschäftigt ist das Kind ins Bett zu schaffen, nur um den beiden dann ein Bier zu bringen und den Hund nicht verhungern zu lassen…"

,,Ach komm, so war Daddy noch nie…" sagte Moira.

Claire zucke mit den Schultern: ,,Also ich bin bei Chris aufgewachsen und glaubt mir, ich habe es gehasst, das er ständig seine Sachen überall herumliegen gelassen hat. Ich meine, ich liebe ihn, klar, aber mir wäre das alles wirklich zu viel, zumal sie jetzt noch zwei Kinder bekommt."

,,So schlimm ist Chris nun auch wieder nicht." entgegnete Leon amüsiert.

,,Leon, du hast ja keine Ahnung!…Am liebsten hätte ich ihm seine Hanteln hinterher geworden."

Angela ergriff das Wort, blickte sicher zu Claire rüber: ,,Ich bin sicher, das Jill ihn schon zurecht stutzen wird, wenn es ihr zu viel wird. Sie ist niemand, der nicht gerade aus sagt, was ihr nicht in den Kram passt."

,,Ich bin nur froh, das die Sache da letztens gut ausgegangen war..." sagte Kathy, ,,…war ganz schön em…schwer für Chris und auch für den Kleinen, als Jill da verschwunden war."

,,Ist vorbei, das ist die Hauptsache…" sagte Rebecca und nachdem Ruhe eingekehrt war, lenkte sie auch gleich das Thema um, ,,…Ich denke, wenn ihr alle soweit seit, dann können wir mit dem Kaffee beginnen."
Carlos blickte auf die Uhr: ,,Viertel nach vier, wir können auch noch warten."

Rebecca schüttelte den Kopf: ,,Wir müssen nicht warten, es war drei Uhr ausgemacht und…" Es klingelte an der Haustür, ,,…Oh, na das werden sie wohl sein. Gehst du?" Sie blickte zu ihrem Ehemann.

Carlos nickte, schob Rebecca sachte von seinem Schoß, stahl sich noch einen Kuss und verließ dann das Wohnzimmer, ging durch den kurzen Flur, öffnete die Haustür und überrascht blickte er drein, als er zwei Männer und ein kleines Kind dort stehen sah.

,,Hey…" grüßte Barry und reichte dem ehemaligen Söldner die Hand.

,,Hallo Barry…" sagte Carlos, deutete seinem Freund schon mal rein zu gehen.

Eric grüßte seinen Patenonkel freudig, er war auf dem Arm seines Vaters und reichte ihm eine Flasche Wein.

,,Oh für mich und Tante Becca? Das ist aber sehr nett, Kleiner…" Carlos nahm die Flasche dankbar an, lächelte dem Kind zu, es schwand jedoch, als er dessen Vater anblickte, ,,…Chris…" er nickte ihm zu.

,,Carlos…" Chris setzte seinen Sohn ab, ,,…ich bin nur hier, um Eric zu bringen. Barry wird ein Auge auf ihn haben."

,,Und du?" Verwundert blickte er den Agent an.

Chris erhob sich wieder, zuckte mit den Schultern: ,,Ich weiß, du magst mich nicht besonders, drum will ich keinen Stress verursachen. Es ist Christmas Eve und ich glaube es ist besser, wenn wir den Tag für Rebecca nicht unnötig zerstören."

Es wunderte Carlos, das Chris nicht nur an sich, sondern auch an Rebecca dachte. Er wollte freiwillig wieder gehen? Das rechnete selbst Carlos ihm an und er gab sich einen Ruck. Zum einen, weil wie gesagt Weihnachtsabend war und zum anderen, weil er seine Frau glücklich sehen wollte, immerhin waren Chris und Rebecca dicke Freunde.

Er schluckt und wank ihn rein: ,,Ach komm, ich glaube wir beide können uns zurück halten wenn es sein muss."

Chris hob beide Augenbrauen, war sichtlich überrascht.

,,Na komm…" beharrte Carlos, packte ihn an seinem Oberarm und drückte ihn ins innere des Hauses, ,,…es wird sonst so kühl."

,,Komm Daddy…" vergnügt hatte Eric die Hand seines Vaters gegriffen.

,,Wo ist deine Frau?" wollte Carlos dann wissen…


Jill atmete durch.

Sie hatte nicht mehr geglaubt, das sie es schaffen würde und doch hatte sie es geschafft.

Es wurde ihr wirklich langsam zu viel bei TerraSave.

Seitdem Claire im Mutterschutz war, waren sie und ihre Kollegen ohnehin schon unterbesetzt und seitdem auch noch zwei weitere Mitarbeiter wegen Krankheit ausgefallen waren, blieb der Meiste Papierkram an ihr hängen.

Jill hatte es daher einfach nicht geschafft pünktlich um zwei Uhr Nachmittags Feierabend zu machen, hatte daher zuhause angerufen und ihrem Ehemann gesagt, das sie schon mal losfahren sollten, sie würde folgen.

,,…tut mir leid, das ich zu spät bin…" Jill löste sich aus der Umarmung von Rebecca, die ihre Hände an Jills Oberarmen legte. Sie trug ein schwarzes Kleid, das ihrer schwangeren Figur schmeichelte, darunter eine Leggins und warme, bequeme und vor allem flache Stiefel.

Die Ärztin lächelte: ,,Du bist jetzt da, nur das zählt…" es war mittlerweile kurz nach sechs, ,,…Du siehst etwas blass aus, bist du Müde?"

Die Blonde zuckte mit den Schultern: ,,Das ist sicher nur die dunkel Kleidung…"

,,Ach Jill, du arbeitest zu viel, hast du jetzt wenigstens Urlaub?"

,,Nur über Weihnachten."

Rebecca seufzte: ,,Naja, dann entspann dich wenigstens jetzt, komm, es sind alle da…" sie zog Jill mit ins Wohnzimmer…

…und nachdem Jill alle anderen begrüßt hatte, nahm sie dankbar zwischen Angela und Claire auf der Couch platz. Die Männer und Eric befanden sich in Carlos´ Hobbyraum nebenan.

,,Hallo Fremde…" hauchte Claire.

Jill blickte zu ihr: ,,Hm?"

Die Brünette nickte: ,,Kennst du mich eigentlich noch. Was bist du für eine Patentante?"
,,Oh Claire…" Jill dämmerte es, ,,…Es tut mir leid, ich weiß ich habe versprochen dich zu besuchen, aber ich habe einfach…" sie brach ab und fing anders an, ,,…Ich weiß momentan nicht wo mir der Kopf steht."

,,Naja, halb so wild, sag, ist wirklich so viel zu tun wie Matt immer erzählt?" fragte Claire und meinte damit offensichtlich TerraSave.

Jill nickte: ,,Ja…Holly und Allen sind ausgefallen und da die unentbehrliche Claire Redfield nicht da ist, kommt Gott und die Welt mit allem Möglichen zu mir."

,,Ich habe letzte Woche die Rede von Susan für die Weltgesundheitsorganisation im Fernsehen gesehen, du hast die Rede verfasst, oder?"

,,Ja…" Jill stürzte die Lippen. Es war ihre Aufgabe auch Reden für andere zu schreiben, Berichte zu verfassen, doch niemals würde Jill sich zu erkennen geben, sie würde niemals selbst eine Rede halten. Es lag ihr mehr im Hintergrund zu bleiben und zu organisieren. Zwar hatte sie kein Problem mit ihrem Selbstvertrauen und könnte ohne weiteres eine öffentliche Rede vor Kameras halten, doch sie mochte den Gedanken nicht, das die Öffentlichkeit Jill Valentine/Redfield wieder erkannte. Intern bei TerraSave war es kein Problem, das jeder Jill Redfield kannte, Frau des wohl bekanntesten BSAA Agenten der Welt Chris Redfield, doch ihr Privatleben hielt sie eben gerne privat.

Jill beugte sich zu Claire, sah das schlafende Bündel, die kleine Kathryn neben ihrer Mutter im Kinderwagen liegen. ,,Sie ist groß geworden."

Claire nickte stolz, tätschelte dann Jills Bauch: ,,Ja, sie hat schön zugenommen, em…das kann man von dir aber auch sagen!…" sie blickte auf den großen Bauch von Jill, der selbst durch das Umstandskleid hervorgehoben wurde, ,,…Jill du bist echt…explodiert!"

Die Blondine lächelte, legte sich beide Hände an ihre Seiten: ,,Ja…mit meiner Wespentaille ist es jetzt wirklich aus und vorbei."

,,Wann sind die beiden denn fällig?" wollte Angela neben ihr wissen.

Jill drehte den Kopf zu der Polizistin: ,,Anfang Mai nächstes Jahr."

,,Dann hast du aber noch einiges vor dir…" Kathy lächelte ihr zu.

,,Jap…" Jill setzte sich auf, blickte zu der älteren Frau, deren Töchter und fixierte dann den Blick von Kathy, ,,…Und? Wie läuft es mit Barry?"

Die angesprochene verzog des Gesichtsausdruck: ,,Das du mich so was jetzt fragst."
,,Tja, sie hat aber recht…" Rebecca mischte mit, die auf dem Sessel saß, so wie vorhin, ,,…es ist echt…verwirrend euch beide getrennt zu sehen. Was sagt ihr denn dazu, Girls?" Sie blickte zu den Töchtern der Burtons.

Moira hob die Schultern: ,,Ist schade klar, aber ich bin ohnehin so gut wie aus dem Haus, kriege ja sonst nichts mehr mit."

,,Und ich bin an der Uni und nur noch in den Semesterferien zu hause…Mom und Dad werden schon das tun, wonach ihnen ist..." fügte Polly hinzu, ,,…aber es wäre mir lieber, wenn es so wäre wie früher."

Kathy blickte bedrückt zu Boden, atmete durch.

Ja, sie hatte etwas Zeit für sich gebraucht, doch mittlerweile war sie es leid diesem großen Haus allein zu sein. Ihre Töchter waren wie erwähnt nur noch selten da, gingen immer mehr ihren eigenen Leben nach und was hatte Kathy denn außer ihnen noch.

,,Bist du okay, Kathy?" fragte Jill.

Die Frau nickte.

,,Ach…" Rebecca sprang plötzlich auf, ,,…ich muss ja nach dem Essen sehen! Wartet hier, ich bin gleich fertig."

,,Du musst das nicht alles alleine machen, wir helfen dir!" beschloss Jill und Angele nickte zustimmend. Beide Frauen standen auf, doch Rebecca hob den Finger: ,,Oh nein, Jill du solltest mal eine Pause machen! Arbeitest sogar am Weihnachtsabend…setz dich wieder und befass dich ein bisschen mit Claire."

,,Hab ich nur so den Eindruck oder stimmt es, das du mich schon wieder mit Samthandschuhen anfasst?" Jill hatte dabei die Augenbrauen gehoben.

Die Ärztin grinste nur und zuckte mit den Schultern.

,,Sie hat recht…" Angela blickte zu der blonden Frau, ,,…lass mich ihr helfen, so viel arbeit ist das nicht."
,,Okay, okay…" Jill gab nach, setzte sich wieder neben Claire und schlug die Beine übereinander, ,,…aber das mir keine Klagen kommen." Sie lächelte.

,,Wir kommen auch…" beschloss Moira, nickte Polly zu und deutete ihr zu folgen, zusammen verließen die vier das Wohnzimmer…

Das Essen war reichlich und lecker gewesen. Rebecca hatte sich selbst übertroffen.

Es gab den klassischen Truthahn, Preiselbeersoße und süße Kartoffeln, und zum Nachtisch stillte Vanilleeis mit warmen Himbeeren gänzlich den Hunger aller dreizehn anwesenden. Kathryn war natürlich noch weit davon entfernt normale Kost zu essen, weshalb sich Claire gleich nach den Nachtisch entschuldigte, nach oben ging um ihre Tochter zu stillen.

Der Abend verlief gut und ruhig.


Die Uhr zeigte allmählich viertel vor neun.

Es wurde viel gelacht, es wurde viel gesprochen, bis Eric seine Mutter an der Hand nahm, zum Klavier von Rebecca und Carlos im Wohnzimmer zog. Er wollte seine Mutter spielen hören, genau wie Claire und Rebecca auch und es sollte Erics Lieblingslied sein.

Jill hatte es ihm schon so oft vorgespielt und so tat sie es heute Abend eben auch.

Langsam erklangen die Noten durch das ansonsten jetzt stille Wohnzimmer.

Leise und schleichend begann der Anfang, Noten tanzten in einem zuckersüßen Ton und Eric saß neben Jill, betrachtete deren Finger.

Er liebte es, wenn seine Mutter für ihn spielte. Sie hatte das immer gemacht, wenn er sie darum bat und besonders im letzten Jahr war das so gewesen. ,,Mommy sing…" bat das Kind.

Jill sah zu ihm hinab und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, tat sie es: ,,Dancing Bears…painted wings…thinks I almost remember…and a song someone sings…once upon a december…"

Eric schmiegte sich an ihre Seite, lächelte und lauschte. Es fühlte sich jedes Mal verzaubert an und wie in ein Märchen versetzt. Etwas magisches, es gefiel dem Jungen.

,,Someone holds me save an warm…horses prance through a silver Storm…figures dancing gracefully across my memory…" wie oft hatte sie für ihn gesungen? Jill vermochte es nicht nachzuzählen. Ihre Finger spielten dieses Kinderlied wie von selbst.

,,Far away long ago…glowing dim as an ember…things my heart use to know…things it yearns to remember…"

Jills Stimme glich einem Engel. Leise und schön, wärmend und beflügelnd. Eric wurde geliebt von ihr, das wusste er ein jedes Mal.

,,…And a song someone sings…once upon a december…"

Dann spielte sie die letzten Noten und dann stoppte es.

Hinter ihr klatschte es plötzlich und als sich Jill, Eric, Rebecca und Claire erschrocken umdrehten, sahen sie alle anderen ebenfalls in dem kleinen Wohnzimmer stehen. Sie hatten sich wohl dazu geschlichen.

,,Hey!…" Jill stemmte die Arme in die Hüften, ,,…es ist unhöflich sich einfach so anzuschleichen!"

Chris lächelte, kam zu ihr und küsste sie. Auch er fühlte sich beflügelt: ,,Ich habe ganz vergessen, wie schön du singen kannst."

,,Ach komm, es reicht gerade für Erics Schlaflieder…" sie war doch irgendwie gerührt davon, das es all ihre Freund gefallen hatte.

,,Spiel doch noch etwas…" bat Angela, sie sich in Leons Armen wohl fühlte.

,,Oh ja…" Carlos ging rüber zu Rebecca, nahm deren Hand, ,,…wäre mal eine Abwechslung zu der ewigen Weihnachtsmusik..

,,Er hat recht…" fügte Barry hinzu.

Jill zuckte mit den Schultern: ,,Was soll ich den spielen?…" sie hob beide Hände, ,,…Und bitte nicht die Moonlight Sonata. Von dem Punkt ausgesehen, das wir alle diese Komposition nicht mehr hören können bis zu der Tatsache, das ich meine Zwillinge nicht zu Mathematikgenies formen will " Sie lachte.

Ihre Freunde lachten ebenso. Kathy tauschte mit ihren Töchtern amüsierte blicke.

Ja, es gab Gerüchte, das klassische Musik die mathematischen Fähigkeiten fördern konnten. War mit Sicherheit nur Unsinn, aber es hob die Stimmung der Gruppe.

,,Du spielt doch andauernd einiges für Eric, such dir was aus." Chris legte eine Hand um ihre Schultern.

,,Oh…Wie wäre es mit…" Claire überlegte, blickte kurz in den Kinderwagen vor sich. Ihre Tochter schlief noch immer. ,,…Wie wäre es mit `Colors of the wind´? Ich habe diesen Pocahontas-Film geliebt!"

Chris grinste seine Schwester an: ,,Du warst süchtig danach."
Claire zuckte mit den Schultern: ,,Na und?…" dann sah sie zu Jill, ,,…Kannst du das?"

,,Ich habe es seit dem Sommer nicht mehr gespielt…em…" die blonde Frau überlegte.

,,Probier es…" pflichtete Kathy bei, erinnerte sich daran, das auch ihre Kinder diesen Film gemocht haben.

Jill seufzte: ,,Okay, aber ich gebe keine Garantie…" sie drehte sich zum Klavier um, drehte den Kopf zu Eric.

Das Kind lächelte, blickte sie mit großen, freudigen Augen an: ,,Du kannst es, Mommy…"

Sie lächelte ebenfalls, strich ihm durchs Haar und nickte.

Dann sah se auf die weißen und schwarzen Taten, erinnerte sich an den Anfang, suchte ihn und dann legte sie ihre Finger auf die Noten, die ersten Töne erklangen.

Chris sah auf seine Frau hinab, schüttelte innerlich den Kopf. Was hatte er für ein Glück.

Kaum zu glauben, das diese Frau vor ihm einmal Jill Valentine war, Ex-Diebin, Ex-Kriminelle, einstige Rear Securitiy und seine Partnerin bei STARS. Die unerschrockene Frau, die jene Nacht in der Arklay-Villa und den ganzen Untergang von Raccoon City miterlebt und überlebt hatte, das sie die Frau war, die seither seine beste Freundin war, seine Rückendeckung die ihn in Russland begleitet hatte, die mit ihm die BSAA gegründet, die Verschwörung um Terragregia aufgedeckt hatte und die ihr Leben für ihn im Spencer-Anwesen aufgegeben hatte und die dennoch wider allem, was geschehen war, zu ihm zurück gekommen war. Es war ein Wunder, nein…

…sie war sein Wunder.

Jeder hörte ihre, Klavirspiel zu, ließ seine Gedanken schweben.

Matt hielt Claire, die sich in seine Arme schmiegte, Leon und Angela standen noch immer zusammen neben Carlos und Rebecca und während alle den weichen, seichten und schönen Tönen von Jill lauschte, löste Kathy den Blick von ihren Töchtern vor ihr und blickte rechts neben sich.

Barry sah sie an er lächelte hauchzart.

Sie erwiderte das, fühlte plötzlich seine Hand an ihrer und ja, sie ließ es geschehen…


Chris nahm ihre Hand, zog sie zu sich, kaum das sie die Tür zum Kinderzimmer geschlossen hatte und gab ihr einen innigen liebevollen Kuss.

Er schloss die Augen dabei, drückte sie sanft an sich, fühlte sie auch sie ihre Arme um ihn schlang, wie sie den Kuss ebenfalls genoss.

Jill lachte leise, löste sich von ihm und blickte ihrem Ehemann in die Augen: ,,Wofür war der?" Vor nicht allzu langer Zeit waren sie nach hause gekommen und gerade hatten sie ihren Sohn ins Bett gebracht.

Chris stimmt ihr Lachen mit ein, war noch immer beflügelt von dem schönen Abend, der sich entwickelt hatte. Er schüttelte den Kopf: ,,Nur so…ich wollte dir nur zeigen, wie viel du mir bedeutest."

Ihr Lächeln verging, sie stürzte die Lippen: ,,Als ob ich das nicht wüsste."

Ein Pfeifen erklang, eine Melodie.

Barry war es, der die Treppen hinauf kam. Oben angekommen blickte er auf, sah Chris und Jill noch immer einander festhaltend und grinste, nickte ihnen freundlich zu: ,,Ben ist versorgt."

,,Danke…" meinte Chris trocken, sah seinem Freund zu wie dieser freudig an ihnen vorbei ging, sein Zimmer anvisierte. Er pfiff erneut, schlenderte vor sich hin.

,,Em, Barry?…" Jill drehte den Kopf zu ihm, ,,…bist du okay?" Sie fand sein verhalten eigenartig. Er erschien beinahe so…glücklich. Im Gegensatz zu der Trauermine der letzten Wochen.

Der Cop drehet sich noch mal zu seinen Freunden um und knipste ihnen mit einem Auge zu: ,,Warten wir es ab." Dann verschwand er in seinem Zimmer.

Erstaunt und teilweise irritiert tauschten Chris und Jill Blicke.

,,Glaubst du er und Kathy nähern sich wieder an?" fragte er.

Sie zuckte nur mit den Schultern, grinste: ,,Warten wir es ab…"