Es regnete in Strömen an diesem achtundzwanzigsten Februar, weshalb Chris sich wunderte, wer sich zu ihnen raus wagen würde.

Freudig hob er die Augenbrauen, nachdem er seinen Hund gebändigt hatte und am Halsband griff: ,,Rebecca?…" er hielt Ben zurück, der den Besuch begrüßen, anspringen wollte und ließ seine Freundin durch die Haustür eintreten. Und dann anfiel Ben über sie her, als Chris die Tür schloss.

,,Ja, ja, ja…" die Ärztin lachte, begrüßte den Hund, streichelte ihn, der schwanzwedelnd um ihre Beine sauste, ,,...ist ja gut, ich hab dich auch vermisst, Buddy…"

Chris grinste: ,,Sorry, er fällt immer über Bekannte her, ich kann ihm das einfach nicht abgewöhnen…Gib mir deine Jacke."

Rebecca dankte ihm nickend und tat es, während sie sagte: ,,Ist halb so wild, lieber lasse ich mich abschlecken, als das er mich vom Grundstück jagt." Sie hatte noch eine Krücke bei sich, um ihr Bein zu entlasten. Ihr Bruch war beinahe verheilt.

Beide lachten.

,,Tante Becca!" Eric hüpfte auf sie zu, gefolgt von Jill, die aus dem Wohnzimmer in den Flur spähte. Sie lächelte. ,,Da habe ich doch richtig gehört, was?"

Rebecca lachte freudig, hob ihren Patensohn in die Arme und drückte ihn sachte an sich: ,,Na?…Hab ich dir gefehlt, kleiner Mann?"

Das Kind nickte.

Ja, lange, hatte er sie nicht mehr gesehen, seit der Silvesternacht, seit dem Unfall.

,,Kann ich dir was anbieten, Becca?" wollte Chris wissen, als sie bereits zum Wohnzimmer ging. Auf seine Frage jedoch nickte, sich ihm noch einmal zuwendete und sagte: ,,Ja, ein Kaffe wäre stark, oder so…auf jedenfalls etwas heißes bei dem kalten Sauwetter da draußen…"

Chris nickte, verschwand in der Küche.

,,Hast Sauwetter gesagt!" zog Eric seine Patentante auf, als diese einen grinsenden Blick mit Jill tauschte.

,,Ach, hab ich nicht." beharrte Rebecca im Spaß, setzte das Kind wieder ab.

,,Doch…" vergnügt trippelte der Junge zu seinem Spielteppich vor der Couch und setzte sich. Rings um ihn lagen Spielzeugautos.

,,Setz dich…" sagte Jill an Rebecca gerichtet, nahm selbst auf dem Sofa platz, während ihre Freundin es sich auf dem Sessel bequem machte. Leise plärrte der Fernseher im Hintergrund, untermalt durch das lodernde Feuer im kindersicheren Kamin und den prasselnden Regen der gegen die Fensterscheiben klatschte.

,,…was führt dich her?" wollte die Blondine wissen.

,,Ach, ich wollte einfach mal reinschneien…war gerade unterwegs und dachte, ihr habt bei diesem Mistwetter bestimmt nicht viel vor…"

,,In der Tat…" stimmte Jill zu, ,,…Sogar Ben war heute wahnsinnig schnell fertig mit seinem Gang nach draußen…" sie sah zu dem Hund, ,,…Nicht wahr mein, Junge? Komm…" Jill klatschte auf ihre Oberschenkel, lies es zu, das der Schäferhund sich auf die Couch neben sie setzte, kraulte ihm den Kopf.

Rebecca nickte innerlich: ,,Ihr seht gut erholt aus. Der kurze Trip hat sich gelohnt, was?" Gestern erst waren Chris und Jill heim gekommen.

,,Ja, es war mal etwas anderes. Chris geht es schon viel besser…"

,,…und das sieht man, nicht wahr?…" grinsend betrat dieser gerade das Wohnzimmer, stellte frisch aufgebrühten Kaffe vor die Ärztin, ,,…Bitte sehr, die Dame, schwarz, wie du ihn gerne hast."

Rebecca schmunzelte, sah zu, wie Chris sich neben Jill setzte und nahm dankend die warme Tasse in die Hand: ,,…hast du ihm da drüben in Atlanta auch noch Manieren beigebracht, Jill? Dann musst du mir unbedingt verraten wie das funktioniert."

Die Blondine lachte, lehnte sich mit dem Rücken gegen die Schulter ihres Ehemannes.

,,…Wie geht es dir Chris?" wollte Rebecca wissen, nachdem der kurze Spaß abgeebbt war.

Der Agent räusperte sich: ,,Besser. Zum Glück, trotz aller Prognosen ist nichts ernstes zurück geblieben, außer etwas Husten, der sich aber sicher wieder legen wird. Bald ist der gute Captain wieder im Einsatz…Und selbst?" Er räusperte sich noch einmal.

Rebecca hatte gerade einen Schluck des warmen Getränkes getrunken, stellte die Tasse auf den keinen Couchtisch und lehnte ich dann zurück. Sie hob einen ihrer Mundwinkel: ,,Gut…" sie schluckte, ehe sie weiter sprach, ,,…Ja, es geht mir wieder gut. Mein Bein zwickt noch hier und da ein wenig und ich werde dank des Trümmerbruchs nie Leistungssportlerin werden können, aber damit kann ich leben."
,,Wir sind alle froh, das du überlebt hast. Du hast verdammtes Glück gehabt." sagte Jill, blickte ihrer Freundin dabei ernst in die Augen. Sie meinte es ehrlich, das konnte man unschwer erkennen und Rebecca nickte.

Kurz stieg Schweigen ein, ehe Jill erneut das Wort ergriff: ,,Was du was von ihm gehört?"

Die Ärztin wusste auf wen ihre Freundin anspielte, sah unter sich und schüttelte den Kopf. Sie dachte an ihren Ehemann.

Chris stutzte: ,,Ich dacht…du wolltest dich mit Carlos aussprechen."

Rebecca zuckte mit den Schultern: ,,Keine Ahnung, ich wollte, ja…aber…" sie sah zu den anderen auf, ,,…Ich habe es noch nicht geschafft ihn zu erreichen. Seit er ausgezogen ist, ist er kaum noch aufzutreiben…Wir haben uns damals heftig gestritten und ich kann ihm seine Lüge, seinen…" ihre Augen trafen die von Jill, ,,…hang für dich nicht einfach so verzeihen."

Die Blondine sah unter sich: ,,Ich kann daran nichts ändern, Becca…so gerne ich es auch würde…"

,,Hey…" sie unterbrach die Schwangere, ,,…lass es. Es war nicht deine Schuld. Es ist so gekommen. Mag sein, das er mich immer noch liebt, das es ihm leid tut und er es ungeschehen machen will, doch gleich wie es zwischen uns weitergeht, ich will nicht, das er dir weiterhin nachtrauert…Das klingt jetzt vielleicht selbstsüchtig, was ich sage, aber ich möchte einen Mann an meiner Seite, der nur Augen für mich hat und für keine andere. Wenn Carlos das nicht kann…" sie schüttelte den Kopf, ,,…dann gibt es kein Zurück mehr."

,,Becca…"

,,Okay…" Chris unterbrach die beiden kurz, ,,…ich glaube das hier läuft jetzt eher in die Sparte `Frauengespräch´, ich werd mich in den Keller verziehen. Muss noch was erledigen." Er schenkte Rebecca einen aufmunternden Blick, hauchte Jill einen Kuss auf die Wange und verzog sich nach unten.

,,Er muss wegen mir nicht gehen…" begann die Ärztin, doch Jill schüttelte knapp den Kopf, um sie zu beschwichtigen. ,,Ist nicht wegen dir…er fühlt sich sicher nicht gerade wohl dabei, wenn Carlos das Gesprächsthema Nummer eins ist und ich denke, er will uns beiden nicht im Weg stehen, wenn wir miteinander reden…Wahrscheinlich wird er an seinem Computer herum schrauben."

Rebecca nickte: ,,Ist er denn etwas besser als früher darin?"

,,In was? Computer zerlegen? Ja…sie allerdings wieder zum laufen zu bringen, daran fummelt er noch." Jill lachte.

Ihre Freundin stimmte das Lachen mit ein.

Als es abebbte, ergriff Jill allerdings wieder das Wort: ,,Sag mal…zum Thema Carlos…Soll ich ihn mal anrufen?"

,,Das bringt sicher nichts, Jill…und außerdem will ich nicht, das du dich da einmischst. Es ist meine Sache, meine Ehe und ich werde schon eine Lösung dafür finden…" Rebecca blickte unter sich, ,,…Irgendwie…"

Jill erkannte es, nickte leicht: ,,Du liebst ihn sehr, nicht wahr?"

Rebecca verdrehte sie Augen: ,,Ja…ich verliebe mich immer in Kerle, die ich nicht haben kann. Erst Billy, jetzt Carlos…" sie seufzte, blickte ihrer Freundin in die Augen, ,,…bin ich irgendwie beziehungsunfähig?"

,,Red doch nicht so einen Quatsch! Wie kommst du darauf?"

Die Brünette zuckte mit den Schultern: ,,Keine Ahnung…aber was soll ich sagen, ich bin wohl ein bisschen neidisch auf dich."

,,Auf mich?…" verwundert blickte Jill drein, ,,…Wieso?"

,,Sieh dich doch an…" Rebecca deutete auf Jills Bauch, ,,…Du bist glücklich mit dem Mann den du schon ewig liebst, hast einen gesunden Sohn und bekommst jetzt auch noch Zwillinge…dann das Haus, der Hund, eine richtige Familie. Du bist glücklich. Ich weiß es war nicht immer so, aber jetzt bist du es, man sieht es dir an und…was soll ich sagen, ich bin ja auch schon dreiunddreißig…"
,,Komm mir jetzt nicht mit dem Spruch, das es eng für dich wird…" unterbrach Jill sie, ,,…Hör auf wie eine Ärztin zu denken, denk einfach an gar nichts, der Rest kommt von allein, glaub mir…und das mit Carlos…wird sich sicher wieder einrenken."

Tief seufzte Rebecca, grinste leicht: ,,Du hast recht, sorry…" dann fügte sie noch hinzu, ,,…Wenns allerdings doch nicht wird, dann bleib mir ja noch Marc."

,,Marc?"

,,Marc Abernathy…der Typ der mich angefahren hat? Ich habe dir davon erzählt?"

Jill erinnerte sich: ,,Ach ja…" verdutzt fragte sie nach, ,,…Du triffst dich mit ihm?"

Wieder zuckte Rebecca mit den Schultern: ,,Wieso nicht? Er ist nett…es war ja keine Absicht. Wäre der Schnee und das Eis nicht auf der Straße gewesen und wäre er dadurch nicht beim bremsen gerutscht, dann hätte er noch halt machen können."

Zaghaft grinste Jill: ,,Willst du jetzt etwas mit diesem Typen anfangen?"

,,Um Gottes Willen, nein…" Rebecca lachte, ,,…Ich bin immer noch verheiratet. Allerdings ist eine Einladung zum Kaffee und ein bisschen flirten noch lange kein fremdgehen, zumindest nicht solange ich nicht Carlos´ Grenze überschreite und ihn küsse."

Jill schüttelte amüsiert den Kopf: ,,Du musst es ja wissen, Becca…" Sie wusste allerdings an was ihre Freundin zurück dachte. Der Kuss, den Carlos Jill aufgedrückt hat.

Rebecca allerdings wollte das Thema vergessen, sie ergriff erneu das Wort: ,,Hey em…ich wollte auch eigentlich noch etwas anderes besprechen…" sie sah Jill an, ,,…Stimmt es? Was Jake mir das gesagt hat?"

,,Wieso? Was hat er denn gesagt?"

Die Ärztin wurde ausführlicher: ,,Ich arbeite ja wieder im Labor, halbtags zumindest, muss ja immer noch den Impfstoff kreieren und bei der BSAA war Jake mir über den Weg gelaufen. Er hat mir gesagt, das er mich besucht hatte und du…" sie fing anders an, ,,…naja, du bist mit ihm ins Gespräch gekommen. Er weiß um deine Vergangenheit?"

Jill nickte: ,,Ja."

,,…Und er erzählte mir auch, das du ihn…" Rebecca fand es eigenartig darüber zu reden, dennoch tat sie es, senkte jedoch die Stimme, ,,…Das du ihn zu seinem Vater gebracht hast?"

Die Blondine sah unter sich, seufzte: ,,Es stimmt, was willst du mir nun also sagen?"

,,Nichts, es ist nur…" Rebecca konnte es kaum fassen, ,,…Du warst dort? Du warst mit ihm bei…Wesker…ich weiß nicht, was ich davon halten soll."

Eine männliche Stimme erhob sich plötzlich: ,,Ich auch nicht!"

Jill schreckte auf, blickte zur Tür, ebenso wie Rebecca und Eric.

Chris stand plötzlich im Türrahmen, traute seinen Ohren kaum. Er war nur nach oben gekommen, weil er den Werkzeugkasten in der Garage liegen gelassen hatte und diesen brauchte, um im Keller herumzuschrauben.

,,Ist das wahr?…" er hatte es zufällig mitbekommen.

Jill sah in den Augen ihres Ehemannes, das dieser augenblicklich zu kochen anfing, darum schwieg sie. Für Chris war das Antwort genug: ,,…Ich glaub das einfach nicht!…Jill!…" er kam näher, sah sie unverständlich und völlig perplex an, ,,…Du warst…hinter meinem Rücken?"

Mit großen, eisblauen Augen sah sie ihn an: ,,Brauch ich denn deine Einwilligung?"

,,Das fragst du doch jetzt nicht wirklich?…" Chris wurde wütend, er war völlig überrascht, überrumpelt und ein Teil von ihm war enttäusch, ,,…Jill, das ist Albert Wesker! Das ist Top Secret! Du hast kein Recht einfach x-beliebige Menschen zu ihm zu führen! Du hast kein Recht dich da einzumischen und du hast kein Recht, dort hin zu gehen!" Er grollte, seine Stimme zeugte von Wut und Ärger.

,,Woww…" Jill wich zurück. Mit einer solchen heftigen Reaktion hatte sie nicht gerechnet, ,,…Warum tickst du so aus?"

Chris schlug sich demonstrativ gegen die Stirn: ,,Verstehst du das nicht?…Du hast keine Erlaubnis für diesen Bereich. Wie zur Hölle bist du da rein gekommen?"

,,Ich habe deinen Ausweis genommen…" entgegnete Jill trocken.

,,Verarsch mich nicht…" Chris sah zur Seite, dann wieder in ihre Augen, er regte sich auf, ,,…Spinnst du denn? NIEMAND weiß das WESKER noch lebt, für die Öffentlichkeit ist er damals gestorben und…"
,,Spiel dich nicht so auf, Chris… fiel Jill ihm ins Wort, ,,…Ich kenne diese Geschichte, ich war schließlich dabei, aber du brauchst mich nicht so von der Seite anzukläffen, Jake wird es keinem sagen!"

,,Ha, bist du jetzt neuerdings befreundet mit ihm?…Außerdem, er hat es Becca doch schon erzählt, was hindert ihn daran es weiter zu verbreiten?"

,,Okay, stopp…" Rebecca stand auf, ging dazwischen, ,,…wenn ihr zwei euch jetzt zerfleischen wollt, nur zu, da werde ich mich nicht einmischen und ich bin sicher nach eurem Gewitter wird sich das wieder regeln, aber bitte lasst euren Sohn da raus."

Jill blickte zu Eric, ebenso wie Chris. Fragend, mit großen Augen blickte das Kind seine Eltern an. Er verstand nicht wieso sein Daddy plötzlich so wütend war.

Rebecca wandte sich an das Kind: ,,Hey, hast du nicht Lust mir mal dein tolles Indianerzelt zu zeigen, das deine Mom und dein Dad dir zu Weihnachten geschenkt haben?"

Eric nickte, lächelte.

,,Dann komm…" Rebecca stand auf, nahm ihre Krücke und hielt dem Jungen die Hand hin. Eric ergriff diese und beide verließen das Wohnzimmer gefolgt von Ben…


…und umgehend richtete Chris seinen Blick wieder zu Jill. Er war noch immer sauer, noch immer wütend. ,,Ich verstehe dich nicht! Wie kannst du mich so anlügen, Jill?"
,,Ich lüge doch nicht, ich habe es dir eben nur noch nicht gesagt…" sie ließ die Schultern hängen, stand auf und kam die wenigen Schritte zu ihm, ,,…Chris, du warst so krank, ich wollte dich nicht aufregen."

,,Ach, da klaust du einfach meine Brieftasche, wenn ich am verrecken bin, tischst den Agenten im Hochsicherheitstrakt ein nettes Märchen auf und ich soll mich nicht aufregen?…" er unterdrückte ein Husten, ,,…War es denn wirklich so leicht?"

Sie stemmte die Arme in die Hüften, spürte ein seichtes Ziehen in der Seite und sagt: ,,Naja, die Tatsache, das ich deine Frau bin hat das ganze schon enorm vereinfacht. Sie haben keine großen Fragen gestellt."

,,Ich glaube das nicht!…" er hob den Zeigefinger, ,,…Ich will nicht, das du wieder da hin gehst, nie wieder, hörst du? Und ich will nicht, das du dich je wieder mit diesem Jake unterhältst!"

,,Du willst mir Befehle geben?…" jetzt keimte auch in Jill Wut auf. Wut darüber, das Chris es wagte ihr Vorschriften machen zu wollen, ,,…Du kannst mir keine Befehle geben! Ich bin keiner deiner Soldaten mehr!…Und selbst wenn, was gehen dich meine Entscheidungen an? Ich kann gehen wohin ich will und mit wem ich will, merk dir das mal, mein Freund!"

,,Das kannst du gleich vergessen! Ich werde morgen die Jungs anrufen und ihnen klipp und klar sagen, das meine Frau da keinen Zutritt mehr hat. Herrgott noch mal, Jill, hast du vergessen, was er uns angetan hat? Ich versteh dich einfach nicht!…Wie kannst du mit dessen Sohn unter einer Decke stecken?"

,,Erstens habe ich es nicht vergessen und zweitens, ich stecke mit niemandem unter einer Decke!…" Jill sprach weiter, ,,…Ja, ich wollte Jake nicht wieder sehen, aber ich habe ihn doch getroffen, wir haben miteinander geredet und ich war ihm die Wahrheit schuldig!"

Chris griff an ihre Schulter, ignorierte die Schmerzen in seiner Brust beim Atmen: ,,Hast du es noch nicht begriffen? Dieses Thema hatten wir doch vor ein paar Wochen schon. Es ist besser für die Welt wenn niemand etwas über Wesker weiß, auch Jake nicht, Jill…du hattest kein recht dazu! Halt dich davon fern!"

Sie entzog sich ihm strickt, funkelte ihn sauer an: ,,Ich hasse es, wenn du so mit mir redest…Kontrollieren lasse ich mich von niemanden mehr, auch von dir nicht, also was willst du jetzt tun? Mich vor ein Kriegsgericht zerren?"

Er wich zurück, verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust, blieb noch immer in ernster Mine: ,,Weiß du, als mich Jake damals gefragt hat, ob ich seinen Vater aus persönlichen Gründen getötet habe, oder ob es mir befohlen wurde, da…da hab ich mich zurück erinnert. Genau wie jetzt…und ich sehe dich dabei, sehe, was Wesker dir angetan hat, wozu er dich benutzt hat und es macht mich heue noch genauso wütend wie damals. Ich kann nicht verstehen das du zurück willst, das du dort hingegangen bist."

,,Du brauchst dich nicht darüber aufzuregen, es ist mir passiert…" entgegnete Jill, noch immer war sie wütend, ,,…und es ist nicht deine Aufgabe mich zu beschützen, das habe ich dir schon mal gesagt."

,,Jill, du…"

,,Nein, Chris! Ich bleibe bei meiner Entscheidung und es tut mir kein bisschen leid und weißt du auch warum?…" Jill sah ihm fest in die Augen, ,,…Weil es meine verdammte Vergangenheit ist und ich damit machen kann was ich will, hast du das jetzt begriffen?"

Chris knirschte auf seine Kiefern, wütend funkelte er seine Frau an. Sie bot ihm die Stirn, das hatte sie schon immer getan und sie war auch die Einzige, die das konnte.

Sein Schweigen veranlasste sie dazu noch einmal das Wort zu ergreifen, da Jill wusste, das beide jetzt, heute, zu stur waren, um ihren Streit beizulegen. ,,Ich glaube es ist besser, wenn du heute Nacht auf der Couch übernachtest! Entschuldige mich jetzt, wir haben besuch…" Ohne ihm eines weiteres Blickes zu würdigen, ging sie an ihm vorbei und verließ das Wohnzimmer.

Irgendwie konnte sie ihn ja verstehen und ja, vielleicht hätte sie von vorneherein klaren Tisch machen sollen, aber es war jetzt ohnehin zu spät um darüber nachzudenken. Es war passiert, das Gewitter war, wie Rebecca schon angedeutet hatte, da…