~ Chapter Eight ~

Hermine Granger war eine kleine clevere Schlampe.

Natürlich waren dies nicht unbedingt Neuigkeiten für Draco, aber er war in den letzten drei Tagen in den völligen Genuss gekommen wie gerissen dieses Gryffindor Miststück war.

Schulsprecher und Vertrauensschüler waren sehr beschäftigte Leute, sicher. Vor allem in den letzten Wochen der Schulzeit, wenn es eine scheinbar endlos lange Liste an Dingen gab, die noch erledigt werden mussten, bevor Hogwarts für den Sommer schloss. Schulsprecher Blaise Zabini zum Beispiel war bloß noch ein dunkelhaariger verschwommener Haarschopf. Er schien nur so durch die Gänge und Klassen zu flitzen, ohne jemals anzuhalten. Er war für gewöhnlich der erste der in Slytherin morgens aufstand und mit Ausnahme von Professor Snape der letzte der abends ins Bett ging.

Jedoch war die Schule nicht so groß, als dass zwei Schüler es nicht geschafft hätten eine knappe Unterhaltung in den vielen hundert Schlupfwinkeln der Schule zu führen. Dennoch war es Draco in diesen Tagen nicht einmal ansatzweise gelungen sie zu erwischen. Er kam nicht einmal nah genug an Granger ran um ihr eine Beleidigung ins Ohr zu zischen.

Wirklich, dieses Mädchen bewies, dass sie genauso unauffindbar sein konnte wie Crabbe und Goyle während Spinat Quiche als Abendessen.

In den letzten drei Tagen hatte Granger ihre Essen entweder in ihrem Zimmer eingenommen oder während sie unterwegs war. Draco wusste das, weil er runter in die Küche gegangen war und die Hauselfen gefragt hatte.

Und wenn er eine Chance hätte mit ihr zu sprechen war sie niemals allein. Wenn nicht Potter und Weasley sie von Unterricht zu Unterricht begleiteten dann war es Ginny Weasley, die ihr nicht von der Seite wich. Von den glücklichen ausgelassenen Gesichtern ihrer Freunde zu schließen, nahm Draco an, dass sie alle völlig ahnungslos waren, was das verflixte letzte Wochenende betraf.

Nun, gut.

Das letzte, was Draco gebrauchen konnte war ein dunkellilafarbener Ron Weasley, der ihn zu einem Duell in der Großen Halle herausforderte, während Potter endlich Freundschaft mit seiner eigenen dunklen angsteinflößenden Seite machte und Draco vor der gesamten Schule in einen kleinen Haufen Asche verwandeln würde. Immerhin wäre es für die anderen ein amüsantes Spektakel, überlegte er. Snape würde Potter natürlich umbringen müssen und würde ohne Verzögerung direkt nach Askaban geschickt werden. Weasley würde begeistert sein, sich jetzt um die früh verwitwete Granger kümmern zu können und Filch würde in die Halle gerufen werden um Dracos verkohlte Überreste wegzufegen.

Draco fragte sich, ob sie überhaupt vorhatte, es ihren Freunden zu erzählen. Sie selbst schien sich ja für die Tugend in Person zu halten. Ihr glattes, sauberes Image läge buchstäblich in Scherben, wenn auch nur ein Wort davon bekannt werden würde. Es waren immer stille Mädchen, wie Pansy es oft sagte. Mädchen wie Granger hatten immer ein paar Leichen im Keller. Draco wusste nicht genau warum, aber der Gedanke eine dieser Leichen zu sein, behagte ihm überhaupt nicht. Seiner Meinung nach war er skrupellos genug um wenigstens als gutgläubiges Kellermonster durch gehen zu können.

Wenn das ganze Chaos erstmal vorbei war dann wollte er, dass sich Granger um jeden Preis daran erinnerte. Wenn sie alt und runzlig war, mit einem mittelmäßigen Ehemann, drei Satansbraten als Kindern, die ihre gesamte Zeit in Anspruch nahmen, dann wollte er, dass sie nachts wach lag und sich daran erinnerte, wie sie an ihn gebunden war. Ihn, Draco Malfoy, selbst wenn es nur für zwei Wochen gewesen war.

Es war wohl seine sadistische Seite, überlegte er. Er hatte sich längst damit abgefunden, dass er eine hatte. Es war wahrscheinlich unvermeidbar wenn man ein Malfoy war.

Sie sah nicht einmal besonders erschüttert aus, seitdem sie aus Malfoy Manor wiedergekehrt waren. Blass, ja, und ihr Lächeln war immer eine Spur zu breit, als dass es natürlich aussähe. Ihre schreckliche Kleidung und das ständige Besserwissen hatten sich nicht geändert, aber es war auch eher unwahrscheinlich, dass eine Nacht Sex mit ihm solche grundlegende Dinge veränderte. Stil konnte wahrscheinlich nicht durch Sex übertragen werden. Außer das Fehlen bei den Mahlzeiten deutete nichts daraufhin, dass irgendetwas anders war als sonst.

Er hätte sie gestern fast erwischt.

Das Mittagessen war fast vorbei und wie erwartet saß sie nicht neben Narbengesicht, dem Bekloppten und all seinen Untergebenen. Draco hatte allerdings bemerkt, dass Ginny Weasley die Große Halle betrat mit zwei leeren Tabletts.

Ah-hah.

Edward Knox, ein Sechstklässler, hatte Draco den Weg auf seiner Suche nach Granger versperrt. So etwas gehörte zu den misslichen Dingen, mit denen man sich abfinden musste wenn man so gefragt war wie er.

„Malfoy, kann ich vielleicht eine Kopie von deinem Zauberkunstprojekt aus dem sechsten Jahr kriegen?"

„Das könntest du. Wenn das neue Besenpflegeset, dass dein Vater dir zu Weihnachten geschenkt hat zufällig seinen Weg in meinen Schlafsaal findet."

„Ahem…"

„Ich habe einhundertzwanzig Prozent bei diesem Projekt erreicht, Knox", erinnerte ihn Draco.

„Gut. Schön."

Es war ein angenehmer Tag draußen. Etwas zu warm, aber Gott sei Dank dauerte es nicht lange, bis er sie entdeckt hatte.

Granger lag auf dem Rücken auf einer der Steinbänke beim See. Ohne Zweifel hatte der Granit die Wärme der Sonne aufgesogen. Sie hatte ein Buch, Zauberkunst für Fortgeschrittene, über ihr Gesicht gedeckt, um es vor der Sonne zu schützen. Ihrem Atem nach zu schließen war sie extrem entspannt oder kurz vorm Einschlafen.

Er wusste, was er sehen würde, wenn er das Buch von ihrem Gesicht zog. Dunkle Ringe würden sich unter ihren Augen abzeichnen, mit kleinen winzigen blauen Venen, weil sie wieder eher wach war als alle anderen. Die blasse Haut in ihrem Gesicht und der weiche geschwungene Mund. Würde er sie wecken, würde sie panisch aufspringen und ihn verwirrt anstarren.

Vielleicht würde sie sich über die Lippen lecken.

Draco seufzte.

Er wusste, wie hart es manchmal war Schlaf zu finden. Und die wenigen Momente die man tagsüber dann Zeit dafür fand waren absolut kostbar. Die Hälfte der Schüler in Hogwarts litt an Schlafmangel.

Er hatte seinen Mund bereits geöffnet, schloss ihn aber schließlich wieder, schickte noch einen entnervten Blick Richtung Himmel, bevor er sich schließlich wortlos abwandte und zurück zum Schloss lief. Seine Stimmung war noch schlechter als vorher gewesen.

Was er wirklich gewollt hatte, war sie zu schütteln, bis sie mit einem Schrei aufgewacht wäre und dann hätte er sie gezwungen über den Plan zu sprechen, wann und wie sie zu Emmanuel Borgin kommen wollten. Borgin war ein beschäftigter Mann und es wäre unvermeidbar vorher einen geeigneten Termin auszumachen. Es war keine sonderlich große Überraschung gewesen, dass Lucius Borgin ausgesucht hatte. Der Mann hatte die besten Kontakte und wusste wahrscheinlich mehr über illegale Zauber als es dem Ministerium lieb war.

Und es war nicht so als hätte er all die Zeit der Welt um hinter Granger herzujagen. Slytherin lag im Chaos und er, Blaise und Pansy mussten alles dran setzen, damit die jüngeren Schüler etwas mehr Verantwortung übernahmen. Der Gemeinschaftsraum war schmutzig, Schüler schmuggelten allerhand illegales Zeug ins Schloss und die totale Blamage des gesamten Haus war es, dass sieben Slytherins beschlossen hatten einen illegalen Duellierclub zu gründen.

Seit dem Wochenende, wenn er nicht gerade damit beschäftigt war den jüngeren Schülern solche Angst ein zu jagen, dass sie sich in ihre Roben machten, erledigte Draco noch sämtliche Nachforschungen, die er schaffte, um alles über Fida Mia raus zu finden. Nach dem ganzen Ärger in Malfoy Manor, hatte der ältere Malfoy Draco schließlich die Kopie des Buchs von Tallowstub „Fida Mia: Ein Zauber der Ehre" ausgehändigt.

All der Aufwand einer aufgerissenen Lippe wäre es vielleicht Wert gewesen, wäre dieses Buch nicht eine komplette Zeitverschwendung gewesen. Es gab, laut Autor, keinen Gegenspruch. Keine Heilung. Nicht mal einen möglichen Vorschlag zur Rückgängigmachung. Obwohl es einige interessante Bilder gegeben hatte. Besonders auf Seite hundertsiebzehn…

Was informativ war, war das Kapitel über die Effekte. Wenn es nicht so oft passieren würde, hätte Draco darüber Buch geführt. Grangers verfluchter Duft verfolgte ihn. Überall. Zuerst war er dumm genug zu glauben, dass es Pansy oder Millicent waren, die gerade den nächsten Duft an sich ausprobiert hatten.

Er hatte sie sogar einmal vor dem Mittagessen gefragt.

„Rose?", hatte Pansy ungläubig wiederholt und den Kopf geschüttelt. „Schnüffelst du deswegen den ganzen Morgen in der Luft herum, als würdest du nach Stinkbomben suchen?"

„Ja, Rose. Teerose, um genau zu sein. Ich würde es begrüßen, wenn du nicht in diesem Zeug baden würdest. Es gibt zu viele offene Feuer im Schloss. Wahrscheinlich würdest du lichterloh in Flammen stehen."

Pansy hatte ihn verwirrt angesehen. „Nun, es ist nicht mein Parfum. Teerose ist etwas zu antik für mich, findest du nicht auch?", sagte sie jetzt und klang sogar etwas beleidigt, dass er sie damit in Verbindung bringen konnte.

„Richtig. Millicent wahrscheinlich…"

„Nein. Millicent benutzt August Winthorps ekelhaftes Cologne. Sie gehen jetzt zusammen. Wirklich Draco, du bist so was von hinterher, was den Schloss Tratsch betrifft."

Dann war es Granger. Dieser Duft war das Heftigste, was er jemals wahrgenommen hatte. Wahrscheinlich war der Morgen die Tageszeit, wo sie es auftrug. Was auch immer sie für ein Produkt benutzte.

Und dann waren da natürlich noch diese zufälligen, unerklärbaren Entgleisungen von…

Gott, er konnte das Wort nicht einmal in seinem Kopf denken.

Freundlichkeit.

Da. Es war übelerregend.

Zuerst dieser Zwischenfall am See, wo er die perfekte Gelegenheit Granger wach zu schütteln hatte einfach verstreichen lassen. Dann früh am nächsten Morgen war eine Erstklässlerin aus Gryffindor die Stufen hoch gestürmt und schließlich gestürzt. Sie hatte so laut geschrien, dass sie sogar Peeves Konkurrenz machte. Sicher, ihr Kratzer am Knie war ziemlich hässlich, aber an jedem anderen Tag, wäre Draco einfach über sie hinweg gestiegen, um eine Viertklässlerin aus Hufflepuff zu maßregeln, weil sie die Wand mit einem Muggelstift vollschmierte.

„Ich nehme an, du kannst dieses grauenvolle Geschreie nicht unterdrücken?", hatte er das Mädchen unfreundlich angeknurrt.

Zehn Minuten später hatte er sie zum Krankenflügel begleitet.

Er schaffte es nicht mal, ihr seine sonst so gefürchteten Beleidigungen entgegen zu schmettern. Er nannte sie eine Heulsuse und verweichlicht, aber nicht mal im selben Satz also zählte das nicht.

Granger war in seinem Kopf, in seinen Gedanken und sie war nicht mal taktvoll genug ihn auch nur eine Sekunde am Tag in Ruhe zu lassen. Früher oder später mussten sie miteinander reden. Er sollte verflucht sein, würde er warten bis die verflixte Schule vorbei war um diese Sache aus der Welt zu schaffen. Sein Vater war viel zu undurchschaubar als dass er sich auf das Risiko eingelassen hätte, alles zu verlieren, was er vor dem Ministerium als seins deklariert hatte, bloß weil seine „Frau" gerade an einer plötzlichen Verleumdungsphase litt.

Der letzte Schlag kam am vorigen Abend, als er gerade das Vertrauensschüler-Brett überprüfte und feststellen musste, dass er zur Aufsicht zum Nachsitzen der Viertklässler eingeteilt worden war.

Es war unglaublich. Vertrauensschüler im siebten Jahr übernahmen niemals Aufsicht für die Viertklässler. Das hätten sie vielleicht, wenn die Viertklässler nicht immer so nervtötend wären. Schüler im ersten bis zum dritten Jahr waren regelrecht dumm und ließen sich leicht Angst und Respekt einflößen. Sie konnten bis zu einer Stunde allein gelassen werden, ohne dass man prüfen musste, ob sie Unsinn anstellten. Filch liebte die Arbeit mit den jungen Schülern und zwang sie zur Handarbeit, ließ sie schrubben und putzen, bis sie vor Müdigkeit fast zusammen brachen.

Ab dem fünften Jahr waren die Schüler viel zu sehr mit Lernen beschäftigt, als dass sie sich Nachsitzen einhandeln würden. Lehrer übernahmen dieses Nachsitzen dann selbst und gestatteten den Schülern zu Lernen und Hausaufgaben zu machen.

Nicht so die Viertklässler. Und die Schlimmsten Unruhestifter waren in den vierten Klassen. Die beiden Schlimmsten waren zwei Jungen aus Ravenclaw, die beim Kampf erwischt worden waren (mit den Fäusten auch noch). Dazu kam natürlich noch ein Mädchen aus Slytherin wegen dem dieser Kampf wohl stattgefunden zu haben schien.

Draco saß lässig am Lehrerpult in einem Klassenraum im zweiten Stock und hatte die Beine hochgelegt. Er las gelangweilt in einem „Gentlman's" Muggel Magazin, das er in einem Schülerpult gefunden hatte.

Die beiden Jungen waren damit beschäftigt dieses Schülerpult sauber zu bekommen, während das Mädchen alte Notizen vom Brett im hinteren Teil des Klassenzimmers entfernte. Trotz des Kältezaubers den Draco heraufbeschworen hatte, war es unnatürlich heiß im Schloss.

„Singh, sei ein guter Junge und öffne doch mal das Fenster."

Der Junge hob missmutig den Blick und warf seinen Lappen zur Seite, während er profane Kleinigkeiten vor sich hinmurmelte, und schlurfte auf Dracos Worte hin zum Fenster.

„Wie lange müssen wir das noch tun?", murrte der andere Junge jetzt. Draco konnte sich an seinen Namen nicht mehr erinnern. Winston oder Wimple. Oder so ähnlich.

„Ihr werdet hier so lange bleiben, bis ich sage, es ist genug. Wenn genug Zeit ist, werdet ihr auch noch die Schränke sauber machen."

„Das kannst du uns nicht tun lassen!", protestierte Singh jetzt und wagte es, seine Stimme zu heben. „Professor Flitwick hat gesagt, wir müssen bloß die Tische sauber machen."

„Ich kann machen, was ich verflucht noch mal machen will, verstanden? Und jetzt zurück an die Arbeit oder ich verwandel dich in einen von diesen schmutzigen Hockern." Singh warf ihm einen verhassten Blick zu, aber die Drohung nahm ihm seinen Wind aus den Segeln.

Draco warf einen Blick durch den Klassenraum. "Gute Arbeit, Carmen. Du kannst jetzt aufhören."

Der andere Junge blickte auf. „Was? Sie hat kaum etwas gemacht! Und zu spät gekommen ist sie auch noch!"

„Ich bin netter zu Mädchen, wie du wohl merkst. Slytherin Mädchen, im Besonderen. Und der einzige Grund warum sie hier ist, ist weil ihr dumm genug wart ihren Namen bei Flitwick auszuspucken."

„Weißt du, ich würde gerne wissen, wen von uns beiden sie nun aussucht, um ihren Urlaub zu verbringen. Wir warten seit Monaten. Ich muss meinen Eltern nämlich langsam mal Bescheid sagen", wimmerte Winston/Wimple.

Das war anscheinend der Grund für diese ganze Farce.

Der Junge hatte einen guten Punkt, überlegte Draco. „Na fein, also Carmen, mit welchem unserer Jungs willst du den Sommer verbringen?"

Carmen schien einen Moment nachzudenken. „Karpel", sagte sie jetzt und schenkte Singh ein breites Grinsen.

Singh strahlte seinen Kameraden an. Draco hatte einige Minuten Ruhe und blätterte durch die Seiten, bevor das Mädchen sich auf sein Pult setzte.

„Was lesen Sie da?", fragte sie jetzt und senkte den Blick. Sie streckte ihm ihre nicht existente Brust entgegen und klimperte verboten heftig mit ihren falschen Wimpern.

„Muggel Schund, Carmen. Nichts, was dich interessieren könnte."

Sie nickte schließlich. Slytherin Mädchen waren nicht leicht zu schocken. „Mein älterer Bruder hatte mal so etwas, aber Mutter sagte, es wäre Dreck und er musste es wegschmeißen."

„Ich kenne deinen Bruder. Ich muss sagen, er hatte weit aus Schlimmeres unter seinem Bett versteckt."

„Stimmt es, was sie sagen?", fuhr Carmen fort und senkte ihre Stimme. „Dass Sie Ihr Erbe bekommen, obwohl Ihr Vater noch lebt? Ich hab gehört, wie Pansy Parkinson es Millicent Bullstrode erzählt hat."

Draco bewunderte ihre Dreistigkeit. „Diese beiden Mädchen neigen zum Tratsch. Ich würde nicht die Hälfte von dem glauben, was sie erzählen."

„Zweifellos brauchen Sie noch eine Misses für Malfoy Manor. Die Ihnen hilft. Es gibt keinen magischen Lord unter dreißig, der nicht verheiratet ist. Nun, es sei denn Sie zählen Enrod Higgs." Carmen blickte ihn nun verschworen an. „Er hat…"

„Eine Vorliebe für Karomuster und einen Termin bei Maurice in der Winkelgasse, jeden zweiten Samstag?"

Sie kicherte. „Ja."

„Die Lady kann warten, denke ich", erwiderte Draco jetzt, um auf Carmens erfrischende Anfrage einzugehen. „Und wegen der Hilfe… da kosten Angestellte unterm Strich weitaus weniger."

„Und was wird Ihr Vater tun, wenn seine Strafe vorbei ist? Ich habe gehört, er ist ein grauenhafter Tyrann."

Dracos Ausdruck wurde eine Spur kälter. „ Du bist ziemlich neugierig, Carmen."

Sie zuckte die Schultern, war aber intelligent genug beschämt auszusehen. „Ich weiß gerne Bescheid. Und Hogwarts wird ohne Sie nicht mehr dasselbe sein, wissen Sie?"

Singh versuchte bereits seit zwei Minuten Dracos Aufmerksamkeit zu erregen. Aber da der Junge ihn bei seinem Vornamen rief und nicht bei Mr Malfoy (welches er vor dem Nachsitzen direkt befohlen hatte), hatte Draco kein Problem damit ihn zu ignorieren.

Mr Malfoy", sagte Singh schließlich und ballte seine Hände zu Fäusten. „Es hat bereits geläutet. Können wir gehen?"

„Das könnt ihr. Wenn du mir sagst, was ihr heute gelernt habt."

Er blinzelte. „Das es keine Faustkämpfe in der Schule geben soll."

Draco seufzte. „Was haben wir gelernt, Carmen?"

Die junge Slytherin enttäuschte ihn nicht. „Das man sich nicht bei Faustkämpfen erwischen lassen sollte."

Draco lächelte. „Sehr gut. Jetzt könnt ihr gehen."

Die Jungen warteten bis Draco endlich ihre Strafformulare unterschrieben hatte und rannten aus dem Raum als wäre ihnen der Dunkle Lord selbst persönlich auf den Fersen. Carmen hielt Draco an der Tür auf, damit er ihren Zettel unterschrieb. Als er fertig war schob sie ihm einen grünen Apfel zu.

„Für dich", sagte sie leise. „Weil du das Mittagessen verpasst hast, um unsa zu beaufsichtigen."

Draco liebte grüne Äpfel und steckte ihn dankbar ein. Er hatte jetzt Verteidigung mit Lupin und seinem Fanclub bei den Gewächshäusern. Eine Unterrichtsstunde in freier Natur.

Granger würde da sein und sie war besser gut vorbereitet, für das, was er vorhatte zu sagen.