Chapter Eighteen

Es fing an zu regnen, noch zehn Minuten bevor Beginn des Spiels. Es war kein schwerer Regen, mehr ein Schauer, den die Wolken kurz ausschütteten. Nicht, dass dies irgendetwas am Enthusiasmus der Menge änderte. Sie waren das manchmal unvorhersehbare schottische Wetter gewöhnt und hatten bereits ihre Schirme mitgenommen, transparente Planen, Regenmäntel und die älteren Schüler hatten setzten bereits Wasser abweisende Zauber ein.

Nachdem dreißig Minuten vergangen waren, stand es sechzig zu vierzig für die Auroren. Das Auroren Team jedoch, hatte sich noch nicht damit abgefunden, dass das Hogwarts Teams tatsächlich nach dem do-or-die Prinzip spielte und auf jeglichen Freundschaft verzichtete. Es wurde auch klar, dass weder das eine noch das andere Team je in dieser Besetzung gespielt hatte. Es gab mehrere Zusammenstöße, fallen gelassene Quaffel, verfehlte Klatscher und im Fall von Sharon Pucey das Vergessen, dass Ginny und sie auf derselben Seite spielten.

Ginny war eine gute Sportlerin und reckte beide Daumen in Richtung Sharon n die Höhe, um ihr zu signalisieren, dass der Kratzer auf ihrer Stirn nicht weiter schlimm war. Ron währenddessen machte sich ausgezeichnet und hielt eine ganze Attacke von Würfen der Jäger des Auroren Teams. Er schaffte sogar ein fröhliches Grinsen mit einem „Guter Versuch!" als die Jägerin Astrid Huggins einen der guten Würfe versiebte.

Aus undurchsichtigen Gründen wurde die Zahl der Klatscher nach diesem Zwischenfall fast alle in Rons Richtung geschickt und der Treiber Donald Bligh wurde zusehend gereizter. Keiner in Dracos Team war übermäßig überrascht über diese Entwicklung.

Nach vierzig Minuten und ohne jedes Zeichen des Schnatzes, wurde ein Time-out einberufen, was mit einem Zwischenfall zwischen Draco und dem gegnerischen Sucher Guy Tanner zu tun hatte.

„Das ist eine Qual.", murmelte Harry. Er benutzt eines von Nevilles Omnigläsern und hatte schnell vergessen, dass er es eigentlich hatte teilen wollen.

Madame Hooch befand sich nun zwischen einem angriffslustigen Malfoy und schnippt ihre Finger vor den etwas verdutzten Augen von Tanner.

„Beziehst du dich auf Lunas Kommentar?", fragte Lavender jetzt. Sie freute sich eine Entschuldigung zu haben, ihren neuen pinken Regenmantel anziehen zu können und erzählte jedem de res nicht hören wollte seit Minuten von dem Fabrikat.

„Was stimmt mit ihren Kommentaren nicht?", entgegnete Hermine. Sie und Neville teilten sich einen verbogenen, rostigen schwarzen Regenschirm, der auch schon bessere Tage gesehen hatte (in den Siebzigern höchstwahrscheinlich). „Luna ist immerhin der Grund, warum die Hälfte der Leute hier überhaupt hinkommt."

Das stimmte. Neben den gewöhnlichen Ursachen wie Blut und Schweiß, Fouls und anderen regulären Quidditchzwischenfällen, gab es auch noch Lunas oft hysterische Ansagen, auf die man sich ebenfalls freute. Der Schulleiter war ein großer Fan.

Lavender schenkte ihr einen abschätzenden Blick. „Ich bin überrascht, dass du deine Fingernägel lang genug aus Harry Unterarm raus gezogen hast, um ihren Kommentar zu verstehen."

„Oh.", erwiderte Hermine etwas überrascht und warf einen kurzen Blick auf Harrys linken Arm. Sie bemerkte die vier rotten Abdrücke ihrer Nägel. „Entschuldige, Harry."

Harry war es recht egal. Erst einmal erlöst von Hermines Todesgriff, hatte er sich über das Geländer gelehnt, so dass er fast vornüber fiel. Hermine wollte ihn gerade auffordern mit dem Unsinn aufzuhören und sich zu setzen, aber Dean war schneller. Der Junge griff hart in Harrys Shirt und grinste.

Hermine hätte Dean vielleicht gedankt, hätte dieser es sich nicht plötzlich anders überlegt und sich auch vor gelehnt. „Harry, wenn wir dich weiter runter lassen, denkst du, du kannst hören was Hooch sagt?"

„Geht nicht.", sagte Harry abgelenkt. „Beschäftigt." Er schien eher den Rand des Waldes zu fixieren als das Quidditchfeld. Es hatte aufgehört zu regnen und die Sicht war nahezu wieder uneingeschränkt. Es war genau das Wetter von dem man eigentlich einen Regenbogen erwartete, der sich im Himmel über den schreienden, blutenden und zermackten Spielern abzeichnete.

„Harry, kannst du dich jetzt endlich wieder hinsetzen? Das machst mich völlig nervös.", murmelte Hermine besorgt.

„Was um Himmels starrst du denn an? Das Spielt findet dort statt.", erinnerte Lavender ihn und deutete in den Himmel. Madame Hooch hat es gerade wieder angepfiffen. Tanner war anscheinend bei Bewusstsein, ohne irgendeine schlimme Nachwirkung.

„Ich sehe mich nach einem Beweis dafür um, dass Snape Recht hatte, mich nicht fliegen zu lassen.", war Harrys schlichte Antwort.

„Naja, du bist nicht der einzige der sich Sorgen macht. Hermine ist wohl genauso schlimm.", erwiderte Lavender lächelnd.

„Hermine macht sich überhaupt keine Sorgen, vielen Dank.", schnappte Hermine wütend, während sie Lavender und ihren pinken Regenmantel immer und immer weniger ertragen konnte.

Dean piff. „Da ist jemand aber mit dem falschen Bein zuerst aufgestanden."

„Oh, sei still, Dean:"

Ihr Verhalten diesen Nachmittag hatte sie schon beunruhigt, aber Hermine kam es vor als könnte sie sich kaum weniger scheren. Es war offiziell; Malfoy war Schuld. Sie war nun böse. Das Bestätigungszertifikat war bereits mit der Post unterwegs.

Lavender hatte jedoch Recht. Sie machte sich genauso viele Sorgen wie Harry. Mehr noch und nicht bloß wegen der immer allgegenwärtigen Anwesenheit von Gefahr. Sie zitterte leicht. Eine Tatsache, die sie verstecken konnte, wenn sie die Beine übereinander schlug. Ihre Hände waren feucht und auch wenn eine angenehme Brise durch die Tribünen wehte, klebte ihre Bluse an ihrem Körper. Sie fühlte sich krank. Es kam ihr vor als müsste ihre UTZE noch einmal schreiben.

Der Grund für dieses Gefühl war seltsam.

Ihr Magen, wenn auch leer, war anscheinend verlinkt mit dem Malfoys und allem was er auf seinem Besen veranstaltete. Wenn er abtauchte, so tat sie das auch. Wenn er hart aufwärts flog, tat sie es auch. Wenn er Pirouetten in den Himmel drehte, um der wütenden Anne Takamara auszuweichen, die viel zu sehr bei der Sache war, dann drehte sich Hermin mit ihm.

Das Gefühl, dass jedes Tor Leben und Tod bedeuten konnte war eine völlig neue Erfahrung für sie.

Also das war es, was Harry versucht hatte zu beschreiben. Schade, dass Harry nicht so gut mit Worten konnte um zu sagen: Quidditch war Leben.

„Es ist als willst du alle zwei Minuten kotzen und dir ist es völlig egal.", rief sie sich seine Worte in Erinnerung. Ihre Antwort darauf war ungefähr so etwas wie ein lang gezogenes: „Ewww" gewesen.

Wirklich, es wäre besser, wenn Malfoy einfach still in der Luft sitzen würde, für länger als eine Sekunde, aber Hermine nahm an, darum ging es im Quidditch nicht.

Lustig, dass diese speziellen Nebenwirkungen nicht in Tallowstubs Buch erwähnt wurden. Schlecht gelaunt, überlegte Hermine, dass sie ein Post-It zum Kapitel Effekte hinzufügen sollte. Etwa so: Unter den Auswirkungen von Fida Mia kann eine Person jedes blöde, verrückte, selbstmöderrische, bekloppte Quidditch Manöver des anderen Partners miterleben.

Malfoy war kein übermütiger Flieger, das musste Hermine sich eingestehen. Sie hatte ihn über die Jahre oft genug gesehen und wusste, dass er unleugbar gut war.

Gott, sie hasste fliegen. Die Tatsache das sie lausig darin war, war nicht einmal der letztendliche Grund. Nun, ok – ein bisschen. Es lief alles auf die erste Flugstunde in der ersten Klasse zurück. Sie hatte Harrys Besen zugesehen, der wie ein kleiner Hund auf Harrys Befehl reagiert hatte. Ron hatte länger gebraucht, aber dennoch war er wirklich gut. Zu wissen, dass es etwas gab, dass sie nicht von vornherein beherrschte, war wirklich schockierend gewesen. Oft fragte sie sich, ob es was damit zu tun hatte, dass sie muggelstämmig war. Aber wie erklärte dies dann Harrys Talent auf dem Besen?

Ihr Ego bevorzugte diese Erklärung zu vergessen, obwohl sie wusste, dass Harry ein absoluter Draußen-Freak war, aber das zählte nicht.

Der schnellste Weg von Punkt A zu Punkt B war gehen, befand Hermine. Natürlich gab es auch das Fahrrad. Wenn man darauf bestehen würde, dann gab es auch den Bus, den Zug, das Taxi, nicht zu vergessen Flohpulver und Apparieren.

Warum ein Besen, wenn man sich aussuchen konnte zu überleben?

"Honig geröstet Cashews?", fragte Neville sie und stieß sie in den Arm mit einer braunen Papiertüte. Hermine wandte den Kopf um zu blinzeln. Sein warmes beruhigendes Lächeln half ihre Nerven zu beruhigen. „Meine Großmutter röstet sie selbst."

Sie murmelte ein „Danke" und griff in die Tüte. Die Cashews gaben ihr einen Grund, ihre Hände zu beschäftigen. Gott sei Dank waren alle anderen viel zu sehr vom Spiel mitgerissen, als darauf zu achten, dass Hermine ein Drittel des Spiels mit geschlossenen Augen verbrachte.

Professor McGonagall fühlte sich nur ein bisschen, dass Blaise Zabini als Co-Kommentator kaum zu Wort gekommen war. Die Menge liebte Luna Lovegoods Kommentare, aber manchmal war es notwenig, dass sie etwas beruhigt wurde. Für gewöhnlich bevorzugte Professor McGonagall hierbei einen Knuff in die Seite, aber es war ja ein Freundschaftsspiel und deshalb hatte sie diese Aufgabe Zabini zu teil werden lassen, der genauso spielbewusst wie jeder der Spieler war. Es war eine Schande, dass der Schulleiter nach London ins Ministerium hatte fahren müssen. Er wäre bestimmt gerne da gewesen.

In diesem Moment fiel ihr auf, dass der normalerweise ruhige Schulsprecher nur zwei Sekunden davon entfernt schien Miss Lovegood zu erwürgen.

„Ein weiteres Tor von Ginny Weasley! Sie hat es an dem riesigen Typen vorbei gekriegt, mit dem ausgedünnten Haar und dem Schrankbreiten Oberschenkeln. Das sind nun sechzig Punkte für Gryffindor und ich muss sagen, Ron leistet einen guten Job in all der Aufregung. Nicht ein bisschen nervös, oder angeschlagen oder grün im Gesicht! Oooh! Cleveres kleines Dreh-Ding von Hogwarts Sharon Pustly! Das hat sie gut gemacht, nicht wahr?"

"Pucey.", korrigierte sie Blaise mit unendlicher Geduld. „Sharon Pucey. Das ist der Ugandische Schleuderwurf."

„I-u-gandischer Schleuderwurf, meine Damen und Herren. Ich wurde informiert durch meinen sehr intelligenten Co-Kommentator Mr Zabini, der in seinem schwarzen Regenmantel absolute hinreißend aussieht. Das Slytherinzeichen passt zu seinen Haaren und Augen."

Drüben in den Hufflepuff Tribünen, die am nächsten waren, riefen einige ältere Jungs einige eindeutige Beleidigungen zu ihm rüber. Blaise tat sein bestes sich nicht davon ärgern zu lassen und versetzte ihnen tödliche Blicke.

„Immer noch kein Zeichen vom Schnatz. Beide, Malfoy und Tanner tun ihr Bestes. Ich denke, er wird bald auftauchen. Oh, seht mal! Neville Longbottom winkt mir. Und er hat diese leckeren Cashew Nüsse. Ich habe eine vor dem Spiel probiert und sie sind wirklich zum sterben lecker. DANKE FÜR DIE NÜSSE, NEVILLE!" Luna winkte zurück.

Einige Leute lachten in der Menge. Hermine tätschelte Nevilles Schulter mit einem schiefen Lächeln als er die Finger um die Tüte schloss und versuchte in seinem Sitz zu verschwinden. Währenddessen schoss einer der Auroren ein Tor dass Ron auch nicht halten konnte, indem er sich seitwärts von seinem Besen hängen ließ.

Blaise biss wütend die Zähne zusammen. „Lovegood, ich schwöre-"

Luna sah es auch. „Weasley hat es gehalten!"

„NEIN, HAT ER NICHT!", unterbrach sie Blaise mit funkelndem Blick. „Passt du endlich mal auf!"

Ein kurzer Streit entfachte in der Kommentatorenbox, der von der entnervten Professor McGonagall schließlich beendet werden musste.