Chapter Thirty-Three
„Mein Gehör scheint nicht ganz in Ordnung zu sein, denn es war mir so, als hätten Sie gesagt, Sie könnten uns nicht helfen."
Sie waren in die Küche gegangen und hatten die Tür hinter sich geschlossen. Eine Art von Kuchen war gerade dabei, im Ofen aufzugehen. Draco sah für einen Moment zu Boden, anscheinend tief in Gedanken versunken. Wo auch immer er in seinen Gedanken gerade war, es war kein angenehmer Ort.
Dann sah zu Arne auf, der das Verlangen bekämpfen musste, nach seinem Zauberstab zu greifen. Borgin hatte nicht übertrieben, als er gesagt hatte, der Junge wäre leicht reizbar.
„Sie mich richtig verstanden", erwiderte Arne. „Es gibt keine Heilung für das, was Sie beide haben. Es ist permanent."
„Jeder weiß, dass es permanent ist!", entgegnete Draco ungeduldig. Und dann, nachdem er sorgfältig die verschlossene Tür begutachtet hatte, fuhr er ruhiger fort. „Aber die gut informierten von uns wissen, dass es zwei Arten von permanent gibt. Es gibt die Art, die man mit Geld und schwarzer Magie heilen kann, und die Art, die nur der Tod heilen kann."
„Es reicht zu sagen, dass es sich hier um die zweite Art handelt", sagte Arne trocken.
„Das ist Bullshit", spuckte ihm Draco entgegen.
„Es ist permanent, weil die junge, entzückende Dame nebenan, die besorgt auf Sie wartet, Sie liebt. Der Spruch ist abgeschlossen. Es gibt kein Zurück mehr."
Draco machte einen Schritt zurück, als wäre er so eben ins Gesicht geschlagen worden. Er sah entsetzt aus. Und dann nur noch fuchsteufelswild.
„Das Mädchen liebt mich nicht."
„Und das wissen Sie, weil Sie sie gefragt haben? Oder weil sie es Ihnen gesagt hat?", erkundigte sich Arne ruhig.
„Woher wissen Sie, dass es Liebe ist? Woher weiß das überhaupt jemand?" Draco wanderte in der kleinen Küche rum, wie ein eingesperrtes Raubtier.
Arne versuchte die Situation zu entschärfen. „Es ist unwichtig, ob Sie es wissen. Oder ob Sie sich nicht sicher sind. Der Spruch weiß es. Ich kann den Spruch lösen von einer Liebelei, einer Flüchtigkeit, einem gemeinsamen Fehler, aber es liegt außerhalb meiner Macht, den Fida Mia zu brechen, der zwei Seelen auf die rechte Art und Weise aneinander gebunden hat."
Draco machte ein entnervtes Geräusch, stieß einen Stuhl um und schoss Arne dann einen tödlichen Blick zu. In dieser Sekunde sah er tatsächlich so aus, wie der furchtbare Teenager, den die anderen in ihm sahen.
„Gut, dann zur Hölle mit Ihnen", sagte er schließlich, die Stimme tief vor Bitterkeit. „Was tun wir dann hier?"
Arne verschränkte die Arme und setzte sich auf die Kante des Küchentischs. Nana würde einen Anfall bekommen, wenn sie erkennen würde, dass einer ihrer geliebten Stühle in Mitleidenschaft gezogen worden war. „Weil Ihr Kontakt ein Treffen arrangiert hat. Weil Sie zugestimmt haben, für meine Beratung zu bezahlen. Weil ich ein Geschäftsmann bin."
„Sie müssen mir sagen, wie man es lösen kann!" Draco lehnte sich schwer atmend gegen die Spüle und sah Arne mit solch einer Leere in den Augen an, dass dieser kurz verblüfft war.
„Ist Ihnen aufgefallen, dass es die Dame vielleicht nicht als ein so großes Problem ansehen wird?"
Draco fuhr sich mit zitternden Fingern durch seine Haare. „Mit mir verheiratet zu sein ist ein Problem."
„Wieso?"
„Wieso?", schnaubte Draco. „Weil wir erst achtzehn sind, verflucht noch mal. Weil sie ist, wer sie ist, und ich… ich, ich bin sicher, sie wird bald ziemlich schwierige Dinge zu entscheiden haben, ohne dass sie mich als Ehemann überhaupt als einen Faktor in Erwägung gezogen hatte. Und ich will keine Ehefrau! Ich will davon erlöst sein! Es muss einen Weg geben!", zischte er.
Arne fragte sich, was die schwierigen Dinge waren und ob sie wirklich so tragisch waren, dass jemand, der sich um einen sorgte tatsächlich eher eine Behinderung als eine Hilfe waren. Aber dann fiel ihm ein, dass das Mädchen eine Freundin von Harry Potter war. Seine Frage hatte sich beantwortet.
Wirklich schwierige Dinge.
„Bedenkt man die Permanenz des Spruchs, gibt es zwei Wege, ihn zu lösen", erklärte Arne einem misstrauischen Draco. „Das wissen Sie."
Draco nickte und wirkte erschlagen. „Die betroffene Haut entfernen oder der Tod."
„Ja, aber bedenken Sie, dass Liebe der Katalysator dieses Spruchs ist. Durch Liebe wirkt er erst. Ohne Liebe wird der Spruch sich leicht lösen lassen. Das ist, weshalb die meisten Leute denken, sie wären durch den Spruch betroffen, sind es aber in Wahrheit gar nicht. Es muss Liebe vorhanden sein, verstehen Sie?"
„Dann muss ich ihre Liebe loswerden", fasste Draco mit geschlossenen Augen zusammen.
Arne schnaubte auf. „Ich bin zwar, wie Sie sagten, nur eine Minute älter als Sie, aber ich weiß, es ist wesentlich leichter, sich zu verlieben, als Liebe wieder loszuwerden."
„Sie wird aufhören mich zu lieben", erklärte Draco. Er war beinahe ein Versprechen. „Ich werde sie dazu bringen, aufzuhören. Sie hätte niemals anfangen sollen, mich verdammt noch mal zu lieben." Er war dabei, die Küche zu verlassen, als Arne ihn aufhielt.
„Bevor Sie gehen, sollte ich erwähnen, dass wir passenderweise nicht über die Tatsache gesprochen haben, dass Fida Mia nur funktioniert, wenn beide Partner verliebt sind."
Arne ließ die Bedeutung der Worte in der Luft hängen.
Dracos Hand lag auf dem Türgriff.
„Es gibt nichts auf der Welt, dass ich so dringend bräuchte, als dass ich nicht ohne es überleben könnte."
Arne sah zu, wie er die Küche verließ, und er fühlte sich unfähig. Und zum ersten Mal seitdem er mit Nana Hendricks arbeitete, fühlte er sich schuldig.
Der Fida Mia Experte sah zu, wie das Paar den Rückweg antrat. Sie gaben ein hübsches Paar ab, abgesehen von dem ganzen Drama.
„Ich glaube, der junge Mann ist der zornigste Person, die ich jemals kennen gelernt habe. Und bedenkt man, das Geschäft, mit dem wir uns befassen, habe ich schon einige junge, zornige Männer erlebt", erklärte er seiner Urgroßmutter.
Nana Hendricks strickte gerade. Den Kuchen hatte sie aus dem Ofen geholt und er kühlte gerade auf dem Tisch ab. Sie strickte gerne, wenn sie wütend war und in der Stimmung, zu diskutieren, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Urgroßenkel den beiden Leuten die Beratung nicht in Rechnung gestellt hatte. Es waren zwei Monate Arbeit, die den Bach runter gegangen waren. Das Rumhängen in den fragwürdigen Pubs, auf Teenager warten, die ein mögliches Ziel sein könnten, das Tattoo Studio vom Land in die Stadt zu schaffen und wieder zurück. Und alles für nichts.
Nicht, dass sie zu lange böse mit dem Jungen sein konnte. Nein, er war wie sein Vater, zu weich besaitet, welches der Grund gewesen war, weshalb sie seinen Vater nicht mehr im Geschäft hatte haben wollen, sondern lieber ihren Urgroßenkel.
„Ja. Und es ist nicht mal der Spruch über den er zornig ist."
„Ich mag ihn", gestand Arne ein. „Wenn auch nur, weil er das komplette Gegenteil von mir ist."
„Ich weiß." Sie schenkte ihm ein liebevolles Lächeln. Ihre Stricknadeln klickten ruhig aneinander und beruhigten sie. „Du warst so ein ruhiges, friedfertiges Kind. Möchtest du Orange in deinem Pullover haben, Liebling? Mir ist eingefallen, du kannst Orange nicht leiden."
„Nana, es macht mir Sorge, was er tun wird." Arne beunruhigte es, dass Draco ein Nachkomme von Todessern war. Hoffentlich war dieser spezielle Apfel besonders weit vom Stamm gefallen…
„Es wird alles gut gehen. Ich habe noch kein Paar gesehen, was bei dem echten Fida Mia nicht alle Probleme beseitigen konnte."
Arne schnaubte auf. „Ja? Und was war mit dir und Urgroßvater?"
Die Nadeln hielten inne. „Was ist damit?"
„Nun, da das eine Mal, wo du ihn vergiften wolltest, der Versuch, ihne zu ertränken. Und Vater sagt, er hat dein Haus niedergebrannt."
„Ach das!" Sie machte ein gleichgültiges Geräusch. „Das war Werben, Liebling. Wenn es nicht funktioniert hätte, dann gäbe es dich überhaupt nicht. Also, magst du Orange oder nicht?"
Arne war nicht völlig zufrieden. Er hatte die Furcht und den Zorn in den Augen des jungen Mannes gesehen, und er fragte sich, ob das Mädchen genügend Kraft besaß, um ihn zu beruhigen. Wenn der Fida Mia wirkte, dann tat er das mit durchschlagender Kraft.
„Nein. Kein Orange, danke."
Sie waren verdammt klug. Beide von ihnen. Das hatte er bemerkt. Sie hatten auch viel nüchterne Vernunft. Manchmal war es besser, die Vernunft in den Wind zu schießen. Wofür war der Instinkt noch gut, wenn alle nur auf ihren Verstand hören wollten?
Er ignorierte die Fragen, die sie ihm stellte.
„Was ist los? Was hat er gesagt?"
Sie hatte noch nichts aus ihm rausbekommen. Nicht mal im Ansatz. Obwohl sein Ärger ihr größter Tipp von allen sein sollte. Sie betraten das Cobblestone und gingen direkt nach oben.
„Hältst du endlich an?", rief sie jetzt. Aber das tat er nicht. Er trat die Tür fast auf, in seiner Eile. Als sie drinnen waren, warf er die Tür ins Schloss und zog seine Tasche hervor.
„Wir gehen", sagte er. „Jetzt."
Hermine konnte nicht fassen, dass er sie anschrie. Und sie glaubte nicht mal, dass es ihm auffiel.
„Mein Gott, so schlimm kann es nicht sein?" Sie kam näher auf ihn zu. Es stand auch ihre Zukunft auf dem Spiel, und sie hatte es satt, immerzu von ihm übergangen zu werden. „Hör endlich auf, und sag mir, was passiert ist? Wo ist das Heilmittel? Du hast ihm kein Geld gegeben, oder? Ich habe dich nichts geben sehen, als du-"
Er drehte sich in einer Bewegung zu ihr herum. Erschrocken wich sie zurück, bis das Bett sie in ihren Knien stoppte. Jetzt konnte sie ihn sein Gesicht sehen. Das war kein Teenager mit Stimmungsschwankungen. Das war der echte Malfoy-Zorn. Für einen Moment dachte sie wirklich, er würde sie schlagen.
„Halt den Mund", sagte er mit erhobenen Finger. „Halt einmal deinen Mund!"
Hermine wich zur Seite vor ihm aus. Sie holte den Zauberstab mit zitternden Fingern aus ihrer Tasche und richtete den Incendio Spruch auf das Bett. Die Ecke des Lakens fing an zu brennen. Draco starrte das Feuer für eine Sekunde an, bevor er den Blick lösen konnte, das Laken vom Bett riss, auf den Boden warf und das Feuer austrat.
Und dann starrte er sie an wie eine Wahnsinnige. „Du verrücktes Miststück…"
Sie hob ihren Zauberstab und zielte jetzt auf ihn. Er kam auf sie zu und zog sie grob an ihren Unterarmen.
„Was denkst du, was du mir bedeutest?"
„Was?", kreischte sie, denn es alarmierte sie. Die Frage war so dumm, wie sie unerwartet war. Sie würde ihm jedoch antworten, wenn er sich beruhigen würde.
„Nimm deine Hände von mir, Malfoy."
Aber er schüttelte sie, bis ihre Zähne klapperten. „Du bist nichts, begreifst du das? Du bedeutest mir nichts. Du bist eine lästige, langweilige, ermüdende Ablenkung, sonst nichts!"
Und dann sagte er üble Dinge. Sehr üble Dinge. Und keins von diesen Dingen war ihr Blutstatus, was ihr ganz klar sagen sollte, wo sich sein Kopf gerade befand. Er nannte sie nicht Schlammblut, aber er beschimpfte sie mit anderen Namen, aber erst, als er Harry und Ron erwähnte, rastete sie aus.
Der Punkt war erreicht, an dem es nicht mehr klug, möglich oder gesund war, seiner Wut zuzuhören, ohne zu reagieren. Es war abzusehen, dass auch sie eine Grenze hatte, und dass er sie gerade überschritt.
Es war wie das verdammte dritte Jahr.
Sie riss ihren Arm von ihm los und wusste, morgen würde sie einen Bluterguss bekommen. Und dann schlug sie ihn mit ihrer ganzen Kraft. Mitten ins Gesicht. Das Geräusch, dass der Schlag verursachte war sogar recht laut in dem kleinen Zimmer. Ihre Hand stach vor Schmerz, aber das war es wert gewesen.
Sein Kopf flog zur Seite, aber er behielt perfektes Gleichgewicht. Sie musste schaudern, bei dem Gedanken daran, wie viel Kraft Lucius in seine Schläge hatte legen müssen, um Draco von seinen Füßen zu reißen.
Draco wischte sich die Haare von seiner Wange und schob sie sich hinters Ohr. Die Spitze seiner Zunge leckte die dünne Linie Blut über seiner Oberlippe, wo die Haut leicht aufgeplatzt war. Sein Augen nahmen einen harten, kugelsicheren Ausdruck an.
„Du hättest du nicht tun sollen", flüsterte er.
Lauf, jetzt. Das war die kleine warnende Stimme in ihrem Kopf. Aber sie hörte nicht zu. Die Stimme wusste nicht immer alles. Die Stimme war ihr Verstand, der sprach. Nicht ihr Herz.
Er zog sie an seine Brust. Dieses Mal tat es nicht weh, denn sie wehrte sich nicht.
„Erinnerst du dich, was ich im Motel gesagt habe, was passiert, wenn du mich noch einmal schlägst?", fragte er sie, während sein Finger ihren Nasenrücken hinab fuhr. Seine Stimme war rau.
„Du wirst jetzt wirklich meine Hand brechen?", forderte sie ihn fast heraus.
Er nahm ihre Hand, die rechte, die ihn schon zweimal geschlagen hatte seit sie sich kannten, und küsste ihre Handfläche. Sein Kinn war rau. Er müsste sich rasieren, dachte sie.
„Nicht deine Hand, Hermine. Ich zerbreche dich."
Sie hatte kaum Zeit zu begreifen, was er gesagt hatte, da hatte er schon ihre zweite Hand genommen. Sie runzelte ihre Stirn und zog an ihren Händen, aber er hielt sie fest. Er brachte sein Bein hinter sie, drückte sie nach hinten, und sie stolperte auf das Bett.
Dürfen wir jetzt panisch werden?, erkundigte sich ihr Verstand wieder.
Noch nicht.
Er kroch über sie, sein Atem feucht und heiß an ihrer Kehle. Ihre Atemzüge wurden kürzer, ihr war etwas schwindelig. Sie spürte, wie eine Gänsehaut überall ausbrach, wo er sie berührte. Das raue Material seiner Hose war eine schroffe Liebkosung an ihren Beinen. Oder vielleicht waren es nur ihre Nervenenden die zu schreien begonnen hatten. Er presste seine harte Mitte gegen ihren Bauch, während er begonnen hatte, die weiche Stelle unter ihrem Ohr in seinen Mund zu saugen.
„Wenn ich deinen Duft in Flaschen stecken und verkaufen könnte, würde ich ein Vermögen machen." Seine Stimme klang benommen und weit entfernt. Sie glaubte nicht, dass er es noch merkte.
Dumpf stellte sie fest, dass er ihre Hände nicht mehr festhielt. Seit einer Weile nicht mehr. Sie legte sie auf seine Schultern und gab ihm probeweise einen Stoß. Er lachte (oder grollte, sie konnte es nicht sagen) gegen ihren Nacken und biss zu. Sie wandte ihm ihr Gesicht zu, wollte ihn küssen, ihm nahe sein, auf eine Art und Weise, von der sie wusste, dass er es nicht duldete. Aber er war clever und zog den Kopf zurück.
Entweder war seine Kontrolle bemerkenswert oder es gehört mit zu seiner teuflischen Verführung.
Oder er hatte einfach Angst.
Er stützte sich auf seinen Ellbogen ab und betrachtete sie fast hungrig. Seine Erektion, die sie deutlich durch seine Kleidung fühlen konnte, bohrte sich in ihren Bauch, heiß und dringend. Die Knöpfe seiner Jeans waren Eis dagegen.
„Ich glaube nicht, dass ich dir mein wahres Ich schon gezeigt habe", erklärte Draco jetzt. Er küsste ihren Mundwinkel, und Hermine wusste, würde sie mit der Zunge darüber lecken, würde sie Blut schmecken.
Das war etwas zu real für sie. Hermine kroch nach hinten gegen das Kopfteil des Bettes, aber er ergriff ihre Knöchel und zog sie zurück nach unten. Panisch stellte sie fest, dass ihr Rock um ihre Hüfte gerutscht war. Sie hatte ihre Schuhe verloren, und wieder hielt er ihre Hände gefangen.
Sie hatte sich nie als schwache Person empfunden, und hatte bisher viel Zuhause und in Hogwarts ertragen, aber was für Stärken sie auch immer besaß, es war nichts, im Vergleich zu Malfoys. Die Spannung, die zwischen ihnen pulsierte, war mehr als ihre Emotionen, es war die uralte Spannung der Geschlechter.
„Was tust du?", wollte sie ruhiger von ihm wissen. Es war eine unnütze Frage. Als würde sie den Briefträger fragen, was er beruflich tat.
„Rate", flüsterte er gegen ihre Lippen. Er sah sie an, als versuche er, sich ihr Gesicht einzuprägen.
Sie öffnete den Mund, um etwas Kluges zu sagen, und er wählte diesen Moment, um anzugreifen. Er würde sie ihn nicht küssen lassen, wenn sie es wollte, ging ihr auf. Er wollte nicht ihre Zustimmung.
Und er küsste sie und küsste sie. Es war ein Kuss, der all die angestaute und ausgehaltene Ungeduld wert war. Er verschlang ihre Lippen, ließ seine Zunge wieder und wieder um ihre kreisen, erkundete jeden Zentimeter, den er erreichen konnte, und wenn er nicht mehr tiefer konnte, ergriff er ihren Kopf, zog ihr Kinn nach unten, nur um wieder und wieder zu beginnen. Sie keuchte auf, aber er fing ihren Atem, gab ihn ihr zurück, nur noch heißer als zuvor.
Es schien völlig unmöglich, dass er beide ihre Handgelenke so fest in seiner Hand halten konnte, aber er schaffte es. Er nutzte das Gewicht seines Körpers, um sie gegen die Matratze zu pinnen, und schob ihr mit der freien Hand das Top über den Kopf. Er konnte es nicht komplett ausziehen, denn das würde bedeuten, ihre Hände loslassen zu müssen. Also ließ er ihr Top über ihrem Kopf, um ihre Ellenbogen. Er hatte mehr Probleme mit ihrem BH, denn der Verschluss war auf ihrem Rücken, also schob er ihn grob nach oben.
Und dann tat er gar nichts.
Er zog die Lippen von ihrem Mund zurück, geschwollen und rot, und er sah sie auf eine solche Weise an, dass sie sofort über die Berge fliehen wollte, um einem Kloster beizutreten. Sein Blick war so still und schwer, dass sie sich alleine durch diese Intensität unter ihm winden musste. Ihre Brüste jedoch schienen die Aufmerksamkeit zu genießen, denn ihre Brustwarzen waren hart geworden.
Sie schien ihm schließlich leid zu tun. „Wenn du meine Gedanken die Woche über gelesen hast, dann weißt du, dass ich das seit einer Weile tun will."
Sie beobachtete ihn wie ihn Trance, als er mit der Zunge ihre Brustwarze umrundete, bevor er sie in seinen Mund sog. Er nahm sich Zeit dafür, rieb sein Gesicht an ihrer Haut, atmete sie ein, um danach der anderen Brust, dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken.
Hermines Zehen krümmten sich. Sie warf den Kopf von einer Seite auf die anderen, bettelte darum, dass er ihre Hände freiließ. Sie wollte sie um ihn legen, aber sie war noch nicht soweit, dass sie das vor ihm zugeben würde.
„Du sitzt beim Frühstück, duftend und frisch geduscht…", murmelte er und hob den Kopf, um ihre Schläfe zu küssen. „Die Dinge, die ich mir vorstelle, mit dir zu machen…"Seine Stimme war so tief. So tief, dass ihre Wirbelsäule zu vibrieren schien.
„Ich stelle mir vor, rüberzugehen, dich auf meinen Schoß zu setzen, deine Bluse aufzuknöpfen und mit denen hier zu spielen, während du mir mein Frühstück schneidest und mich fütterst. Was hältst du davon?", fragte er sie, während er den Kopf senkte, um in die Haut unterhalb ihrer Brustwarze zu beißen.
„Das denke ich seit letztem Jahr, und hast du gewusst, dass ich so hart werde, dass ich manchmal zu spät zu Verwandlung komme, weil ich am Tisch sitze wie ein verdammter Idiot und vorgebe, Kürbissaft zu trinken, um mich wieder einzukriegen?"
Sie stöhnte und drehte den Kopf zur Seite, so dass er sie nicht sehen konnte.
„Granger", knurrte er und fing ihr Lippen ein, so dass sie ihn für einen kurzen Kuss lang ansehen musste. Ihre Augen waren voller Tränen als sie diese wieder öffnete. „Weißt du, woher ich weiß, wann du bereit für mich bist?" Sein Ton war sanft und trotzdem spöttisch. Und rhetorisch. Es war eine tödliche Kombination.
Sie schüttelte den Kopf und erntete sein glühendes Lächeln.
„Ich weiß es, denn du wirst heiß und feucht und machst diese vielen kleinen Geräusche. Ich kann mich nicht an alles von unserem ersten Mal erinnern, aber ich erinnere mich noch genau, wie du dich anfühlst."
Sein Hand glitt ihren Körper hinab.
„Nicht", flüsterte sie. „Draco, nicht so."
Er antwortet, indem er seinen Finger in das Tattoo auf ihrem Oberschenkel bohrte, bis sie schrie.
„Nicht Draco, du Miststück. Für dich bin ich Malfoy. Immer Malfoy gewesen. Ich bin schließlich doch der Sohn meines Vaters. Du musst wissen, was für eine Sorte Mann ich bin, Granger. Welches Blut durch diese Adern fließt." Er rieb seine Hand provozierend gegen ihren Haut und umfasste ihren Slip. „Ich werde es dir zeigen, und dann werden wir dieses kleine Problem gelöst haben, nicht wahr?"
„Du bist nicht dein Vater", flüsterte sie.
Seine Hand umgriff ihren Slip härter. Ihre Unterwäsche war kein Problem für ihn. Er schob das Material zur Seite. Seine Augen waren fast schwarz, so dunkel waren sie geworden. Eine Ader pochte über seiner Schläfe.
„Ich bin noch jung, gib mir Zeit."
Draco jedoch hatte keine Ahnung, was er tat. Er hatte gedacht, er hatte eine Ahnung, aber das war zehn Minuten, drei Küsse, und einen weißen BH lang her. Der Plan war gewesen, sie in so viel Furhct zu versetzen, dass sie ihn nie wieder ansehen würde, und dass sie nichts mehr für ihn fühlen würde.
Er hätte es besser wissen sollen. Seine besten Pläne verwandelten sich in einen Haufen Müll, wann immer Hermine Granger in der Nähe war.
Vielleicht wurde es Zeit, den familiären Erwartungen zu entsprechen.
Er berührte sie und stöhnte auf, als sein Zeigefinger ohne Anstrengungen in sie glitt. Sie war so bereit. Sein Daumen fand ihren sensiblen Punkt, der am wichtigsten war, und er drückte und umkreiste ihn. Sie begann die Geräusche zu machen, die er mochte.
Sie fühlte sich eng an. Enger als er es im Kopf gehabt hatte, was ihn ermahnte, langsam vorzugehen.
Eher unbeholfen öffnete er seinen Reißverschluss. Für einen Moment hob er seine Hüften an, um die Hose ein Stück seine Beine hinab zu schieben. Seine Shorts folgten, und er war frei.
Hermine fühlte ihn zwischen sie greifen, und hätte sie jetzt nach unten gesehen, hätte sie die gesamte Länge seines Penis' gesehen, die gegen sie preste. Er legte ihre Beine um seine Hüften.
„Schließ die Augen", seine Stimme war streng.
„Nein."
„Schließ deine verdammten Augen, oder ich drehe dich um. Du willst nicht, dass ich dich umdrehe, Hermine."
„Das werde ich nicht tun!", zischte sie. Sie hatte nicht gemerkt, dass sie weinte, bis sie ihre eigenen Tränen schmeckte.
Er sah sie zornig an. „Wieso nicht?"
„Weil ich dich hiernach wahrscheinlich nie mehr wiedersehen werde, oder?", schniefte sie. Sie wusste, er könnte ihr wirklich Gewalt antun. Sie wappnete sich innerlich und wusste, sie könnte ihm dafür nicht vergeben, sollte er es tun.
Aber dann sank Dracos Kopf auf ihre Brust, und er stöhnte. Ihre Hände waren frei. „Verdammt, zerbrich endlich."
„Nur, wenn du mich wieder zusammenflickst", flüsterte sie gegen seine Haare.
Er musste ihre seltsame Ruhe bemerkt haben, denn es machte ihn wahnsinnig. Er schüttelte sie heftig. „Ich tue das dir zuliebe, du dämliche Miststück!"
„Tu es mir zuliebe, aber tu es nicht so! Ich gebe mich dir hin, Draco, aber du willst mich nicht, wenn ich es tue? Warum nicht? Ich weiß, du fühlst etwas, also wieso vertraust du nicht darauf?"
Er sah sie an mit einem Ausdruck, der den Horror, den er fühlte zeigte, weil sie ihn verstanden hatte. Er wusste auch, wie er ihre Frage zu beantworten hatte.
Liebe nichts mehr, als es dich liebt, wie seine Mutter sagte.
Denn alles Gute ist irgendwann vorbei. Denn unerwiderte Liebe ist eine giftige, widerliche Sache. Und dann hätte er nichts. Eine große gähnende Leere. Mutterlos, ohne Freunde. So wie Malfoy Manor. Tod und leer, mit einem Vater der beides in ihm sah: Eine Bürde und eine Enttäuschung.
Es war weniger schmerzhaft, die Liebe nicht zu erkennen, als ihr zu erlauben, ihn Stück für Stück zu zerstören.
Sie liebt mich nicht…
Frag sie, du Idiot!
„Ich…", sagte er, aber es folgten keine weiteren Worte. Er hatte keine mehr. Mit dem Wunsch sie zu zerbrechen und vor ihrer Ehe zu retten, war etwas in ihm zerbrochen. Etwas Irreparables. Wie konnte er dasselbe von ihr verlangen? Granger, die gesund und heile war, mit der Fähigkeit zu lieben?
Hermine erlebte gerade selber ihre Erleuchtung. Es wurde ihr klar, dass es keine wirkliche Heilung für sie gab. Nicht für das, was sie hatten. Das war es, was Arne draco unter vier Augen hatte sagen wollen. Das war der Grund, weswegen sie hatten gehen können, ohne auch nur einen Knut bezahlen zu müssen.
Es gab keine Heilung.
Er bemerkte ihre Überraschung, die plötzliche Versteifung ihres Körpers, und er fühlte sich erschlagen, wie noch nie zuvor.
Unsicher küsste er ihre Stirn und wollte aufstehen.
Aber sie hielt fest ihre Beine um seine Hüften. Und dann raffte sie den letzten Rest an Mut zusammen, hob ihr Kinn an, und küsste seinen Mund, ehe er sich zurückziehen konnte.
Seine Reaktion kam sofort. Seine Finger gruben sich in ihre Haare. Er stöhnte und küsste sie, und seine Heftigkeit war beides, verzweifelt und sanft. Seine Seele lag offen in diesem, betäubenden Kuss, und Hermine war benommen von der Kraft.
Es gab nichts weiter zu tun, als ihn zu halten. Sie fühlte sich schwach und unbedeutend, im Vergleich dazu, was in ihm freigesetzt worden war. Die verschlossene, mit Stacheldraht umwobene Festung, die sein Herz umgeben hatte, schmolz bei was Hermine als das Gefühl einordnete, was es hieß, ihn zu haben. Ihn wirklich zu haben.
Sie hörte die Geräusche, die sie machten. Wie sie nach Luft schnappten, weinten, stöhnten, als wäre sie nur ein Betrachter.
Er zog sich zurück, um zu atmen, aber sie folgte ihm, denn sie wollte die Verbindung, die sie so fest zusammen hielt, nicht lösen.
Er sah aus, als hätte er Schmerzen, als er sich über ihr hielt, die Muskeln seines Rückens, seiner Arme und Schultern angespannt, um sie mit seinem gewicht nicht zu belasten.
Sie wusste, wenn sie nicht bald sprach, würden die Mauern der Festung wieder wachsen, die Türen zuschlagen, und die Dunkelheit, an der er litt, würde ihn wieder zu sich holen.
„Bleib bei mir", flüsterte sie, ohne zu fragen, ohne zu befehlen. Sie versuchte, ihn mit ihrem Blick zu überzeugen.
„Ich kann nicht", keuchte er. Und immer noch sah er an ihr hinab, als wäre sie etwas Verbotenes. Seine Stimme war rau.
„Doch", sagte sie fest und umfasste mit beiden Händen sein Gesicht. Sie verteilte kleine, feuchte Küsse auf seinen Lippen, seinen Mundwinkeln, wo er geblutet hatte, auf seinem Nasenrücken, seinen Wangenknochen. „Doch." Sie wickelte sich praktisch um ihn, zwang ihn, zu bleiben.
Ein dunkler Glanz schien sich von seinen Augen zu lösen. Alles, was sie an ihm in den letzten zwei Wochen entdeckt hatte, lag brach, offen und verwundbar vor ihr.
„Sag es", verlanget er, während seine Augen ihr Gesicht durchsuchten. Er fing ihre Hände ab, damit ihre Berührungen ihn nicht ablenken konnten. „Sag es."
Remus Lupin hatte sie nicht umsonst als klügste Hexe ihres Jahrgangs bezeichnet. Hermine erkannte die Antwort mit erschreckender Klarheit. Er hatte Angst, ihr alles zu geben, ohne zu wissen, ob sie nicht bereit war, dasselbe zu tun.
„Ich liebe dich, Draco. Und bei Gott, ich hatte versucht, es nicht zu sein." Er war fast lächerlich, wie leicht es ihr über die Lippen ging. Vor einigen Tagen noch, hätte sie jemand auf Schienen binden müssen, um dieses Geständnis aus ihr heraus zu bekommen.
Er zog sich ein Stück zurück, und sie glaubte für einen Moment, sie hätte nun dennoch alles verloren. Doch dann atmete er stockend aus und vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge und verharrte dort eine Minute. Er tat nichts weiter als atmen. Erleichtert, glücklich und ängstlich zugleich schloss sie ihn in ihre Arme und wünschte sich, entweder längere Arme zu haben oder dass er einfach schrumpfen sollte.
Und dann lag er neben ihr und hielt sie fest im Arm, so dass sie sich ansahen, genauso wie an dem Morgen als sie aufgewacht waren, nach der Abschlussfeier.
Dieses Mal war sie hellwach.
Er schob sein Bein über ihre Hüfte, griff zwischen sie, um seinen Penis zu platzieren. Seine andere Hand lag sanft auf ihrem Drachen Tattoo.
„Wenn wir das machen, gehörst du mir", erklärte er. „Du bist meins, verstanden? Wenn du irgendwo hingehst, jage ich dir nach und bringe dich zurück." Seine Stirn runzelte sich ernst. Er gab ihr eine letzte Möglichkeit, zu fliehen.
Und sie verdrehte ihre Augen. Er war so eine Drama-Queen. Wahrscheinlich war eine direkte Antwort am besten, wenn es um ihren sturen Ehemann ging.
„Malfoy, mein Gott, fick mich endlich. Bitte."
„Du wirst mein Ende sein", erwiderte er, flüsterte die Worte fast. Sie wollte ihm sagen, nicht solche Dinge zu sagen, aber als ihr Mund sich öffnete, konnte sie gar nichts mehr tun, außer scharf nach Luft zu schnappen, denn er hatte sich komplett, in seiner ganzen Länge, in sie gestoßen. Er rollte sich auf seinen Rücken und zog sie mit sich.
Sie saß rittlings auf ihm. Und seine gesamte, heiße Länge war in ihr. Er sagte etwas. Es war nicht englisch. Es war französisch, glaubte sie. Es klang wie ein Schimpfwort, und es war das sexieste Wort, was sie jemals gehört hatte.
Hermine lehnte sich nach vorne und stützte ihre Hände auf seiner Brust ab. Seine Augen waren geschlossen, und sie wünschte, er würde sie wieder öffnen. Seine Hände lagen fest auf ihren Hüften, und er brachte ihr Herz dazu, einige Schläge auszusetzen, jedes Mal wenn er sich unter ihr bewegte.
Und das war es. Es passte perfekt. Betrunken oder nüchtern. Sie konnte nicht leugnen, wie gut sie zusammen passten.
Dracos Gehirn war kurz davor, zu explodieren. Er musste die Augen schließen, alleine wegen ihrem Anblick. Es war zu viel. Ihre Augen wiederholten bloß die Worte, die sie vorher gesprochen hatte, und wenn das alleine nicht schon reichte, um ihn kommen zu lassen, dann war es das Gefühl ihrer heißen Enge um seinen Schwanz.
Zu spät. Er würde kommen. Merlin, sie hatte ihn in einen hirnlosen, dauergeilen, besessen, präpubertären Ejakulator verwandelt.
„Es tut mir leid", keuchte er. Er stieß ein letztes Mal hart nach oben, und das war alles, was er noch tun konnte.
Hermine lag auf seiner Brust. Er war so still, dass sie dachte, sie hätte ihn umgebracht. Sie setzte sich auf, wischte sich die Haare mit ihrem Unterarm aus den Augen und sah auf ihn hinab.
„Bitte, vergiss nicht, zu atmen."
Er öffnete seine Augen zur Hälfte. Sie waren ein kühles, weiches Grau und zeigten ihr nur noch seine Müdigkeit. Hermine atmete erleichtert auf.
„Werde ich nicht."
