Chapter Thirty-Four

Arne saß am Küchentisch und aß kalten Kürbiskuchen, während er den Tagespropheten las. Er begann gerne von hinten, las die Quidditch-Neuigkeiten, arbeitete sich weiter zum Wirtschafts- und Finanzmarkt vor und endete mit den Neuigkeiten über die verschiedensten Leute. Die Zeitung von vorne zu beginnen war deprimierend. Es fehlte an den guten Nachrichten. Aber er nahm an, gute Nachrichten waren nicht immer das, was die Leute wirklich lesen wollten.

Schließlich runzelte sich seine Stirn, als er vorne angekommen war. Der Bericht betraf die Nachforschung eines mysteriösen Todesfalls einer ´Narzissa Black Malfoy´. Ehefrau des zuvor bestraften ehemaligen Todessers Lucius Malfoy. Die Namen die sie trug waren so alt, wie sie berüchtigt waren. Es gab einiges an Hintergrundwissen über die Blacks und die Malfoys in diesem Bericht.

Laut dieses Berichts hatte die Frau Selbstmord begangen und der Tod war von der Presse bis zu diesem Zeitpunkt geheim gehalten worden. Es war anscheinend kein Selbstmord gewesen, weshalb jetzt die ausführlichen Untersuchungen des Ministeriums begonnen hatten.

Der Artikel erwähnte außerdem, dass Narzissa von ihrem einzigen Sohn überlebt wurde, Draco.

Draco.

Das war der Name des jungen Mann gewesen. Arnes Augen weiteten sich ein Stück, als ihm klar wurde, wer vorher in seinem Salon gesessen hatte.

Das Schicksal schien sich diesen jungen Mann seiner angenommen zuhaben, und hatte ein interessantes Jahr für ihn parat.

Es klingelte draußen an der Tür. Arne erwartete keinen Besuch oder irgendwelche Klienten, also nahm er an, es wäre Nana, zurück von ihrer Tour zu dem älteren Nachbarn, mit dem sie befreundet waren, um ihm Kuchen zu bringen. Arne war sich sicher, der alte Mann mochte seine Urgroßmutter, aber Nana behauptete, es wäre alles nur platonisch. In ihrem Alter ohnehin.

Er stellte sein Geschirr in die Spüle, klopfte sich über die Innentasche seines Jacketts, um zu prüfen, ob sein Zauberstab noch immer da war und schritt zur Tür.

Es war nicht seine Urgroßmutter auf der Türschwelle. Es war der junge Mann, Draco. Er trug die schwarze Kappe, die Arne ihn auch vor dem Cobblestone Inn hatte tragen sehen.

„Sie sind wieder hier", bemerkte Arne etwas verwirrt über den Zufall.

Der junge Mann nickte, die silbernen Augen hell. „Ich brauch Informationen. Es ist dringend."

Arne sah ihn für einen Moment lang an. „Für gewöhnlich empfange ich niemanden mehr zu dieser späten Stunde, aber ich denke, ich kann eine Ausnahme machen. Ich muss jedoch darauf bestehen, Ihnen dieses Mal eine Rechnung zu stellen."

Das würde Nana gefallen. Geschäftstüchtig wie immer.

„Oh, ich bezahle immer", war Dracos Antwort. Es erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht.

Arne zögerte einen Moment lang, aber er wusste nicht recht, wieso. Vielleicht interessierte er sich etwas zu sehr für das Leben des jungen Paares. Er hatte es überlicherweise immer geschafft, eine distanzierte Beziehung gegenüber Klienten zu pflegen, wie Nana es ihm auferlegt hatte. Er schüttelte das seltsame Gefühl ab und ließ Draco eintreten.

Es war nicht, bevor sich die Tür geschlossen hatte, dass Arne seinen gravierenden Fehler bemerkte.

Denn, wer auch immer gerade sein Haus betreten hatte, stand nicht unter dem Fida Mia Zauber. Es war sein Talent, herauszufinden, wer und wer nicht von dem Spruch betroffen war, seine Gabe sozusagen. Wo das junge Paar zuvor in einer komplexen, dichten Sphäre von Magie gewürzt mit Liebe und Lust geschwommen war, war dieser Fremde hier völlig unbefleckt.

Nichts war vom Fida Mia zu sehen, weil er nicht Draco war.

Aber diese Feststellung kam zu spät. Der junge hatte bereits seinen Spruch gesprochen. Arne fiel zu Boden, völlig gelähmt. Er sah zu, wie der junge Mann ohne Eile zurück zur Tür schritt, sie öffnete und zwei weitere Männer eintreten ließ. Einer der Männer war klein, glatzköpfig und launisch. Er warf Arne einen kurzen besorgten Blick zu. Sein Begleiter war das komplette Gegenteil, groß und streng. Beide waren ganz in schwarz gekleidet.

Arnes Angreifer saß nun auf dem Boden, die Beine im Schneidersitz übereinander geschlagen. „Wie ich bereits sagte, ich brauche Informationen.

Der Informationen, die er wollte, betraf die Frage, ob das junge Paar zuvor bei ihm gewesen war. Sie fragten besonders nach dem Jungen, Draco. Es waren keine besonders aussagekräftigen Informationen, und vom Gesichtsausdruck des Fremden zu urteilen, kannte er seine Antworten bereits.

„Danke", sagte der Junge, falls es denn überhaupt ein Junge war. Jedoch schien er der Anführer hier zu sein. Die anderen beiden folgten ihm, sobald er vorangeschritten war.

Für einen Moment dachte Arne, sie würden verschwinden. Er hielt den Atem an.

„Travers, hold dir ein Souvenir von Mr Hendricks, dass wir den frisch verheirateten zeigen können."

Der große Mann kam zurück und sah nicht besonders begeistert aus, aber er sah auch nicht aus, wie ein Mann, denn man durch Betteln überzeugen konnte.

„Was willst du haben?", fragte er den Jungen, und seine Stimme war wie der Rest des Mannes, düster.

Der Junge schien zu überlegen. Er sah sich im kleinen Flur um und schien nichts Interessantes entdecken zu können. Und dann bemerkte er Arnes ungewöhnliche Augen. Er lächelte wieder, diesmal amüsiert.

„Etwas, an das sie sich erinnern."

Was auch immer sie mit ihm machen wollten, Arne hoffte, sie würden es schnell erledigen, bevor Nana nach Hause kam. Die alte Frau war in Sicherheit solange sie nicht hier war.

Menschen sagen oft, das Leben ziehe an einem vorbei, wenn man stirbt. Das war Unsinn. Es sei denn, die Person hatte da Glück in Ruhe und Frieden, mit all ihren normalen, mentalen Fähigkeiten zu sterben, denn ansonsten gab es nicht die Zeit, sein Leben zu reflektieren.

Bedachte man, dass Zauberer ohnehin ein gutes Jahrhundert leben könnten, bedeutete dies auch eine lange Zusammenfassung, die man vorm Tod noch einmal erlebte, wenn man nicht schon längst senil geworden war.

Arne hatte armselige vierundzwanzig Jahre gelebt, also gab es verdammt noch mal nicht viel, was man noch einem wieder erleben konnte.

Als Travers ihn erreicht hatte, fühlte Arne neben der instinktiven Angst auch Bedauern.

Es war wirklich eine Schande für jeden Hendricks, wenn er nicht den wahren Fida Mia hatte erfahren dürfen.

Als Nana Hendricks am Abend zurück kam, fand sie die Tür offen vor. Ihr Urenkel lag tot im Flur, mit einem Beutel voller Gold neben sich, während das Dunkle Mal über dem Haus schwarz erleuchtet war.

[Draco]

Das Bett war verflucht noch mal zu klein.

Er wachte über ihr auf, murmelte, dass das Bett verdammt noch mal zu klein sei, und wollte wieder einschlafen, aber ihm wurde klar, dass er sie wohl zerquetschen musste.

Und er lag auf ihren Haaren.

Er versuchte, sich schnell und unbemerkt zu bewegen, wie ein Sucher eben, aber ihm fiel auf, dass er für ein solches Manöver viel zu müde war und er die Bewegungen nicht mit genügend Grazie zustande gebracht hätte, würde sein Leben davon abhängen, was es manchmal tat.

Merlin, aber das Mädchen schlief wie eine Tote. Ihre dunklen Wimpern bewegte sich nicht, ruhten auf ihren Wangen und ihr Atem ging tief und gleichmäßig. Sie hatte einen natürlichen Schmollmund und einen rosa Teint, wenn sie schlief. Draco spürte eine seltsame Art der Ruhe, wenn er sie ansah. Die Ruhe begann in seinem Bauch, breitete sich aus über seine Brust und dann, durch sein Blut, in den Rest seines Körpers.

Das Gefühl wärmte ihn. Ihm ging auf, er fühlte sich sicher, was lächerlich war. Denn er war nicht sicher. Er war nicht sicher gewesen, von dem Moment als er geboren wurde. Und Draco wurde klar, dass er diese Eigenschaft mit Potter teilen konnte.

Ein Mädchen. Ein zerbrechliches Muggelmädchen. Brillant, sicher, aber wer dem Ärger nicht aus dem Weg gehen konnte, nicht fertig brachte einen Besen zu fliegen, wer nicht einmal groß genug war, seine Schultern zu erreichen, würde es nicht ändern können. Sie konnte ihn nicht schützen vor den gierigen, kalten Fingern des Ministeriums oder der berechnenden Interesse Voldemorts und seinen Anhängern.

Sie war jetzt eine Bürde und ein Ziel. Dieser Gedanke war so eiskalt, dass er die vorangegangene Wärme komplett verscheuchte.

Er diente nur sich selbst, schon von Natur aus. Draco schämte sich nicht dafür, und wer auch der erste, der dies sofort zugeben würde. Es war dementsprechend schwer zu begreifen, dass er sich jetzt noch um eine weitere Person zu kümmern hatte. Die Interessen zu bedenken, die nicht seine eigenen waren.

Eins war vielleicht eine einsame Zahl, aber sie war leichter in alle Gleichungen unterzubringen.

Ihre Interessen waren nun dieselben. Dieses dumme Mädchen hatte ihm das klar gemacht, als sie ihm versichert hatte, dass sie ihn liebte. Er könnte gehen. Das wäre die selbstlose, noble und weise Geste. Es wäre das Beste für alle.

Es war so… Potter, oder nicht?

Ihr Pech, dass er eben nicht so eine Person war.

Alles was er tun konnte, war seine Umwelt so Granger-freundlich wie möglich zu machen. Das bedeutete, er würde das Ministerium von seinem Rücken fernhalten und unter Voldemorts Radar sichtbar bleiben. Vielleicht, wenn sie sich nur genug Mühe gaben, würde die Welt sie alleine lassen. Vielleicht lange genug, bis er begriffen hatte, was mit ihm passierte.

Das war aber nur Wunschdenken, er wusste das. Es würde nicht leicht werden.

Müde schloss Draco die Augen und wünschte sich, so tief zu schlafen, wie sie es gerade tat. „Ich verbanne euch, ihr bösen Gedanken", flüsterte er. Er hoffte, sie war glücklich. Er sprach schon mit sich selbst. Wegen Granger war er verrückt geworden.

Seine Stimme störte sie. Sie wand sich unter ihm und begann weiche Bewegungen mit ihren Lippen an seiner Schulter zu machen. Sie fand sogar sein Ohr.

„Verflucht", entfuhr es ihm, die Stimme schwach und klein.

Andere Teile von ihm waren nicht so schwach und klein.

Er ließ sich neben sie fallen, ohne jede Eleganz, aber er machte es wett mit seiner bestimmten Absicht. Nach einigen Manövern war er nämlich da angekommen, wo er sein wollte. In ihr. Sie atmete nicht mehr so tief.

Er wusste, ihr Tattoo musste kribbeln. Sie leicht wie Feenflügel. Es hatte schon vor einer Weile begonnen und gewann nun an Intensität, aber sie wäre bestimmt nur alarmiert, davon zu hören. Sie regte sich gerne auf.

Also sagte er, dass sie ihre Augen geschlossen halten sollte. Es war sowieso besser sie zu beobachten, ohne dass sie den Blick dabei erwiderte.

Die einzige, gedimmte Laterne im Zimmer versprühte nur noch einen schwachen goldenen Glanz, der ihrer Haut sehr zu gute kam. Es war stickig und heiß, denn es gab nur ein Fenster, was man nicht öffnen konnte. Eine feine feuchte Schicht bedeckte beide ihre Körper. Es ließ ihre Haut aussehen, wie von Tau bedeckt. Er presste die Lippen gegen ihre Schulter, um den salzigen Geschmack zu schmecken.

Das Laken rutschte hinab. Ihre Brüste machten süchtig, entschied er sich. Draco wusste, es gab gute Gründe, beim Frühstück solche Gedanken über Granger zu haben. Er hielt sie fest, während er wieder in stieß.

Und es war ein wahrer Genuss.

[Hermine]

Hermine hob die Hand und tastete durch das Zimmer. Es war stockdunkel. Die Laterne war aus. Irgendwo draußen auf dem Flur lachte eine Frau. Sie wollte aufstehen, nachgucken, wie viel Uhr es war, aber Draco schlang ein Bein über sie und erklärte, sie müssten weiterschlafen. Seine Stimme klang unheimlich rau.

Sein Vorschlag wurde aber von ihm selber untergraben, denn plötzlich strich er mit den Händen über ihren Po. Es war unglaublich heiß im Zimmer. Er hatte sie bloß mit dem Laken zugedeckt, aber selbst das war fast zu heiß, um es zu ertragen.

„Was ist das für ein Geruch?", fragte sie und ihre Nase kräuselte sich. Sie passte sehr perfekt in seine Arme, aber das war ja nichts Neues.

„Das Laken", erwiderte er gegen ihren Nacken. „Du hast es doch entzündet, schon vergessen?"

„Oh", sagte sie. Sie brauchten es ohnehin nicht. Es war viel zu warm. Sie bewegte ihren Rücken, bis es sich bequemer anfühlte. „Ich denke, du musst den Schaden bezahlen", gähnte sie.

Draco gab ihr einen leichten Klaps. „Ich habe dem Besitzer genug für einhundert neue Laken gegeben."

Ja, ja. Er war reich. Sie hatte die Info schon im ersten Jahr bekommen. Hermine drehte sich um, um ihn anzugrinsen. Seine Augen waren geschlossen, aber sie war nicht müde.

„Draco."

Er hatte keine Manieren. „Was?"

„Hast du einen zweiten Vornamen?"

Er öffnete die Augen nicht, aber sie sah ihn ungläubig die Stirn runzeln. „Das fragst du jetzt?"

„Meiner ist Jean", informierte sie ihn. Eine seltsame Art von Fröhlichkeit summte in ihr, und sie würde ganz bestimmt nicht den Mund halten und schlafen.

„Passt nicht zu dir", war seine knappe Antwort.

„Ich habe mir die Schulakten angesehen. Es sieht so aus, als hättest du das halbe Alphabet als Initialen für deine weiteren Vornamen."

Für einen Moment sah es so aus, als wäre er wieder eingeschlafen, aber dann antwortete er.

„Warum hast du in meine Akte gesehen?"

Sie zuckte die Achseln. „Ich mag Akten."

Er schnaubte auf. „Ja, das glaube ich."

Stille.

„Also, sagst du es mir, oder nicht?"

Langsam öffnete er ein Auge zur Hälfte. „Lässt du mich schlafen, wenn ich es dir sage?"

Sie sagte, ja. Er nannte seinen vollen Namen sehr schnell. Nur um zu zeigen, wie müde er war.

Hermine dachte über alle fünf Namen nach, die sich zwischen Draco und Malfoy befanden. „Wie wäre es mit Merrybones? Du solltest ihn hinzu-"

Und schon hatte er ihr seine Zunge in den Mund geschoben, um sie zum schweigen zu bringen. Es half.

[Draco]

„Granger?"

„Hm?"

„Ich fühle mich verpflichtet, dir zu sagen, dass du perfektesten Hintern der Welt besitzt."

Stille.

Und dann: „Was meinst du damit, du fühlst dich verpflichtet?"

„Ich emfpinde mich als Experte, was so etwas angeht."

„Wieso? Wie viele Hintern hast du-"

„Shh", unterbrach er sie. „Schlaf wieder."

„Wann hast du Geburtstag?"

Sie legte ihr Kinn auf seine Brust und antwortete ihm. „Am 19. September, was mich neun Monate älter macht als du." Wusste Merlin, weshalb sie dabei überheblich klang.

Hermine nahm an, er wusste gar nicht wie sanft sein Lächeln war. „Nicht, wo es zählt."

„Und wo zählt es?", wollte sie wissen.

Seine Antwort, war sie eindeutig anzusehen.

„Ich nehme an, du meinst, es zählt im Sinne von der Erfahrung, die du hast, was Hintern angeht?", erkundigte sie sich trocken.

„Du brauchst gar nicht so mürrisch klingen."

Sie gähnte und senkte den Kopf. „Ich bin gar nicht mürrisch."

Er schüttelte sie wach. Es konnten unmöglich mehr als ein paar Minuten vergangen sein, aber sie war tatsächlich eingeschlafen. Seine Brust war ein nettes Kissen, und sein Herzschlag war lächerlich beruhigend.

Hermine beruhigte jedoch nicht der Ausdruck auf seinem Gesicht, als sie die Augen öffnete.

„Granger, wer war der erste?", fragte er plötzlich mit einem Drängen in der Stimme.

„Huh?", erwiderte sie. Ginny hatte ihr mal gesagt, dass es gute zehn Minuten brauchte, bis ihr Gehirn morgens ansprang.

Draco sah sogar besorgt aus. „Ich glaube nicht, dass Potter dich auf diese Weise mag. Also, er kommt nicht in Frage. Ich nehme an, Weasley. Ihr hattet diese Sache, letztes Jahr." Er betonte das Wort Sache, wie eine Geschlechtskrankheit.

Und plötzlich sah er angewidert aus. „Oder war es Krum? Sag mir, dass es nicht Krum war."

Ihr wurde die Richtung dieses Gesprächs sehr unangenehm. „Es wäre mir lieber, wir würden dieses Gespräch wann anders fortführen. Ich bin ziemlich müde." Sie musste tatsächlich gähnen.

Sein Blick gewann an Härte. Die Härte war verschwunden gewesen, seit sie im Bett gelegen hatten. Er setzte sich auf, schob sie fast grob von seiner Brust und besaß die Dreistigkeit ihr entgegen zu funkeln.

„Ich habe dir eine Frage gestellt."

Sie setzte sich ebenfalls auf. „Ja. Das habe ich gehört."

„Du wirst mir antworten."

„Fein, da du mich so nett gefragt hast. Mein erster warst du."

Er sah sie an, als hätte sie ihm gerade eröffnet, er wäre ein lang verschollen geglaubter Weasley-Bruder.

„Nein."

Langsam wurde Hermine wütend. Was zur Hölle meinte er mit Nein? Sie versuchte das Laken mit sich zu nehmen, aber er lag mit seinem ganzen Gewicht darauf, und schien den Wink mit dem Zaunpfahl nicht zu verstehen, als sie heftig daran zog.

Schön. Egal. Sie suchte nach ihrem Top und ihrem Slip neben dem Bett und zog sie hastig über.

Er tat immer noch so, als wäre er perplex. „Du willst mir sagen, die Nacht der Party… das war dein erstes Mal?"

„Ja. Und mein sechstes oder siebtes Mal, wenn du Erbsen zählen möchtest", erwiderte sie säuerlich. Es fühlte sich an, als wollte er, dass sie sich für ihre Unerfahrenheit schämte.

Wo waren ihr Rock und ihr BH? Sie wollte unter dem Bett nachsehen, hatte aber die Sorge, er würde sie abfangen, würde sie das versuchen.

„Zu deine Sachen aus, und komm wieder her", befahl er vorhersehend.

Er hatte ein Thema, was sie nicht hatte behandeln wollen mit Füßen getreten. Sie würde nicht zu ihm kommen. „Verpiss dich, Malfoy."

Zur Antwort hob sich seine Augenbraue, er seufzte theatralisch und erhob sich ebenfalls.

Ihr Herzschlag wurde schneller.

Großer Gott, er konnte wirklich bösartig aussehen, wenn er wollte. Sie machte ein erschrecktes Geräusch, aber mehr aus Ungeduld als aus Furcht. Natürlich hatte sie auch etwas Angst, aber es fühlte sich nicht wirklich schlecht an. Sie konnte seine Erregung spüren, dunkel unter ihrer Haut.

Er zwang sie still zu halten, während er sie wieder auszog, bis sie nackt war und sie wieder Richtung Bett beförderte. Die Aussicht auf seine Erektion, die gen Decke zeigte, ließ ihren Mund trocken werden. Aber sie war immer noch sauer auf ihn.

„Warum bist du so? Ich dachte, der Mann wäre irgendwie glücklich darüber, dass die Frau nicht der Besen des Dorfes ist?"

Seine Lippen teilten sich zu einem Lächeln, nach ihrem letzten Satz. „Du gibst Blowjobs als hättest du es schon hundertmal zuvor getan. Ich habe lediglich eine Vermutung aufgestellt, eine falsche, wie es scheint. Offen gesagt, war es eine Beruhigung, dass er nicht besessen von ihren ehemaligen Liebhabern sein musste. Aber jetzt wollte er wissen, ob sie an Weasley geübt hatte. Oder an irgendwem sonst. Aber er mochte seinen Kopf, und wollte ihn nicht verlieren, nur weil er jetzt die falschen Fragen stellte.

„Ich gebe dir nur Blowjobs, als hätte ich es hundertmal getan", korrigierte sie ihn mit einem feinen Lächeln. Ihr Gesicht fühlte sich heiß genug an, um Eier darauf zu braten. Sie standen wieder vor dem Bett, lagen aber noch nicht.

„Ich möchte dich was fragen", sagte er ruhig, als wollte er nach der Uhrzeit fragen. Er drehte sie um, teilte ihre Beine mit seinem Fuß, und beugte sie nach vorne. Sie biss sich auf die Lippe, als er sich langsam in sie schob.

„War ich sanft?", wollte er wissen, als er sich schließlich bis zum Anschlag in ihr vergraben hatte, und kein bisschen Luft mehr zwischen sie passte.

Es kostete sie einen Moment Zeit, ehe sie antworten konnte. „Nein, warst du nicht. Aber hätte ich sanft gewollte, dann wäre ich in dieser Nacht nicht zu dir gekommen."

„Ah", erwiderte er, durch zusammen gepresste Zähne. „Gute Antwort."

Er wanderte durch das Zimmer, splitterfasernackt, während er seine Kappe und sein übriges Gold in die Tasche warf, nachdem er die Laterne wieder entzündet hatte. Er nahm das verbrannte Laken zwischen zwei Finger und warf es in eine Ecke.

Aber der Punkt war, dass er das alles komplett nackt tat. Dieser Mann hatte offensichtlich keine Ahnung von Scham.

Hermine sagte ihm das auch.

Er lächelte ihr entgegen. Und sie würde sich niemals an sein Repertoire an Lächeln gewöhnen können. Dieses ließ ihr Herz einen Schlag aussetzen.

„Etwas spät, um rot zu werden, oder?"

Sei zog sich die Decke über den Kopf. „Ich werde immer rot werden."

„Und es wird mir immer gefallen, dass du immer rot wirst", erwiderte er, während er seine Hose wieder anzog. „Zieh dich an. Wir haben gerade genug Zeit, nach Hogwarts zurückzukehren, bevor wir tatsächlich zu spät sind."

Sie schnappte aus ihrem verträumten Blick. Sie fasste ihre Haare über der Schulter zusammen. „Wirklich? Wie spät ist es?"

„Vier Uhr morgens", erwiderte er, während er seinen Zauberstab in seine Tasche steckte, und Hermine ihn gerne gemaßregelt hätte, es besser nicht zu tun. Jede Woche verlor ein Zauberer so seinen Hintern, wegen Fahrlässigkeit.

„Das bedeutet, wir müssen das Schloss wach machen, um wieder rein zu kommen", klagte sie. Und das bedeutete, sie mussten getrennt zurückgehen. Es bedrückte sie.

Er verschwand im Bad. „Nicht unbedingt", sagte er, als er wieder raus kam. Er hatte seine Haare nass gemacht und sie glatt zurückgekämmt. Wehmütig dachte sie, dass er jetzt doppelt so gut aussah. „Ich bekomme uns schon rein."

Er griff in ihre Tasche, um das kleine Handtuch zu suchen. Es war feucht.

„Vielleicht willst du dich frisch machen?", sagte er, und sie sah, dass er sich unwohl fühlte.

Das war neues Terrain. Besonders für Draco. Sie konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass sie sich kopfüber in einen Whirlpool des Schicksals geworfen hatte, während er lediglich seinen Zeh ins Wasser hielt.

Ein warmes Handtuch war schön, aber sie brauchte ein Bad, was sie mental und physisch beruhigte.

„Du kannst baden, wenn wir wieder im Schloss sind", fügte er nachdenklich hinzu, während er seine Schuhe anzog.

„Hör auf, meine Gedanken zu lesen", murmelte Hermine. Sie wickelte sich in das Handtuch, und verzog schmerzhaft den Mund, denn sie war wund. Er fing sie an der Spitze des Handtuchs ab, bevor sie ins kleine Bad verschwinden konnte.

Alle Sorglosigkeit war aus seinem Gesicht verschwunden. „Du weißt, wir haben noch immer ein Problem. Nichts ändert das."

Seltsam, sie hatte angenommen, was sie jetzt getan hatte, hatte bereits alles geändert.

Aber er war Malfoy, und er würde Zeit brauchen, um zu dem Schluss zu kommen, den sie schon längst erreicht hatte.

„Ja, ich weiß", war alles, was sie sagte. Sie musste sehr einsam klingen, denn er hatte die Arme um ihre Taille geschlungen, hob sie hoch und küsste ihre Lippen. Der Ausdruck auf seinem Gesicht verriet ihr, dass er das ohne Nachdenken getan hatte, und etwas abweisender setzte er sie wieder auf dem Boden ab.

Menschen verlieben sich nicht in zwei Wochen, erinnerte sie ihr Verstand, als sie allein im kleinen Badezimmer war.

Dieses Mal fühlte sie nicht beschämt als sie in den Spiegel blickte.

„Doch, ich", sagte sie zu sich selbst und begann, ihr Gesicht zu waschen. Mit sich selbst zu sprechen, war wohl eine neue Entwicklung in ihrer ´Verliebt in Malfoy und offensichtlich verrückt´ Saga, die ihr Leben geworden war.

Es wäre wirklich schön gewesen, hätte er es auch gesagt, aber sie nahm an, er brauchte noch etwas mehr Zeit.