~ Chapter Forty-Eight ~

Draco bemerkte drei Dinge, als er die Augen öffnete. Das erste war, dass er einen blau-weiß gestreiften Pyjama trug, was wahrscheinlich bedeutete, dass er im Sankt Mungo lag. Das zweite war, dass er keine Schmerzen verspürte, was nach zwei Wochen voller Verletzungen, Unfällen und Nahtoderlebnissen einfach unglaublich war.

Als drittes und letztes saß Albus Dumbledore in magentafarbenen Roben, mit Gold bestickt, am Ende der Matratze, während er an einer obszön langen roten Lakritzstange kaute. Es schien Nachmittag zu sein, dem Sonnenlicht nach zu urteilen, das durch das Fenster am Ende des Raumes fiel, der nach Zitrone und Antiseptikum roch.

„Professor", begrüßte Draco ihn. Seine Stimme klang besser als sie sollte, wenn er bedachte, dass sich seine Kehle anfühlte, als hätte ihn jemand gezwungen, Bubotubler Eiter zu trinken.

Dumbledore zog die Lakritzstange aus dem Mund und lächelte so breit, dass seine hellgrauen Augen in den Falten nahezu verschwanden. „Willkommen zurück. Ich hoffte, es stört dich nicht, dass ich mir einige deiner Geschenke genehmigt habe." Der Schulleiter neigte den Kopf zu seiner Rechten.

Draco wandte den Kopf und spähte durch seinen langen Pony. Der kleine Nachttisch war überhäuft mit hellen farbigen Schachteln, voll mit Süßigkeiten und Schokolade und anderen Leckereien. Er blinzelte bei diesem ungewohnten Anblick. Die einzigen Süßigkeiten, die er jemals bekommen hatte, waren von seiner Mutter gewesen. Und es war üblicherweise diese dunkle Schokolade gewesen, von der man nur kleine Mengen essen durfte, weil sie so teuer war. Nicht das Zeug, was man sich eimerweise in den Mund schieben konnte. Pansy hatte ihm für gewöhnlich Gerüchte gebracht. Millicent war eher Kaschmir-Schal-Typ, während Goyle das Ritual des Geschenke schenkens wohl als offene Infragestellung seiner Männlicheit bewertet hätte.

„Ich bin im Sankt Mungo?"

„Ja", sagte Dumbledore.

Draco brachte mehr Spucke in seinen Mund, um weiter sprechen zu können und lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes. Er blickte an seinem weiß-blauen Oberkörper hinab. „Das würde den Pyjama erklären."

Dumbledore lächelte erneut. „Hat sich nichts geändert, seitdem ich das letzte Mal hier war."

„Es geht ihr gut, oder?", fragte Draco. In seiner Stimme war keine Furcht. Die Frage war rhetorisch. Der Schulleiter von Hogwarts würde nicht an seiner Bettkante sitzen und Lakritz essen, wenn Hermine nicht mehr hier wäre.

„Miss Granger geht es gut, aber das wussten sie bereits."

Draco sagte nichts. Er erlaubte es sich, zu entspannen, als er weiter den Raum betrachtete und bemerkte, dass neben ihm ein alter Mann in seinem Bett schnarchte. Sankt Mungos würde ihm nie im Leben ein Privatzimmer geben, wurde ihm klar, trotz der immensen Spenden, die sein Vater für dieses Krankenhaus getätigt hatte, als die Zeiten noch besser gewesen waren. Nicht, dass diese Dinge noch wichtig waren, nahm Draco an. Es war schon eine große Sache, wenn sein eigenes Universum praktisch über Nacht auf den Kopf gestellt wurde. Prioritäten waren komplizierte Angelegenheiten, entschied er. Besonders, wenn sie sich alle änderten.

Aber, die wichtigsten Dinge zuerst. Er musste sich auf den neuesten Stand bringen.

„Also, was passiert mit Blaise?"

Dumbledores Lächeln löste sich auf. „Mr Zabini ist in Untersuchungshaft des Ministeriums, genauso wie die anderen zehn, die vor zwei Nächten aufgegriffen worden sind.

Zwei Nächte!", entfuhr es Draco. „Ich habe solange geschlafen?"

„Eigentlich waren Sie gestern Abend wach, als die Schwestern und Pfleger ihre Schuler wieder eingerenkt haben, aber bedenkt man Ihren Schlafmangel der letzten Zeit, ist es wohl nicht wahrscheinlich, dass Sie sich daran erinnern?"

Der alte Mann hatte Recht. Draco erinnerte sich nicht. Seine Schulter fühlte sich jedoch gut an. Was auch immer sie gemacht hatten, die vergessene Erinnerung war es wert gewesen. Neben seiner generellen guten Laune war noch etwas in Dumbledores Haltung, das ihm sagte, dass nicht alles gut ausgegangen war.

„Und haben es alle anderen auch sicher zurück geschafft?", wollte Draco vorsichtig wissen.

„Miss Parkinson und ihre Eltern werden immer noch von der DMLA verhört. Mister Potter und Mister Weasley stehen unter Aufsicht der großartigen Molly Weasley. Nymphadora Tonks war hier über Nacht zur Beobachtung und ist diesen Morgen früh entlassen worden. Was Alastors Team betrifft – Kratzer, blaue Flecken, und ich glaube, ein Auror lässt seinen Kopf behandeln, aber ansonsten geht es allen gut."

Eine Person fehlte bei dieser Aufzählung. Selbst wenn diese Person nicht bei der Rettungsmission dabei gewesen war.

„Was ist mir Professor Snape?"

„Askaban", sagte Dumbledore ohne Zorn, aber mit grimmiger Resignation.

Silberne Augen blickten auf und trafen blaue. „Was! Warum?"

„Weil er Ihren Vater befreit hat, Draco. Das Ministerium ist zurzeit nicht in einer vergebenden oder… flexiblen Stimmung, bedenkt man die momentanen Umstände."

„Er hat es getan, um mich zu retten! Und Hermine! Und nicht zu erwähnen, Tonks. Keiner von uns hätte es lebendig da raus geschafft, wäre mein Vater nicht gewesen!"

Dracos Ausbruch veranlasste den Mann im anderen Bett, kurz aufzuwachen, um dann mit einem Grunzen weiterzuschlafen. Beide, Dumbledore und Draco, waren kurz abgelenkt, als sie dem Mann zusahen, wie er seine Decke höher zog und sich schnaufend umdrehte.

Dumbledore antwortete leiser. „Ich sehe, warum er es getan hat. Severus hat getan, was er für nötig gehalten hat. Und es ist gut ausgegangen, nur unglücklicherweise nicht für ihn. Professor Snapes durfte über Lucius Malfoys Schicksal nicht frei verfügen, so wie er es für richtig hielt. Und trotz meiner Einwände, lässt sich das Ministerium von seiner Entscheidung nicht abbringen."

„Ich dachte, das wäre es, was wir Malfoys für Sie seit neuestem sind. Werkzeuge und Waffen", erwiderte Draco bitter.

Dumbledore runzelte die Stirn über die neue Feindseligkeit. „Halten Sie sich wirklich für mein Werkzeug, Draco?"

Dracos Augen verengten sich. „Ein Spion ist ein Werkzeug, oder nicht?" Draco fühlte sich bockig. Und er hasste es, wenn er sich so fühlte. Er wusste, die Rolle des Spions war nicht Dumbledores Idee gewesen.

Aber wir üblich war Dumbledore schnell auf der richtigen Fährte und erkannte die Hintergründe schneller, als dass Draco überhaupt bemerkte, dass da Hintergründe vorhanden waren. „Aber es ist ein mächtiger Antrieb, nicht wahr?", fragte ihn der Schulleiter, als würde er versuchen, jemand anderen zu einer Epiphanie zu bewegen.

„Was?", flüsterte Draco. Er wollte jetzt alleine sein. Er wollte, dass Dumbledore ging, damit er den Versuch wagen konnte, dass Zimmer auf wackligen Beinen zu verlassen, um einen letzten Blick auf-

„Liebe", erklärte Dumbledore.

Draco überlegte, dass es gut war zu wissen, noch genug Blut im Körper zu haben, um rot zu werden. „Sie wissen von Fida Mia?"

„Oh ja. Harry war sehr entgegenkommend mit den Informationen, als es klar wurde, dass Miss Granger in großer Gefahr schwebte."

Liebe war ein Antrieb, schon klar. Für mentale Blockaden. Es war verantwortlich für all den Unsinn in der Welt. Goyle, der los rannte zu den Todessern. Pansy, die eine blöde Kuh war wegen – wegen praktisch allem. Er, der beinahe die eine Person tötete, die ihm befohlen hatte, nicht zu sterben. Blaise, der ein kompletter Psycho geworden war…

„Der Protschlüssel, den Blaise benutzte hatte. Wo bringt er einen hin?", fragte Draco.

„Zum Großen See", antwortete Dumbledore.

„Blaise hat uns zurück nach Hogwarts geschickt?", fragte Draco mit großen Augen.

„Mr Zabini hat nicht gewusst, wohin das Portal Sie beide bringen würde. Ich nehme an, es ist Voldemorts kleines Geheimnis, dass er sein Todesportal so nah an Hogwarts hat. Wie du weißt, funktionieren Portschlüssel nur auf gewisser Distanz, und es gibt nicht viele magische Gewässer, die groß genug wären, so einen großen magischen Gegenstand in ihrer Tiefe zu verbergen. Die Meerleute helfen gerade dieses Ding zu zerstören, während wir sprechen. Obwohl ich sagen sollte, dass du die meiste Arbeit dafür schon erledigt hast."

Draco erinnerte sich an den toten Zauberer im Käfig. „Da war ein Mann in dem Käfig. Er hatte den Zauberstab meines Vaters. Den, dem das Ministeriums probehalber den Aufspürzauber verpasst hat."

Dumbledore nickte. „Der Zauberstab ist der Grund, dass wir Sie beide rechtzeitig gefunden haben. Es war ein eindrucksvolles Mal, dass sie an den Himmel geworfen haben", bemerkte er trocken. „Es wurde ganz Hogsmeade evakuiert, in weniger als zwanzig Minuten. Arthur Weasley sagte mir, das wäre ein neuer Rekord gewesen."

„Das Dunkle Mal hat uns gerettet."

„Nein, Draco. Sie haben sich selber gerettet. Und Miss Granger, natürlich. Der Mann im Käfig war Moodys vermisster Auror, Donald Bligh. Laut Tonks hatte Bligh den gestohlenen Zauberstab Ihres Vaters von Mr Zabini konfisziert, kurz bevor er von ihm in seinen Tod geschickt worden war."

„Das war der Abend, als Tonks gefangen genommen worden war", schloss Dumbledore.

„Die junge Nymphadora hat ein Händchen dafür, an der falschen Stelle zur richtigen Zeit zu sein", sagte Dumbledore anerkennend.

Es gab nur noch eine Sache zu fragen, nahm Draco an. Es wäre seltsam und vielleicht eine Spur zu verdächtig, es nicht zu tun. „Gibt es Neuigkeiten zu Goyle?", fügte er hinzu und hoffte, es klang wie ein Gedanke, der ihm erst jetzt gekommen war.

„Sollten da welche sein?", erwiderte Dumbledore genauso bedächtig wie Draco es getan hatte.

Draco war sofort genervt. Verdammt, der Mann war gerissen.

Dumbledore erhob sich vom Bett und klopfte Draco auf die Schuler. „Ruhen Sie sich aus. Die Heiler sagten mir, der Trank, den sie Ihnen gegeben haben, verliert in zwei Stunden seine Wirkung. Bis dahin gilt Bettruhe. Sie werden später nicht minder viele Besucher haben."

Besucher?

„Sir?" Draco haste, dass seine Stimme plötzlich so jung klang.

Dumbledore hielt an der Tür inne. Das eingestickte Gold in seiner kostbaren Robe schien im untergehenden Sonnenlicht zu leuchten. „Ja, Draco?"

„Ich will sie nicht sehen."

Das Gesicht des alten Zauberers nahm eine traurige Note an, aber er schien nicht überrascht. „Wie Sie wollen."

Original Zitat der Autorin Rizzle:

A/N: And we're done! The epilogue is set several years later and is called 'The Fabric of the Soul' (in honour of the murdered Arne Hendricks and Fida Mia) and will be written in chapters. Probably around five or six, but you know how I lie. Was Bellatrix captured? What is Draco planning to do? What happens to Goyle? Will Nana Hendricks make another appearance? What happened to Lucius? Will Snape be released soon? What information does Blaise have to offer? Will I persist with these damnable cliff-hangers? Tune in for the epilogue to find out.

A/N: This is dedicated to everyone who had faith in twoo wuv.

And in Draco, of course :)

Author's Note: Und wir haben's geschafft! Der Epilog spielt einige Jahre später und heißt ‚Der Stoff der Seele' (zu Ehren des ermordeten Arne Hendricks und Fida Mia) und wird in Kapiteln verfasst. Wahrscheinlich fünf oder sechs, aber ihr wisst ja, wie ich lüge. Wurde Bellatrix gefangen? Was plant Draco zu tun? Was passiert mit Goyle? Wird Nana Hendricks noch mal auftauchen? Was ist mit Lucius? Wird Snape bald aus der Haft entlassen? Welche Informationen kann Blaise bieten? Werde ich weitermachen mit diesen verdammten Cliffhangern? Schaltet ein für den Epilog, um es rauszufinden.

Author's Note: Das ist all denjenigen gewidmet, die Vertrauen in die wahre Liebe haben. [twoo wuv = true love :]

Und natürlich in Draco :)