The Fabric of the Soul
The Dragon's Bride Epilogue: Part One
Fünf Jahre später
Es war Sonntag, was bedeutete, dass es extreme still im Ministerium war.
Dennoch schloss das Gebäude nicht, was bedeutete, dass immer jemand da sein musste, der Beschwerden entgegennahm, sowie Eulen, Anrufe über Floh und die Post entgegennahm. Sonntags war das Rosie Pinkertens Job. Sie war Empfangshexe am Tresen des Atriums im Ministerium für Zauberei.
Rosie legte die Feder aus der Hand, um den Mann anzusehen, der darum bat, Harry Potter zu sprechen.
Sie war erst seit zwei Wochen dabei. Um ehrlich zu sein, gab es nicht viel an den Wochenenden zu tun, weshalb sie die meiste Zeit damit zubrachte, das Kreuzworträtsel im Sonntagspropheten zu lösen.
Hinterm dem Atrium Tresen zu sitzen, bedeutete, dass Rosie viel mit der Öffentlichkeit arbeiten musste. Dem gewöhnlichen Zauberer auf der Straße, wenn man so wollte. Und irgendein niemand konnte nicht einfach so ins Ministerium spazieren, an den Wachen und an ihr vorbei.
Man musste hier arbeiten, einen gültigen Pass oder einen Termin haben. Und selbst, wenn man eines dieser Dinge hatte, musste man immer noch die Fahrstühle bedienen können, welche noch unter einen ganz anderen Sicherheitsstandard gehörten. Ein Großteil ihres Jobs war Diplomatie. Dies bedeutete unter anderem auch, schlecht gelaunte und betrunkene Personen empfangen zu müssen, die dem „verdammten Minister" den Mittelfinger zeigen wollten, dafür, das Apparier-Alter auf achtzehn erhöht zu haben.
Rosie war muggelgeboren und hielt alle Zauberer für ein seltsames Völkchen. Der Mann der ihr gegenüber stand war jedoch seltsamer als die meisten. Er war über die Telefonzelle gekommen, wie die meisten. Aber er trug nicht den silbernen Besucheranstecker, der ihm wohl gegeben worden war.
Er war sehr seltsam, das stand fest.
Erst mal sah er so aus, als hätte er sich durch die Sahara gewühlt (und als hätte er das meiste davon mit sich zurückgebracht. Er war von Kopf bis Fuß in eine Staubschicht gehüllt. Nein, nicht in Staub, korrigierte sich Rosie selbst, es war Sand. Die feine, gelbe Art von Sand, die in jede Ritze kam. Sie überlegte, dass er vielleicht blond war, aber sie konnte es nicht genau sagen, denn sein langes Haar wirkte matt und klebte zusammen an manchen Stellen.
Der Schmutz war bemerkenswert. Tatsächlich sah er so aus, als wäre er direkt aus einem Sandsturm appariert. Seine Kleidung waren kaum mehr als Lumpen, außer der Stiefel, die als einziges passabel aussahen.
Große Güte, war das eine Peitsche, die er da an der Hüfte trug? Sie konnte seinen Zauberstab nicht sehen, und das machte sie sogar noch nervöser.
Er sagte etwas von einem Paket, was er überbringen wollte.
Sein Gesicht war so bedeckt mit Sand, dass sie die kleinen Falten um seine Augen erkennen konnte, die wohl durch das Zusammenpressen seiner Augen entstanden waren. Wusste Merlin, wie alt er war. Er könnte alles sein, zwischen zwanzig und vierzig.
Es waren jedoch seine Augen, die Rosie den Panik-Knopf unterm dem Tresen hatten betätigen lassen, selbst wenn sie noch nicht wirklich panisch war. Sie erinnerte sich an ihre Ausbildung und wusste, es war besser, in Sicherheit zu sein und dafür auf die Knochen blamiert, als überraschend zu Boden geflucht zu werden.
Die Augen des Fremden waren ein Sturm aus lebendigem Grau, und sie waren umso intensiver in dem goldgebräunten Gesicht. Sein Blick war klar und energisch, was man bei einem betrunkenen Zauberer an einem Sonntagmorgen nie zu Gesicht bekam.
Ja, es war Sonntag, aber wo zur Hölle waren die Sicherheitsleute? Sie hatte den Panik-Knopf schon vor zwei Minuten betätigt.
„Gibt es ein Problem?"
Er sprach erneut. Es klang nicht wie die Stimme einer verrückten Person. Er klang wie eine ziemlich genervte Person.
Rosie setzte ein perfektes Kunden-Service-Lächeln auf. „Nein, natürlich nicht. Sie sagten, Sie wollten Mr Potter sprechen?"
„Ja", sagte der Mann und starrte sie an, als wäre sie zurückgeblieben. „Ich hätte gerne Harry Potter gesprochen."
Es war eine sinnlose Frage, aber sie hatte vor, ihn abzulenken. „Und haben Sie einen Termin?"
Diese unglaublichen Augen verengten sich ein Stück. „Nein."
„Haben Sie einen Besucherausweis?"
„Bitte was?", fragte er, offensichtlich sehr weit am Ende seiner Geduld, wenn sie überhaupt vorhanden war.
„Einen Ausweis, um das Gebäude zu betreten, ohne einen Termin zu haben", erklärte Rosie. Seine Augen waren nicht grau, entschied sie plötzlich. Sie wirkten eher metallisch. Seine Augen waren silbern.
„Ein Ausweis", wiederholte er beinahe verständnisvoll, was Rosie überraschte. Er lächelte ihr entgegen, seine Zähne strahlend weiß in seinem gebräunten Gesicht. Sie atmete die Luft aus, von der sie gar nicht bemerkt hatte, dass sie sie angehalten hatte.
Und einfach so wandte er sich um verließ das Atrium wieder. Spencer, der Wochenend-Wächter tauchte endlich auf und schien es überhaupt nicht eilig zu haben.
„Wer zum Teufel war das?", wollte er wissen. Auf dem Boden zeichnete sich eine Sandspur ab, die Spencer verwirrt betrachtete.
Rosie hatte keine Antwort. Irgendein Verrückter war es wohl nicht gewesen. Der Mann hatte nicht neben sich gewirkt, eher… beunruhigend. Sie war froh, dass er weg war.
Spencer winkte den Wächtern zu, die gemächlich in die Halle spaziert kamen. „Falscher Alarm, Jungs", rief er ihnen zu, in einem fast herablassenden Ton, der Rosie störte. „Sie ist neu!"
„Er sagte, sein Name wäre Merrybones. Wollte Mr Potter sprechen", erwiderte Rosie kühl.
Spencer schnaubte auf. „Vom Fan Club, hm?"
„Das bezweifel ich. Er schien fast angewidert bei der Vorstellung."
Beide, Rosie und Spencer, runzelten über diese Tatsache die Stirn, denn es gab keinen Mann, keine Frau, kein Kind, in der magischen Welt, das Harry Potter nicht mit größtem Respekt begegnete.
„Na gut, sing nach uns, wenn du uns brauchst", schloss Spencer zwinkert und schlurfte davon, wahrscheinlich um wieder Karten zu spielen, oder was auch immer er und die anderen Wächter trieben.
Rosie seufzte und versuchte das Gefühl von Furcht abzuschütteln, ehe sie sich wieder ihrem Kreuzworträtsel widmete. Sie war halbfertig und ziemlich stolz auif sich, als es passierte.
„Hier ist mein Ausweis", sagte die Stimme.
Der Mann war wieder da, aber er war nicht allein. Neben ihm, steif und schwebend war… Merlin, er hatte etwas von einem Paket erwähnt. Er wickelte das Paket aus.
Es war eine Person. Eine düstere, schlanke Frau, eingewickelte in meterweise staubigen Material. Ihr langes schwarzes Haar, durchzogen von grauen Strähnen, war das einzige an ihr, was sich bewegte. Sie war versteinert, ihr Gesicht eingefroren in einer Maske des Hasses. Der Fremde verpasste diesem Paket einen Schubs, so dass es genau vor dem Tresen schwebte.
Und Rosie Pinkerten fand sich selber vor einer versteinerten, schwebenden Bellatrix Lestrange wieder.
Voldemort war vielleicht der ewige Schrecken, aber jeder wusste, wie sie aussah. Die Poster hingen hier schon seit Jahren.
Scheiß auf ihre Ausbildung. Rosie fing an zu schreien.
Spencer und die anderen Wächter erschienen dieses Mal wesentlich schneller.
Harry hielt ein Mittagsschläfchen auf der Couch im Grimmauld Platz, während ein halbgegessenes Sandwich auf einem Teller auf seinem Bauch stand, als ein Geräusch im Kamin ihn weckte. Es kostete ihn einige Minuten, ehe er überhaupt begriff, was ein verwirrter und blasser Zacharias Smith ihm überhaupt erzählte. Smith, der so übermüdet aussah, wie Harry sich fühlte, hatte wohl gerade die Zauberergamot-Akten durchgearbeitet, als die Wächter seine Zimmertür fast niedergetreten hatten, um ihm von einem Vorfall im Atrium zu berichten. Zacharias war an diesem Sonntag der Vorgesetzte im Ministerium, und es war an ihm, Harry zu benachrichtigen.
„Hol Moody", befahl Harry, während ihm das Sandwich und der Teller zu Boden fielen, in der Eile zum Kamin zu kommen. Er beeilte sich, Ron anzurufen, der ihn dreimal beschuldigte, nicht witzig zu sein, ehe er fragte, ob sie Hermine ebenfalls benachrichtigen sollten.
„Jetzt noch nicht", sagte Harry. Er zog sich seinen Mantel und Schal über, ehe er über Floh direkt ins Ministerium reiste. Ungefähr ein Dutzend Leute befanden sich im Atrium, darunter stark verängstigte Sicherheitsleute, Unteroffiziere und eine bleiche Empfangsdame (sie war neu, Harry konnte sich nicht an ihren Namen erinnern). Alle wurden durch einen Wächter beruhigt. Sie fingen alle auf einmal an zu erzählen, aber Harry brachte sie mit einer Geste zum Schweigen und versprach, wiederzukommen, sobald das Wichtigste getan wäre. Er nahm den Aufzug zum zweiten Stock zu seinem Büro. Weitere Sicherheitsleute standen vor seinen Türen. Der Grund dafür wurde ihm bald bewusst.
Zacharias und Malfoy standen vor seinen Aktenschränken. Zacharias betrachtete Malfoy als wäre er giftig, als würde er gleich neben ihm explodieren. Malfoy, wenn es denn wirklich Malfoy war, war unerkennbar gekleidet, denn sein Shirt und seine Hose waren vor Sand kaum zu erkennen. Er hatte ungefähr sechs Meter Schal um seine untere Gesichtspartie geschlungen und sah aus, als würde er bei „Die Mumie" mitspielen.
Eine sehr lange Stille trat ein.
„Du solltest bald etwas sagen, Potter. Die Stille steht dir nicht", ertönte des bekannte Schnarren. Harry kannte diese Stimme sehr gut. Sie war tiefer, klang… gewählter. Alles kindliche war aus ihr verschwunden. Es war Malfoy. Harry war sich sicher.
„Du-", sagte Harry schließlich. „Ich…" Aber die Stimme versagte ihm wieder. Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und ließ sich schwerfällig in einen ausgesessenen Sessel sinken.
Zacharias räusperte sich. „Ja, also, ich überlass es dir. Ich bin sicher, Moody braucht mich. Ruf mich, wenn etwas ist, Harry."
Malfoy sah Zacharias an, als würde er bezweifeln, dass Alastor Moody jemals Hilfe von ihm beziehen würde. Harry wandte den Blick nicht von Draco ab und sprach erst, als Zacharias' Schritte nicht mehr zu hören waren.
„Wir dachten, du wärst tot", sagte er tonlos.
Sein Mundwinkel hob sich. „Andere haben ihr Bestes getan, um das wahr zu machen, glaub mir."
„Wo zur Hölle warst du?" Harry hatte nicht beabsichtigt zu schreien. Allerdings brachte die Kraft seiner Worte die Fenster zum Klirren.
„Das ist eine lange und komplizierte Geschichte, und ich will nicht ins Detail gehen, während ich kiloweise Sand in meiner Hose habe", erwiderte Draco ruhig. Und dann erhellte sich sein Gesicht. „Hast du irgendwas zu essen?"
Harry blinzelte kurz bei diesem Themenwechsel. Aber Hunger kannte er.
„Warte hier", sagte er und machte sich auf zur Tür.
Draco schnaubte auf. „Als ob ich einfach gehen könnte, nur weil ich es will. Im Moment bin ich genauso ein Gefangener wie Bellatrix." Er deutete auf die vier Wachleute, die ins Zimmer lugten, als Harry die Tür geöffnet hatte.
Harry eilte zur Mitarbeiterkatine auf dem zweiten Stock und verfluchte denjenigen, der alles Essen hier bereits vernichtet hatte, obwohl es gut möglich war, dass er es gestern getan hatte. Die Damen beschuldigten ihn deshalb auch öfters. Es war kaum noch etwas Gutes da. Er entschied sich für Kürbissaft, Kekse, einen fragwürdige Pastete und zwei Kesselkuchen. Er hoffte, die Sachen waren noch gut.
Draußen stieß Harry fast mit Alastor Moody zusammen, der gerade in Richtung Harrys Büro stürmte. Ein atemloser Zacharias Smith joggte hinter ihm her.
Moody, der niemals ein Spion sein könnte, humpelte laut und auffällig durch den Gang und war mittlerweile eher schwerfällig als robust. Vieles von dem, was ihn ausgemachte hatte, hatte das Alter bereits genommen.
„Stimmt es? Der Junge hat sich her gebracht?", entfuhr es Moody heiser. Er hielt inne, am sich an die Wand zu lehnen und sein Gesicht mit einem Hagrid-großen Taschentuch abzutupfen.
Junge? Malfoy war dreiundzwanzig, aber dann wiederum war jeder unter vierzig ein Junge in Moodys Augen.
„Sie ist in einer Zelle", informierte Zacharias ihn. „In einer der älteren, da wir mit den Renovierungen noch nicht fertig sind. Sie ist immer noch versteinert. Wir habend en Zauber noch nicht gelöst", fuhr Zacharias fort, die Frage deutlich in seiner Stimme.
„Lass es auch lieber sein, bis wir mehr Informationen haben. Wir haben keine Ahnung, wo Malfoy gewesen ist. Nach allem, was wir wissen, könnte dies auch einfach nur ein Plan sein, dass Ministerium zu infiltrieren."
Harry schüttelte den Kopf. „Das bezweifle ich. Bellatrix zu fangen war seine persönliche Mission."
„Verdammte scheiß Mission, oder nicht? Er hat immerhin vier Jahre damit zugebracht."
„Fünf", korrigierte ihn Harry. Er dachte wieder an Hermine.
Moody grunzte. „Ich mag nicht, wie du aussiehst, Junge."
„Was?", fragte Harry.
„Du wirkst hoffnungsvoll", warf Moody ihm vor.
„Kaum! Wir waren nie Freunde. Falls Malfoy jemals mein Vertrauen besessen hatte, hat er es verdammt noch mal längst verloren."
„Gut. Das Junge ist verschwunden, Potter. Vergiss das nicht. Menschen, die verschwinden, haben meist etwas zu verstecken."
Oder vielleicht eher etwas, vor dem sie sich verstecken wollen, dachte Harry.
„Soll ich noch irgendwem Bescheid sagen?", fragte Zacharias.
Moody bellte eine Liste herunter, darunter auch Kingsley Shacklebolt, Remus Lupin und Tonks. Zwei Auroren, die gerade eingetroffen waren, fanden sich ein Moodys Seite ein und wurden aufgeklärt. Harry wartete, bis sich Moody wieder an ihn wandte.
„Gut, als kümmerst du dich um Malfoy? Er hat nach dir gefragt, also nehme ich an, bekommst nur du die Exklusiv-Story. Denk dran, er ist Verdächtiger und wird hier behalten, bis wir seine Geschichte bestätigt haben, verstanden?"
„Jaah."
„Und lass dich nicht täuschen. Er ist ein verdammt guter Lügner."
Harry schenkte dem Ex-Auror einen ungläubigen Blick. „Hau schon ab."
Moody lachte auf. Jedoch hatten sie jetzt Bellatrix Lestrange in ihrer Gewalt. Es war ein historischer Tag und Moodys Enthusiasmus konnte kaum verborgen bleiben. Das war eine richtig große Sache. „Wenn es dir nichts ausmacht, werde ich mir Lestrange ansehen. Für meine alten Augen ist sehen glauben", sagte Moody. Sein magisches Auge schien Saltos der Vorfreude zu schlagen.
Harry wandte sich an Zacharias, nach dem Moody davon gehumpelt war. „Zach, da wir unterbesetzt sind, könntest du jeden alarmieren, der Bescheid weiß, und ihnen sagen, dass sie nicht das Ministerium verlassen sollen?"
„Harry, es wird schwer, diese Sache für uns zu behalten!"
„Versuch es", schnappte Harry.
Als ein missmutiger Zacharias ihn verließ, setzte Harry den Weg, beladen mit Essen in seinen Armen, fort.
Draco saß mittlerweile in Harrys altem Sessel, mit überschlagenen Beinen. Sein Haar war so lang, dass es ihm seinen halben Rücken hinab reichte. Harry schloss die Tür hinter sich, verschloss diese und reichte Draco Essen und Trinken.
„Danke", sagte Draco und arbeitete sich sofort durch die Kesselkuchen.
Dieses einfache Danke erschreckte Harry. Da waren keine versteckten Andeutungen oder Ebenen in diesem Danke gewesen.
Harry wartete eine Minute, ehe er sprach. „Du denkst, du kannst hier rein spazieren, mit Bellatrix Lestrange im Schlepptau, und alles ist vergeben?"
Draco sah auf. Mit seinem Handrücken wischte er sich Krümel von seinem Mund. Es schien jedoch mehr Sand als Krümel zu sein. „Ja, Potter. Ich nahm an, das wäre ein sinniger Schluss", erwiderte er, nachdem er einen Mundvoll Kuchengeschluckt hatte.
„Warum hast du sie hergebracht?"
„Warum?", wiederholte Draco, und in seinen Augen funkelte bekannte Bosheit. „Ich dachte, es wäre offensichtlich. Meine verdammte Tante ist verantwortlich für den Tod meiner Mutter und nahezu meinen eigenen. Neben anderen verabscheuungswürdigen Taten."
Was auch immer er erlebt hatte, Harry erkannte noch genügend Arroganz und Überheblichkeit unter all dem Dreck und dem Sand, dass es sich fast vertraut anfühlte. Harry wollte jedoch, dass er es sagte. Er wollte es aus Malfoys Mund hören, ehe er entschied ihn überhaupt in Hermines Nähe zu lassen.
„Schön, neben der Rache des Todes deiner Mutter, warum bist du hier?"
„Hast du meine Postkarten nicht bekommen?", erkundigte sich Draco höflich, als wäre er nur im Urlaub gewesen. Er machte sich jetzt an die Pastete. Er sah nicht mehr taufrisch aus, aber Malfoys Ausdruck sagte ihm, dass es zumindest noch essbar war.
Harry betrachtete ihn ungläubig. „Oh ja. Wir haben deine… wie viele waren es? Drei Postkarten in deinem ersten Jahr erhalten. Und danach war nichts. Wie ich bereits sagte, wir dachten, du wärst vom Rand der Welt gestürzt."
Draco hörte auf zu essen. „Ich hab den Rand der Welt gesehen", sagte er, sehr still. Sein ton ließ Harrys Nackenhaare aufrecht stehen. Aber schnell erhielt seine Stimme die gewohnte Kälte zurück. „Kann ich nicht empfehlen. Regnet mehr als die Hälfte des Tages dort."
„Also, warum bist du noch hier?"
Draco aß den letzten Bissen der Pastete und öffnete dann den Kürbissaft. Er nahm einen langen Schluck. Er schloss seine Augen für einen Moment und schien die simplen Vorteile zu genießen. Harry fragte sich, wann er das letzte Mal etwas Vernünftiges zu essen gehabt hatte. Dann lehnte sich Draco im Sessel zurück und fast trat ein herausfordernder Blick in seine Augen.
„Ich bin hier wegen meiner Frau."
