Epilogue: Part Eight
Es dauerte fünfzehn Minuten, bis sie die Küche erreicht hatten und die Unterkünfte der Bediensteten betraten. Das lag an dem Todesser, der an der Treppe zu den Unterkünften Wache hielt. Hermines Petrficus auf langer Distanz brachte den Erfolg, und sie versteckten den Mann im Weinkeller. Draco beschwerte sich nicht groß darüber, denn seine Stimmung hatte sich gebessert, nach die sie eine Flasche seines gepriesenen Rotwein gefunden hatten, der aussah, als wäre er nach dem Öffnen in Eile zurückgelassen worden.
„Bastarde", murmelte er. Er entkorkte die Flasche, nahm einen tiefen Schluck, schloss die Augen und genoss den Geschmack.
Hermine schoss ihm einen verständnislosen Blick zu, auf den er unschuldig antwortete: „Willst du auch einen Schluck?"
Sie lehnte ab.
Mit der Weinflasche im Gepäck, kletterten sie die Stufen wieder nach oben.
„Sag mir noch mal, warum wir in der Küche sind?", fragte Hermine.
Draco hob den Finger an die Lippen und schritt zu dem kleinen Verbindungszimmer, wo das Kerzenlicht durch die Bodendielen schimmerte. Hermine nahm an, das war das Zimmer, in dem die Hauselfe lebte.
Er klopfte. Es kam keine Antwort.
„Boris, deine Anwesenheit wird im Ballsaal gebraucht", rief Draco jetzt.
Kurz entstand eine Pause. „Malfoy, bist du das?"
„Wieso fragt mich das jeder heute?", schnappte Draco. „Nein, ich bin es nicht. Es ist Voldemort."
Das schien zu überzeugen, wer auch immer dort unten hockte. Zauber lösten sich von der Tür, das Schloss öffnete sich und jede weitere Sicherheitsvorkehrung folgte. Mit einem Knarren öffnete sich die Tür. Ein kurzer dünner Mann stand neben einem Einzelbett, den Zauberstab in der Hand. Hermine erkannte ihn als den Diener, der ihren und Nicks Mantel am Anfang des Abends abgenommen hatte. Neben ihm stand Toolip, eine Kerze hoch über den Kopf erhoben.
„Miss!", rief Toolip aus. „Es ist gut, Sie wiederzusehen!"
„Auch gut, dich zu sehen, Toolip", erwiderte Hermine lächelnd, „trotz der Umstände."
Boris sah sie überrascht an. „Wir haben gedacht, ihr seid mit den anderen im Ballsaal."
„Wir hatten Glück", entgegnete Draco. Er reichte Boris den Wein, welcher ihn wortlos entkorkte und ebenfalls einen Schluck nahm. Boris betrachtete das alte Etikett. „Nett, aber du hättest noch ein, zwei Jahre warten können."
Draco wirkte bestürzt. „Die haben ihn geöffnet!"
„Bastarde", spuckte Boris.
Hermine sah von einem Mann zum anderen. „Ihr kennt euch gut?"
Boris öffnete den Mund, um zu sprechen, aber Draco unterbrach ihn. „Seine Familie hat vor langer Zeit für die Malfoys gearbeitet", erwiderte Draco glatt.
Er log, aber Hermine beharrte auf keiner Antwort. „Wenn ihr fertig mit Trinken seid, könnten wir dann endlich beginnen, die anderen zu retten?", erinnerte sie die anderen und ihre Stimme war höher geworden. „Wir wissen nicht mal, wo Harry ist, Himmel noch mal."
„Potter? Sie pieksen ihn mit Stöcken in Lucius' Arbeitszimmer", informierte sie Boris.
Hermine wandte sich besorgt an Draco. „Wir müssen los und ihn holen. Jetzt."
„Und riskieren, die zwanzig Todesser im Ballsaal anzustacheln? Ich denke nicht. Wir müssen beides zur gleichen Zeit tun."
„Aber sie können ihn töten!"
Draco schüttelte den Kopf. „Potter ist erst in Gefahr, wenn sie ihn aus dem Herrenhaus bringen. Sie werden ihm jetzt nichts tun." Er wirkte sehr sicher in seinen Worten. „Untergebene wissen, dass sie dem Hauptpreis nichts tun dürfen. Nur Voldemort darf das."
Hermines ah ihn scharf an. „Woher weißt du das? Gibt es ein Handbuch für böse Untergebene oder so etwas?"
Boris wirkte plötzlich sehr unangenehm berührt. Draco räusperte sich. „Ja, das gibt es tatsächlich."
„Dodders und Carmen haben Scrimgeour mittlerweile bestimmt Bescheid gegeben. Warum warten wir nicht einfach erst mal auf Unterstützung, ehe wir irgendwas versuchen?"
„Das würde bedeuten, dass sie Potter sofort entfernen, wenn sie erkennen, dass das Herrenhaus unter Angriff steht. Es gibt einen funktionierenden Kamin im Arbeitszimmer meines Vaters, den sie benutzen könnten."
„Wir sind ausgerüstet, etwas zu tun", versicherte ihr Boris jetzt. „Und jetzt haben wir mehr Leute, als nur mich und Toolip."
Draco war nicht sofort begeistert. „Ja, was habt ihr?"
„Pfeil und Bogen, einige Schwerter, Dolche, Rasier-Seile, explodierende Steine, zwei bodenlose-Abgründe-aus-dem-Glas und Gifte, aber ein oder zwei wirken vielleicht schon nicht mehr…"
Boris ignorierte Hermine höflich, die den Diener eher verständnislos betrachtete.
Draco katalogisierte diese Gegenständ ein seinem Kopf. „Was noch?"
„Da ist noch ein halbes Fass Quiesco Staub."
Dracos Mundwinkel hob sich. „Das, mein lieber Boris, klingt nach einem Plan."
„Ist ein halbes Fass genug, um eine ganze Halle an Leuten auszuschalten?", fragte Hermine. Sie gingen durch stockfinstere Nacht, und es war nicht einfach. Sie riskierten nicht einmal einen schwachen Lumos, nachdem sie von Dominic entdeckt worden waren. Sie fühlte ihren Weg durch den Flur, indem sie die Wände an der Seite berührte.
Sie gingen wieder zurück in den zweiten Salon im anderen Flügel des Hauses. Draco trug einen versiegelten Sack Schlafpulver über der Schulter. Er hatte auch einen bodenlosen Abgrund in der Tasche. Boris hatte den anderen.
„Wahrscheinlich nicht, aber es wird sie müde genug machen, um sie zu entwaffnen. Wie gut bist du mit dem Wirbelwind Zauber? Wenn wir den Staub in der Luft halten können, hätten wir vielleicht mehr Zeit."
Hermine hob eine Augenbraue. „Wie gut denkst du denn, dass ich mit dem Wirbelwind Zauber bin?"
Das beantwortete seine Frage. „Gut. Langsam, wir sind am Treppenabsatz zum zweiten Stock, das Arbeitszimmer meines Vaters liegt unter uns."
Sie lauschten, und tatsächlich vernahmen sie gedämpfte Stimmen.
„Was ist mit den Wachen, die Potter bewachen?"
„Mach dir keine Sorgen um Potter. Boris und Toolip kümmern sich."
Hermine schlich auf Zehenspitzen auf den Treppenabsatz, bemüht, zu verstehen, was unten passierte. Sie hoffte wirklich, dass es Harry gut ging.
„Granger, komm zurück!"
Die Stimmen waren jetzt lauter. Hermine konnte zwei verschiedene ausmachen, beide männlich. Und dann hörte sie Harry, laut und klar. Er war definitiv unverletzt, zumindest noch. Sie atmete erleichtert aus.
Die Stufen mussten irgendwo vor ihr sein. Sie erinnerte sich an das Treppenhaus sehr gut, nach ihrem ersten Besuch in Malfoy Manor. Draco hatte sie fast geküsst, neben der letzten Stufe außerhalb des Arbeitszimmers seines Vaters. Diesen Moment hatte sie bestimmt nicht vergessen.
„Wo bist du?", hörte sie Draco zornig flüstern.
„Auf der Treppe", flüsterte sie zurück. Er sollte sich beeilen. Sie stellte den Fuß auf die Stufen und hielt das Geländer fest.
„Warte!"
Aber die Stufe war nicht da. Sie hätte da sein sollen! Ihr Fuß traf auf nichts als Luft und sie fiel in nichts weiter als schwarze Leere. Ihr Zauberstab war in Reichweite, aber sie ihr erster Instinkt war, um sich zu fassen, um sich irgendwo festzuhalten.
Immerhin war sie noch genug bei Sinnen, nicht zu schreien. Wenn sie schon dumm genug war, in ihren Tod zu stürzen, so tat sie es wenigstens stumm, um Dracos Position nicht zu verraten. Aber es kam nicht zum Fall, und irgendwie hatte sie gewusst, dass er sie rechtzeitig erreichen würde. Er hätte sich über den Absatz werfen müssen, um sie zu erreichen, und das war es auch, was er getan hatte. Eine Hand griff um ihr linkes Handgelenk. Ihre rechte Hand hielt sich an seinem rechten Arm fest. Unter ihren Fingern spürte sie, wie sich seine Muskeln anspannten. Es war sein schlimmer Arm, fiel ihr auf. Der, der leicht auskugelte.
Ihre Handfläche war feucht. Sie rutschte ab.
„Hermine", sagte er sehr ruhig. Und die unglaubliche Ruhe in seiner Stimme, beruhigte kurz den Nebel der Panik in ihrem Kopf. „Ich hab dich. Hör auf zu zappeln."
Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie das getan hatte, hielt aber sofort still. Er fand ihre andere Hand und hielt auch diese fest.
„Wo ist dein Zauberstab?", fragte er. Sie konnte die Anstrengung in seiner Stimme nun hören.
„In meinem Kleid", keuchte sie. Sie waren ungefähr eine Minute davon entfernt, entdeckt zu werden.
„Ok, das ist schon in Ordnung", sagte er, obwohl er etwas enttäuscht klang. „Ich werde dich jetzt etwas anheben. Du wirst den Rest an mir hochklettern müssen, denn wenn ich mich weiter vorlehne, werden wir beide fallen. Verstehst du das?"
„Ja."
Sie hatte verstanden, dass der Fall beendet sein würde, ehe einer von ihnen die Zeit Zauberstab zu ziehen, sei es, weil sie auf den harten Marmorfußboden aufschlagen würde oder weil die Todesser sie entdeckten.
Ihre rechte Hand entglitt immer wieder seinem Griff, und der Schmerz in ihren Armen war mittlerweile unerträglich geworden.
Langsam hob er sie hoch und benutzt dafür nur seine Unterarme. Sobald sie konnte, hielt sie sich fest an seinen Schultern. Sie griff hart in den Stoff und zog sich empor, über ihn hinaus. Er half ihr und umfing ihre Hüfte.
Endlich lagen sie wieder auf dem Treppenabsatz. Er rollte sich vom Abgrund weg. Hermine war zu erschöpft, um noch etwas anderes zu tun, als einfach gegen ihn zu sinken. Sein Arm lag immer noch um ihre Hüfte.
Für eine kleine Ewigkeit lagen sie da und atmete einfach nur.
Und dann sprach er. „Ich habe vergessen, Treppen bereiten dir Probleme."
Natürlich bezog er sich auf ihr Missgeschick damals in der Eulerei, als sie sich getroffen hatten. Er war so ein Arsch, dass er ausgerechnet jetzt amüsiert zu sein schien.
„Ich habe keine Probleme mit Treppen! Es ist nicht mein Fehler, dass dein dämliches Haus einen leeren Abgrund hat."
Sie wusste, dass er versuchte, nicht zu lachen. „Für gewöhnlich gibt es hier keine Abgründe. Der Flügel ist verboten. Dein Ministerium hat die Treppe gesperrt."
Es ist auch dein Ministerium, wollte sie ihn korrigieren. Warum bestand er immer darauf, sich von anderen vollkommen abzugrenzen?
Er hielt sie immer noch. Sie versuchte, ihn anzusehen, aber ihre Nase stieß gegen sein Kinn, das weich war. Er hatte sie wohl vor der Party rasiert. Er senkte den Kopf, um es leichter für sie zu machen.
Um was leichter für was zu machen, fragte ihr Gehirn, aber diese Frage war eher rhetorisch. Sie wusste genau, was passierte.
Und dann fiel Stille über sie, denn Stille war, was folgte, wenn zwei Personen in völliger Dunkelheit gemeinsam den Atem anhielten.
Sie konnte im Dunkeln nichts erkennen, wusste aber, dass sich seine Lippen geteilt hatten, so dass ihre dazwischen passen würden. Für eine Sekunde war Luft zwischen ihnen, das intime Teilen des Atems, und dann eine unglaubliche Sensation. Er fing ihre Lippen, als wüsste er nicht, wie er weiter machen sollte. Es war störend sanft. Seit wann war Draco Malfoy etwas anderes als vollkommen von sich überzeugt?
Alles drehte sich in ihrem Kopf, das Blut schien direkt in ihre Wangen zu schießen, und ihre Lippen schienen noch sensibler.
Er machte ein tiefes Geräusch, das vollkommen erregend war, denn er klang so unsicher. Sie spürte seine Zungenspitze, die heiß auf ihre Unterlippe traf. Sie spürte, wie er sie tief einatmete. Sie öffnete den Mund, um den Kuss zu vertiefen, um ihm zu erlauben, ihren Mund zu erforschen, aber er zog sich zurück. Als sie die Augen öffnete war der Moment auch schon vorbei.
Er kam auf die Beine und half ihr hoch.
„Winter wartet im Ballsaal auf dich", sagte er und hätte mit dieser Stimme Bier zum Frieren bringen können.
Drei Todesser hielten auf dem Flur vor dem Arbeitszimmer Wache. Goyle schaffte es, die ersten beiden zu überraschen, mit einem wohlgezielten bodenlosen Abgrund. Entgegen des Namens waren bodenlose Abgründe natürlich nicht bodenlos. Es war eher ein sehr langer Fall. Magie hielt den Körper in einem ewigen Sturz, bis jemand den Zauber unterband.
Aber als sein Versteck aufgeflogen war, stellte sich der dritte Todesser als deutlich schwerer heraus. Die explodierenden Steine waren in seiner Tasche, aber er zögerte, noch, wollte warten, bis Draco und Hermine den Ballsaal erreicht hatten. Es wäre nicht klug, die anderen Todesser zu warnen, ehe die anderen nicht die Chance hatten, die Schutzbarriere um den Ballsaal zu lösen.
Er war gerade dabei, sich auf ein Duell mit dem Todesser einzulassen, als Toolip eine Vase, die sie über seinem Kopf hatte schweben lassen, mit einem Seufzer auf den Todesser niederstürzen ließ.
„Miss Pansy mochte diese", klagte sie.
„Miss Pansy wird es schon verstehen, komm schon!"
Als Goyle endlich die Tür aufgetreten hatte, fanden sie einen keuchenden Harry vor, ein Kamineisen in der einen, zwei Zauberstäbe in der anderen Hand. Seine Brille fehlte und ein Schnitt zog sich über seine Stirn. Auf dem Boden lag ein Todesser, wesentlich schlimmer verletzt als Harry.
Toolip lugte hinter Goyles Bein hervor.
„Hi", begann Goyle, etwas unsicher. „Ich bin… äh… Boris, Miss Parkinsons Diener."
Harry ließ das Eisen fallen. „Geht es den anderen gut?" Er humpelte vorwärts, als wäre er vor kurzem noch von einem Klammerfluch befallen gewesen.
Goyle kannte den Blick in Harrys Augen. Zur Hölle, er fühlte diesen Blick selber. Pansy war genauso gefangen wie Ginny Weasley. Der Blick sagte ihm, dass Harrys gesamtes Universum drohte, zusammenzubrechen, würde Goyle etwas anderes sagen, als was er vorhatte.
„Soweit ich weiß, wurde niemand verletzt."
Harry atmete erleichtert aus. Dann betrachtete er den Türrahmen, der samt Tür schief aus der Wand gebrochen war. Er sah auf Toolip hinab, dann zu Boris.
„Das war ein guter Tritt, Kumpel", sagte ein beeindruckter Harry. „Ich glaube, du solltest für uns arbeiten kommen."
‚Boris' war im Bruchteil einer Sekunde schüchtern geworden, hatte vorher noch das Adrenalin durch seinen Körper gepeitscht. „Das war bloß die Kraft des Momentes", versicherte er ihm. „Kann ich Sie zum Ballsaal führen, Mr Potter? Es läuft gerade eine Rettungsmission, und vielleicht möchten Sie helfen?"
Der Quiesco Staub tat, was er tun sollte, obwohl einige besser auf ihn reagierten als andere. Der schwierige war gewesen, die Barriere zu durchbrechen, ohne zu viel Lärm zu machen oder zu riskieren, dass der komplexe Zauber nach hinten losging.
Dracos Versuche hatten nicht funktioniert. Reumütig hatte er Hermine die Aufgabe übertragen. Sie hatte Glück bei ihrem vierten Versuch. Als die Barriere gebrochen war, füllte kalte Winterluft wieder den Saal.
Alarmiert hatten sich die Todesser formiert und hatten ihr Augenmerk auf die Eingangstüren geheftet. Sie waren ungleich überrascht, als der Angriff von oben kam.
Hermine konzentrierte sich auf den Wirbelwind Zauber aus ihrem Versteck unter der Decke aus. Es war ein großer Wirbelwind für große Räume und brauchte mehr Konzentration, als sie vermutet hatte.
Neville Longbottom fiel zu Boden wie ein Sack Mehl, was bedauerlich war, denn er war ein guter Schockzauberer. Ginny jedoch war nahezu unberührt vom Effekt des Staubs und, mit Hilfe eines verwirrten Nicholas, begann sie den nächsten Todesser mit einem Silbertablett bewusstlos zu schlagen. Andere Gäste taten es ihr gleich, obwohl alle langsamer und müder reagierten.
Der Wirbelwind hatte ganze Arbeit geleistet. Hermine beendete den Spruch und ein Schauer aus purpurnem Staub regnete auf den Boden. Draco sprang in den Raum und landete in gebückter Stellung.
Er schaffte es, zwölf Todesser zu schocken, ehe sie begriffen hatten, was passiert war. Hermine sah ihn nur kurz; ein schwarzer Schatten, der in der bunten Menge verschwand. Er legte alle Todesser lahm, mit nahezu militärischer Präzision.
Zu Hermines Erleichterung erschienen Harry und Boris wie geplant in den Eingangstüren. Der Staub verlor seine Wirkung und die Flüche im Saal wurden wieder gezielter.
Harry war kein Gefangener mehr, und die Chancen der Todesser schwanden somit rapide, vor allem, als die Gäste ihre Zauberstäbe zurückerkämpft hatten.
Ab diesem Punkt dauerte der Angriff auf Malfoy Manor keine zehn Minuten mehr.
Hermine stand neben Harry und stützte seinen Ellbogen, als er in den Saal humpelte. Ginny übernahm diese Pflicht, nachdem sie fertig war, Harry mit Küssen zu überhäufen, während dieser jedes Mal vor Schmerzen zusammenzuckte.
Neville war immer noch bewusstlos, aber jemand war nett genug gewesen, eine Jacke unter seinen Kopf zu legen. Professor Sprout grinste und trank Champagner direkt aus der Flasche mit einem Kellner. Boris und Pansy zeigten den Kräften des Ministeriums, wo der Weinkeller war, denn dort hatten sie die Todesser hingeschafft.
Immer noch etwas benebelt, blieb Hermine, wo sie war. Nick kam schließlich zu ihr. Er umarmte sie fest.
Es war eine aufregende Nacht gewesen. Ungefähr zwölf Gäste brauchten magische Hilfe, aber keine der Verletzungen war lebensbedrohlich.
Draco stand in der Mitte des Saals, die Spitze seines Zauberstabs noch immer rot von den vielen Flüchen. Leute lachten und umarmten sich. Sie gingen um ihn herum, um zu anderen Leuten zu gelangen. Toolip lief durch den Saal mit Handfeger und Kehrblech und fegte seufzend die Scherben zusammen.
Er schien anzunehmen vollkommen unbeobachtet den Saal verlassen zu haben, um mit Rufus Scrimgeour zu reden, aber Hermine sah über Nicholas' Schulter hinweg, wie er ging.
