Epilogue: Part Eleven

Hermine fand, dass Draco absolut lächerlich aussah, auf dem Blumensofa in ihrem Wohnzimmer, mit den runden Lehnen, während er auf dem Knie eine Tasse Tee balancierte. Das Magnolienblüten-Muster hatte sie nicht selber gewählt. Es war schon im Cottage gewesen und immer noch so gut wie neu. Hermine hatte keinen Grund gesehen, ein neues Sofa zu kaufen. Muggel warfen ja ständig alles weg, und obwohl Hermine nicht allzu anhänglich war, was Sachen betraf, schätzte sie dennoch sentimentale Werte.

Außer natürlich bei schmerzhaften, brennenden Erinnerungen, die sie loswerden wollte, erinnerte sie sich fast beschämt. Keiner von ihnen, schien in der Stimmung zu sein, Tee zu trinken, aber Hermine hatte ein paar Minuten in der Küche gebraucht, um ihre Nerven zu beruhigen. Danach hatte sie Krummbein aus seinem Versteck geholt und ihm als Versöhnung warme Milch in eine Schüssel geschüttet. Etwas so gewöhnliches wie Tee und Kekse standen Draco nicht. Genauso wenig, wie herkömmliche Wohnzimmer. Es war so, als würde er Farben tragen, die nicht zusammen passten. Seine Farben waren Nachtschwarz, Grau wie Feuerqualm, Rot wie Funken und das penetrierende Avada Kedava Grün.

Der letzte Gedanke jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Sie konnte ihn sich vorstellen, in unvorstellbaren Reichtümern, sowie auch in der Mitte der verlassenen Wüste. Es waren die normalen Szenarios, die ihr unwahrscheinlich vorkamen. Sie selbst hielt sich eher für ein normales Mädchen, die sich irgendwo dazwischen befand.

Er zog die Dunkelheit eines Zimmers förmlich an, wie ein Magnet. Wahrscheinlich wegen der Farben, die er trug. Alles schien neben ihm wie ein unglaublicher Kontrast, selbst sie, stellte sie fest.

Das Feuer brannte hoch, aber sie nahm an, ihm war immer noch kalt. Sein nasser Umhang klebte ihm praktisch am Körper. Sie konnte leicht die Form seines Bizepses erkennen, seiner Arme, seiner Brust, bis hinab zu seiner Hüfte. Starke, elegante Hände hielten die Teetasse und seine Muskeln bewegten sich leicht. Sein langer Zeigefinger tippte sanft gegen den Tassenrand.

Hermine zwang den Blick auf ihren eigenen Tee. Sie spürte wieder das Blut in ihren Extremitäten, was gut war, denn ihren Zehen waren einfach nur noch taub gewesen. Ihr nasser Kopf fühlte sich jedoch unangenehm heiß an. Die Grippe machte bei den Auroren die Runde. Ron hatte sich schon angesteckt.

„Wir sollten aus den nassen Sachen raus", entschied sie hastig. Und dann wurde sie rot bis unter den Haaransatz.

Leider schaffte es ihr Mund manchmal nicht, einfach die Klappe zu halten, bis das, was sie sagen wollte, auch von ihrem Gehirn überprüft worden war. Üblicherweise nahm sie an, dass alles, was sie sagte, Sinn ergab. Denn sie war Hermine, und sie ergab immer Sinn, wenn auch manchmal etwas taktlos. Ron sagte immer wieder, dass ihre Brillanz einen eigenen Pressesprecher brauchte. Gott, sie war selber ihr schlimmster Feind. Hermine schloss kurz die Augen, denn gerade konnte sie nicht denken.

Draco hob nicht einmal die Augenbraue. Er sah sie nur an, mit einem Blick, den Hermine als nachdenklich beschreiben würde, vielleicht auch geduldig. Sie wusste, sie kannte alles an ihm, was es zu kennen gab. Aber das war vor fünf Jahren gewesen. Vieles konnte in fünf Jahren passieren. Sie war gerade dabei nicht auf das zu starren, was in fünf Jahren passiert war.

Außerdem konnte sie ihren Erinnerungen über so lange Zeit nicht trauen. Sie veränderten sich irgendwann. Ihr Verstand dachte sie manchmal Ecken und Kanten dazu. Sie atmete also scharf ein und beschloss, wenn er nicht gleich etwas sagen würde, würde sie einen Keks nach ihm werfen.

Sie räusperte sich. „Wo du hier bist, ich wollte dich etwas über Fida Mia fragen. Lose Enden, sozusagen." Verdammt sei seine undurchschaubare Haltung. Wie konnte er es schaffen, dass sie sich eingeschüchtert fühlte, wenn er hier doch mitten in der Nacht aufgetaucht war und dabei auch noch fast gestorben wäre?

„Was willst du wissen?", war seine nüchterne Antwort. Eine sinnliche Neugierde klang in seiner Stimme mit. Oder vielleicht war das seine Art von Höflichkeit. Sie war mit ihren Nerven am Ende, und ihm war gar nichts anzumerken. Es war einfach nur ungerecht.

Hermine ignorierte ihren Gedankengang. „Was ist mit deinem Tattoo passiert?" Er hatte gemerkt, dass sie ihm nciht in die Augen sehen konnte, und wartete tatsächlich, bis sie den Blick gehoben hatte, ehe er sprach.

„Dasselbe, was mit deinem passiert ist, in der Sekunde als du im Großen See ertrunken bist. Es ist verschwunden." Hermine kam es so vor, als wären Falten auf seiner Stirn erschienen.

„Weil mein Tod bedeutet hat, dass die Verbindung zerstört war", fasst sie zusammen. „Und das war es dann? Der Zauber war vorbei?"

„Ja."

Sie biss auf ihre Unterlippe. „Und hatte das etwas damit zu tun, dass…"

„Dass ich gegangen bin?", fragte er. „Du denkst, das Ende von Fida Mia hat auch das Ende meiner Gefühle bedeutet?"

„Na ja, das hatte damals Sinn ergeben." Es fühlte sich gut an, dass ihre Bitterkeit zurückkehrte. Dann verlor sie ihren Fokus nicht.

Er setzte sich etwas aufrechter hin. „Hast du verstanden, was ich dir auf Malfoy Manor gesagt habe?"

„Ich kann mich nicht daran erinnern, gesagt zu haben, dass ich deine Erklärung akzeptiert habe," erwiderte sie kühl.

„Aha", entgegnete Draco und schien zu einem enttäuschenden Schluss zu kommen. „Großartig. Dann machen absolut keine Fortschritte."

Hermine taten ihre Worte jetzt schon leid. Sie wollte ihm versichern, dass sie ihn nicht mit Absicht bestrafte. Es war nur, dass sie immer noch sehr, sehr traurig war….

Er stellte seine Teetasse neben die Kekse. „Warum hast du mich rein gebeten? Ich glaube nicht, dass Winter damit einverstanden ist."

Sie wollte ihm gerade sagen, dass Nick und sie nicht mehr zusammen waren, aber sein Ton ließ sie zögern. „Warum bräuchte ich sein Einverständnis, einen Gast in meinem eigenen Haus zu haben?"

„Wäre ich er, hätte ich ein verdammtes Problem damit, mich in dein Haus zu lassen", schnappte er.

„Tja, du bist aber nicht Nick, oder?", erwiderte sie.

Diese Unterhaltung qualifizierte sich bereits jetzt für den blödesten Streit aller Zeiten.

Er erhob sich. „Ich sollte nicht hier sein."

Sie erhob sich ebenfalls. Na ja, sie sprang eher aus dem Sessel. Ihre Hände hatten irgendwie den Weg auf ihre Hüften gefunden. „Das war's dann? Du gehst?"

„Brauchst du mich sonst noch für irgendwas?" Schon wieder seine verdammte zweideutige Aussage, aber sein ton war jetzt schärfer.

Sie wurde schon wieder rot. „Ich habe den Bericht gelesen. Jedes Wort davon."

Etwas änderte sich. Draco lächelte, und nichts hätte sie mehr verwirren können als das. Es war eine Herausforderung. Er kam auf sie zu. Nein, er näherte sich lauernd, wie ein Tier. Der Blick aus seinen Augen diente nur dazu, dass sie sich schwach fühlen sollte. Hermine spürte, wie ihre Füße rückwärtsgingen, weg von ihm. Der Furcht kam ihr bekannt vor, und sie hasste, dass er immer noch diese Macht über sie hatte.

„Dann weißt du jetzt ja, zu was ich fähig bin", fasste er fast gleichmütig zusammen, aber seine Stimme klang bitter dabei. „Deine schlimmsten Ängste wegen Dominic Nomarov auf Malfoy Manor haben sich also bestätigt."

„Wie ich sagte, ich habe es gelesen. Du musstest tun, was du getan hast", sagte sie. Und sie zuckte nicht zusammen, als er die Hand hob, um mit den Fingerknöcheln über ihre Wange zu streichen. Er fuhr mit dem Daumen über ihre Unterlippe und starrte auf seine Bewegung hinab.

„Süße, warum zitterst du dann wie Espenlaub?", ärgerte er sie. „Sag mir, dass du keine Angst vor mir und mein es verfluchte Scheiße noch mal auch so."

Sie schauderte. „Ich habe k-keine Angst vor dir."

„Wirklich?", erwiderte er gedehnt. Es war kaum eine Frage. Und er fuhr fort, aber seine Stimme war drängender. „Und jetzt sag mir, dass du mich nicht liebst, und ich werde dich nie mehr belästigen."

Er erwartete, dass sie lügen würde und nein sagte. Aber… aber warum wollte er, dass sie Nein sagte?

Es kostete sie nur einen Moment, diese Frage zu beantworten, und sie begriff, dass Draco und sie doch nicht so verschieden waren, wie sie geglaubt hatte.

Er wollte, dass sie ihm sagte, er solle verschwinden und niemals wiederkommen, denn dann müsste er ihr seine Seele nicht offenbaren und Angst haben, abgewiesen zu werden. Selbst Menschen, die von Logik bestimmt wurden, fragte sich manchmal, ob es den Einen wirklich gab, selbst wenn es nur Spekulationen waren. Für den rationalen Menschen waren Seelenverwandte das Runde, was durch das Eckige musste, nahm sie an. Eine nette, aber falsche Vorstellung. Hermine Granger gab sich nicht falschen Vorstellungen hin.

Natürlich nur, bis Draco Malfoy zurück in ihr Leben gekommen war. Er stellte sich gegen ihre Logik. Er kam mit eigenen Regeln. Hermine verstand, warum er vor fünf Jahren hatte gehen müssen, und dafür hatte sie nicht mal den Bericht lesen müssen. Sie hatte auch nicht seine Erklärung auf Malfoy Manor gebraucht.

Sie hatte es immer verstanden, aber Wut und Bitterkeit machten süchtig, wenn es zu einem gebrochenen Herzen kam. Sie hatte ihren Seelenverwandten damals verloren, weil es das Schicksal so gewollt hatte, aber das würde sie kein zweites Mal zulassen.

Sie waren beide so verdammt stolz, aber es war ihr jetzt egal. Sie würde nicht lügen, um ihren Stolz zu schützen.

„Ich liebe dich, Draco. Von ganzem Herzen", sagte sie atemlos.

Und die Wahrheit sollte einen befreien.

Hoffentlich tat sie das.

Draco wirkte ziemlich verstört. Seine harten Züge wurden weich und zurück blieb nur Verletzbarkeit.

Hermine sprach weiter, für den Fall, dass er Begriff war, irgendetwas Dummes zu erwidern. „Und der Grund, weshalb ich dich rein gebeten habe, war, dir zu sagen, dass ich mit Nick Schluss gemacht habe."

Dracos silberne Augen verengten sich kurz. Dann hoben sich seine Augenbrauen.

Wann?", flüstert er.

„Heute Abend."

„Oh."

Ja, ‚Oh' traf es ganz gut. Er wirkte immer noch verstört. Sie hob die Hand zu seinem Gesicht, strich sein nasses Haar zurück, fuhr mit den Fingerspitzen über seine Stirn und dann mit dem Zeigefinger seinen geraden Nasenrücken hinab. Es war ein abwesendes Verlangen, ihn berühren zu müssen. Sie konnte sich nicht aufhalten.

„Du bist kalt", bemerkte Draco abwesend, umfing ihre Finger und hauchte seinen warmen Atem auf ihre Haut. Er ließ es klingen, als wäre es seine Schuld. Sie schenkte ihm ein verträumtes Lächeln. Sein Blick glitt zur Schlafzimmertür, die offen stand, und dann weiter den kurzen Flur hinab zum Bad.

„Hast du eine Badewanne?"

Ihre Stimme war nur ein Hauch, als sie antwortete. „Ja, aber sie ist winzig."

„Dusche dann?"

„Ok."

Das Badezimmer im Cottage war eine Liebeserklärung der 70-er Jahre, aus Limonengrün und Orange. Sie wartete neben dem Plastikduschvorhang, während er in der Mosaik-Dusche das Wasser auf die richtige Temperatur stellte. Die Rohre waren alt und laut. Es war fast peinlich, wie laut die Rohre ächzten, ehe erst lauwarmes und dann kochendheißes Wasser aus dem Duschkopf kam.

„Gleich ist uns warm", sagte er.

Hermine hatte tatsächlich den Nerv ihm zu sagen, dass die Temperatur im kleinen Bad bereits dadurch gestiegen war, dass er seinen Umhang ablegte. Das nasse, schwere Material fiel zu Boden. Danach kam eine Jacke und ein langärmeliges Shirt das er sich vom Körper schälte.

Es war wie im Badezimmer der Vertrauensschüler. Nur vollkommen anders. Sie wollte jetzt nicht ihre Schuhe nach ihm werfen.

Sein Rücken war breit, muskulös und feucht. Hermine hatte nicht erwartet, ein Tattoo zu sehen, aber sein bloßer Rücken schickte die Tränen in ihre Augen. Ihre Emotionen waren irgendwie alle durcheinander. Nervosität, Ungeduld und unglaubliches Glück mussten aus ihr strömen. Und sie fühlte alles gleichzeitig. Sie seufzte auf.

Er trug noch seine Hose. Und er beobachtete sie wachsam; sein Ausdruck eine perfekte Mischung aus Besorgnis und greifbarer Erwartung.

„Wir müssen nichts anderes tun, als zu duschen."

Sie schenkt ihm ein freches Lächeln. „Wirklich? Wenn es um heißes Wasser geht, tun wir für gewöhnlich andere Dinge."

Er wurde tatsächlich ein wenig rot. „Nein, das stimmt. Letztes Mal war es komplett meine Schuld."

Hermine grinste. „Ich übernehme die volle Verantwortung für was auch immer jetzt passiert." Sie stieg aus ihren Pyjama-Hosen und ihrer Unterwäsche, während sie das Oberteil anließ. Es war lang genug, dass es ihre Oberschenkel bedeckte. Ihre Finger zitterten, als sie die Knöpfe öffnete. Auf einmal fühlte sie sich unglaublich schüchtern.

„Lass mich", sagte Draco. Und dann öffnete er Knopf für Knopf, arbeitete den Weg nach unten mit langsamer Präzision. Als er fertig war, hielt er inne und hielt ihr Oberteil geschlossen.

„Wie ich schon sagte… wir müssen nichts tun."

Ihre schmalen Hände legten sich um seine. „Hast du Angst?"

Seine Stimme war lauter, als er antwortete. „Natürlich habe ich Angst. Ich… will dich nicht überwältigen mit meiner..."

„Wieso bist du derjenige, der mich nur überwältigt? Habe ich gar keine Auswirkungen auf dich?", fragte sie, nur halb ernstgemeint.

Er schnaubte auf. „Granger, du machst mich vollkommen fertig. Jedes Mal. Ohne Anstrengung."

Das war das schönste Kompliment, das sie von ihm je bekommen hatte. Sie schenkte ihm ein feines Lächeln.

Ihr Lächeln verschwand jedoch, als er seine Hose öffnete, auszog und in die Ecke warf. Er stieg in die Dusche. Sie hatte vergessen, dass Nacktsein für ihn ja kein Problem war. Draco war nie schüchtern oder bescheiden gewesen.

Sie kramte ihre Reserven an Mut hervor und ließ ihr Oberteil ebenfalls auf den Boden fallen und kam zu ihm.

Wie sie geahnt hatte, war das heiße Wasser himmlisch. Hermine schloss die Augen und ließ das Wasser über sie strömen. Draco rieb ihre Oberarme, ließ aber immer noch Abstand zwischen ihnen übrig.

Hermine wollte seine offensichtliche Scheu belächeln, aber sie nahm an, sie würde es nicht schaffen, denn sie war gefangen von seiner Präsenz.

„Du stehst gar nicht drunter", sagte sie, mit belegter Stimme.

Der Duschkopf war ein wenig zu tief für ihn, also schob er ihn höher und stellte sich unter das Wasser. Sie standen jetzt Haut an Haut und sie liebte das Gefühl seiner Erektion, die nun ihren Bauch berührte. Er war heißer als das Wasser. Und er war steinhart und so real. Sie sah zu ihm auf und fühlte sich glücklich und ängstlich und so leicht.

„Ich habe Angst, weißt?", räumte sie ein. „Zumindest ein bisschen."

Seine Hände hielten sie höflich um ihren Rücken, dann massierten seine Finger sanft ihre untere Rückenpartie. „Ich auch."

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihn zu küssen, da er ja so übervorsichtig sein musste.

Und Hermine spürte die Veränderung sofort. Anspannung trat in seine Arme, als hätte sie einen Schalter umgelegt. Seine rechte Hand presste sie fester an ihn. Er hob sie an, um sie gegen die geflieste Wand zu drücken. Ihre Beine legten sich automatisch um seine Hüfte, und ihr Kopf flog zurück, als er ihre Lippen verließ, um ihren Hals zu küssen. Das Wasser strömte seinen Rücken hinab, und die Hitze war plötzlich unerträglich, wo sie gerade noch angenehm gewesen war. Hermine hatte das Gefühl in heißer Luft zu ertrinken.

Ihre Hände lagen auf seinen Schultern, obwohl sie sich gar nicht halten musste. Er hielt ihr Gewicht, als wöge sie nichts. Seine Hände hielten sie um ihren Brustkorb, unter ihren Brüsten. Er sah nun nicht mehr bloß in ihr Gesicht. Die Höflichkeit war verschwunden. Er wollte sich nehmen, was er haben musste. Er hob sie höher, saugte, ihre Brustwarze in seinen Mund, umzirkelte sie mit seiner Zunge, ehe er sanft hinein biss.

Hermine keuchte auf und spürte einen Schauer ihren ganzen Körper erzittern.

„Oh… Gott. Draco."

Draco verharrte vor ihrem Mund und legte den Kopf schräg. Er sah auf sie hinab, durch seinen nasse, vollen Wimpern. „Soll ich aufhören?" Er leckte sich über die Lippen. Sie wollte das tun. Und das tat sie auch. Und das war ihm wohl Antwort genug.

Hermine legte die Hände fest um seinen Nacken. „Bitte, ich will dich ganz."

„Ganz?", wiederholte er, und ein definitiv laszives Funkeln trat in seine Augen, als er seine Handfläche über ihre Hüfte zu ihrem Schenkel wandern ließ, um ihr Bein noch höher um seine Hüfte zu legen. Die Spitze seines Schwanzes positionierte er vor ihrem weichen Eingang. „Bist du sicher, Granger?" Er bewegte sich vorwärts, und sein Schwanz öffnete sie ein wenig. Bloß ein wenig. Es war reine Folter.

Ihre Antwort war ein Wimmern.

Sie war so bereit, dass sie befürchtete, dass die kleinste Bewegung bereits reichen würde, sie über die Klippe zu schicken. Sie hätten diese Welt bereits verlassen haben können und bereits sonst wo gelandet sein, sie würde es nicht mal mehr merken. Es gab nichts wichtigeres, nichts anderes, an was sie denken konnte, als das er in ihr sein musste.

Und er hielt sich immer noch zurück. Aber seine Zurückhaltung bröckelte langsam. Sein Atem ging abgehackt, und etwas Wildes lag in seinem Blick, dass ihr eine Gänsehaut bescherte. Sie wollte sich selber enger an ihn pressen, tiefer, bis er nicht weiter ging.

Draco ließ seine Hand zwischen sie gleiten. Ihr Kopf fiel auf seine Schulter, als sie spürte, wie zwei Finger begannen, ihr zu geben, was sie so dringend brauchte. Sie bockte kurz auf.

Oh." Sie war so nah dran. Ihre Nägel krallten sich in seine Schultern. Er hörte plötzlich mit den rhythmischen Bewegungen auf und presste die Hand gegen sie. Nein, sie wollte, dass er weitermachte.

„Hermine."

Ihre Augen flatterten auf.

Er wirkte sehr ernst. Er sah aus, als wolle er ein Gespräch führen. Sie würde noch verrückt werden, wenn er sich weiter weigern würde.

„Das letzte Mal, als wir das gemacht haben, habe ich gesagt, du würdest mir gehören. Weißt du noch?"

Sie versuchte, sich zu bewegen, seine Fingern zu animieren, weiter zu machen. „Oh bitte…"

„Weißt du noch?", wiederholte er.

„Ja. Ja, ich weiß."

„Du gehörst mir nicht, Granger. Oder irgendwem. Ich habe viel zu viel gesehen von dieser Welt, und weiß, was Menschen passiert, die glauben, sie besäßen die Macht, jemand anderen zu besitzen. Du gehörst zu mir, aber ich werde dich niemals als meinen Besitz bezeichnen. Ist das ok? Ich wollte das nur klarstellen."

Es war ein Wunder, dass sie überhaupt sprechen konnte. Aber es war ihm wichtig, als gab sie sich Mühe. „Ich verstehe."

Er nickte. Er schob zwei Finger in sie, und das war alles, was sie noch brauchte. Hermine kam so heftig, dass sie schrie und zitterte. Ihre inneren Muskeln schlossen sich um seine Finger.

„Gut", sagte er und klang jetzt, als würde er gefoltert werden.

Und das war das Ende seiner Selbstbeherrschung. Sie zitterte und konnte nicht mehr, als er ihre Beine weiter spreizte und in sie stieß. Ihre Schauer waren noch nicht völlig abgeklungen. Er stieß erbarmungslos hart in sie.

Sie kam sich völlig losgelöst vor. Und er blieb vollkommen ruhig, die Augen geschlossen, und wartete die letzten Wellen ihres Orgasmus' ab.

Und dann begann er, sich zu bewegen; hart und entschlossen rammte er in sie. Und er nahm sie in völliger Stille. Das Wasser übertönte ihr leises Keuchen, bei jedem Stoß. Es war perfekt. Das Gefühl seiner Spitze so tief in ihr. So tief, dass sie den Eingang ihrer Gebärmutter berührte.

Nach einer Weile, gab sie sich keine Mühe mehr, ihr Gewicht für ihn mit zu halten, und er schien es auch nicht zu brauchen. Er hielt sie vollkommen allein. Sie suchte seinen Mund und küsste ihn mit all der Liebe und Leidenschaft, die sie in sich hatte.

Sie fühlte, wie sein Atem unregelmäßig wurde. Er spannte sich an, zog sie härter und enger an sich, und dann kam er noch härter. Noch immer waren ihre Lippen verschlossen, teilten ihren Atem. Hermine schloss die Augen und genoss das Gefühl, ihn zu haben.

Nachdem sie wieder zu Atem gekommen war, sah sie ihn mit großen Augen an. Sie wollte etwas Romantisches sagen, aber sie schaffte es nicht. „Malfoy, ich glaube, ich werde gleich ohnmächtig."

Sofort setzte er sie ab und stellte das Wasser aus. Kurz hielten sie sich gegenseitig, im Dampf des Badezimmers.

„Ich bin sehr glücklich, dass du heute Abend gekommen bist, selbst wenn ich dich nahezu umgebracht hätte", murmelte sie gegen seine Brust.

Hermine konnte sein Gesicht nicht sehen, aber sie nahm an, dass er lächelte. Sie erinnerte sich, wie es war, wenn sie sich geliebt hatten. Sie wurde gesprächig, er reflektierte.

„Ich habe es nicht geplant", sagte Draco. „Wenn ich es geplant hätte, wären wir vorher wenigstens Essen gewesen." Er klang so entschuldigend, dass sie lachen musste.

„Ich mach uns was."

„Du willst kochen?" Der Geruch der verbrannten Lasagne hing noch immer in der Luft.

Hermine gefiel das Misstrauen in seiner Stimme nicht, aber sie beschloss, ihm zu vergeben, denn er war höflich genug, sie in ihren Bademantel zu wickeln und ins Schlafzimmer zu tragen.