Ganz herzlichen Dank, für die lieben Reviews. Hab mich wahnsinnig gefreut. Hoffe euch gefällt auch das neue Kapitel.

Ein neuer Fall, eine neue Stadt. Die Täter nahmen keine Rücksicht, auf das Privatleben der Agenten. Ein Mann hatte bereits zwei Mädchen entführt, sie für eine Weile festgehalten und missbrauch. Beim ersten Mal waren es drei Wochen, bis man die Leiche fand, die gerade mal ein paar Stunden tot war. Keine Woche später verschwand ein weiteres Mädchen. Polizisten und Freiwillige suchten über zwei Wochen, nach dem Kind. Ein Spaziergänger fand es, fünfzehn Tage nach ihrer Entführung, das Kind war seit zwei Tage tot. Die zuständige Polizei hatte das Team gerufen, weil erneut ein Mädchen entführt wurde.

Die Ermittlungen waren schwierig und belastend für die Agenten. Der Pathologe informierte sie, dass der Täter die Mädchen sexuell missbraucht hatte. Es ging allen nahe. Und sie hatten an dem Tag lange gearbeitet, am späten Abend beschloss Hotch erst Schluss zu machen. Alle waren erschöpft und brauchten ein wenig Ruhe. Also fuhren sie ins Hotel.

Erschöpft steigen sie aus den Autos und liefen in das kleine Hotel. Hotch und Rossi bekamen Einzelzimmer und die Mädels teilen sich das zweite freie Doppelzimmer. Morgan ist gerade dabei das Doppelzimmer aufzuschließen. Zu ihrem Ärger findet in Chicago gerade eine große Tagung statt und in der Nähe des Tatortes gibt es keine freien Zimmer mehr.

POV Spencer:

Ein Zimmer, genauer gesagt, ein Bett, mit Derek teilen… Ich hoffe er bekommt nicht mit, dass ich in letzter Zeit nicht gut schlafe. Wenn ich nicht vorher einen heißen Sex hab, schlaf ich schon seit Wochen nicht mehr ruhig.

Ich muss mich einfach zusammenreißen. Ich will nicht, dass er mich für schwach hält. Ich schaff das, wir sind nur Kollegen.
Tief durchatmen, Spencer.

POV Derek:

Ein Bett mit Reid zu teilen kann doch wirklich nicht so schlimm sein. Er hat mir mehrfach, glaubhaft, versichert, dass er nichts mehr für mich empfindet. Ich weiß nicht, ob ich das so glauben kann. Jedenfalls bemerke ich nichts gegenteiliges von ihm. Und ich empfinde nichts weiter, als Freundschaft für ihn…
Naja, ich fühle mich ein wenig für ihn verantwortlich. Aber das liegt nur daran, dass er jünger ist. Er wirkt auf alles so schutzbedürftig, da ist nichts Eigenartiges muss ihm einfach spüren lassen, dass ich immer für ihn da bin. Das alles in Ordnung ist.

Nacheinander hatten die Beiden sich fertig gemacht und lagen nun nebeneinander. Zum Glück gab es wenigstens zwei Zudecken und Kopfkissen. Morgan löscht das Licht und meint leise: "Gute Nacht, Reid. Schlaf gut." Reid sucht schon eine bequeme Lage, im Bett: "Wünsch ich dir auch."

Morgan war schnell eingeschlafen. Aber Reid findet keine Ruhe. Immer wieder dreht er sich von der einen auf die andere Seite. Dann steht er leise auf und geht ins Bad. In seinem Waschbeutel waren Schlaftabletten. Mit einem großen Schluck Wasser, nimmt er die Tablette.

Kurz danach schlief auch er. Die Nacht verläuft ruhig. Doch am frühen Morgen wacht Morgan plötzlich auf. Er dreht sich hin und her und hört dann ein Stöhnen, verwirrt öffnet er die Augen. Reid, neben ihm, war schweißgebadet und unruhig, immer wieder flüstert er leise Worte. Morgan sieht ihn besorgt an, dann setzt er sich auf und rüttelt Reid an der Schulter: "Reid! Komm, wach auf! Reid!" Er beugt sich nun direkt über ihn und klopft ihm leicht auf die Wangen: "Komm schon. Du träumst. Wach auf!" Plötzlich öffnet Reid die Augen und sieht Morgan erschrocken an. Sein Atem ist heftig, er ist noch immer verwirrt und kommt erst langsam wirklich zu sich. Er atmet ein paar Mal tief durch, bis er seufzt und leise feststellt: "Ich hatte einen Alptraum." Morgan nickt: "Willst du mit mir darüber reden?"

POV Spencer:

Verdammt! Ich fühl mich sicher bei ihm. Ich hab ihm immer vertraut. Normalerweise würde ich es ihm natürlich erzählen, aber ich will nicht dass falsche Hoffnungen in mir wieder hochkommen. Sein besorgter Blick, seine Sorge um mich, seinen Wunsch mir zu helfen… Er empfindet das für mich als Freund, nicht weil er mich liebt. Er will mir nur helfen…
Aber ich kann das nicht zulassen, wir kämen uns dadurch wieder näher und das muss ich verhindern.

POV Derek:

Er sieht so verletzlich aus, so verloren. Am liebsten würde ich ihn einfach nur in den Arm nehmen. Aber ich weiß, dass wir uns nicht zu nahe kommen dürfen. Er war so tapfer, in letzter Zeit, hat den Abstand zwischen uns so gut hingenommen.
Ich darf ihn nicht wieder durcheinander bringen, ich muss für ihn da sein, aber es gleichzeitig schaffen die nötige Distanz zu halten. Das ist wirklich nicht einfach. Es ist zum verzweifeln.

Reid schüttelt den Kopf: "Es ist schongut. Ich hab nur von meiner Entführung geträumt. Das passiert ab und zu mal… Aber es ist nicht so schlimm." "Okay.", Morgan sieht ihn aufmerksam an: "Wenn du meinst… Aber wenn du drüber reden willst…" Reid lächelt, leicht gequält: "Ich weiß, du bist immer für mich da." Morgan nickt stumm: "Ich mein das wirklich, Reid. Egal was zwischen uns war und was du empfindest, ich will und werde dir immer helfen." Reid seufzt innerlich und nickt dann.

Sie arbeiteten verzweifelt, bis zur Erschöpfung, an dem Fall. Endlich schnappten sie dann den Täter, doch das entführte Mädchen war tot. Das ganze Team war geschockt und würde ein wenig Zeit brauchen, um das zu verdauen. Aber Reid erging es anders. Er war dabei, als man das Kind fand. Das 8-jährige Mädchen war vergewaltigt, missbraucht und geschlagen worden. Ihr Anblick war für alle sehr schlimm. Reid hatte seit dem Fund kaum ein Wort gesprochen. Hotch bemerkte, dass er seinem Team Ruhe geben musste, so ordnete er an, dass sie so schnell es ging nach Hause fliegen würden.

Reid tritt aus der Duschkabine und trocknet sich ab. Er föhnt seine Haare und zieht sich an, danach betritt er das Zimmer. Morgan sieht ihn ungeduldig an: "Jetzt mach schon, Reid. Wir wollen los. Die Anderen warten sicher schon." Reid nickt nur und beginnt seine restlichen Sachen in den Koffer zu packen. Morgan war schon fertig und sieht ihm dabei zu. Reid schließt den Koffer und fragt genervt: "Warum starrst du mich so an? Du kannst ja auch unten warten." Morgan schließt die Augen, bevor er erwiderte: "Du siehst gar nicht gut aus… Reid…" "Nein, lass mich." Morgan will ihn besänftigen, kommt ein paar Schritte auf ihn zu, doch Reid fährt unbeirrt fort: "Ich seh immer wieder das Gesicht vor mir, ihr blaues Auge. Die vielen Hämatome, das Blut, den nackten Körper…" Er seufzt: "Ich will einfach nur noch nach Hause und meine Ruhe."

POV Spencer:

Ich kann nicht! Ich weiß, es würde mir gut tun, mit ihm zu reden. Aber ich kann einfach nicht.
Ich hab keine Ahnung, wie ich die Bilder wieder aus meinem Kopf bekomme. Das arme Mädchen… die armen Eltern… Wir haben es nicht geschafft… wir haben versagt… ich habe versagt.
Ich will nur noch allein sein.

POV Derek:

Ich hoffe so, dass er über die Sache hinwegkommt. Wir haben schon viele heftige Fälle gehabt und haben alle irgendwie verkraftet… aber diesmal…
Ich befürchte dass Reid daran zerbrechen könnte, er sieht so anders aus. Der Ausdruck in den Augen.
Wenn ich es mir recht überlege… immer war ich für ihn da. Ich hab ihm über die schwere Zeit, nach manchen Fällen, hinweggeholfen… Und jetzt? Jetzt lässt er mich nicht mehr an sich ran.
Und das nur wegen einem dummen Fehler, den ich begangen hab. Ich war so dumm. Ich hab alles zerstört. Ich hab sein Vertrauen missbraucht.
Ich muss unbedingt auf ihn achten, nicht dass…

"Komm, lass uns jetzt gehen." Reid sieht ihn erwartungsvoll an. Morgan braucht einen Moment, um den Sinn, seiner Worte, zu verstehen. Dann nickt er: "Ja, machen wir, das wir von hier weg und nach Hause kommen. Erholung können wir alle gut gebrauchen." Ohne etwas zu erwidern, verlässt Reid das Zimmer.

Der Flug dauerte zum Glück nicht lange, eine viertel Stunde, vor der Landung, bittet Hotch: "Hört mir mal bitte alle zu." Sofort wenden sich ihm alle zu. "Ich werde veranlassen, dass wir für drei Tage, von morgen ab, freibekommen. Schreibt bitte heute noch eure letzten Berichte und gebt sie mir dann." Rossi nimmt die Entscheidung stumm hin. Morgan und JJ nicken zustimmend, während Prentiss und Reid kurz Einspruch erheben. Aber Hotch erklärt ihnen ruhig, dass es bei seiner Entscheidung bleibt. Prentiss sieht das schnell ein, doch Reid scheint nicht glücklich darüber. Also setzt Hotch sich zu ihm: "Die Ruhe wird dir gut tun. Wir sind alle über unsere Kräfte gegangen." "Aber das Beste ist doch immer 'weitermachen'." Hotch nickt ruhig: "Ja, normalerweise schon… Aber schau uns doch mal an. Wir sind alle total erschöpft, physisch und psychisch mitgenommen. Wir brauchen eine Auszeit. Der Fall war nicht einfach und ist allen nahe gegangen." Er sieht Reid besorgt an: "Wenn du reden willst…" Doch Reid schüttelt erneut den Kopf. Hotch nickt zögernd, meint aber aufbauend: "Es sind nur drei Tage… genieß sie."

Morgan bekam natürlich mit, dass die Beiden sich unterhielten, schließlich war der Jet nicht sehr groß. Er sorgte sich immer mehr um Reid, da dieser mit niemanden reden wollte.

Reid schrieb so schnell es nur irgendwie ging seine Berichte und dann verlässt als Erster das Büro. Er setzt sich in sein Auto und fährt direkt nach Hause. Dort stellt er sich in die Dusche. Das heiße Wasser, auf seiner Haut, tut ihm unglaublich gut. Im Nachhinein weiß er nicht mehr, wie lange er dort stand. Aber es hatte ihm gut getan. Jetzt, als er sich angezogen hatte, wollte er nur wieder die Wärme spüren. Er schüttelt den Kopf, versucht sich abzulenken. Er schaltet seinen Computer an und geht einige Internetseiten durch, auch seine private Post. Schnell merkt er aber, dass sein Körper erschöpft ist und sein Verstand nicht mehr gut funktionierte. Nur weil sein Bauch grummelte, isst er einen Joghurt, bevor er sich ins Bett legt. Er wälzt sich von einer Seite auf die andere, während er grübelt.

POV Spencer:

Ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich diesen Job noch machen kann. Ich schaff das nicht mehr.
Dieses Mädchen, so jung und unschuldig. Hätten wir doch irgendwas anders gemacht… alle hatten so viele Hoffnungen, in uns. Aber das Mädchen ist tot… wir konnten nicht für sie tun.
Wieso mach ich diesen Job überhaupt?! Ich leiste doch nicht viel. Was mach ich schon? Alles was ich beitrage, könnte Garcia auch mit ihren Computern raus finden. Ich bin nur etwas schneller.
Vielleicht bin ich für diesen Job einfach nicht gemacht. Ich weiß so viel, aber ich kann es nicht nützen.