Danke schön, für das Review. Bin schon dabei. :)
Am nächsten Morgen findet sich das gesamte Team im Besprechungsraum ein. Reid nickt Hotch zu und beginnt: "Ich hab meine Kündigung Hotch gegeben. Ich werde das Team verlassen." JJ und Prentiss sehen sich verwirrt an, auch Garcia tut es ihnen gleich. Reid und Morgan haben nur den Kopf gesenkt. Prentiss fragt verwirrt: "Wieso?" Reid sieht sie traurig an: "Ich kann einfach nicht mehr. Dieses viele Leid und wir können so wenig tun. Ich bin einfach nicht geschaffen für sowas. Ihr seid ganz anders. Ich arbeite am liebsten mit Daten, die haben keine Gefühle und lösen in mir auch nur sehr selten welche aus. Außerdem fühle ich mich in letzter Zeit so hilflos, ich möchte etwas tun, wo ich mehr helfen kann."
Die Frauen sehen ihn wieder an. "Ich werde das FBI nicht verlassen, ich werde nur die BAU verlassen." JJ geht auf ihn zu: "Können wir dir denn nicht helfen? Vielleicht brauchst du nur ein wenig Abstand. Wir alle sind manchmal wie ausgebrannt." Sofort nicken Prentiss und Garcia, aber Reid schüttelt den Kopf: "Nein." Er lächelt sanft: "Es gibt nichts, was meine Entscheidung umkehren könnte." Er sieht in die Runde, außer zu Morgan: "Ihr seid wirklich ein tolles Team und die besten Kollegen, die man sich nur wünschen kann. Ihr ward immer für mich da… Dafür möchte ich euch danken." Ohne zu zögern nimmt JJ ihn in den Arm. Zuerst zuckt Reid, doch dann schlingt er seine Arme um sie.
Spencer POV:
Es ist wirklich so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hab, fast noch schlimmer. JJ und Garcia stehen mir sehr nahe und auch Prentiss ist mir schon ans Herz gewachsen. Es tut mir leid, sie zu verlassen und ich weiß jetzt schon, dass ich sie sehr vermissen werde.
Aber meine Entscheidung steht fest, es ist das Beste für mich… und ich glaube dem Team wird es auch gut tun. Was habe ich denn schon tun können?
Derek POV:
Meine letzten Hoffnungen sind weg. Er hat gekündigt, er lässt sich von niemanden davon abhalten. Ich sehe wie sehr es die Mädels schmerzt. Meine Zuckerpuppe… JJ und selbst Prentiss… Ich kann nicht umhin mir Vorwürfe zu machen. Ich verfluche immer wieder meine eigene Schwäche… Ich hätte ihn niemals so verletzen dürfen… Ich bin Schuld. Es tut mir leid.
Ich werde mich um die Mädels kümmern, mehr kann ich nicht tun. Ich werde für sie da sein, wenn sie eine Schulter zum anlehnen brauchen… Denn du… du kannst meine Nähe nicht mehr ertragen…
Langsam trennt sich Reid von JJ: "Ich bin nicht aus der Welt, nicht einmal aus der Stadt." Er versucht zu lächeln, was ihm nicht wirklich gelingt. "Wir können uns ab und zu mal sehen, wenn ihr Zeit habt. Dann trinken wir mal was zusammen… Aber ich brauche auch ein wenig Abstand." Unfähig mehr zu sagen, nimmt Prentiss ihn nun in den Arm. Nach ihr auch Garcia. Doch dann verschwindet Reid so schnell er kann, seine Sachen waren schnell eingepackt und er will nur noch das Büro verlassen. Er fährt mit dem Aufzug in die Tiefgarage, wo sein kleiner Wagen steht. Er packt den Karton, mit seinen persönlichen Dingen, in den Kofferraum und setzt sich dann ans Steuer. Doch auf einmal fällt die Fassade, er beginnt zu weinen.
Spencer POV:
Es ist endgültig vorbei. Ich hab's getan. Ich habe gekündigt und das Team für immer verlassen. Eine kleine Stimme in mir sagt mir immer wieder dass es nicht die richtige Entscheidung ist, aber was hätte ich anderes tun sollen?
Ich zittere so, ich hab mich selbst nicht mehr unter Kontrolle… schon viel zu lange nicht mehr. Es war das Beste was ich tun konnte, unter diesen Umständen… Genau, so muss ich es sehen. Es gibt gar keinen anderen Weg.
Ich fahr jetzt nach Hause und leg mich hin. Ich bin müde, mein Körper ist müde…
Wenig später kommt Morgan ins Büro von Garcia: "Du wolltest mich sprechen, meine Schöne?" "Ja, allerdings." Sie dreht sich zu ihm: "Also was ist mit dir und Reid?!" Er sieht sie fragend an: "Ich weiß nicht wovon du redest." "Ach komm schon. Mir kannst du nichts vormachen. Ich hab doch gesehen wie du gerade reagiert hast. Du wusstest es schon vorher und Reid hat dich kein einziges Mal angeguckt. Wir alle haben ihn umarmt und verabschiedet, du hast kein einziges Wort gesagt, keine Regung von dir gegeben." Noch immer schweigt Morgan. "Jetzt sag schon. Mit mir kannst du doch reden. Was habt ihr beide verbrochen?" Morgan grinst bitter: "Wir haben einen schlimmen Fehler begangen… Vielmehr 'ich' habe einen Fehler begannen. Ich hab nicht nachgedacht und bin meinem Gefühl gefolgt und das… hätte ich nicht tun sollen." Garcia sieht ihn verwirrt an. Morgan senkt den Kopf: "Wir hatten Sex." "Ihr hattet was?!" Morgan legt ihr einen Finger auf ihre roten Lippen. "Ich hab ihn… naja du weißt schon…" Garcias Gesicht ist noch immer erstarrt: "So richtig… Ich meine… du bist… in ihn eingedrungen… von hinten." Morgan schüttelt den Kopf: "Oh meine Süße. Ja, wir hatten 'richtig' Sex."
Garcia nickt: "Aha… und was ist danach passiert?" "Es war alles aus der Situation heraus. Es war ein großer Fehler und ich hätte das nicht tun sollen." "Soweit waren wir schon, Honey.", sie sieht ihn anklagend an: "Erzähl weiter." "Naja… er hat… Er hat mir danach gestanden dass er mich liebt." Erneut braucht Garcia einen Moment um die Neuigkeit zu begreifen. Dann nickt sie und fragt sanft: "Und du?" Morgan schüttelt den Kopf: "Ich… Ich liebe ihn nicht… Sicher ich mag ihn sehr gern. Aber Liebe ist das nicht." "Und was ist Liebe?" Morgan seufzt laut: "Ich weiß es nicht, glaub ich. Ich war schon mehrfach verliebt, aber Liebe…" Garcia steht auf und stellt sich direkt vor ihm hin: "Siehst du, mein Lieber, und genau da liegt dein Problem." "Was willst du damit sagen?!" Sanft streicht sie ihm über die Wange: "Nichts… versuch nur deine Gefühle für Reid zu ergründen." Morgan schließt verzweifelt die Augen. "Und sei ehrlich zu dir selbst." Morgan nickt und geht.
Derek POV:
Was soll das bedeuten? Wieso sagt sie mir sowas?! Was ist denn hier los?! Mein ganzes Leben ist aus den Fugen geraten. Ich wünschte, ich würde aufwachen und alles war nur ein Traum… aber es ist die Realität, ich weiß.
Was fühle ich für Reid? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich mag ihn sehr. Wir sind Kollegen und mit der Zeit wurden wir auch Freunde. Ich hab ihm immer vertraut und er mir auch, denke ich. Ich hab versucht immer für ihn da zu sein.
Aber da sind auch so neue Gedanken die ich hab… Ich mag es wenn er lächelt, ich finde es süß, wenn er seine Haare hinter die Ohren streift… Aber ist das schon Liebe? Begehre ich ihn? Bin ich schwul?!
Ich weiß es einfach nicht. Ich möchte es herausfinden, aber wie soll das gehen?! Reid ist weg und er hat um Abstand gebeten… Also muss ich erstmal alleine damit klar kommen, dann sehen wir weiter…
Vier Wochen später
Spencer POV:
Ein Monat ist rum, seit ich gekündigt habe. Ich hab noch eine Woche Urlaub gemacht, so richtig Urlaub. Ich war kurzfristig in Florida und hatte dort Zeit mir die Ruhe und den nötigen Abstand zu gönnen. Erst danach trat ich meine neue Stelle an.
Die neuen Kollegen sind sehr nett und mir sehr ähnlich. Sicher, ich vermisse mein altes Team, aber ich hab schnell Kontakt zu den Neuen gefunden. Wir verstehen uns gut und gehen auch mal was Essen oder so.
Mit JJ bin ich auch schon mal ein Bier trinken gewesen und Hotch hat angerufen und gefragt ob alles in Ordnung sei. Ich bin froh dass Morgan sich nicht gemeldet hat…
Meine Gefühle für ihn sind nicht verschwunden, ich liebe ihn noch immer. Aber mit jedem Tag wird mir immer klarer dass es keine Zukunft für uns gibt. Er liebt mich nicht und damit kann ich leben. Es ist in Ordnung, es schmerzt nicht mehr so sehr.
Derek POV:
Ich habe seit vier Wochen nicht mehr mit ihm gesprochen. Es schmerzt. Ich vermisse ihn schrecklich. Er fehlt mir so sehr.
Auch das Team vermisst ihn. Wir arbeiten weiter, einen neuen Kollegen haben wir nicht bekommen. Wie Reid schon meinte, Garcia kann Teile seiner Aufgaben übernehmen, so läuft das jetzt eben. Wir kommen zurecht, aber es ist nicht mehr dasselbe.
Ein paar Mal hab ich ihn schon gesehen. Er sieht gut aus, er hat sich erholt und wieder eine gesunde Gesichtsfarbe. Aber ich halte mich von ihm fern, wie er es sich gewünscht hat. Ich werde ihn zu nichts drängen. Er muss entscheiden, wann er mich wieder in seine Nähe lassen will. Ich hoffe irgendwann können wir wieder normal miteinander umgehen, diese Hoffnung bleibt…
"Morgan!", ertönt Prentiss' Stimme neben ihm. Erschrocken wendet er sich zu ihr, sieht sie fragend an. "Wo bist du nur, mit deinen Gedanken? Wir sind gleich da." Morgan nickt, versucht sich wieder zu konzentrieren. Hotch, der neben dem Fahrer sitzt, warnt noch einmal: "Denkt daran, unser Verdächtiger hat mehrere Waffen und wird sie auch einsetzen. Äußerste Vorsicht ist geboten." Morgan und Prentiss nicken. "Wir dürfen weder die Geisel gefährden, noch uns selbst. Wir müssen ihn so schnell wie möglich überwältigen. Er weiß dass wir kommen, also werden wir gleich stürmen. Passt auf und verliert nicht den Überblick." "Ja klar. Das schaffen wir schon.", meint Morgan ruhig.
Der Wagen hält vor einem kleinen, abgelegenen Bungalow und die drei Agenten steigen sofort aus. Wie immer dirigiert Hotch sein Team, er geht voraus. Die Tür wird eingetreten und alle stürmen, das Haus. Jeder nimmt sich ein Zimmer vor. Morgan geht durch, bis zum Schlafzimmer. Dort sieht er das Opfer auf dem Bett liegen, gefesselt und leblos. Er dreht sich um, als er jemanden bemerkt.
Am nächsten Morgen kommt Reid gut gelaunt in sein Büro. Sein Chef kommt sofort auf ihn zu: "Agent Hotchner hat angerufen. Er wollte sie anrufen, hat sie aber nicht erreicht." Reid nickt: "Ich hatte mein Handy aus. Gibt's denn etwas Wichtiges?" Er lächelt fröhlich, aber als er sich das Gesicht seines Chefs genauer ansieht, erstarrt er: "Sagen sie schon!" "Agent Morgan wurde angeschossen." Einen Moment steht für Reid alles still, er zittert.
Spencer POV:
Nein! Das darf nicht wahr sein! Nicht Morgan! Es kann einfach nicht wahr sein!
Richard wird mir gleich sagen dass es ihm gut geht, dass er lebt. Er muss einfach leben. Es war bestimmt nur ein Streifschuss…
Aber wenn es nur das wäre, dann hätte Hotch bestimmt nicht versucht mich zu erreichen… Nein, das darf alles nicht sein!
Ich muss raus finden was passiert ist. Noch einmal tief Luftholen und dann…
"Wie geht's ihm?", Reids Stimme zittert, aber sein Chef versteht ihn. Er schüttelt stumm den Kopf.
