Hallo.
Danke, für die lieben Reviews. Hab mich so gefreut. Ich hoffe, keiner ist "aus Neugier gestorben" und ihr habt alle viel Vergnügen bei der Fortsetzung.
Jetzt geht's weiter:

Spencer POV:

Derek… Nein, er darf nicht tot sein. Ich brauche ihn. Ich komme damit zurecht, ihn nicht regelmäßig zu sehen, aber er darf mich nicht ganz allein lassen. Das ertrage ich einfach nicht. Ich liebe ihn… Ja, ich liebe ihn.
Aber ich muss realistisch bleiben… Wenn Derek wirklich tot ist… Nein

"Richard, bitte sagen sie mir wie es Derek geht?!" Reid sieht seinen Chef flehend an. Der nickt vorsichtig: "Ich weiß nichts genaues. Ihr ehemaliger Chef, Hotchner hat mich nur kurz angerufen und informiert." Reid schüttelt verzweifelt den Kopf, dann fragt er fordernd: "Wo ist Derek?" "In Los Angeles…" Reid nickt und entgegnet sofort: "Ich werde sofort hinfliegen." "Ja, natürlich. Gehen sie nur." Ohne weitere Worte eilt Reid davon.

Er ruft sofort bei einer Fluglinie an und bucht ein Ticket, für den nächsten Flug nach LA. Danach setzt er sich in sein Auto und fährt nach Hause. Er hat noch Zeit, bis er am Flughafen sein muss. Als er Zuhause ankommt, nimmt er sein Handy und sucht hektisch nach Hotchs Handynummer. Reid wählt nervös und kurz danach geht der ran. "Hotch? Hier ist Reid!" Hotch, meilenweit entfernt, nickt: "Hallo Reid." "Mein Chef hat mir erzählt dass Morgan… Sag mir wie's ihm geht!" "Wir wissen nichts genaues, Reid. Er ist im OP. Ein Schuss hat ihn am Hals erwischt und die andere Kugel drang seitlich ein. Die Schutzweste, die er trug, konnte ihn nicht schützen." Reid versucht das Gehörte zu realisieren, seine Stimme zittert, als er fragt: "Wie stehen die Chancen, dass er überlebt?" Hotch versucht ruhig zu bleiben, sonst würde Reid nur noch hektischer werden: "Die Ärzte wussten es selbst nicht genau. Sein Zustand war kritisch, er hatte einen Herzstillstand. Aber die Ärzte konnten ihn stabilisieren." Reid nickt: "Okay. Ich komm so schnell ich kann." Hotch schüttelt den Kopf: "Reid bitte…" "Überlass das mir."

Sie tauschen noch die Adresse des Krankenhauses aus und Reids Ankunftszeit. Dann legt Reid auf. Er stellt sich unter die Dusche, das heiße Wasser lenkte ihn ab. Aber immer wieder wandern seine Gedanken zu Morgan. Dann kann er es nicht länger zurückhalten, er beginnt zu weinen. Verzweifelt laufen ihm die Tränen über die Wange und seine Beine fangen an zu zittern. Er kann sich nicht mehr halten und sinkt an der Wand hinab. Das heiße Wasser trifft auf seinen Nacken, während Spencer sich klein macht. Mit den Armen umschlingt er seine Beine und lässt den Kopf auf die Knie sinken. Seine Tränen fließen weiter, während er immer wieder aufschluchzt.

Eine viertel Stunde später ist Reid steif und sein Rücken rot. Die Dusche hat nicht geholfen. Er trocknet sich ab und spritzt sich kaltes Wasser ins Gesicht.

Spencer POV:

Ich bin so eine Memme, ein Weichei, einfach schwach. Ich darf nicht verzweifeln. Ich darf mich nicht so gehen lassen. Ich muss mich zusammenreißen.
Noch steht nichts fest. Noch lebt er… wenn er nicht inzwischen gestorben ist… Nein, ich darf nicht wieder anfangen zu weinen. Noch einmal ein wenig kaltes Wasser, das tut gut.
Jetzt muss ich mich zusammen nehmen. Ich muss noch packen.

Reid föhnt sich die langen Haare und zieht sich an. Dann geht er ins Schlafzimmer und nimmt seinen Koffer. Er lächelt leicht. Sonst war der Koffer viel öfter in Gebrauch, jetzt hatte er ihn schon Wochen nicht mehr benutzt. Er hatte Routine im Packen. So kommen ausgesuchte Kleidungsstücken und Toilettensachen in den Koffer. Es dauert nicht lange, ist der Koffer fertig.

Spencer ruft noch bei James, seinem besten Freund, an. Bei James dauerte es etwas, bis er ranging. Gut gelaunt meint er: "Hallo Spence. Na, wollen wir heute Abend was unternehmen?" Reid holt tief Luft, bevor er leise erklärt: "Ich muss nach LA." James merkt sofort an seiner Stimme, dass etwas nicht in Ordnung war: "Was ist passiert?" Reid zittert, schluckt, bevor er antwortet: "Derek… auf ihn wurde… er wurde angeschossen." Einen Moment ist es still, in der Leitung. Dann fragt James: "Wie geht's ihm?" "Konnte mir keiner sagen… Er hat zwei Kugeln abbekommen, beide sind an gefährlichen Körperstellen eingedrungen. Er wird noch operiert." James nickt, für sich. Überlegt einen Moment, bevor er meint: "Er wird es sicher schaffen. Was du mir von ihm erzählst hast… Ich denke, er ist ein starker Mann, physisch und psychisch. Er wird überleben…" Reid schweigt. "Ruf mich an. Wenn es was Neues gibt. Du weißt, ich hab immer ein Ohr für dich." "Ja… ich weiß. Danke."

Nachdem Gespräch packt Reid seine Sachen und fährt zum Flughafen. Er hat viel Zeit zum Grübeln, immer wieder überlegt er hin und her, auch als er im Flugzeug sitzt.

POV Spencer:

Was haben wir falsch gemacht? Haben wir überhaupt was falsch gemacht? Wie hätten wir denn anderes reagieren sollen? Natürlich, es hätte gar nicht dazu kommen dürfen. Wir hätten nie miteinander Sex haben dürfen. Ich hätte mich nicht so gehen lassen dürfen…
Aber das alles ändert jetzt auch nichts mehr. Wir haben versucht mit der Situation, so gut es eben ging, zurecht zu kommen. Was beim besten Willen nicht einfach war.
Ich weiß nicht wie's weitergehen soll. Wenn Derek wieder gesund wird… Ich liebe ihn immer noch. Was soll nur aus uns werden? Ich kann nicht mit ihm befreundet sein. Ihn nicht näher kommen zu dürfen, ist für mich nicht zu ertragen.
Und wenn er… Nein, daran darf ich nicht denken! Ich könnte es nicht ertragen. Er kann mich nicht alleine lassen. Trotz dass wir nicht mehr zusammen arbeiten, ich weiß… hätte ich ihn gebraucht, wäre er da gewesen. Ich weiß es einfach! Wir sind gute Freunde… gewesen… Wir haben es uns selbst so schwierig gemacht.

Reid beschließt dass er sich beruhigen muss. Und ihm fällt momentan nur eine Möglichkeit ein. Er winkt der Flugbegleiterin, die kurz darauf zu ihm kommt: "Guten Tag, mein Name ist Kandra. Kann ich was für sie tun?" Reid nickt, versucht höflich zu lächeln: "Ja, ich hätte bitte eine Whiskey, mit Eis." Kandra nickt, während sie ihn besorgt mustert: "Natürlich. Ich bring ihnen einen."

POV Spencer:

Meine Gedanken sind so durcheinander. 'Ich' bin so durcheinander. Ich kann nicht mehr klar denken. Ich denke nur noch an Derek. Daran dass er wirklich… sterben könnte. Und ich hab verdammte Angst davor.

Keine fünf Minuten später kehrt Kandra zurück. Sie hat eine Serviette und ein Glas, mit Whiskey und Eiswürfel, dabei. "Ein leichter. Sie haben noch nichts gegessen." "Danke schön." Reid lächelt wieder gezwungen und nimmt sofort einen großen Schluck. Dann nickt er. "Wenn sie noch was brauchen, dann können sie auch den Knopf über ihnen drücken.", sie lächelt ihn an, worauf Reid nur stumm nickt. Kandra merkt dass sie nicht mehr gebraucht wird und geht.

POV Spencer:

Wow, der ist stark. Da merkt man mal wieder, dass ich nichts gewöhnt bin. Er wärmt so angenehm mein Innerstes und ich werde ruhiger. Das ist genau das was ich brauche. Ich muss mich beruhigen. Es hilft niemanden, wenn ich aufgedreht bin.

Auf den ungewohnten Alkohol hin, wird Reid müde. Von all der Aufregung erschöpft, schläft er ruhig ein. Die Flugbegleiterin, die schon gemerkt hat, dass der junge Mann sehr aufgewühlt war, lächelt. Kandra holt eine Decke, die sie über ihn ausbreitet. Sie beschließt ihren 'Schützling' besonders im Auge zu behalten.

Währenddessen war Morgan in LA auf die Intensivstation verlegt worden. Prentiss und Rossi sind gegangen, um die restlichen Angelegenheiten des Teams zu klären. Während Hotch, JJ und Garcia noch immer im Krankenhaus sind. Auch für sie waren die letzten Stunden schlimm. Hotch sorgt sich, neben Morgan, auch um die beiden Frauen. Er brachte sie zweimal an die frische Luft, zwang sie statt Kaffee auch mal Wasser zu trinken und brachte ihnen Sandwiches.

Sie sitzen im Warteraum, als endlich der behandelnde Arzt zu ihnen kommt: "Mein Name ist Dr. Anderson. Sind sie Kollegen von Derek Morgan?" Hotch erhebt sich sofort: "Ja, sind wir." JJ und Garcia stehen neben ihm und wollen, wie er, nur eines wissen. Hotch holt kurz Luft, bevor er fragt: "Wie geht's ihm?" "Bitte, kommen sie mit in mein Büro. Dort können wir alles in Ruhe besprechen." Hotch folgt ihm sofort, die beiden Frauen laufen ihm hinterher. JJ beugt sich nahe zu Garcia und flüstert: "Das ist kein gutes Zeichen, oder?" Garcia will gar nicht drüber nachdenken, sie zuckt nur mit den Schultern.

Der Arzt geht in sein Büro und weist den anderen Stühle, vor dem Schreibtisch zu. Erst dann schließt er die Tür und setzt sich auf seinen Bürostuhl. Hotch und Garcia sitzen vor ihm, während JJ zwischen ihnen steht. Der Arzt lächelt ein wenig, bevor er beginnt: "Der Zustand von Mr. Morgan ist sehr ernst." JJ und Garcia zucken zusammen, sind aber Beide froh, dass er lebt. "Die Kugel, die in seinen Hals eingedrungen ist. Sie hat die Halsschlagader gestreift, weshalb er soviel Blut verloren hat. Hätten sie ihm nicht die Blutung abgedrückt, wäre er verblutet." Er nickt Hotch, der minutenlang seinen Finger fest an Morgans Hals gehabt hatte, anerkennend zu. Der schüttelt nur den Kopf, bittet den Arzt so darum weiter zu machen.

"Nun… die andere Kugel ist in der Lunge stecken geblieben. Sie hat zwar innere Blutungen ausgelöst, aber die konnten wir schnell stoppen. Sein Zustand war lebensgefährlich, sie wissen ja, dass er in der Notaufnahme reanimiert werden musste. Er ist noch immer sehr schwach, durch den hohen Blutverlust. Da wir ihm aber Blutkonserven zugeführt haben, stabilisiert sich sein Zustand stetig." Der Arzt sieht ruhig die Anderen an. Er wartet einen Moment, bis er erklärt: "Seine Werte sind noch immer nicht stabil, wir behalten ihn sehr genau im Auge…" Jetzt konnte Garcia nicht mehr, sie fordert eine Antwort: "Wird er überleben? Wird er wieder ganz gesund?" Der Arzt lächelt sanft, kennt natürlich die Besorgnis: "Ich gebe ungern Prognosen ab. Wir müssen mal schauen wie es ihm die nächsten 24 Stunden geht, dann können wir mehr sagen." Garcia schließt verzweifelt die Augen.