Hallo.
Danke, an die lieben Kommentatoren.
Einige Stunden später weckt die Flugbegleiterin Reid vorsichtig. Sie rüttelt ihn ein wenig an der Schulter, woraufhin Reid sich zu ihr umdreht: "Kommen sie, wachen sie auf. Sie sollten was essen." Reid wacht nur langsam auf und schüttelt missmutig den Kopf. Kandra lächelt: "Sehen sie mich an." Reid wundert sich noch, über die Stimme und erschrickt ein wenig, als er sich bewusst wird, wo er ist. Er sieht Kandra an: "Danke, dass sie sich so lieb um mich kümmern…" Wieder bekommt er ein bezauberndes Lächeln. "Aber ich habe keinen Hunger." "Kommen sie. Ich hab wirklich gute Sachen."
POV Spencer:
Eigentlich bin ich froh, dass sich jemand ein wenig um mich kümmert. Ich brauch jemanden der mich ein wenig bemuttert, wenn's mir schlecht geht…
Und sie hat Recht. Ich hab zwar keinen Hunger, aber wenn ich gar nichts esse, wird's mir bald schlecht gehen. Ich muss was essen.
Ich brauch Energie, für Derek. Ich will nicht mehr von seiner Seite weichen.
Reid lächelt Kandra zu: "Bitte… wenn dann ein Sandwich vielleicht, mit Schinken, Käse und Ei. Wenn sie sowas da haben." "Ja, kann ich ihnen bringen. Dauert nicht lange." Reid sieht ihr Kopf schüttelnd hinterher. Er isst das Sandwich, das Kandra ihm wenig später bringt, und trinkt einen Orangensaft.
Zwei Stunden danach kommt Reid im Flughafengebäude von LA an. Er sieht sich um und sucht nach einem Polizisten, der auf ihn wartet. Reid hat seinen Koffer in der Hand und schaut sich um. Da entdeckt er plötzlich JJ. Reid lächelt und geht zu ihr. Sie kommt auf ihn zu: "Hallo Reid." Sie nimmt ihn sofort in den Arm: "Hi JJ. Lieb, dass du mich abholst." Sie trennen sich und Reid sieht sie fragend an: "Wie geht's Morgan?" "Soweit ganz gut.", meint JJ ruhig, während sie mit ihm das Gebäude verlässt: "Er hat die OP relativ gut überstanden, aber viel Blut verloren. Er hat natürlich Blutkonserven bekommen… aber naja. Sein Zustand ist momentan stabil. Wir müssen aber noch einige Stunden warten, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein." Reid nickt verstehend.
POV Spencer:
Er lebt! Oh Gott sei Dank! Ich bin so froh und erleichtert!
Jetzt bin ich hier, jetzt kann ich ihm helfen. Er hat gesagt, egal was vorgefallen ist, wir sind immer noch Freunde… Und jetzt braucht er mich und ich bin für ihn da.
Ich werde alles tun, damit er überlebt und wieder ganz gesund wird. An die Zukunft darf ich nicht denken. Jetzt zählt nur eines, dass Derek überlebt und sich erholt.
JJ und Reid waren am Wagen angekommen. Reid legt den Koffer hinten rein und dann steigen sie ein. JJ fährt zum Krankenhaus, wo sie eine halbe Stunde später ankommen.
JJ führt Reid, auf die Intensivstation, direkt zum Zimmer von Morgan. Davor hilft sie ihm, einen Kittel anzuziehen. Dann öffnet sie ihm die Tür und er tritt ein. Morgan liegt in einem weißbezogenen Bett, auf seinem entblößten Oberkörper sind Elektronen angebracht und weitere Instrumente behalten seine Werte im Auge. Reid zuckt zusammen, als er den Tubus sieht, durch den Morgan beatmet wird.
POV Spencer:
Wie oft habe ich Menschen schon 'so' gesehen. Aber es ist mir nie wirklich nahe gegangen.
Aber jetzt… jetzt liegt da der Mensch den ich liebe. Der Wichtigste auf der ganzen Welt. Es ist keine Fremder.
Sein Hals ist dick verbunden und seine Flanke dick verpackt… wenn ich mir vorstelle dass dort, in ihm, zwei Kugeln waren…
Ich hab noch immer ein Gefühl in mir, als wäre alles ein Traum. Aber es ist real…
Garcia sitzt auf einem Stuhl, neben dem Bett. Sie merkt Reid, der sich nicht mehr bewegt. Langsam steht sie auf und geht zu ihm. "Hi Reid.", sagt sie leise, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Reid wendet sich ihr zu, schüttelt den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben: "Hallo Garcia. Schön, dass du hier bist." Er sieht, an ihr vorbei, zu Morgan: "Gibt's was neues?" Garcia seufzt: "Nein. Seine Werte haben sich nicht verschlechtert… Aber er ist noch nicht über den Berg." Sie bemerkt das Reid das alles erst mal begreifen muss. "Ich werde mal mit JJ einen Kaffee trinken gehen." Reid sieht sie nun wieder an, sie meint, leicht lächelnd: "Setz dich ruhig zu ihm. Du kannst auch seine Hand nehmen und mit ihm reden. Vielleicht hilft es ihm zu kämpfen." Sie geht an ihm vorbei, legt ihm kurz stärkend einen Hand auf den Rücken, dann verlässt sie den Raum.
Reid zögert einen Moment, dann holt er tief Luft und geht zum Bett. Er lässt Morgan nicht aus den Augen, auch nicht als er sich langsam hinsetzt. Vorsichtig nimmt er Morgans Hand. Sie ist kalt. Er zuckt innerlich zusammen. "Du darfst nicht sterben. Hörst du. Ich, nein wir, brauchen dich. Du bist der beste Freund, den man nur haben kann. Du darfst nicht gehen. Du bist noch so jung und hast noch soviel vor dir…"
POV Spencer:
Ich müsste schmunzeln, wenn die Situation nicht so ernst wäre. Es ist so irreal…
Er ist immer der Starke, er war immer für mich da… Und jetzt?! Jetzt liegt er hier und wäre, ohne die Hilfe der Ärzte, schon gestorben.
Ich muss die Tränen verdrücken, ich darf jetzt nicht weinen.
Ich seh kurz zu den Monitoren, ich hab genug Wissen um sagen zu können dass seine Werte wohl stabil sind. Das ist beruhigend.
Reid bleibt einige Zeit allein, bis eine Krankenschwester zu ihm kommt. Auch sie trägt einen Kittel und lächelt lieb: "Guten Tag. Ich bin Schwester Tracy. Ich werde ab und zu mal rein schauen, ob alles in Ordnung ist." Reid nickt ihr zu: "Ich bin Spencer Reid. Wir haben, bis vor kurzem, zusammengearbeitet… Geht's ihm gut?" Tracy lächelt: "Seine Vitalwerte sind stabil. Wir müssen abwarten." Reid seufzt: "Ja, das hab ich schon öfter gehört." "Mehr können wir wirklich nicht tun." Sie stellt sich zu Reid: "Reden sie weiter mit ihm. Er muss jetzt kämpfen." Sie sieht noch einmal auf ihren Patienten und meint dann: "Ich komm später wieder. Wenn was ist… der rote Knopf und ich bin so schnell wie möglich hier." Reid nickt stumm und wartet, bis sie das Zimmer verlassen hat. Er nimmt wieder Morgans Hand in seine: "Hast du gehört? Du musst kämpfen. Wir helfen dir alle, wir sind für dich da. Die Ärzte und Schwestern tun alles Mögliche… Aber es liegt an dir."
Kurz danach kommen JJ und Garcia zurück. JJ legt Reid eine Hand auf die Schulter. Ruhig erklärt sie: "Der Mistkerl, der ihn angeschossen hat, hat seine Verbrechen gestanden, alles. Aber es hilft nichts. Ich könnte ihn…" Sie muss sich zusammen nehmen, sie seufzt laut: "Es ist so sinnlos!" Reid steht auf und nimmt sie in den Arm: "Ich weiß, JJ. Ich würde ihn am liebsten auch… aber es würde nichts ändern. Es würde Morgan nicht helfen." JJ nickt an seiner Schulter.
Nachdem sie sich ein wenig beruhigt hat, drückt Reid sie auf den Stuhl. Garcia sieht zwischen den Beiden hin und her und meint dann zu Reid: "Komm, lass uns ein Stück gehen." Reid will ihr widersprechen. Aber JJ erklärt: "Geht ihr ruhig. Ich bleib bei ihm." Widerwillig nickt Reid und folgt Garcia aus dem Zimmer.
Sie gehen den langen Gang entlang und verlassen die Intensivstation, ohne ein Wort zu sagen. Dann drängt Garcia Reid in eine Sitzecke und sieht ihn aufmerksam an. Ihm ist das unangenehm, er senkt den Kopf.
Spencer POV:
Was will sie von mir? Ich wäre jetzt viel lieber bei Derek. Ich hätte ihn nicht allein lassen sollen. Vielleicht braucht er mich, vielleicht ist was mit ihm…
Was will sie nur von mir? Was kann jetzt so wichtig sein? Sie macht mir Angst… Hat Derek ihr irgendwas erzählt? Etwas von dem ich nichts weiß.
Garcia holt noch einmal tief Luft, dann erklärt sie schnell: "Ich weiß von deinen Gefühlen, für Morgan." Reid braucht einen Moment, um das Gesagte zu verstehen. "Ich hab ihn auf die angespannte Stimmung, zwischen euch beiden, angesprochen. Nach deiner offiziellen Kündigung, kamt ihr mir beide so komisch vor…" Sie sieht Reid an: "Ich weiß, du liebst ihn." Reid kann sie nicht ansehen, sein Blick ruht auf seinen Fingern, die er ineinander verkrallt hat. "Morgan hat mir gesagt dass er nicht weiß, was er für dich fühlt… Er glaubt zwar nicht dass er dich liebt…"
"Das hat er mir schon gesagt. Deswegen hab ich ja gekündigt. Er liebt mich nicht, aber ich kann nicht zu einer normalen Freundschaft zurück. Ich konnte seine Nähe nicht mehr ertragen… Ich hab seine Haut geschmeckt, wir haben uns geküsst… Ich kann an nichts anderes denken. Ich wünsch mir so sehr, dass…" Garcia fasst mit einer Hand unter sein Kinn und hebt es leicht an, so dass sie sich nun ins Gesicht sehen: "Morgan ist verwirrt. Du bedeutest ihm unglaublich viel. Er kann seine Gefühle für dich selbst nicht definieren…" Sie lächelt: "Du hast ihm sehr gefehlt. Mir schien es immer wieder so, als würden seine Blicke nach dir suchen. Bis er dann wieder realisiert hat, dass du nicht mehr da bist." Reid lächelt verlegen. "Ich weiß nicht, ob er dich so liebt wie du ihn… Aber du bist ihm sehr, sehr wichtig."
Spencer POV:
Ich weiß nicht was ich sagen soll. Natürlich freut es mich zu hören dass er mich vermisst hat und dass ich ihm sehr wichtig bin.
Aber das Garcia von meinen Gefühlen weiß, von unserem 'Fehler'. Das ist so… ich weiß nicht. Sie ist Morgans 'Süße' und die Beiden mögen sich sehr. Er hat ihr vertraut, also kann ich es auch.
Vielleicht kann ich wirklich offen mit ihr reden.
"Ich wünsche mir manchmal, dass wir dieses 'Ereignis' einfach rückgängig machen könnten." Reid schüttelt verzweifelt den Kopf: "Aber ich liebe ihn schon länger… und so hatten wir wenigstens ein Mal. Aber ich vermisse unsere Freundschaft so sehr." Er sieht Garcia traurig an: "Ich weiß nicht mehr weiter. Ich liebe ihn so sehr… Er darf nicht sterben." Nun kann er die Tränen nicht mehr zurückhalten. Garcia nimmt ihn sofort in den Arm, streicht ihm ruhig über den Rücken: "Er ist stark. Er wird es schaffen."
