Morgan sieht Reid an und lächelt: "Hey. Auch wenn ich in diese Klinik gehe. Du kannst mich doch am Wochenende besuchen und wir können telefonieren und E-Mails schreiben." Reid nickt abwertend. Morgan seufzt: "Ich schaff es einfach nicht allein. Ich spür es ja selbst. Bei der kleinsten Anstrengung bekomm ich Atemnot. Dort bin ich gut aufgehoben."

POV Derek:

Natürlich will ich nicht weg. Natürlich würde ich lieber in Quantico bleiben, aber es geht nun mal nicht. Ich werde Reid schrecklich vermissen. Ich freu mich immer, wenn er mich besuchen kommt. Und hab seine Nähe genossen, obwohl wir uns nicht groß unterhalten konnten, als es mir nicht gut ging.
Garcia werde ich natürlich auch vermissen und auch meine Freunde, die mich hier besuchen können. Aber ich bin ja nicht aus der Welt.

POV Spencer:

Ich will nicht dass er weggeht! Ich will ihn in meiner Nähe haben! Verdammt!
Es muss doch eine andere Lösung geben… Ob er zu mir ziehen würde? Ich hab ein Gästezimmer, das ab und zu benutzt wird, dort hätte er es bequem. Und ich könnte viel von Zuhause arbeiten, so kann ich oft bei ihm sein und mich um ihn kümmern.
Soll ich ihn fragen? Ich hab Angst, dass er ablehnt.

Reid lächelt und sieht Morgan an, der noch in Gedanken vertieft ist.

POV Spencer:

Ich liebe diesen Mann. Er ist wunderschön, wenn er so nachdenklich wirkt. Ich liebe ihn, mehr als alles andere auf der Welt. Ich hab wieder ein wenig Hoffnung, dass wir eine gute Zukunft miteinander haben, wie das aussehen wird, weiß ich nicht, aber wir werden sie gemeinsam verbringen.
Ich muss ihn fragen. Auch wenn ich Angst vor der Zurückweisung habe.

"Morgan." Reid wartet, bis Morgan ihn ansieht: "Könntest du aber außerhalb einer Klinik wohnen? Oder musst du noch unter ärztlicher Aufsicht sein?" Morgan schüttelt den Kopf: "Ich muss nicht. Untersuchungen sind zwar nötig, aber ich muss nicht beaufsichtigt werden." Er grinst, über den Ausdruck, während Reid verlegen wird: "Ich meinte nur… Du könntest ja…" Plötzlich geht die Tür auf und eine Krankenschwester kommt ins Zimmer: "Entschuldigen sie. Aber es reicht für heute wirklich." Reid sieht Morgan an.

POV Spencer:

Das hast du ja toll hinbekommen. Du hast seine Schönheit bewundert, hast nachgedacht wie's weitergeht… Aber wie's ihm im Moment geht, hast du nicht überlegt. Sieh ihn dir an! Er sieht wirklich geschafft aus. Schluss für heute.
So kann ich über alles noch mal in Ruhe nachdenken.

Reid steht auf: "Sie haben Recht." Er beugt sich zu Morgan und der kommt ihm entgegen, kurz umarmen die Beiden sich. Morgan lächelt: "Mach's gut, Reid. Hat mich sehr gefreut, dass du da warst." "Ich komm morgen wieder." Beide lächeln sich noch einmal zu, dann verlässt Reid das Zimmer.

Nachdem Besuch bei Morgan fährt Reid ins Hauptquartier der BAU. Er weiß dass seine früheren Kollegen an einem neuen Fall dran sind und sich nicht in der Stadt befinden, aber er will zu dem Teammitglied, dass die meiste Zeit im Büro verbrachte. Er läuft durch das Gebäude und grüßt hier und dort bekannte Gesichter. Er lächelt, als er am Schreibtisch seiner Kollegen vorbeiläuft, sieht kurz mit Wehmut auf seinen Schreibtisch und zu Morgans. Dann geht er weiter, direkt zum Computerraum.

POV Spencer:

Dieser Ort… Er weckt so viele Erinnerungen. Das Morgan und ich uns nicht hier befinden, nicht hier arbeiten, das scheint mir so als wäre es nicht richtig. Aber Umstellungen sind immer schwer, es kommen einem immer Zweifel. Meine neue Arbeit gefällt mir und auch die Kollegen sind super…
Lassen wir das, ich sollte das tun weswegen ich hier bin. Ich darf nicht immer mit meinen Gedanken abschweifen.
Ich hoffe Garcia kann mir helfen. Sie kennt Morgan doch am besten, neben mir vielleicht.

Reid klopft an die geschlossene Tür und als ein 'Herein' ertönt, betritt er den Raum. Garcia sitzt, wie könnte es anders sein, an ihrem Computer und sieht angestrengt auf einen Bildschirm. Ohne sich weiter ablenken zu lassen, meint sie ruhig: "Legen sie die Akte bitte dorthin. Ich seh sie mir später an." Reid grinst: "Ich hab keine Akte dabei." "Was?!", erschrocken dreht sich Garcia um. Als sie Reid erkennt lächelt sie: "Reid, wie schön dich zu sehen." Sie steht auf und er geht zu ihr: "Hallo Garcia. Ich wollte dich mal besuchen." Sie nehmen sich kurz in den Arm, dann drückt sie sich zurück und fragt besorgt: "Ist was mit Morgan?" Reid schüttelt den Kopf: "Nein… Obwohl es was mit ihm zu tun hat." Garcia sieht ihn verwirrt an. "Ich müsste was mit dir besprechen, ich bräuchte deinen Rat." Garcia nickt. "Ich… hättest du mal Zeit für eine Kaffeepause? Es dauert nicht lange, aber ich möchte das gern in Ruhe besprechen." "Ich muss noch kurz was speichern, dann hab ich Zeit." Reid nickt erfreut.

Eine halbe Stunde später sitzen sie in einem kleinen Café. Sie hatten sich einen Kaffee geholt und dann in eine ruhige Ecke gesetzt. Nun saß Reid Garcia gegenüber, die ihn neugierig ansieht. Er lächelt: "Tja, wie gesagt, es geht um Morgan." Garcia grinst: "Soweit waren wir schon." "Ja", meint Reid verlegen: "Ich war heute bei ihm und… Es geht ihm wieder besser." "Das ist schön. Ich hatte gestern noch das Gefühl dass er kaum unserem Gespräch folgen kann. Aber der Arzt meinte ja, dass es sich bessern würde.", sie lächelt zufrieden und wartet, bis Reid fortfährt: "Ja… Er kann in ungefähr einer Woche das Krankenhaus verlassen…" "Das ist schön.", unterbricht Garcia ihn. Reid nickt kurz: "Jedenfalls muss er sich noch sehr schonen und wird nicht im Stande sein, seinen Alltag alleine zu meistern." Reid pausiert kurz, Garcia sieht ihn überlegend an. "Er hat vor in eine Reha-Klinik zu fahren, aber die ist nicht in der Stadt und eigentlich will er gar nicht weg." Garcia nickt erneut. "Er möchte natürlich gern in eine normale Umgebung und so…"

POV Spencer:

Mein Gott, was red ich hier für Blödsinn?! Kann ich nicht endlich mal zum Thema kommen? Ich trau mich wieder nicht. Ich hab immer Angst, wenn es um Morgan geht. Das ist doch Quatsch! Nun endlich raus, mit der Sprache. Kein Wunder das Garcia so dumm guckt, bei dem Durcheinander, das ich erzähle.

Reid holt tief Luft: "Ich hab mir überlegt, ob Morgan nicht zu mir zieht… in mein Gästezimmer." Garcia braucht einen Moment, dann lächelt sie: "Aha, jetzt können wir darüber reden." Reid nickt verlegen. "Hast du mit Morgan schon darüber geredet?" Reid schüttelt den Kopf: "Ich wollte erstmal dich um Rat fragen." "Du hast Angst, er könnte ablehnen.", meint Garcia, woraufhin Reid nickt. "Ihr seid gut befreundet. Warum sollte Morgan ablehnen?" "Wir hatten Sex und danach hat sich alles verändert. Wir sind so verkrampft miteinander umgegangen. Wir…" Garcia schüttelt den Kopf: "Das 'war'. Mittlerweile hat es sich doch wieder normalisiert. Ihr fühlt euch wieder wohl, in der Nähe des anderen." Reid nickt. "Ich denke, er würde sich freuen. Das ist doch eine gute Möglichkeit."

POV Spencer:

Ich hab's geahnt, dass Garcia der Meinung ist. Es ist ja auch wirklich Unsinn, dass Morgan wo anders hingeht. Ich muss natürlich einiges absprechen. Ich muss meinen Chef informieren, dass ich öfter von Zuhause arbeite. Und noch wichtiger ist dass ich mit Morgans Arzt rede, auf was ich achten muss. Ich hab noch eine Woche Zeit, das wird schon.

Er lächelt: "Du hast Recht. Ich werde ihm vorschlagen zu mir zu ziehen, zumindest bis es ihm wieder besser geht." Garcia nickt zustimmend. "Ich werde ihn morgen Vormittag fragen, da fahr ich wieder zu ihm." "Schön. Es freut mich wirklich und Morgan wird sich auch freuen. Du glaubst doch selbst nicht, dass es ihm gefallen würde, in einem Krankenhaus gesund zu werden." Reid grinst: "Ich befürchte trotzdem, er könnte ablehnen. Einfach weil er mir nicht zu Last fallen will… Könntest du nicht mitkommen? Auf dich hört er doch." Garcia lächelt: "Also gut. Du könntest Recht haben. Ich komm mit. Aber ich kann morgen nicht. Wenn dann müssen wir heute Abend noch zu ihm." "Also gut. Dann fahr ich auch noch mal in mein Büro. Du rufst mich einfach an, wenn du fertig bist." Garcia nickt zustimmend.

Am späteren Abend bekam Reid endlich den Anruf und packte sofort seine Sachen, um Garcia abzuholen. Als er vor ihrem Büro ankommt, steht sie schon draußen und wartet. Sie steigt in sein Auto und erklärt sofort: "Tut mir Leid. Das Team hat mich noch gebraucht. Ich konnte erst jetzt weg." Reid nickt: "Ist schon gut. Dann lass uns mal fahren."

Eine halbe Stunde später kommen sie am Krankenhaus an und laufen sofort zu Morgans Zimmer. Als sie reinkommen sieht er sie erstaunt an: "Was macht ihr denn hier?" Garcia beugt sich zu ihm und küsst ihn kurz auf die Wange: "Hallo, schöner Mann. Wir wollten was mit dir besprechen." Reid nickt und setzt sich auf einen Stuhl. Garcia setzt sich aufs Bett und lächelt Reid zu. Der seufzt kurz und erklärt dann: "Du hast gemeint dass du in ein paar Tagen hieraus kommst… Und ich dachte… Naja es wäre das Beste…" Garcia schüttelt den Kopf, sie wendet sich von Reid zu Morgan: "Reid bietet dir an dass du zu ihm ziehen kannst." Morgan runzelt die Stirn und sieht zu Reid: "Was? Ich meine… Das geht doch nicht." "Warum nicht?", Reid sieht ihn fordernd an. "Weil… weil ich nicht selbstständig bin. Ich kann nicht einkaufen gehen, ich werde die Wohnung nur mit Hilfe verlassen können… Ich…" Morgan senkt den Blick: "Ich würde dir zur Last fallen." "Nicht doch. Du könntest in mein Gästezimmer ziehen, das ist wirklich schön. Ich könnte viel von Zuhause arbeiten. Ich hab das schon mit meinem Chef abgesprochen." Garcia nickt: "Und ich würde euch auch helfen." Sie nimmt Morgans Hand: "Es würde dir viel besser gehen, als in dieser Klinik und das weißt du selbst…" Morgan schließt die Augen.

POV Derek:

Ich wollte ja nie in diese Reha-Einrichtung, aber dort würde man sich am besten um mich kümmern. Dort wäre ich unter medizinischer Aufsicht… Aufsicht. Als ob mir das gefallen würde.
Aber zu Reid ziehen… Klar, wir vertrauen uns und sind uns auch wieder näher gekommen. Und wenn er meint er könnte von daheim arbeiten…
Was spricht eigentlich dagegen?

POV Spencer:

Ich hoffe so dass er zustimmt. Garcia und ich haben alles schon geregelt, es würde prima klappen. Mein Chef war so nett und ist mir sehr entgegen gekommen.
Es wäre doch toll, wenn wir beide öfter zusammen wären. Ich weiß, er liebt mich nicht. Aber so als Freunde…

Morgan seufzt: "Natürlich würde ich gerne hier bleiben. Ich mag diese Stadt und ich hab genug von Medizinern." Er sieht von Garcia zu Reid: "Also gut. Ich stimme zu. Ich werde zu dir ziehen, wenn ich hier rauskomme. Ich werde alles tun, um dir nicht zu sehr zu Last zu fallen. Und das mit der Miete klären wir noch." Reid lächelt: "Ich freu mich. Wir können alles ganz in Ruhe klären, mach dir da keine Gedanken." "Schön, dass das geklappt hat.", meint Garcia trocken und grinst. Reid steht auf: "Wir müssen wieder gehen. Wir durften nur kurz rein." Morgan nickt. "Ich komm morgen wieder. Dann können wir in Ruhe noch mal alles besprechen." Morgan lächelt.

POV Morgan:

Also gut. Spenc und ich haben schon soviel mitgemacht, das schaffen wir auch noch. Ich mag ihn und ich bin gern mit ihm zusammen. Ich will ihm wirklich nicht zur Last fallen. Ich hoffe dass er nicht zuviel Arbeit mit mir hat.

POV Spencer:

Ich bin sooo froh, dass er zugestimmt hat. Ich muss noch einiges regeln. Vielleicht sein Bett wenigstens in meine Wohnung bringen oder ein paar andere persönliche Sachen. Vielleicht seinen Analvibrator. Ich muss mir ein Grinsen verbeißen.
Natürlich muss ich mich auch über seinen Zustand informieren, worauf ich achten muss und was er alles machen und nehmen muss. Aber wir haben ja noch ein paar Tage.

Fünf Tage später soll Morgan entlassen werden. Reid sitzt am Abend davor an seinem Computer und arbeitet noch ein wenig, als sein Handy klingelt. Nach dem Gespräch stöhnt er. Sofort wählt er die Nummer der Station, auf der Morgan liegt. Als dort jemand abnimmt. Bittet er mit Morgan sprechen zu können. Als Morgan ans Telefon kommt, erklärt Reid: "Ich muss dringend weg. Ich hab versucht zu erklären dass ich nicht kann und dass du mir wichtiger bist und mich brauchst… Aber ich muss dringend nach New York City, heute noch." Morgan seufzt: "Da kann man wohl nichts machen. Ich werde fragen ob der Platz in der Klinik noch frei ist." "Es tut mir wirklich leid." "Du kannst doch nichts dafür. Jetzt geh und ruf mich mal an." "Werde ich. Pass auf dich auf." Beide legen enttäuscht auf.

POV Morgan:

So ein Mist! Diese verdammte Arbeit, immer muss was dazwischenkommen. Das hat man nun davon, dass Spenc so ein Genie ist. Ich verstehe, dass er gebraucht wird. Ich finde es nur so schade. Jetzt muss ich doch in diese Klinik und wir werden uns so schnell nicht wieder sehen. Ich vermiss ihn jetzt schon.

POV Spencer:

Ich hab alles versucht. Aber ich muss vor Ort sein, ein anderer ist nicht verfügbar. Ich könnte schreien, war kurz davor zu kündigen. Aber es geht nicht, ich habe eine Pflicht zu erfüllen. Wie blöd sich das anhört!
Egal ich muss packen, mein Flug geht in Kürze. Ich will einfach nicht weiter drüber nachdenken. Ich hab mich so drauf gefreut, oft mit ihm zusammen zu sein.
Ich werde ihn schrecklich vermissen, ich vermisse ihn jetzt schon.