Morgan dreht sich so verzweifelt hin und her, dass er aus dem Bett fällt. Er stöhnt kurz schmerzhaft auf. Garcia sitzt währenddessen vor ihrem Computer und sucht Gemeinsamkeiten zwischen vier Todesopfern. Sie hat neue Informationen von Prentiss erhalten und konnte nun genauer suchen. Plötzlich hört sie Geräusche. Sie horcht kurz und denkt schon sich verhört zu haben, als ein weiteres Geräusch kommt. Sie steht sofort auf und eilt ins Schlafzimmer. Als sie Morgan sieht, erstarrt sie.
Reid hat fast die ganze Nacht durchgearbeitet. John musste eine Pause machen und zu seiner Frau, aber er versicherte ihm, dass er alleine klar kommen würde. Nach Mitternacht schlief Reid ein paar Stunden, auf dem Sofa. Er wollte nicht ins Hotel und eigentlich auch nicht so lange schlafen. Nachdem er am frühen Morgen wach wurde, arbeitete er sofort weiter.
Als John am Morgen zurückkommt, ist Reid schon fast fertig: "Wow, sie haben ja große Vorschritte gemacht." John beugt sich über Reid und lächelt. Reid nickt: "Ja, ich hab eine bessere Lösung gefunden und bin schneller voran gekommen. Ich werde ihnen noch einiges erklären und…" Er dreht sich zu ihm um: "Ich hab gehofft, dass ich schon heute Nachmittag wieder zurück nach Quantico kann." John grinst: "Wartet ihre Freundin auf sie?"
POV Spencer:
Warum denkt nur jeder immer gleich dass ein Mann mit einer Frau zusammen sein muss?! Ganz Unrecht hat er ja nicht. Ich sehn mich nach einem lieben Menschen.
Ich krieg dieses komische Gefühl, in meinem Bauch, nicht ganz weg. Ich hab Angst, dass was mit Derek ist. Ich weiß, Garcia kümmert sich um ihn… Aber der Arzt hat ja selbst gesagt, dass es zu Atemproblemen kommen kann.
Alles egal. Je schneller ich wieder bei ihm bin, desto besser.
Reid schüttelt den Kopf: "Nein, aber andere lieben Menschen. Und einer davon braucht mich dringend." "Ihr ehemaliger Kollege?", John sieht ihn vorsichtig an. "Ja. Woher?" John lächelt: "Ihr Chef hat schon gemeint dass sie eigentlich weg könnten, deswegen sollen wir ihnen auch helfen, das schnell über die Bühne zu bringen." Reid lächelte ein wenig und freute sich: "Das ist schön." Er seufzt: "Also, dann schauen wir mal ob wir vorwärts kommen und sie das dann in Zukunft alleine schaffen." John schnappt sich einen Stuhl und setzt sich zu ihm.
"Morgan!?" Garcia setzt sich zu ihm und nimmt seinen Oberkörper hoch: "Was ist mit dir?!" Sie sieht in die geweiteten Augen von ihrem Freund, der sich immer wieder aufbäumt und mit der Hand an den Hals fasst. Sie nickt: "Du bekommst keine Luft mehr?!" Morgan nickt hastig. Sie steht vorsichtig auf und sucht in den Medikamenten nach dem Spray. In ihrer Panik findet sie es erst nicht. Morgan dreht sich immer wieder und seine Panik wird immer größer. Sie stöhnt erleichtert auf, als sie das Asthmaspray endlich gefunden hat. Sofort kniet sie sich wieder zu ihm und hebt den Kopf. Sie nimmt die Schutzkappe ab und hält es ihm direkt an den Mund: "Komm, öffne die Lippen." Morgan hat keine Kraft mehr, aber er schafft es mühsam, den Mund zu öffnen. Garcia steckt ihm das Mundstück rein und drückt ab. Morgan zuckt kurz zusammen, er mag dieses 'Geschoss' nicht. Garcia nickt: "Gut so und noch einmal." Sie drückt noch einmal auf das Spray und dann meint sie: "So ist es gut. Versuch langsam und tief ein- und auszuatmen." Sie hält Morgans Oberkörper weiter nach oben, um ihn das Atmen zu erleichtern. Sie streicht ihm über das Gesicht und reibt ein wenig über seinen Brustkorb. Auch sie zittert.
POV Derek:
Es wird langsam besser. Ich hab nicht mehr das Gefühl ersticken zu müssen. Wenn mich Garcia nicht gefunden hätte, dann… Wäre ich wirklich gestorben? Das macht mir Angst. Ich will nicht dass das noch einmal passiert.
Garcia reibt immer noch sanft über Morgans Brustkorb, der seinen Kopf auf ihre Schulter zurückgelegt hat. Sie streicht ihm über die Wange: "Geht's?" Er nickt stumm. "Ich hatte eine Scheißangst, als ich dich gesehen hab." "Ich hatte auch Angst." Er lächelt: "Ich hatte das Gefühl zu ersticken." "Jetzt ist alles gut, ich bin bei dir. Atme ganz ruhig." Er atmet ein paar Mal tief durch und sie streichelt ihn sanft weiter. "Könntest du mir bitte ins Bett helfen? Mir ist kalt." Garcia nickt: "Natürlich, machen wir sofort." Sie drückt Morgan ein Stück von ihr weg und steht auf. Sie greift Morgan unter die Arme und hilft ihm mühsam auf. Seine Beine zittern und er fühlt sich unendlich schwach. Mit einiger Anstrengung beiderseits, liegt Morgan kurz darauf wieder im Bett. Garcia deckt ihn zu und setzt sich zu ihm: "Geht's?" Er lächelt: "Klar, geht schon wieder." "Du siehst schwach aus.", sie streicht ihm über die Wange: "Ruh dich aus." Morgan nickt und schläft kurz darauf erschöpft ein. Garcia sieht ihn besorgt an und seufzt leise: "Ich werde dich im Auge behalten, mein Schatz."
Sie bleibt noch für ein paar Minuten bei ihm sitzen. Dann arbeitet sie für eine Weile wieder und schaut später noch mal nach ihm. Sie setzt sich erneut aufs Bett und sieht Morgan an. "Du atmest so schwer. Oder bilde ich mir das ein?" Sie weckt ihn vorsichtig: "Morgan, komm wach auf." Er dreht sich ein wenig und murrt dabei. "Jetzt komm. Es ist Zeit fürs Mittagessen." Er brummelt und sieht sie an: "Ich will nicht. Ich bin müde." "Morgan bitte. Du musst was essen, du musst dann deine Tabletten wieder nehmen."
Nachdem Morgan eine Kleinigkeit gegessen hat, gibt Garcia ihm die Tabletten und beobachtet ihn genau. Als er sie geschluckt hat, meint sie: "Du siehst gar nicht gut aus. Wie fühlst du dich?" Morgan lächelt gequält. "Das sagt genug." Sie seufzt: "Ich glaube, ich bring dich ins Krankenhaus…" Er will sofort was dagegen sagen, doch sie wehrt ab: "Morgan… Du atmest wieder so schwer." Er schüttelt den Kopf. "Morgan bitte, ich hab Angst dass dir was passiert."
POV Derek:
Verdammt! Was soll ich nur machen?! Ich merk ja selbst, dass es mir nicht gut geht… und ich hab Angst noch mal keine Luft zu bekommen. Das war ein schreckliches Gefühl.
Hab ich überhaupt eine Wahl? Vielleicht behalten sie mich nicht dort. Wenn alles okay ist, kann ich vielleicht gleich wieder nach Hause… nach Hause… Naja…
Morgan nickt betrübt: "Mir bleibt wohl nichts anderes übrig." "Sehr schön. Ruh dich aus. Ich klär alles." "Danke Süße.", er lächelt sie an. Sie beugt sich zu ihm und küsst ihn auf die Stirn.
Garcia gibt dem Team bescheid, dass sie nicht mehr zu erreichen wäre und packt dann Morgan, um mit ihm ins Krankenhaus zu fahren.
Morgan lässt alles über sich ergehen, mit der Hoffnung es schnell hinter sich zu bringen.
Währenddessen versucht Reid bei Morgan anzurufen, aber dessen Handy ist natürlich aus. Ohne weiter zu überlegen, legt Reid auf. Er überlegt einen Moment, dann wählt er Garcias Nummer, kurz darauf meint er: "Garcia, wo ist Morgan?! Warum geht er nicht an sein Handy?! Diese verdammte Mailbox… Ruf mich so sofort zurück!" Reid schüttelt den Kopf.
John kommt kurz darauf wieder ins Zimmer und erklärt: "Ich hab ihnen einen Wagen gerufen, der bringt sie zum Flughafen, ihr Sitzplatz ist auch schon gebucht. Der Wagen holt sie in zwei Stunden hier ab." "Danke schön, sie helfen mir wirklich sehr." John lächelt. Reid sieht sich um und meint: "Dann arbeiten wir doch noch ein bisschen. Sie machen es und ich schau ihnen dabei zu." John nickt und setzt sich auf den Stuhl, neben Reid.
POV Spencer:
Ich hab kein gutes Gefühl. Irgendwas sagt mir, dass was mit Derek ist.
Vielleicht sind sie auch nur zu einem Kontrollbesuch ins Krankenhaus. Ich darf nicht gleich verrückt spielen.
Aber sein Zustand ist nun einmal noch gefährdet… Verdammt!
Zweieinhalb Stunden später ruft Reid wieder beide Nummern an, doch niemand geht ran. Diesmal gibt er nicht auf, er wählt eine dritte Nummer, kurz darauf meldet sich jemand: "Ja?" "Hotch, hier ist Reid. Ich bin auf der Suche nach Morgan." Hotch nickt betrübt und geht aus dem Büro, in dem er mit dem Team einiges besprochen hatte: "Garcia hat uns kurz informiert. Sie hat Morgan ins Krankenhaus gebracht." Reid erstarrt: "Was ist mit ihm?!" "Er bekam keine Luft mehr und sein Zustand hat sich allgemein verschlechtert." Reid nickt und versucht alles zu verstehen: "Hat sie ihn in dasselbe Krankenhaus gebracht, in dem er schon war?" "Ja, natürlich.", erwidert Hotch: "Sein Zustand war nicht lebensbedrohlich, sie hat ihn selbst hingefahren." Reid nickt: "Okay, danke." "Mach dir keine Sorgen…", versucht Hotch Reid zu beruhigen, doch der entgegnet sofort: "Ich flieg gleich zurück. Ich hab hier alles geklärt." Hotch entgegnet nichts mehr, so beenden sie das Gespräch.
POV Spencer:
Ich hasse es! Ich hätte nie weggehen sollen. Ich hatte gleich so ein komisches Gefühl, hätte ich doch nur darauf gehört.
Ich möchte so schnell wie möglich zu ihm, aber ich muss erst mal den Flug bekommen und dann…
Also gut, diesmal ist es wirklich ein Notfall. Ich hab das noch nie in Anspruch genommen, also geht es diesmal schon.
Er wählt erneut eine Nummer, die des Polizeireviers: "Mein Name ist Dr. Spencer Reid. Ich lande in fünf Stunden in Quantico und brauche einen Wagen, der mich ins Krankenhaus, in der City, fährt." Die Frau am anderen Ende der Leitung braucht noch ein paar persönliche Daten und dann versichert sie ihm, dass er abgeholt werden würde.
Morgan wird zur selben Zeit weiter untersucht. Zufällig hat sein behandelnder Arzt gerade Dienst, so wurde er sofort von dem übernommen. Er ist schon vollkommen erschöpft, aber der Arzt will ganz sicher gehen, so ergibt sich Morgan und lässt alles mit sich geschehen.
POV Derek:
Ich fühl mich schon besser. Das muss von der Spritze kommen, die mir der Doc gleich am Anfang gegeben hat. Ich hab doch gesagt, ich muss nicht hierher, etwas Ruhe und mir wäre es wieder besser gegangen, ohne dass Garcia mich einliefert.
Das ist alles so nervend und anstrengend, ich will am liebsten nur schlafen.
Sieben Stunden später, am späten Abend, kommt Reid wieder in Quantico an. Als er in den Wartebereich kommt, sieht er dort schon eine Streifenpolizistin. Er geht zu ihr: "Mein Name ist Spencer Reid." Sie lächelt: "Dann warte ich auf sie… Zeigen sie mir kurz ihren Ausweis?" Reid nickt und sucht ihn, bis er ihn in seiner Reisetasche endlich gefunden hat. Er wird immer unruhiger, aber sie lächelt sanft: "Dankeschön. Entschuldigung, aber es ist Vorschrift." Reid nickt: "Kein Problem. Können wir bitte los?!" Die Polizistin nickt und begleitet ihn nach draußen, dort steigen sie in ein Auto und sie fährt los.
Als die Polizistin den Wagen hält, meint Reid nur: "Danke ihnen." Und schon läuft er los und sie lächelt ihm, Kopf schüttelnd, hinterher. Reid eilt sofort zur Aufnahme: "Ich suche nach Derek Morgan." Die Frau schüttelt den Kopf: "Ich kann hier nichts finden." "Er wurde heute erst eingeliefert, er hatte wahrscheinlich einen Rückfall." "Versuchen sie's mal im 2. Stock." Reid lächelt kurz: "Danke."
Reid fährt mit dem Aufzug nach oben und geht dann dort auf den Flur. In der Warteecke sieht er Garcia: "Hey, ich hab schon versucht dich zu erreichen." Sie kommt zu ihm: "Ich hab mein Handy Zuhause ausgemacht, ich konnte es nicht brauchen und hier darf man es nicht einschalten. Als ich dann vor fünf Stunden einige Zeit Zuhause war, um doch noch einiges zu erledigen, bist du nicht mehr an dein Handy gegangen." Reid sieht sie forschend an: "Was ist überhaupt passiert?!" "Ich muss ja nebenbei arbeiten…", sie seufzt kurz: "Ich war an meinem PC, als ich komische Geräusche gehört hab. Ich bin dann ins Schlafzimmer und dort lag er am Boden." Sie zuckt zusammen: "Er lag am Boden und hat sich gekrümmt und sich den Hals gehalten. Er hat keine Luft mehr bekommen. Ich hab ihm dann sein Spray gegeben, davon zwei Stöße… Dann ging es ihm wieder besser. Aber er war so erschöpft, deswegen hab ich ihn überredet herzukommen. Er hat kurz überlegt, aber dann eingesehen, dass es so das Beste ist. Also hab ich ihn mit meinem Auto hergebracht. In der Notaufnahme haben sie ihn gleich übernommen und dann hab ich ihn nur kurz gesehen, wie sie ihn vor einer Stunde in sein Zimmer gebracht haben."
Sie sieht Reid an: "Es war meine Schuld, ich hätte vorsichtiger sein müssen." "Du hast alles gemacht, um ihn zu helfen.", Reid lächelt sanft. Garcia erwidert es und meint leise: "Ich hoffe er wird wieder gesund." "Wie geht's ihm denn jetzt?" "Ich weiß es nicht so genau. Sie haben ihn lange untersucht und ihm am Ende ein Beruhigungsmittel gegeben. Er schläft jetzt. Ich hab nicht mehr mit ihm reden können. Der Arzt wollte zu mir kommen und mir einiges erklären, aber ich warte immer noch." Beide sehen sich verzweifelt an, dann fragt sie vorsichtig: "Könntest du bitte mal hier bleiben? Ich müsste dringend mal telefonieren." "Klar. Mach du ruhig. Ich werde hier nicht mehr weggehen." Garcia nickt und geht, klopft ihm noch mal kurz auf die Schulter. Reid lächelt leicht und setzt sich dann auf einen der Stühle und überlegt.
POV Spencer:
Er schläft also. Das heißt erstmal Aufatmen. Auch dass sie ihn nicht auf die Intensivstation gebracht haben, ist ein gutes Zeichen.
Jetzt heißt es wieder mal warten. Ich hoffe der Arzt kommt bald und wir erfahren endlich, was mit ihm ist. Ich mach mir Sorgen.
