Kurz danach kommt Garcia wieder. Sie schaut ihn unsicher an. Als Reid sie bemerkt, fragt er: "Was ist?" Sie schüttelt den Kopf: "Hotch hat sich gemeldet. Sie brauchen mich wieder. Ich muss zurück ins Büro." Reid nickt: "Ich bin ja jetzt wieder da. Auf der Fahrt hierher, hab ich mit meinem Boss telefoniert. Für meine gute Arbeit, gibt er mir ein paar Tage frei." "Das ist schön.", Garcia lächelt erleichtert: "Es ist besser, wenn er nicht allein ist." Sie verabschieden sich und dann setzt Reid sich wieder hin.
Eine Stunde später kommt ein Arzt: "Ich suche die Kollegin von Derek Morgan." Reid steht auf: "Sie musste dringend weg. Ich bin jetzt da." "Ah, sehr schön." Die Beiden geben sich die Hand: "Freut mich, dass sie gekommen sind." "Ja, mich auch. Es ist schön, dass sie sich wieder um ihn kümmern, Dr. Cassian. Ich hab meine Arbeit erledigt und kann jetzt bei Morgan bleiben." Der Arzt nickt: "Gut, dann kommen sie mal mit."
Sie gehen in sein Büro. Dr. Cassian setzt sich hinter seinen Schreibtisch und Reid auf einen der Stühle davor. Der Arzt lächelt, während Reid ihn fordernd ansieht. "Mr. Morgan hatte einen schweren Asthmaanfall. Das Spray, das er bekommen hat, hat schnell geholfen. Aber der Sauerstoffmangel hat seinen Körper sehr geschwächt, das ist ganz normal." Reid nickt. "Wir haben ihn noch einmal gründlich untersucht und ich hab alle Werte mit einem Kollegen besprochen, aber es hat sich nichts geändert. Er hat einfach noch schweres Asthma, das bei ihm aber wohl nicht von Dauer sein wird, seine Lunge wird sich weitgehend erholen. Das braucht Zeit, wir können da nicht viel machen." Reid hat aufmerksam zugehört und nickt verstehend: "Ja, natürlich. Das haben sie uns ja erklärt." "Miss Garcia hat mir verraten dass er die Tabletten nicht rechtzeitig genommen hat, das war natürlich nicht so gut. Er muss sie regelmäßig nehmen, damit sich sein Zustand nicht verschlechtern kann." Reid seufzt.
POV Spencer:
Wäre ich doch nur hier geblieben. Dann wäre es vielleicht nie soweit gekommen. Ich hätte auf ihn geachtet, ich bin nicht so konfus wie Garcia. Deswegen macht sie sich so Vorwürfe…
Und ich kann mir sehr gut vorstellen dass Derek auch nicht dran gedacht hat, wie ich ihn kenne. Da hab ich zwei allein gelassen.
Der Arzt lächelt aufmunternd: "Wir haben überlegt, ob wir ihn hier behalten. Aber erstens glaub ich nicht dass das was bringen würde, und zweitens will er unbedingt hier raus, dass hat er mir gleich am Anfang gesagt." Reid grinst und meint: "Ich nehm ihn mit zu mir. Eigentlich wollte ich das ja gleich machen. Ich hab mich gründlich informiert und weiß auf was ich achten muss und was er braucht." "Gut, dann geht alles in Ordnung. Kommen sie mit." Dr. Cassian steht auf und verlässt das Zimmer, gefolgt von Reid.
"Ich gebe ihnen noch einen Sauerstofflasche mit. Falls er schwer Luft bekommt, können sie ihn dann damit auch noch helfen, damit er besser Luft bekommt, sie müssen nicht immer zu Medikamente greifen." Reid nickt zustimmend. Der Arzt holt eine Krankenschwester, die ihn in einen kleinen Lagerraum bringt. Sie geht zu einer Sauerstoffflasche und erklärt Reid wie er damit umgehen muss. Reid nickt, nachdem er alles verstanden hatte und dann geht er zum Morgans Zimmer, mit dem Behälter. Leise öffnet er die Tür und bemerkt sofort dass Morgan schläft. Leise stellt er die Flasche ab und setzte sich auf einen Stuhl. Erstmals kommt er dazu sich wirklich zu beruhigen.
POV Spencer:
Es geht ihm gut. Er wirkt noch ein wenig erschöpft, aber seine Werte sind gut. Ich bin so froh. Natürlich war die Situation brenzlig, aber er hat alles gut überstanden.
Wenn er aufwacht bring ich ihn nach Hause. Dann bekommt er endlich Ruhe und ich kann mich um ihn kümmern. Ich bin froh, dass das Personal hier so nett ist. Sie haben mir alles in Ruhe erklärt, so dass ich alles allein mit Morgan schaffe.
Reid schließt die Augen, um sich zu entspannen, und wartet. Ungefähr 15 Minuten später wacht Morgan langsam auf. Reid setzt sich zu ihm aufs Bett. Morgan sieht ihn an: "Hey, du bist ja da." Reid lächelt: "Ja, ich hab mich beeilt… Ich hatte schon die Befürchtung, das du ohne mich was anstellst… Und leider lag ich damit ja gar nicht so falsch." "Hab's nicht mit Absicht gemacht.", entgegnet Morgan schmunzelnd. Reid grinst: "Glaub ich dir."
POV Derek:
Spenc ist da! Ich freu mich ja so. Ich kann wieder tief durchatmen, was mich auch freut. Ich hoffe nur ich komm hier wieder raus und am liebsten zu Reid.
Wo ist Garcia hin? Ich hoffe sie macht sich keine Gedanken.
Reid betrachtet Morgan und bemerkt, dass er doch sehr erschöpft wirkt. Daraufhin erklärt er: "Ich hab mit Dr. Cassian geredet. Ich kann dich mit zu mir nehmen." "Du?", fragt Morgan lächelnd. Reid nickt: "Ja, ich hab ein paar Tage freibekommen. Deine Kisten, mit deiner wichtigsten Kleidung, wurden ja schon in meine Wohnung gebracht. Das ist also auch kein Problem. Später werde ich jemanden bitten, noch deine Sachen von Garcia abzuholen." "Das ist schön. Apropos Garcia… ist alles okay mit ihr?" Reid lächelt: "Ja, sie hat sich natürlich Sorgen gemacht. Aber als der Arzt mir gesagt hat dass es dir gut geht, hab ich ihr bescheid gesagt, auch dass ich dich mit zu mir nehme." Morgan nickt zufrieden. Reid steht auf: "Dann komm mal in die Gänge. Ich will auch nicht länger hier bleiben. Du kannst dich später wieder hinlegen und ich mach uns was zu essen." Morgan lächelt und steht langsam auf, was ihm noch etwas schwer fällt, da er sich noch schwach fühlt.
Ein paar Polizisten in zivil bringen die Beiden zu Reids Wohnung. Die Polizistin bleibt im Wagen, während ihr Kollege das Gepäck und den Sauerstoffbehälter nimmt, damit Reid Morgan helfen kann. Der war noch immer ein wenig schwach auf den Beinen. Reid dirigiert Morgan, mit einer Hand auf seiner Schulter, nach oben in den zweiten Stock. Als er die Tür aufschließt, lehnt sich Morgan schon erschöpft an die Wand. Reid öffnet die Tür: "Bitte stellen sie die Sachen einfach irgendwo ab. Ich räum später auf." Der junge Polizist nickt und stellt alles in die Ecke: "Kann ich ihnen sonst noch helfen?" "Nein, danke." Der Polizist lächelt und geht.
Reid packt Morgan sanft und führt ihn in die Wohnung. Morgan stöhnt leise. Reid sieht ihn besorgt an: "Geht's dir nicht gut?" "Ich bin nur völlig groggy.", meint Morgan und seufzt. Reid nickt und bringt ihn ins Gästezimmer: "Ich hab deine Kisten ins Zimmer gebracht und der Schrank dort ist leer. Wir schauen erst mal, ob wir was Passendes zum Schlafen finden. Ausräumen können wir später immer noch." Morgan ist zu geschafft, um noch irgendwas zu entgegnen. Reid bringt Morgan zum Bett, auf das er sich sofort setzt und sieht ihn fragend an. Der lächelt: "Nur eine Boxershorts und ein T-Shirt, bitte." Reid hatte die Kisten grob beschriften lassen, so fand er schnell die gewünschten Dinge. Er legt beides aufs Bett: "Schaffst du's allein?" Morgan grinst: "Ja, natürlich." "Gut, ich geh mal meine Sachen wegräumen. Ich komm gleich wieder." Reid eilt hinaus und Morgan zieht sich um und legt sich dann ins Bett.
Kurz darauf kommt Reid, mit dem Sauerstoffbehälter, zurück: "Schlaf ein wenig. Ich koch uns eine Kleinigkeit. Wir haben beide heute noch nichts weiter gegessen." Morgan sieht ihn an und will etwas entgegnen, doch Reid schüttelt den Kopf: "Ich hab auch Hunger, Derek, und nebenbei muss ich noch meine Tasche ausräumen." Morgan sieht ihn grinsend an, woraufhin Reid fragt; "Was?!" "Du hast mich Derek genannt.", bemerkt Morgan schmunzelnd. Reid lächelt, leicht verlegen: "Ich finde Derek ist ein schöner Name. Oder hast du was dagegen, wenn ich dich so nenne?" Morgan senkt kurz den Kopf: "Nein, bei dir nicht. Wenn ich dich Spencer nennen darf." Reid sieht ihn Stirn runzelnd an: "Ich mag den Vornamen nicht, aber… du darfst es." Sie lächeln sich kurz an, bis Reid dann meint: "Ich geh jetzt kochen… und du solltest schlafen." Ohne weiter auf Morgan zu merken, verlässt er das Zimmer.
POV Spencer:
Das ist nicht gut. Ich wollte mich doch um ihn kümmern und jetzt… ich hab fast angefangen mit ihm zu flirten. Mit Derek! Ich meine… er weiß doch was ich für ihn empfinde und ich wollte ihn doch nicht mehr unter Druck setzen, gerade in seinem Zustand.
Oh je, das wird noch was werden. Ich muss mich unbedingt auf was anderes konzentrieren.
POV Derek:
Oh, ist der süß! Er ist ganz verlegen geworden. Sein Lächeln war wirklich zu niedlich. Ehrlich gesagt finde ich es schön, das mir mich beim Vornamen nennt. Wir sind doch nun schon lange genug befreundet, da redet man sich doch nicht mehr beim Nachnamen an.
Und ich mag es, ihn 'Spenc' zu nennen.
Reid ist dabei zu kochen und seine Sachen, die er in New York gebraucht hat, wegzuräumen, während Morgan ruhig schläft. Reid sieht immer wieder nach ihm, um zu überprüfen, dass auch alles mit ihm in Ordnung ist. Er hat auch alles für Notfälle parat gelegt, das Spray war da und auch der Sauerstoff war einsatzbereit.
Reid überprüft, einige Zeit später, noch mal das Schweinefleisch und das Gemüse und dreht die Herdplatte runter. Bevor er sich die Tabletten und ein Glas Wasser schnappt und ins Gästezimmer geht. Er setzt sich aufs Bett und betrachtet Morgan, der tief schläft. Dann legt er eine Hand auf Morgans Arm: "Morgan. Wach auf." Morgan dreht sich auf die Seite, weg von der störenden Hand. Reid lächelt: "Ich hab gekocht, lass uns essen. Vorher musst du noch deine Tabletten nehmen." "Ich bin müde.", murrt Morgan. Reid legt ihm wieder die Hand auf: "Ich weiß. Wenn du was gegessen hast, wirst du dich besser fühlen. Und wenn du willst, kannst du dich danach auch noch mal ins Bett legen."
Morgan öffnet die Lider und sieht ihn verschlafen an, Reid lächelt, woraufhin er nickt: "Okay, du hast Recht." Reid streckt die Hand aus und gibt Morgan zwei Tabletten und hält ihm das Glas, mit Wasser, hin. Morgan sieht ihn missmutig an: "Muss das sein?" "Jetzt mach kein Drama. Wenn du sie nicht nimmst, geht's dir wieder schlechter." Das will Morgan natürlich auf keinen Fall, also steckt er sich die Tabletten in den Mund, nimmt von Reid das Glas und leert es." Reid lächelt zufrieden: "Sehr brav. So und jetzt essen wir was." "Also gut.", Morgan seufzt: "Ich steh auf und komm gleich." "Schön."
Reid geht zurück in die Küche und deckt den kleinen Tisch dort. Er schaltet den Herd aus und rührt das Gemüse noch einmal um. Als er das Fleisch auf den Tisch stellt, kommt Morgan. Er trägt noch seine Schlafkleidung und hat einfach nur eine Jogginghose übergezogen. Reid lächelt. Morgan sieht ihn überrascht an: "Was?!" Reid schüttelt den Kopf: "Ist nur schön, dich mal so leger zu sehen." Morgan nickt.
Nachdem Essen sind beide so müde, von der Anstrengung der letzten Tage, dass sie sich in ihre Betten legen und eine Runde schlafen.
