Als Fähnrich Fleischmeister auf dem Dach angekommen war und die Sicherung der Leiter nicht mehr notwendig war, machte Karotte sich anderweitig nützlich.

Es hatte lange gedauert, bis er das Prinzip der Verbrechensbekämpfung durch die Diebesgilde verstanden hatte, doch nun sah er in einem Gildendieb fast schon einen Kollegen, wenngleich er ihm persönlich einen bitteren Geschmack zurück ließ. Aber Befehl war Befehl und wenn der Hauptmann sagte die Diebe waren Freunde, dann war es so! Punkt! Ausrufezeichen!

Karotte eilte um das Haus herum und rannte auf das Unterholz zu, in dem er die Diebe vermutete. Er winkte mit den Armen, um zu bedeuten, dass er ein Freund war und wichtige Neuigkeiten brachte.

Kein Dieb rührte sich in den Büschen und so sprach Karotte einfach gegen das Blattwerk. Fast flüsterte er, aber immer noch klang es ruhig, würdevoll und ein wenig so, als würde er als Wächter auf Diebe herabblicken - wenngleich er das natürlich entschieden zurückweisen musste, wenn man ihn darauf ansprach. Da er die Bedeutung des Wortes „Lüge" nicht kannte, muss an dieser Stelle angenommen werden, dass der herablassende Ton unbewusst dem Klang seiner Stimme hinzugefügt wurde.

„Der Dieb ist aufgetaucht. Er ist oben auf dem Dach. Wahrscheinlich versucht er auf eurer Seite runter zu klettern.".

Es kam keine direkte Antworte. Erst nachdem die Dieb einen Blick hinauf gerichtet hatten, flüsterte einer: „Tatsächlich. Da ist er! Holt ihn runter!".

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