Hallöle! Ich hoffe euch hat das erste Kapitel zugesagt. Da ich gerade sehr gelangweilt bin und meine Wand vor Pistolenschüssen bewahren will (Öhöhöh ;D) stell ich schonmal das zweite Kapitel rein.

Dieses Kapitel ist mit Hilfe von meiner ab Sofortigen Co.-Autorin entstanden

Viel Vergnügen ~

Kapitel 2

Sherlock schreckte auf. Mit zitternden Händen wischte er sich den kühlen Schweiß von der Stirn und blickte auf die Uhr.

Ganze drei Stunden Schlaf..

Es waren immerhin zwei mehr als üblich. Sherlock schloss die Augen und ließ sich zurück aufs Bett sinken. Sein Kopf fühlte sich an, als ob jemand mit einem Presslufthammer darin arbeiten würde. Wie sehr er es hasste zu spüren, dass die Drogen nicht mehr wirkten. Wie sehr er es hasste zu spüren, dass er von Tag zu Tag depressiver wurde. Schlaf allein konnte nicht helfen, obwohl es gut tat ein wenig abschalten zu können. Es waren jedoch auch die Albträume, die ihm den Schlaf raubten – nicht nur seine zu vielen und komplexen Gedankengänge.

Seufzend öffnete er wieder die Augen und stand von seinem Bett auf. Er wusste, dass es nicht viel bringen würde zu versuchen nochmal einzuschlafen. Kurz wühlte er in seinem Schrank und zog sich um. Es war viel angenehmer Hemden und lange Hosen zu tragen. So konnte man nicht viel von seiner Haut sehen und das war Sherlock Holmes viel lieber. Der junge Mann ging in das kleine Wohnzimmer und nahm seine Violine zur Hand. Er stellte sich vor das Fenster und schloss die Augen ehe er anfing zu spielen.

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„Irgendwas müssen Sie doch gefunden haben!". Detective Inspector Lestrade war aufgebracht. Ein Tatort, zwei Leichen und nichts was auch nur irgendwie auf deren Identität hinwies. Lestrade rieb sich die Augen. Zu wenig Schlaf und abscheulicher Kaffee wirkten sich ebenfalls auf seine Laune aus. „Und ihr habt wirklich alles abgesucht? Es kann sein, dass irgendwas draußen liegt oder im Keller!". Anderson stand seufzend neben ihm. „Sorry, Lestrade. Wir haben alles abgesucht und die Bude hat noch nicht mal einen Keller!". Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah Lestrade an. „Da ist wirklich nichts! Das können Sie mir glauben." Lestrade nickte kurz und entschuldigte sich. „Tut mir leid, Anderson. Ich weiß momentan nicht so viel mit mir selbst anzufangen. Der dritte Mord infolge und jedes Mal tappen wir im Dunkeln." Seufzend schüttelte er den Kopf. „Die Medien spekulieren auf einen Serienkiller. Dabei geht man erst nach dem dritten Mord von sowas aus!"

Sally Donovan hatte sich dazugesellt. „Wie es scheint, haben die Medien mal Recht behalten. Es ist jetzt der dritte Mord und es waren immer die Selben Todesursachen." Lestrade blickte zu ihr rüber. „Ich weiß. Ich hatte nur gehofft, dass sich hier etwas geändert hätte. Ein Serienkiller in London. Das ist das letzte was wir brauchen." Anderson seufzte kurz. „Ein sehr blutiger noch dazu. Ich habe die Blutproben der anderen beiden Tatorte zur Analyse geschickt. Ich habe noch keine Ergebnisse vorliegen, aber falls ich was Neues herausfinde, sag ich Ihnen Bescheid." Mit diesen Worten und einem kurzen Nicken verabschiedete sich Anderson und ging wieder zum Tatort.

Sally blickte den Detective Inspector kurz an. „Wir werden schon was finden. Das schaffen wir doch fast immer." Lestrade sah sie an. „Meist aber nur, weil wir Hilfe von außerhalb hatten. Wenn sich hier die nächsten zwei Stunden nichts finden lässt, dann werde ich ihn kontaktieren. Vielleicht wird er ja was finden." Sally wusste genau, wen Lestrade meinte und seufzte kurz. „Denken Sie wirklich dieser Freak wird mehr herausfinden, als die Polizei, deren Beruf das ist?" Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Sherlock Holmes lag noch nie falsch mit dem, was er uns geraten hat. Und diesmal wird er es sicherlich auch nicht." „Es steht noch nicht fest, ob der Psycho herkommen wird." Als Donovan ihren Namen hörte, ging sie zum Polizisten rüber, der sie gerufen hatte. Lestrade wusste, dass sie nichts finden würden. Es war nur eine Frage der Zeit, dass sie es zugaben.

Er kramte sein Telefon aus der Hosentasche und blickte drauf. Mehrmals hatte er versucht Sherlock anzurufen und es war noch nichts zurückgekommen. Wenn die zwei Stunden vorbei waren, wusste er, dass er nicht anrufen, sondern besser direkt zu ihm fahren sollte. Lestrade machte sich wieder Sorgen um Sherlock. Zu lange hatte er nichts mehr von ihm gehört und er wusste von seinen Problemen. Er wusste von den Drogen und von den Depressionen, obwohl er nie mit ihm über letztere geredet hatte. Er konnte es ihm einfach ansehen, dass es ihm schlecht ging und etwas in seinem komischen Verstand verdreht war. Doch er wusste auch, dass es schier unmöglich war ihm zu helfen. Sherlock war niemand, der gerne Hilfe annahm. Lestrade seufzte und ließ seine Gedanken woanders hinwandern. Und er sollte Recht behalten. Nach zwei Stunden des Suchens war nichts rausgekommen.

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Circa 35 Minuten später hielt Lestrade mit seinem Wagen in der Bakerstreet und klopfte an die Tür. Mrs. Hudson öffnete und empfing ihn mit einem herzlichen Lächeln. „Lestrade, wie lang Sie nicht mehr hier waren. Kommen Sie rein." Lastrade lächelte kurz und nickte ihr zu. Die ältere Lady machte Platz und ließ den Detective Inspector eintreten. „Ist Sherlock zu Hause? Ich brauche seine Hilfe in einem Fall." „Oh, den hab ich seit ein paar Stunden nicht mehr gesehen, aber er dürfte oben sein. Er kam heute früh nach Hause und spielt seit fast drei Stunden auf der Violine. Er denkt wahrscheinlich mal wieder nach." Er jetzt nahm Lestrade die Musik war, welche aus der oberen Wohnung nach unten drang. Sie klang wunderschön, wie jedes Mal. Und Lestrade war von Sherlocks Talent beeindruckt – wie jedes Mal.

„Gehen Sie ruhig hoch. So wie ich ihn kenne, hat er sie wahrscheinlich eh schon bemerkt." „Danke, Mrs. Hudson.", sagte er und ging die Treppe hinauf zu Sherlocks Wohnung. Mit einem kurzen Klopfen machte er sich bemerkbar und öffnete die Tür. Sherlock unterbrach sein Spiel nicht und drehte sich auch nicht um. Hatte er Lestrade überhaupt wahrgenommen? Er schien völlig in Gedanken versunken zu sein. Sherlock hatte seine Augen weiterhin geschlossen und stand noch immer mit dem Gesicht zum Fenster. Lestrade hob eine Augenbraue und trat ein. „Sherlock?" Der junge Mann öffnete die Augen und unterbrach sein Spiel. Schweigend drehte er sich zu Lestrade um.

„Worum geht es?" Lestrade starrte ihn für einige Augenblicke an, unfähig etwas zu sagen. Sherlock seufzte. „Wenn Sie nur hier sind, um mich anzustarren, dann bitte ich Sie zu gehen." Mit einer Bewegung drehte er sich wieder zum Fenster und begann sein Spiel von neuem. Der Detective Inspector blinzelte mehrmals und fing sich wieder. „Nein, nein. Tut mir leid.. Ich bin hier, weil Scotland Yard deine Hilfe benötigt." Sherlock unterbrach sein Spiel. Er sah aus dem Fenster. „Scotland Yard oder Sie?" Als Lestrade nichts darauf zu Antworten wusste, sah Sherlock zu ihm. Ein leichtes Grinsen hatte sich auf seinen Lippen breit gemacht und er legte die Violine in ihren Koffer zurück. „Was ist es denn für ein Fall, der Ihnen anscheinend solche Probleme bereitet?"

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Das Gebäude war alt.

Sehr alt.

Die Container drum herum ließen drauf schließen, dass es renoviert wurde, jedoch nicht sehr erfolgreich. Im Inneren sah es ebenfalls nicht besser aus. Die Wände waren kahl und der Putz bröckelte hinunter. Der bereits renovierte Teil des Hauses strotze auch nicht gerade vor Schönheit und Kreativität.

Sherlock sah sich um. Die stickige Luft in den Räumen ließen seine Kopfschmerzen nicht besser werden. Schweigend betrachtete er den Raum und seine Augen blieben an den Klebebandumrissen der bereits abtransportierten Leichen hängen. Das Blut war überall im Raum verteilt und es war nicht wenig gewesen. Es war an Wänden und Boden verteilt und es wirkte wie eine schmutzig aufgetragene Schicht roter Farbe. Jedoch war es nicht schwer zu verkennen, dass es Blut sein musste. Das konnten sogar die Idioten von Scotland Yard erkennen.

Sherlock legte die Hände hinter seinem Rücken zusammen und fuhr mit seinen Beobachtungen fort. Es tat gut, dass hier das Fenster zerstört war. Die frische Luft ließen ihn etwas klarer denken und die Schmerzen in seinem Kopf sich etwas besser ertragen. Er starrte reglos auf die Umrisse. In seinem Kopf fügten sich jetzt alle erkennbaren Puzzleteile zusammen. Der noch schemenhafte Täter drängte die zwei Opfer in die Ecke, holte mit der 17cm langen Klinge aus und rammte sie dem ersten in die Brust. Er nahm absichtlich die rechte Seite –das Herz zu treffen wollte er nicht wagen. Der Tod sollte langsamer vonstatten gehen. Nachdem die Figur zu Boden gesunken war, eilte der Täter zur nächsten und tat dasselbe wie zuvor. Diesmal ließ er sich jedoch mehr Zeit. Er ließ die Klinge stecken und –

Gerade als Sherlock den Rest rekonstruieren wollte, brach das Bild vor seinem inneren Auge ab und er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sherlock kniff die Augen zusammen und fasste sich mit zitternden Händen an die Schläfen. Ein leichtes Schnaufen und Sherlock sank auf die Knie. Er spürte noch, wie er mit dem Kopf auf dem kalten Beton aufschlug – danach war es vollkommen still um ihn herum.