Da sind wir wieder. Falls ihr immer noch diese Fanfiction lesen solltet, sind wir euch wirklich sehr dankbar! Vielen lieben Dank fürs Lesen und viel Spaß bei Kapitel 5 :3


Stimmen.

Sie waren zwar nur ein Flüstern, jedoch laut genug, um ein paar Wortfetzen hinaushören zu können. Die gedämpften Stimmen ließen ihn darauf schließen, dass man ihn nicht wecken wollte.

Zu spät.

Sherlock war bereits wach. Er versuchte seine Gedanken zu ordnen und herauszufinden was passiert war. Er konnte sich daran erinnern, dass er sich in der alten Baracke wieder einen Schuss gesetzt hatte. Was danach passiert war, schien ihm verborgen zu bleiben.

Seine Lider fühlten sich an wie Blei und als er seine Augen für einen Spalt geöffnet hatte, kniff er sie sofort wieder zusammen. Das Licht über ihm war zu grell. Nachdem sich seine brennenden Augen wieder beruhigt hatten wagte er einen neuen Versuch. Diesmal konnte er sie ein kleines Stück weiter öffnen. Sachte ließ Sherlock seinen Blick durch das Zimmer streifen.

Panik überkam ihn.

Was ist das für ein Raum?

Sein Atem beschleunigte sich und Sherlock entdeckte die Nadel in seinem Arm. Er war mit einem Tropf verbunden, doch die Panik, die sich in ihm breit machte, ließ ihn das nicht realisieren. Mit einer hektischen Bewegung richtete er sich auf und riss die Nadel aus seinem Arm. Seine Hände zitterten und er hatte das Gefühl zu ersticken. Er hustete trocken und stand auf.

Weg hier.

Sherlock stützte sich am Bett ab und sah sich um. Wieso war er im Krankenhaus? Und wie war er hierher gekommen? Er versuchte ein paar Schritte vorwärts zu machen, seine Beine gaben jedoch unter ihm nach und er fiel auf die Knie. Ein Husten überkam den jungen Mann und er presste seine Hand auf seinen Mund.

Dr. Watson und Detective Inspector Lestrade eilten in das Zimmer. „Sher- Was zum Teufel?", rief Lestrade entsetzt und begab sich an die Seite des jungen Detektivs, welcher zitternd und hustend auf dem Boden kauerte. Mit einem Ruck zog er ihn auf die Beine und drückte ihn in Richtung des Bettes. Sherlock versuchte sich dagegen zu wehren, war aber noch zu schwach um irgendetwas dagegen auszurichten. Panisch schnappte er nach Luft und kniff die Augen zusammen.

„Sherlock! Hey, beruhige dich. Ich bin's, Greg." Lestrade legte seine Hände an Sherlocks Wangen und blickte ihn an. Verzweifelt über seinen Zustand sah er nun zu John, welcher die Nadel ausgetauscht hatte, um den Tropf wieder an Sherlocks Arm anzuschließen und so die Drogen aus seinem Körper zu spülen. Nachdem er die Nadel in Sherlocks Haut gedrückt hatte, überprüfte John Sherlocks Zustand.

Sherlock hatte eine Art Panikattacke und nur ein Ziel: Raus aus diesem Zimmer.

Trotz, dass er sich vehement gegen ihn und Lestrade wehrte, schaffte John es ihm ein Beruhigungsmittel zu spritzen und die beiden Männer sahen zu, wie Sherlocks Atem sich langsam wieder normalisierte und sein Körper sich entspannte. Kurze Zeit später öffnete er seine Augen und ließ seinen Blick durch das Zimmer wandern. „Mr. Holmes. Können Sie mich hören?"

Die Stimme hörte sich an, als sei sie weit entfernt, jedoch stand John Watson direkt neben ihm. Er ließ seine Augen zu ihm wandern und blinzelte als Bestätigung. „Gut, Mr. Holmes. Sie müssen sich keine Sorgen machen. Sie sind im Krankenhaus. Detective Inspector Lestrade hat Sie letzte Nacht hergebracht. Können Sie sich daran erinnern?" John blickte auf Sherlock hinab.

Er fühlte sich scheußlich. Sein ganzer Körper schmerzte und seine Gedanken konnten keinen klaren Fuß fassen. Er brauchte einige Zeit, um zu realisieren, dass John mit ihm geredet hatte und schüttelte als Antwort nur kurz den Kopf. Sherlock wusste nicht mehr, was passiert war, nachdem er sich auf der Matratze niedergelassen hatte.

Lestrade rieb sich die Augen.

Na klasse.

Der Junge wusste nicht mehr, was zwischen seinem Drogenkonsum und seinem Erwachen im Krankenhaus passiert war. Das war kein gutes Zeichen. Seufzend sah er aus dem Fenster. Wenn Sherlock sein Drogenproblem nicht langsam in den Griff bekam, dann würde er ihn das nächste Mal tot aus einer Baracke holen müssen.

Bitte lass es nicht so weit kommen.

Er konnte seine Sorgen um Sherlock nicht verbergen und sah nun vom Fenster wieder zu ihm. Seine Haare waren zerzaust, das Gesicht bleich, die Ringe unter seinen glasigen, blutunterlaufenen Augen wirkten fast schon schwarz und seine Lippen hatten aufgrund ihrer Trockenheit einige Risse, die immer wieder anfingen zu bluten. Lestrade hatte Sherlock schon in verschiedenen Situationen gesehen, aber das war neu für ihn. Er hatte ihn noch nie so zerstört gesehen.

Ob es sich in seinem Kopf genauso verhält?

Lestrade sah Sherlock weiter an. Irgendetwas musste er für ihn tun können. Immerhin fühlte er sich seit fast zehn Jahren für den jungen Mann verantwortlich. Lestrade fuhr sich durch die Haare. Er war müde und dies konnte man ihm ansehen. Als John sich mit folgenden Worten an ihn wandte, war er zwar ein wenig erleichtert, wollte jedoch auch nicht von Sherlocks Seite weichen.

„Wenn Sie wollen, können Sie nach Hause fahren. Ich werde Mr. Holmes' Zustand noch weiter beobachten." „Ich.. Ich bleibe noch etwas hier." John musterte den Detective Inspector kurz und sprach weiter. „Falls sich irgendetwas an seinem Zustand ändern sollte, werde ich Sie sofort informieren." Sein Blick fiel auf Sherlock, welcher wieder eingeschlafen war. Das Beruhigungsmittel schien nun vollkommen zu wirken. „Mr. Holmes wird jetzt einige Zeit schlafen. Sie können ruhig nach Hause fahren."

Lestrade dachte kurz nach und seufzte. „Gut, ich werde nach Hause fahren. Und Sie melden sich, wenn sich etwas ändert?" John nickte. „Okay. Ich komme heute Abend nochmal vorbei." Mit diesen Worten verabschiedete er sich und verließ den Raum.

o.o

Es war kalt und der Regen prasselte auf ihn hinab. Fünf Tage hatte er im Krankenhaus bleiben müssen und mehrere Tests über sich ergehen lassen. Nun er war er erleichtert nach Hause zu können.

Endlich.

Sherlock richtete den Kragen seines Mantels auf und ging los. Er hatte keine Lust ein Taxi zu nehmen, zumal er die letzten Stunden schon genug gesessen hatte. Die kühle Luft in seinen Lungen und der Regen auf seiner Haut – das war es, was er jetzt genoss. Diese ständigen Befragungen und Untersuchungen hatten ihn verrückt gemacht. Seine Geduld war kurz vor dem Ende gewesen, als man ihm endlich eröffnet hatte, dass er das Krankenhaus verlassen durfte.

Schnellen Schrittes überquerte er die Straße und blieb kurz vor einem Café stehen, um seinen Schal neu umzubinden, welcher sich gelockert hatte. Seufzend blickte er sein Spiegelbild im Fenster an.

Wie eine wandelnde Leiche.

Sherlock atmete tief durch. Er wollte jetzt nicht darüber nachdenken, wie sehr man ihm ansah, dass er Ruhe brauchte.

Und einen neuen Schuss.

Sofort verfluchte er sich, wegen seiner Gedanken. Er selbst hatte sich vorgenommen, für einige Zeit keine Drogen mehr zu nehmen – außer es ging gar nicht mehr. Und für diesen Entschluss verfluchte er sich noch mehr. Sherlocks Gedanken wanderten zu seinen täglichen Gesprächen mit John. Immer wieder hatte dieser betont, dass er mehr Ruhe und vorallem viel weniger Drogen brauchte. Was er aber am meisten benötigte, war jemand, der ihm zuhörte und sich mit seinen Problemen befasste. Mit seinen Problemen, die ernster waren als er es erhoffte. Seufzend fuhr er sich durch die bereits nassen Haare und zischte. "Verdammt!"

Von mehreren Passanten angestarrt, setzte Sherlock seinen Weg fort. Alles, was ihm jetzt wichtig war, war in seine Wohnung zu kommen. Er musste nachdenken. Über das, was passiert war. Über Dr. John Watson, welcher ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. Was hatte der Arzt an sich, dass ihn für Sherlock so interessant machte? Sherlock wusste es nicht und das verunsicherte ihn.

o.o

An der Bakerstreet angekommen, öffnete Sherlock die Tür des Hauses und begab sich in den Flur. Dort erwartete ihn Mrs. Hudson, welche ihn besorgt anblickte. „Oh, Sherlock! Wie geht es Ihnen?" Trotz, dass Sherlock gerade mal 19 Jahre alt war, befand es die quirlige alte Dame für richtig ihn zu siezen. Sherlock lächelte müde, als er ihre Stimme hörte – so warm und vertraut. Niemals hatte Sherlock gedacht, dass er sich in ihrer Nähe wohlfühlte.

Der junge Mann räusperte sich kurz. „Mir geht es den Umständen entsprechend gut, Mrs. Hudson. Sie müssen sich keine Sorgen machen." Mrs. Hudson nickte kurz, konnte jedoch ihren besorgten Blick nicht ablegen. „Ich denke, Sie wollen bestimmt nach oben in ihre Wohnung. Dann will ich sie nicht weiter stören. Ich habe dort Staub gewischt, als Sie im Krankenhaus waren." Sherlock nahm dies mit einem Nicken und leichten Lächeln zur Kenntnis.

Gerade, als er die ersten Stufen der Treppe hochgegangen war, blieb er stehen und sah zu seiner Vermieterin. „Danke, Mrs. Hudson.", sagte er und erklomm die letzten Stufen zu seiner Wohnung. Nachdenklich öffnete er die Tür und betrat den Flur. Dort legte er seinen Mantel und Schal ab und ging ins Wohnzimmer.

Dieser Geruch.

Er vernahm den Duft eines Parfums, eines sehr teuren Parfums. Niemals konnte es das von Mrs. Hudson sein. Sherlock blickte sich um.

Alles wie sonst auch. Aber was ist das für ein Geruch?

Sein Blick fiel in die Küche. „Guten Abend, Sherlock Holmes.", sagte eine junge Frau und richtete sich auf.


Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen. Nur ich selbst bin mir nicht so sicher, ob es okay ist, dass ich nicht auf die fünf Tage Krankenhaus eingegangen bin. Falls ihr euch wünscht, dass ich das noch mit meiner Partnerin bespreche und dann ein Kapitel über den Aufenthalt im St. Bartholomews hochlade, dann meldet euch. Danke! :*