Hallöle. Entschuldigt, dass das so lange gedauert hat, aber es braucht halt seine Zeit, bis man wieder eine Idee für ein Kapitel hat oder auch mit was anderem beschäftigt ist. In diesem Fall ist es letzteres, denn dieses Kapitel wurde von meiner lieben Co.-Autorin erstellt, welche auch an einer One Shot arbeitet. Auf diese können sich alle schon mal freuen, vor allem die Sherlolly-Fans unter euch c;

Viel Spaß mit Kapitel 11.


Klopfen.

Das Klopfen an der Tür ließ den Detektiv von seinem Schreibtisch aufschauen. „Mrs. Hudson ich möchte immer noch nichts essen. Sie wissen doch, dass das bei meiner Arbeit auf meine Gedanken schlägt!" rief er. „Sherlock ich bin nicht Ihre Haushälterin und außerdem ist hier Besuch für Sie."

Immer dieser Besuch.

„Lassen Sie ihn herein." Die Tür öffnete sich und herein kam Doktor Watson. Er sah den jungen Mann an, der an einem Schreibtisch saß, welcher über und über mit Büchern und bedrucktem Papier bedeckt war. „Guten Tag Sherlock. Wie geht es Ihnen?" Sherlock verdrehte die Augen. „Ja ich bin noch clean und nein ich hab nicht nochmal daran gedacht was zu nehmen." Dann wandte er sich wieder den Papieren auf dem Schreibtisch zu, an welchem er seit über 24 Stunden gearbeitet hatte.

Der Mörder muss noch weitere Kriterien für seine Opfer haben.

Er raufte sich die gelockten Haare und starrte auf die Fotos der Ermordeten. „Sherlock, ich habe Sie etwas gefragt." Er schaute genervt auf. John hatte mittlerweile in einem Sessel platz genommen. Der Arzt beobachtete Sherlock, welcher er ihn verwirrt ansah. „Sie haben keine Ahnung was meine Frage war, oder?" Zu seiner Verwunderung grinste ihn der Junge nun an. „Wissen Sie, wenn mich etwas nicht interessiert höre ich grundsätzlich nicht zu." Watson zog eine Augenbraue hoch. „Man merkt immer wieder, was für eine gute Erziehung Sie genossen haben müssen." Sherlock atmete hörbar aus. In ihm zog sich alles zusammen, doch er versuchte ruhig zu bleiben. „Ich wüsste nicht, was Sie das angehen würde." Der Arzt schluckte als er merkte wie gereizt er klang und wechselte das Thema. „Ich fragte nicht nach den Drogen, ich fragte wie es Ihnen geht." „Gut, danke der Nachfrage." Sherlock versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

Seine ständigen Kopfschmerzen kamen schneller und schmerzhafter zurück als er erwartet hatte. Reflexartig packte er sich an die Schläfen. „Was ist los?" Watsons Frage ignorierte er und eilte in die Küche. Das Pochen im Kopf wurde schlimmer. Fast verzweifelt suchte er im Regal nach einem Glas. Endlich fand er eins, doch er ließ es mit so einer Wucht auf den Küchentisch knallen, dass es noch in seiner Hand zersprang. Fluchend und heftig an der Hand blutend nahm er ein neues Wasserglas. Plötzlich hielt Watson ihn an den Handgelenken fest. Das warme Blut rann an der Handinnenseite entlang und bahnte sich einen Weg zwischen den beiden Händen hindurch. Es tropfte auf den Fußboden, wo es eine kleine Pfütze bildete. Jetzt erst bemerkte der Detektiv wie tief die Wunde war.

Verdammt - die Kopfschmerzen müssen aufhören!

Langsam fing er sich wieder. Watson führte ihn zu seinem Schreibtisch und Sherlock nahm wieder auf seinem Stuhl platz. Dann ging der Arzt in die Küche und schüttete ein neues Wasserglas ein, welches er dann vor ihm auf den Tisch stellte. Er nahm es mit zitternden Händen und trank es in einem Zug aus. Der Doktor wandte sich wieder an den jungen Mann. „Wo haben Sie hier den Verbandskasten?" Sherlock seufzte und deutete in die Richtung des Badezimmers. John bahnte sich seinen Weg durch die am Boden liegenden Papiere und kam am Badezimmer an. Er schnappte sich den Verbandskasten und kam zurück ins Wohnzimmer. Fast stolperte er über einen Papierhaufen, konnte im letzten Moment jedoch noch ausweichen. Mit ein paar wenigen Handgriffen war die Wunde gereinigt und verbunden.

Die Kopfschmerzen flauten langsam ab und der Jüngere atmete tief durch. „Sie dürfen mich nicht anlügen Sherlock. Ich weiß, dass Sie immer noch an den Depressionen leiden und ich weiß, dass Sie deshalb diese Kopfschmerzen haben. Ich kann Ihre Entscheidung verstehen deshalb zu Drogen zu greifen, aber wenn Sie mit mir reden kann es vielleicht besser werden." Sherlock hatte versucht den Worten zu folgen und John Watson kam ihm wirklich vertrauenswürdig vor. Trotzdem bekam er keinen Ton raus, auch wenn er es ihm so gern erzählt hätte. Der Arzt sah ihn erwartungsvoll an. Als er merkte, dass es keinen Zweck hatte, holte dieser wieder eine kleine Schachtel hervor. „Ich weiß, dass es Sie nervt, doch ich möchte sicher gehen, dass Sie wirklich clean sind." „Nein, kein Problem. Ich meine diese Spritze ist doch mal eine willkommene Abwechslung zu den Drogen." Sherlock war froh wieder genug Energie für Sarkasmus aufbringen zu können, dennoch konnte er sich ein genervtes Augenrollen nicht verkneifen. Auch wenn er den Arzt wirklich gern mochte, Sherlock hasste es, dass er sich aufspielte wie ein Babysitter. Er war schließlich neunzehn Jahre alt!

Nachdem der Drogentest negativ ausgefallen war, hatte Watson seine Sachen gepackt und wollte gehen, Sherlock überredete ihn jedoch zum Bleiben. Sie hatten gemeinsam einen Tee getrunken und John hatte Sherlock von seiner Zeit in Afghanistan erzählt. Wie sich herausstellte, hatte auch er an einem Trauma gelitten und träumte nachts noch oft von gefallenen Kameraden. Ja, er hatte wie Sherlock Depressionen, doch die hatte er besiegt. Nun wollte er Sherlock helfen das Gleiche zu schaffen, der junge Mann konnte jedoch anscheinend nicht aus sich herauskommen. Als John gegangen war, atmete Sherlock tief durch. Fast hätte er John von der einen Nacht erzählt, aber nur fast.

Wieso hast du es nicht getan? Er vertraut dir und du kannst ihm genauso vertrauen.

Verärgert über sich selbst ließ er das Glas auf die Spüle krachen. „Sherlock, was sollen denn die Nachbarn denken?" Mrs. Hudson machte sich mal wieder Sorgen um ihren guten Ruf, der eh angeschlagen war, weil sie Sherlock bei sich wohnen ließ. „Bestimmt nichts Gutes, wenn Sie so einen Krach machen!" Er konnte sich vorstellen, wie Mrs. Hudson die Nase rümpfte und musste sich ein kleines Grinsen verkneifen. Als im Treppenhaus endlich Ruhe eingekehrt war, setzte sich der Detektiv wieder an seinen Schreibtisch. Unerwartet verschwamm plötzlich alles vor seinen Augen und sie fielen ihm zu. Er sank in einem tiefen Schlaf.

o.o

Sherlock stand in einem Innenhof eines hohen Gebäudes. Um ihn herum befanden sich zu allen vier Richtungen hohe Ausgänge. Aus den Augenwinkeln bemerkte er eine Bewegung. Er drehte sich um und sah Irene Adler. Sie stand einige Meter von ihm entfernt. Die Frau trug ein dunkelrotes Abendkleid, welches bis zu dem Boden reichte. Ihre Haare vielen ihr in braunen Locken zu einer Seite über die Schulter. Sie winkte Sherlock zu sich. Er machte ein paar Schritte auf sie zu. Plötzlich bemerkte der Detektiv noch eine Bewegung zu seiner Rechten. Ruckartig drehte er sich um. Dort stand Lestrade und sah ihn warnend an. „Geh nicht zu ihr, bitte. Sie ist falsch." Doch Sherlock beachtete ihn nicht weiter und machte noch ein paar Schritte auf sie zu.

Plötzlich stand ganz nah links von ihm Dr. Watson. „Wir wollen Ihnen nur helfen. Bitte hören Sie auf Lestrade." Der Doktor flehte schon fast. Doch Sherlock hörte nicht auf ihn und ging einfach weiter auf die Frau zu. Nun war er ihr so nah, dass er ein kleines Haar an ihrer Stirn bemerkte. Irene lächelte ihn freundlich an. Doch das Lächeln veränderte sich und wurde zu einer hässlichen Fratze, die ihn hämisch angrinste. Aus einer kleinen Tasche, die Sherlock vorher nicht bemerkt hatte, zog sie eine Pistole. Der Detektiv sah sie verwundert an. Lestrade und Watson schrien neben ihm laut auf und Irene Adler drückte, auf ihn zielend, ab.

Schweißgebadet wachte Sherlock auf. Er lag auf Fotos von Leichen, die sich unter seinem Gewicht leicht geknickt hatten. Entschlossen und immer noch leicht verwirrt ging er zum Telefon und wählte Lestrades Nummer. Lestrade sollte der erste sein, der erfahren sollte, was einst passiert war, das ihn so zerstört hatte und ihn nicht ruhig oder gar nicht schlafen ließ.

Es wurde Zeit sein Schweigen zu brechen.