Kapitel 12 – Rons Fehler
Harry und Draco verbrachten den Tag, wie es sich der Blonde gewünscht hatte, zusammen.
Nachdem Blaise das Zimmer verlassen hatte, saßen beide noch eine Weile auf dem Sessel am Kamin und unterhielten sich. Harry erzählte ihm was Blaise mit den Rosa Hasen gemeint hatte und der Blonde konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
Doch auch das Thema Jack sprach Draco wieder an, da er das Gefühl nicht los wurde, das Harry ihm noch etwas verschwieg. Dem Schwarzhaarigen fiel es, zu seiner eigenen Verwunderung, zunehmend leichter über Jack und sich zu reden und Draco hörte ihm aufmerksam zu.
Der Blonde war froh, dass Harry endlich mit ihm redete, sich ihm anvertraute.
Harry erzählte ihm über seine Zeit mit Jack und dem Clan. Auch erwähnte er das Ritual, mit welchem er sich mit Jack verbunden hatte. Als Draco das hörte runzelte er die Stirn.
„Welches Ritual habt ihr denn genommen? Es gibt so viele.", fragte er und sah Harry neugierig an.
„Ein altes Blutritual.", sagte Harry und hoffte das Draco nicht weiter nachfragen würde, da er nicht wusste, wie er dem Blonden erklären sollte das er kein Mensch war, sondern ein Dämon.
Draco wollte schon fragen um welches Ritual es sich genau handelte, als er den Blick des anderen sah.
Er wusste dass er nicht mehr erfahren würde und fragte nicht weiter nach. Was Harry nur recht war.
„Glaubst du nicht, dass wir uns langsam anziehen sollten?", fragte Harry nach einer Weile.
Doch anstatt eine Antwort zu bekommen, beugte sich Draco zu dem Schwarzhaarigen und küsste ihn. Er schlang seine Arme um Harry und vertiefte den Kuss, den der Andere nur zu gerne erwiderte.
Draco strich mit einer Hand über Harrys nackte Brust und der Gryffindor seufzte.
„Dray... was tust du?", fragte er leise als sie den Kuss unterbrachen.
„Mache... mache ich das falsch?", fragte Draco und sah ihn unsicher an.
„Nein, du machst nichts falsch... aber wenn du nicht aufhörst, kann ich für nichts garantieren.", sagte Harry und hauchte dem Blonden einen sanften Kuss auf die Lippen.
Der wurde durch Harrys Worte wieder rot und sah in die andere Richtung.
Harry der das sah, nahm sanft Dracos Kinn und drehte den Kopf des Blonden so, das er ihm in die grauen Augen sehen konnte.
„Hey, du brauchst dich nicht schämen. Doch noch sollten wir damit warten. Wir sind erst seit ein paar Stunden zusammen... und ich möchte nichts überstürzen. Ich weiß auch das du in noch nie mit einem Mann zusammen warst. Und ich werde dich auch nie zu etwas zwingen. Dafür liebe ich dich zu sehr.", sagte er und lächelte.
Draco wusste nicht was er dazu sagen sollte, es stimmte ja, das er noch nie mit einem Mann zusammen war, er hatte ja auch vor Harry noch nie einen Jungen geküsst.
Er war sich sonst immer sicher was er zu tun hatte, doch in Harrys Gegenwart wurde er unsicher und nervös.
Der Blonde nickte leicht und erhob sich von Harrys Schoss um sich etwas anzuziehen. Nachdem beide angezogen waren setzten sie sich wieder an den Kamin und genossen die Nähe des anderen.
Zum Mittagessen rief Harry nach Dobby, der den Beiden dann das Essen brachte.
Als der Nachmittag anbrach wollte Harry sich die Beine vertreten und schlug Draco vor doch an den See zu gehen.
Nach einigem Überlegen stimmte der Blonde zu und sie machten sich auf den Weg zum See. Draco, der am liebsten seinen Arm um den Schwarzhaarigen gelegt hätte, lief mit den Händen in den Hosentaschen neben Harry.
Unterwegs sahen sie einige andere Schüler die die Beiden fragend ansahen. Doch weder Harry noch Draco achteten auf diese Blicke.
Am See angekommen setzten sie sich an die Stelle, an der sie schon einmal gesessen hatten. Harry lehnte sich mit dem Rücken an den Baum, spreizte seine Beine und wies Draco an sich zu ihm zu setzen. Der Blonde überlegte nicht lange, setzte sich zwischen Harrys Beine und lehnte sich an den Schwarzhaarigen. Gedankenverloren strich Harry durch das blonde Haar des Slytherins und wünschte sich, dass es immer so sein würde. Er gab Draco einen Kuss auf die Haare und zog ihn noch enger an sich.
Lange saßen beide am See und genossen die Stille. Keiner der beiden bemerkte wie sich ihnen ein paar Schüler näherten.
„Sieh einer an. Der Verräter und sein Flittchen.", hörten sie plötzlich eine ihnen nur zu bekannte Stimme. Draco öffnete seine Augen, die er während der Streicheleinheiten von Harry geschlossen hatte und sah sein Gegenüber kalt an.
„Was willst du Wiesel?", fragte er gereizt und sah sich die Schüler genauer an.
Vor ihm standen Seamus, Dean, Granger und das Wiesel.
Ron baute sich vor Draco und Harry auf und sah die Beiden mit Ekel in den Augen an.
„Was macht so ein Abschaum wie ihr hier?", fragte Ron und überging Dracos frage.
„Das geht dich nichts an Wiesel. Verschwinde!", sagte Draco und fragte sich, warum Harry bis jetzt kein Wort gesagt hatte. Er drehte sich zu dem Schwarzhaarigen um und sah, dass dieser noch immer seine Augen geschlossen hatte.
Sanft strich er über Harrys Wange, der darauf die Augen öffnete und Draco fragend ansah.
„Ich glaube wir sollten lieber gehen.", flüsterte der Blonde ihm ins Ohr.
„Wieso?", fragte Harry und sah zu Ron, der immer noch vor ihnen stand.
„Hallo Ron. Na wie geht es dir?", fragte Harry und versuchte seine aufkommende Wut gegen den Rothaarigen zu unterdrücken.
„Nenn mich nicht Ron. Du... du Verräter!", sagte er.
„Wie denn dann? Wiesel, vielleicht?"
Ron warf Harry einen wütenden Blick zu und noch ehe dieser reagieren konnte, beugte sich Ron zu Draco und zog ihn an seinem Umhang zu sich.
Der Blonde war über diese Aktion so überrascht, dass er sich nicht wehrte. „Na Frettchen? Wie ist es so von unserem Verräter flachgelegt zu werden?", fragte er und hielt den Blonden an seinem Arm fest.
Draco konnte und wollte ihm nichts darauf erwidern.
„Lass ihn los.", sagte Harry leise, stand von seinem Platz auf und stellte sich vor Ron hin.
„Und wenn nicht? Was dann Potter?"
„Ich habe dir schon einmal gesagt, dass du dich von mir fernhalten sollst.", knurrte Harry seinen ehemaligen Freund an.
„Willst du mir drohen, Potter?", fragte Ron wütend.
„Ja, ich drohe dir. Lass Draco in Ruhe und geh mir aus dem Weg, wenn dir dein Leben lieb ist.", Harrys Stimme war kalt und bedrohlich.
Doch Ron reagierte anders als Harry es gedacht hatte. Der Rotschopf hielt Dracos Arm noch fester und dachte nicht daran den Blonden gehen zu lassen.
Harry, der das natürlich bemerkte, schüttelte innerlich über die Sturheit von Ron den Kopf.
„Ich sagte du sollst ihn loslassen! Sofort!", sagte er laut und sah Ron an.
Um sie herum hatte sich bereits eine Traube an Schüler gestellt und sahen gespannt auf die Szene die sich vor ihnen abspielte. Unter ihnen waren viele des sechsten und siebenten Jahrganges, so auch Blaise, der hoffte dass alles gut ausgehen würde.
Doch als Ron auch dieses Mal nicht reagierte, platzte Harry der Kragen.
Er lies das zum Vorschein kommen, was er die ganze Zeit versucht hatte zu verdrängen: Seinen Dämon.
Er wusste nicht, wie Draco darauf reagieren würde, doch in dieser Situation sah er keine andere Möglichkeit.
Harry schloss die Augen und legte seinen Kopf in den Nacken.
Ein lautes, unmenschliches Knurren entwich seiner Kehle und als er seine Augen wieder öffnete, waren sie nicht mehr grün sondern golden.
Seine Stirn sah nicht mehr so aus wie bei einem Menschen, sondern sie zeigte die Wölbungen seines Dämons. Seine Zähne wurden länger, er leckte sich einmal über die Lippen und fragte sich, warum er so lange gewartet hatte, seinen Dämon raus zulassen.
Seit Jacks Tod hatte er es vermieden, das sein Dämon an die Oberfläche trat. Er war ein Dämon der reinen Magie, konnte sich verwandeln. Doch durch die Verbindung mit Jack hatte er auch einige Vampirische Fähigkeiten bekommen, so auch, das er in sein Vampirgesicht wechseln konnte.
Er schaute mit goldenen Augen in die Menge die ihn geschockt ansah, Ron hatte vor Schreck Dracos Arm losgelassen und starrte Harry mit großen Augen an.
Draco war der Erste, der sich von dem Schock erholte.
„Harry? Alles okay?", fragte er leise, traute sich jedoch nicht auf den Schwarzhaarigen zu zugehen.
Harry beachtete Draco nicht sondern funkelte Ron wütend an.
„Ich habe dich gewarnt... Mensch. Ich dulde es nicht, das du Draco anfasst.", knurrte er wütend und lief langsam auf den Rothaarigen zu. Der war viel zu geschockt um sich zu bewegen und starrte Harry einfach nur an.
„Wieso könnt ihr Menschen nicht hören?", fragte Harry als er vor Ron zum stehen kam.
„Potter las ihn in Ruhe.", rief Hermine entsetzt. Harry drehte seinen Kopf langsam zu ihr und funkelte sie an. „Wieso sollte ich? Er hat meine Warnung nicht beachtet. Nun wird er erfahren was es heißt mich zu reizen.", sagte er kalt.
„Na Wiesel? Was ist hat es dir die Sprache verschlagen?", wandte er sich wieder an Ron, der sich langsam aus seiner Starre löste und schwer schluckte.
„Ich... ich.", stotterte er.
„Was Du?", Harry lachte laut auf, wobei es sich mehr wie ein Fauchen anhörte.
„Weißt du, wir waren einmal befreundet... also werde ich so gnädig sein und dich diesmal nicht töten. Aber las dir eines gesagt sein. Solltest du noch einmal in Dracos Nähe kommen, bist du tot. Lass deine dreckigen Finger von ihm.", knurrte er Ron ins Ohr, der nur nicken konnte.
„Außerdem würde mir von deinem Blut schlecht werden. Aber auf einen Versuch kommt es an.", sagte er laut und leckte sich über seine Lippen.
Langsam wie in Zeitlupe beugte er sich zu Ron, fasste dem Rothaarigen in den Nacken und drehte dessen Kopf zur Seite.
Er öffnete seinen Mund und biss hart in den Hals des anderen.
Gerade als er seine Fänge in Rons Hals versenkt hatte, wurde ihm eine Hand auf die Schulter gelegt.
„Salvus, las gut sein.", sagte Will leise.
Der blonde Vampir hatte dank seiner Fähigkeiten mitbekommen, was am See vor sich ging und hatte sich auf den Weg gemacht um Harry daran zu hindern etwas Unüberlegtes zu tun.
Er hatte sich hinter einen Baum gestellt und die ganze Szene beobachtet, auch hatte er jedes Wort dank seines Vampirgehörs, verstanden. Doch er kannte, im Gegensatz zu den anderen, Sal sehr gut und wusste, das, obwohl er dem Rotschopf sagte dass er ihn nicht töten würde, er nicht ohne schwere Verletzungen davon kommen würde.
Doch als Harry nicht auf seine Worte reagiert, wechselt er ebenfalls in sein Vampirgesicht und knurrt ihn laut an.
„Sal, lass ihn los. Sofort!"
Harry der Wills geknurrte Worte hörte, zog seine Fänge aus Rons Hals und dreht sich zu Will um.
„Wieso?", faucht er.
„Weil wir keine Menschen töten!", knurrt Will und zog Harry an seinem Mantel von Ron weg.
„Seit wann?", Harry wollte nicht verstehen warum Will ihn von Ron vorgezogen hatte und funkelte den anderen Vampir wütend an.
„Misch dich da nicht ein, Will.", sagte er kalt und wollte sich wieder zu Ron umdrehen, doch Will hielt ihn immer noch an der Schulter fest.
„Ich mische mich aber ein. Es wäre ein Fehler wenn du ihn tötest."
„Er hat Draco angefasst.", war alles was Harry sagte.
„Ich weiß. Aber es sind Menschen. Sie machen Fehler.", versuchte Will den Schwarzhaarigen zu beruhigen.
„Und wir müssen sie ausbügeln, oder was? Er wird bezahlen für seinen Fehler.", konterte Harry.
„Ich weiß. Aber nicht heute."
„Wieso?"
„Du bekommst deine Rache, aber nicht heute. Erst werden wir uns an denen rächen, die dir und mir wehgetan haben.", erklärte Will und Harry wusste, dass er Voldemort und Baal damit meinte.
Ja, er und der Clan würden sich an ihnen rächen für all das, was ihnen angetan wurde. Und diese Rache würde unerbittlich sein.
„Lass uns gehen.", sagte Will leise, lies sein Menschliches Gesicht wieder erscheinen und drehte sich um.
Harry sah eine Weile auf Wills Rücken und wusste nicht, was er nun tun sollte, Will folgen und Ron am Leben lassen oder dem Rothaarigen zeigen was es hieß ihn zu provozieren.
„Ich sagte wir gehen. Komm!", knurrte Will laut. Und Harry wusste, dass er sich nicht wehren konnte. Wills Ton war nicht bittend, sondern befehlend.
Wenn Harry eines gelernt hatte bei dem Clan, dann war es, das er auf Will hören sollte. Er war nicht nur älter, sondern hatte im Clan den höchsten Rang, er war nach Jacks Tod ihr Anführer geworden.
Und in gewissen Situationen war es egal, welchen Stand ein Vampir hatte, wenn Will einen Befehl gab, was selten vorkam, musste dem folge geleistet werden.
Harry drehte sich noch einmal zu Ron.
„Das nächste Mal wird Will nicht einschreiten können.", knurrte er, drehte sich zu Will der auf ihn wartete und ging zu dem Vampir.
„Draco, Blaise kommt mit.", rief Will den beiden Jungen zu und machte sich auf den Weg in die Räume des Clans.
Harry folgte ihm schweigend und hoffte das Draco ihm seinen Ausbruch vergeben konnte.
Er hatte seine fast Kontrolle verloren und hätte beinahe Ron getötet, auch wenn er dem Rothaarigen versichert hatte das er es nicht tun würde. Es war eine Lüge, er wollte ihn töten, nur weil er Draco angefasst hatte. Ein lautes Knurren entwich seiner Kehle, als ihn diese Erkenntnis traf. Sein Dämon hatte nach dem Tod des Jungen gefordert und er hatte seinem Dämon nachgegeben.
Draco und Blaise sahen Harry erschrocken an, doch der ignorierte beide.
In den Räumen des Clans angekommen setzte sich Will in einen Sessel und wartete darauf, dass Harry sich ebenfalls setzte. Doch der blieb stehen und starrte in die Flammen.
„Was ist denn mit euch los?", fragte Severus der bis eben noch in einem Buch gelesen hatte und sah von Will zu seinem Sohn.
„Nichts. Außer das unser lieber Sal fast seine Beherrschung verloren hatte.", sagte Will tonlos.
„Was?", Severus schlug sein Buch zu und sah seinen Sohn entsetzt an.
„Sal... du hast doch niemanden..."
„Nein ich habe niemanden getötet. Noch nicht.", sagte Harry kalt und sah Will wütend an.
Draco sah Will an und fragte sich, was wohl geschehen wäre wenn Harry seine Kontrolle verloren hätte. Er wusste nicht ob er die Antwort darauf haben wollte.
„Ich verstehe nicht.", sagte Severus.
„Setzt euch bitte.", meinte Will zu Draco und Blaise die immer noch im Raum standen.
Nachdem sie der Aufforderung nachgekommen waren und sich setzten, erklärte Will Severus was sich draußen am See abgespielt hatte.
„Dieser Weasley hat was gesagt?", fragte Severus aufgebracht.
„Hey reg dich ab. Glaube mir Sal, hat ihm genug Angst eingejagt. Er wird sich bestimmt nicht mehr in die Nähe von Draco oder einem von uns trauen. Und wenn doch... dann ist er lebensmüde.", sagte Will ruhig und grinste Severus an.
Der Tränkelehrer wusste, das Will nicht zulassen würde, dass man seinem Sohn etwas antat und nickte.
Doch machte er sich Sorgen um Sal, er hatte fast seine Kontrolle verloren und ein Geheimnis dadurch preisgeben.
Severus stand von seinem Sessel auf und ging auf Sal zu, sanft legte er seine Hand auf die Schulter seines Sohnes und sah ihm in die Augen, die Traurigkeit zeigten.
Ohne ein Wort zu sagen zog er den Jungen in seine Arme.
Durch diese Geste brach Harrys Fassade, er schmiegte sich in die Arme seines Vaters und weinte.
„Ist ja gut. So schlimm war es auch nicht. Irgendwann hätten sie es alle erfahren.", versuchte Severus seinen Sohn zu beruhigen. „Draco wird mich hassen.", flüsterte der Schwarzhaarige.
Severus sah seinen Sohn fragend an, doch der wich seinem Blick aus. Will, der das ganze beobachtet hatte, seufzte.
„Er wird dich nicht hassen, Sal.", sagte der Vampir.
Harry hob seinen Kopf von Severus Schulter und sah zu Will.
„Wieso glaubst du das?", fragte er leise.
„Ich weiß es.", meinte Will nur und deutete auf Draco der Harry besorgt musterte.
#Lies in seine Gedanken. #, hörte er Wills Stimme in seinem Kopf und nickte.
Harry drang in Dracos Gedanken ein und riss die Augen auf, als er lesen konnte was dem Blonden durch den Kopf ging.
#Er sieht so traurig aus. Ob er mich noch liebt? Ich hab mich nicht mal gewehrt gegen dieses Wiesel. Harry bitte, ich liebe dich. #
Als der Schwarzhaarige sich aus den Gedanken des Blonden zurückgezogen hatte, löste er sich von seinem Vater und ging zu Draco, der bei Will am Kamin saß.
Bei Draco angekommen, lies er sich auf die Knie sinken und legte seinen Kopf in den Schoss des Blonden.
„Ich liebe dich.", sagte Harry leise. „Ich liebe dich auch, mein Engel."
Draco hob seine Hand und streichelte Harrys Haare. Beide vergaßen die anderen im Raum und genossen die Nähe des anderen. Harry schloss genießerisch seine Augen und fing an zu schnurren. Draco lächelte als er das hörte und gab ihm einen leichten Kuss in den Nacken.
Severus, Will und Blaise beobachteten die Beiden und wussten das sie im Moment nur stören würden. So verließen die drei den Raum. Während Severus in seine Gemächer ging, liefen Will und Blaise schweigend durch die Gänge Hogwarts.
Währenddessen strich Draco immer noch sanft durch Harrys Haare und dachte über das, was am See passiert war, nach.
Er war so in Gedanken versunken, das er nicht mitbekam das Harry seinen Kopf hob und ihn ansah.
„Es tut mir leid, Draco.", sagte er schließlich.
Der Blonde sah in Harrys Augen in denen immer noch Tränen zu sehen waren.
„Was tut dir Leid, mein Engel?"
„Das was am See geschehen ist. Dass ich dich erschreckt habe, das wollte ich nicht. ich wollte es dir sagen, das ich... ich.", Harry brach ab da er nicht wusste wie er es Draco erklären sollte.
„Das du ein Vampir bist?", fragte der Blonde.
„Ich bin kein Vampir... jedenfalls kein richtiger.", meinte Harry und musste unweigerlich grinsen als er Dracos fragendes Gesicht sah.
„Wie meinst du das?", wollte Draco wissen.
„Das ich kein richtiger Vampir bin. Ich brauche kein Blut um zu existieren."
„Aber dein Gesicht...", unterbrach Draco Harrys
Erklärungsversuche und strich über die Stirn des Schwarzhaarigen.
„Ich weiß. Ich kann mein Gesicht verwandeln, sodass ich aussehe wie ein Vampir, aber ich bin keiner. Durch die Verbindung mit Jack... habe ich einige Fähigkeiten und Kräfte von den Vampiren bekommen. Mehr nicht."
Draco sah Harry fragend an und sein Blick glitt zu dem Hals des anderen, dort konnte er zwei kleine Narben sehen. Sie waren schwer zu erkennen, aber dennoch vorhanden. Er hob seine Hand und fuhr über die Narben am Hals.
„Du wurdest gebissen.", stellte er fest und sah Harry in die Augen.
„Ja. Aber es war ein anderer Biss. Vampire beißen nicht nur um zu trinken... sie haben auch andere Bisse, das ist ein..."
„Beanspruchungsbiss.", sagte Draco fest.
„Ja. Woher?"
„Harry ich bin nicht dumm. Vergiss nicht, ich bin ein Slytherin, ich weiß einiges über Vampire.", erklärte der Blonde und lächelte.
„Sal, bitte.", sagte Harry und schaute in Dracos Augen.
„Wie?"
„Bitte ich heiße Sal. Nicht mehr Harry... das war einmal."
Draco nickte. „Der Biss, ist er von Jack gewesen?"
„Ja.", sagte Harry knapp. Draco strich noch einmal über die kleinen Narben, beugte sich dann zu dem schwarzhaarigen.
„Ich liebe dich, Salvus Snape.", hauchte er und legte seine Lippen auf Harrys. Dem liefen bei diesen Worten die Tränen über die Wangen. Er wusste, das Draco ihn liebte, nicht nur als Mensch, der er eigentlich nicht war, sondern auch als Dämon.
Er beschloss dass er Draco jetzt erzählen würde, was er wirklich war.
Der Kuss war sanft und voller Sehnsucht.
Als Harry den Kuss löste sah er dem Blonden fest in die Augen.
„Draco... ich muss dir noch etwas sagen. Ich bin kein..."
Doch Draco legte einen Finger auf Harrys Lippen und hielt ihn so vom reden ab. „Sch... nicht jetzt."
Er ahnte dass der Schwarzhaarige ihm etwas Wichtiges sagen wollte, eines seiner Geheimnisse, doch im Moment wollte er das nicht hören.
Für ihn stand nun fest, das es nichts gab was seine Gefühle ändern würde.
„Aber ich muss dir etwas sagen. Es ist..."
„Nicht wichtig. Sal, ich habe lange gebraucht um mir einzugestehen, dass ich dich liebe. Und nun, da du mir gesagt hast das du mich auch liebst, gibt es nichts was dies ändern könnte. Ich habe noch nie so starke Gefühle für einen anderen Menschen gehabt."
„Aber ich..."
„Nicht, ich möchte es jetzt nicht wissen. Egal was du sagst, ich liebe dich.", unterbrach Draco den Schwarzhaarigen erneut, der seufzte ergeben.
„Du wirst mich hassen, wenn du es erfährst.", murmelte Harry.
„Ich werde dich nie hassen. Dafür liebe ich dich zu sehr, mein Engel.", flüsterte Draco ihm ins Ohr und hauchte einen Kuss darauf.
Sal lächelte und schmiegte sich in die Arme des Blonden.
Während Draco und Sal in den Räumen des Clans saßen, hatte Hermine den aufgebrachten Ron in den Krankenflügel gebracht.
Seamus und Dean waren auf dem Weg zu Professor Dumbledore.
„Was ist passiert?", fragte Poppy als sie den blassen Jungen sah. „Er wurde gebissen, von Potter.", Hermine spie den Namen ihres einstigen Freundes voller Abscheu aus.
Poppy hob fragend eine Augenbraue und wies Ron an sich auf eines der Betten zu legen.
Nachdem sie ihn untersucht hatte, traf Professor Dumbledore ein.
„Was ist geschehen?", fragte er auch gleich.
„Potter, er hat Ron gebissen. Er ist ein Vampir.", erklärte Hermine.
„Mr. Potter ist kein Vampir.", warf Poppy ein.
„Ach und warum hat er Ron dann gebissen? Er sah aber wie ein Vampir aus.", meinte Dean.
„Ich weiß nicht was das zu bedeuten hat. Miss Granger, was ist geschehen?", wollte Dumbledore wissen.
Hermine erzählte ihm was am See geschehen war, allerdings verschwieg sie, dass Ron Harry provoziert hatte, da er Draco festgehalten hatte.
„Wie schlimm ist es Poppy?", wollte der Direktor wissen.
„Nicht schlimm. Nur eine kleine Wunde.", sagte sie ruhig.
„Nicht schlimm? Er wurde gebissen!", warf Dean ein. Poppy seufzte, drehte sich um und verschwand in ihrem Büro. Sie konnte nicht verstehen warum um so etwas einen Aufstand gemacht wurde.
Keiner ahnte dass sie über Harry und Severus schon seit einem Jahr Bescheid wusste.
„Gut, ich werde sofort dem Ministerium schreiben. Das hier ist eine Schule, so kann das nicht weiter gehen.", sagte Dumbledore wütend und verließ den Krankenflügel.
Der Tag war für Sal und Draco viel zu schnell vorbei und als es Zeit zum Abendessen war, klopfte es an der Tür.
„Hey ihr zwei, wollt ihr mit in die Halle gehen?", fragte Blaise und sah das Paar an.
Diesmal saß Sal auf Dracos Schoß und kuschelte sich an den Blonden.
„Ich hab gehört das Dumbledore etwas wichtiges sagen will.", meinte er und wusste, dass er Dracos Neugier damit wecken würde.
„Ja, wir kommen gleich.", sagte Draco und gab dem Schwarzhaarigen noch einen Kuss auf die Lippen.
„Müssen wir denn in die Halle?", maulte Sal leise.
Tbc?
