Nach wenigen Minuten waren die anderen fast außer Sichtweite, und Fili hatte ein paar Speere gefunden, die sie mit Seilen und gefundenen, halb zerrissenen Bannern verbanden.
Danach bugsierten sie den Mann auf die improvisierte Trage und folgten, je zwei Zwerge am linken und rechten vorderen Ende, den anderen.
Kurz nachdem die Nacht hereingebrochen war, erreichten sie das Lager, welches von den anderen gerade vorbereitet wurde.
Zunächst hatten sie den anderen geholfen, alles für die Nacht zurecht zu machen.
Balin und Ori sorgten für eine Mahlzeit, während Thorin und Kili den Mann auf offensichtliche Verletzungen untersuchten. Gandalf saß daneben und beobachtete sie.
Lange mussten sie nicht suchen, denn als Kili seine Beinschienen gelöst hatte, kam eine klaffende Schnittwunde zum Vorschein. Die Wunde auf seinem rechten Schienbein hatte zwar bereits aufgehört zu bluten, sah jedoch nicht gut aus.
Auch seine Arme wiesen, neben einigen blauen Flecken, kleinere Schnittwunden auf. Er wusste nicht, wie er ihm noch helfen konnte, außer ihn zum Düsterwald zu bringen. Ja, er hasste Elben, doch wusste er auch um ihre besonderen Kenntnisse in der Heilkunde. Fragend sah Thorin Gandalf an. Er erhoffte sich einen guten Rat von dem Zauberer, doch dieser erwies sich als ebenso hilfreich wie Bofur oder Balin.
„Überlegt Euch gut, was Ihr tut, vielleicht macht Ihr es nur schlimmer."
„Wie lang brauchen wir Eurer Meinung nach noch bis zum Düsterwald? Fünf Tage?", erwiderte Thorin gereizt. „Die Wunde sieht schon jetzt nicht gut aus, wie wird es dann erst in ein paar Tagen sein, wenn wir nichts tun?"
Gandalf begegnete dieser Aussage mit Schweigen.
Als nächstes meldete sich Kili zu Wort.
„Fili hat mir mal gezeigt, wie man solche Wunden zumindest vorübergehend versorgen kann."
Ein wenig verwundert sah Thorin seinen jüngsten Neffen an. „Sprich weiter."
„Er zeigte mir ein Kraut, dass nahezu überall wächst, welches mit ein wenig Wasser vermischt die Wunde reinigt und die Heilung fördert.", beschrieb Kili. „Vielleicht hilft es auch hier. Wenn du willst, mache ich mich sofort auf die Suche danach und sehe, was ich tun kann."
Thorin nickte. Er hätte selbst darauf kommen müssen, da er es den Brüdern beigebracht hatte, als sie noch Kinder waren. „Tu das."
„Ich werde mich beeilen.", sagte Kili und wollte schon gehen, doch Thorin legte eine Hand auf seine
Schulter.
„Du gehst nicht alleine.", sagte er. „Nimm deinen Bruder mit. Und passt auf, die Wargen könnten noch in der Nähe sein und nur darauf warten, dass wir unvorsichtig werden."
„Wir werden aufpassen, Onkel."
