Es dauerte ein paar Minuten, in denen alle abwägten, was die beste Lösung für ihr Problem wäre. Sie schwiegen, bis Dwalin sich zu Wort meldete.
„Was ist, wenn wir ihm so einen Stock besorgen, wie Ori ihn hat?"
Thorin sah zunächst Dwalin, dann Derin an.
„Könnte dir das helfen?"
„Ich glaube, wenn er groß und stabil genug ist, schon.", erwiderte Derin. „Egal, was es ist, Hauptsache ich kann mich abstützen. Den Schmerz kann ich zumindest eine Zeit lang aushalten, wenn ich das Bein ein wenig entlaste."
„Dwalin, du bleibst mit Kili und Fili hier. Pass auf, dass die drei keinen Unsinn machen.", ordnete Thorin an. „Der Rest sucht nach einem passenden Stock."
Dwalin ließ sich grummelnd auf einem Stein nieder, während Kili und Fili sich zu Derin setzten.
Keine Minute später machten die beiden jungen Zwerge schon wieder Unsinn. Fili hatte Kili mit Gras beworfen, woraufhin Kili ebenfalls mit Gras geworfen hatte. Dann hatte Fili an Kilis Haaren gezogen und sich darüber lustig gemacht, dass er noch keinen Bart habe, weshalb Kili nun an Filis Bart, der an beiden Seiten jeweils zu einem kleinen Zopf geflochten war, gezogen hatte. Nun rauften sich die beiden wie früher, als sie Dwalin und Thorin gerade einmal bis zur Hüfte gereicht hatten. Die Erinnerung an diese Zeiten brachten Dwalin zum Lächeln, doch er musste dazwischen gehen, bevor sie sich noch ernsthaft verletzten. Im Gegensatz zu früher trugen sie nun scharfe Waffen bei sich.
Zunächst versuchte er, die beiden dadurch auseinander zu bekommen, indem er mit ihnen schon fast schimpfte. Diese Methode fruchtete aber nicht, wie es früher auch schon war.
Früher war es dennoch leichter gewesen, die beiden zu zähmen. Damals hatte er einfach beide am Kragen gepackt und auseinandergezogen, oder Thorin hatte Fili gebändigt und er Kili, aber heute waren die beiden für so was schon zu groß und zu stark. Zumindest um sie komplett zu trennen.
Am Kragen packen konnte Dwalin sie immer noch, was er jetzt auch tat. Er konnte sie zumindest ein wenig auf Abstand bringen.
„Es reicht, ihr Chaoten!", sagte er streng, und sofort schwiegen die beiden. Sie wussten, wenn Dwalin sie Chaoten nannte, mit einem weniger freundlichen Unterton, dann hatten sie etwas angestellt, was er gar nicht gut fand. So war es schon immer gewesen, und das hatte sich bis heute gehalten.
„Ihr seid glaube ich langsam aus dem Alter raus, in dem man sich aus Langeweile prügelt."
„Ja, Dwalin.", murmelten die beiden und verschränkten die Arme vor der Brust. „Tut uns leid, wir werden uns jetzt benehmen."
Langsam ließ Dwalin die beiden wieder runter und sah sie forschend an. Er kam zu dem Schluss, dass sie sich wieder eingekriegt hatten. „Fili, du kümmerst dich um die Westseite, Kili, du um die Ostseite. Haltet die Augen offen."
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